Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

Tabernakel-Ehrenwache

Eucharistischer Liebesbund

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Band 4 - Seite 3

     Inhaltsverzeichnis Band 4

334 Vigil des heiligen Evangelisten Johannes 1899

„Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“

Die Familie von Barbara hatte unerwarteten Besuch bekommen, und Barbara ging deshalb mit ihrer Nichte zu Luise. Um halbzwölf Uhr wurde Barbara durch Schmerzen geweckt und wir glaubten, es melde sich eine Krankheit, da der heilige Johannes noch nie um Mitternacht gekommen war, bis endlich das Leiden begann.

Barbara: „O mein lieber, heiliger Führer! Ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi. O lieber, heiliger Johannes! Ich denke so wenig daran, etwas zu deiner Ehre zu tun. O verzeih mir, daß ich so selten, nur hie und da mal bei der heiligen Kommunion dich herbeirufe, und du vergissest es nicht, daß du mir zum Führer gegeben bist. Alljährlich an deinem Festtage willst du mich heimsuchen, mich elende Sünderin. O wie seid ihr dankbare Freunde, ihr Heiligen Gottes. O ich grüße euch im Namen aller meiner Mitschwestern, aller, die sich im Geist mit mir vereinigen, besonders im Namen der Priester, die glauben, daß der Herr es ist, der mit mir verkehrt. O ich grüße dich viel tausendmal im Namen aller Menschen. Warum sehe ich dich aber auf einer Einöde als alter Greis? Lieber heiliger Johannes, mein lieber, guter, treuer Führer, sonst kamst du immer als schöner Jüngling im jugendlichen Alter als Freund meines Bräutigams, wie Er dich zum Hochzeitsmahl berief, und heute als alter Greis in dieser wüsten, abgelegenen Gegend. O sage mir, was du mich heute lehren willst. O ich verstehe dich nicht.“

Johannes: „Ja freilich, verstehst du mich nicht, auch ich verstand nichts, wenn es mir nicht erschlossen wurde durch das Licht, das ich schaute und in dem ich schaute, das ausging vom Heiligen Geist, vom Geist meines Freundes. Siehe, das war mein Aufenthaltsort, als ich der himmlischen Gesichte zuteil geworden bin. Hierher berief mich der Herr, um der ganzen Welt zu leuchten, um die Evangelien niederzuschreiben und nebst den Evangelien die Geheimen Offenbarungen, die mir zuteil wurden hier auf der Insel Patmos. Hier siehst du mich in dieser wilden, einsamen Gegend, verbannt von allen Menschenherzen, hinausgestoßen von allen Geschöpfen, aber innig, innig vertraut mit meinem himmlischen Bräutigam. Zwar war es die Bosheit der Menschen, die mich hierher verbannte, aber doch war es mein himmlischer Bräutigam, der Blutbräutigam aller heiligen und gerechten Seelen, der mich hierher berief. Nicht im Geräusch der Welt teilte Er Sich mir mit. Obwohl ich so vieles geleistet, so viel für Ihn getan, so viele Seelen Ihm gewonnen und immer in stiller Zurückgezogenheit fern von der Welt lebte, wenigstens im Herzen fern von der Welt, war es aber doch notwendig, mich in die Einsamkeit zu führen, von wo aus Er ungehindert bei Tag und Nacht mit mir verkehren konnte. Hier teilte Er mir Seine Geheimnisse mit und erschloß mir die Geschichte und Geschicke Seiner heiligen Kirche, Seiner jungfräulichen Braut von Anfang bis zum Ende der Welt. Seht, meine Kinder, eine ähnliche Aufgabe ließ der Herr an euch ergehen. Er wählt Sich immer das schwächste, unwürdigste Seiner Geschöpfe, nicht einen feurigen Petrus, nicht einen weltberühmten Paulus, einen gelehrten Römer.

Nein, ein armes, schwaches Werkzeug wählte Er Sich aus in mir, um in Ihm Seine Geheimnisse niederzulegen und durch mich zu allen Menschen in der ganzen Welt, die da lebten und noch leben und bis zum Ende der Welt leben werden, zu reden. Jetzt, da es gegen das Ende der Zeiten geht, wo die Welt in ein dunkles, geheimnisvolles Unwesen gehüllt ist, wo Satan einhergeht, jubelnd und triumphierend, weil er Tag für Tag so große Ernte hält, weil es ihm endlich gelungen ist, die Herzen zu bezaubern und ihnen einzuflüstern, als sei dieses das Reich Gottes, das Reich, das er in seinen Anhängern niedergelegt. Die Anhänger Satans predigen auf offener Straße, in den Palästen, an den Hochschulen, in jeder Wirtschaftsschenke, daß da das Reich Satans ausgebreitet werde; sie predigen den Unglauben, und die ganze Welt hört auf ihre Stimme, die Reichen und die Armen. Die Reichen wollen von keinem Christus, von keinem Erlöser mehr wissen, weil sie ja den Himmel auf Erden haben und diesen Himmel voll und ganz genießen wollen, das heißt der Himmel der Reichen und Gottlosen ist, daß sie ungezügelt ihren Leidenschaften frönen, ungezügelt ihre bösen Lüste befriedigen können. Darum leugnen sie den Glauben an einen Gott, und weil sie dann alle Menschen auf gleiche Weise sehen möchten, wie sie sind, verführen sie die Armen, schleudern das Gift in ihren Herzen und begeifern sie mit ihrem Unflat. Die Armen, die nur die Verführten sind durch die gottlosen Reichen, wollen auch sich den Himmel auf Erden verschaffen. Sie wollen, weil es doch keine Ewigkeit gibt und geben soll, wie jene vorgeben, um so leichter alle Menschenherzen zu bestricken, auch besitzen und genießen wie ihre gleichgesinnten Brüder. Und so ist die ganze Welt in einen dunklen Schatten von Unglauben gehüllt.

An den Flüssen Babylons sitzen sie, und an den Trögen der Schweine genießen sie Tag für Tag. (Hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: Sühne, Sühne, Sühne!) In dieser gottlosen Welt nun steht die jungfräuliche Braut, die heilige Kirche. Sie schleppt ein Kreuz, wie sie noch keines schleppte, seitdem ihr Bräutigam hinaufgestiegen ist an das Kreuz. Sie will ihre Kinder retten, sie will sie halten an ihrer Brust, sie will sie nähren mit ihrer jungfräulichen Milch, das heißt mit ihrer Lehre, die sie von ihrem himmlischen Bräutigam überkommen.

Und dieses entwöhnte Geschlecht ihrer Kinder will diese jungfräuliche Milch nicht mehr annehmen; sie ist ihnen zu fade, sie ist ihnen zu schal, wie sie sich ausdrücken, diese jungfräuliche Milch, die nur noch für Kinder paßt, für unmündige Kinder und für alte verkrüppelte Leute, die eine andere Kost nicht mehr vertragen und verdauen können. Aber für solche Menschen, wie sie sind, da braucht es eine stärkere Kost, eine stärkere Nahrung, und diese bietet ihnen das Reich Satans in Hülle und Fülle. Jene Nahrung, die ihnen da zugeführt wird, ist: „Geht hinaus, macht euch Vergnügen, genießt die Zeit, denn es gibt keine Ewigkeit; macht euch Vergnügen bei Tanz und Spiel, und hüpft und springt, denn bald ist alles vorüber, und wir vergehen wie eine Blume, die verwelkt, und nie und nie mehr wird ihrer gedacht. Es gibt keine Ewigkeit.“

Ja, diese Kost, die wollen auch die Kinder der katholischen Kirche verdauen, diese wollen sie in sich aufnehmen, und jene Kost, die reine Milch des Evangeliums, diese süße Milch, diese himmlische Milch, womit sich die Kinder nähren und die Greise und die Jünglinge, diese paßt nicht mehr für sie. Die Kirche, die da ihre Kinder alle beisammenhalten will, und auch jene wieder herbeiführen will, gibt nach und immer wieder nach.

Sie möchte um jeden Preis ihre Kinder retten, und so geht es allmählich, so gibt es unter den Dienern der Kirche solche, die, weil sie auch schwach geworden sind, weil sie auch vergessen haben ihr Brot zu essen, sich verleiten lassen; und ein Neu-Katholizismus fängt an zu leben. Man will allmählich witzeln und spötteln und das Leben der Heiligen, wie es im Mittelalter und in der ersten Christenheit geübt wurde, hinstellen als Bilder, die nur da vorgeführt werden, die aber niemals geübt worden sind. Diese passen nicht mehr hinein in dieses Zeitalter.

Seht, meine Kinder, da ist es an der Zeit, daß der Herr, der Bräutigam Seiner Kirche und der Bräutigam aller jungfräulichen Seelen kundtut durch ein Werkzeug, daß Er noch lebt, daß Er noch das Haupt Seiner Kirche ist, und daß die Kinder dieser Kirche Seine Glieder sind. Er will sie lehren, daß Seine Kinder den Weg wandeln müssen, den Er gewandelt ist, und daß dieses der einzige Weg ist, der zum Himmel führt, der Kreuzweg. Darum laßt euch nicht irre machen. Als der Herr mich rief, daß ich dein Führer werden soll, da saßest du noch einsam, und niemand hätte geahnt, daß dieses einsame Pflänzchen, das der Herr gesetzt hat in das Erdreich Seiner Kirche, aufwachsen werde zu einem herrlichen Baum, der da Blätter und Blüten treiben werde, und viele sich an ihm laben. Seht, jetzt nach einigen Jahren steht dieser Baum da, und viele laben sich an seinen Früchten. Es wird aber die Zeit kommen, wo Tausende und Abertausende sich laben werden an ihm, an den Früchten dieses Baumes.“

Barbara: „O heiliger Johannes! Mein lieber Freund und Führer, verlaß mich nicht. Wir sind so arm, so hilflos. O es ist manchmal hart, den Weg weiterzugehen, wenn innere und äußere Kämpfe zusammenwirken. Ein jedes Menschenherz ist angelegt zur Mutlosigkeit. Jeder Mensch möchte den Weg zum Himmel gehen, aber, wenn er nicht gar zu beschwerlich wäre. Die Tugend zu üben, wie du sie geübt, ist hart und bitter. O komm uns zu Hilfe! O kommt uns zu Hilfe, ihr Heiligen Gottes!“

Johannes: „Nicht wahr, meine Kinder, ihr betet alle Tage: ‚Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.‘ Wenn ihr dieses betet, wenn euer Mund diese Worte ausspricht, dann wißt, daß es jedesmal eine freudige Bewegung gibt in der ganzen triumphierenden Kirche; denn wir Heiligen Gottes, die wir euch vorausgeeilt sind, die wir eure Brüder und Schwestern sind, wir verstehen, was dieses Wort bedeutet. Es ist jedesmal ein Aufschrei, ein ängstlicher Aufruf eurer Herzen. Mit diesem Wort: ‚Ich glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen‘, ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis ausgesprochen, sondern es liegt darin jedesmal ein ängstlicher Hilferuf, als ob wir Heiligen euch zu Hilfe kommen sollten in dieser eurer bedrängten Lage. Und so ist es jedesmal, wenn wir diese Worte von einem Menschenkind vernehmen, werden wir freudig bewegt, aber auch zugleich zum Mitleid angeregt und sind bereit, euch zu Hilfe zu kommen. Deswegen fürchtet euch nicht, meine Lieben. Fürchtet nichts! Um diese Gesellschaft der Heiligen recht vollzählig zu machen, damit es auch recht viele hier auf Erden schon gibt, die sich daran beteiligen an dieser Gemeinschaft, will ja der Herr unter euch und in eurer Mitte den Liebesbund gründen. Heilige will Er bilden. Heilig sollen alle diejenigen sein und werden, die dem Liebesbund beitreten, weil die Gesellschaft der Heiligen gar zu not tut in der heutigen Welt. Der Bußgeist ist abhanden gekommen, und unter den Mitgliedern des Liebesbundes soll vor allem der Bußgeist gepredigt werden. Die Mitglieder dürfen nicht der Bequemlichkeit nachgehen und anhängen den Freuden und Genüssen der Welt.

Nein, nein, meine Kinder! Deswegen steht der Herr unter euch in eurer Mitte. Im Heiligsten Sakrament steht Er und erwählt Er Sich Werkzeuge, durch die Er euch Seine Liebe kund tut, um euch zu Heiligen zu bilden. Um euch zu sagen, wie ihr es anzustellen habt, um möglichst alle Menschen herbeizuführen und einzugliedern, erleichtert Er wie noch nie Seine Gebote. Nur will und verlangt Er einfach, daß sie alle sich einfinden an Seinem Tisch, sich reinigen von schwerer Sünde und Ihn oft und würdig empfangen in der heiligen Kommunion. Das ist der Weg der Buße, ihr Kreuztragen, die Kreuze, die der Herr einem jeden von euch auferlegt.

Darum gehe hin, meine Tochter, auch du bist eingegliedert in den Liebesbund. Sei nicht ängstlich, ob der Tage, die du noch zu leben hast. Siehe, dein himmlischer Bräutigam, den du dir einzig erwählt, und dem du einzig angehörst, führt dich bei der Hand. Fürchte nicht, wenn du Ihn suchest, wird alles übrige dir beigegeben werden. Und du, meine Tochter (die Nichte von Barbara, die darauf verzichtet hatte, am gestrigen Abend dem Theater im Gesellenhaus beizuwohnen), siehe, wie sehr der Herr verlangt, daß Seine Kinder nicht allzusehr hängen an den Vergnügen dieser Zeit, kannst du daraus erkennen, daß Er dir dieses Glück heute abend zuteil werden läßt. Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“ (Hier bekam Barbara wieder einen Erstickungsanfall und mußte mittendrein rufen: ,Buße, Sühne.’)

Barbara: „O lieber, heiliger Johannes! Zur Zeit der heiligen Franziska von Chantal und Theresia hat der Herr viele Seelen mitten aus dem Weltleben heraus zur höchsten Stufe der Vollkommenheit berufen. Bitte du den Herrn, daß er dies mit N.N. gerade so mache, und diese noch viele, viele nach sich zieht.“

Johannes: „Darum Mut, meine Kinder! Eines soll dem anderen helfen, eines das andere unterrichten; herbeiführen soll sie meine Freundin N. Seht, als ich mit meinem Herrn auf Erden noch wandelte in den Fluren Palästinas, wie oft begleitete ich Ihn auf Seinen Bußgängen, wenn Er durch die Straßen zog, durch die Städte und Dörfer und Seine lieben Worte dem armen Volk predigte. Wenn sich dann das Frauengeschlecht anschloß, hatte der Herr immer eine große Freude, weil diese Frauen, diese frommen Frauen, die Ihn begleiteten, es waren, die durch ihr gutes, freigebiges Herz bekräftigten und unterstützten, was Seine Jünger, die Apostel, durch Wort und Beispiel dem Volk verkündeten.

Seht, so und nur so ist die Kirche wieder zu Ehren und in Glanz zu bringen, auf den Glanzpunkt zu bringen, von dem sie gewichen ist. Ist sie doch die jungfräuliche Braut, wie sie war, die einzig dastehende in der ganzen Welt. Aber sie ist verrückt, hinweggerückt von ihrem Leuchter, von dem Glanzpunkt, auf dem sie der Herr haben möchte und auf dem sie stehen soll. Zwar ist es nur eine Strafe, eine Buße für sie; denn es gab eine Zeit, wo sie ihrem himmlischen Bräutigam ein wenig untreu wurde, indem sie nicht wie Er in Armut und Buße lebte. Weil sie reich war, lebte sie üppig, üppiger als ihr himmlischer Bräutigam es von ihr verlangte und es wünschte. Darum mußte sie diese Buße durchmachen, diese Bußzeit, die aber jetzt zu Ende geht, und sie soll wieder hinaufgerückt werden auf den Glanzpunkt, von dem sie hinweggerückt worden. Da ist es an der Zeit, wo das Leben der ersten Christen wieder erneuert werden muß und soll. Die ersten Christen lebten wie wir. Wenn wir auszogen mit unserem Meister, dann zogen wir wie die armen Fischer dahin ohne Nahrung und Kleidung. Alles mußten wir der Vorsehung überlassen, und doch waren wir Menschen wie alle Menschen. Auch unser Herr und Meister war ein Mensch. Er mußte essen und trinken und schlafen wie alle Menschen. Da nun ersetzten diese Frauen alles Fehlende.

Seht nun, warum Er sie so sehr liebte, warum Er dieses Frauengeschlecht so sehr erhob, daß Er zum allerersten ihnen erschien. Als Er nach Seiner Auferstehung sich wieder Seinen Aposteln zeigte, war Er längst schon den heiligen Frauen erschienen. Damit will Er Seiner Kirche durch alle Jahrhunderte sagen, daß, obwohl dieses Geschlecht nicht zu reden hat und nicht auf der Kanzel und nirgends ein Wort zu sagen hat in die Rechte der Kirche, aber deswegen es doch nicht zurückgestoßen, hinausgestoßen werden soll aus diesem Lehramt der Kirche, weil es unbedingt notwendig ist, daß da, wo der Herr Sein Lehramt aufschlägt, auch Seelen sein müssen, die dieses Lehramt unterstützen.

Soll nun die Kirche wieder zu Ehren gebracht werden, so braucht sie große Stützen, braucht sie Kinder, Glieder, die das ersetzen, was uns abging auf Seinen Reisen. Dort zogen die heiligen Frauen mit und besorgten alles übrige, was wir für unser Leben notwendig bedurften. Sie bauten Kirchen, sie gaben ihre Mittel her, um uns zu ernähren. Sie stickten die ersten Gewänder, um die heiligen Geheimnisse zu feiern. Und jetzt, da die Not der Zeit so gar zu groß ist, daß der Mittelstand, die meisten Menschen nur zu tun haben mit ihrem Lebensunterhalt, muß es Seelen geben, die ihren Überfluß verwenden, um Kirchen und Klöster zu bauen, damit die Kirche wieder auf ihren Glanzpunkt könne gerückt werden; denn nur in den Klöstern wird Gott verherrlicht, und je mehr Klöster gebaut werden, desto herrlicher wird die Kirche erblühen, das Tugendleben erbauen.

Darum, meine Kinder, auf, Mut gefaßt! Ihr, die ihr in den Ehestand geführt worden seid, wißt, daß ihr Glieder des Liebesbundes seid, daß ihr niemals klagen sollt über das Geschick, das der Herr auf eure Schultern legte, daß ihr fern von dem Getöse der Welt lebt, nicht nachjagt den Vergnügen der Zeit. Ihr aber, die der Herr dem jungfräulichen Stand eingefügt hat, kettet euch zusammen. O diese gute Seele, sie hat schon Fortschritte gemacht, und es geht allmählich; aber sie muß noch mehr herbeiführen, sie muß es noch dahin bringen, daß die Kirche in Mainz erblüht und wird zu einem goldenen Mainz. Das Goldene Mainz hat seinen Namen nur von der Blüte, in welchem es stand im Mittelalter zu der Zeit, wo es so viele Klöster gab, und diese gute Seele hat der Herr euch zugeführt, daß sie ihre anderen Freundinnen herbeiziehe.

O es gibt noch gute Seelen, sie sind nur verschüttet und verstaubt. Der Staub und Schmutz muß weggerafft werden. Da geht noch eine Zeitlang darauf. Harrt aus, meine Kinder, euer Führer steht euch zur Seite. Ruft ihn an zur Zeit der Not, und er wird immer rettend und helfend euch zur Seite stehen.“

Barbara: „O Herr! Was soll meine Schwester machen mit ihrem Sohn? Sie ist alt und schwach und hat niemand mehr. Du selbst hast ihre Tochter in den Ehestand geführt, weil Du willst, daß es fromme Eheleute gebe. O tue mir zu wissen, ob Du meinen Neffen für den jungfräulichen Stand bestimmt, oder soll er das Mädchen zur Ehe nehmen? O verzeihe mir, daß ich mich um solche Dinge kümmere, aber sieh, ich muß mich ja auch so oft für andere verwenden. Die Schwäche Deiner Kinder verlangt, daß man ihnen allen zum Trost werden muß.“

Jesus: „Er würde Mir eine große Freude machen, weil er ein so unverdorbenes Gemüt hat, wenn er sich entschließen könnte, mit seiner Mutter zu leben, solange Ich ihr noch das Leben lasse, nicht, als ob Ich es ihm nicht gönnte, seinen eigenen Haushalt zu gründen und seinen eigenen Herd, nein, nur um der Welt zu zeigen, daß, wenn eine Seele großmütig sich Mir hingibt, wessen Geschlechtes sie sein mag, Ich für sie sorgen werde. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, wenn er Mir diese Freude machen will und will als Jungfrau in der Welt leben, denn so will Ich beiderlei Geschlechtes jungfräuliche Seelen, dann wollte Ich ihm eine so herrliche Krone aufbewahren bis zu dem Tag, wo er eingeht in die ewige Herrlichkeit, daß er vor Entzücken aufjubeln und aufjauchzen wird, so daß seine ganze Verwandtschaft sich an ihm erbaut, ihm entgegeneilt und ihn umarmen wird an der Schwelle der Ewigkeit.

Was aber noch das Allerliebste für ihn ist, Ich selbst werde sein übergroßer Lohn sein und werde ihm an der Goldenen Pforte begegnen und Meinem Vater vorführen und Ihm sagen: ‚Dieser ist eine Jungfrau, gib ihm den Platz, der ihm gebührt.‘ Den jungfräulichen Stand möchte Ich erhöhen. Wenn darum von der Männerwelt einer zur Jungfräulichkeit sich entschließt, ist es eine doppelte Krone für die Kirche, eine doppelte Zierde, weil unter der Männerwelt nur noch Priester und Ordensleute jungfräulich leben, alle übrigen Männer nur ganz selten; unter Tausend kaum drei, die ein jungfräuliches Leben führen können. Darum diese Verheißungen. Sage es ihm.“

Barbara: „O Herr, rette doch diese Seele!“

Jesus: „Um der Opfer willen, die ihre Nichte bringt, diesem Opfergeist kann der Herr nicht widerstehen.“

Die letzten drei Tage vor der Wende des neuen Jahrhunderts mußte Barbara in Sühnungsleiden im Bett zubringen. Sie litt an einer furchtbaren Fieberhitze, und es war ihr doppelt schmerzlich, daß sie die schönen Predigten versäumen mußte. Der Herr aber würdigte sich, Barbara zu trösten. Als Samstag nachmittags um vier Uhr die erste Sühneandacht begann, zeigte ihr der Herr, wie das Allerheiligste Sakrament in Rom angebetet wird. Von da an sah sie fortwährend in diesen drei Tagen eine unaussprechlich große Monstranz und den lieben Heiland darin, und es erfüllte Barbara ein so großer Gebetsgeist, daß sie beständig laut betete, und wer kam, mußte mitbeten.

Die liebe Mutter Gottes erschien ihr und betete mit ihr das Ordensgebet mit Einschaltung der Glaubensgeheimnisse. Als es hieß: ‚Der in deinen Schoß, o Mutter, ist gelegt worden‘, da verhüllte Sie Sich und entfernte Sich. Auch die Schutzengel der Liebesbundmitglieder beteten abwechselnd mit Barbara laut; die Engel der Frauen hörte Barbara mit Frauenstimmen beten, die der Männer mit Herrenstimmen. Auch bemerkte sie, wie die Schutzengel nach Bayern hin sehr vereinzelt standen, die nach Preußen hin waren zahlreich, so daß ihre Stimmen rauschten wie ein Fluß. Sie sah auch den Heiligen Vater, wie er am Nachmittag eine Stunde Anbetung hielt, und sie vereinigte sich mit ihm. Später rief Barbara alle Schutzengel der ganzen Welt herbei, daß sie sich mit ihr vereinigten. Sie taten es, aber die meisten waren sehr betrübt und weinten, weil sie ihre Schützlinge nicht herbeibringen konnten. Am Samstag nachmittag, den 30. Dezember, als wir mit Barbara beteten, fiel sie in Ekstase. Es erschien ihr der heilige Johannes.

Barbara: „Ich danke dir, o heiliger Johannes. Ich darf an der Brust meines geliebten himmlischen Bräutigams ruhen. (Barbara wurde zur Vereinigung mit Jesus zugelassen.) O auch eine Gnade für diese meine Freundin. O heiliger Johannes! Erflehe ihr die Gnade, das Gelübde der Jungfräulichkeit ablegen zu dürfen.“

Johannes: „Ich habe es ihr erfleht! Er streckt dir die Hand entgegen zum Zeichen deiner Vermählung, du sollst dich mit Ihm vermählen als Seine Braut.“

Ich danke Dir, wieder eine Braut mehr. O sobald es ihr Beichtvater erlaubt, wollen wir mit vereinten Kräften aus ganzem Herzen Dir dienen, Dich lieben. O daß doch beim Scheiden des alten Jahrhunderts die Herzen umkehren und zu Dir sich wenden möchten. Sie ist jetzt eingegliedert in den Liebesbund. Wir alle versprechen Dir Treue. O verzeihe mir, daß ich manchmal so unwillig bin. O mein Jesus, bitte verzeihe mir!“

Jesus: „Nicht gar lange mehr dauert deine Pilgerschaft. In dem neuen Jahrhundert gehst du mit jedem Tag einen Schritt näher deiner ewigen Heimat zu. Freue dich, Meine Tochter!“

Barbara: „O lieber, guter Jesus! O laß Dich doch noch einmal umfangen von uns als kleines Kind. O unsere Seele sehnt sich so sehr nach Dir.“

Jesus: „Wende dich an Meine heilige Mutter, Sie kann dir diese Gnade gewähren.“

Barbara: „O liebe, süße Mutter! Reiche uns noch einmal das liebe Jesulein!“

Maria: „Ja, Meine Kinder! Sühne sollt ihr leisten und Ich selbst verbinde Mich Tag und Nacht mit Meinen treuen Kindern zur Bitte und Abbitte. Frage Meine Dienerin, wie sie Mich sieht, beständig im Bußgewand. Am Feste der Heiligen drei Könige, dort könnt ihr diese Gnade erlangen, aber jetzt nicht. In diesen Tagen ist das Herz Meines Sohnes sehr bedrängt, und Ich habe Tag und Nacht die Aufgabe, mit Meinen treuen Kindern zu knien vor dem Tabernakel; denn Meine treuen Kinder bestürmen Mich; Ich will ihnen beistehen, Ich will sie unterstützen mit allen lieben, heiligen Schutzengeln. Ich grüße euch alle, Meine Kinder, im Namen Meines Sohnes.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

335 Vigil vor Neujahr 1900

„O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir! O Du unendliche Güte Gottes! Du lässest Dich herab zu uns armen Geschöpfen. Ist es möglich, o Herr, wir arme, sündhafte Geschöpfe dürfen uns rühmen, in Deine Nähe zu kommen? Nein, Du kommst zu uns, o Herr! Ich danke Dir im Namen aller, die hier versammelt sind, aller meiner lieben Angehörigen, aller Menschen in der ganzen Welt. Ich grüße Dich, o mein Jesus, durch das allersüßeste Herz Deiner jungfräulichen Mutter; denn Sie allein ist würdig, Dich zu loben und zu preisen, und mit vereinter Stimme wollen wir Dir unser Lob entgegenbringen.

O siehe, wie meine Freundinnen so innig sich abmühen, um Dir Abbitte und Sühne zu leisten. Warum hast Du mich nicht mit ihnen gehen lassen, warum muß ich so armselig im Bett bleiben, kaum, daß ich heute den Mund aufbringe zum Vaterunser. Ist es möglich, daß Du mich heimsuchst an einem solchen Tag? O könnte ich doch um Mitternacht mit meinen Freundinnen in die Anbetung gehen, um Dir einige Sühne zu leisten dort, wo das heilige Meßopfer dargebracht wird. O wie groß ist dieses Jahr! O daß sie es doch erkennten, welche Gnaden ihnen angeboten, und die meisten erkennen es leider nicht. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder, so ist es, wie du eben gesagt. Deswegen bin Ich gekommen, dich heimzusuchen in deinem Elend. Ich weiß wohl, Meine Tochter, wie hart es dir ist, daß du im Krankenbett verbleiben sollst an solchen Tagen, wo du gern mit den übrigen dich vereinigen willst, von einer Kirche zur anderen, um Mich anzubeten, Mir eure Huldigung darzubringen. Und es ist recht so, Meine Kinder!

Aber die meisten erkennen Mich nicht. Dieses ist es, weswegen Ich heute abend am Schluß, an der Wende des alten Jahres, und zum Beginn des neuen Jahrhunderts, zu euch komme, um euch einige Worte des tiefen Schmerzes auszudrücken, den Mein Herz bestürmt. O daß sie es doch erkennten, was ihnen zum Heile ist, aber es ist ihnen verborgen, und darum, weil sie die angebotenen Gnaden nicht annehmen und alles Heil von sich stoßen, werden Tage über sie hereinbrechen, wo sie bis ins Mark der Knochen erschüttert werden, wo sie glauben werden, vor Leid vergehen zu müssen. O die törichten Menschen, die glauben, den Himmel auf Erden zu bauen, die suchen, sich herrlich einzurichten; eine Zeitlang ihren Willen zu tun und dann zu sterben und zu vergehen, auf ewig! Aber ach, wie werden sie sich täuschen.

O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand. Nur einen Schlag, und Ich habe sie vernichtet, und Ich werde ihrer nie mehr gedenken, als nur, um Meinen Zorn über sie auszugießen, um Mich an ihnen zu rächen. Dieses ist es nicht allein, was Mich zu euch herabsteigen läßt, nicht allein, um euch drohende Worte zu sagen, die euch erschüttern. Nein, Ich will Mich in euch trösten, und darum auch euch trösten. Seht, was diese Mir versagen, sollt ihr Mir ersetzen, ihr, die liebsten Kinder Meines Herzens. Geht hin von einer Kirche zur anderen, solange Ich euch die Kraft dazu gebe, wo Ich aufbewahrt werde, wo Ich im stillen Tabernakel wohne und das eucharistische Kreuz aufgerichtet ist, und helft Mir dieses Kreuz tragen, betet Mich an für eure Brüder und Schwestern, die es nicht mehr tun, und in alle Ewigkeit will Ich euch dafür belohnen.

Viele, viele werden sich wieder aufraffen nach den Tagen der Trübsale und werden sich wieder anschließen an euch. Darum wird es euch doch nicht gereuen trotz der vielen Trübsale, die ihr durchmachen müßt mit all den gottlosen Kindern der Kirche, weil ihr seht, daß eure Mühe und Arbeit, euer anhaltendes Gebet belohnt wird durch diejenigen, die noch gerettet werden, die sich noch retten lassen.“

Barbara: „Warum, o Herr, zeigst Du Dich mir in einem so kostbaren Mantel, mit einer herrlichen Krone, die funkelt von Edelsteinen, wie ich sie noch nie geschaut? Die Krone ist geformt wie eine Mitra, oder wie man das heißt, was die Päpste tragen. Der Mantel ist ebenso ähnlich und hängt um Deine hochgebenedeiten Schultern. Mein Jesus, sage mir, was dieses bedeutet?“

Jesus: „Meine Tochter! Du schaust Mich im kommenden Jahrhundert in der heiligen, katholischen Kirche. Dieser Papst, der da kommen wird, die Kirche zu leiten und zu regieren, wird ein glorreiches Regiment führen. Mutig und entschlossen geht er ans Werk. Die Leiden sind vorüber, und er freut sich ob der Früchte, die ihm die vielen Leiden eingetragen, und Ich freue Mich mit ihm; denn Meine Kinder werden Mich anbeten von Ost bis West, von Süd bis Nord. An allen Enden der Welt wird glorreich und herrlich Mein Name angebetet, das Heiligste Sakrament wird verehrt werden wie noch nie seit den ersten Zeiten, ja, wie noch nie, seit die Welt steht. Denn in den ersten Zeiten der Christen war die Christenheit noch klein und unscheinbar, denn die blutigen Verfolgungen hatten alles mit sich fortgerissen, und bis sie wieder in Blüte kam, waren die Christen wieder lau und kalt geworden. Aber dieses Jahrhundert, das da Mir geweiht wird, dem Allerheiligsten Sakrament des Altares geweiht ist durch Leo XIII., diesen Meinen treuen, siegreichen Helden, wird Blüte treiben und Früchte hervorbringen, wie sie die Welt noch nie geschaut. Und nochmals sage Ich euch, was Ich schon so oft wiederholte, daß kein Jahrhundert so viele Heilige geboren und erzeugte, als das neunzehnte Jahrhundert; noch viel mehr aber wird das zwanzigste Jahrhundert gebären, und ihr alle sollt noch einen Teil dieses Jahrhunderts miterleben.

Darum erinnert euch daran, wenn harte Zeiten über euch kommen. Wißt, daß erst der Kalvarienberg kommt, ehe die Himmelfahrt anbricht. Erst müßt ihr mit Mir auf den Kalvarienberg gehen und mit Mir am Kreuz sterben, und dann werde Ich kommen und euch mit Meinen Jüngern auf den Ölberg hinausführen, von wo aus ihr die glorreiche Bahn antreten werdet, die euch zum ewigen Triumphe führt. O die törichten Menschen, die ihre Augen verschließen. Habet acht, Meine Kinder, und werdet nicht irre an der gottlosen Welt. Seht, deswegen habe Ich so großes Mitleid mit Meinen Kindern, weil sie umringt von Schlangen und Skorpionen, umheult von brüllenden Löwen und von gierigen Wölfen, einhergehen müssen.

In jetziger Zeit ist der Pfad so schmal geworden, so eng die Pforte, daß der Fuß nicht rechts und links gesetzt werden darf, um nicht zu straucheln. Schritt für Schritt muß die Seele machen, einzig und allein die Augen auf Mich gerichtet, um nicht zu schwanken, um nicht zu fallen. Darum, Meine Kinder, habe Ich Mir diesen Plan ausgesonnen. Merkt es euch nur, daß Ich immer und überall in eurer Nähe bin, daß Ich euch nie verlassen werde, bis es Mir gefällt, euch zu Mir zu nehmen. Darum tretet ein mit Freuden in das neue Jahrhundert; denn ihr seid gewürdigt worden, teilzunehmen an der Schmach, aber auch teilzunehmen an dem Triumph Meiner Kirche.“

Jesus: (leise zu Barbara) „Jetzt stehe auf und gehe mit deinen zwei Freundinnen in die Anbetung.“

Weil wir nichts davon wußten, und Barbara sich ankleiden wollte, hielten wir sie sehr davon ab, denn wir wußten doch, wie krank sie noch bis jetzt war. Da geriet Barbara in Kampf mit sich und fiel zurück. Der Herr aber kam abermals und winkte ihr mit dem Finger. „Komme, komme!“ Da erhob sie sich entschlossen und ging mit. Da wir im Hochamt um Mitternacht die heilige Kommunion empfingen, ließ der Herr Barbara an Seinem Herzen ruhen, auch war alle Schwäche verschwunden, sie fühlte sich federleicht.

Barbara: „Jetzt sehe ich, daß Du es bist mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut“.

Jesus: „So bin Ich immer bei dir auf geheimnisvolle Weise wie jetzt. Wenn Ich dich heimsuche, komme Ich wie im Heiligsten Sakrament mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut.“

Barbara: „Wie können wir Dir danken, o Herr, für so viel Liebe und Güte?“

Jesus: „Haltet fest zusammen und laßt nichts aufkommen. Sucht herbeizuziehen, was sich ziehen lassen will. Denn es ist ein großer Unterschied zwischen den Frommen, die sich euch anschließen, und den anderen. Die ersten fallen nicht mehr in die Todsünde zurück, während ein Windstoß genügt, jene anderen von Mir wegzublasen. Sie haben keinen festen Halt.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

336 Donnerstag am 4. Januar 1900

„Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist.“

Lied: Meinen Jesus laß ich nicht ...

Barbara: „O mein Jesus! Ich bete Dich an aus dem Abgrunde meines Nichts. Ich danke Dir für alle empfangenen Gnaden und Wohltaten. Von Herzen bereue ich all die Nachlässigkeiten und Sünden, die ich wider Dich begangen, verzeihe mir, o Herr, trotz der vielen Gnaden und Liebeserweisungen, denn auch die Leiden sind Zeichen Deiner Liebe, und doch bin ich manchmal so undankbar. O gib mir wieder den Eifer, den ich ganz verloren. Siehe, wenn ich früher so eine Zeitlang den Eifer verloren hatte, so hatte ich dann jedesmal nach vergangener Krankheit wieder einen ganz neuen Eifer. Ich weiß nicht, was ist. Ich kann nicht mehr so beten und mich mit Dir erfreuen. Bin ich denn schuld? Wie warst Du oft so liebenswürdig mit mir; ich habe mich immer gefreut, wenn ich in die Kirche kommen konnte. Ich kann nicht mehr, o Herr! Ich weiß nicht, was anfangen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Gern und mit Freuden bin Ich in eure Mitte gekommen, um euch Aufschluß zu geben über derartige Dinge, wie du Mir eben vorlamentierst. Du weißt nicht, was das ist, daß du keine Liebe mehr fühlst, und deine Freundin, die in demselben Grad wie du eben lamentiert, ist befangen von einer Unwissenheit und möchte Aufschluß haben. Ja, Meine Kinder, Ich will euch Aufschluß geben. Seht, ein Jahrhundert ist wieder verflossen. Meine Kirche, statt daß sie in höchster Blüte stehen sollte, nachdem neunzehnhundert Jahre vorübergegangen, da vor neunzehnhundert Jahren Ich sie gestiftet habe und in eurer Mitte wohne, sollte es möglich sein, daß man nicht mit Dankbarkeit sich erinnere an die großen Wohltaten eines Gottes? Und doch bringt man Mir statt dessen nur Undank, Gleichgültigkeit und Kälte, von Jahrhundert zu Jahrhundert mehr, entgegen. Und doch ist es wahr, daß Ich Meine Geschöpfe liebe, daß Ich Meine Kinder an Mein Herz drücken möchte, daß Ich sie Meinem Vater zuführen und Ihm sagen möchte: ‚Siehe, Vater, dieses ist das Geschlecht, das Du erschaffen, das Ich erlöst, das Dein und Mein Geist geheiligt hat. Siehe, dreiunddreißig Jahre bin Ich mit ihm gewandelt, und es liebt Mich nicht.‘

Seht, Meine Kinder, dieses ist die Ursache, warum so große Finsternis euer Herz beschränkt, weil ihr Sühne und Buße leisten sollt für die abgefallene Menschheit, für die gottlosen Kinder Meines Herzens. Ein neues Jahrhundert ist angebrochen. Ich habe dieses Geschlecht gezüchtigt. Ich will seiner Sünden wieder vergessen; aber es müssen Werkzeuge da sein, um derentwillen Ich vergessen kann. Deswegen, Meine Kinder, werdet nicht irre. Ich habe euch an Mich gezogen, Meine Liebe euch kundgetan. Nun müßt ihr mit Mir den Kalvarienberg hinauf, das Kreuz müßt ihr mit Mir schleppen, um so die undankbaren Kinder Meiner Kirche wieder auszusöhnen mit Mir.

Geht in die ganze Welt, ja geht dorthin, wo man noch wähnt, Mir zu dienen und treu zu dienen, und seht euch um unter den einzelnen Mitgliedern, die sich Mir geweiht haben, die Ich Mir erwählte, einzig und allein für Mich zu leben. Was findet ihr? Anstatt Liebe nur Unfrieden. Jeder ist unzufrieden mit seinem Stand, auch wenn Ich ihm alles getan habe, ist er doch nicht zufrieden. Dank sollte Ich ernten, und Undank ist Mein Lohn, der schwarze Undank derjenigen, die in der Welt leben und vorgeben, Mir zu dienen.

Auch wenn Ich sie noch so mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, wenn Ich ihnen alles getan habe, was nur zu einem soliden Leben gehört, was ernte Ich dafür? Undank und nichts als Undank! Seht, Meine Kinder, dafür muß es Werkzeuge geben, die diesen Undank Mir zu belohnen wissen durch ihre Dankbarkeit und Gegenliebe. Diese müssen ersetzen, was andere Mir versagen, und weil der Mensch nur dann erst recht verdienen kann, nur dann Mich trösten kann, wenn er nicht getröstet ist, wenn er auf alles verzichtet und nur einzig und allein Mein Wohlgefallen im Auge hat, nur dann erst kann der Mensch verdienen und Mir Ersatz und Sühne leisten. Darum, Meine Kinder, werdet nicht irre! Wenn Ich mit Trockenheit und Trostlosigkeit dich heimsuche, gehe hin, sei nicht trostlos. Gehe nicht von dieser Stätte, ohne Meinem göttlichen Herzen erst innigen Dank zu sagen. Seht, euretwegen bin Ich gekommen, damit ihr an dem morgigen Tag, wo Mir ganz besonders in dieser Stadt Abbitte und Sühne geleistet wird, auch eure Liebe Mir erwidern, euren Dank Mir darbringen könnt.“

Barbara: „Mein Jesus! Du bist bereit, den Deinigen die Gnaden tausendfältig zufließen zu lassen an diesem Tag. O ich danke Dir! Tausendfacher Segen strömt aus Deinem Herzen über diese Stadt. Dank Deinem süßen, lieben Herzen! Dank aber auch denjenigen, die diese Andacht eingeführt, der guten, edlen Dienerin Deines Herzens, die so opferwillig ist, die gewürdigt ist, daß diese Andacht nunmehr gehalten werden kann. O mein Jesus! Ich bitte Dich aber auch, Du hast schon vieles gewirkt; es ist manches besser geworden. O man hat in der Neujahrsnacht den Segen gespürt, daß die Sühnungsmesse gehalten wurde; denn es war kein Trubel wie in den früheren Jahren. Man sagt, es wäre so ruhig gewesen, und man hat nicht gehört, daß jemand ein Leid zugefügt worden ist, während es in einer Nachbarstadt anders war. Nicht wahr, das hast Du getan, Dein schützender Arm lag über der Stadt. O daß doch alle Menschen Dich erkennten, aus ganzem Herzen liebten, aus allen Kräften Dich lobten und ehren möchten! Ich bitte Dich in den großen Anliegen von N. O erleichtere ihnen die Last.“

Jesus: „Arm, klein und verachtet müssen alle diejenigen werden, die Anteil nehmen wollen an der großen Aufgabe, die Ich euch zugedacht. Alles, was Ich dir versprochen habe seit langen Jahren, habe Ich jetzt in Erfüllung gehen lassen, und du siehst es vor Augen. Erinnerst du dich noch, als Ich dir die Weltlage zeigte? Es ist schon länger als ein Jahrzehnt her, als Ich damals zu dir sagte: ‚Siehe, zu dir will Ich Mich flüchten, an deinem Herzen will Ich ausruhen, o teile du doch wenigstens den Schmerz mit Mir, den Mir die undankbaren Kinder Meiner Kirche zufügen.‘ Nicht wahr, da hättest du nicht geahnt, daß du alles dies in Erfüllung gehen sähest, wie du es seither gesehen hast.

Als Ich dir den Vater der Christenheit, das Oberhaupt der Kirche, zeigte als ein Licht, das die ganze Welt erleuchte, da verstandest du es nicht. Jetzt aber verstehst du es. Und als Ich dir zeigte, daß du ihm behilflich sein müssest in seinem Amt, siehe, alles dieses ist jetzt in Erfüllung gegangen, und du siehst es vor Augen. Dieser war bestimmt, das Hochheiligste Sakrament, die hochheilige Eucharistie, in der Ich als Gott und Mensch unter euch wohne, die Quelle, die da sprudelt unter euch, die da ganz verstaubt und verschüttet gewesen, wieder aufzudecken, Mein Volk herbeizuführen. Dir habe Ich die Aufgabe gesetzt, zu dir habe Ich gesagt, daß Ich ein Band schlingen will, und daß, wer von diesem Band sich umschlingen läßt, gerettet ist, daß ein Damm soll errichtet werden.

Siehe, wie dieser, Mein Stellvertreter, alle deine Worte bestätigte, an dieser Jahrhundertwende. Darum fahre fort, Meine Tochter, werde nicht müde, habe Geduld und harre aus, und du wirst noch herrliche Früchte sehen von deinem Leiden, aber auch ihr, ihr alle, die ihr die Worte höret, die Ich in Meiner Dienerin spreche. Freuet euch! Denn alle, die Ich herbeiführe, gehen nicht ohne Trost und ohne neue Kraft und neues Licht hinweg, ausgenommen diejenigen, die mit Schattenseiten kommen, die halb und halb nur tun wollen, was ihnen gerade beliebt, und was ihnen nicht gefällt, verwerfen. Freilich, so kamen gar viele auch zu Mir. Jener reiche Jüngling, der Mir nachfolgen wollte, hatte dunkle Schattenseiten, obwohl er auch rechte Lichtseiten hatte. Er war ein sittenreiner Jüngling und wirklich guten Willens. Seine Schattenseite aber war, daß er zu fest an Reichtümern hing und an Ehren und Freuden dieser Welt.

Andere, die da kamen, freilich mit ungläubigem Herzen, die da nur an solche Dinge glauben als Hysterie, weibisches Gedusel, freilich, ein solcher Mensch hat keinen Sinn, so wenig wie der Pharisäer, der zu Mir kam und Mich nur belauern wollte, um etwas herauszufinden und anderen sagen zu können: Ja, der ist der Zimmermanns Sohn; was will der uns vormachen, der Teufel ist in ihm, glaubt ihm nicht. Wundert euch nicht, wenn es Menschen gibt, die nicht glauben, auch wenn sie offen und frei Meine Hand sehen. Sie leugnen es rund hinweg, weil das Herz, das in ihnen schlägt, vom rechten Weg abgewichen ist.

Es wird noch lange und noch viele Mühe kosten, bis Meine Kirche wieder auf den Standpunkt gestellt ist, von dem sie weggerückt war durch die Gottlosigkeit Meiner Kinder. Meine eigenen Kinder sind schuld, Meine Kinder sind die Ursache, daß Meine Kirche, die zwar niemals untergeht, deren Glanz aber verblichen ist und verbleichen wird, sooft Meine Kinder vom rechten Weg abweichen.

Denn sobald im Alten Bund die Bundeslade in die Hand der Feinde gefallen war und Ich dieses zuließ zur Strafe für Meine treuen Söhne, Mein auserwähltes Volk, mit dem Ich doch gerade so war, wie Ich jetzt bin mit Meiner Kirche, und nur dann erst dieses heilige Gezelt wieder in die Hände Meiner Kinder zurückkam, nachdem sie Buße getan hatten und gesühnt hatten ihr Unrecht, ebenso, wenn es auch immer wahr ist, daß Ich alle Tage bei Meiner Kirche bin bis zum Ende der Welt, und daß niemals die Pforten der Hölle sie überwältigen werden, ist und bleibt es ebenso wahr, daß, wenn Meine Kinder abgewichen sind vom rechten Weg, der Glanz verbleicht und sie in Hintergrund tritt, zur Strafe für Meine eigenen Kinder. Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist. Stolz war sie geworden, Meine jungfräuliche Braut. Sie wollte Mich als ihren Bräutigam nicht mehr hochhalten; sie wollte nebenbei mit der Welt liebäugeln, und das verdroß Mich gar sehr, und sie mußte gestraft werden, sie mußte dieses fühlen.

Deswegen nahm Ich alle ihre Rechte hinweg, was mit der Welt sie in Verbindung setzen konnte. Sie mußte arm werden, so arm, daß sie mit Mir an das Kreuz steigen mußte und von fremder Hand mußte ernährt werden. Die Zeit ist vorüber, und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie wieder auf den Glanzpunkt gerückt sein wird. Aber dazu brauche Ich noch Werkzeuge, die das Fundament bilden, worauf der Bau, der da zerbröckelt ist von außen her, die Mauer, das Gebäude Meiner Kirche ist Stein um Stein abgebrochen, dieses Fundament muß aufgebaut werden auf heiligen Gliedern. Heilige müssen sich bilden, und Gott sei Dank, es gibt wieder solche.

Das neunzehnte Jahrhundert hat viele Heilige gezeugt und das zwanzigste Jahrhundert wird noch viel mehr erzeugen. Darauf, auf diesen Gliedern, die das Fundament Meiner Kirche sind, wird sie wieder emporsteigen, Meine jungfräuliche Braut, auf jene Höhe, von der die ganze Welt sie sehen wird, und jedermann wird ihre Schönheit und Größe anerkennen und bewundern. Darum, Meine Kinder, fürchtet nichts, alles, was Ich euch auftrage, bis ins Kleinste zu erfüllen. Alle, die Ich herbeiführe, glaubt nicht, daß ihr je Anerkennung finden werdet. Alle eure Mühen und Opfer, sie werden, nachdem ihr sie gebracht, verschmäht werden. Doch werde Ich euch immer so viel Licht und Trost zukommen lassen, daß ihr nicht erliegt in all eurem Kummer und Sorgen. Dieses ist das geheimnisvolle Kreuz, das jedes Mitglied des Liebesbundes tragen muß. Wer einen anderen Weg sucht, ist kein Mitglied des Liebesbundes. Verachtung, Verspottung, Verdemütigung ist der Weg, auf dem ihr wandeln müßt. Darum wundert euch nicht, wenn Dinge vorkommen, die euch fremd sind, die ihr nicht versteht. Offen und frei den Glauben bekennen überall, wo ihr euren Fuß hinsetzt.“

Barbara: „Mein Jesus! Nicht wahr, Du lässest doch N. noch am Leben? Sie will doch auch noch recht viel verdienen, die Kirche noch stützen helfen. Ich bitte Dich auch für den Priester, der so gern noch leben möchte. O laß doch solche, die guten Willens sind, die sich anschließen wollen an das Geheimnis Deiner Liebe, noch am Leben. Denn ein Geheimnis ist es, das viele nicht begreifen; diejenigen aber begreifen es, die danach leben und tun wie alle meine Geschwister.

Sieh, wenn es alle Menschen so machten, wäre es anders in der Welt. Sieh, wie sie alle einsehen, daß der Kreuzweg der königliche Weg ist, wie sie alle so zufrieden sind, auch wenn sie noch so arm und elend sind; die meisten Menschen, die sich anschließen, wollen von ihrem Kreuz befreit sein. O führe alle, die kommen, zufrieden mit ihrem Kreuz hinweg, nicht mehr, daß sie ihr Kreuz abschütteln wollen, und die Reichen recht opferfreudig, wie die paar Seelen, die Du Mir zugeführt. Siehe, wie sie eine heilige Freude in sich haben. So laß alle anderen dasselbe erkennen, daß der Liebesbund sich recht ausbreite.“

Jesus: „Deswegen müßt ihr Geduld haben, Meine Kinder! Wenn ein Kind anfängt zu laufen, muß es die Mutter noch an der Hand führen, und wenn eine Seele anfängt, etwas Großes zu tun, wie das ist, den Weg der Vollkommenheit zu betreten, das ist wirklich etwas Großes, dann ist sie wie ein Kind an der Hand der Mutter, sie muß geführt werden, die Seele. Darum Geduld haben mit allen, die Ich euch zuführe; alle die Fehler müßt ihr ertragen und mutig und wacker vorwärts schreiten bei allem, was vorkommt. Seht, wäret ihr in all den Verachtungen und Verdemütigungen, die euch von allen Seiten zukamen, mutlos geworden und hättet den Leuten ausweichen wollen, wäre all das nicht gewonnen worden, was jetzt schon gewonnen ist. Warum meint ihr wohl, daß die Leute hier in dieser Stadt so freigebig geworden sind im Geben?

Wenn auch viele sagen, sie glauben nicht, im Herzen glauben sie doch, und jeder, der noch einigermaßen ein guter Christ ist, strebt danach, sich sicherzustellen. So soll es allmählich in der ganzen Welt werden, in der ganzen heiligen Kirche, soweit Meine Kirche geht. Im Kreuztragen, in der Verachtung, soll Meine Kirche emporsteigen, so wie Ich es schon einige Male gesagt habe, am Fest Kreuzerhöhung, daß Meine Diener anfangen müssen, das Kreuz zu vergolden mit ihrer Liebe. Ich habe dir einmal gezeigt an einem solchen Fest, ein Kreuz von der Erde bis zum Himmel ganz in reinstem Gold. Erst aber habe Ich dir dieses gezeigt als rauhes Holz, und dann erst vergoldet. Wißt ihr, Meine Diener, dieses Holz ist der Kreuzweg, den ihr zu gehen habt. Weil die Welt so gottlos geworden ist, ist der Weg eines Priesters ein gar harter und rauher Weg. Viel hat er zu kämpfen und vielen Undank dafür zu ernten. Aber indem er tut, wie Ich euch sage, all den Undank übersieht, den sein Amt ihm einträgt, und all den Undank mit Liebe erwidert, dadurch vergoldet er das Kreuz, er umfaßt es und trägt es mit Freuden. Und so soll Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen, und nur so, wenn die Priester und das Volk das Kreuz umklammern und Mir nachtragen, das nackte Kreuzholz.“

Barbara: „Was soll die Klosterkandidatin machen?“

Jesus: „Sie soll erst anfangen, Mich wahrhaft lieben zu lernen. Lieben lernt man nur im Entsagen, im Entsagen seines eigenen Willens. Meine Seele! Du mußt ganz von deinem eigenen Willen abstehen, du mußt alles über dich ergehen lassen, du mußt feststehen und auch zeigen, daß du männliche Kraft besitzest, um etwas zu leiden und zu dulden für deinen Herrn, Willenskraft will Ich sagen. Der Mensch muß seine Kraft einsetzen, nicht Wunder verlangen, wo er sich selbst durcharbeiten kann; dann bin Ich bereit, ihm zu helfen. Ja, ja, Mein Kind, du mußt entsagen lernen.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes.

Barbara: „O liebe Mutter! Nur ein einziges, kleines Wörtchen für Deine treuen Kinder.“

Maria: „Stehe fest, Mein Kind, und wanke nicht, Wenn das Licht zurückkehrt, wirst du nicht lange mehr leben, dann sollst du dich vorbereiten, daß Mein Sohn kommt und dich in die ewige Heimat, in die ewigen Gefilde abholt. Dort an der Goldenen Pforte wirst du Mich erkennen.“

Barbara: (Lange Fürbitte für die ganze Welt.) „O Du hast ja mein Herz mitgenommen. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Lieschen fürchtete sich, ihr Logie verlassen zu müssen, falls ihre Bekannten, von denen sie einigen Schutz hat, wie sie es vorhatten, fortzögen. Der Herr aber sagte:

Jesus: „Was geht das sie an, was andere machen, sie soll bleiben und sich keine unnützen Sorgen machen. Ich werde sorgen, daß ihr nichts vorkommt.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

337 Fest der Heiligen Drei Könige 1900

„Sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.“

Lied: Drei Könige ...

Barbara: „O mein allerliebster, süßer Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Mit welchen Gefühlen des Dankes möchte ich Dir heute entgegengehen! O mein Jesus! Mein herzallerliebstes Brüderchen! O komm, liebe Mutter, reich Es mir dar, wie Du Es heute den Hirten und den Heiligen Drei Königen dargereicht hast.“

Und ich sehe in weiter Ferne Staubwolken aufwirbeln. Es ist der Zug der Heiligen Drei Könige. O mein Jesus! O mein allerliebstes Brüderchen! Sieh, welchen Zug Du doch hast in Deiner Schöpfung! Du armes Kind! Du liegst so verborgen hier im Stalle in einer Krippe. Kein Mensch läßt sich blicken als die armen Hirten, Deine heilige Mutter und Dein heiliger Nährvater. Und doch kommen auch aus den besseren Ständen, wie man sich auszudrücken pflegt, weise Männer Dich besuchen. O ich will mich ihnen anschließen. Gelt, mein liebes Brüderchen, sie kommen eben von Jerusalem, vom gottlosen König Herodes und beraten sich unterwegs und bereden sich, wie es möglich sei, daß man im eigenen Land, wo dieses liebevolle, göttliche Kind, der Erlöser der ganzen Welt, geboren ist, sich so gar nicht darum kümmert, um diese hohe, majestätische Geburt.

Und sie gehen kopfschüttelnd dahin, der eine mit den Eindrücken noch beschäftigt, die dieser Königspalast und diese Umgebung auf ihn gemacht; der andere, und zwar der liebe, gute Balthasar ist aber mit viel höheren Dingen beschäftigt. Sein Geist durchforscht all die prophetischen Stellen und von Zeit zu Zeit wirft er eine dieser Prophetenstellen ins Gespräch mit ein, um seine Mitgefährten aufmerksam zu machen und sie vorzubereiten auf das, was sie bald finden werden. Wie verschieden sind doch auch unter den Heiligen wieder die Gesinnungen! Sie alle drei streben ein und dasselbe Ziel an. Sie wollen Jesus Christus suchen, und doch ist der eine wieder viel vollkommener als der andere. Dieser Melchior ist noch beschäftigt mit den Gedanken, wie man hier in diesem Palast lebt und wirkt, wie weltlich die Gesinnungen der ganzen Umgebung dieses Herodes sind, und wie fleischlich, wie irdisch dieser König gesinnt ist. Der andere hat schon höhere Gesinnungen. Er denkt über den wunderbaren Gang der Dinge nach, wie er von Gott, dem unsichtbaren, dem unbekannten Wesen, das er schon so lange Zeit studierte, aufgefordert wird, dieses göttliche Kind aufzusuchen, dieses Königskind. Der dritte aber, und zwar Balthasar, ist einzig und allein mit dem Gegenstand seiner Liebe beschäftigt. Er hat keine anderen Gedanken mehr, als dieses göttliche Kind zu sehen, an sein Herz zu drücken, in seine Arme zu nehmen, sein holdseliges Angesicht zu schauen.

Nun sind sie angekommen an der Hütte, an dem Palast, den sie sich nicht erträumt; denn sie wußten ja nicht, daß ein Königskind geboren werden soll in einem zerfallenen Stall, in einer Felsenhöhle, ein Fremdling, ein Findlingskind, das so auf der Reise von der armen Mutter geboren wird, und weil sie keine andere Herberge findet, in diesen Stall sich flüchtet. Aber, gelobt sei Jesus Christus, welch himmlische Klarheit, welcher Widerschein dieses ewigen Lichtes. Ja, ja, ihr verdient es. O ich bete Dich an, o göttliches Kind, mit Deinen Dienern, die Du hierher geführt und der ganzen Welt, der Du Dich verkündigen willst durch sie; denn heute erscheinst Du nicht nur den Juden, sondern auch den Heiden und somit der ganzen Welt, der ganzen damals lebenden Welt. O mein Jesus! Du göttliches Kind! Ich grüße Dich mit diesen drei heiligen Männern, mit ihrem ganzen Gefolge. O liebe Mutter! Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, Deines vielgeliebten Sohnes. O wie freue ich mich, Dich so schauen zu dürfen. Ihr Gewand ist wie das blaue Firmament. Ihr Mantel, Ihr Kleid, Ihr Unterkleid frisch wie rote Rosen, purpurn wie das Blut, das einstens fließen soll vom Kreuzesstamm herab auf die sündige Welt. Ihren weißen Schleier umleuchtet ein Lichtglanz. O du selige, o du fröhliche Weihnachtzeit!“

Lied: O du heilige ...

Währenddessen legte ihr die liebe Mutter Gottes das Jesuskind auf die Arme, das sie mit Wonne betrachtete und lange wiegen durfte. Sie sang unterdessen das Lied: „Stille Nacht ...“

Barbara: „O Du holdseliges, süßes Jesulein! Liebes Brüderlein! O herzallerliebstes Kind! O sei mir viel tausendmal gegrüßt im Namen Deiner heiligen Mutter, der lieben Heiligen Drei Könige und allen ihren lieben Dienern und Dienerinnen, die sie begleiteten. O ich grüße Dich, o allersüßestes, holdes Jesulein mit meinen Mitschwestern und Angehörigen im Namen der ganzen Welt. Mein liebes Kind! O laß Dich wiegen von Deiner armen Dienerin! O mein süßes Kindlein, ich grüße Dein Herzlein, im Namen meiner lieben Mitschwestern grüße ich Dich. O mein süßes Kindlein! Wir versprechen Dir heute, daß wir Dir Freude machen wollen. Wir wollen glauben. O gib uns nur Kraft und Stärke, all die Leiden und Widerwärtigkeiten zu ertragen. Siehe, schon vierundfünfzig Jahre kämpfe ich jetzt um die Krone, die Du mir vorgehalten. Nur noch wenige Jahre, dann nimmst Du mich zu Dir. O wie freue ich mich auf den Tag, wo ich nie mehr von Dir getrennt werde.“

Jesuskind: „Einen herzlichen Gruß von Meiner lieben Mutter, Meinem heiligen Nährvater und auch den lieben Engelein, die Mich begleiten.“

Barbara: „Ich danke euch im Namen meiner lieben Mitschwestern! O liebe Mutter! Wie bist Du so schön, wie bist Du so liebreizend. O ich habe heute das große Glück, noch viel mehr Freude wie an der heiligen Weihnacht. Wie danke ich Dir!

Luise: „O komme, lieb Jesulein, auch zu mir, Luise. Mein Herz verlangt gar sehr nach Dir.“

Barbara: Wie ein Pfeil, so geschwind, eilt Es zu dir hin. „O komme auch zu Lieschen. Eben eilt Es zu dir hin.“

Sie hielt es einige Minuten. O komm auch zu N.

Barbara: „Eben kommt es zu dir. O wie lieb und freundlich schaut es dich an. Geh auch noch einmal zu meiner Schwester und nach N. und N. O liebes Jesulein! Mach doch meine Schwägerin so weit gesund, daß sie aufstehen kann, daß ich Dir noch nachlaufen kann. (Lange Bitten).“

Jesus: „Amen! Amen, das heißt soviel wie: Es geschehe! Aber befreien kann Ich sie nicht ganz von ihren Leiden; aber doch so weit wieder herstellen, daß du Mir nachlaufen kannst.“

Barbara: „O lieb Jesulein! Bessere auch die Gesundheit von N. ein wenig, daß sie Mut bekommt, Dir zu dienen. O wie lächelt das liebe Kind, was ist es eine Freude in einer Seele, die bereit ist zum Opferleben.“

Jesus: „Du machst noch kleine Schrittchen, aber freue dich, es kommt die Zeit, wo du mit Riesenschritten auf Mich loseilst. Du bist ja Meine Braut geworden.“

Barbara: „O liebes Jesulein! Gelt, Du nimmst N. auch dieses Jahr noch nicht hinweg?“

Jesus: „Kein Gedanke, noch dieses Jahr zu sterben. Am Beginn eines neuen Jahrhunderts, an der Wende eines alten und zum Beginn eines neuen Jahrhunderts, ist es Meine Sitte, daß Ich die Meinigen erinnere an die Hinfälligkeit des Lebens und daß Ich sie vorbereite auf ihre eigentliche Heimat. Dort ist euer aller Heimat, und jetzt an der Wende dieses Jahrhunderts, ist es billig und recht, daß ihr mit jedem Tag an eure Heimat euch erinnert, an eure eigentliche Heimat. Meine Kinder! Seht, was Ich euch eigentlich lehren will. Ich habe dir die Gesinnung dieser Männer gezeigt, als sie von Herodes weggingen und auf Mich zueilten, und wie ihre Gesinnungen verschieden waren. Damit wollte Ich euch zeigen, was das Vollkommenste ist.

Diese drei habe Ich berufen, an Meiner Krippe Mich anzubeten. Sie strebten aus verschiedenen Himmelsgegenden ein und dasselbe Ziel an, Jesum, ihren Herrn, zu suchen, ihren Erlöser aufzusuchen. Und doch war ein großer Unterschied in der Vollkommenheit dieser Sucher. Der eine reißt sich ganz unaufhaltsam los. Er hatte Weib und Kind, und diese ließ er alle zurück. Doch eilte er wieder in seine Heimat, nachdem er Mich aufgefunden hatte, kehrte aber alsbald wieder zurück mit seiner Tochter, um sich in der Nähe niederzulassen, wo Ich Meinen Aufenthaltsort hatte. Obwohl er nicht genau wußte, wo Ich Mich aufhielt, wollte er doch sicher sein, und damit es ihm nicht entgehe, wo Ich Mich aufhalten werde, wählte er dieses Land und blieb da, bis die Zeit der Prophetien erfüllt war. Dieser Mann war der Vollkommenste. Es ist Balthasar.

Und seht, zu eurem Troste will Ich es sagen, euch dieses erklären. Er hatte eine einzige Tochter. Sein Weib war unterdessen gestorben, und diese Tochter hatte er mit aller Sorgfalt erzogen, ihr seine Gesinnung beizubringen gesucht. Aber sie hatte nichts weniger als seinen frommen Geist in sich aufgenommen. Sie war, als sie zu einer blühenden Jungfrau herangewachsen war, eine Welttochter geworden. Sie suchte nur ihr Vergnügen in der Welt, und ihr Vater hatte alle Mühe, sie mit knapper Not im Glauben an den Messias zu erhalten. Dieser Balthasar war in der Nähe. Er durchlebte die ganze Zeit, wo Ich auf Erden war, als Ich in den drei letzten Jahren lehrte und heilte, zog er mit, war Zeuge der Wunder und war ganz und gar in Meinem Geist aufgegangen. Und weil er ein so treuer Jünger geblieben, hatte er das große Glück, in seinem hohen Alter Mich zu begleiten auf den Berg Kalvaria. Er stand unter den heiligen Frauen, unter den wenigen Gutgesinnten, und das kostbare Blut, das aus Meiner Seite geflossen, träufelte auf ihn, und er wurde noch mit der Bluttaufe getauft durch das kostbare Blut, das vom Kreuze herab auf ihn träufelte. Seine Tochter war schon vor ihm hinweggegangen, als dieses geschah. Sie hatte durch einen Verführer ein unglückliches Ende genommen. Sie hatte der Welt gedient, und von der Welt betrogen und getäuscht, ist sie auch gestorben wie ein Weltkind stirbt.

Die übrigen zwei hatten Meinen Kreuzestod nicht erlebt, weil sie auch nicht so vollkommen waren wie dieser Balthasar. Er hatte sich ganz Mir geschenkt, sein ganzes Sein und Streben war in Mir aufgegangen. Er wollte nur noch den Tag der Erlösung des Menschengeschlechtes erleben, und er hatte ihn erlebt. Und als Ich Meinen Geist in einem lauten Schrei aufgegeben hatte am Kreuzesholz, da durchbebte seine Seele, seinen Körper eine heilige Freude, und seine heilige Seele löste sich los und entfloh mit der meinigen. Sie fuhr zwar mit Mir durch die Vorhölle, begleitete Mich durch sie hindurch und eilte mit Mir hinüber in die himmlischen Gefilde. Seine zwei Gefährten hingegen, weil sie nicht so vollkommen waren, durften den ersehnten Tag der Erlösung nicht schauen. Sie starben lange Zeit vorher und mußten die ganze Zeit, wo Balthasar noch lebte und das Glück hatte, Mir nachzufolgen, in der Vorhölle fern von Mir zubringen. Sie schauten nicht das holdselige Angesicht, das alle Menschen entzückte, die mit gutem Willen Mich sahen und an Mich glauben wollten.

Seht, dieses ist es, was Ich euch lehren will. Du, Meine Tochter, Mein Kind, du bist jetzt Meine jungfräuliche Braut geworden. Dir zuliebe gab Ich diese Belehrung. Siehe, du hast Mir schon viel Freude gemacht, und Ich weiß, daß du dereinst glänzen sollst durch deine Verdienste, die du dir in dieser Stadt erwerben sollst deinen Mitmenschen gegenüber. Darum, Meine Tochter, raffe dich auf, schließe dich an Meine drei geliebten Töchter an; ein vierblättriges Kleeblatt sollt ihr bilden. Du sollst diesem Balthasar folgen, nicht halb und halb noch mit der Welt halten, nicht ein bequemes Leben suchen, noch so halb und halb wie seine zwei Genossen. Sie gingen wieder zurück in ihre Heimat und glaubten an den Erlöser. Sie suchten, Ihn zu lieben und Ihm zu dienen; aber nebenbei doch wollten sie nicht aus ihrer Bequemlichkeit herausgehen. Sie wollten mit Frau und Kinder fortleben und ihre Familie in Ehren und Segen halten, in zeitlichem Segen, die Güter ihrer Familie noch mit vermehren helfen.

Sie wurden auch Heilige, aber doch nicht wie Mein Diener Balthasar. Er verließ seine Heimat und ließ sich in der nächsten Nähe, wo er gewiß wußte und denken konnte, daß der Erlöser einstens auftreten werde und allem Volk das Heil verkünden werde, nieder. Er wollte die Stimme des Erlösers hören, seine Ohren wollten Seine Worte, Seine Stimme vernehmen, sein Mund wollte von Ihm und mit Ihm reden, sein Verstand wollte sich beschäftigen Tag und Nacht mit dem, was er von Ihm sieht und hört. Deswegen verdiente er das große Glück, ohne Fegefeuer, welches doch die Vorhölle ist und war, in den Himmel einzugehen. Er durcheilte nur diesen Ort zum Trost seiner Brüder, zur Freude Meiner Mutter und zur Freude aller frommen und gerechten Seelen, die in späteren Jahren sich an ihm erbauen.“

Barbara: „Glücklicher Balthasar! Wie bist du so glücklich! Ich grüße dich im Namen meiner Mitschwestern. O sage uns doch, wie du es gemacht, daß du dir so große Gnade verdient?“ Balthasar: „Ja, meine Freundinnen! Ich ließ mich in der Nähe vom Jordan nieder mit meiner einzigen Tochter und einigen meiner Diener. Ich machte mich los von allem, was mir hätte hinderlich sein können, dem Erlöser zu folgen, dem lang ersehnten Erlöser nachzufolgen. Einmal hörte ich, wie ein großer Mann, es war Johannes der Täufer, lehrte und sprach, daß nach ihm ein anderer kommen werde, der viel größer sei als er, und daß dieser Derjenige sei, Der die ganze Welt erlösen werde.

Da sah ich einmal einen Jüngling auf der Reise. Tag und Nacht war ja mein einziges Sinnen und Trachten, im Traum sogar war ich beschäftigt mit diesem Kind, das ich einstens geschaut und dessen Antlitz ich mir so tief eingeprägt, daß ich mir immer dachte, wenn ich Es als Jüngling sähe und als erwachsenen Mann, müßte ich die Züge dieses holdseligen Kindleins noch kennen. Nachdem ich nun die Worte dieses Propheten gehört hatte, war ich auf der Reise, und es begegnete mir dieser eben genannte Jüngling. Ich betrachtete seinen Blick, ohne zu wissen, wer er sei. Mein Inneres sagte mir: Dieser ist es, dieser ist es. Und ich betrachtete diesen Jüngling; er war 20 bis 30 Jahre alt, und sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.

Meine Tochter und die Diener, die mich begleiteten, hoben mich auf und wußten nicht, was mir begegnet sei. Ich aber war entzückt in dem, was ich geschaut. Ich hatte meinen Erlöser gesehen. Ich blieb still und verschlossen, aber ich wußte, daß dies Derjenige ist, der kommen wird, die Menschen zu erlösen. Es vergingen noch einige Jahre, und es hieß in ganz Palästina: ‚Ein Mann ist aufgestanden, ein Prophet. Dieser muß der Erlöser sein.‘ Von da an war ich Tag und Nacht bemüht, diesen Mann zu finden. Und ich habe Ihn gefunden und begleitete ihn Tag und Nacht auf all Seinen Wanderungen, wenn auch von fern.

Seht, meine Töchter, meine Freundinnen, ihr habt das große Glück, diesen Erlöser in eurer Mitte zu haben. Folget mir nach! Kein anderes Sinnen und Trachten als Jesum suchen, Jesum lieben, Jesum dienen! Dieses soll eure Aufgabe sein. Wer sich euch anschließen will, muß wie ihr alle Hindernisse ablegen, frei und offen seinen Glauben bekennen. Nichts, nichts darf euch groß sein, was sich nicht auf Jesum bezieht, rechts und links alles abschneiden, meine Freundinnen!

Wie tust du recht, daß du allen Besuch abschneidest, allen Verkehr mit jenen, die dich abziehen könnten. Siehe, gerade durch dieses Beispiel sollst und wirst du sie anziehen. Du wirst aber durch Kampf, den du innerlich noch mit dir zu kämpfen hast, so große Gnaden erlangen, daß dieser Kampf dir später so erleichtert sein wird, daß du nicht mehr merkst, daß du kämpfest. Du wirst mit Riesenschritten dem Ziel entgegenlaufen; denn du bist ja die Braut des Bräutigams geworden, im Jahre 1900. Mit dem Tag, wo das Jahr abgelaufen ist, erneuerst du dein Gelübde und auf ewig. Und wenn dein Beichtvater dir es nicht erlauben will, dann machst du es wie deine Mitschwester. Sie war zurückgehalten von ihrem Beichtvater. Erzähle du es, meine Tochter!“ Tochter: „Ja, auch ich wollte ein Gelübde machen, und ich war viel tiefer gesteckt als du. Weißt du, ich war ein üppiges Weltkind, obwohl ich nicht reich war, sondern ganz arm. Frage meine Geschwister, wie ich war. Ich war so stolz. Ich hatte ein schönes Kleid bekommen, das hatte viel Geld gekostet. Aus lauter Hochmut setzte ich mich an einem Sonntag hin und trennte den ganzen Aufschlag ab, um nur ein Plissee aufsetzen zu können. Aber als ich einmal erfaßt hatte, wie gut der Herr sei, dem ich treu dienen wollte, da war ich so entschlossen, daß ich alles abschnitt mit der Welt und nicht eher ruhte, bis ich mich losgewunden hatte. Da wußte ich, daß ich Holz und Prügel zusammenlegen mußte, um diese böse Natur zu bezähmen. Ich habe es getan. Ich wollte ein Gelübde ablegen bei meinem Beichtvater. Aber dieser, der mich als ein üppiges Weltkind kannte, das in den Ehestand eintreten wollte, erlaubte es mir nicht. Er sagte, es müsse auch brave Eheleute geben, ich hätte noch Zeit.

Da war es an einem Herz-Jesu-Freitag, wo ich mir sagte: Wart nur, ich mach das Gelübde allein. Und als ich in den Beichtstuhl kam, sagte ich, ich sei fest entschlossen, das Gelübde zu machen, und wenn er es mir nicht erlaube, so nehme ich mir das Recht heraus, es abzulegen: ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, fange ich an, im Beisein meines heiligen Schutzengels. Und die heilige Katharina und Barbara, die müssen mir Zeuge sein, daß ich heute das Gelübde ablege für ewige Zeiten und nie mehr freiwillig eine Sünde gegen die heilige Reinheit begehen will, und ich bitte, daß Sie mir den priesterlichen Segen geben, damit dieses mein Gelübde vollkräftig und rechtskräftig ist vor Gott.’

Da sagte mein Beichtvater: ,Ja, ja, du hast recht. Ich bekräftige dieses dein Versprechen; aber du hast vergessen, die liebe Mutter Gottes herbeizurufen, und gerade Dieser mußt du dein Gelübde übergeben, weil ich dich gern unter Ihrem Schutz sehen möchte, und im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gebe ich dir den priesterlichen Segen dazu und sage dir, daß dein Gelübde so kräftig ist, als wenn du als Klosterfrau am Altare gestanden und es feierlich vor einem Bischof gemacht hättest. Und wenn du je versucht sein solltest, dieses Gelübde zu brechen, dann wisse, daß es nach Rom berichtet werden muß.’

So habe ich es gemacht. Mache es auch so, wenn das Jahr abgelaufen und dir Hindernisse vom Beichtvater gelegt werden. Und so macht es alle; eine große Schar wollen wir bilden. Kommt herbei, ihr Jungfrauen, wir wollen unserem himmlischen Bräutigam Ehre machen. Stellt euch unter die Fahne des Kreuzes. Ja, ja, Balthasar! Ich preise mich glücklich, deine Schwester zu sein. O es ist heute ein so liebes Fest, meine Seele ist so glücklich.“

Jesus: „Wißt ihr auch, warum ihr alle heute abend so glücklich seid? Ich warne euch! Laßt Unberufene nicht mehr dazu; denn der düstere Schatten liegt auf euren Gemütern. Die Gnade kann nicht so wirken!“

Barbara: „Ja, ja, ich verstehe Dich, ich bin auch heute viel glücklicher. O mein Jesus! Gläubige Herzen verlangst Du, nicht wahr?“

Jesus: „Ja, ja, Meine Kinder! Der Erlöser war nur einmal auf Erden in sichtbarer Gestalt, und als Er auftrat und das Volk belehren wollte, die Worte, die Offenbarungen Seines Vaters der Welt vermitteln wollte, da hatten diese dunklen Schatten des Unglaubens die Wirkungen auf Ihn, wie auf euch. Auch Er mußte die Wirkungen fühlen, und Er fühlte sie zu eurem Trost.

Seht, der Schmerz, den Mir die Pharisäer machten und jene hochgebildeten, jene ungläubigen Menschen, die sich da viel weiser dünkten als Derjenige war, Der unter ihnen stand, dafür wollte Ich büßen und allen frommen und gerechten Seelen zeigen, wie sie mitten in der gottlosen Welt, mitten unter Ungläubigen mit jenen leiden und büßen müssen, ertragen müssen die dunklen Schatten jener. Dafür sollt ihr nur büßen und sühnen. Aber die Rückwirkung, die es auf eure Seele macht, kann nicht ausbleiben. Darum tröstet euch in all den Zerwürfnissen, die es noch geben wird. Fahret fort, Mich zu suchen, zu lieben und Mir zu dienen.

Das arme Kind, das Ich euch gestern zuführte, das so ungeschickt war, muß euch nicht beirren. Es ist ein ganz unschuldiges, unverdorbenes Wesen, hat aber einen ganz anderen Weg. Sie fühlt nicht die Kraft in sich, sich allem so gegenüberzustellen. Sie hat etwas Eigenartiges, was man ein wenig Stolz nennen könnte, aber es ist ihm ja zu verzeihen. Sie hat nicht die Kraft in sich und ist deswegen doch ein recht liebes Kind Meines Herzens, hat aber einen anderen Weg als du. Du hast den Beruf, viele herbeizuführen, vielen den Weg zu zeigen, wie Ich geliebt und wie Mir gedient werden soll, um die Kirche zu stützen und zu halten; denn durch treue Seelen wird Meine Kirche aufrechterhalten und gestützt. Jene aber hat die Aufgabe, verborgen zu leiden und zu sühnen, und weil sie dieses kann, weil Ich ihr alles so gelegt, daß sie dieses kann, darum habe Ich ihr die Gnade entzogen, so daß sie keinen Stolz in sich aufkommen lassen kann. Sie sieht und hört nichts von ihrem Zustand als Elend um Elend. Damit soll sie büßen und sühnen.“

Bei der Vesper am Nachmittag betete Barbara den freudenreichen Rosenkranz. Als sie betete: „Den du, o Jungfrau, geboren hast“, bat sie die liebe Mutter Gottes, ihr nochmals das Jesuskind zu überreichen. Sie kam und legte Es ihr in die Arme und sagte:

Maria: „Du hast heute so viel Freude, weil Weihnachten vorüber ist. An den Festtagen müßt ihr oft leiden für die lauen Katholiken.“ Beim Gesetz: „Den du, o Jungfrau, in die Arme der Heiligen Drei Könige zur Anbetung gelegt“, kam der liebe Heiland und winkte ihr, sie solle Ihm folgen. Er führte sie an einen wunderschönen blauen See, worauf sie ihr Herz schwimmen sah. Barbara fragte, was das bedeute. Der Herr sprach:

Jesus: „Siehe, so schwimmt dein Herz in den Wonnen der göttlichen Liebe.“

Der Herr würdigte Sich auch, der Schwägerin von Barbara einige Tage nach Dreikönig einen großen Trost zu verleihen. Zuerst erschien ihr im Traum ihr Töchterchen Anna als wunderliebliches Kind und sprach: „Er ist unendlich gerecht. Ahme Ihn nach.“ Dann erschien ihr verstorbener Mann und sagte: „Laß diesen Menschen nicht ins Haus herein.“ (Sie verstand gleich, was dies bedeute.) Dann kam ihre verstorbene Schwester und sagte: „Du stirbst noch nicht, aber trage dein Kreuz mit Geduld; denn du weißt nicht, wie groß die Herrlichkeit ist, die ihr zu erwarten habt, aber ein Kreuz muß dir bleiben.“ Die Schwägerin fühlte sich merklich getröstet und trägt ihr Kreuz gern.

Inhaltsverzeichnis Band 4

338 Vigil vom Fest des heiligen Namens Jesu 1900

„Einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein.“

Lied: Jesus, meine Lust und Freud ...

Barbara: „O mein Jesus! O mein allerliebster Jesus! Wie bist Du doch so gut! Tag und Nacht möchte ich Deinen süßen Namen aussprechen, Tag und Nacht Dir auf den Knien liegen zur Danksagung für eine einzige all solcher Gnaden! Und doch wäre es nichts gegen die Dankbarkeit, die ich Dir schuldig bin. O helft mir doch danken, ihr Menschenkinder, o kommt doch herbei. Seht doch, wie gut Er ist, wie liebenswürdig Er ist. Er läßt Sich herab zu uns. Ja, ja, Er läßt sich herab zu uns, um uns an Sich zu ziehen.

O Du guter Jesus! O Du süßer Jesus! O allerliebster Jesus! Ich danke Dir im Namen aller Menschen. O mein Jesus! O mein Jesus! Wie ist es mir doch so bang, daß ich so nachlässig und lau Dir diene. Siehe, wenn Du nicht auf so auffallende Weise mich heimsuchtest, wenn Du noch zu mir kämest wie früher, nur in der heiligen Kommunion, ich könnte es nicht mehr glauben, daß Du es bist, weil ich so armselig bin, weil ich an mir nichts finde als Undank und Beleidigung gegen Dich. Aber wie Du Dich mir wieder zeigst, o Herr, o wie muß ich Dir dankbar sein. O so nimm hin diesen Leib, den Du Dir erwähltest als ein Opfer der Sühne.

O mein Jesus! Von einem so armseligen Menschen verlangst Du Sühne? Ja, ja, hier hast Du meinen Leib; nicht nur meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, hier hast Du auch meinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Es geschehe, werde erkannt, über alles geliebt und über alles erhöht der gerechte, heiligste, liebenswürdigste Wille Gottes. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Ja, ja, freilich bist du unverständig und gar so kurzsichtig. Und wenn Ich dich Tag für Tag mit Gnaden überhäufe, von einem Tag zum anderen hast du es wieder vergessen. Aber so ist der Mensch, und Ich muß mit ihm Nachsicht haben.

Seht, Meine Kinder, einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein; obwohl Ich zwar noch im Allerheiligsten Sakrament des Altares bin, doch wandle Ich nicht mehr unter euch. Wenn Ich noch einmal Mensch werden und verdienen könnte, Ich wollte es noch einmal tun, für dieses arme Menschengeschlecht. So süß, so angenehm ist es, verdienen zu können, Verdienste sammeln zu können. Aber da es im Ratschluß Gottes beschlossen ist und für alle Ewigkeit beschlossen ist, daß Ich nur einmal Mensch werden durfte und nur einmal verdienen durfte für dieses arme Menschengeschlecht, so ist und bleibt es wahr, daß Ich Mich an euch wenden muß, an eben dieses Geschlecht, das Ich erschaffen habe zu Meiner Ehre und Verherrlichung, die aber die meisten, weitaus die meisten Menschen Mir versagen.

Ehre und Verherrlichung – ja, wo bleiben sie? Statt dessen nur Lästerung, Spott und Hohn von Meinen Kindern. Darum werde nicht irre, Meine Kleine! Und ihr alle, die ihr ähnliches erfahret, werdet nicht irre. Es ist die unendliche Liebe Gottes, die Sich herabläßt zu Ihren Geschöpfen, um durch sie und in ihnen Seine Verherrlichung hinzunehmen. Als Ich geboren ward und von Meiner heiligen Mutter in die Krippe gelegt wurde und die Weisen kamen, Mich anzubeten, und Meine heilige Mutter, Mein Nährvater, die armen Hirten kamen und Mir den ersten Tribut ihrer Liebe zu Füßen legten, da war der Anfang Meiner Verherrlichung und in Mir die Verherrlichung Meines Vaters. Als Ich aber ans Kreuz hinaufgestiegen war, um am Kreuz zu sterben, da hatte die Verherrlichung Gottes ihren Triumph gefeiert in dem Menschen.

Seht, wenn es keine Werkzeuge mehr gibt in der Schöpfung, in denen der Herr Seine Triumphe feiern kann, dann kann das Menschengeschlecht nicht länger mehr existieren, dann muß Er die Welt zugrunde richten, weil Er nur die Schöpfung so lange bestehen läßt, als es Geschöpfe gibt, die Ihn verherrlichen. Und das kann der Mensch in vollkommenster Weise nur, wenn er alles, was er besitzt, seinem Herrn und Gott zur Verfügung stellt. Was hat der Mensch, das er Ihm schenken könnte, zur Verfügung stellen könnte? Vielleicht sein Geld und Gut und alles, was er besitzt? Ja, damit kann er Ihm eine kleine, eine ganz kleine Ehre und Verherrlichung erzeigen, weil alle diese Dinge in Seinem Auge so wenig Wert haben wie der Tropfen Wasser dem am Meere stehenden Menschen. Er sieht ja das große Weltmeer, und da ist ihm der kleine Wassertropfen viel zu gering, um sich bei ihm aufzuhalten. So sind alle die nichtigen Dinge wie Staub dem Herrn gegenüber, in den Augen des Herrn, die der Mensch Ihm zum Opfer bringt, obwohl Er auch dieses annimmt. Aber seinen Leib ihm ganz zur Verfügung zu stellen, so daß er bereit ist, sein Leben in die Schanze zu schlagen und es seinem Herrn und Gott ganz und gar zur Verfügung zu stellen, dieses Leben nämlich, dieses Leben ist doch in dem Leib.

Darum, Meine Kinder, merkt es euch, wenn die Menschen es verständen, eine Krankheit, mit der Ich sie heimsuche, in rechter Gesinnung aufzufassen, weil ja der Leib geopfert werden muß, sie würden Mir Tag und Nacht Dank sagen, anstatt zu bitten, daß Ich ihnen die Krankheit und die Schmerzen wieder hinwegnehme. Weil nun dieses Opfer des Leibes, des eigenen Willens und aller Fähigkeiten der Seele, wenn sie Mir zum Opfer gebracht sind, große Ehre und Verherrlichung Mir erzeigen können, darum erwähle Ich Mir Werkzeuge, in denen Ich Meine Ehre verlange, die Ehre, die andere Mir versagen.

Nun seht, die vielen Gotteslästerungen, Flüche und Verwünschungen Meines heiligen Namens werden das ganze Jahr über ausgestoßen von den vielen, vielen Menschen auf Erden. Welche Schmach ist dieses für Meinen heiligen Namen, vor dem sich beugen sollen die Knie derer, die auf Erden, im Himmel und unter der Erde sind. Und von diesen armseligen Würmchen, die Ich mit einem Schlag, mit einem Wink vernichten könnte, muß Ich Mir jahraus, jahrein dies gefallen lassen.“

„Sühne, Sühne!“ mußte Barbara mitten unter Erstickungsanfällen rufen.

Barbara: „O Herr! Hier hast Du meinen Leib. Nimm ihn hin als Sühne für so viele Menschen, die unnütz Deinen heiligen Namen aussprechen. O Name Jesu! O süßer Name! O hochgebenedeiter Name Jesus! O ihr neun Chöre der Engel, alle Heiligen im ganzen himmlischen Hof, kommt herab, kommt, vereinigt euch mit uns armen Sündern, um den Namen Jesu zu ehren, ihn mit Andacht auszusprechen. O Name Jesu! Du süßer Name! Nimm hin meinen Leib und meine Seele als Opfer und als Sühne für die vielen Beleidigungen, die Deinem süßen Namen zugefügt werden. O Name Jesu! Du hochgebenedeiter Name! Wer gibt mir, Dich würdig auszusprechen? O Name Jesu! Du süßer Name! O liebe, heilige Mutter Gottes, komm herab, gib mir die Innigkeit, mit welcher Du Ihn hast ausgesprochen. Jesus, Jesus, mein lieber Jesus!

O heilige Gertrud, du hast ein so schönes Gebet verfaßt, um den Namen Jesus zu preisen, um Ihm Ersatz und Sühne zu leisten für so viele Menschen, die Ihn lästern. Jesus, Jesus, Jesus! Mit der Süßigkeit aller derjenigen, die jemals diesen Namen ausgesprochen, und mit der Innigkeit, mit welcher sie Ihn ausgesprochen, begehre auch ich mit meinen zwei Freundinnen und allen Liebesbundmitgliedern Ihn auszusprechen, Dich zu ehren und zu verherrlichen für all die Beleidigungen, die Dir zugefügt werden.“

Seraphim und Cherubim halten eine Schrift: ‚Jesus, Jesus, Jesus!‘ Den heiligen Namen sollen wir auf die Türe schreiben.

Seraphim und Cherubim: „Jedesmal, wenn du einen Brief anfängst, oder eine Arbeit beginnst, wenn du hinaustrittst aus dem Haus und wenn du eingehst ins Haus: Jesus, Jesus, Jesus. In diesem heiligen Namen sollst du, wie dir heute früh der Herr schon gesagt, alles beginnen und vollenden, und du wirst sehen, welche Früchte du erntest. Ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, schreibet in euer Herz, an die Türe, und in all die Schriften, die ihr beginnt, diesen süßen Namen ein, damit Er euch nie mehr aus dem Gedächtnis komme, damit ihr wisset, daß ihr seid Gesalbte des Herrn.“

Auf eine an Jesus gerichtete Bitte gab Er folgende Belehrung:

Jesus: „Eine einzige Seele mehr gerettet, ist mehr wert als die ganze Welt. Die ganze Stadt Mainz wird in Asche verwandelt werden und ist nichts daran gelegen in den Augen Gottes; denn alles wird ja dereinst in Staub und Asche aufgehen. Aber eine einzige Sünderseele mehr zu retten, ist mehr wert als die ganze Welt. Darum soll man nichts scheuen, um solche Stätten zu gründen, wo es Seelen gibt, die sich einsetzen für die Sünder. Jeder, der da sein Leben in stiller Zurückgezogenheit Gott weiht, ist ein Opfer für seine Mitmenschen. Er hat sich eingesetzt als Opfer für seine Mitbrüder und Mitschwestern und Tag und Nacht steigt der Wohlgeruch seines Gebetes und seines Lebens zu Mir empor, wenn er es nur erfaßt, was er eigentlich ist. Es gibt ja gar viele Mönche und Nonnen in jetziger Zeit, aber viele erfassen es nicht; sie tragen nur das Kleid, und in ihrem Herzen sind sie nichts weniger als Mir geweiht, weil ihre Begierden und ihr Sinnen und Trachten viel zu verweltlicht ist, den Weltmenschen ähnlich.

Darum auf, Meine Kinder! Wißt, daß ihr Mir euch geweiht, und daß Tag und Nacht Mein Auge weilt auf einer Mir geweihten Stätte, und daß es viel mehr sieht auf die Fehler, die von solchen begangen werden, weil Mein Auge viel klarer schaut an solchen Stätten, wo Mir gedient wird, die Mir geweiht sind, als in der ganzen übrigen Schöpfung. Dort muß Ich vieles übersehen, weil Satan gar vieles verdunkelt. Hier aber, wo alles Licht und Gnade ist und sein soll, ist Mein Herz gar sehr betrübt, wenn man Mir nicht recht dient, nicht wahrhaft dient. Darum auf, Meine Kinder, auf!

Das Goldene Mainz soll wieder zur Blüte gelangen. Das Goldene Mainz hat seinen Namen nur von den vielen Mir geweihten Stätten. Je mehr der Liebesbund sich ausbreitet, worüber Ich schon so viel mit euch gesprochen habe, wie Ich es wünsche, wie die einzelnen Glieder sich heiligen sollen, desto mehr werden fromme Stiftungen entstehen. Ja, ja, eine Ehre wird man sich daraus machen, heilige Stätten zu bauen und zu gründen, und je mehr Mitglieder zu den Stätten zählen, desto mehr Segen wird über die Stadt ergehen, Sünderseelen zu retten, ja, ja, Sünderseelen zu retten.

Siehe, du mußt leiden, um viel zu verdienen. Gräme dich nicht, wenn du siehst, wie deine Kräfte abnehmen, wie du fast keinen Tag ohne Schmerzen zubringen mußt, und doch erhalte Ich deinen Leib und erhalte dich. Du sollst noch recht viel wirken, daß der Liebesbund sich bald ausbreite, und weithin über Mainz, über das kleine Hessenland, in der ganzen Welt soll sich der Liebesbund ausbreiten, damit recht viele eucharistische Kreuzträger sich finden. Je mehr sich unter das Kreuz stellen, unter dieses geheimnisvolle Kreuz, desto bälder wird die Kirche siegen.

Meine Diener sollen wissen, daß die Kirche den Orden des heiligen Franziskus befördern will in ihrem Oberhaupt; denn noch zu keiner Zeit, seitdem Mein Diener lebte, Mein Diener Franziskus, ist so geeifert worden, daß dieser Orden sich ausbreite in der Welt, als in jetziger Zeit. Darum ergreifet die angebotenen Gnaden, damit recht viele junge Leute, es gibt deren noch solche, eintreten können und die Welt durch ihr Beispiel erbauen. Wie ist es zu bedauern, daß es so gekommen ist, daß die Schwestern in N. nichts mehr erfahren von euch, von Meinen Wünschen. Dort könnte vieles getan werden, wenn man nur Mut und Energie hätte; denn nicht nur dieser Orden, alle Orden sollen ausgebreitet werden und zur Blüte gelangen, auch die beschaulichen Orden. O diese Welt versteht es nicht, warum Ich sie verschone.

Was den Betrieb einer Maschine leitet, einer Fabrik, und was das Mühlrad leitet, damit es alles in Bewegung setzen kann, das ist in der ganzen, großen Schöpfung, in der ganzen menschlichen Gesellschaft, das geistige Leben. So wie das Mühlrad nicht gehen kann und stille steht, wenn es nicht von Wasser oder Dampf getrieben wird, so wie die Fabrik stille stehen würde, wenn der Dampf ausbliebe, ebensowenig könnte das ganze Menschengeschlecht noch bestehen, die ganze geistige Entwicklung des Menschengeschlechtes, wenn es nicht getrieben wäre durch das Leben, durch diesen Hauch des Lebens. Denn einzig und allein dieses, dieser Hauch treibt das ganze Menschengeschlecht, dieser Hauch des religiösen Lebens, welches da ist in allem Ordensleben.“

Barbara: „Mein Jesus! Sei gepriesen für all die lieben, süßen Worte, die Du uns wieder gegeben. Du willst also, daß wir Deinen süßen Namen recht oft mit Andacht aussprechen. Ja, den ganzen Tag soll Er unsere Arbeiten und unsere Mühen heiligen, und Du willst, daß das Ordensleben recht soll gepflegt werden, der erste, zweite und dritte Orden. Sollen wir also recht eifern, daß recht viele sich in den Dritten Orden aufnehmen lassen, nicht wahr, und daß die Leute auch Opfer bringen, damit gebaut werden kann, neue Klöster erstehen. Da mußt du aber solche bearbeiten, die auch Geld haben, o Herr! Dafür kann ich nichts machen und will auch nicht, ich will nichts als Deine Ehre befördern. Geh Du hin, o Herr, und arbeite an all denjenigen, gib Du es ihnen in den Sinn. Siehe, die guten, braven Leute tun ja wirklich viel. Du mußt aber noch andere herbeiführen, die noch so verweltlicht sind. O wieviel könnte getan werden, wenn die Leute nicht so viel am Luxus hängen würden.“

Jesus: „Darum müßt ihr fortfahren, Meine Kinder, Meine Wege zu wandeln. Nichts darf euch einschüchtern, weder das Gerede der Menschen, noch das Urteil der Leute. Ruhig das große Ziel verfolgen, das Ich euch gesteckt habe. Nun lebt wohl, Meine Kinder, und leistet Mir Sühne und Abbitte für so viele Menschen, die Meinen Namen lästern und ihn unehrerbietig aussprechen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

339 Dritter Freitag im Januar 1900

„Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken.“

Lied: Jesus, Jesus, komm zu mir ...

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus, in Ewigkeit, Amen. O mein allerliebster, allersüßester Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele. O wie unaussprechlich ist das Glück, mit Dir vereinigt zu sein.“

Jesus: „Meine Kinder! Nur eine kurze Zeit bin Ich in eure Mitte gekommen, um euch zu sagen und zu wissen zu tun, wie ihr dieses Heilige Jahr zubringen sollt, da dieses Jahr von Meinem Statthalter angeordnet ist als besondere Buß- und Gnadenzeit für die ganze Menschheit, nicht nur für die gläubigen katholischen Christen, sondern auch für die ungläubige Welt, für diejenigen, die noch in der Finsternis des Heidentums sitzen, für diejenigen, die abgewichen sind vom rechten Weg, die den Weg der Sünde wandeln, die Mich nicht mehr kennen, selbst für jene, die sich in Satans Dienste gestellt und die Aufgabe von Satan haben, daß sie sein Reich auf Erden errichten sollen.

Für die gläubigen, guten Christen soll es eine Zeit der Freude sein, der besonderen Freude. Besonders für Meine Kinder soll dieses Heilige Jahr ein einziges, großes Freudenfest sein, inmitten der Trübsal. Es soll aber auch sein ein Jahr der Trauer und der Betrübnis für alle guten, gläubigen Christen, besonders aber für euch, die Mitglieder des Liebesbundes. Ein Jahr der Freude, sage Ich, für euch und alle Mitglieder der katholischen Kirche, der guten, gläubigen Christen, weil der Himmel geöffnet ist und die Gnaden wie Regen vom Himmel strömen, Tag und Nacht. Mein Statthalter hat den Gnadenschatz geöffnet, damit alle guten, treuen Christen hineingreifen, die sich nur diesen Schatz aneignen wollen.

Bei euch aber, die ihr nicht berufen seid, weil es sowohl die Kräfte eurer Gesundheit als eure Mittel übersteigt, ist es Mir lieber, wenn ihr das Geld, das andere auf der Romreise gebrauchen, für die Missionen oder hier für den Bau des Klosters verwendet, weil dadurch mehr Seelen gerettet werden, als wenn ihr die Reise nach Rom machen würdet. Jenes ist nur ein persönliches Verdienst, das dem Christen, der diese Reise macht, persönlich zukommt. Also ist es mehr geeignet für solche Christen, die in Sünden und Laster verstrickt sind und sonst verlorengehen könnten, wenn sie nicht durch Buße und Reue ihr Leben ändern und umgestalten.

Dafür sind diese Gnadenjahre eingesetzt von Meinem Statthalter, um diejenigen, die sonst verloren gehen würden, durch Buße und Reue wieder rein zu waschen und ein anderes Leben in ihnen anzufachen und zu befördern. Es ist auch für laue Christen, für jene, die so dahinleben, den Weg der Lauheit gehen und glauben, weil sie doch nicht ganz abgefallen sind und Meine Gebote noch so halb und halb halten, sie seien gute Christen, weil der größte Haufen der Christen denselben Weg geht wie sie; denn die meisten Christen jetziger Zeit sind lau und gar so lau geworden. Deswegen soll nur ja ein großer Pilgerzug veranstaltet werden und viele Christen sich anschließen, damit sie durch Buße und Reue, durch die Strapazen der Reise nach Rom für ihr Leben Buße tun für ihre Sünden, und wenn sie in Rom sehen, wie viele eifrige Christen die Kirchen besuchen, auch sie sich wieder aufraffen und ein neues Leben beginnen.

Ja, ja, Ich lobe den Eifer Meiner Diener, wenn sie recht eifern für die Pilgerreise nach Rom. Ihr aber, Meine Kinder, ihr Mitglieder des Liebesbundes, es steht euch in freier Wahl. Männer, die dem Liebesbund angehören, und welche die Mittel dazu haben, können diese Reise unternehmen. Ihr aber, Meine Kinder, euch rate Ich es nicht. Es ist Mir lieber und macht Mir mehr Freude, wenn ihr Woche um Woche eine recht demütige Wallfahrt macht wie im vorigen Jahr und euch anschließet an die Pilger nach Rom, wenn ihr Mir guten Willen entgegenbringt und andere Bußübungen verrichtet, und das Geld, das ihr verbrauchen würdet nach Rom, sonst anleget, wie Ich euch eben gesagt habe.

Du aber, Meine Kleine, weil Ich dich mit zeitlichen Gütern nicht so gesegnet habe und Ich darum auch von dir keine großen Opfer verlangen kann und verlange, du sollst Mir andere Bußwerke verrichten und diese aufopfern für die Bekehrung der Sünder. Wisset, wenn Ich von euch von jeher verlangte, seitdem Ich mit euch verkehre, daß ihr euch selbst ganz vergessen sollt, daß ihr euch nicht hängen sollt an eure Fehler, so verlange Ich dieses ganz besonders aber in diesem Heiligen Jahr. Alles was euch vorkommt, alles, freudige wie traurige Ereignisse, ob ihr guten Fortschritt am anderen sehet oder Rückschritt, alles das muß euch nicht entmutigen. Vorwärts und nur immer vorwärts, wie Ich euch angebe, aber alles nicht um euren Fortschritt zu befördern.

Das alles ist Meine Sache. Aber für andere beten, für die Sünder, für die großen Anliegen Meiner Kirche, für alle, die noch außerhalb der Kirche stehen, sowie für die in der Kirche sich befindenden Glieder, für die toten Leichname wie für die Lebendigen, für die Sünder wie für die Gerechten. Für die Gerechten, damit sie noch gerechter werden und damit sie ausharren auf dem betretenen Weg, für die Ordensleute, damit sie alle zurückkehren zur strengen Observanz ihrer Stifter, für die in der Welt lebenden Christen, damit recht viele sich anschließen an euch. Ja, ja, Meine Kinder, freilich solche, die da noch etwas Eigenliebe in sich tragen, die da noch selbstsüchtig sind, auch wenn sie in klösterlichen Genossenschaften leben, auch wenn sie solche Glieder sind, die Ich berufen habe, Tag und Nacht vor Meinem Tabernakel auf den Knien zu liegen und Mir ihre Huldigung darzubringen, selbst jene, sage Ich, wenn sie noch Selbstsucht in sich haben, wollen es nicht leiden und können es nicht begreifen, daß Ich mit Seelen in der Welt mehr verkehren sollte als mit ihnen. Und doch ist es wahr, auch wenn man noch so viel kritisiert und zu tadeln weiß, daß Ich Mir eine Seele erwählen kann, wo und wie Ich will.

Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken. Wenn Ich sagte, daß dieses Heilige Jahr für die ganze Welt von großem Nutzen sei, daß es nicht nur nützen solle für die gläubigen Christen, sondern auch den Ungläubigen, so meinte Ich deswegen, weil durch das Gebet der frommen, gläubigen Christen viele Seelen gerettet werden sollen. Das Gebet soll überströmen über die ganze Schöpfung, über die ganze Welt. Der Tau der Gnade, der vom Himmel strömt, soll nicht nur die Herzen der Guten befruchten, sondern auch herabfallen auf die dürren Herzen, auf das dürre Erdreich der gottlosen Welt, der gottlosen Menschen.

Daß Mein Statthalter die ganze Menschheit Meinem Herzen weihte, hat alles seinen besonderen Grund. Das tat er auf Mein Geheiß, unmittelbar vor dem Jubeljahr. So wie er die ganze Menschheit Meinem Herzen unterstellte, so soll dieses Jubeljahr sowie das kommende der ganzen Menschheit von großem Nutzen sein; nicht wie in früheren Zeiten soll dieses Jubeljahr nur für die katholische Christenheit gelten, sondern für die ganze Welt. Darum freuet euch, Meine Kinder, auch wenn Ich schwere Opfer von euch verlange. Ihr sollt nicht müde werden, alle Verdemütigungen hinzunehmen zur Abbitte und zur Sühne für die Mir zugefügte Schmach und Lästerung. Alles, was euch zugefügt wird, wird Mir in erster Linie zugefügt. Ebenso alle Schmach und Verachtung, die Mir von all den Menschen zugefügt wird, soll euch zugefügt werden, soll euch gerade so nahe gehen, als wenn es euch selbst angetan würde. Seht nun all die vielen Menschen, die in der Welt wandeln, Tag und Nacht an Meinem eucharistischen Leib vorübergehen, ohne Mich zu beachten, ja, die Mir Tag für Tag einen Dolchstich ins Herz versetzen. Dafür sollt ihr sühnen und büßen. Ihr sollt ja, wie Ich euch schon oft gesagt, den eucharistischen, geheimnisvollen Weg wandeln, den Ich gehe im stillen Tabernakel. Dort wohne Ich Tag und Nacht, mitten unter Meinen Geschöpfen, aber sie kennen Mich nicht, ja, sie verachten und hassen Mich.

Ebenso müßt ihr, Meine Kinder, wandeln unter der gottlosen Welt, für sie leidend und sühnend und bittend und betend, und von ihnen Tag und Nacht nichts als Hohn und Spott ernten. Seht, Meine Kinder, selbstlos wie Ich es bin im stillen Tabernakel, müßt und sollt ihr sein. Dies ist der geheimnisvolle Weg, den Ich euch zugedacht habe. Darum geht hin und bittet euren Bischof um die Gnade, daß er euch nicht entgegenstehe. Ihr seid ja bestimmt, Spott und Hohn zu tragen und einzuernten und seid bestimmt, das Ziel, das Ich ihm gesetzt, zur Vollendung zu bringen. Denn durch ihn soll großes Licht werden in der ganzen Diözese Mainz und weit darüber hinaus in ganz Deutschland. Die Christen sollen durch ihn sehen und wieder erkennen, welches der einzige Weg ist, durch den die Welt kann gerettet werden, jener geheimnisvolle Weg, den Ich euch gezeigt habe.

Unter Abtötung und Buße soll das Reich Christi wieder aufgerichtet werden und die Kirche wieder zur Blüte gelangen. Abtötung und Buße will Ich durch euch predigen, und darum soll Licht werden, wenn er euch nicht entgegensteht, sondern, wenn er das Ziel, das Ich euch gesteckt habe, befördert und gutheißt und damit dann andere sich anschließen und andere sich mit euch verbinden. Auf den Leuchter will Ich ihn stellen, ein Licht soll er werden, dieser Bischof, seinen Untergebenen, seinen Priestern, und so wie man seither all das tiefgläubige Christenleben geschmäht und verachtet und verfolgt, so soll es von den Priestern gehoben und gepflegt werden unter seiner Leitung. Er soll sich wohl hüten, so zu tun wie sein Vorfahre.

Ihr aber, Meine Kinder, sollt eure Freude darin finden, wenn viele Seelen gerettet werden, alles andere kümmere euch nicht, ob ihr Nutzen sehet oder nicht, ob ihr in eurer Natur getröstet seid oder nicht. Besonders du, Meine Kleine, du bist mutlos, wenn dein Körper außergewöhnliche Leiden tragen muß. Wisse, daß dieses deiner inneren Freude keinen Abtrag tut, wenn auch die Deinigen ungehalten sind, es tut nichts zur Sache. Dies alles gehört dazu, damit du recht viel verdienen kannst. Ich habe euch aber auch gesagt, daß dieses Jahr ein Jahr der Trauer sei für euch. Ja, ja, Meine Kinder, weil ihr viel verdienen sollt, müßt ihr viel trauern. Traurigkeit muß euer Herz erfassen. Viel werdet ihr trauern und weinen in diesem Jahr durch Buße und Sühneleiden. Ja, ja, dieses sind unblutige Tränen, die da geweint werden. Buße und Sühnungsleiden sind Tränen, die das Herz auspreßt, und die das Herz weint. Diese sollen euch nicht erspart werden. Aber freuet euch, Meine Kinder, denn über die ganze Welt soll der Segen dahinströmen, der vom Liebesbund ausgeht. Alle guten, treuen Christen sollen sich aufraffen und anschließen, sie sollen die Bedingnisse erfüllen, die Ich euch schon oft gesagt. Aber hinweg mit jenen Feiglingen, die da nur glauben, in süßlichen Worten einhergehen zu können, in süßlichen Gefühlen zu wandeln. Nein, Opfer und Sühne verlangt mein Herz. Darum hinweg mit all den Mitgliedern, die sich anschließen wollen, die aber jedes Opfer scheuen, die nur da sagen: ‚Herr, Herr!‘ Nein, Meine Kinder, diese sind keine Mitglieder!“

Barbara: „Hochpreiset meine Seele den Herrn! O Herr, ich bitte Dich für Schwester N., die vor einigen Tagen gestorben ist. Sie war eine so eifrige Leserin der Schriften.“

Jesus: „Sie ist ohne Fegefeuer in den Himmel eingegangen.“

Barbara: In einer Glorie sehe ich sie geschmückt mit einer herrlichen Krone von roten und weißen Rosen, das Sinnbild ihrer Jungfräulichkeit und ihrer Liebe zu Jesus, ihrem himmlischen Bräutigam. In einem Lichtglanz sehe ich sie und wie freundlich, wie liebreizend ist die Schwester!

„O mein Jesus! Ich danke Dir für diesen Anblick. O liebes Schwesterchen, jetzt bitte du für die Deinigen. O freuet euch, meine Schwestern, freuet euch!“

Dann sang sie: Hochpreiset meine Seele ...

„Saget nur meinen Schwestern, sobald sie diese Zeilen erhalten, das Te Deum anzustimmen und mit mir das ‚Großer Gott‘ zu singen. O wie glücklich, o wie glücklich ist ein Kind der katholischen Kirche, das sich von allem lossagt, das sich Jesus zu seinem Bräutigam erwählt hat. Freut euch, meine lieben Schwestern, schließt euch dem Liebesbund an, und er lehrt uns, wie wir ohne Fegefeuer eingehen können in den Himmel. Fragt Schwester N. (Schwester der Schwägerin von N.), wie viel es ihr genützt, daß sie sich anschloß. O wie glücklich, o wie glücklich, im letzten Augenblick nach überstandenem Leiden sich seinem Bräutigam in die Arme werfen zu können! Und das tut ihr alle, wenn ihr euch anschließt an den Liebesbund und mit voller Ergebung und gestützt auf euren himmlischen Bräutigam, auf Sein Wort, euren Geist in Seine Hände übergebt. O glückselige Armut! O glückselige Keuschheit! O dreimal glückseliger Gehorsam!

Ich möchte eine Stimme haben, die von Süd nach Nord, von West bis Ost hin erschalle, allen Ordensleuten. O daß sie es doch erfassen möchten, wie glücklich eine Ordensperson ist, wenn sie lebt nach dem Geist ihres Stifters. Glücklich aber auch alle, die in der Welt leben wie eine Ordensperson. Glücklich die Jungfrauen, die es erkennen, ihre Aufgabe ganz und voll zu lösen. Gelobt sei Jesus Christus! Großer Gott, wir loben dich!“

Inhaltsverzeichnis Band 4

340 Fest Bekehrung des heiligen Paulus 1900

„Seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „O allersüßester Bräutigam meiner Seele, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst an dem Tage eines Deiner heiligen Apostel! O heiliger Paulus, gib mir deine Beredsamkeit, deinen feurigen Geist. Wie hast du es denn gemacht, daß du zu so hoher Stufe der Vollkommenheit gelangen konntest, da du ein solcher Verfolger des Herrn warst und all seiner Glieder? Ich danke Dir, mein Jesus, im Namen aller meiner Geschwister, Verwandten, Freunde, besonders meiner geistigen Schwestern, aller, die an Dich glauben, die Dich lieben, die treu zu uns halten. O wie unaussprechlich gut bist Du. Freilich, wenn ich mir nachgebe, meine Natur will nicht leiden, ich möchte mich manchmal abschieben, weil der Mensch gar zu schwach ist. O verzeih mir doch, daß ich immer so zaghaft bin. Deine Liebe, Gnade und Güte gefällt mir freilich, aber die damit verbundenen Leiden fallen mir so schwer, daß ich mich oft davon abschieben möchte. Wann werde ich anfangen, Dich zu lieben, wie Du es verdienst und ich es wünsche?“

Jesus: „Freilich ist es so! Deine Natur, wenn Ich danach fragen wollte, wäre Ich längst von dir zurückgeblieben, wäre Ich längst abgekommen von dir und hätte Mir ein Werkzeug gesucht, das Meiner würdiger wäre als du. Aber der unendliche Gott, der unendlich gütige, barmherzige Gott, ist gar zu großmütig, zu langmütig mit Seinen Geschöpfen. Wenn Er es nicht wäre, hätte Er längst schon diese Welt in ihr Nichts zurückfallen lassen.

Seht, hier bringe Ich euch einen Meiner Diener, mit dem du viel zu tun haben sollst, dein ganzes Leben lang, dein ganzes zukünftiges Leben. Wenn Ich die Tage, die verknüpft sind mit dem, was Ich mit euch vorhabe, ausnutze und aussuche und mit besonderer Liebe euch heimsuche, dann wißt, daß ihr auch diese Heiligen besonders ehren und nachahmen sollt, diese eure Vorbilder. Nicht umsonst tue Ich es. Alles, was Ich hier wirke, jedes Wort, das Ich in den heiligen Stunden zu euch rede, hat seine besondere Bedeutung, und ist für euch und die Menschheit von großer Wichtigkeit. Aber auch die Zeiten und Tage, die Ich Mir dazu erwähle, stehen in besonderer Verbindung zu dem Zweck, den Ich mit der Menschheit vorhabe. Mein Diener Paulus, war ein Sünder, ein grimmiger Feind Meiner Kirche, aber er hörte die Stimme, die ihm zurief, und er folgte dieser Stimme. Er ging hin, wohin Ich ihm befahl zu gehen und ließ sich unterrichten, genau unterrichten und wurde so das Werkzeug in Meiner Hand zu dem Bau Meiner Kirche. Er wurde ein Baumeister, wie es noch keinen zweiten mehr gegeben, seitdem Ich Meine Kirche gründen wollte. Alle Priester sind Bauleute, sie bauen ohne Hammer an dem Bau Meiner Kirche. Sie bauen nicht mit Bausteinen, wohl aber mit Menschenherzen, die sie Glied an Glied aufrichten und auftürmen sollen in Meinem Reich.

Seht, die Zeit, in der ihr lebt, gleicht so ganz der Zeit, in der Mein Diener Paulus lebte. Die junge Kirche, die da gegründet war, bestand noch in einzelnen Gliedern, die noch ganz klein und unscheinbar auf der Erde lebten. Dieser Mein Diener, durch seinen Feuereifer, den er entfaltete, als er einmal vernommen hatte den Auftrag, den Ich ihm gegeben und den er dann nach gründlicher Belehrung in sich aufgenommen hatte und verwirklichen wollte, ging hinaus in die Welt. Mit Feuereifer verkündete er allen Menschen ohne Unterschied, reich und arm, vornehm und gering, Bettler oder König, das Evangelium, die Botschaft, die er von Mir überkommen. Er fragte nicht, ob man ihn verlache oder verspotte, gut aufnehme oder bös. Er ging dahin und ging wieder hinweg, ohne sich umzusehen, ob man ihm folge, oder ob man ihn tadle und verlache. Und doch trugen seine Worte Früchte, wenn auch nicht gleich; aber überall, wo er seinen Fuß hinsetzte, blieben Spuren seines Wirkens zurück.

Seht, Meine Kinder, die Zeit, in der ihr lebt, gleicht der Zeit der Apostel, der ersten Christen. Heidnisch ist die Welt geworden. Geht hinaus in die Schöpfung, wohin ihr euren Fuß setzt, auch mitten in Meiner Kirche, und seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten. Darum, Meine Kinder, und ihr alle Meine Diener: Paulus sollt ihr werden, feurige Paulusse! Dahin sollt ihr gehen unter Meine Geschöpfe, wie er dahingegangen, gleich ob ihr Spott und Hohn erntet, verlacht oder verspottet werdet oder nicht. Ihr aber, die Ich euch berufen, dem Liebesbund beizutreten, ihr sollt, was diese Meine Diener lehren und verkünden, dem Volke zeigen durch die Tat: Nicht – wie man glaubt und anfängt zu glauben –, sich dem Volke gleichförmig zu machen, sich anzuschmiegen an das allgemeine Christentum, nicht wie man glaubt, man dürfe nicht mehr annehmen, was in früheren Jahrhunderten geglaubt und geübt worden sei von vielen Meiner Diener und Dienerinnen.

Nein, Meine Kinder, ein anderes Christentum, ein tiefgläubiges Christentum, so wie Ich euch belehrt habe, so soll es fortgepflanzt werden unter allen Mitgliedern des Liebesbundes und hinaus soll es getragen werden unter die große Masse von Christen. Nicht im Theater sollt ihr euer Vergnügen suchen, nicht in Konzerten, nicht auf den Bällen, wo sich die heutigen Christen bewegen, wo sie ihr Vergnügen suchen und dann zurückkehren und noch so halb und halb wieder hineingehen in die Kirche und dabei doch recht fromme, gute, gläubige Christen sein wollen. Nein, nein, Meine Kinder, ein solches Christentum sollt ihr nicht üben in jetziger Zeit, wo die Welt vorwärtsgeht, vorwärts – aber wie vorwärts?

Um Satans Reich aufzurichten! Satans Reich geht vorwärts, Mein Reich geht rückwärts, von Tag zu Tag, und solange noch Meine Diener und die treuen Kinder Meiner Kirche mit dieser Welt liebäugeln wollen, geht Mein Reich rückwärts. Aber da es nun begonnen hat, zu keimen und zu grünen und das Christentum in weichem Flaum dasteht in der ganzen Welt, ein weicher Flaum ist es noch, dieser Flaum soll aber aufwachsen, er soll grünen und blühen und zu herrlichen Eichbäumen sich entfalten, aber da müßt ihr feststehen, ihr treuen Kinder Meiner Kirche. Mutig und entschlossen und feurig wie Mein Diener Paulus sollen sein all die Mitglieder, die sich anschließen an euch und die, wenn auch noch unbewußt stehen in der Welt.

Es gibt noch viele gute Christen. Ja, ja, es gibt viele, die sich die Aufgabe gesetzt haben, das Reich Christi aufzurichten und all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben, indem sie das eucharistische Leben allüberall anfachen. Und dieses ist es, was diesen neuen Flaum, diesen guten Kern wieder hineinlegt in das Christenleben, daß das eucharistische Leben wieder aufgeräumt und der Staub hinweggeschafft wird, womit dieses Leben bedeckt war. Und alle diejenigen, wenn auch noch unbewußt, die sich da vorgenommen haben, sich öfters zu nahen diesem Born, der da sprudelt, und sich festzuhalten an dem Band, das Ich geschlossen habe mit der Menschheit, sind Mitglieder des Liebesbundes.

Darum auf, Meine Kinder, schämt euch nicht, steht fest zusammen, und je mehr man euer spottet, desto mehr sollt ihr euch freuen. Denn ihr sollt wissen, daß man auch einem Paulus spottete, wenn er vor den hohen Rat geführt wurde und man ihn nicht begriff. Ihr müßt wissen, daß die Christen heidnisch geworden sind, daß sie es wohl nicht verstehen, wie man noch so dumm und simpel sein und an solchen Albernheiten festhalten kann, denn sie meinen, sie seien besser als ihr, sie alle, die es verstehen, im Geheimen Mir zu dienen und das Christentum gar wohl zu verbergen, indem sie auch mit der Welt mitmachen und dabei doch recht gute Christen sind. Das alles muß beseitigt werden. Entweder mit oder gegen Christus. Einen anderen Weg gibt es nicht mehr, denn Meine Kirche muß blühen und aufgerichtet werden, und diejenigen, die das Reich Christi wieder aufrichten, die Kirche wieder zur Blüte bringen wollen und sollen, müssen ganz andere Menschen werden, als die Alltagschristen sind. Ich verlange nicht von den Mitgliedern des Liebesbundes, daß sie hinausgehen in die Einöde und ihr Leben vergraben. Nein, nein, mitten in Meiner Schöpfung sollen die Mitglieder des Liebesbundes stehen, mitten unter diesen Alltagschristen, damit diese sehen, wie man leben muß.

Geht hinaus, immer und immer muß Ich wieder zurückkommen auf dieses Haus und diese Familie. Wisset, daß Ich Mir dieses Werkzeug erwählte und sie hineingestellt habe in dieses Haus, dieses belebte Haus, um euch zu zeigen, um allen Menschen zu zeigen, daß Ich den Liebesbund mitten in der Welt errichten will, und daß durch diese einzelnen Mitglieder des Liebesbundes ein gutes Beispiel gegeben werde, denn Ich verlange von ihnen ein strammes Christentum, aber keines, das noch halb und halb mit der Welt liebäugelt, obwohl sie zwar nicht große Werke verrichten, aber doch große Werke tun sollen. Man soll sein Leben nicht verkürzen und doch wieder sein Leben ganz einsetzen für diese Meine Sache.

Geht hinein in diese Wirtschaft, ob ihr nicht seht, wie man ein Beispiel gibt durch sein strenges Christentum. Alle, die da täglich verkehren, die meisten wenigstens, diejenigen ausgenommen, die da kein eigenes Heim haben und ein Essen und Trinken suchen müssen, weil sie doch leben müssen, Ich sage, abgesehen davon, kommen viele in dieses Haus, die keine guten Christen sind. Und doch liegt auf ihnen eine Gewalt, daß sie sich nicht getrauen, Zoten und Possen zu reißen, wie es geschieht unter den gewöhnlichen Menschen, wie das überall zur Schau getragen wird. Seht nur zu, ob ihr so etwas findet. Das ist der Geist, der waltet im Haus. Und so soll es werden in der ganzen Welt, wo Liebesbundmitglieder stehen. Die ganze Welt muß erneuert werden, zuerst aber Meine Kirche. Meine Kirche muß ein strammes Christentum sich aneignen, nicht, daß Ich einem weh tun wolle. Nein, nein, Meine Kinder! Besonders ihr, Meine Diener, seht, wenn Ich euch auf der goldenen Straße zum Himmel führen könnte, wenn Ich Meine Kirche zu einem Paradies hätte errichten können, Ich hätte es getan.

Aber seht, das Paradies ist verschwunden auf Erden und ist nur noch aufzurichten in Meiner Kirche. Dieses Paradies kann Ich aber nicht mit goldenen Straßen pflastern. Der Weg, der da hinführt in das Paradies, ist ein rauher und steiniger; denn Ich bin diesen Weg gewandelt und keinen anderen könnt ihr wandeln als den Weg, den Ich gewandelt bin. Und wenn ihr dieses Paradies aufrichten wollt, müßt ihr diesen Weg gehen und dieser Weg geht durch Verachtung, Hohn und Spott hindurch. Ihr müßt, wie ihr angefangen, fortfahren, den Großen und Reichen und Mächtigen gegenüberstehen wie ein Paulus, immer und immer wieder sagen, daß ein anderer Wind wehen muß in der Schöpfung, wenn ihr Thron nicht zittern soll und daß, wenn sie ihren Thron erhalten wollen, sie mit der katholischen Kirche im Einklang bleiben müssen.

Wollen sie spotten und höhnen über euch, oder tun sie es nicht, wohlan, denn ihr werdet es sehen und erleben, wie ihre Throne in Trümmer gehen. Aber Ich sage euch, wenn ihr tut, wie Meine Apostel getan, wenn ihr diesem Meinem Diener nachfolgt, ihn zum Vorbild nehmt, wird es geschehen, daß es im guten Einklang ganz ruhig durchgeht und es kein großes Blutbad geben wird, daß die Welt, wenn sie auch hie und da gestraft wird, doch nicht im allgemeinen gestraft wird, wie Ich beschlossen hatte, und das durch das viele Gebet und das besondere Eingreifen Meines Statthalters, Meines Dieners, der da Meine Worte beachtet wie diese Meine Kleine, und auch ausübt in der Schöpfung. Alles, was er tut, tut er auf Meinen Befehl, und indem er die ganze Welt Meinem Herzen weihte, band er sie Mir gleichsam auf. Ich muß Mich so ausdrücken, denn dadurch nötigte er Mich, Geduld und Nachsicht zu haben, und ein besonderer Zauber liegt auf Meinem Herzen. Ich kann dieses Geschlecht nicht strafen im allgemeinen, denn Ich muß hinschauen auf die vielen, die sich einsetzen für ihre Mitbrüder und Mitschwestern, die ersetzen an ihrem Leibe, was Meinem Leiden fehlt.

Und darum haben Mein Vater und Ich und der Heilige Geist beschlossen, die Welt zu verschonen, wenigstens hie und da zu verschonen und Frieden zu stiften mit der Schöpfung, Frieden. Durch Meine Kirche soll Frieden werden auf Erden. Aber wißt, wenn Ich vom Frieden rede, dann bedenkt immer das Wort, das Ich gesagt habe: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Wisset, daß jedes von euch immer denken muß und soll, wenn es in sich mit Satan zu kämpfen hat, besonders du, Meine Kleine, wenn Satan dir zuflüstert, dann wisse, daß Ich gekommen bin, nicht den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Dann hinweg über all diese Kämpfe und hineinschauen in dein Inneres, dort wo Ich wohne. In dem Innersten, im tiefsten Kämmerlein deines Herzens, dort wohnt und thront dein himmlischer Bräutigam. Er gibt dir den Mut, über alles hinwegzugehen.

Und auch ihr, Meine Diener, durch euer freudiges Opferleben sollt ihr allen zeigen, wie man Mir dienen soll, damit von euch aus, die ihr ja die Diener des heiligen Franziskus, Meines Dieners, seid, die ja durch die ganze Geschichte der Menschheit hindurch stehen sollen wie Säulen in Meiner Kirche, indem sie Mir in erster Linie nachfolgen durch Armut, Demut und verachtetes Leben, ein gutes Beispiel ausgehe für die ganze Welt. Wohl sind viele, die arbeiten am Reich Christi, viele, die Seelen retten. Ja, ja, aber ein solches Beispiel zu geben, ist die Hauptsache in jetziger Zeit. Seht, die Welt, die da so versunken ist in den Materialismus, die nur besitzen und genießen will, wenn auch noch so versunken, achtet doch darauf, wenn ihnen ein treuer Christ vorhält: ‚Seht nur hin auf diese Kapuziner‘, wie es schon oft vorgekommen ist, nicht wahr? Wie es gestern wieder vorgekommen ist in deiner eigenen Umgebung. Sage es Meinen Dienern.“

Hier überließ der Herr Barbara ihrem eigenen Geist, und zum großen Abstand zur Rede des Herrn erzählte sie in plattdeutscher Mundart, sich viel wiederholend und korrigierend, was ihr vorgekommen war. Die Mundart hat Luise in die Schriftsprache gesetzt, die Wiederholungen gestrichen, die Ausdrucksweise gelassen.

Barbara: „Ja, da waren zwei so ganz verkommene Menschen draußen, beide Katholiken, der eine war aus W., der andere weiß ich nicht, und haben so geschwätzt. Es waren ganz leichte Christen. Da hat meine Schwägerin ihnen so zugeredet, daß sie doch anders leben sollten, wir müßten den Protestanten gegenüber feststehen. Der eine hat eine protestantische Frau. Meine Schwägerin sagte zu ihm: ,Ei, Sie waren doch früher nicht so leichtsinnig, Sie müßten doch wenigstens jeden Sonntag in die Kirche gehen.’ ,Ei was, nein, das tun wir nicht, ich komme überall herum, und wo ich hinkomme, da schaffen sie, da weiß man nichts mehr vom Sonntag.’ ,Wollen Sie auch Ihre Kinder protestantisch werden lassen? Glauben Sie mir, daß das viel schlimmer ist, wie wenn Sie protestantisch erzogen wären.’

Da haben wir diese zwei Leute so weit gebracht, daß der eine ganz still und nachdenkend geworden ist. Als der andere fort war, hat sie diesen in die Klemme genommen und gesagt: „Nehmen Sie sich wenigstens vor, alle Sonntage in die Kirche zu gehen. Ich kann das nicht so sagen, meine Schwägerin ist viel gescheiter, die kann das viel besser beibringen.“ Meine Schwägerin sagte: „Ich will Ihnen nur eines sagen: Haben Sie schon von den Kapuzinern gehört? Da gehen Leute dazu, die in der Welt eine große Rolle spielen könnten. Die gehen barfuß und führen das strenge Leben und könnten sich doch auch Vergnügen machen, und wo sie hingehen, werden sie verspottet, und ich kenne Leute, die aus guten Verhältnissen waren und dieses Leben führen.“ „Ja“, sagte der junge Mann, „das ist wirklich wahr, es macht mir immer einen großen Eindruck, wenn ich einen sehe.“ Da ist der Mann ruhig und nachdenklich geworden.“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, durch euer Beispiel sollt ihr die Welt belehren. Nicht die Predigt allein, nicht der Beichtstuhl allein bessert die Menschen. Was diese Meine Dienerin erzählte, spielt sich alle Tage ab in der Menschheit. Ihr könnt vieles wirken durch euer Beispiel, wenn ihr so dahingeht, wenn auch gespottet und gehöhnt wird. Macht es wie der Kapuziner droben in Augsburg, der einem Haufen junger Burschen vorging, die sich recht lustig über ihn machten. Er blieb stehen und ließ sich recht ausspotten. Er ging eine Zeitlang vor ihnen her, damit sie recht Gelegenheit hätten, ihn auszulachen. Dann, als er sich umwandte, ging er hinzu und sprach: ‚Meine Freunde, wollen wir vielleicht eine Brise nehmen?‘

So müßt ihr es machen. Dieser Mein Orden, den Mein Diener Franziskus gegründet, er soll sich wie ein goldener Faden hindurchziehen durch die ganze Geschichte Meiner Kirche. Großes soll er wirken, wenn auch klein und unscheinbar. So soll Mein Reich sich aufrichten. So wie Ich hier wirke, wirke Ich im Ordensleben, wirke Ich im Priestertum. Und so und nur so wird das Reich Christi wieder aufblühen und wieder ein anderes Geschlecht hervorwachsen.

Dieses Jahrhundert, das geweiht ist Meinem Herzen, es soll und muß zur Blüte gelangen, es soll das eucharistische Jahrhundert werden. Viele, viele, die abgewichen sind vom rechten Weg, sollen wieder zurückgeführt werden. Aber dann müßt ihr fest stehen, da heißt es, nicht links und nicht rechts schauen, aber über Felsen und Berge dahinschreiten, dahinklettern, immer, wenn auch die Wogen hochgehen, wenn es auch manchmal scheint, als müßte euer Glaubensschifflein untergehen. Nein, nein, es geht nicht unter, denn der Herr ist im Schifflein.“

Barbara: „O Herr, N. bittet Dich, Du mögest doch ihre Verwandte während ihrer Reise in Schutz nehmen, daß nichts vorkommt.“

Jesus: „Bleibe da, Mein Kind, bringe dieses Opfer. Solange deine Verwandte jetzt noch lebt, mußt du dich oft bei ihr sehen lassen, ihr oft zureden, sie oft erinnern an die glücklichen Tage. Rede energisch mit ihr, aber doch sei klug. Wenn du merkst, daß sie es nicht hören will, dann warte noch ab, aber immer wieder davon anfangen. Du hast großen Einfluß auf sie, und das Gebet deiner anderen Mitschwestern soll dich stets begleiten. Besonders wende dich an Schwester N., Meine Herzensschwester, sie wird durch ihr Gebet vieles erlangen. Ja, ja, es ist so, Meine Kinder! Ich hätte die Menschen ohne alles Zutun befreien können von all ihren Leiden. Ich rührte einen Speichel an, bestrich die Augen, Ich machte allerlei Zeremonien. Alles hat seine Bedeutung. Ich will erst gebeten sein. Meine Geschöpfe müssen sich durch Gebet und guten Willen erst würdig machen, dann sollen sie alles erlangen.“

Barbara: „O liebe, süße Mutter! Suche doch Deine Kinder einen Augenblick heim und erfreue uns mit einem Wörtlein.“

Lied: Gegrüßet seist du Maria ...

Maria: „Ja, ja, Meine Kinder, ohne ein Wort des Trostes kann Ich es nicht vorübergehen lassen. Ich muß euch besuchen. Heute feiert die Kirche Pauli Bekehrung. Erinnert euch an dieses Fest, was Ich euch zum Schluß noch sagen will. Erinnert euch recht oft an das einfache Leben, das Ich mit Meinem Bräutigam und dem himmlischen, göttlichen Kind geführt habe in dem stillen Häuschen. Mein ganzes Leben war nicht außergewöhnlich. Ich aß und trank und schlief wie andere Menschen, aber einen so felsenfesten Glauben hatte Ich in Mir, daß Ich all die Worte, die Ich einmal gefaßt hatte, im Lichte des Glaubens aufgenommen hatte und so daran hielt, daß nichts mich daran irremachen konnte, denn auch Ich war ein Mensch wie ihr, obwohl begabt mit der Mutterwürde und Ich darum ein außergewöhnlicher Mensch gewesen bin, bereits wie Mein göttliches Kind.

Aber Ich mußte unter Menschen wandeln und ein menschliches Leben führen wie ihr. Erinnert euch daran, was Großes der Herr durch euch vorhat. So wie Ich allen Menschen ein Vorbild sein sollte, so sollt ihr allen Menschen ein Vorbild werden, nicht indem ihr ein außerordentliches Leben führt, sondern durch unerschütterliches Gottvertrauen, durch eine Liebe, die, wie euch gesagt wurde, schon in dem zweiten Schritt des Gottvertrauens mit einbegriffen ist, daß ihr den Schritt, den ihr begonnen, gut vollendet, und indem ihr noch ein felsenfestes Gottvertrauen zeigt in all den Schwierigkeiten, die da noch kommen werden, feststeht, der Welt zeigt, was Großes der Herr wirken will. Alles, was euch gesagt wird vom Herrn, daran müßt ihr halten, wenn auch die ganze Welt dagegen wäre. Dieses noch zum geistigen Blumenstrauß. Den sollt ihr mitnehmen von dieser Ihm geweihten, Meinem Sohn so liebgewordenen Stätte.“

Barbara: Ich sehe den heiligen Paulus, umgürtet mit einem Schwert.

Paulus: „Ja, ja, dieses bedeutet aber nicht so sehr, daß ich mit einem Schwert umgekommen bin, sondern das Schwert des Wortes, das ich führte. Das sollt auch ihr führen, meine Freunde. Seht, mehr Gefahren habt ihr alle nicht zu bestehen, als ich dereinst zu bestehen hatte. Schlagt nach und leset, wie vielmal ich Schiffbruch gelitten und gegeißelt wurde, wie vielmal ich Todesgefahr ausgestanden. Und doch ging ich durch alles mutig hindurch. Ihr alle, meine Brüder, auch wenn ihr noch so sehr das Schwert des Wortes führt, habt diese Gefahren, die ich hatte, nicht zu bestehen. Und solltet ihr diese Gefahren haben, was liegt daran. Arbeitet, geht hinaus in die Welt, das Reich Christi muß aufgerichtet werden. Es steht um vieles schlimmer als in der Zeit, in der ich lebte.“

Lied: Großer Gott, wir loben dich ...

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr zu Barbara:

Jesus: „Ihr könnt am meisten verdienen durch den tiefinnigen Glauben. N. schadet sich sehr an seiner Vollkommenheit. Er würde darin sich sehr steigern, wenn er die Sache nicht von sich schöbe, weil ihr nur durch den lebendigen Glauben die Verdienste erlangt; denn das ist die Hauptprüfung und das Hauptverdienst des Menschen, daß er seinen Glauben bewähren muß. Diejenigen, die abkommen, da ist das Gerede hin und her daran schuld, das sie nicht ertragen können. Ein solcher hört auf zu beten und geht zurück.

Diejenigen, die standhalten, geben denn auch die Heiligen. Verhaltet euch nur ganz ruhig. Wenn es Zeit ist, werde Ich Mittel und Wege wissen, um es auszuführen. Bringt Mir nur ein reines Herz, frei von Sünden, daß Ich immer mit euch verkehren kann, und ein freies Herz, indem ihr alle Sorgen auf Mich werft und Mir sagt: Sorge Du, mein Jesus, für all das wollen wir gar nicht sorgen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

341 Vigil vom Herz-Jesu-Freitag im Februar 1900

„Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz.“

Lied: Ihr Kräfte der Seele ...

Barbara: „O mein Jesus! O allerliebster Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stätte. O ihr alle, die ihr euch mit mir vereinigt, o kommt und saget Ihm Dank! O ich habe es wahrhaftig diese Woche nicht verdient. O mein Jesus, von Herzen bereue ich alle meine Sünden. Wann werde ich einmal anfangen, Dich so zu lieben, wie Du es verdienst, wie Du es verlangst und wie ich es wünsche? O verzeihe mir! O liebe Mutter, o meine Herrin, trete Du vor Deinen allerliebsten Sohn, sprich Du gut für mich. Mein Jesus, wie armselig war ich doch diese Woche, wie kleinmütig, wie zerstreut. O mein Gott, verzeih mir doch. Jetzt bin ich so voller Freude. Ist es möglich, daß Du so gut bist, daß Du alles vergessen kannst?“

O eine herrliche Prozession sehe ich, wie sie dahinziehen, von einer ganzen Schar Engel umringt, sie ziehen alle hinauf, um Ihr Kind darzustellen.

„Gelobt sei Jesus Christus! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Recht so, ihr seid zusammengekommen, um Meine Worte zu vernehmen. Schauet nicht auf das unmündige Werkzeug, das Ich Mir auswählte. Schauet vielmehr auf Denjenigen, der das Endziel von allem ist und der Anfang von Allem.

Angefangen habe Ich in ihr zu wirken an jenem Tag, als Ich sie berief, aus der Welt herauszugehen, aus sich viel mehr herauszugehen und Mir zu dienen. Bis auf diese Stunde habe Ich fortgefahren, sie an Meiner Hand zu führen. Als Ich ihr versprach, daß Ich durch sie Großes wirken wolle, da hatte sie keine Ahnung, wohin Ich sie führen werde. Aber seht, Meine Kinder, dieses ist es, was Ich hier lehren will und durch sie alle Menschen. Ich bin der Anfang von allem. Eines jeden Menschen Leben habe Ich geplant und die Wege eines jeden vorgezeichnet. Manchmal kommt etwas vor, was freilich die Menschen nicht begreifen, und es scheint, als ob dieser sein Lebensziel verfehlt habe, dieser Mensch, und doch liegt alles in Meiner Hand und Ich führe ihn, falls er nur sich von Mir führen läßt. Nur dann erst fängt der Mensch an, den richtigen Lebensweg zu verfehlen, wenn er anfängt, schwer zu sündigen.

Da nun alle Menschen schwache, armselige Geschöpfe sind und die meisten Menschen den wahren und rechten Weg, auf den Ich sie gestellt und führen möchte, verfehlen durch die Sünde, abweichen vom rechten Weg, darum habe Ich ein Mittel ausgesonnen, womit er alles wieder gut machen kann. Ich habe ihm den Kreuzweg vorgezeichnet. Vor allem aber wollte Ich selbst diesen Weg gehen und allen Menschen zeigen, daß man wirklich diesen Weg gehen kann, um aber auch allen Menschen ein Vorbild zu sein, damit der arme Mensch nicht entmutigt wird.

Seht, du hast vorhin gesehen, wie Meine heiligen Eltern, Mein heiliger Pflegevater und Meine Mutter hinaufzogen nach Jerusalem, um Mich Meinem himmlischen Vater darzustellen und aufzuopfern. Dieses war das erste Opfer, das Ich bringen wollte. Von da an ging es immer steiler und steiler, bis die letzte Sprosse erreicht war dort auf Golgotha, bis Ich Mein hochheiliges Leben wieder zurückgab in die Hände Desjenigen, Der Es Mir gegeben, Meinem himmlischen Vater. Mein ganzes Leben war nur ein einziger, langer, großer Kreuzweg.

Seht, Meine Kinder, ihr alle, wie ihr hier versammelt seid, seid auf demselben Lebensweg, wie Ich ihn gegangen bin. Ihr alle seid Kreuzträger und müßt Mir nachwandeln und wollt Mir nachwandeln. Ihr alle wollt einstens teilnehmen an Meiner Herrlichkeit. Wundert euch nicht, wenn solche, die da kommen und das Kreuz gern erleichtert haben wollen, die von diesem oder jenem Kreuz gern befreit sein möchten, Mich nicht verstehen. Ja, ja, Meine Kinder, sie alle sind gute Christen und wollen gute Christen sein, aber gar zu wenig Kreuz tragen. Sie wollen nicht verstehen, daß ein Gott, der doch so unendlich gut ist, Seinen Geschöpfen, die Ihn doch lieben möchten und Ihm dienen wollen, mit Leiden, mit Kreuz beladen will. Nein, das wollen sie nicht verstehen.

Aber seht, hier an dieser Stätte, die Ich Mir erwählt habe, um durch sie die treuen Kinder Meiner Kirche zu belehren, will Ich nicht das Kreuz abnehmen, wie Ich es tue an vielen Stätten, wie dort, wo Meine Mutter Sich einem armen Kinde zeigte, wo so viele Kranke geheilt, viele Unglückliche schon getröstet worden sind.

Seht, jenes hat wieder seinen eigenen Zweck. Meine liebe Mutter ist und bleibt die Königin Himmels und der Erde und als solche wünschte Ich, daß die Kirche Sie unter dem Titel als die ,Unbefleckte Empfängnis’ verehre, weil Sie Meine Mutter ist und weil Ich in Ihrem jungfräulichen Schoße neun Monate ruhen wollte, Sie aber ohne jegliche Makel geboren ist und dieser Titel und diese Würde noch nicht genug erhoben und geehrt wurde von Meinen Kindern. Darum wollte Ich, daß die Kirche dieses zu einem besonderen Fest erhebe, diesen Titel als die ‚Unbefleckte Empfängnis.‘

Und zur Danksagung dafür, daß die Kirche dieses wirklich zu einem Fest ersten Ranges erhoben hatte, erschien Meine Mutter und heilt dort die armen Menschen, die mit reuevollem Herzen zu Mir kommen und mit lebendigem Glauben ihre Zuflucht zu Ihr nehmen. Seht, das muß so sein, denn die Allmacht Gottes muß immer wieder von den Menschen, auch von denen, die nicht glauben, anerkannt werden. Deswegen will Ich, daß hie und da in Meiner Schöpfung Orte errichtet werden, wo Ich ganz besonders Meine Hand im Spiele habe und die armen Menschen auf solche Weise an Mich ziehen möchte und ziehen will, indem Ich sie hie und da von einem schweren Kreuz befreie. Bei euch aber, Meine Kinder, will Ich der armen Menschheit zeigen, wie man das Kreuz tragen soll, nicht wie man um seine Abnahme bitten soll. Ja, ja, Meine Kinder, Ich verzeih es euch, denn die Schwachheit des Menschen ist groß. Besser wäre es für sie, wenn sie verständen, wie gut es ist, ein Kreuz zu tragen, wenn sie, statt zu bitten um Abnahme, bitten um recht viele Leiden, damit sie dereinst eine recht herrliche Krone sich verdienen, die sie ja nur durch Leiden verschönern können.

Seht, werdet nicht irre, wenn Ich gerade diejenigen, die am allermeisten und in allernächster Nähe Mir dienen und Mir nachfolgen, am allermeisten mit Leiden heimsuche. Seht, Menschen, wie sie ja alle sind mit so viel Unvollkommenheiten und Fehlern, mit Sünden und Lastern hie und da, mitunter auch mit schweren Verbrechen überhäuft, wenn diese dann ihre Fehler erkennen und sich Mühe geben, sich zu bessern und Mir treu zu dienen, dann muß Ich ihnen aber auch, weil sie treue Kinder Meines Herzens sind, den Lohn dafür geben in der Ewigkeit.

Diese, die Mir dienen mit der ganzen Energie ihres Herzens, ihres Gemütes, die alle ihre Kräfte einsetzen, um ja nicht mehr zu straucheln, zu wanken, um auf dem Weg mit Riesenschritten vorwärts zu schreiten, diese sind bestimmt, dereinst in allernächster Nähe bei Mir zu sein, durch die ganze lange Ewigkeit hindurch bei Mir zu sein.

Nun aber, Meine Kinder, müssen die Fehler, die sie gemacht auf Erden, wieder gutgemacht, abgebüßt werden. Ja, ja, das verstehen sie nicht, die armen Menschen. Darum gerade muß Ich die allerliebsten Kinder Meines Herzens am allermeisten mit Leiden heimsuchen. Nun aber ist die Welt so abgekommen vom rechten Weg, so gottlos geworden, daß sie nur noch genießen und besitzen möchte, und dieser Geist, der da so voll Vergnügungssucht die ganze Welt überschwemmt und mit sich fortreißt und auch in die Guten allmählich dieses Gift hineindringt, und je mehr es hineindringt, desto weniger begreift man das Kreuztragen. Darum habe Ich Mir ein Mittel ausgesucht, um die guten, treuen Kinder Meiner Kirche zusammenzuscharen zu einem Häuflein. Dieses Häuflein habe Ich dir gezeigt vor vierzehn Jahren am Fest des heiligen Antonius von Padua. Dort zeigte Ich dir, wie Meine Kirche bedrängt ist, wie Ich aber inmitten von ihr stehe, wie sich die Kinder, die treuen, guten Christen, immer mehr um Mich herum drängten, weil sie sich fürchteten, angesteckt zu werden von der gottlosen Welt. Ich zeigte dir die gottlose Welt, wie sich eine große Kluft auftat und wie man sich weiter und immer weiter von Mir entfernte, während die Guten sich um Mich scharen.

Seht, Meine Kinder, dieses war das Vorbild, das jetzt in Wirklichkeit vor sich geht. Die guten, treuen Kinder scharen sich zusammen und müssen sich zusammenscharen. Deswegen hat Mein Statthalter in Rom die ganze Menschheit Meinem Herzen aufgebunden und die guten, treuen Kinder aufgefordert, nach Rom zu pilgern und dieses Jubeljahr zu feiern, die Kinder aufgefordert, doch alle sich zu scharen um das Hochheiligste Sakrament. Er hat dieses Jahrhundert geweiht dem sakramentalen Gott.

Und nun, Meine Kinder, geht hinaus in Meine Schöpfung und verkündet den sakramentalen Gott, verkündet, daß ihr diesem Gott dienen wollt, daß ihr euch recht oft einfinden wollt an Seinem heiligen Tisch, damit ihr das Kreuz tragen lernt. Seht, so soll das Menschengeschlecht gerettet werden, daß die guten, treuen Kinder Meiner Kirche nicht den Himmel bestürmen mit Klagen und Jammern, wenn Ich ihnen Kreuz zuschicke. Nein, nein, Meine Kinder, harrt aus im Leiden. Einmal kommt der große Siegestag, wo du alles überschauen wirst, Mein Christ, wo du dann erkennen wirst, wie gut es war und wie gut Ich es mit dir gemeint. Du arme Witwe, dir habe Ich ein schweres Kreuz aufgeladen. Du hast einen Fehltritt getan, Meine Tochter, du hast ihn aber schon schwer bereut und gebüßt. Ich habe dir alles verziehen, weil du deine Kinder auf gutem Weg zu führen suchst. Harre aus, Meine Tochter, harre aus. Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz. Wisse, daß du eine Franziska Romana sein und werden sollst und sollst auch vielen anderen Witwen zeigen, wie sie ihre Kinder, wenn auch hie und da eines abgewichen ist, durch Gebet und Sühne und Opfer retten müssen. Durch dein Gebet, Opfer und Sühneleiden, das du Mir Tag für Tag vor Meinem Tabernakel darbringen sollst, wirst du alle deine Kinder retten, auch wenn du jetzt dastehst und es dir dünkt, der Himmel habe sich verschworen gegen dich und deine Familie. Nein, nein, Meine Tochter, der Himmel scheint hell über dir und deiner Familie; er zürnt dir nicht. Meine Tochter, trage dein Kreuz mit Geduld.

Ihr aber, du, Meine Tochter, gehe hin, du hast Mir schon viele Freude gemacht in deinen Kindern. Aber sage deiner Tochter in W., sie soll nur ja nicht Satan nachgeben, der ihr einflüstern will, sie könne diesen Stand nicht halten, ihre Gesundheit sei zu schwächlich. Sie soll an jedem Morgen zu Mir sagen: ‚Du, mein Jesus, hast mich hierher geführt, ich danke Dir dafür. Du gabst mir die Kraft, daß ich alles kann und ich vermag alles in Dem, Der mich stärkt.‘ Es ist nicht wahr, daß ihre Gesundheit zu schwach ist. Es ist nur eine Prüfung, und Satan, der an jeden Menschen heranschleicht, der die Schwächen ausnützen möchte, will ihr beibringen, es sei dieser Stand zu hart. Nein, diese sind es, die Mir Sühne und Abbitte leisten für die sündige Menschheit, sie sind die Engel im Fleische. O saget Meiner Tochter einen herzlichen Gruß von Mir und allen Meinen Töchtern. Es wird die Zeit wieder kommen, wo sie mit euch in Verbindung treten; sie sollen nur ruhig abwarten, bis der rechte Augenblick gekommen ist. Aber ihr alle, die ihr hier zugegen seid, freuet euch. Seht, wie gut der Herr ist. Seht, heute nacht beginnt der Tag, wo die Kirche Meine Opferung feiert, Meine Darstellung im Tempel, Mein erstes Kalvarienfest, denn von hier aus wich das Kreuz nicht mehr von Mir, aber auch nicht mehr von Meiner Mutter, denn von dieser Stunde an wußte sie, welches Schicksal Meiner warte und Tag und Nacht standen die Worte des Greises Simeon vor ihrer Seele.

Es feiert aber auch die Kirche morgen wieder ein anderes Fest, das Fest Meines Herzens, der erste Freitag. Geht recht fleißig diese Andacht besuchen, denn viel Segen strömt durch diese Andacht in die Stadt Mainz. Ihr wißt nicht, wie geheimnisvoll die Gnaden strömen. Ja, ja, geheimnisvoll, wie alles in Meiner Kirche. Wenn es nicht mehr geheimnisvoll ist, dann ist es nicht mehr göttlich. Wißt, man nimmt Anstoß an allem. Meine Geschöpfe, die da gar zu sinnlich sind, auch die guten, treuen Kinder Meiner Kirche, weil sie gar sehr zur Sinnlichkeit hinneigen, wollen mit Händen greifen und zerschneiden mit ihrem Ameisenverstand, was sie nicht begreifen.

Ja, ja, solange Ich aber Gott bin, lasse Ich Mir das Recht nicht aus der Hand nehmen. Alles ist und bleibt geheimnisvoll, wie alles geheimnisvoll ist, was Ich gelehrt und vom Himmel auf die Erde gebracht, und was die Kirche lehrt, wenn auch noch so klar und überzeugend; wenn der gute, gläubige Christ überzeugt ist, Tag für Tag, und in seinem inneren Herzen fühlt, daß es wahr ist, so ist und bleibt es immer noch geheimnisvoll. Er weiß und muß glauben. Er steht vor Mir und begreift nicht, wie es ist, und doch ist es so. So ist es aber auch, was Ich hier wirke und alles, was Ich rede und euch durch Meine Dienerin wissen lasse, ist ein Geheimnis. Und erst dann werdet ihr alles durchschauen, wenn einmal der Schleier fällt und dieses fleischliche Auge übergegangen ist und ihr mit Meinem Auge schauet. Denn wißt, sobald diese sterbliche Hülle abgefallen ist, schaut ihr mit Mir und nehmet ihr teil an Meinen göttlichen Eigenschaften, seht mit Mir, herrscht und regiert mit Mir durch die ganze Ewigkeit. Dafür aber habe Ich Meinen Geschöpfen eine Prüfungszeit gesetzt, und wer sie gut besteht, der soll mit Mir durch die ganze Ewigkeit triumphieren.“

Barbara: „O lieber Jesus! Schenke uns doch heute Arme Seelen. Die letzte Zeit hast Du meine Seele so gelenkt, daß ich gar nicht zu mir kommen konnte. Morgen ist aber ja ein Freudenfest für die Kirche. O liebe Mutter! Ich sehe Dich dahinziehen, von Engeln begleitet. O trete Du hin vor Deinen lieben Sohn und erbitte uns viele Arme Seelen, wie einmal die selige Kreszentia von Kaufbeuren an einem Marientag gewonnen hat. O Ewiger Vater ... (lange Aufopferung), schenke uns Schwester N.“

Jesus: „Ja, ja, ihr müßt aber morgen noch einmal ihrer gedenken und die heilige Kommunion für sie aufopfern.“

Barbara: „O schenke uns alle, die in der Pfarrei Ignatius gestorben sind, alle, die Dir treu gedient haben und Deine heilige Mutter recht eifrig verehrt, die am nächsten der Erlösung, alle die Mitglieder des dritten Ordens, mit denen wir näher verbunden sind, und alle Liebesbundmitglieder. Du sagst ja, daß alle, die oft kommunizieren, Liebesbundmitglieder sind, daß Du um alle guten Christen ein Band schlingen willst durch die öftere, heilige Kommunion. Darum opfere ich Dir alles auf für die Seelen, die Liebesbundmitglieder sind, und in letzter Zeit gestorben sind. Ich sehe eine große Bewegung. Ihr heiligen Schutzengel geht hin und holt eure Schützlinge. Gegrüßet seist du ... Schenke mir N. und N. und N.“

Jesus: „Alles kann Ich dir nicht gewähren, da ist noch ein weiter Schritt dazu.“

Barbara: „So schenke mir den Priester N.“

Jesus: „Für heute noch nicht.“

Barbara: „So schenke mir den Bruder von N.“

Eben tritt er vor seine Schwester.

Barbara: „Siehe, weil du so treu hängst an deinem Gott.“

Bruder von N.: „O ihr meine lieben Geschwister, haltet zusammen, alles ist nichts auf Erden. Traget euer Kreuz, das der Herr euch auferlegt. Könnte ich noch einmal zurück und gutmachen, was ich versäumt, ich würde ein anderes Leben beginnen, aber um eures Gebetes und um der Opfer meiner guten Mutter willen, sie hat mich gerettet, und euer Gebet. Ich bin ein Kind der ewigen Seligkeit. O ihr begreift nicht, es ist so, wie die Kirche lehrt. Dieses, was wir hier glauben und was wir hier im Glauben schauen und erfassen, ist in Wirklichkeit so. Wenn wir hinüberkommen, wenn die Schuppen fallen, o wie unbegreiflich ist die Gottheit, o wie unbegreiflich ist die ewige Glückseligkeit. Nur ein Übergang, nur ein Durchgang ist dieses Leben, und dann und dann, ihr Kinder harret aus! Wie glücklich, wie glücklich der Geringste, der hier in der Welt noch so armselig war, aber Gott gedient und im Glauben gestorben, der Geringste eurer Brüder, der seine Sünden bereut und gebüßt, wie ich es noch tat; denn als ich mein Leben aushauchte, habe ich es aufgeopfert zur Sühne für meine begangenen Sünden. Obwohl ich einer der geringsten Himmelsbürger bin, bin ich aber doch unendlich glücklich. Harret aus, meine Geschwister! Harret aus, ihr Kinder! Unendlich glückselig, unendlich glückselig!“

Barbara: „Großer Gott! Liebe Mutter, noch ein einziges, liebes Wörtchen von Dir. Morgen feiert die Kirche Mariä Lichtmeß. Dein Fest habe ich schon so schön geschaut. O liebe Mutter, erflehe mir doch die Gnade, daß ich in dieser Woche meinem Herrn treu diene und allen, die hier sind, daß sie es im Glauben erfassen. O erflehe ihnen die Standhaftigkeit in allen Leiden und Prüfungen. O erflehe mir die Gnade, daß ich all die Prüfungen, die über mich kommen, mit Geduld ertrage und all die Schmäh-Reden. Ich verzeihe allen, die sagen, was nicht wahr ist. Erflehe ihnen die Gnade, daß sie es einsehen, daß nicht so viele Sünden geschehen. O wenn doch die Leute gescheit wären, die Priester wären nicht so, wenn sie nicht von den Leuten aufgehetzt würden, und mache doch, daß Dein lieber Sohn nicht so geschmäht wird, denn anstatt Gutes, wird Böses angerichtet.“

Maria: „Meine Tochter! Das war schon immer so. Sei zufrieden und harre aus. Durchgehe die Legenden und schlage auf, wo du willst. Es ist allen so gegangen. Auch Mein Lebensweg war so verkannt, verachtet und geschmäht. Dieses ist so der Gang der Welt. Das muß dich nicht kümmern und alle, die Meinem Sohne nachfolgen, müssen sich um das leere Gerede der Welt nicht kümmern. Diese sind Weltkinder und verstehen es nicht besser. Als geistigen Blumenstrauß nehmt hin Meine besondere Huld und Gnade. Auch einen herzlichen Gruß an die kranke Schwester N. von ihrer himmlischen Mutter.“

Barbara: „Was soll sie tun, um den Priester N. aus dem Fegefeuer zu befreien?“

Maria: „Sie soll all ihre Leiden aufopfern für ihn bis Ostern.“

Barbara: „Was soll sie tun für Schwester N.?“

Maria: „Noch fünfzehnmal soll sie den Rosenkranz beten.“

Barbara: „O liebe Mutter, gib doch auch N. einen Trost.“

Maria: „Ja, ja, Mein Sohn! Gräme dich nicht. Du hast dein Lebensziel nicht verfehlt. Harre aus! Bleibe auf dem Weg, den du bisher gewandelt bist und wähle dir keinen anderen Stand. Bleibe Jungfrau, wenn du auch nicht im geistlichen Stand Mir dienen und Priester werden kannst. Siehe, in der Welt braucht man starke Männer, die mit gutem Beispiel vorangehen und besonders Jungfrauen, jungfräuliche Seelen, denn Mein Sohn will, daß zu Ehren gelange der jungfräuliche Stand, weil die Welt gar so gottlos geworden und das Eheband so zerrüttet ist und die Familie so darniederliegt, daß der ganze Ehestand wie ein modernder Leichnam dahinsiecht.

Darum verlangt Mein Sohn, daß der jungfräuliche Stand neben dem Ehestand blühen soll, denn dieses Jahrhundert wird so viele Jungfrauen erzeugen, daß sie die Klöster nicht fassen können, Jungfrauen männlichen und weiblichen Geschlechtes. Durch diese jungfräulichen Seelen soll und muß der Ehestand wieder geadelt und gehoben werden, denn merkt es euch, dort in jener Familie, wo eine jungfräuliche Seele steht, die sich einsetzt für die übrigen Glieder der Familie, steht es nicht so schlimm, auch wenn hie und da ein Mitglied abweicht, es kann wieder zurückkommen, durch das Gebet dieser jungfräulichen Seele. Und du, mach Mir die Freude und bleibe jungfräulich. Du hast Vermögen und kannst leben. Spare, halte dein Geld zusammen, es wird dir nicht mangeln. Wenn dein Vater und deine Mutter gestorben sind, dann gehst du zu einem deiner Brüder, die Priester sind. Dort bringst du dein Leben zu und diene Mir wie ein Benedikt Labre. Schäme dich nicht, recht oft vor dem Tabernakel zu knien und vor Meinem Altar, vor einem Mir geweihten Altar.

Du wirst dereinst, wenn du abgehst, eine herrliche Krone bereitet finden, eine herrliche, dreifache Krone: Eine Krone der Jungfräulichkeit, eine Krone, die du dir durch deinen Gehorsam verdienen sollst, und eine Krone, die du dir durch deine freiwillige Armut erwerben sollst. Obwohl du kein Ordensmann bist, kannst du mitten in der Welt dieses dreifache Gelübde halten.“

Barbara: „Lieber Jesus, auch ein Wörtlein des Trostes für die Eltern dieses Deines Dieners.“

Jesus: „Sie haben Trost in ihren Kindern und auch Leiden. Das kann Ich ihnen nicht ersparen. Ich habe diese Ehe so gesegnet und vielen als Muster vorangestellt. Sie sollen aber auch vielen vorleuchten, wie man sich verhalten soll beim mißlungenen Glück, und sollen im Kreuztragen geübt werden.“

Barbara: „Gib auch diesem armen Mädchen einen Trost.“

Jesus: „Sage ihm nur, daß es sich vorbereiten soll auf seinen Heimgang. Es soll die Leiden, die sie zu erdulden hat in ihrer Familie, aufopfern Tag für Tag, denn dort wird es einen gar so harten Kreuzweg zu gehen haben.“

Luise bat den Herrn noch für eine Seele, die Ihm schon 67 Jahre gedient und noch fürchtet verlorenzugehen. Der Herr antwortete erst anderen Tages nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Diese Seele, obwohl sie von frühester Jugend Mir gedient und nur Mich gesucht und Mir sehr wohlgefällig ist, lasse Ich ihr doch die Ängste, anderen ängstlichen Seelen zum Trost, damit man sehe, wie man immer in Furcht und Zittern sein Heil wirken muß. Ebenso lasse Ich dir die Ängste, damit nichts von den Gnaden, die Ich anderen durch dich gewähre, an dir hängen bleibt, und du dir nichts aneignen kannst, sondern dich nur als das Sprachrohr betrachtest.“

Am Fest des heiligen Ignatius sagte der Schutzengel von Barbara:

Schutzengel: „Gehe heute in die Ignatius-Kirche zum Hochamt, aus Dankbarkeit.“

Bei demselben sah sie den Heiligen, wie er schützend seine Hände über die Gemeinde ausbreitete. Der Herr sagte:

Jesus: „Durch nichts könnt ihr so viel verdienen als durch die Verachtung, die euch von vielen zuteil wird.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

342 Donnerstag am 15. Februar 1900

Lied: Ihr Kräfte ... In der zweiten Woche von Februar wurde Barbara durch mancherlei üble Nachreden sehr beängstigt, in Zweifel und Unruhe versetzt. Sie sagte zum Herrn, sie fühle nicht die Kraft in sich, in so fortgesetztem Widerspruch mit den geistlichen Vorgesetzten zu leben. Er möge sie doch den gewöhnlichen Weg gehen lassen und ihr die Gnaden entziehen. Der Herr erwiderte auf ihre Klagen am Freitag, den 9. Februar 1900, als Barbara das Heiligste Sakrament anbetete und sagte, daß Er heute nicht komme, um ihr zu zeigen, welcher Geist in ihr herrsche, damit sie einsehe, daß sie es so nicht abschütteln könne. In der folgenden Woche hatte sie darauf nochmals große Gnaden. Am das Fest des heiligen Valentin erschien ihr Bruder Valentin und bat Barbara, sie möge doch ausharren, denn er habe seine große Glorie erlangt, weil er sie in sein Haus aufgenommen und teilnehme an all dem Guten, das der Herr durch Barbara wirken wolle. Barbara konnte sich nicht sättigen an seiner Herrlichkeit. Sein Anblick hielt sie gefesselt während einer ganzen Segensmesse. Auch gab ihr Jesus eine Belehrung über die Seelen der Gerechten, die Er mit Rosmaringärten verglich, in denen Er lustwandelt.

Jesus: „Wie der Rosmarin den ganzen Garten ausduftet, so zieht der Wohlgeruch von den Verachtungen, die ihr leidet, Mich zu euch hin, daß Ich täglich mit Wohlgefallen in euch herniedersteige.“ Die Klöster seien Ihm die Städte in der gottlosen Welt. Die Mauern derselben seien die Wälle, die um die Stadt gelegt sind, damit die gottlose Welt nicht eindringen kann. Barbara konnte nicht alles im Gedächtnis behalten.

Jesus: „Morgen komme Ich wieder, aber zur Strafe für deine Zweifel wird eine Verdemütigung damit verbunden sein!“

Inhaltsverzeichnis Band 4

343 Dritter Freitag im Februar 1900

„Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt.“

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Nicht wahr, Du zwingst mich nicht, das hast Du mir gezeigt die vorige Woche. Mein freier Wille wird nicht beeinträchtigt, obgleich Du so unendlich gut bist und Dich sehnst, mit Menschenkindern zu verkehren, Dich zu ihnen herabzulassen, nicht nur in der Brotsgestalt, sondern auch, was Du hier besonders lehren willst: geistigerweise willst Du zu uns kommen und mit uns reden. Aber hier sprichst Du nicht nur geistigerweise, hier bist Du wirklich und wahrhaft mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut gegenwärtig wie dort im Tabernakel. Und doch versagst Du Dir diese heilige Stunde, wenn ich nicht gewillt bin dazu.

O mein Jesus, verzeih mir, daß ich so böse war und Satan und seinen Einflüsterungen nachgegeben habe. O Barmherzigkeit für mich und für alle armen Sünder! So geht es allen Menschen, wenn sie nachgeben, wenn sie manchmal noch so guten Willens sind, aber in einer schwachen Stunde geben sie nach und gehen zugrunde, manchmal auf ewig. Barmherzigkeit für uns und alle armen Sünder! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ich habe dir gestern gesagt, weil du Mich die ganze Woche so sehr bestürmt hast und Mich gestern eingeladen hast, durch besondere Vorbereitungen, daß Ich am heutigen Tage wieder zu dir kommen werde, aber mit einer Verdemütigung. Siehe, diese Verdemütigung war, daß Ich heute früh zu dir kam und keines deiner Angehörigen, noch deine lieben Mitschwestern nach dir gesehen haben und sie halb und halb sich vorstellten, als sei es nicht notwendig. Dieses mußt du dir als eine Verdemütigung ansehen, die Ich dir deiner Sünden wegen hie und da zukommen lasse, weil du, obwohl du weißt, daß du aus dir nichts hast als Elend und Sünde, doch manchmal so ungehalten bist, wenn Ich dir eine Prüfung zuschicke.

Siehe, diese unaussprechliche Gnade, die Ich dir vorbehalten habe, und die tausend andere besser benützen würden als du, muß manchmal geprüft und geläutert werden von den Schlacken, die du daran heftest durch deine Unvollkommenheiten, denn wisse, wenn Ich Mich zurückziehe in dir, und dich deiner Armseligkeit überlasse, dann wisse, daß Satan schon auf der Lauer steht und den Augenblick abwartet, wo Ich Mich von dir abwende und Mich zurückziehe in das innerste Gemach deines Herzens. Dort bleibe Ich, dort lasse Ich Mich von Satan nicht vertreiben, aber deinen äußeren Seelenkräften nach ziehe Ich Mich zurück, und dieser Augenblick wird von Satan ausgenützt, und du wirst gequält und gefoltert von ihm auf mögliche Weise, weil du dann so ungezogen bist und Mich verabschiedest, wie du es vorige Woche getan, wo du dann bittest und bettelst und dazu noch andere Meiner Diener aufforderst, wie du vorige Woche getan, wo du Meinen Nährvater, den heiligen Josef, aufgefordert hast, mit dir Mich zu bestürmen, daß Ich dir die Gnaden entziehen möchte.

Darum muß Ich dir manchmal zeigen, was du bist, und Ich bleibe dann zurück, aber Ich verzeihe dir diese Unvollkommenheiten und will nur wissen, ob es dich auch schmerzt, Mich betrübt zu haben, Mich von dir gestoßen zu haben. Dann bin Ich wieder der alte, treue Freund, der sich nicht so leicht wegschicken läßt aus dem Haus, wo er sich einmal eingenistet hat mit alter treuer Freundschaft. Wißt, Meine Kinder, daß Ich doch, obwohl ihr alle noch recht viele Unvollkommenheiten mit euch herumtragt, Meine Freude habe an diesen Meinen Kindern, die da mit so kindlicher Einfalt Mir dienen. Wißt, daß Ich gerade hier an dieser Stätte die kindliche Einfalt wieder lehren, wieder aufräumen will, die heilige, kindliche Einfalt des Herzens.

Ja, ja, all die Liebesbundmitglieder sollen in erster Linie, nachdem sie eine gute Beichte abgelegt haben und sich mit Mir ausgesöhnt, seien sie auch noch so böse gewesen, hätten sie Mich auch noch so sehr gekränkt und beleidigt und hinausgestoßen aus ihrem Herzen, sobald sie aber vor einem Priester ihre Sünden bekannt und sich vorgenommen haben, ein anderes Leben zu führen, in erster Linie eine kindliche Einfalt sich aneignen. Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt. Durchgeht mit Mir Mein ganzes Leben bis hinauf an das Kreuzesholz.

Seht, als Ich hinausgetreten war aus Meinen Kinderschuhen, als Ich das Jünglingsalter angenommen hatte, da begleitete Mich schon die kindliche Einfalt, die Mich fortwährend antrieb bei allen Meinen Verrichtungen. Wenn Ich mit Meinem Nährvater hinauszog ins öffentliche Leben, wo Ich mit ihm arbeitete und zimmerte, und am Abend, wo wir uns wieder zurückziehen wollten in unser stilles, trautes Heim, er Mich hinschickte, um den Lohn in Empfang zu nehmen, da trat Ich vor die Leute hin wie ein einfältiges Kind und hielt die Hand auf, um den Lohn zu empfangen nach Belieben, wie sie ihn Mir geben wollten.

Ich sagte nicht, es ist zu wenig, wie ein erwachsener Jüngling schon tut oder tun kann, wenn man ihn schroff und grob behandelt, und er doch seinen verdienten Lohn in Anspruch nehmen kann, steht es dem Jüngling schon zu, daß er es dem betreffenden Arbeitgeber vorhält, daß er Unrecht hat, wenn er den verdienten Lohn entzieht. Ich aber zog Mich zurück in stiller, heiliger Freude, als ob Ich den gerechten Lohn empfangen hätte, und Ich übergab ihn Meinem Nährvater.

Diese kindliche Einfalt begleitete Mich, als Ich Mein öffentliches Leben ausübte. Wenn Ich unter dem Volke stand und lehrte, schaute Ich doch mit Meinem göttlichen Auge hinein in die verborgensten Winkel der Herzen. Ich durchschaute die Gottlosen mit ihren schwarzen, verschmitzten Plänen. Ich schaute, wie sie in ihrem Herzen dachten: ‚Dieser arme Mensch, dieser Zimmermannssohn, will sich dünken als gelehrt und will uns da Dinge vorpredigen, als ob wir noch der Lehre bedürften. Sind wir doch die Gelehrten, haben wir doch unser Geld ausgegeben, um die Wissenschaft zu lernen, haben wir doch den Auftrag von Gott bekommen, das Volk zu belehren, und dieser will uns jetzt etwas vormachen.‘

Trotzdem lehrte Ich vom Morgen bis zum Abend. Ich ging hinaus und durchwachte die Nächte und betete für diese armen Menschen, für diese scheinheiligen, übertünchten Gräber, denn sie waren es, die Gelehrten, die so gottlos von Mir dachten, und Ich hatte Geduld mit ihnen, Ich übte Nachsicht mit ihnen, obwohl Ich der Herr über Leben und Tod war, der Herr über alle diese gewesen bin, die da Mir schwarze Pläne schmiedeten, wartete Ich doch ab, und ließ alles über Mich ergehen. Ja, als sie Mich hinaufführten auf Golgotha und Mich ans Kreuz schlugen, da noch begleitete Mich die kindliche Einfalt.

Ich ließ alles an Mir geschehen, wie ein unschuldiges Kind es tut. Es läßt sich führen von guten und bösen, von guten und schlimmen Eltern. Wenn es, wie oft vorkommt in der Menschheit, wo die Eltern dahingerafft werden und das Kind hinausgestoßen wird in gottlose Hände, da läßt es sich behandeln von solchen, wie von seinen lieben Eltern, mögen sie gut oder gottlos sein, wie es Rabenmütter gibt, es läßt sich behandeln von der Rabenmutter wie von der guten Mutter. So tat Ich es, bis Ich hinaufgestiegen war und Mein Leben zurückgegeben hatte in die Hände Meines himmlischen Vaters.

Seht, Meine Kinder, dazu bin ich heute gekommen, um euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes die kindliche Einfalt zu lehren, wenn Satan kommt. In erster Linie will ich euch befestigen in euch selbst, in eurem eigenen Herzen, denn der schlimmste Feind des Menschen ist das eigene Herz, das fleischlich gesinnte Herz. Dieses möchte wie alle übrigen Menschen leichtfertig dahinleben, es möchte sich keinen Zwang antun. Ja, ja, viele Christen gibt es, die Mir treu dienen, aber bei Leibe sich keinen Zwang antun wollen in Meinem Dienst. Sie wollen ja nur so dahinleben und tun, was die Gemächlichkeit und die Bequemlichkeit gerade eingibt und wie es ihnen paßt.

Diese gewöhnlichen Alltagschristen sollen doch nicht glauben, daß Ich mit ihnen verkehren kann. Nein, nein, Meine Kinder, ihr müßt Eifer zeigen, ihr müßt tiefer gehen, ihr müßt diese Alltagschristen beschämen durch eure Standhaftigkeit, durch euren kindlichen, einfältigen Glauben. Ihr müßt eurer Bequemlichkeit auch Gewalt antun, sie niederkämpfen und auch da Mir dienen, wo es euch nicht bequem ist. Dieses arme Herz nun, das da überall zur Bequemlichkeit hinneigt im Gebet, im Buße tun, im Opferleben, es gibt nach, wenn Satan ihm einflüstert: ‚Siehe, es nützt dir doch alles nichts, sei nicht so einfältig, mach es wie andere Leute, die ja auch in den Gottesdienst gehen, aber nur, wenn es ihnen paßt und ihre Pflicht ist, die die heiligen Sakramente empfangen, aber doch nicht so oft wie du, die beten, aber nicht so viel wie du. Und siehe, es nützt dich doch alles nichts. Gott hört doch dein Gebet nicht, sonst könnte Er solche Trübsale nicht über dich ergehen lassen. Siehe, wie man überall über dich spottet und dich verlacht und überall sich nur lustig macht über solche Kopfhänger.‘

Das sind alles Satansreden, glaube nicht, es sei in Wirklichkeit so, weil du dich so unvollkommen siehst. Nein, nein, Meine Kinder! Das gehört nicht zu dem kindlichen, lebendigen Glauben. Ein Kind glaubt alles, es glaubt, daß es auch alles könnte, es fängt an zu laufen, und wenn es hundertmal fällt, es steht wieder auf und fängt immer wieder von neuem an zu laufen. Wenn du auch hundert- und tausendmal fällst, du mußt dich immer wieder aufrichten und immer wieder von neuem anfangen, mit kindlichem Vertrauen zu laufen, den Weg des Heils und der Buße.

Heilige will Ich bilden, Heilige soll es geben in diesem Jahrhundert in allen Schichten der Menschheit. Und weil es in der Welt so gar zu traurig aussieht und gar zu viele von dem kindlichen Glauben abgekommen sind, auch wenn sie noch gute Christen sind und sein wollen, darum merkt auf Meine Worte.

Ich habe, obschon Ich schon vieles zu euch gesprochen habe in den acht Jahren, in denen Ich mit dir öffentlich verkehre, doch noch so vieles mit euch zu reden, um die Menschen wieder zu rütteln und zu schütteln, um die Menschen zurückzuführen zu dem alten kindlichen Glauben, der da anfangen wollte zu vergehen, zunichte zu werden; denn je mehr man den Kindern der Kirche vormacht, es sei nicht mehr tunlich, zu leben wie im Mittelalter, desto mehr geht der kindliche Glaube zurück in den Herzen der Menschen.

Und was die Religionslehrer und diejenigen, die gute Schriften schreiben, verderben und durch ein einziges solcher Worte bewirken können, das hast du wieder gesehen in der vorigen Woche, wo dein Beichtvater zu dir einige Worte gesprochen, die dich betrübten, die dir so viel andeuteten, als hielte er nichts von deinen Bemühungen, wenigstens hast du es so verstanden. Seht, Meine Kinder, seht, Meine Diener, wie ihr euch in acht nehmen müßt, ihr, die ihr gestellt seid, Mein Volk zu lehren, obwohl es scheint, als wollten die Christen vielfach ihre eigenen Wege gehen, hören sie aber doch gar wohl auf die Worte, die auf der Kanzel oder im Beichtstuhl oder in Schrift und Wort gelehrt und gesprochen werden. Und solche Worte richten großen Schaden in den Seelen an. Darum, Meine Diener, merkt auf, nehmt euch in acht! Das Volk, das gar zu leichtfertig angelegt ist in diesem Jahrhundert, das gar gern das Leben der Heiligen außer acht und geschmäht wissen möchte, um es ja nicht nachtun zu müssen, lauert auf jedes Wort, mag es in der Zeitung stehen oder ihnen zugesprochen werden.

Nein, nein, es soll das Leben Meiner Heiligen recht genau dem Volke vorgestellt werden und aber dazu gesagt werden, daß alle, alle ihnen nachfolgen können und müssen. Darum habe Ich in den Schriften schon so oft erklärt, daß Ich nicht große Werke verlange, daß Ich nicht verlange, die Heiligen, Meine Diener, nachzuahmen in den Werken, die sie getan, in dem sie sich halb zu Tode marterten, indem sie ihr Fleisch zu Tode kreuzigten; weil das Menschengeschlecht in jetziger Zeit so gar zu versinnlicht ist, kann Ich solche Sprache nicht reden, sonst wären sie alle gewillt, Mir aus dem Strang zu springen, auch die besten Meiner Kinder.

Aber das, was Ich hier rede in diesen Schriften, ist allen Menschen möglich, auch wenn sie mitten in der Welt stehen, auch wenn sie große Lasten zu tragen haben, denn ein kindliches, demütiges Herz kann Mir jeder Mensch entgegenbringen, jeder Christ, auch wenn er Familienvater ist und Familienmutter, ein kindliches, demütiges, einfältiges Herz, indem er alles glaubt, was die Heilige Kirche lehrt und durch sie ihm vorgestellt wird, indem er die Wege geht, die ein kindliches ... (einige Worte überhört), ... das Kreuz mit Geduld trägt und nicht schaut auf diese und jene, und die Verachtung und Verdemütigung, die ihm von allen Seiten zukommt, mit Geduld hinnimmt und Mir zuliebe erträgt.

Siehe, Meine Tochter, wenn du all die Verachtungen und Verdemütigungen, die du schon jahrelang auf dich genommen, weil alle Meine Diener so sehr gegen dich sind, alle Tage Mir zum Opfer bringst, so ist dieses Mir ein solcher Wohlgeruch, als wenn Ich einen Lustgarten Tag für Tag zu durchwandern hätte. Seht, Meine Kinder, alle eure Unvollkommenheiten will Ich vergessen, wenn ihr Tag für Tag dahingeht, Mich suchend, mit heiliger Freude Mich suchend, und alle eure Mitmenschen anzieht durch die heilige Freude, die ihr ja zur Schau tragen sollt überall, möget ihr gerufen werden vor die Obrigkeit oder dahingehen auf einem stillen Wallfahrtsgang oder in der Kirche oder in euren Berufspflichten.

Überall sollt ihr ein kindlich-frommes Gemüt, eine heilige Freude zur Schau tragen, damit eure Mitmenschen sehen, daß Gott in euch wohnt, daß die Liebe euch beseelt und durch diese Liebe Mir Tag für Tag ein solches Wohlgefallen entgegenbringt, daß Ich zu euch herabsteige und in euch wohne und mit euch wandle wie in einem Lustgarten und dadurch, daß ihr Mir die Verachtungen und Verdemütigungen täglich zum Opfer bringt, obwohl euch Satan zuflüstert, es sei dies Dummheit, die Menschen achteten doch nicht darauf. Seht, so viel könnt ihr Mir Genugtuung leisten und noch viel mehr, als Sünden und Fehler ihr in eurem ganzen Leben begangen, und ihr könnt Mir so viel Sühne leisten, daß Ich Tausenden eurer Mitmenschen ihre Fehler vergesse, die sie begangen, und viele, viele um euretwillen retten werde.

O ihr Liebesbundmitglieder! Schaut hin auf das große Schauspiel, das sich unter euren Augen jetzt in dieser Faschingszeit vollzieht. Ich habe Mich dir heute früh gezeigt, wie Ich zerrissen und zerfleischt werde. Seht, dieses ist Mein mystischer Leib. Zerrissen und zerfleischt wird Er in der Faschingszeit. O kommt doch, Meine Kinder, kommt doch, ihr Meine geliebten Töchter und Söhne! Ja, ja, Ich muß Meine Töchter zuerst nennen, weil sie in erster Linie Mir folgten unter das Kreuz. Wie damals, als Ich hinaufgestiegen an das Kreuz, alle Meine Jünger flohen bis auf einen einzigen, aber Meine Töchter Mir folgten, so ist es heute noch in der Kirche. Wo es an die Schmach geht, an die Verachtung, da fliehen alle Meine Diener, da ist nur noch das Frauengeschlecht, das noch mit Mir auf Kalvaria hinaufsteigt. Liebe, Lob ernten, dazu sind viele bereit, aber Schmach und Verachtung tragen, ein witziges Wörtchen hören, damit ist niemand mehr einverstanden.

Es muß anders werden, Meine Diener, es muß anders werden, Meine Kinder! Seht, in dieser Faschingszeit, wo Ich wieder von allen guten Christen, die Mir sonst noch anhingen, verachtet und verspottet werde, indem sie vorgeben, ein unschuldiges Vergnügen sei doch erlaubt. Ja, es ist erlaubt, aber damit schleicht Satan mit herein in diese unschuldige Seele, und Satan nimmt Platz in diesem Herzen, und Ich werde hinausgetrieben. Darum siehst du Meinen mystischen Leib ganz zerfetzt und zerrissen. Ihr, Meine Kinder, ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, hütet euch vor Fastnachtsvergnügen, auch wenn sie noch so unschuldig sind. Trauert und weinet mit Mir; denn Ich beweine ja den mystischen Leib Meiner Kirche!“

Barbara: „O Herr, wie soll N. diesen Fehler ihres früheren Lebens gut machen?“

Jesus: „Sie soll, solange diese Person noch lebt, ihr alljährlich etwas zukommen lassen, eine kleine Spende. Dies will Ich ihr so anrechnen, als hätte sie dieselbe behalten. Dafür soll sie jetzt sich offen und frei bekennen vor aller Welt als Liebesbundmitglied. Meine Kinder! Alle die Diener und Dienerinnen, die sich gewendet zum Guten, und Mir nachgefolgt sind, haben Fehler zu bereuen und zu beweinen, haben Ärgernisse gegeben. Seht, wenn Ich so handeln wollte, könnte Ich gar nicht mehr fertig werden, aber wißt doch, daß Ich ein gar guter Gott bin, daß Ich die Fehler verzeihe, wenn nur der Mensch sich vornimmt, dieselben wieder gutzumachen. Und siehe, Meine Tochter, dadurch, daß du ja beiträgst zu all den guten Werken und dir vorgenommen hast, all dein übriges Vermögen den Armen zu schenken, denn Arme sind ja all die Diener Christi, die der Welt entsagt, und das Almosen, das man ihnen spendet, ist ja den Armen gespendet, das Almosen, das eine Seele gibt von ihrem Vermögen zu dem Bau einer Kirche, gehört auch zu den Spenden für die Armen.

Das Almosen, das man gibt zum Bau eines Klosters, zur Abhaltung von Missionen, für solche, die hinausziehen in fremde Länder, oder die hier im eigenen Vaterland Missionen halten, alle die guten Werke, die da gegründet werden, die die Reichen solchen Missionaren spenden oder solchen, wo Klöster oder Kirchen gebaut werden, gehören zu dem Almosen, das für die Armen gegeben wird, von dem Ich dereinst gesagt: Arme habt ihr allzeit bei euch, Mich aber nicht. Damit wollte Ich sagen, all die guten Werke, die da gegründet werden, die von dem Almosen und von dem übrigen Geld der Reichen gespendet werden, zu dem Worte gehören, das Ich hier gesprochen habe, und dadurch werden die Sündenstrafen der einzelnen getilgt.

Es ist aber im eigenen Vaterland, wo ihr wohnt und wo ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, wohnt, so notwendig, daß ein anderes Christentum gegründet werde, wie draußen in dem Heidenland, wo der Gekreuzigte noch nicht viel bekannt ist, wo man den Gekreuzigten noch nicht kennt. Hier im eigenen Vaterland ist der Gekreuzigte hinausgestoßen, verkannt und verschmäht, weil die meisten Menschen ein genußsüchtiges Leben führen und ein genußsüchtiges Leben suchen. Dieses muß anders werden, es muß dieses genußsüchtige Leben umgewandelt werden. Darum ist die Mission im eigenen Vaterland gerade so notwendig wie dort im Heidenland. Merkt wohl auf, wenn ihr lest in den Briefen der Missionare oder in den Zeitschriften, wie gute Eigenschaften hie und da noch die armen Heiden an sich haben; dann vergleicht diese mit eurer Zeitgenossenschaft, in der ihr lebt, und ihr werdet finden, daß eure Zeitgenossen gerade so verstrickt und vergraben sind in der Heidenwelt, in die heidnischen Sitten wie jene.

Darum, Meine Kinder, auf, liebt die Verachtung und Verdemütigung und tragt dazu bei, daß recht viele im eigenen Vaterland sich vornehmen, Abbitte und Sühne zu leisten für die gottlosen Zeitgenossen. Schmach und Verachtung ist das einzige Mittel, womit die sündige Menschheit wieder zurückgeführt werden kann auf den rechten Weg, wenn diejenigen, die Mir treu dienen, sich vornehmen, nichts mehr zu suchen als die Schmach des Kreuzes, nichts danach zu fragen, wenn auch die ganze Welt sich gegen sie verschworen hat. O es ist viel zu verbessern in der heutigen Christenwelt. Darum fangt zuerst an, ihr, Meine Diener, geht zurück zum alten kindlichen Glauben. Predigt ihn dem Volk, und es wird bald wieder anders werden, aber nicht eher, bis ihr alle zurückgekehrt seid zu dem alten, kindlichen Glauben.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

344 Freitag vor Aschermittwoch im Februar 1900

„Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.“

Lied: Wo eilst du, Jesus, hin...

Am fünften Josefs-Mittwoch hatte Barbara große Gnade bei der heiligen Kommunion. Der Herr ließ Barbara an Seiner heiligen Seitenwunde ruhen und sagte:

Jesus: „Hier an Meiner heiligen Seitenwunde sollst du die Pulsschläge Meines heiligsten Herzens schlagen hören. Sauge ein, Meine Tochter, sauge ein!“

Da Barbara große Wonne kostete, sagte sie:

Barbara: „Herr, laß auch meine Mitschwestern daran teilnehmen.“

Jesus: „Sorge nicht, Ich sorge schon für ihr Vergnügen.“

Nach der heiligen Wandlung erschien ihr der heilige Josef: Josef: „Fürchtet euch doch nicht, denn seht auf mein Leben. Als mir der Auftrag gegeben wurde, nach Ägypten zu fliehen, da hätten mir viele abgeraten, wenn ich sie gefragt hätte.“

Er sagte noch vieles. Barbara konnte es nicht behalten. Barbara hatte dem heiligen Josef versprochen, alle neun Mittwoche nach der zu seiner Ehre gehaltenen Messe auf der Erde, vor seinem Altar kniend den Rosenkranz zu beten. An diesem Tage unterließen sie es wegen der Valentinus-Andacht. Bei der Abendandacht verwies sie der heilige Josef mit den Worten: Josef: „Ihr habt mir versprochen, in demütiger Haltung vor meinem Bild den Rosenkranz zu beten. Warum haltet ihr euer Versprechen nicht?“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bitte Dich um Verzeihung für alle Fehler und Nachlässigkeiten, deren ich mich schuldig gemacht. O Herr, ist es möglich, daß Du alles vergissest? O mein Jesus, wie bist Du unendlich gut. O daß doch die Menschen Dich erkennen und lieben möchten. O ihr meine lieben Mitschwestern, durchwandert mit mir die ganze Welt und sucht mit mir die Seelen auf, die noch an Ihn glauben, die Ihn lieben und Ihm dienen wollen, damit wir Ihm Ersatz und Sühne leisten für die vielen Beleidigungen und Kränkungen, die Ihm in diesen Tagen wieder zugefügt werden. O mein Jesus, teile uns mit den Schmerz, den Dir die Zeit verursacht. Gern sind wir bereit, die Leiden mit Dir zu erdulden, all die Schmach und die Lästerungen von allen Menschen wären wir bereit zu ertragen.

O ihr habt recht, ihr Menschen, wenn ihr uns beschimpft und mit Schmach und Spott überhäuft, denn mehr wir sind nicht wert, weil wir armselige Sünder sind. All die Verachtung, die wir um Deinetwillen schon erduldet, opfern wir Dir auf in Vereinigung mit all der Schmach und Lästerung, die Du vor Hannas und Kaiphas, Pilatus und Herodes erduldet hast, bis Du hinaufgeführt wurdest auf Golgotha und den letzten Seufzer ausgehaucht hast, zu einiger Genugtuung für die Schmach und Lästerung, die Dir angetan wird von den undankbaren Kindern der heiligen, katholischen Kirche, indem sie sich so ungebührlichen Vergnügen hingeben. O wer mit Dir geschaut, was Du leidest in diesen Tagen, der sieht die ganze Bosheit der Christen, wie sie da in diesen Tagen ihren Gott kränken, zurückstoßen und hintansetzen. O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Jugend, Barmherzigkeit für die Eltern, die so gottlos sind und ihre Kinder hingehen lassen, wo so abscheuliche, ausgelassene Vergnügen stattfinden.“

Und ich sehe meinen Jesus so entsetzlich entstellt und so traurig!

Jesus: „Siehe die Schönheit dieser Seele. Bis hierher war sie Mein!“

Barbara: Und ich sehe ein Ringen und Streiten um diese Seele. Ich sehe eine ganze Schar um sie versammelt, schwarze, unheimliche Gestalten. Mit teuflischem Hohnlachen packen sie von allen Seiten die Seele an.

„O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Seele! Mutter, hilf mir doch! O mein lieber, heiliger Schutzengel und ihr Schutzengel der Liebesbundmitglieder, vereinigt euch mit dem Schutzengel dieser Seele; helft ihm kämpfen. Mein Jesus! O laß Dich nicht vertreiben, bisher war sie Dein! O so kommt her zu mir! O komm, mein Geliebter! Komm an mein Herz, ich will Dich entschädigen!“

Jesus: „Du kannst Mich entschädigen. Für die ganze Ewigkeit ist sie Mir verloren; verloren für ewig, verloren für ewig! Meine Kinder! Was Ich Meine Kleine hier schauen ließ, verwirklicht sich in diesen Tagen vielfach. Viele Eltern hüten ihre Kinder, das ganze Jahr über sind sie fromm und wollen ihre Kinder für Mich erziehen und zeitlich und ewig glücklich machen. Aber dann kommt die Zeit heran, wo sie auch an die Versorgung denken, an das zeitliche Glück ihrer Kinder. Und weil sie etwas schwach sind, blödsinnig, weil sie meinen, die Tochter, der Sohn, er muß machen wie andere, damit er doch ja auch eine Versorgung dereinst erlangt, ja, meine Tochter muß sich sehen lassen, sie muß auch tun wie andere, damit sie auch Freier bekommt, und weil die Eltern fromm sind und keine Freude haben an dergleichen Ausgelassenheiten, so lassen sie die Tochter, den Sohn allein hingehen, und Satan, der bis jetzt über dieses unschuldige Herz keine Gewalt hatte, weil es unter dem Schutz der Eltern stand, die die sichtbaren Schutzengel des Kindes waren, fällt mit Rachgier über dieses unschuldige Kind her.

Noch mehrere Helfershelfer spornt er an, die müssen alle um die Seele herumtanzen, bis sie sie in ihre Klauen gebracht, und ein unbesonnener, unbewachter Augenblick, und die Seele ist gefallen. Sie hat Freude an schmutzigen Reden, es gefällt ihr, dergleichen Dinge zu hören, weil das Fleisch des Menschen verdorben ist und hinneigt zu solchen sinnlichen Begierden; denn dieses ist nun einmal mit der ersten Sünde in das Menschengeschlecht hineingekommen.

Das Menschengeschlecht, das Ich dereinst erschuf zu Meiner Ehre und Verherrlichung, sollte freilich zur Fortpflanzung geschaffen sein, schon von dem ersten Menschen an. Aber dieses sollte ganz ohne Sünde vor sich gehen. Die Sinnlichkeit habe Ich nicht in den Menschen hineingeschaffen. Die Sinnlichkeit hat nur die erste Sünde geschaffen durch den Stolz, weil der Mensch Gott gleich sein wollte und der Mensch sündigte. Dann erst gebar die Sünde die Begierlichkeit des Menschen, der Mensch ist zur Sinnlichkeit hingeneigt, zur Begierlichkeit. Und wenn er nicht recht kämpft und mit aller Wucht kämpft, fällt er dieser Sinnlichkeit so anheim, daß er wie ein Tier sich erniedrigt unter den Menschen, unter seine Würde.

Diese Begierlichkeit ist nun seit jener Zeit in jedem Menschen; sie wird aber, wenn der Mensch der Gnade entspricht, die Ich jedem Menschen anbiete, schon von frühester Kindheit an gedämpft, die Eltern und die Erzieher des Kindes können viel dazu beitragen, daß diese Begierlichkeit gedämpft und abgeschwächt wird. Wenn nun aber der Mensch zu solchen Zeiten sich selbst überlassen ist, wo diese Begierlichkeit von allen Seiten angestachelt und aufgeregt ist, dieses sind die Teufel, alles wird da aufgeboten, die Flöten und die Instrumente, die da gespielt werden, die frechen Gebärden, die Zoten und Possen, die unausstehliche Kleidung, alles trägt dazu bei, die Sinnlichkeit in jedem Herzen zu locken und zu wecken, und das arme Kind, das da hinausgeht und solche Abscheulichkeit mit ansieht, wird umringt, verstrickt und betäubt. Es weiß nicht mehr, was es tut, es überläßt sich anderen, den Eingriffen Satans, der diese unbewachten Augenblicke gar wohl ausnützt und von diesem Herzen Besitz nimmt.

Seht, Meine Kinder, deswegen komme Ich zu euch, um die Menschen auf alles aufmerksam zu machen und ihnen immer und immer wieder die Lehre vom Kreuze zu predigen. Im Paradies hat der Kreuzweg begonnen, der Kampf im Menschen, dieser Kampf mit der Begierlichkeit trieb den Menschen aus dem Paradies hinaus. Die sinnliche Begierde und das Paradies können nie beisammen wohnen. Von der ersten Stunde an war die Begierde, die unreine Begierde in den Menschen hineingefahren, und darum schickte Ich Meinen Engel, den heiligen Erzengel Michael, der der Bekämpfer der unreinen Lust ist, und trieb diese Meine Lieblinge, die sie vorher noch waren, zum Paradies hinaus, damit sie auf diesem unreinen Boden, den sie sich geschaffen, kämpfen und kämpfen müssen bis an ihr Lebensende mit dieser Sinnlichkeit zur Strafe für die Sünde, die sie nun einmal begingen.

Die erste Sünde war zwar eine Sünde des Stolzes, weil sie Gott gleich sein wollten; aber diese erste Sünde gebar alle anderen Sünden. Die erste Sünde, die sie gebar, war die Sinnlichkeit, die sinnliche Begierde. Darum, Meine lieben Kinder, alle, die sich euch anschließen und anschließen wollen, müssen in erster Linie die Sinnlichkeit aus ihrem Herzen wegräumen, die sinnliche Begierde.

Der Ehestand, solange er noch allzusehr sinnlich ist und sich nicht beherrschen kann, darf wenigstens nicht die Schranken der Sittsamkeit übertreten, denn auch der Ehestand hat seine Schranken, er darf nicht, wie er will, die sinnliche Lust befriedigen; so lange ist er noch kein Mitglied des Liebesbundes. Die Jungfrau, der Jüngling, sie müssen ihre sinnliche Begierde bekämpfen.

Darum, o ihr alle, ihr Kinder, die ihr euch anschließen wollt dem Liebesbund, ihr müßt diese sinnliche Lust bekämpfen. O schämt euch, dort hinzugehen, wo Satan so um euch herumtanzt. Denn wißt, man sagt in der Welt: ,Es sei noch keine Sünde, auf den Tanzboden zu gehen, dem Vergnügen beizuwohnen, es sei ja nur ein unschuldiges Vergnügen, der Mensch müsse sich einmal ausspannen und müsse, wenn er noch jung ist, seine Jugend austoben, und die sich nicht ausgetobt, blieben Narren ihr Leben lang, sie würden sich später austoben, wenn sie Herren über sich selbst sind.’ Das ist die Sprache der Weltmenschen. Nein, nein, Meine Kinder, alles verkehrt! Es ist eine Lüge, wer dieses sagt!

Alle, die im späteren Alter erst anfangen, ihre Jugend auszutoben, tun dies erst, wenn sie Meinen Geist über Bord geworfen und aus ihrem Herzen hinausgeschafft haben durch die Todsünde. Diejenigen aber, die ihre Jugend gut verlebt und dann in den Ehestand eingetreten sind, werden den ganzen Ernst des Ehestandes verstehen. Sie sind auch diejenigen, auf die der Himmel mit Freuden herabsieht. Die Ehe ist im Himmel geschlossen, die da im guten Einvernehmen mit der Gnade Gottes und durch die Gnade Gottes ihren Bund geschlossen haben. Jungfräuliche Seelen aber, wenn eine Jungfrau sich Mir weihen will, wird sie um so leichter dieses können, wenn sie nie den Tanzboden betreten, wenn sie nie einem solchen Teufelsvergnügen beigewohnt hat.

Eine Seele aber, die das Unglück hatte, solche Belustigungen zu besuchen, hat erst schwere Prüfungen zu überstehen, bis Ich sie ganz in Besitz nehme. Sie hat schwere Bußen sich aufzuerlegen, dann aber, wenn Ich sehe, daß sie wirklich Ernst macht, ihre verkehrten Neigungen zu bekämpfen, dann ziehe Ich ein, nicht nur Ich allein, sondern der Vater und der Heilige Geist ziehen mit Mir ein, und wir nehmen Wohnung in ihr, weil sie durch ihre Buße vielen anderen vorgeht, die zwar ein jungfräuliches Leben geführt haben, aber nicht verstehen, sich so zu bekämpfen, die immer noch so halb und halb mit der Welt liebäugeln wollen, weil sie nicht recht verstehen, den steilen Weg zu gehen, den eine büßende Seele geht.

Also, Meine Kinder, um die Jungfräulichkeit zu bewahren, muß man viel, viel kämpfen. Dieser Kampf begann mit dem Schließen der Pforte des Paradieses und wird dauern, solange eine Seele diese verfluchte Erde bewohnt, denn durch die erste Sünde wurde die ganze Schöpfung verflucht. ‚Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verdienen, und du‘, sagte Mein Vater zu der Eva, ‚sollst in Schmerzen die Kinder, die Nachkommenschaft gebären.‘ Dieses ist der Fluch der Sünde. Und weil nun in jetziger Zeit dieser allgemeine Fluch wieder so sehr lastet auf dem ganzen Menschengeschlecht, weil die Sintflut der Sinnlichkeit, die sinnliche Begierde, das ganze Menschengeschlecht überflutet und alles hinneigt zur Sinnlichkeit, schon von Kindheit an, das kaum der Schule entwachsen, schon anfängt, sich der Sinnlichkeit hinzugeben. Da heißt es viel kämpfen und streng kämpfen. Und für diejenigen, die sich die Aufgabe gesetzt haben, mit Mir zu herrschen durch die ganze Ewigkeit, deswegen auch hier in diesem zeitlichen Leben viel einzustehen für Meine Sache, Seelen zu gewinnen, diese müssen in diesen Tagen sich einsetzen für ihre Brüder und Schwestern. Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, nur ja kein Vergnügen mitmachen, nur ja euch zurückziehen.

Ihr, die ihr im Ehestand steht, habt auch nicht das Recht, obwohl ihr keine Gefahr mehr zu fürchten habt. Aber seht, ihr habt Kinder, und wenn ihr keine Kinder haben solltet, müßt ihr es anderen gegenüber tun, weil ihr Seelen retten sollt. Aber gebt euren Kindern und anderen das Beispiel einer Zurückgezogenheit, wenigstens in diesen Tagen. Als Buße und Sühne legt euch auf, keinem Vergnügen beizuwohnen. Geht hin vor die Altäre und leistet Mir Abbitte und Sühne. Beweint eure Sünden der Vergangenheit und die Sünden derer, die sich da solchen Vergnügen hingeben.

Ihr aber, ihr Diener der Kirche, bietet alles auf, die allzu große Vergnügungssucht einzudämmen. Tretet in Verbindung mit der weltlichen Obrigkeit. Seht ihr denn nicht, wie der Ruin der menschlichen Gesellschaft vor der Türe steht durch diese allzu große Vergnügungssucht. Sie ist ja die Wurzel des Unglaubens; denn wenn der Mensch jahraus, jahrein nichts kennt, als sich Vergnügen zu verschaffen, dann seht einmal zu, welches diejenigen sind, die die Kirche meiden, die Kanzel fliehen und den Beichtstuhl nicht mehr aufsuchen. Es sind diejenigen, die einem maßlosen Vergnügen sich hingeben. Also ist die Vergnügungssucht die Wurzel des Unglaubens. Und solange diese nicht eingedämmt ist und die Christenkinder nicht überzeugt werden davon, daß das Vergnügen ihr Untergang ist, so lange wird es nicht anders werden mit der menschlichen Gesellschaft. Nun aber habe Ich schon längst gesagt, daß die Kirche wieder zur Blüte gelangen soll, und in der ganzen Welt soll sie bewundert werden von all denen, die außerhalb der Kirche stehen, weil sie so jungfräulich dasteht, so einzig jungfräulich, weil sie so viele Heilige bildet, und ihre Mitglieder so züchtig und einfach leben.

Es ist da aber noch ein weiter Schritt zu tun, bis die Völker hinaufschauen zu Meiner jungfräulichen Braut mit Hochachtung und Ehrfurcht. Aber es muß und muß dieses erkämpft werden. Wo soll Ich nun anfangen, wenn Ich nicht immer und immer strenger bei euch anfange, ihr, Meine Diener, und bei euch, die ihr euch in den Klöstern zurückgezogen, und besonders bei euch, die ihr mitten in der Welt steht, ihr Jungfrauen und Eheleute, ihr Liebesbundmitglieder in der Welt.

Seht, wenn das Evangelium vorgelesen wird, wie die Hausfrau unter einem Maß Mehl oder unter drei Maß Mehl Sauerteig verbirgt und so das ganze mit einer Hand voll durchsäuert, so wollte Ich dadurch schon damals andeuten, wie die wenigen Guten, die da in der großen Gesellschaft von Menschen stehen, das ganze Geschlecht durchsäuern und zu Gott zurückführen sollen. Es ist dies zwar durch dieses Evangelium, wenn es auf der Kanzel vorgelesen wird, oder wenn ihr es in der Heiligen Schrift leset, auch angedeutet, und daß alle diejenigen, die dem Worte Gottes folgen, gute, treue Kinder der katholischen Kirche werden und dereinst bestimmt sind, in den Himmel zu kommen.

Aber man kann dieses Evangelium auch auf alle mögliche Weise hindeuten und auslegen. Jetzt in dieser Zeit, und in allen Zeiten der menschlichen Gesellschaft, muß und kann Mein Wort so gedeutet und ausgelegt werden, wie es die Zeitverhältnisse mit sich bringen. In jetziger Zeit aber kann dieses Evangelium ausgelegt werden für diejenigen, die da mitten in der Welt stehen, in einer Familie stehen, seien sie Vater oder Mutter oder Jungfrauen, welche auch mitwirken können zur Verbesserung der menschlichen Gesellschaft, die da dereinst durch ihr gutes Beispiel, durch energisches Auftreten in Verrichtungen ihres Glaubens andere anlocken und aufschrecken und anziehen sollen. Die Sünder sollen sie aufschrecken, die Guten durch ihr Beispiel anziehen, anlocken, die Lauen ermuntern zu einem eifrigen Christenleben, und die Sünder, die da nur ihrer spotten, aber doch zum Nachdenken bringen.

Denkt nur zurück an den Mann, der euch mehrere Male begegnete, wenn ihr barfuß nach G. ginget, der ein ganz kalter, abgefallener Katholik ist. Er sah dich und betrachtete dich von Fuß bis zum Kopf und dachte nach in seinem Herzen. Er ist zwar bis heute noch nicht besser geworden, hat es aber noch nie gewagt, ein Wort in eurem Haus unter deinen Augen zu reden gegen dieses Barfußgehen oder zu witzeln und zu spötteln. Es ist der Anfang zu seiner Bekehrung, und Ich sage dir, am Ende seines Lebens wird er sich bekehren.

Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, keine Furcht sollt ihr haben! Zurück von all den Vergnügen, zurück sollt ihr euch ziehen, zurück; kein derartiges Vergnügen mitmachen. Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.

Ihr aber, ihr Jungfrauen, die ihr Mir so große Freude macht und machen wollt allüberall, wo ihr steht, schließt euch dem klösterlichen Leben an. Seid Klosterjungfrauen mitten in der Welt, denn alle diejenigen, die ein Leben führen wie ihr, Meine Kinder, sind Klosterjungfrauen, wenn sie auch mitten in der Welt stehen, denn sie üben ja dieselben Tugenden wie die Klosterjungfrauen, und durch dieses gemeinsame Wirken wie in den verschiedenen Orden, so auch ihr Liebesbundmitglieder mitten in der Welt, kann viel bewirkt werden. Durch ernstes Streben nach Buße und Besserung, durch ein ernstes Bußleben muß Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen. Als Ich vor mehreren Jahren dir zeigte, wie das Kreuz von der Erde bis zum Himmel mit Gold strahlend dir vorgestellt wurde, damit wollte Ich andeuten, wie man durch freiwillige Armut, durch Zurückgezogenheit, durch ein verachtetes, demütiges Leben das Kreuz in diesem Jahrhundert übergoldet werde. Also die ganze Kirche muß Hand in Hand gehen: Priester wie Laien, Ordensleute und Weltleute, sie müssen das Kreuz lieben und die Verachtung und Verdemütigung nicht scheuen. Darauf wollte Ich schon hinweisen die ganze Zeit, wo Ich mit dir verkehre.

Alles versteht man nicht, was Ich wirke. Ja, man verstand Mich auch nicht, als Ich mit Meinen Jüngern redete. Sie sahen Meine Wunder, sie sahen Mich Tote erwecken, sie sahen, wie Ich hinauszog auf den Berg und die Nächte schlaflos im Gebet zubrachte und am Morgen wieder frisch und munter war, wenn Ich mit Meinem Vater verkehrt hatte die ganze Nacht. Also hätten sie sehen müssen, daß Ich nicht ein bloßer Mensch, sondern ein Gottmensch war und nicht die Bedürfnisse habe wie ein Mensch, wenn Ich nicht will, weil Ich Mich zurückzog, um mit Meinem Vater zu verkehren als Gott, daß Ich dann die menschlichen Bedürfnisse nicht brauche. Und doch sahen sie nicht ein, was Ich mit ihnen redete, sie verstanden Mich nicht. Wundert euch nicht, wenn ihr nicht alles versteht, was Ich hier wirke. Fünfzehn Jahre schon gehe Ich mit dieser Seele um, und schon ebenso lang hat sie nichts als Widerspruch und Verachtung gerade von der Seite, wo sie Anerkennung finden sollte, wo man wissen sollte, daß der Geist der Finsternis oder der menschliche Geist solche Wirkungen oder Strapazen nicht imstande ist auszuhalten.

Denn der Geist der Finsternis ist ein stolzer Geist, und wenn er niedergeworfen wird, setzt er zwar noch einmal an, aber dann ist er matt und schwach geworden und bleibt zurück. Der menschliche Geist wäre längstens erlegen. Und zudem: Was bist du aus dir selbst, o Mensch, du, der du jahrelang dich abgemüht hast im Studium, um die Theologie zu erlernen? Hast du diese Wissenschaft des Heiles aus dir erlernt? Nein, Mein Freund, Ich selbst mußte dir die Kenntnisse ins Herz legen, deinen Willen beugen unter Meinen göttlichen Willen, daß du diese Laufbahn ergreifen könnest. Du hast keine Ursache, zu zweifeln und zu häkeln, daß alles, was Ich hier wirke, diese Person aus sich selber hätte gewirkt und zusammengedacht. Denke nur an dich und du bist überwunden.

Also, Meine Freunde, Verachtung und Verdemütigung hat sie gelitten, die fünfzehn Jahre hindurch. Dieses ist das Zeichen, woran ihr erkennen sollt, was Ich mit der ganzen Menschheit vorhabe und wodurch Meine Kirche wieder zum Siege gelangen soll. Ihr dürft keine Verachtung scheuen! Recht hat Mein Freund gehandelt, der sich nicht gescheut vor den Mächtigen der Erde, die ihm zwar drohen und ihm zähneknirschend gegenüberstehen, daß er offen und frei für die gute Sache eingetreten ist, Mein Diener, der Zentrumsmann, der Parteiführer droben in D.

So sollen alle Meine Diener tun, auch wenn es heißt von anderer Seite, es hat nichts genutzt, sie haben Schaden angerichtet. Das ist nur der Ingrimm und der Zorn, weil sie ihre Pläne aufgedeckt sehen. Sie sehen sich bloßgestellt und zürnen, daß diese Katholiken anfangen, mutig zu kämpfen für die gute Sache. Darum auf, Meine Diener, auf, Meine Kinder, zum Kampf für die gute Sache! Keine Verdemütigung scheuen, keine Verachtung! Seht hier auf Meine Kleine!

Was hat sie nicht schon alles erduldet von der Welt, von den Dienern der Kirche und in ihrer eigenen Familie. Wie ist sie schon bekämpft worden. Ist ihr Geist niedergebeugt worden? Seht ihr nicht, wie frisch und munter sie Tag für Tag weitergeht, euch allen die Worte sagend, die Ich ihr diktiere und eingebe? Und nun, Meine Kinder, lebt wohl und freuet euch, daß ihr an der Spitze steht, Verachtung und Verdemütigung um Meinetwillen zu erdulden. Lehrt alle diejenigen, die sich mit euch vereinigen, daß sie ein demütiges und verachtetes Leben aufsuchen müssen. Und es fällt euch gar nicht schwer, Verachtung aufzusuchen. Schließt euch nur an den Liebesbund an, und ihr habt Gelegenheit genug, Verachtung zu erleiden. Sie kommt ganz von allein!“

Lied: Großer Gott ...

Inhaltsverzeichnis Band 4

345 Vigil von Herz-Jesu-Freitag im März 1900

„Sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht.“

Lied: Gethsemane ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich bereue von Herzen alle Sünden meines ganzen Lebens, besonders alle Nachlässigkeiten und Unvollkommenheiten, alle bösen Gedanken, Worte und Handlungen, die ich in dieser Woche vielleicht wieder begangen habe. O verzeihe mir, o mein Jesus! Wie bin ich so armselig! Ist es möglich, daß Du, der große Gott, nicht müde wirst, Dich herabzulassen zu einer so armseligen Sünderin, die tausendmal die Hölle verdient hat, die Tag für Tag sich so oft versündigt durch Gedanken, Reden und Handlungen? O mein Jesus, kannst Du meine Armseligkeit vergessen?“

Jesus: „Meine Kinder, Ihr seid zusammengekommen, um ein Wörtchen zu hören aus Meinem Mund. Ja, wißt, die Zeit ist wieder vorüber, wo Ich zerfleischt und zermalmt werde von den Sündern. Manches Herz geht in diesen Tagen wieder in sich, wenn auch viele, ja die meisten, die sich einer allzu großen Vergnügungssucht hingaben unter den Christen, in ihrem Alltagsleben fortleben. Es ist ihnen eins, ob Fastnachtsonntag oder Aschermittwoch, ob Karfreitag oder Ostersonntag sei. Sie suchen nur ihr Vergnügen, und darin verzehren sie sich.

Doch sind auch unter denen, die sich an diesen Tagen einer allzu großen Vergnügungssucht hingaben, einer ausgelassenen Freude, doch wieder einige, die nachdenken in ihrem Herzen, wenn sie hingehen und eine Predigt hören, wenn der Prediger es versteht, das Herz zu rühren, indem er seinen Zuhörern vor Augen stellt, was Ich gelitten habe für dieses arme Menschengeschlecht. Diese nun, die da in sich gehen, für diese will Ich reden. Um diesen aufzuhelfen, wende Ich Mich an alle Mitglieder des Liebesbundes. Sie sind die heiligen Frauen und die Apostel und Jünger, die, wenn auch geflohen, als Ich Mein bitteres Leiden begann, Mir doch treu geblieben sind. Sie waren nur erschüttert in ihrem Glauben, weil sie es nicht verstanden, wie der Menschensohn nur so unmenschlich leiden könne, wie Er litt, wie nur ein Mensch so leiden kann, wie Er dahinwankte am Ölberg, wie Er Sich ängstigte und abhärmte, aber untreu wurden sie Mir nicht.

Ihr, Meine Kinder, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, vereinigt euch, um in dieser Fastenzeit, wo dazu noch ein ganz besonders heiliges Jahr ist, euch zu vereinigen mit Meiner lieben, schmerzhaften Mutter, um alle die Tage gut auszunutzen mit Gebet und Bußübungen, indem ihr alle die Arbeiten, alle die Schritte und Tritte zu Gebet und Bußübungen macht, alles aufopfert im Geist der Buße, besonders in Vereinigung mit dem größten Büßer, den ihr vor euch seht, mit Mir Selbst, um vielen, die da so halb und halb noch gute Christen sind, aufzuhelfen durch euer Gebet und durch Opfer und Sühnungsleiden, damit dieses Jahr gut angefangen werde und recht viele Früchte bringt in Meiner heiligen Kirche.

Ihr, die Ich euch nicht auffordere, nach Rom zu gehen, der Stimme Meines Statthalters zu folgen, wohl aber, daß ihr euch um so zahlreicher an Wallfahrtsorte begeben sollt, euch recht oft losreißen sollt, weil das Gebet in freier Gottesnatur, fern von der Heimat, viel inniger ist und viel anhaltender, und weil ihr alle diese Schritte und Tritte aufopfern sollt, damit recht viele sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom. Ihr sollt euch freuen, wenn die Zahl der Pilger recht groß wird, wenn recht viele sich beteiligen, damit so die Zahl der gläubigen Christen, der Liebesbundmitglieder, von Tag zu Tag sich mehre; denn alle, die da in diesem Jahr eine gute Beichte ablegen, sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom, werden wieder eifrige, gute Christen werden, ein gutes Beispiel geben und andere aneifern zu einem guten, christlichen Leben.

Darum, Meine Kinder, bringet diese Fastenzeit ganz und gar zum Opfer für die Bekehrung der Sünder, alles, was ihr tut und leidet sowohl an körperlichen Gebrechen als auch von außen her durch eure Mitmenschen, durch Krankheit und alle möglichen Arten von Leiden, wie sie dem armen Menschen zugedacht sind. Alles, was dem Menschen zuwider ist, mag es auch von welcher Art Leiden sein, innerlich oder äußerlich, ist, wenn der Mensch es im Geist der Buße trägt, sehr verdienstlich für den Himmel. Ihr nun, Meine Kinder, die ihr euch für andere einsetzen sollt, sollt verzichten auf all eure Verdienste und Mir überlassen, wie Ich eure Krone zurechtrichten will; ihr sollt ganz von euch absehen. Ihr alle, die Ich euch herbeiführe, die ihr Anteil nehmen sollt an den Gnadenschätzen, die Ich ausströmen lasse durch Meine kleine Dienerin über euch, ihr sollt auf all eure Verdienste nicht rechnen.

Ihr sollt bedenken, wie viele gerettet werden sollen durch das fürbittende Gebet derjenigen, die Ich an Mich gezogen, die Ich losgerissen von dem Getöse der Welt, die erkannt haben im Lichte der Gnade, wie schnöde und wie öde und verlassen das Herz ist, das sich diesen schnöden Freuden hingewendet. Ihr, Meine Kinder, gehört darum zu den liebsten Kindern Meines Herzens und seid berufen, euch selbst zu vergessen und euch einzusetzen für die große Zahl der Christen, die abgewichen sind vom rechten Weg. Erst muß Ich das Christentum zurückführen auf die Bahn, von der es abgelenkt ist.

Seht, Ich habe schon mehrere Male gesprochen von dem israelitischen Volk. Wenn Ich Meine Propheten unter sie aussandte, war es immer zu einer Zeit, wo dieses Volk abgewichen war vom rechten Weg. Ich, der gute Gott, der da dieses Geschlecht nur geschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, muß diese Meine Ehre und Verherrlichung wahren. Und weil dieses Geschlecht gar so armselig ist und in dem Augenblick, wo es die Wohltaten genossen, sich schon wieder umwendet und sie vergißt und Mir den Rücken kehrt, muß Ich nun einmal – weil Ich ein Herz habe, das nie zu ermessen ist an Lieblichkeit und Gütigkeit, das nie zu begreifen ist von diesem armen, schwachen Menschenherzen –, Nachsicht haben mit diesem Geschlecht, solange es besteht.

Und wenn Ich die Propheten aussandte, um Mein Volk wieder zurückzuführen auf den rechten Weg, so war dieses immer nur Meine Lieblichkeit und Meine Güte, Meine unendliche Güte und Barmherzigkeit zu diesem Geschlecht. Weil Ich es einfügen wollte in Meine Krone, so behielt Ich das israelitische Volk immer auf dem rechten Weg. Wenn Ich es auch manchmal hart züchtigte, es war doch Meine Krone und Meine Freude, obwohl es manchmal so unbarmherzig mit Mir verfuhr, daß es Mir die Worte auspreßte: ‚Söhne habe Ich erzogen und erhöht, sie aber haben Mich verachtet!‘ Seht, Meine Kinder, dieser Gott steht in eurer Mitte. Er kann dasselbe sagen von euch, ihr Kinder der katholischen Kirche: Söhne habe Ich erzogen und erhöht, sie aber haben Mich verachtet und verlassen; sie haben Mich hinausgestoßen aus ihrer Mitte; sie kennen Mich nicht mehr; sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht. Dieses goldene Kalb ist die allzu große Vergnügungssucht. Die ganze Welt hüpft um dieses Kalb, und die Kinder Meiner Kirche, sie beten an dieses goldene Kalb.

Darum auf, Meine Kinder, auf! Wenn Ich die Israeliten erst hart züchtigen mußte, war Ich aber immer und immer wieder der gute, liebe Vater, der sie zurechtwies durch die Propheten. Durch einen aus ihrer Mitte sprach Ich zu diesem Geschlecht. Ich sprach liebliche Worte zu ihnen, um sie wieder zurückzuführen an Mein Vaterherz. Und sie folgten Meiner Stimme, und Ich kehrte ein, Ich Selbst kehrte ein unter dieses Geschlecht. Dieses Geschlecht war es, das israelitische Volk war es, in dem Ich geboren werden wollte. Durch dieses Volk wollte Ich die ganze Welt retten. Die Heiden, die Mich nicht kannten, sollten gerettet werden mitsamt diesem, Meinem Volke.

Meine Kinder! Das israelitische Volk seid ihr. Wie Ich sie geliebt, wie Ich immer und immer wieder mit ihnen verkehrte, von Adam angefangen bis hinauf zum letzten der Propheten, so verkehre Ich mit euch, in eurer Mitte, bis hinauf zum letzten der Christen. Die Welt soll und muß gerettet werden. Wenn sie aber gerettet werden soll, dann muß Ich anfangen bei euch, Meinen Kindern, an Meinem auserwählten Volk. Abgewichen sind sie, die liebsten Kinder Meines Herzens, diejenigen, die Mein Herzblut in sich tragen, die da vereint mit Meinem kostbaren Leib und mit Meinem teuren Blut, das sie in der heiligen Kommunion in sich aufgenommen, dahinsiechen, weil sie es vergessen haben, ihr Brot zu essen. Sie kommen nicht mehr. Ausgetrocknet sind ihre Gebeine, weil sie in der Sandwüste herumirren. Wie soll Ich diese Meine Kinder herbeiführen, da Ich nun einmal nicht mehr sichtbar unter euch wandele, da Ich nun hinaufgestiegen bin zu Meinem Vater, und kein Fleisch und Blut mehr an Mir trage, wie einstens in den dreiunddreißig Jahren, als Ich diesen Boden selbst betrat? Ich muß Mir Werkzeuge aussuchen, die in Fleisch und Blut unter euch stehen, unter euch wandeln, und diese müssen ersetzen, was an Meinem Leibe noch fehlt. Durch diese will Ich reden zu euch, durch diese aber auch sühnen und büßen anstatt Meiner.

Merkt es euch, Meine Kinder, alle die Leiden, die Ich hineinsende in eine christliche Familie, sind darum hineingesendet, damit sie Sühne und Buße leisten für sich selbst, damit sie heilig werden, und für andere, damit sie gerettet werden. Man wird irre, wenn man sieht, wie so viele gute Christen heimgesucht werden mit Krankheit und Elend, mit Armut und bitterer Not, und man sagt sich: ‚Ja, diese Familie ist doch so fromm, sie leben christlich, und doch haben sie jahraus, jahrein nichts wie Elend und Krankheit und Not.‘ Ihr versteht nicht, was ihr sprecht. Ihr seid das auserwählte Volk; die Bundeslade ist in eurer Mitte.

Durch diese Bundeslade soll das ganze israelitische Volk aufrechtgehalten, zusammengehalten werden zu einem Häuflein, damit es sich nicht vermische unter das heidnische Volk. Und wer es wagen möchte und wagen wollte, diese Bundeslade zu berühren, mit dem will Ich strenge Rechenschaft halten, derjenige, sage Ich, der nicht befugt und bevollmächtigt ist dazu. Dies sind jene, die da noch draußen stehen, die nicht das Recht haben, sich zu wagen an diese Bundeslade.

Die Bundeslade im Neuen Testament ist der Tabernakel, ist dort in eurer Kirche, in deren Mitte Ich wohne, und die da draußen stehen, dürfen es nicht wagen, an diese Bundeslade auch nur den Finger zu rühren, das heißt, erst müssen sie eingegliedert werden in die große Familie, die Ich Mir gegründet habe in Meinem Reich. Und diejenigen, die abgewichen sind vom rechten Weg, wenn sie auch mitten in diesem Reich stehen und teilhaben an der Bundeslade, sie haben doch nicht das Recht, weil sie Mich nicht mehr kennen. Für diese alle sollt ihr Sühne und Buße leisten, damit sie wieder herbeikommen und Mein Reich wieder aufgerichtet werde auf der ganzen weiten Welt.

Erst muß Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen; erst müssen die Christen, die Mir am nächsten stehen, wieder Glieder Meines Leibes werden, lebendige Glieder Meines Leibes. Dann, wenn die Welt wieder sieht das wahre Christentum, werden viele, viele sich wieder anschließen.“

Barbara: „Mein Jesus, es wird aber doch viel gepredigt und aufgeboten. Sieh, was die Priester alles tun in unseren Tagen, wie sie hintreten vor die Mächtigen und ihnen die Wahrheit sagen. Ich meine doch, so wäre es noch nie gewesen, und doch sagst du immer noch, wir müßten eifriger werden. Es gibt doch viele gute Christen und auch recht viele eifrige Priester.“

Jesus: „Ganz recht so; alles das ist so. Seht euch um hier in der Stadt Mainz. Seht ihr da nicht, wie es allmählich auch besser wird, wie kleinlauter die Sozialdemokraten werden und die Liberalen. Man schreit nicht mehr so wie vor etlichen Jahren. So ist es in der ganzen Welt, wo gute, eifrige Priester stehen, wo viel gebetet wird und wo das Priestertum alles aufbietet, was in seinen Kräften steht. Das geht freilich nicht mit einem Tag, nicht mit einem Jahr; das geht allmählich, wie es auch allmählich gekommen ist.

Meine Kirche stand in Blüte in jener Zeit, wo es noch nicht gegärt in der Mitte Meines Reiches, wo noch ein Schafstall und eine Herde war inmitten Meines Reiches – versteht ihr Mich? Ehe es einer wagte, sich auszuscheiden und eine eigene Kirche zu gründen. Damals fing es an, abwärts zu gehen. Bevor ein Martin Luther auftrat, ein Calvin, und wie sie nacheinander heißen, da stand es gut, da stand Meine Kirche in großem Ansehen, weil sich da Fürsten und Könige eine Ehre daraus machten, ihre Söhne zum Priester geweiht zu sehen. Weil Meine Kirche reich war und auf dem höchsten Glanz stand, wurde sie üppig, und Ich zog Meine Hand zurück. Sie mußte gestraft werden, wie das israelitische Volk gestraft wurde, wenn es allzu üppig war, weil Ich ihm überall Meine Freude kundtat und es überall beförderte, denn Mein Volk Israel, ihm ging es gut.

So stand es mit Meiner Kirche, und Ich mußte sie strafen. Diese Strafe kam aber nur allmählich und ganz langsam; sie hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. In Kerker und Banden wurden die Oberhäupter geführt, und die Herde war zerstreut und vieles Unheil war angerichtet. Aber seht nun, Meine Kinder, so geht es jetzt allmählich aufwärts, wie es abwärts ging, wie in einer Haushaltung, wenn die Kinder einer Familie, die vorerst reich war und dann abwärts gekommen ist, bankrott gemacht. Die Kinder dieses Vaters, der da von einer Familie abstammt von Reichtum und Ehre, müssen jetzt in Armut und Elend erzogen werden. Diese Kinder stehen aber zusammen und bringen die Ehre ihres Vaters wieder herein. Sie bringen sie wieder herein, weil sie fleißig gedarbt und tüchtig geschafft und so durch ihrer Hände Arbeit den Vater wieder zu Ehren gebracht haben.

Seht, Meine Kinder, ihr steht am Wendepunkt, ihr seid diejenigen, die den Vater wieder zu Ehren bringen sollen. Das Vermögen des Vaters war vergeudet, aber es kommt die Zeit, wo die Ähren, die jetzt anfangen, in die Höhe zu schießen, geschnitten und in vollen Garben wieder in Meine Scheune eingeheimst werden. Darum auf, Meine Kinder, ihr seid an den Wendepunkt gestellt, wo Meine Kirche wieder aufblühen soll, aber allmählich, allmählich, nur langsam. Leistet Sühne für die vielen Verunehrungen und Beleidigungen, die Meinem Herzen von den gottlosen Kindern der Kirche angetan und zugefügt werden. Opfert dafür all eure Leiden, eure Entbehrungen auf. Seht, wenn ihr viel gedarbt und gelitten, wenn ihr viel und lange Zeit in euch selbst dem Kleinmut Platz gegeben, am Ende seht ihr doch, wie gut Ich bin, wie Ich alles recht mache, wie Ich kein Gebet, keine Träne unbelohnt lasse.

Und auch du, Meine Tochter, fürchte nicht, habe Geduld; es kommt noch eine Zeit, wo du auch die Früchte sehen sollst, von den vielen Tränen und Gebeten, die du Mir schon geopfert hast. Du wirst noch unter deinen Kindern Freude erleben. Führe aus, was du begonnen, und opfere deine Tränen und dein Gebet Tag und Nacht für deinen Sohn, und du wirst es noch erleben, daß deinen Tränen Früchte reifen in diesem deinem Sohn.

Und ihr alle, Meine Kinder, harret aus, steht fest zusammen. Ihr, Meine Kinder (die zwei Dienstmädchen), euch habe Ich in dieses Haus geführt, weil Ich in euch einen guten Keim gefunden. Du, Meine Tochter, du wirst es nie bereuen, daß du ausgehalten, daß du hierher dich gestellt und mit Mut und Entschlossenheit dich gewehrt gegen den alten Feind, gegen den Teufel. Du wirst es erleben, daß du manche anderen verstehst, die es nicht so getan wie du, die es bitter bereuen werden.

Wohl hat jeder freie Wahl, und wenn auch jeder Weg gut ist, so ist aber doch der jungfräuliche Weg der sicherste, der beste und der leichteste. Wisse, eine Ehefrau ist Mein Liebling und muß es sein, wenn sie Mir ihre Kinder erzieht. Aber seht, Meine Kinder, wie viel tausend Gefahren eine Ehefrau zu bestehen hat in ihrem Ehestand, und keine Ehefrau kann sich zur Heiligkeit, zur vollkommenen Heiligkeit emporschwingen, solange sie noch im Ehestand lebt, mit ihrem Ehemann zusammenlebt. Ihr jungfräulichen Seelen aber habt dieses voraus, daß ihr zur höchsten Stufe der Heiligkeit gelangen könnt, wenn ihr Meine Gebote haltet, die Sünde meidet, und diesen euren jungfräulichen Stand haltet, wie Ich ihn vorgeschrieben habe; denn in einer Jungfrau wollte Ich geboren werden. Eine Jungfrau war Mein Nährvater; Jungfrauen sind es, die Mich begleiten, wohin Ich gehe; Jungfrauen werden mit Mir erscheinen, wenn Ich zum Gerichte komme in die Welt; Jungfrauen sind es, die Mir das Kreuz voraustragen, wenn Ich zum Gerichte erscheine.

Darum freuet euch! Ihr Eheleute freuet euch, wenn ihr unter euren Kindern auch nur eines habt, das sich Mir geweiht, mag es sein im Ordensstand oder Priesterstand, oder als Jungfrau mitten in der Welt stehen neben dem Ehestand. Wenn ihr auch nur eine jungfräuliche Seele emporgebracht unter euren Kindern, unter euren Familienmitgliedern, steht es gut um eure Familie; denn ihr habt eure ganze Familie gerettet durch diese Jungfrau, Priester oder Ordensmann, denn er ist ein Blitzableiter über die ganze Familie, das Gebet und die Tränen dieser Kinder. Denn wißt, eine Jungfrau sorgt für das, was des Herrn ist, sie hat Sorgen um die ganze Familie, solange noch ein Zweiglein davon da ist. Eine verheiratete Frau oder Mann aber hat wieder Sorge um seine Familie, die er sich gegründet hat. Die Jungfrau aber, weil sie allein steht, sorgt für die ganze Familie, und wenn sie noch so weit verzweigt ist, und ihr Gebet und ihre Tränen gelten für das eine wie für das andere. Darum ist diese eine Perle für die Familie.

Du aber, Meine Kleine, fasse dich! Merk es dir! Nicht umsonst habe Ich dich hierhergeführt, denn du hast ein gutes Herz und eine unschuldige reine Seele. Bewahre sie Mir! Wage es nicht, eher aus diesem Haus wegzugehen, bis du Mir gelobt, eine Jungfrau zu bleiben und so der Blitzableiter deiner zahlreichen Familie zu werden für all deine übrigen Geschwister. Du sollst die Mutter werden und Vaterstelle vertreten, wenn die Eltern eingegangen sind in Meine ewige Herrlichkeit. Da sollst du stehen und für das eine wie für das andere Vater- und Mutterstelle vertreten. Du sollst die Kinder dieser anderen Familie retten.

Darum auf, Meine Kinder! Seht, wie ein guter Gott Ich bin, wie Ich es nicht unter Meiner Würde halte, mit euch zu verkehren, mit euch zu reden. Als Ich im Alten Bund Meine Propheten erweckte, da war es nur Meine Liebe zu den Menschen, und wenn Ich im Neuen Bund eine Seele erwecke, die Ich freilich erst lange bearbeiten muß, bis Ich durch sie zu anderen rede, dann ist es nur Meine Liebe und Meine unendliche Liebe zu den Menschen. O könnte Ich euch in Mein Herz schließen, euch alle umarmen, so wie Ich es hier tue. O ihr wißt nicht, wie gut Ich bin, und doch versteht ihr es nicht.

Ja, ja, dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, hinauf bin Ich gestiegen an das Kreuz aus lauter Liebe zu euch, ihr armen Menschen. O höret Meine Stimme, wandelt die Wege, die Ich gewandelt bin. Diese sind freilich rauh und hart, aber der Schluß dieses Weges und die Pforte dieses Weges führt in eine unendlich schöne Aue, wo euer Blick nicht die Schönheit überschauen kann, und ihr seht nichts als Herrlichkeit, ewige Herrlichkeit! Darum auf, Meine Kinder! Dieser kurze Weg, alles, was euch begegnet, Tag für Tag, mag es gut sein oder böse, es ist nur, um euch vorwärts zu bringen auf dem Weg, den Ich gewandelt bin.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes und war heute gar so freudig.

Barbara: „O liebe Mutter, soll diese Person die ihr versprochene Ehe mit diesem Protestanten eingehen oder darf sie noch von dieser Verbindung zurücktreten?“

Maria: „Wenn er sich nicht verpflichtet, die Kinder, die sie von ihm hat, katholisch werden zu lassen, soll sie lieber die Ehe nicht eingehen. Dabei werden in Deutschland Meinem Sohn unendlich viele Seelen entrissen. Meiner Dienerin N. aber sagt einen herzlichen Gruß; sie soll nur ganz beherzt und mutig die Andacht mithalten morgen, sie wird gekräftigt durch die Gnade Meines Sohnes. Sie soll wissen, daß sie eine Heilige werden soll, nicht nur eine gewöhnliche Christin. Heilige sollt ihr werden, die ihr hier seid.“

Barbara: „O liebe Mutter! Das erste Mal, als Dein lieber Sohn mit mir verkehrte, sagte Er, ich soll mich mit Dir vereinigen und Dich bemitleidend die heilige Fastenzeit durchleben. O ich kann nicht mehr so weinen aus Mitleid wie früher, o ich bin so kalt und lau; erflehe mir doch mehr Eifer.“

Maria: „Du verstehst es nicht, Meine Tochter! Hat denn eine Mutter ihr Kind weniger lieb, wenn sie nicht mehr so viel liebkost oder weint, wenn es krank ist? Gewiß nicht. Die Mutter hat das Kind immer gleich lieb, ob sie straft oder schmeichelt; sie hat es immer gern, es ist immer die Mutter. So ist es mit einer Seele, wenn sie mit Meinem Sohn verkehrt, und wenn sie sich Mühe gibt, Ihm Freude zu machen. Mit der Zeit wird sie so, daß sie es gar nicht merkt, daß sie Lieb und Leid mit Ihm trägt, und dann meint die arme Seele, weil ihr doch gar zu sinnliche Menschen seid, sie habe ein Herz von Stein. Dem ist nicht so. Tue, was du kannst, bete, wie du kannst, bete, wo du kannst. Ob du weinen kannst oder nicht, darauf kommt es nicht an, nur auf den guten Willen, wenn ihr Tag für Tag euch vornehmt, schon am Morgen beim Erwachen: ‚Dieser Tag, meine liebe Mutter, er soll, mit Dir vereinigt, Deinem lieben Sohn geweiht sein.

Ich will mit all Deinen Schmerzen, die Du um Ihn getragen, mich vereinigen und mit Dir den ganzen Tag, sei es in der Arbeit oder im Gebet, zubringen.‘ Dann mögt ihr ein Gefühl haben oder nicht, Tränen vergießen oder nicht, es mag euch scheinen, es sei das Herz von Stein, es ist gerade so, als wenn ihr in Tränen zerfließet. Nur einen guten Willen und ein bereitwilliges Herz Tag für Tag Meinem Sohn entgegenbringen, mehr wird von euch nicht verlangt. Lebet wohl, Meine Kinder, Ich segne euch, kniet nieder!“

Bei der heiligen Kommunion am Herz-Jesu-Freitag ließ der Herr Barbara an Seiner Seitenwunde ruhen und sagte:

Jesus: „Höre, Meine Tochter, hörst du Meine Pulsschläge?“

Sie hörte selbe wirklich. Die liebe Mutter Gottes stellte sich neben Barbara.

Jesus: „Jetzt vereinige deine Pulsschläge mit denen Meiner lieben Mutter.“

Barbara: „Wo sind denn meine Mitschwestern?“

Jesus: „Jetzt höre nicht nur deren Herzen.“

Da hörte Barbara sämtliche Herzen der Liebesbundmitglieder mit dem Heiligsten Herzen um die Wette schlagen. Und der Herr sagte:

Jesus: „Du sahest gestern Meine Mutter so freudig, weil sie so viele Genossinnen hat, die mit Ihr auf Kalvaria gehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

346 Zweiter Freitag im März 1900

„Wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende.“

Lied: Jesus, der am Kreuz ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für die unendliche Liebe und Güte, mit der Du Dich würdigst, zu uns armen Menschen Dich herabzulassen. Verzeihe mir alle Fehler und Nachlässigkeiten, die ich in dieser Woche wieder begangen habe. Reinige mein Herz von allen verkehrten und unheiligen Gedanken, entzünde meinen Willen, damit ich geneigt bin, Deine Worte, die lieben, süßen Worte hinzunehmen von Deinem honigsüßen Mund. Ich sage Dir Dank, o mein Jesus, im Namen aller Menschen, im Namen aller derjenigen, der vielen Tausenden, die in der Welt leben und Dich nicht kennen und nicht an Dich glauben. O könnte ich mein Herz in so viele Stücke zerteilen, als Menschenherzen schlagen in der Schöpfung. O könnte ich mein Blut vermischen mit Deinem kostbaren Blut und hineinleiten in die Herzen der Menschen, damit sie alle befreit werden von dem Joch der Sünde, die Heiden und die Juden, an denen Dein Herzblut noch nicht klebt, aber auch die Christen, an denen Dein Herzblut klebt, die zwar getauft und mit Deinem Blut besprengt sind, die aber Deine Wege nicht gehen, die Dich verachten und hassen.

O gib mir die Sprache eines Seraphs, gib mir eine Stimme, die von Ost bis West ertönt, damit alle Menschen hören und sehen, wie gut Du bist und wie es Dich schmerzt, daß die Menschen Dich nicht erkennen und Du sie dereinst verurteilen sollst. Barmherzigkeit für die Menschen, Barmherzigkeit für dieses sündige Geschlecht. Ich vereinige mich mit Maria, Deiner liebsten Mutter, mit den Chören der heiligen Engel, mit allen Heiligen im ganzen himmlischen Hof und allen frommen Seelen auf Erden, mit den Priestern und Ordensleuten, mit allen in der Welt wohnenden frommen Christen, besonders mit den Mitgliedern des Liebesbundes, die sich vorgenommen haben, in allernächster Nähe Dir auf dem Kreuzweg nachzufolgen und mit diesen und durch sie sage ich Dank für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Mein Jesus, es ist heute der zweite Fastenfreitag. O könnte ich doch wenigstens in dieser Stadt etwas dazu beitragen, daß die Kinder der katholischen Kirche gläubiger Dich anbeteten, wenigstens die frommen Christen, daß sie es glaubten, daß Du so unendlich gut bist und so sehnlichst verlangst, daß wir alle Dir in allernächster Nähe nachfolgen.“

Jesus: „Sühne, Sühne und Abbitte verlangt Mein Herz, Meine Kinder!“

Barbara: „Ja, mein Jesus, ich verstehe Dich. Nächsten Sonntag ist der zweite Sonntag in der Fastenzeit, wo überall in meiner Heimat, und ich glaube auch hier, die österliche Zeit beginnt. Nicht wahr, da verlangst Du Sühne von den treuen Katholiken. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Jawohl, Meine Kinder! Abbitte und Sühne ist eure und aller derjenigen Aufgabe, die sich an euch anschließen. Hinweg mit dem Kleinmut, mit der Engherzigkeit, hinweg. Ihr, Meine lieben Kinder, vergeßt euch, hängt nicht an den kleinen Fehlern und Unvollkommenheiten, die jedem armseligen Menschen anhaften, weil er Adams Geschöpf ist, Adams Nachkomme.

Seht ihr nicht, wie alltäglich Tausende und Abertausende dahinsterben, ohne Mich zu kennen, und verlorengehen für die ganze Ewigkeit? Seht ihr nicht, wie von Tag zu Tag die Menschen sich immer weiter von Mir entfernen, auch unter euren Augen? Seht ihr nicht, wie die Jugend immer mehr den breiten Weg des Lasters geht? Schon ehe sie in ihrem Verstande sich entwickelt, ist der Kern, ihr Herz schon verdorben. Seht ihr nicht, wie alle diejenigen, die noch Halbchristen sind, die zwar noch vorgeben, daß sie gute Katholiken seien, da sie ja noch einmal die heiligen Sakramente empfangen an Ostern, von Tag zu Tag abwärts gehen, wie sie die Grundsätze der modernen Welt immer mehr in sich aufnehmen, weil die Zeit gekommen ist, wo der Widerchrist, der Antichrist regiert, wenigstens eine Zeitlang regiert und alles mit sich fortreißt, alles in seine Schlingen lockt.“

Barbara: „Mein Jesus, Du zeigst mir die Welt, wie mit Stricken umspannt.“

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, dieses ist das Reich, das Satan sich aufgerichtet in Meiner Schöpfung, mitten in Meinem Reich. Denn wißt, solange Mein auserwähltes Volk auf dem geraden Weg wandelt, in allen Stücken Mir zu gefallen und Mir zu dienen sich bestrebt und bemüht, hat Satan keine große Gewalt unter Meiner Herde, unter der Herde Jesu Christi, aber durch die vielen Spaltungen, die mitten in Meinem Reich schon entstanden sind durch die Abkömmlinge, die zwar wie ein Judas aus Meinem Herzen herausgewachsen waren, weil Ich sie doch unter die Zahl Meiner liebsten Jünger, Meiner Apostel aufgenommen hatte, aber durch eigene Schuld von diesem Weg abgekommen sind, Meine Wege verlassen haben und somit ein anderes Reich aufrichten, aufrichten wollten, das aber nichts anderes ist als ein Stück vom Reich des Antichrist. Der Antichrist richtet großen Schaden an, mitten in Meiner Kirche.

Abgesehen von all denen, die schon abgestorben sind, die schon die verdorrten Rebzweige sind, die alle schon brennen im Feuerofen, denn alle, die da von Meinem Leib sich abgetrennt hatten und ein anderes Reich gründen wollten, sind schon zum größten Teil eingegangen und brennen durch die ganze Ewigkeit. Wisset, hierunter verstehe Ich die Anführer all jener Sekten, die da entstanden sind inmitten Meiner Kirche. Jetzt aber, wo ihr lebt, ihr Meine Kinder, hat Satan wieder große Ernte. Mitten in Meiner Kirche gibt es viele, die ihm nachlaufen, die unter seiner Fahne gehen, weil in letzter Zeit durch den Altkatholizismus, der wieder herausgewachsen ist aus Meiner Herde, mitten unter Meiner Herde entstanden ist, alle Meine Diener, alle Kinder der katholischen Kirche, erschüttert sind im Glaubensleben, weil man gar zu sehr sich fürchtet, indem man vorgibt, man müsse, um die Kirche zu halten, die Gläubigen zu halten, nachgeben, sich richten nach ihren Gebräuchen und Verhältnissen, und die Christen, die da mit Andersgläubigen zusammenleben, auch deren Gebräuche und Sitten annehmen.

Und man gab nach und gab nach, bis das Übel durchgedrungen war durch alle Kinder der katholischen Kirche. Daher kommt es, daß selbst die frommen und die besten Kinder der Kirche liebäugeln mit der Welt, es nicht verderben wollen mit der Welt, mit den Alltagschristen. Seht, wenn ihr hineinschaut in das christliche Leben, seht ihr, wie man überall bekämpft, was noch zu einem tiefinnigen Glauben führen könnte, wie man da die Seele, die Ich durch Meine Gnade und Erleuchtung an Mich gezogen, bekämpft und behämmert, so daß sie nichts mehr an sich hat als das, was Ich ihr durch Meine Gnade gegeben, einen tieflebendigen Glauben.

Alle Ehre, all ihr Gut, ist ihr geraubt und gemordet, dahingemordet, weil alle auf das schauen, was die Kirche lehrt, und auf ihre Diener der Kirche, und weil man dann, wenn die Diener der Kirche so handeln an einer Seele, die Ich an Mich gezogen durch Meine Gnade und Erleuchtung, sich ganz im Recht glaubt, ebenso zu handeln, wenn man diese mit Füßen tritt, verachtet, verspottet und über sie hinweggeht, gleich wie man hinweggeht über die Pflastersteine und den Staub dieser Erde. Darum ist in dieser Seele nichts mehr, als was Ich an ihr bewirkt durch Meine Gnade, und durch diese Gnade ist sie dahingekommen, daß sie einzig und allein aus dem Glauben heraus lebt.

Seht, Meine Kinder, dies ist es, was Ich heute belehren wollte. Meinem Diener, der sich vorgenommen hatte, die Gnadenquelle aufzuräumen, die da so verstaubt und verschüttet war durch den Jansenismus, wie er selbst bekannt, daß dieses Übel hineingedrungen ist in das innerste Mark Meiner Kirche, daß alle bereits davon abschreckt, die betraut sind mit Meinem Amt, so ist aber auch das ganze Glaubensleben erschüttert. Darum sage Ich Meinem Diener einen herzlichen, freundlichen Gruß und entbiete ihm Meinen herzinnigsten Dank für das Glück, das er Mir dadurch verschafft, daß er diese Quelle aufräumt. Er soll allen Priestern und allen frommen Christen die kleine Broschüre in die Hand verschaffen, damit das Christenleben erneuert werde und damit Meine Kirche wieder in die erste Zeit der Kirche zurückkehre.

Nun will Ich aber heute mit euch besprechen, wie sie es anzustellen haben, daß Meine Kirche zur Blüte zurückgelangen soll. Seht, Meine Kinder, Ich habe euch schon so viel gesagt und schon so oft mit euch gesprochen, daß das Glaubensleben, wenn es anders werden soll, wenn Meine Kirche auf den Glanzpunkt gestellt werden soll, von dem sie abgewichen, weggerückt ist, weil Ich sie hinwegrücken wollte zur Strafe für die Sünden der Glieder dieser Kirche, jetzt wieder hinaufgerückt werden soll, also das Glaubensleben erneuert werden soll. Darüber habe Ich das letzte Mal mit euch gesprochen und will heute wieder über diesen Punkt mit euch reden.

Seht, so wie es bestellt ist mit dem öfteren Empfang der heiligen Kommunion, wie da die Herzen eingeschnürt und eingeengt sind durch die allzu große Ängstlichkeit Meiner Diener, aber auch durch die allzu große Nachlässigkeit Meiner Diener, die auch, wenigstens in vielen Fällen, ihre Bequemlichkeit suchen, so gerade ist es auch mit dem Emporschwingen des inneren Lebens. Wenn es anders werden soll, wenn es in diesem Jahrhundert, was Ich euch das vorige Mal gesagt habe, viele Heilige geben soll, dann muß das innere Leben einen anderen Umschwung erlangen. Wie man bisher alles bekämpft und niederhämmerte, was zum inneren Leben führen könnte, so muß und muß dieses befördert werden, das Entgegengesetzte davon gelehrt und bekannt werden.

Diejenigen, welche die Aufgabe haben, zu lehren, müssen es befördern vom Beichtstuhl aus und von der Kanzel herab, und diejenigen, die bestimmt sind und die sich vorgenommen haben, Mir treu zu dienen, müssen es in Wirklichkeit und in der Tat üben, dieses innere Leben. Gleich wie Ich, als Ich die sieben heiligen Sakramente einsetzte in Meiner Kirche, jedem dieser Sakramente doch ein äußeres Zeichen überall dazugab, obwohl sie eine innere Gnade sind und durch innere Heiligung den Menschen antreiben, Mir zu dienen, und alles eigentlich innen in sich vorgehen soll in der Seele.

Seht, Meine Diener, Ich hätte die Sakramente einsetzen können ohne ein äußeres Zeichen. Weil es ja nur den inneren Menschen erneuern und ihm verhelfen soll zur ewigen Glückseligkeit, wäre es gar nicht notwendig gewesen, ein äußeres Zeichen dazu einzusetzen. Aber es wollte Meine unendliche Weisheit, Meine unendliche Güte und Barmherzigkeit so bewirken, daß zu jedem Sakrament auch ein äußeres Zeichen dazugesetzt werden müsse zur Gültigkeit des Sakramentes.

Nehmt die Taufe, nehmt die Buße, nehmt alle Sakramente zusammen, wie Ich sie euch gelehrt habe und wie Meine Kirche sie lehrt, sie alle haben zu ihrer inneren Heiligung ein äußeres Zeichen. Seht, so kann niemals ein Mensch, so wenig ein Sakrament gespendet werden kann, ohne ein äußeres Zeichen dazu zu nehmen, der Mensch innerlich sich heiligen, die innere Heiligkeit bewirken in sich, ohne äußeres Zeichen, ohne äußere Mitwirkung und ohne daß er es vor der Welt offen und frei zur Schau trägt, daß er ein innerer Mensch ist, ein innerer Glaubensmensch.

Darum verlange Ich, wenn das Glaubensleben soll erneuert werden, daß man nicht mehr dagegen arbeitet, wenn man sieht, daß eine Seele wahrhaft nach Frömmigkeit strebt, die sich alle Mühe gibt, ihre Fehler zu verbessern. Merkt es euch, Meine Kinder, besonders ihr, Meine Diener, wenn jemand sagen wollte, er werde irre an einer Seele, die Ich mit Gnaden überhäufte, weil sie noch ihre Fehler habe, denn wißt, daß Ich niemals Meine Gnade hätte schenken können einer Seele, wenn Ich auf die Fehler hätte schauen wollen, angefangen vom ersten Menschen bis hinauf zum letzten, ausgenommen Meine heilige Mutter und Ich Selbst, als Ich als Gottmensch auf Erden weilte. Als Gottmensch war Ich zwar auch ein Mensch, aber Meine Gottheit gab niemals zu, daß sie ein Adamsmensch geworden wäre. Meine heilige Mutter mußte, ehe Ich Mensch wurde und in Sie herabsteigen wollte, befreit sein von dieser Adamsschuld. Sie durfte niemals unter seiner Schuld stehen, sonst wäre sie auch ein sündiger Mensch gewesen und niemals hätte Ich in Sie herabsteigen können.

Damit wollte Ich allen Menschen zeigen, besonders den Dienern Meiner Kirche, Meiner auserwählten Braut, daß es nie vorkommen wird, daß ein Mensch schon heilig auf die Welt kommt, außer Meiner heiligen Mutter und denjenigen, die Ich durch besondere Bevorzugung schon heiligen wollte vor ihrer Geburt, wie ein Vorläufer Johannes, ein heiliger Josef, weil sie in allernächster Nähe zu Mir stehen sollten, weil Ich Mich gleichsam unter die Herrschaft Meines Nährvaters stellen wollte. Außer diesen müssen alle Menschen erst heilig werden. Und darum soll sich niemand erdreisten, einen Menschen zu tadeln, weil er noch fehlerhaft ist, und deswegen Anstoß nehmen an den Gnadenwirkungen, die Ich an ihm wirke.

Darum, Meine Diener, solange ihr euch vornehmen werdet, alles zu bekämpfen und zu kritisieren, was eine Seele zur Heiligung ihrer Seele tun will, mag es eine Übung der äußeren Frömmigkeit sein oder der inneren, mag es sein, daß sie anhält bei euch, um sich abzutöten durch Fasten – obwohl es euch erlaubt ist und ihr streng darauf sehen sollt, daß eine Seele nicht allzu viele Fasten sich auferlegt, weil die Menschheit gar zu schwach ist und ihr gerade in dieser Beziehung unnachgiebig sein sollt –, mag es sein, daß die Seele ihren Glauben bekennen möchte vor der Welt, wenn sie den guten Willen hat und sich Mühe gibt, nur Gott allein zu dienen und nur Ihm allein zu gefallen, solange sage Ich euch: Niemals dürft ihr dieser Seele entgegenarbeiten, denn niemand hat das Recht, alles zu verwerfen, weil es Anstoß geben könnte unter den Kindern der gottlosen Welt. Solange ihr euch fürchtet vor dem Gerede der gottlosen Welt, seid ihr noch keine tiefgläubigen Christen und liebäugelt ihr noch mit der gottlosen Welt, möget ihr stehen hinter der Klostermauer oder sitzen auf dem Thron eines Kirchenfürsten oder sein ein gewöhnlicher Priester, oder sein, wer ihr wollt.

Ihr, die ihr mit der Leitung der Seele betraut seid, Hand in Hand müßt ihr gehen mit tiefgläubigen Seelen, wenn das Christenleben soll erneuert werden. Es muß anders werden, wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende. So wie Ich tat im Alten Bund, so tue Ich jetzt mit Meinen Kindern im Neuen Bund. Dafür habt ihr das Privilegium, daß ihr alle zur höchsten Stufe der Vollkommenheit, zur höchsten Heiligkeit, gelangen sollt. Ihr, die ihr Meiner Stimme Gehör gebt, fangt an, tiefgläubig zu werden, nicht mehr zu witzeln und zu spötteln. Seht ihr nicht, wie Ich all denjenigen, die da gar zu weit den Mund auftun, mögen sie Priester sein, die gar zu weit gehen und sehr spotten und höhnen über jene Seele, die Ich Mir erwählt, und die Meinen Geist in sich aufgenommen und nicht mehr nach den Kindern der Welt fragt, wie Ich sie alle schon hienieden strafe und ihnen den Mund stopfe? Seht euch nur um, und ihr alle werdet sehen, jeder in sich, daß es ihm gar nicht so wohl zumute ist und sein kann, wenn er speit und lächelt und spöttelt über solche, die Mir treu dienen.

Nein, nein, Meine Kinder, nehmt euch vor, alle ein besonderes Bußleben zu führen, damit das Kreuz recht bald übergoldet werde durch eure Liebe zum Kreuz. Ihr alle müßt Kreuzträger werden. Ihr müßt die Verachtung und die Verdemütigung lieben. Wenn ihr aber Verachtung und Verdemütigung lieben wollt, dann dürft ihr diejenigen nicht mehr verspotten, die diesen Weg schon Jahrzehnte hindurch gegangen sind, und die all die Verdemütigungen von eurer Seite mit Ruhe und Gelassenheit hingenommen und niemals einen anderen Weg sich verschaffen aus Eigenwillen, als bis Ich Selbst ihren Weg erhellen wollte. Ich nahm ihr diese Person, unter deren Leitung Ich sie gestellt, und die sie niemals verlassen hätte, Selbst hinweg, weil Ich Herr bin über Leben und Tod.

Merkt es euch, ihr alle, Meine Diener, und ihr alle, Meine Kinder, wer es wagen will, länger noch zu spotten über Mich, denn alle, die spotten über diejenigen, die Mir treu dienen, spotten über Mich in erster Linie, denn Ich bin es, der gesagt hat: ‚Der Knecht ist nicht höher als der Herr! Wenn sie Mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen!‘ Wehe aber denen, die Mich hassen, wehe denen, die sie hassen! Alle, die die ersten Christen verfolgten, weil sie Meine Kinder waren, alle, die sie haßten und hinausstießen, sie mußten es erdulden, diese Meine Kinder, weil Meine Kirche dadurch sich über den ganzen Erdboden verbreiten sollte, aber diejenigen, die Ich als Werkzeug dazu benutzte, die müssen es und mußten es fühlen, und diejenigen, die sich nicht bekehren, müssen es fühlen durch die ganze Ewigkeit. Wahrhaftig, die Ewigkeit ist lang genug.

Wehe denjenigen, die es jetzt noch wagen, jetzt, wo Meine Kirche so darniederliegt, daß die meisten Christen auf dem breiten Weg des Lasters gehen, obwohl es jetzt angefangen hat zu grünen dadurch, daß man angefangen hat, die Quelle wieder aufzuräumen, die dahinsprudelt über die ganze Welt, und die im Paradies versinnbildet war durch eine vierströmige Quelle, die sprudelt im Paradies, und das Vorbild war von der Quelle, die im Neuen Testament sprudelt, nämlich das Heilige Altarssakrament. Jetzt, da man angefangen hat, diese Quelle aufzuräumen, und es anfängt zu grünen und zu sprossen und allmählich wieder besser zu werden, muß man alles aufbieten, um diejenigen zu ermuntern, die teilnehmen an dieser Quelle, die da begeistert und angeeifert werden durch diesen Geist und sich angetrieben fühlen, offen und frei ihren Glauben zu bekennen, sei es vor den Halbchristen oder vor denjenigen, die da noch vorgeben, sehr fromme Christen zu sein, oder vor der gottlosen Welt, die keine Furcht haben, auch wenn man sie steinigen würde.

Solange man nicht aufhört, diese zu bearbeiten, zu behämmern, zu bespötteln und zu kritisieren, wird es nicht anders werden. Anders muß es werden in Meiner Kirche. Es müssen diejenigen, die beauftragt sind, die Seelen zu leiten, alles befördern, was zum inneren Leben führen könnte. So wie Ich das äußere Zeichen zur Einsetzung eines Sakramentes dazusetzte, so will Ich, daß das innere Leben nach außen hin sich kundgebe auf alle mögliche Weise, sowohl im Reden als in Schriften, als im Tun und Lassen. Und wenn ihr wieder barfuß dahingehen wollt durch die Fluren und die Menschen euch verspotten und verlachen und Meine Diener es euch abwehren, euch einschränken, dann folgt ihnen, tut, was Meine Diener euch sagen; denn Ich habe Meine Gewalt ihnen übertragen, ihnen Meine Gewalt abgetreten. Aber wehe ihnen, wenn sie es tun.

Dadurch wollte Ich ja nur der Welt zeigen, was zum Christenleben gehört. Dadurch wollte Ich nur die guten, treuen Kinder der Kirche wecken, nicht die gottlose Welt. Wißt, daß diese gottlose Welt doch spottet, ob ihr barfuß geht oder nicht, aber die guten, treuen Kinder sehen darauf und Meine Diener, die da stehen auf der Warte und ausschauen sollen, wo der Feind sich befindet, wo der Feind sich einschleicht, und wenn da die Kinder der Kirche noch so sehr spötteln und witzeln wollen, darum will Ich diese auf ihre Fehler aufmerksam machen. Seht, so lange die guten Kinder noch witzeln, sind sie noch eifersüchtig, neidisch, scheelsichtig, und auf diese Fehler will Ich sie aufmerksam machen. Deswegen habe Ich euch hinausgeschickt, ihr müßt barfuß gehen, damit an den Tag komme, woran die guten, treuen Kinder noch halten, an welchen Fehlern sie festhalten. Hinweg mit dieser Scheelsucht, ihr treuen Kinder! Ihr müßt zusammenstehen zu einem Bund. Ihr Priester, haltet es nicht unter eurer Würde, zu den Kleinen zu halten. Welche sind denn die Kleinen? Die Kleinen sind die Demütigen, diese sind Meine Kleinen, weil sie Kindern ähnlich sind. Ihr aber, solange ihr noch zu den Großen der Erde halten wollt und denjenigen, die spotten über die römisch-katholische Kirche und ihre Priester, die keinen anderen Namen euch zu geben wissen als die Pfaffen, solange ihr euch fürchtet vor jenen und nicht zu den Kleinen haltet, seid ihr nicht Meine treuen Diener, und niemals wird es anders werden.

Ihr habt es lange genug probiert, nachgegeben, halb und halb getragen auf zwei Schultern. Nein, Meine Diener, rafft euch auf, stellt euch auf die Seite der Wenigen, fragt nicht darnach, wie man von euch spricht. Seht euch nicht um nach jenen, die eure Worte nicht beachten, haltet fest an denen, die feststehen in Meiner Kirche, die mit dem Schifflein Petri gehen. Vorerst beachtet diese, damit diese feststehen, und durch den Samen der wenigen Guten soll Meine Kirche wieder aufgebaut werden. So wie durch das Blut der Märtyrer sich das Christentum auf der ganzen Welt ausbreitete, so soll durch das kleine Samenkörnlein des Liebesbundes, das die Aufgabe hat, über alles hinwegzugehen, Kreuz und Leiden mit Geduld zu ertragen, das Christentum erneuert werden. Und diejenigen, die Liebesbundmitglieder sind und sein wollen, werde Ich so lange mit Kreuz heimsuchen, bis sie fest und standhaft stehen im Liebesbund, bis sie der Welt das sind, als was Ich sie haben will.

Merkt es euch, kein Leiden werde Ich sparen an den Liebesbundmitgliedern, weil das Kreuz geliebt werden muß und die Liebesbundmitglieder die ersten sein müssen, die das Kreuz übergolden, wie Ich dir gezeigt, als Ich Mich dir mit dem Kreuze zeigte. Dies soll den Liebesbundmitgliedern zum Vorbild sein. Es soll sich jeder das Bild des kreuztragenden Heilandes aufstellen. Dieses Mein Bild mit dem Kreuz soll euch erinnern an euer Kreuz, denn ihr alle sollt schleppen und tragen das eucharistische Kreuz. Ihr sollt Mir Mein Kreuz erleichtern, wißt, Mein Kreuz, das Meine Kirche schleppt. Meine Kirche schleppt dieses Kreuz, und ihr sollt sie unterstützen.

Und nun lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wieder komme und euch eine andere Belehrung gebe. Geht hin und sagt Meinen Dienern einen herzlichen Gruß! Auch N. einen freundlichen Gruß sowie allen deinen Schwestern! Deiner Schwester in A. zum Namenstagsgeschenk einen herzlichen Gruß! Dieses liebe Schwesterlein, dieses Kind nach Meinem Herzen, hat vielen Kummer, weil sie dich so gern noch einmal sehen wollte. Möge sie ihre Oberin noch einmal darum bitten, ihr auf Ostern die Erlaubnis zu geben, daß sie hierher darf nach Mainz. Ich werde es ihr entschädigen.

Seht, wie ein guter Gott Ich bin, wie Ich die Bitten eines jeden gewähren möchte, wenn es nur nicht Meiner Ehre zuwiderläuft. Aber auch ein gerechter Gott bin Ich. Dieser arme Mensch, für den ihr bittet, war ja ein guter Familienvater, aber ein verkehrter. Er hat seine Kinder im Protestantismus aufgezogen, sehr verkehrt. Hätte er sie noch gezogen, so gut er konnte, aber er war allem entgegen, und seine Frau ließ sich beherrschen durch ihn.“

Barbara: „Mein Jesus, so laß ihn nicht verlorengehen. Ich will nicht wissen, wo er ist, weil es mein Beichtvater nicht erlaubt.“

Barbara wurde nun zur Vereinigung mit Jesus zugelassen.

Jesus: „Deine Schwester kannst du auch in diesem Augenblick finden in Mir.“

Barbara: „In Jesus, in Jesus, finden wir uns zusammen! Soll N. in den Karmeliterinnenorden eintreten?“

Jesus: Alle Orden sind gut, wenn sie nach dem Geist des Stifters leben. Sie kann auch in einen tätigen Orden eintreten. Sie kann auch, wenn sie will, als Jungfrau mitten in der Welt leben; aber wer sich zu schwach fühlt für diese verfluchte Welt, denn Ich habe dir heute gezeigt, mit wie vielen Schlingen diese Welt umgeben ist, und daraufhin schreiten auch die Guten. Wie leicht wird es geschehen, daß eine Seele sich da hineinverstrickt und fällt und nicht mehr aufsteht. Ich habe euch nicht umsonst gezeigt, wie die Klöster Meine Städte sind, die Städte sind in Meinem Reich. So wie die Städte die Zierde in einem Reich sind, wie ein Reich, das schöne, wohlangelegte Städte in sich birgt, so rühme Ich Mich Meiner Städte, eines Landes, wo viele Klöster sind. Diese sind die Städte in Meinem Reich, womit Ich Mich rühme.

Ihr aber, die guten Christen in der Welt, die ihr all diese Schlingen beachtet und herausfindet, beständig auf eure Füße schaut, geht darüber hinweg, und ihr könnt deswegen denselben Sieg erringen wie eine Ordensfrau, wenn ihr mit Beharrlichkeit über all die Schlingen hinwegsteigt. Aber wißt, da viele dazu zu schwach sind, deswegen rate Ich denen, die sich nicht stark genug fühlen, mitten in der Welt all die Gefahren zu überschreiten, sich in eine Stadt zu verschließen, in eine Stadt sich einzukaufen. Kaufe dich ein in eine Stadt, du hast zu viel Gefahr. Gehe hin, du hast in deiner Nähe die beiden anderen Kirchen. Du kannst dich hie und da ein Viertelstündchen losreißen. Du hast in deiner Nähe auch eine weitere Kirche und alle, wenn du nur ein wenig flink sein willst.

Sei schlau, mach dir dies zu Nutzen, reiß dich ganz los von allen Geschöpfen, frage nach niemand als nach deinem Jesus, Der dir bei der ersten heiligen Kommunion deinen Lebensplan gelegt, Der Seine schützende Hand über dich gehalten, daß du Ihm nicht entgehen könnest. Ich habe dich Meiner Mutter anvertraut und unter Ihren besonderen Schutz gestellt. Diese war es, Die dich aus jenem Haus hinwegführte, weil dir Schlingen gelegt wurden, wie Ich sie eben angedeutet. Merk dir’s, so ist die ganze Welt mit Schlingen belegt, auch wenn du über die Straße gehst. Gehe nicht zur Nachtzeit aus, denn die Nacht ist keine Gefährtin der Jungfrau, sondern jener, die Gefährtinnen Satans sind.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

347 Dritter Freitag im März 1900

„Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann.“

Lied: Gethsemane ...

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. O verzeihe mir alle Nachlässigkeiten und Fehler, die ich in dieser Woche wieder begangen! Wann werde ich aus mir herausgehen und so, wie Du mich wünschest, anfangen zu leben. O habe Nachsicht und Geduld mit Deinen Kindern! Ich gebe mir Mühe, o Herr, Du weißt es, aber wie armselig ist alles. Du hast es mir gezeigt, mein Gott, wie hast Du mich beschämt.“ (In der Josefs-Messe am neunten Mittwoch zeigte der Herr Barbara die ihrer Seele noch anhaftenden Unvollkommenheiten in Gestalt einer sehr plumpen Person, so daß sie ganz entmutigt war.)

Jesus: „So seid ihr alle!“

Barbara: „Ich sehe Dich, o mein Jesus, hinausgehen auf den Ölberg. Ich sehe, wie Du von einem Richterstuhl zum andern geschleppt wirst, wie Du an der Geißelsäule so schmählich zerrissen wirst, wie Dir die Dornenkrone auf das Haupt gedrückt wird, wie Du hinaufziehst auf den Ölberg. Ich verstehe es nicht.“

Jesus: „Komme, Meine Tochter, gehe aus diesem armseligen Gefäß heraus und gehe ein in Meine Stärke. Du wirst freilich aus dir selbst nichts erklären können, nicht eher, bis Ich dir Aufschluß gebe. Du siehst Mich hinaufziehen auf den Ölberg, um anzudeuten, daß Mein Leiden jetzt beginnt. Wißt, Meine Kinder, mit dem Sonntag, in den ihr jetzt eintretet, beginnt Meine Kirche ihren Kreuzweg, ihren Leidensweg. Sie fängt an, ihre Kinder einzuladen zu der köstlichen Tafel, die Ich bereitet habe, als Ich Abschied nehmen wollte von dieser Welt, und an der allein Meine Kinder sich erhalten und stärken sollen, an der allein das Brot der Starken zu finden ist. Und sie ladet ein und sie bittet und jammert und schreit, sie ruft alle ihre Kinder auf, mit ihr zu jammern und zu schreien hinaus in Meine Schöpfung, damit doch die Christen, an die sie ihren Hilferuf ergehen läßt, sich alle mit ihr vereinigen; die Schmerzen mit ihr zu teilen, weil so viele vergessen, ihr Brot zu essen, so viele Kinder der katholischen Kirche.

Ja, Meine Kinder, Ich möchte durch Meine kleine Dienerin, vereinigt mit dem Rufe Meiner Braut, hinausschreien in die ganze Welt, alle die Seelen aufzufordern, die noch an Mich glauben, die noch hineilen zu Meinem Tisch, sich einstimmig zu vereinigen in Gebet und Bußübungen, in Leiden, und alles aufzubieten und aufzuopfern, um den Zorn Meines himmlischen Vaters zu besänftigen, der da seine Zuchtrute schwingt. Alle, die da abgewichen sind vom rechten Weg, sind Seinem Zorn anheimgefallen. Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann. Wenn Er sie strafen will, dann straft Er die Gottlosen mit Blindheit, damit sie ihre Gottlosigkeit nicht mehr sehen und so, weil sie es einmal ja so wollten, blind ihrem Verderben anheimfallen, in den Abgrund sich hineinrennen, in den sie selbst hineinrennen wollen, weil sie anfangs, wo sie noch gut waren, mit der Welt liebäugelten.

Wisset, alle Kinder der heiligen römisch-katholischen Kirche, sind Meinem Herzen teuer. Solange sie noch Kinder sind, solange noch Mein Blut, das durch die Taufe ihnen eingegossen ist und das jede Seele in sich trägt, an den Seelen klebt, sind sie immer noch Meine treuen Kinder, auch wenn sie von gottlosen Eltern geboren wurden, die das Gift hineinträufelten von dem Tag ihrer Geburt an, wo sie Meiner Kirche einverleibt sind. An ihrer Gottlosigkeit sind die Kinder nicht schuld, weil sie es noch nicht verstehen, und sie sind Meine Glieder, Meine lebendigen Glieder, und Ich habe Nachsicht mit diesen Kindern, solange sie den Gebrauch ihrer vollständigen Vernunft noch nicht erreicht haben. Sie gehen zu Meinem Tisch zum ersten Mal, und dann gehen sie hinaus in die gottlose Welt und nehmen den Hauch der Welt in sich auf, und das Gift, das vom Mutterleibe an in sie hineingeträufelt ist, vermischt sich mit diesem gottlosen Hauch, und sie gehen über zu Satans Fahne, sie werden Satans Gehilfen, aber nicht mit einem Mal.

Noch habe Ich Nachsicht mit ihnen. Ich rede ihnen zu durch gute Beispiele; denn unter diesen Kindern sind wieder andere recht gute, fromme Kinder, und sie sehen sie, locken sie an, sie könnten noch übergehen trotz des bösen Willens ihrer Eltern, sie könnten doch noch gut bleiben, aber sie wollen nicht. So geht es fort und fort dem Abgrunde zu. Mit einem Mal kommt Satan und reißt sie ganz mit sich hinein durch die allzu große Vergnügungssucht, und sie sind Opfer ihrer Leidenschaft geworden, modernde Leichname. In lauter Vergnügen und Sinnlichkeit sind sie hineingerannt in ein Laster, das unter Christen nicht einmal genannt werden soll.

Diese nun, die da all auf die Reden ihrer Religionslehrer und der guten, treuen Kinder der katholischen Kirche nicht mehr achten, sind dem Zorn Gottes anheimgefallen. Die Langmut Meines Vaters, der da jahrzehntelang Geduld hat mit solchen Menschen, ist dann endlich erschöpft, und Er überläßt sie ihrer Blindheit. Sie sind so mit Blindheit geschlagen, daß sie nicht mehr sehen, auf welchem Weg sie wandeln.

Und nun seht, Meine Kinder, die Zeit ist gekommen, wo Meine Kirche wieder trauert und weint, wo sie jammert um diese ihre Kinder. Sie fängt an, sie einzuladen zu dem großen Gastmahl, das Ich der Menschheit bereitet habe, als Ich hinaufstieg zu Meinem Vater. Die Jungfrauen, die da noch zu den liebsten Kindern Meines Herzens gehören, weil sie gar ein empfängliches Herz für das Gute haben, sind dereinst bestimmt, die Kinder zu gebären, die Kinder, die Ich so sehr liebe, die Kinder zu erziehen, und spielen deswegen eine große Rolle in Meinem Reich.

Die Jungfrauen sind bestimmt, Meine Altäre zu zieren, nicht nur durch das Opfer ihres Herzens, das sie Mir in ewiger Jungfräulichkeit bringen, Mir zu dienen, sondern auch, weil sie nicht geheimnisvoll gesprochen, sondern direkt, Meine Altäre zieren sollen durch Opfergaben, die sie bringen nebst dem Opfer ihres Leibes; denn zu allem, was Schönes und Gutes geschafft wird in Meiner Kirche, wird von jungfräulichen Seelen der größte Beitrag getan. Klöster und Kirchen werden gebaut, und immer sind es die Witwen und Jungfrauen, die ihren größten Beitrag tun, wenn ein Werk gut gedeihen soll.

Darum, Meine Kinder, wundert euch nicht, wenn Ich sage, daß die Jungfrauen eine große Rolle spielen in Meinem Reich, in Meiner Kirche. Diese Jungfrauen nun, die ihre Kommunion nächsten Sonntag feiern, machen Mir große Schmerzen, Meiner Kirche viele Leiden, denn dieses Geschlecht, das da das zarte Geschlecht ist, das fromme Geschlecht, ist jetzt so gottlos geworden, daß Ich, anstatt Mich zu freuen, als Bräutigam Mich dir zu zeigen, Mich dir zeigen muß als hinaufziehend auf den Ölberg, denn eine wahre Ölbergs-Todesangst pressen sie Mir aus, diese Jungfrauen. Wo sind sie? Wo ist die Jungfrau, die da kommt zu Meinem Tisch? Diese sind es, die noch die Jungfrauen sind, sie sind noch die Jungfrauen nach dem wahren Sinn des Wortes. Aber geht hinein in die Familie und betrachtet euch jene Jungfrauen, die so viel mit der Welt liebäugeln, die sich so viel auf Theater und Tanzboden und Konzerten und wie alle die Vergnügen heißen, sehen lassen, die da nur sehen und gesehen sein wollen, wo diese sind. Wo ist die Jungfrau? Wenn Ich nun trauern und weinen muß über die christlichen Jungfrauen unserer Tage, wie ist es erst, wenn die Jünglinge zu Meinem Tisch berufen sind? Wie trauert Meine jungfräuliche Braut, wenn die Jünglinge kommen sollen.

O ja, die Schweißtropfen, die du auf Meiner Stirn gesehen, mit jedem Sonntag treten sie dicker auf die Stirne Meiner jungfräulichen Braut; denn mit jedem Sonntag wird es ernster, weil mit jedem eine Klasse von Christen kommt, die immer nachlässiger und nachlässiger wird in dieser Beziehung, und je nachlässiger die Christen werden im Empfang der heiligen Eucharistie, desto schlechter ist es bestellt mit dem wahren Christentum.

Darum auf, Meine Kinder, auf zum Kampf! Der Liebesbund muß sich ausbreiten über die ganze sichtbare Schöpfung; überall wo es Christen gibt, müssen Liebesbundmitglieder entstehen, die sich einsetzen für andere. Seht hinein in die Welt! Je mehr man Meine Gottheit angreift, desto mehr suchen diese, die Mich wahrhaft lieben, Mich zu ehren und zu verherrlichen. Je mehr man Mich hinausdrängt aus den Herzen der Menschen, desto mehr muß die Seele, die Mich liebt, Mich in sich aufnehmen, mit Mir vereinigt sein und bleiben. Darum, wenn Meine Diener in den Jahren, wo Ich anfing, mit dir zu reden, es nicht verstehen wollten und noch nicht verstanden, was Ich hier wirken will, dann mögen sie jetzt die Augen auftun und Umschau halten auf ihrer Warte, auf der sie stehen. Denn jeder Priester steht auf der Warte und schaut aus, was die Herde Christi macht, ob sie auf guter Weide sich befindet, und wenn er so Umschau hält unter seiner Herde und sieht, wie nur diejenigen auf guter Weide stehen, die da oft sich einfinden an Meinem Tisch, dann mögen sie hineingehen in jene Familie und sehen, wie es da um die Familie bestellt ist, wo man fern bleibt von Meinem Tisch, und sie werden finden, wie nur diejenigen noch gute Familienväter und Familienmütter sind, die da oft hineilen zu Meinem Tisch.

Dann werden sie wohl begreifen, was Ich gemeint, als Ich anfing, offen und frei vor anderen mit dir zu reden, als Ich anfing, ihnen zu sagen, daß ein Damm müsse gebildet werden gegen die gottlose Zeit, gegen die gottlosen Wasser des Unglaubens, die da alles, was noch gut ist, mit sich fortreißen und hinwegschwemmen, daß ein Damm müsse gebildet werden unter den treuen Kindern der Kirche, der da aufgerichtet werden soll durch das Gebet Meiner Kinder. Und diese Meine Kinder, weil sie schwache Geschöpfe, müssen sich festhalten an dem Band, das Ich um die Menschheit schlingen will. Dieses Band ist die öftere heilige Kommunion. Nun seht, Meine Diener, wenn ihr es damals nicht verstehen wolltet, weil ihr zu viel mit der Welt liebäugeln wolltet, weil ihr nachgeben wolltet und meintet, es könne auf anderem Weg, auf besserem und leichterem Weg, umgeschaffen werden, daß die Christen noch gehalten und abgewendet werden von dieser Gottlosigkeit.

Versteht ihr jetzt, was Ich meinte? Seht euch um, ob noch etwas von Nutzen ist, was da geschaffen wurde? Sie alle kehren euch den Rücken, sie hören nicht auf eure Worte. Was Ich schon oft gesagt, daß diejenigen, die noch auf eure Worte hören, diejenigen sind, die die guten, treuen Kinder der Kirche sind, die stehen noch unter eurer Kanzel, wenn ihr das Wort Gottes vortragt. An diesen sollt ihr retten, was noch zu retten ist. Rettet die guten, treuen Kinder. Sie sind es, die das kleine Häuflein bilden, das da schon Jahrhunderte vorausgesagt ist, daß das Christentum so klein wird, daß es sich unter dem Schatten eines großen, mächtigen Baumes zusammenscharen kann.

Dieser große mächtige Baum ist der Liebesbund. Dieser breitet seine Äste aus von Ost bis West, von Nord bis Süd, allüberall, wo ein Mitglied des Liebesbundes steht, das teilnimmt an Meinem heiligen Tisch. Dieses ist es, was unter den Schatten des Liebesbundes sich flüchtet und gerettet wird. Und alle, die da unter dem Schatten dieses Baumes wohnen, sollen durch die Früchte, die sie zeitigen, wieder andere belehren und retten, und ein anderes Geschlecht muß heranwachsen. Freilich müssen da die einzelnen Glieder geschüttelt und gerüttelt werden, sie müssen vieles leiden und darben und vielen Kummer ertragen von denjenigen, unter denen sie leben müssen.

Aber seht, Meine Diener, anders ist es nicht mehr möglich, die Menschheit umzugestalten, das Menschengeschlecht zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben. Ihr selbst müßt einverstanden sein mit der treuen Schar, mit der kleinen Herde, die da noch treu geblieben ist, die das Joch Christi noch süß und angenehm findet. Nicht mehr sollt ihr spötteln und lächeln und witzeln über die kleinen Schar, über die guten, treuen Seelen der Kirche, die Ich Mir erwählt habe, um zu euch zu reden; denn wißt, je mehr ihr zu dieser kleinen Schar haltet, desto stärker wird sie, desto mehr begründet in ihrem Glauben, in dem guten Kern, den Ich in sie hineingelegt. Und wenn dann die anderen, die da Frömmigkeit mit der Welt verbinden wollen, und weil sie in sich noch einen guten Kern tragen, und wenn sie dann sehen, daß die einzelnen Glieder so tapfer darauf losgehen, kein Leiden, keine Opfer scheuen, daß sie sich wie Pflastersteine unter die Füße aller legen, dann schließen sich viele an, und wenn ihr dann untersucht, ob etwas anderes der Trieb ist in diesen Seelen als die Liebe zu ihrem Gott, dann sage Ich, ihr habt keine Entschuldigung, wenn der Strom der Gottlosigkeit alles hinwegfegt, alle, alle.

Und wenn ihr selbst mit hineingefegt werdet, dann seid ihr selbst schuld, weil Ich Jahre und Jahre lang zu euch gesprochen. Haltet zu den Kleinen, denn aus ist es mit den Großen dieser Erde. Haltet es nicht mit jenen, die da an der Spitze stehen und mit der Welt liebäugeln, die sich euch nähern mit ihren süßlichen Worten, mit ihrer Schöntuerei, wenn sie euch sagen, daß sie zu euch stehen und hinterrücks euch die Zunge strecken, weil sie zu einer anderen Armee stehen, weil sie der Satansfahne folgen, weil sie der Freimaurerei zustehen und durch den Liberalismus, der das Volk beherrscht, das kleine Volk angesteckt, obwohl sie jetzt noch halb und halb zu euch stehen wollen, weil sie sehen, daß der Karren zu tief steckt. Sie selbst haben den Karren hineingeschoben in die menschliche Gesellschaft und dieser Karren steckt tief, und alles und alles sitzt darauf, und auch sie selbst sitzen darauf, und dieser Karren führt sie aufs Schafott. Und ihr, wenn ihr ihnen glaubt, ihrer Schmeichelei, werdet von diesem Karren hinausgeschoben, wenn auch nicht in den Abgrund, in den diese sich stürzen, aber hinaus aus eurem Beruf.

Ihr seid bestimmt, die Herde Christi zu weiden, auf gute Weide zu führen. Habet acht, daß der Wolf, der sich eingeschlichen hat, euch nicht erwürge, denn die gottlose Welt steht an der Spitze ihrer Gottlosigkeit. Entweder – Oder: Entweder für Christus und mit Christus, oder gegen Christus. Entweder ewig verloren oder ewig gerettet. Ein Liebäugeln gibt es nicht mehr. Wißt, wenn eure Oberhäupter, ihr Deutschen, Ich rede hier zu den Dienern der Kirche Deutschlands, wenn eure Oberhäupter tun, als glaubten sie, als wollten sie die katholische Kirche hochhalten, als wollten sie auch eure Autorität anerkennen und der Welt zeigen, daß man ihr folgen muß, daß die Kirche Christi, die Römische Kirche, die wahre Kirche sei, dann ist dieses nur ein Schein, ein trügerischer Schein, der eure Augen blenden soll, damit ihr ihnen helfen sollt, ihre Pläne zu vollführen. Im Innern aber beabsichtigen diese nur ihre Autorität an den Mann zu bringen, die abgefallene Kirche, die verirrte Kirche, die sich jetzt so groß und breit macht im ganzen Deutschen Reich. Diese ist es, welche sie vorgeben wollen, die wahre Kirche Christi zu sein, denn man könne sie daran erkennen, daß sie sich so sehr ausbreite. Deutschland ist freilich dieser Sekte so anheimgefallen, daß sie die größere ist und Meine Kirche anfängt, die kleinere zu werden. O Meine Diener, Ich sage euch, schämt euch, schämt euch nicht mehr vor diesen Oberhäuptern, vor diesen, die an der Spitze stehen, die mit euch zu halten vorgeben.

Glaubt nur nicht, wenn man euch sagt, man müßte sich so betragen, daß man nicht ausgelacht werde, um der Kirche nicht zu schaden. Nein, Meine Diener, mehr schadet es Meiner Kirche, wenn ihr jenen Reden Glauben schenkt. Meine Kirche mußte geboren werden am Kreuz, nicht in den königlichen Palästen. Wo hat ein Luther, ein Calvin, ein Nestorius, wo haben alle diejenigen, die da vorgeben, die wahre Kirche zu bilden, ihre Kirche gestiftet und geboren? Vielleicht am Kreuz der Verachtung und Verdemütigung? Nein, nein, in Palästen, in Wirtschaften, in Gasthäusern. Dort hat er sie geboren und verbreitet. Er hat sich an die Großen der Erde gemacht, die da gern schwelgten, eine Ehefrau beiseite schieben wollten, um eine andere, die ihren Augen mehr gefiel, sich heimzutun. Meine Kirche aber, die heilige römisch-katholische Kirche, mußte am Kreuz geboren werden, an das Kreuz mußte der Stifter dieser Kirche steigen, und vom Kreuz herab befahl Er Seiner Mutter: ‚Siehe da, Deinen Sohn‘, und dem Sohne sagte Er: ‚Siehe da, deine Mutter!‘

Meine Diener! Merkt euch diese zwei Worte. Dort zeigte Ich, wo Meine Kirche geboren ward, der Welt zum ewigen Andenken. Bis zum letzten der Tage müssen Meine Kinder an dieses Wort sich erinnern: Mutter, siehe da, Deinen Sohn. Dieses ist Meine jungfräuliche Braut. Braut, siehe da, Deinen Sohn! Sohn, siehe da, deine Mutter! Kind, siehe da deine Mutter! Mein Kind, du, der du an der Spitze stehst, siehe deine Mutter!

Am Kreuze habe Ich dich geboren, am Kreuz bist du geboren, Mein Sohn. Merk es dir in der Verachtung und Verdemütigung des Kreuzes! Mit der Dornenkrone der Schmach, die Ich getragen, mußt du den Weg wandeln, die Herde Christi hüten und verwalten. Und nun stehe auf der Warte und schaue aus, ob deine Herde auf der richtigen Weide geht. Schaue auf die guten, treuen Kinder, die du zu verwalten hast, ob sie sich oft nahen Meinem Tisch, das Kreuz lieben, ihre Kinder für Mich erziehen. Und wenn sie das tun, dann hast du gewonnen, dann stehst du auf dem richtigen Posten.

Und nun, Meine Kinder, lebt wohl. Ihr wißt, was Ich euch sagen wollte. Ich will Meine Diener belehren über den allzu großen Irrtum, der sich verbreitet hat in der ganzen Welt, besonders hier in Deutschland. Man fürchtet sich vor denjenigen, die am Ruder stehen, denen Ich eine Zeitlang Gewalt gegeben habe zu herrschen über die Geschöpfe als Regenten. Aber wißt, euch habe Ich eine Gewalt gegeben, die über die Gewalten aller Könige und Kaiser hinausgeht. Ihr habt die Macht, die Herzen der Menschen zu regieren und zu leiten, eure Gewalt geht vor die der Kaiser und der Könige. Geht hin vor die Mächtigen, fürchtet euch nicht, sagt ihnen die Wahrheit, sagt ihnen, wer den Karren der Gottlosigkeit in die menschliche Gesellschaft hineingeschoben hat, sagt ihnen, daß ihr nicht wieder imstande seid, den Karren herauszuziehen, es sei denn, es werde eine andere Gesellschaft geschaffen.

Sie müssen die Gewalt, die euch Gott gegeben, wieder in die Höhe bringen, wieder freischaffen, freistellen, eine freie Kirche will Ich. Die heilige römisch-katholische Kirche darf nicht mehr geknechtet werden, wenn die Krone der Herrscher soll gewahrt bleiben.

Die Gewalt Meines Statthalters, der Stuhl Petri, muß freigestellt werden, hinaufgestellt werden auf den Berg, von dem er abgesetzt ist. Er ist niedergedrückt in das Tal der Demut. Dort steht er heute. Er steht schon Jahrzehnte dort, der, obwohl er tief gestellt, dennoch nicht verrückt worden ist. Er steht auf seinem Posten, und die ganze Welt muß ihn bewundern und bewundert ihn auch, die gottlosen Oberhäupter, und wenn sie es nicht tun, dann werden sie ihre Häupter an ihm zerschellen.

Aber es ist die Zeit gekommen, wo Meine Kirche siegen soll, lange genug hat sie im Tal der Demut gestanden. Sie muß wieder hinaufgerückt werden, und alle Völker müssen vor ihr das Haupt neigen. Die Zeit ist gekommen, wo der Traum Pharaos wieder soll erfüllt werden, wo sich die vollen Ähren neigten vor Josef. Josef ist die katholische Kirche. Josef war das Sinnbild im Alten Bund und sinnbildete die neue Kirche. Josef war das Vorbild Meiner Selbst, Christi Selbst. Josef sollte die alttestamentliche Kirche erhalten und zur Blüte bringen. Josef ist die neue Kirche, und vor ihr müssen alle Häupter das Haupt beugen und diejenigen, die es nicht tun, werden ihre Häupter zerschellen an diesem Josef.

Ihr, Meine Diener, dürft nicht liebäugeln mit der Welt. Ihr dürft nicht fürchten die Gottlosen der Erde, sondern haltet zu den wenigen treuen Seelen; denn wenn ihr noch nicht glauben wollt, dann wartet noch einige Jahre und ihr werdet noch mehr sehen. Eure Kanzeln umstehen nur die gläubigen Katholiken. Ihnen haltet zu, ihnen sprecht Trost und Ruhe zu in den schwierigen Kämpfen, in denen sie jetzt geübt werden müssen; denn jeder Christ, der feststeht, hat in jetziger Zeit ein wahres Martyrium durchzufechten. Er darf nicht nach rechts und links sich umsehen. Er hat ein Martyrium von innen und von außen, von allen seinen Mitbürgern.

Darum auf, Meine Kinder, auf, Meine Diener! Es ist an der Zeit, wo das erste Christentum wieder erstehen muß, wo das erste Martyrium wieder gelitten wird von den guten, treuen Kindern der Kirche.“

Josef: „Meine Kinder, fürchtet euch nicht. Ein Mann, ein Wort! Ich, der Schutzherr der katholischen Kirche, verspreche euch, daß kein Leiden umsonst gelitten, keine Träne umsonst geweint, keine Bitte umsonst vorgetragen ist. Alle eure Wünsche werden erfüllt bis in das Kleinste hinein; denn eure Wünsche sind die Wünsche meines heiligen Pflegesohnes und meine Wünsche. Die unsterblichen Seelen zu retten, ist euer Verlangen. Die Tränen, die ihr weint, weil so viele Menschen abgewichen sind vom rechten Weg, die Tränen, die da vergossen werden eurer Brüder wegen, wenn ihr die Blindheit der Welt seht, sie sollen dereinst glänzen als köstliche Diamanten in eurer Krone. Merkt es euch, es kommt die Zeit, wo ihr schon hier auf Erden von all denjenigen erkannt, geachtet und geliebt werdet, die jetzt noch euch fernstehen, aber erst in der Ewigkeit, meine Kinder, in der Ewigkeit; denn in Vereinigung mit meiner jungfräulichen Braut werde ich euch Glied an Glied einreihen, ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, weil ich der Schutzherr der heiligen römisch-katholischen Kirche bin und weil jetzt wieder ein neues Geschlecht gegründet und gebildet wird. Erneuert soll die Kirche werden, nicht eine Glaubenserneuerung, aber erneuern sollen sich die Herzen, ein neues Glaubensleben soll entstehen. Alle guten, treuen Kinder der Kirche, die noch festhalten zur heiligen römischkatholischen Kirche, sollen in sich das Glaubensleben erneuern, und es wird Glied an Glied sich anreihen schon hier auf Erden, aber dann in der Ewigkeit eine herrliche Prozession sein.“

Barbara: „Erflehe doch diesen zwei Seelen die Bekehrung!“

Josef: „Halte aus im Glauben und Vertrauen! Alle Bitten werden dir gewährt. Wenn es auch scheint, es sei alles verloren, dann ist doch alles gerettet. In dem Augenblick, wo es scheint, alles verloren zu sein, glaube fest, daß der Herr euren Bitten nicht widerstehen kann.“

Die Schwester von Barbara bat für ihren kranken Mann.

Josef: „Er soll nur auf die Arbeit gehen, wie ihm der Arzt sagt, aber nur einige Stunden, und sich dann wieder etwas in die frische Luft begeben, bis er sich erholt hat. Er soll sich nur nicht fürchten vor seinem Brotherrn; ich selbst werde an seiner Seite stehen und ihm helfen. Er soll sich anschließen und nicht mehr so spöttisch tun, wie er bisher getan.“

Barbara: „Gib dieser verzweifelten Seele bitte einen Trost.“

Josef: „Sage ihr einen freundlichen Gruß vom heiligen Josef, sie möge Ostern eine recht gute Generalbeichte ablegen, aber nur nicht ängstlich sein, ihr Gewissen nur so überdecken, was sie noch am meisten beunruhigt, sie weiß es, und diesen Fehler offen und frei vor einem Priester darlegen und dann sich anschließen an den Liebesbund, ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, das heißt, regelmäßig alle acht Tage beichten und kommunizieren und ihre Kinder anhalten zum öfteren Empfang der heiligen Sakramente, die Kinder, die in dem betreffenden Jahr ihre erste heilige Kommunion empfangen. Dann wird sie sehen, welche Fortschritte sie in der Vollkommenheit macht. Sie wird ihre Schwester dazu gewinnen, wenn jene sieht, wie ruhig und zufrieden sie ist. Und wenn sie beide Hand in Hand miteinander gehen, welchen Schatz von Verdiensten können sie sich erwerben in den anvertrauten Kindern. Ich möchte allen katholischen Lehrerinnen zurufen:

Schließt euch dem Liebesbund an, ihr, die ihr die Kleinodien zu verwalten habt. Ihr habt von Gott, dem himmlischen Vater, die Edelsteine anvertraut bekommen, deren unchristliche Eltern sich unwürdig machen. Seht, wie viele Familien sind in dieser Stadt, wo die Eltern die Kinder, die Kleinodien des Himmels, gleichsam den Schweinen vorwerfen. Ihr habt die Gewalt, diese zu retten aus den Klauen der Schweine. Führt sie oft zum Tisch der keuschen und reinen Seelen. Lehrt sie das Brot essen und den Wein trinken, aus dem Jungfrauen sprießen, und in kurzer Zeit verspreche ich euch, werdet ihr mir durch meine kleine Dienerin euren Dank abstatten.

Fürchte nichts, meine Kleine! Tue, was ich dir anrate! Du hast noch einen guten Kern in dir. Aber fern sei von dir aller Zweifel, alle Angst, und wenn deine Schwester dir zureden will, dann halte dich so lange fern, bis du feststehst in dir und sie selbst zur Einsicht kommt.“

Am neunten Josefs-Mittwoch bei der heiligen Wandlung sah Barbara den heiligen Josef in kaiserlicher Majestät und ernsthafter Würde neben dem Altar stehen. Er gab Barbara zu verstehen, daß die Schriften jetzt der Kirche übergeben seien und die Kirche zu urteilen habe und sie das Weitere nichts mehr angehe. Wir sollen nur all unser Augenmerk auf die Vervollkommnung unserer Seele richten und den Schriften dadurch das Siegel aufsetzen. Wir sollten zwar nichts anderes tun als bisher, aber alles mit größerer Vollkommenheit. Am Feste des heiligen Josef fragte Barbara den heiligen Josef, ob er nicht uns belehren werde. Da sagte er:

Josef: „Habt ihr nicht schon genug erfahren? Ich komme heute nicht, um euch eine eigene Belehrung zu geben. Leset die früheren nach! Ich habe mich mit dem Wort des Engels sieben Jahre begnügen müssen. Hast du nicht in der heiligen Kommunion den Vorgeschmack des Himmels gehabt? Was willst du noch mehr? Dort ist es gerade so, nur mit dem Unterschied, daß es nicht mehr endet. Und frage deine zwei Freundinnen, ob sie nicht ebenso glücklich gewesen sind wie du.“

Barbara: „Wie hast du es denn gemacht, daß du ein so großer Heiliger geworden?“

Josef: „Durch lebendigen und kindlichen Glauben. Nach dem, was ich einmal vernommen, richtete ich mich mein ganzes Leben, so fest glaubte ich. Es macht mir Freude, wenn ihr die Broschüre über die heilige Kommunion zu meiner Ehre verbreitet, weil so viele, die es lesen, Nutzen daraus ziehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

348 Vierter Freitag im März 1900

„So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht.“

Lied: O Jesu ...

Barbara: „O mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. O wie armselig, wie schmerzlich war diese Nacht! Ich opfere Dir auf die inneren Leiden, die Seelennöte und die äußeren Schmerzen zur Genugtuung für meine Sünden und in Vereinigung mit allen, die sich im Geist mit mir vereinigen, für alle ihre Fehler und Unvollkommenheiten, in Vereinigung mit Deinem bitteren Leiden und den Todesängsten am Ölberg für die Jünglinge, damit sie ihre Osterbeichte gut verrichten. Barmherzigkeit für die Jünglinge! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Solange ihr hier in diesem Tränental wandelt, ist doch alles nur wie ein Puppenspiel der Kinder, obgleich ihr glaubt und mehr als andere Menschen in Meine Geheimnisse eindringt. Ihr seid gar zu kurzsichtig, gar zu kleinmütig. Jedes Ereignis, jede kleinste Unannehmlichkeit, haut euch gleich um. Und wenn Ich gar mit Leiden des Körpers komme, wenn Ich eine Krankheit dem Körper schicke, dann ist es aus mit aller Liebe und Andacht. O ihr armseligen Menschen! Versteht ihr nicht, was Ich mit euch vorhabe? Wann werdet ihr es verstehen, wann, Meine Kinder? Kommt mit Mir, Ich will euch die richtige Aufklärung geben.

Aber, wenn Ich sie euch gegeben habe, seid ihr wie die Apostel umgewandelt und seid wieder auf der alten Schleife, gerade so wie immer. Wißt aber, nicht umsonst wollte Ich Selbst in diese Natur hineinsteigen, wollte Ich Mensch werden, um Nachsicht zu haben mit diesen Menschen. Ich Selbst wollte Mich mit der Natur des Menschen bekleiden, um recht mitleidig mit ihm umgehen zu können. Dreiunddreißig Jahre habe Ich diese Natur mit Mir herumgeschleppt, um dann bei Meinem Vater für dieses armselige Geschlecht gut sprechen zu können.

Seht, ihr seid eingegangen in Meine Geheimnisse, in Meinen Geist. Mehr als andere, gewöhnliche Christen dürft ihr hineinschauen in dieses liebe Gottesherz. Aber was nützt es Mich, wenn Ich euch nur hineinschauen ließe und euch nichts schickte als Tröstungen über Tröstungen, gleichsam euch über alle Hindernisse hinweghöbe, auf den Händen trüge und dann noch obendrein mit Mir durch die ganze Ewigkeit herrschen und triumphieren ließe.

Nein, Meine Kinder, Ich bin auf die Welt gekommen, um für die Sünden der Menschen zu büßen, zu leiden und zu sühnen. Ich bin eingegangen zu Meinem Vater, um wieder Besitz zu nehmen von Meiner Herrlichkeit, also leidensunfähig, nur noch zu genießen, zu lieben und zu herrschen. Dazu seid auch ihr alle dereinst bestimmt. Für jetzt aber sollt ihr an eurem Leibe ersetzen, was Meinem Leiden noch fehlt, mit anderen Worten: Von euch verlange Ich jetzt, was Ich dereinst ertragen mußte, als Ich hinaufzog auf den Ölberg und die Jünger mit Mir genommen hatte, die mit Mir die Leiden sehen sollten, denen Ich Mich überlassen wollte. Ich nahm sie aber auch mit, weil Ich bloßer Mensch war, als bloßer Mensch leiden wollte, und weil der Mensch dazu angelegt ist, sein Leiden anderen mitzuteilen und es ihm dann leichter wird. Ein geteiltes Leid ist nur ein halbes Leid. Dieses fühlte auch Meine Natur.

Denn als Ich Mein Leiden begann, zog Sich Meine Gottheit gänzlich zurück in den Schoß Meines himmlischen Vaters, und Ich litt, wie alle Menschen leiden. Diese Jünger, an denen Ich nun Trost suchen wollte, waren weit entfernt, Mich trösten zu können. Wußte Ich nicht schon im voraus, wie alles dieses kommen werde? Und doch habe Ich getan, als wüßte Ich es nicht, und doch hat Meine Natur Trost gesucht an ihnen!

Seht, Meine Kinder, ihr seid bestimmt, den eucharistischen Kreuzweg mit Mir zu wandeln, zu leiden, mit Mir in diesen Tagen, wo Meine jungfräuliche Braut ihre Kinder anlockt und herbeiführen will. Ich rede nicht von Meinen liebsten, treuen Kindern. Diese braucht sie nicht anzulocken und nicht zu rufen; sie kommen von selbst. Ich rede von jenen, die da draußen in der Welt verloren, auf Sandwüsten wandeln und vergessen haben, ihr Brot zu essen. Diese wollen aber nicht kommen. Sie hören nicht auf die Stimme ihrer Mutter, Meiner jungfräulichen Braut, und dieser Schmerz preßt Meiner jungfräulichen Braut und Mir Selbst eine wahre Todesangst aus.

Niemand weiß und erkennt den Wert einer Seele, außer der Vater und Ich und der Heilige Geist; denn als Wir dieses Geschöpf erschaffen, hauchte der Vater durch Mich diesem Geschöpf Seinen Geist ein und dieses Geschöpf trägt die Heiligste Dreifaltigkeit in sich. So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht. Niemand begreift es, weil niemand so klar schaut wie Ich und der Vater und der Heilige Geist. Dem Körper wie dem Geist ist das Geistige immer verdunkelt; er schaut nicht klar, und nur die Seele, die ganz eingegangen ist in Meinen Geist, in der Ich nach Belieben wirken und zu ihr herabsteigen kann, die täglich mit Mir verkehrt in der heiligen Kommunion, sie schaut etwas klarer, aber immer noch sehr dunkel, weil das fleischliche Auge ihr hinderlich ist, daß das geistige nicht so hell schaut.

Nun müßt ihr aber, Meine Kinder, weil Ich euch Meine Geheimnisse erschließe, besonders du, Meine Kleine, die Ölbergs-Todesangst mit Mir teilen. Wundere dich nicht, wenn solche Tage und Nächte über dich kommen, wo du ermattet an Geist und Körper nichts siehst als Leiden, Ängste, Zweifel und Skrupel. Zusammenwirkend ist dies ein Splitterchen Meiner Todesangst am Ölberg. Darum klammere dich an deinen Vielgeliebten, wie Er hinauszieht auf den Ölberg, und trage deine Leiden mit Mir. Morgen sollen die Jünglinge ihre heilige Osterbeichte halten in dieser Stadt. Aber schaut hinein, wo ist der Eifer, wo ist die Vorbereitung?

Wenn Ich Mich beklagte über die Jungfrauen, wie habe Ich erst zu klagen über die Jünglinge, und dann über die Frauen und Männer! ‚O mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?‘ So möchte Ich ausrufen. ‚Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?‘ Geht hinein unter die Gesellschaft von Menschen, von was sie reden, an was sie denken, mit was sie sich beschäftigen. Vielleicht mit ihrer Osterkommunion? O nein! Da wird gesonnen und getrachtet, ein Fest, das sie sich vorgenommen haben, reizend zu begehen, weil sie glänzen wollen ihren Nachbarstädten gegenüber, weil es da überall heißen soll: ‚Ja, die Mainzer verstehen es, Feste zu feiern!‘ O diese Toren, o diese armen Menschen! Das Geld, das vergeudet wird zu solchen Lustbarkeiten, die Jugend, die da mit hineingeschwemmt wird in das Laster der Unzucht, die vielen Familienväter und Mütter, die das Wohl ihrer Kinder vernachlässigen und ruinieren durch die allzu große Teilnahme an solchen Festlichkeiten, welche Rechenschaft verlange Ich von ihnen; welche Rechenschaft von denen, die solche Feste herbeigeführt.

Denn seht, Jungfrauen, Jünglinge, die noch zu besseren Christen gehören wollen, wie alles in ihnen sich verbreitet im Weltgeist, wie sie keinen Sinn mehr haben für etwas Höheres, für Mich, ihrem Herrn und Gott!

Ich kann euch den Schmerz nicht schildern, den Mir die Stadt Mainz verursacht dadurch, daß sie mit jedem Jahr ein neues Fest aufdichtet, um so wieder das armselige Menschengeschlecht zu verführen, hineinzureißen in den Strudel der Vergnügen. Alles wird vergessen. Da hat man freilich keinen Sinn für etwas Höheres. Da darf Ich Mich mitteilen den Seelen, ei ja, das sind Simpel, verrückte Personen, Spiritisten! So sagt man sich auch unter denen, die noch gute, fromme, gläubige Christen sein wollen, wenn sie so halb und halb doch auch mit der Welt liebäugeln wollen. Sie wollen so mitmachen, wie man sagt, damit der gute Ton im Klang bleibe.

Aber welche Rechenschaft werde Ich dereinst verlangen! Ihr, Meine Kinder, müßt Mir Ersatz und Sühne leisten für diese gottlose Welt, für diese Menschen, die da Mich nicht mehr kennen, die da Christen sind und sein wollen und schnurstracks auf dem Weg des Lasters, auf dem Weg zur Hölle gehen.

Saget N., er möge doch bedenken, was Ich schon oft und schon vielmals mit euch gesprochen habe, daß Ich zufrieden bin mit diesem Geschlecht, wenn es auch nicht so über Leibeskräfte dem Fasten sich hingibt. Er möge seine Gesundheit besser schonen. Ich verlange dies nicht von ihm, weil sein Körperbau gar zu armselig und schwächlich ist, und weil die inneren Leiden, die er schon jahrelang erduldete, ihm die Kräfte geraubt und ruiniert haben. Er soll zu seiner Verdemütigung und gerade zu seiner Verdemütigung essen und trinken, wie es sich gehört, um seine Kräfte wieder zu erlangen, und diese Verdemütigung will Ich ihm höher veranschlagen, als wenn er strenge Fasten sich auferlegt und tut wie seine anderen Ordensbrüder. Ich will nicht, daß er diese Stelle verlasse. Er soll hier stehen; er soll aber auch einmal fühlen, wie es ist, jahrelang solche Verdemütigung zu ertragen und hinzunehmen von solchen, von denen man das Entgegengesetzte erwarten soll.“

Barbara: „Mein Jesus, darf ich Dich bitten für den Bruder von N.? Mein Beichtvater will nicht haben, daß ich fragen soll und darum will ich es auch nicht. Barmherzigkeit für diese Seele und für N. und N.“

Jesus: „Sie haben alle drei noch lange zu leiden! Um des Gebetes so vieler frommen Seelen willen wird doch manche Seele gerettet, die, wenn auch schnell abgerufen, doch noch einen Akt der Reue erweckt. So ist es mit N. und N., die zwei sind nicht verloren, haben aber viel zu leiden, viele und lange Strafen zu erdulden, ebenso auch der Bruder von N.. Ja, bindet diese zwei Kirchen voneinander los und dann saget: Sie kann und darf dergleichen nichts mehr sehen. Meine Diener! Die streitende, die leidende und die triumphierende Kirche ist nur eine Kirche, eine Gemeinschaft, und an wen soll Ich Mich wenden, wenn nicht an die streitende Kirche auf Erden?

Wenn du, Mein Freund, in großer Not bist, Ich erinnere dich nur an die Not, die du hast mit dem Bau, wenn du die Menschen aufforderst, dir zu helfen, dich nicht stecken zu lassen, wie bist du nicht erleichtert, wenn du hie und da von einer treuen Seele zugeschossen bekommst. Auch Ich, mein Freund, stecke in größter Not, weil Ich die Seelen liebe mit unaussprechlicher Liebe, denn jede Seele ist Mein Ebenbild, und wenn sie eingegangen ist in die andere Welt, in Meine Gerechtigkeit und ihr anheimgefallen ist, dann ist aber Meine Liebe nicht erloschen. Ich liebe sie mit unaussprechlicher Liebe und mit viel reinerer Liebe als zuvor, wo sie sich versündigte und im Fleische wandelte, weil sie ja, solange sie im Fleische wandelt, immer noch verdienen kann. Aber nun, da sie eingegangen ist in Meine Gerechtigkeit, kann sie nicht mehr verdienen, und es tut Mir leid, sie so schrecklich leiden zu sehen. Ich habe nun für sie kein anderes Mittel, weil Meine Gerechtigkeit es so verlangt, als die Bitten Meiner Kinder auf Erden.

Die Bitten Meiner Kinder sind es, die Mir helfen aus der Not. Ich kann die Verdienste, die sie sich verdienen durch das heilige Meßopfer, durch die heilige Kommunion, durch alle guten Werke, die sie verrichten, den armen Seelen zuwenden und so sie befördern zu Meiner Herrlichkeit.

Und nun sollte Ich, wenn Ich eine Seele Mir erwählte und durch sie die Leiden Meiner Kinder offenbare, zurückstehen, weil es einigen nicht gefällig ist? Ich bitte dich, Mein Freund, wenn dir der Gedanke kommt, Gewalt anzutun dieser Seele, dann erinnere dich an die Not, in der du dich befindest und wie du dich umsiehst nach treuen Seelen, die begütert sind, um dir zu helfen. Sage Meinem Freund einen freundlichen Gruß von Mir, er möge Mich begleiten auf den Ölberg, all seine Angst mit Mir vereinigen. Er möge aber die Worte beachten, sich besser nähren, weil es sein Körperbau nicht verträgt. Er möge sich Erlaubnis erteilen lassen von der Kirche, von seinem Vorgesetzten und Mainz nicht verlassen, sondern warten, bis es Mir gefällt, ihn wegzutun. Wenn die rechte Zeit gekommen ist, werde Ich Selbst es tun.“

Barbara: „Warum muß denn N. dieses leiden?“

Jesus: „Es ist dies eine Strafe für die Sünden ihrer Eltern und Großeltern. (Der Großvater war ein apostatischer Mönch.) Habe Ich nicht gesagt im Alten Bund: Eure Eltern haben saure Äpfel gegessen und saure Trauben, und den Kindern sind die Zähne stumpf geworden, das heißt, die Kinder müssen die Schuld der Eltern büßen, das heißt, wisse Meine Tochter, daß es ein großer Schmerz für Mein liebendes Herz ist, einen solchen Judas zu haben unter Meinen lieben Kindern. Andernteils ist es auch etwas Stolz; sie möchte sich gern mit einem Mal vollkommen sehen. Ich ließ ihr ja schon sagen, sie möge eine gute Beichte ablegen und sich demütigen.

Immer, wenn ihr ein so schlechter Gedanke kommt, sich gleich demütigen und zu Mir flüchten; dann kann Satan ihr nichts mehr anhaben. Ich will sie befreien, aber dann muß sie aufhören zu kritisieren und sich gleich als eine Heilige sehen zu wollen. Du mußt ganz aus dir herausgehen, Meine Tochter, und ein ganz anderes Leben beginnen, sobald dir ein Gedanke kommt zum Kleinmut, dich erheben und zu Mir flüchten und du wirst sehen, wie gut Ich bin.“

Barbara: „Kann dieser Knabe Priester werden?“

Jesus: „Ja, sie soll nur Mut haben und Vertrauen. Ihr Sohn ist ein gutes Kind, er wird ein guter Priester werden. Wisset, da es die Reichen verschmähen, sich dem priesterlichen Stand zu weihen, darum erwecke Ich so viele Arme und gebe so vielen Armen ein solches Talent, das andere nicht haben, die sehr begütert sind, und die mit Leichtigkeit sich diesem Stand widmen und dabei ein recht schönes Leben führen könnten; aber sie haben nicht das Talent dazu. Ich teile die Talente aus, wie Ich will, weil die Welt so gottlos geworden. Dem Armen, der darbt und hungert, ihm gebe Ich ein Talent, damit er damit erreichen kann, was andere mit vielem Geld nicht erreichen. Sage es dieser Meiner Dienerin, sie möge dieses Kind aufopfern. Ich werde ihren guten Willen segnen, sie möge sich mehr anschließen an das tiefreligiöse Leben, Mich öfter besuchen untertags und sich nicht so fernhalten vom heiligen Meßopfer.“

Barbara: „Soll N. dort ausharren?“

Jesus: „Eine Kleinigkeit! Seelen, Seelen, Seelen, unsterbliche Seelen und alles, was sich darauf bezieht auf die unsterblichen Seelen, das ist es, was ihr begehren sollt.

Siehe, Meine Kleine, du mußt doch etwas verdienen. Ein Leiden muß Ich dir geben, ein inneres und ein äußeres. Bleibe du nur ruhig! Diese kleine Geißel kannst du schon Mir zuliebe ertragen.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

349 Fünfter Freitag im März 1900

„Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden.“

Lied: Christi Mutter ...

Barbara: „O liebe Mutter! Du bist so geschäftig heute, so fleißig, obwohl so traurig, so ernst in Dich gekehrt. Wie eine besorgte Hausfrau sehe ich Dich umhergehen. Es scheint, als wärest Du nicht so unzufrieden mit Deinesgleichen, mit den Müttern; denn morgen beichten die Mütter, und da hast Du ein großes Fest, nicht wahr, schmerzhafte Mutter? Es ist morgen nicht das Fest Deiner Sieben Schmerzen, aber es hat doch seine Bedeutung, daß Du heute kommst. Ich danke Dir, liebe Mutter! Ich grüße Dich im Namen aller Menschen, meiner lieben Geschwister, Freundinnen und aller, welche die süßen Worte Deines lieben Sohnes und die süße Ansprache von Dir hören und lesen wollen und sich im Geist mit mir vereinigen.

Jetzt verstehe ich, warum ich mich gestern schon so freute auf den heutigen Tag. Weil Du Dich freutest, darum hast Du mir diese Freude erfleht bei Deinem lieben Sohn.“

Maria: „Meine Kinder! Recht so, daß ihr zusammenkommt, um nicht nur Meinen Schmerz mit Mir zu teilen, sondern auch Meine Freude. Mein lieber Sohn schickt Mich zu euch, weil Er gar so gedrückt und betrübt ist. Es ist ja die Zeit, wo Er wieder hineinsteigen soll in die Herzen so vieler Christen, die gar keine Bedürfnisse mehr für Ihn haben, die zwar noch Christen sind, die aber, gar viele, gar viele, Seinen Weg, den Weg zu Ihm, nicht mehr finden. Viele zwar kommen noch, aber mit solcher Armseligkeit, daß sie es nur tun aus Rücksicht gegen die Familie, gegen ihre Angehörigen, weil diese nicht mehr nachlassen, zu drängen und zu treiben.

Unter diesen gibt es auch, o zu Meinem größten Schmerz muß Ich es sagen, Frauen, ist es möglich dieses auszusprechen, daß es unter der Christenwelt Frauen gibt, die fern bleiben vom Tisch des Herrn, die keinen Hunger und Durst mehr haben, das Brot des Lebens zu empfangen, um die Last und Hitze des Tages tragen zu können. Wißt ihr, daß Ich dennoch Mich rühme, diesem Geschlecht anzugehören. Dieses Geschlecht heißt zwar das schwache, es ist aber das starke Geschlecht geworden. Nein, nein, Meine Diener, sagt nicht mehr das schwache Geschlecht! Wendet dieses Wörtchen um und saget das starke Geschlecht; denn von der Frau hängt es ab, die Kirche wieder zum Sieg zu führen.

Denn, wo sind denn eure Männer? Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden. Und wenn es Freimaurer sind, ist doch noch hie und da eine Frau, die mit bitteren Tränen den Schritt ihres Mannes beweint, und sie trägt eine Last, unter der der Mann längst zusammengebrochen wäre. Ist er nur liberal und nicht Freimaurer, so hat er gewöhnlich noch ein Weib, das noch etwas tut. Es ist wenigstens noch freigebig; es tut noch viel Gutes im stillen; es verbreitet noch, wo es kann, einen Schatten um sich, der doch manches Gutes noch nach sich zieht. Ist es ein Sozialist, dann o weh! Seht, dieses arme Weib, es muß, statt sich vom Mann ernähren zu lassen, ich rede hier nur von den guten Frauen, den Mann noch ernähren samt den Kindern.

Seht nun, Meine Diener, ob es nicht umgekehrt ist jetzt in dieser Zeitperiode, ob es nicht wahr geworden ist, daß das schwache Geschlecht nunmehr das starke geworden ist? Es trägt eine Last, dieses arme Weib, worunter der Mann längst erlegen wäre. Es harrt aus unter dieser Bürde, wenn auch manchmal sehr unvollkommen, wenn die Frau auch tobt und schreit, aber sie geht immer wieder der Arbeit nach, die Kinder zu ernähren, um dem Mann, der betrunken heimkommt, das tägliche Brot doch noch auf den Tisch zu setzen. Nun seht diese Frauen, die morgen ihre Osterbeichte verrichten. Wenn auch viele ganz und gar verkommen, modernde Leichname geworden sind, so sind auch viele dabei, die Mir noch Ehre und Freude machen.

Und um des Gebetes so vieler Gerechten willen, die die ganze Fastenzeit emporschreien durch ihre fortwährenden Bußübungen, Tränen und Gebete, die überall verrichtet werden, wenn sie auch glauben, es sei ganz unvollkommen, ja, ja, es ist auch wahr, aber in Vereinigung mit dem Gebet Meines lieben Sohnes und mit Meinem Eigenen Gebet, denn durch das kleine Gebetchen, das Mein Sohn Meine Dienerin gelehrt und das doch sehr verbreitet ist unter den Liebesbundmitgliedern und dies, was unter den Weltmenschen geschieht, vereinigt mit so vielen Ordensfrauen, Ordensmännern und Priestern, die da für das Volk stehen und beten, ist es doch wahr, daß im großen ganzen im Einklang mit der Kirche vieles geleistet und gewirkt wird, Seelen sich aufraffen und einen guten Kern in sich aufnehmen, ein kleines Flämmchen der Gottesliebe, das ganz erloschen war, wieder in ihnen anfängt, zu keimen und zu sprossen. Fahret fort, Meine Kinder, fahret fort!

Seht, durch die tägliche Aufopferung dieses kleinen Gebetchens, das Mein Sohn verfaßte, mehr Mir zu Ehren als Ihm zur Verherrlichung, werden alle die Gebrechen und Unvollkommenheiten eurer Gebete getilgt, verschönert und vervollkommnet, und Mein Sohn macht dieses Gebet zu Seinem Eigenen Gebet, weil durch die Aufopferung und die Vereinigung Seines kostbaren Blutes Sein Blut an diesem Gebet klebt und vor Seinen himmlischen Vater hintritt und um Versöhnung schreit für Seine Kinder. Saget es Meinen Dienern, besonders Meinem treuen Diener, dem Bischof von Mainz. Wisset, daß Ich Mich rühme am Tag seiner Vermählung. Denn als er gewählt wurde zum Bischof von Mainz, wurde er geistigerweise mit Mir vermählt, weil er immer ein Verehrer Meines Mutterherzens gewesen ist, ein treuer Verehrer. Er hat Mich geliebt und Mir gedient von frühester Jugend an, und Ich habe ihm die Gnade erwirkt, Bischof von Mainz zu werden. Deswegen hast du gesehen, als Ich ihn der Versammlung vorführte, daß Ich es war, die die Herzen lenkte und leitete, daß die Wahl auf ihn gefallen ist. Ich freue Mich nun ob dieses Meines Dieners; denn unter seiner Regierung, die zwar eine kurze sein wird, wird allenthalben ein neues religiöses Leben erblühen in der Diözese Mainz, in erster Linie unter der Geistlichkeit.

Er wird zwar der Strenge geheißen werden, aber er wird doch auch mit dieser Strenge eine Liebenswürdigkeit zu paaren wissen, die entsteht aus seiner Liebe zu Mir, seiner jungfräulichen Braut. Diese Vereinigung mit Mir wird seine Strenge mildern. Er wird, was er befiehlt und anstrebt, selber zuerst tun. Und durch diese strenge Zucht unter der Geistlichkeit, durch die strenge Ordnung des Aufrechthaltens eines innigen, vertrauten Umgangs mit Gott, das er allenthalben befördern wird, wird ein neues Leben in der Diözese Mainz entstehen. Es werden die Guten eifriger werden, die Lauen werden sich aufraffen und sich den Guten anschließen. Und wenn das Priestertum, das Salz der Erde, ein gutes geworden ist, wird das Ganze durchsäuert werden, und es wird überall ein neues Christentum entstehen. Die Nachbarländer werden sich anschließen. Und wie, seitdem Mein Sohn mit dir verkehrt in den zwanzig Jahren, wo Er zu dir spricht, sich schon gar vieles gebessert hat durch das eucharistische Leben, so wird es besser und besser werden, und es wird zum Erstauen aller, obwohl jetzt noch ganz unscheinbar und klein, doch allmählich vor sich gehen ein neues, neues Glaubensleben. Es werden sich so viele Heilige bilden in diesem Jahrhundert, daß die Kirche, solange sie noch besteht, sich an diesem Jahrhundert rühmen und erbauen kann. Sie wird mit Stolz zurückschauen auf das neunzehnte Jahrhundert. Darum, Meine Kinder, kommt jetzt, teilt mit Mir die Freude. Morgen habe Ich ein besonders freudiges Fest.

Seht, Mein Sohn beklagte Sich im Anfang und sagte euch, es werde mit jeder Woche Sein Herz schwerer, belasteter und die Trauer tiefer und ernster, weil mit jeder Woche eine Klasse von Menschen in Mainz die heiligen Sakramente empfingen, die lauer, nachlässiger und immer tiefer versunken seien im Laster. Das ist einesteils wahr, weil ja nur die Männerwelt großenteils Freimaurer, Liberalisten sind. Sozialisten gibt es auch unter den Jünglingen, aber Liberalisten und Freimaurer gibt es nicht viele unter den Jünglingen. Deswegen schmerzt es Meinen Sohn gar sehr, weil von dieser Klasse Menschen dieses schreckliche Laster ausgeht, diese schreckliche Gottlosigkeit verbreitet ist. Aber durch dieses Geschlecht soll das Christentum doch auch wieder erblühen und durch das Frauengeschlecht ganz besonders.

Die Frau ist das Herz des Hauses, sie muß das Ganze durchsäuern durch ihren Ernst, durch ihre Würde. Sie muß dem Mann vorausgehen, sie muß die Kinder anhalten zu einem tiefreligiösen Leben. Und sie tut es auch, diese Mutter. Seht, wie sie dahinschreitet, gebeugt unter der Sorge und Last, die der Mann und die Kinder ihr bereiten. Deswegen siehst du Mich so tätig. Du siehst, wie Ich von Haus zu Haus gehe und diesen Frauen helfe, wie Ich ihnen die Bürde erleichtere, weil gar manche unter ihnen sind, die nicht einmal zur Kommunion gehen sollen, weil der Mann es nicht erlauben will. Betet, Meine Jungfrauen, betet, helft Mir Meine Last erleichtern! Vereinigt euch mit Mir, damit doch die Frauen, denen die Last viel schwerer ist als euch, ihr glücklichen Jungfrauen, zur Beichte kommen. Ihr habt vieles voraus. Seht, es steht euch niemand im Wege, aber diesen Frauen steht vieles im Wege.“

Barbara: „Warum freust Du Dich so sehr? Es müssen einige dabei sein, denen Du ein liebes Wörtchen sagen willst, nicht wahr, hier in Mainz?“

Maria: „Ja, ja!“

Barbara: „Ich danke Dir!“

Maria: „Sage deiner Schwester einen freundlichen Gruß und Frau N. und N. auch. Obwohl sie noch recht viel leidet und sie auch mit die Schuld trägt an dem Unglück ihres Kindes, sage ihr aber doch einen recht freundlichen Gruß, daß es nicht umsonst ist, daß sie so beharrlich kämpft und mit so großem Gottvertrauen. Die Sünden, die sie begangen in der Erziehung ihres Kindes, müssen freilich erst abgebüßt werden. Sie trägt viele Schuld, weil sie zu nachsichtig war gegen ihre Tochter. Sie hätte vom ersten Keim an strenge sein sollen gegen dieses Kind, den Eigensinn ihm abgewöhnen sollen; denn das Kind wird nicht mit einmal eigensinnig und erst, wenn es groß und stark geworden ist, sondern von Jugend auf. Dafür muß die Mutter sorgen.

Aber sieh, Meine Tochter, weil du so vieles tust, habe Ich ein Auge auf dich geworfen. Ich werde so lange Meinen Sohn bestürmen, bis du einen anderen Lebensweg betreten kannst. Aber wisse, du hast noch einen langen Schritt zu tun. Harre aus unter diesem Kreuz, erschwere es dir nicht durch dein allzu großes Ächzen und Stöhnen. Wisse, wenn der Gedanke dir kommt, daß Gott dich nicht erhören will, dann schaue zurück und in dich hinein und denke, du willst es tragen zur Sühne für deine Nachlässigkeit in der Erziehung deiner Tochter, und beruhige dich. Je ernster du gegen deine Tochter dich benimmst, desto ruhiger wirst du in dir werden. Der liebenswürdige Geist, der ausströmt vom Gottesherzen und von Meinem Mutterherzen, wird in dir wirken können, und es wird allmählich besser werden.

An eine Versorgung deiner Tochter ist nicht eher zu denken, bis sie anfängt, ein anderes Leben zu führen. Wie kann sie eine glückliche Ehe erwarten, wenn sie mit solchen Gesinnungen in den Ehestand tritt? Ich selbst werde es verhüten, daß sie keinen Mann unglücklich macht mit solchen Gesinnungen. Wer mag sich erfrechen und erdreisten zu sagen, er wolle schon von vornherein die Lasten des Ehestandes nicht tragen, der doch nur geschaffen ist, den Himmel zu zieren und die Erde zu bevölkern?

Alle diejenigen, die da in den Ehestand treten wollen mit Gesinnungen, die nicht übereinstimmen mit dem Zweck, wozu Gott den Ehestand geschaffen, sind von vornherein verworfen. Sie fahren von vornherein in den Rachen des bösen Geistes und gehen auf ewig verloren. O diese unglücklichen Frauen! O diese unglücklichen Jungfrauen, die da nur Männer wollen, aber keine Mütter werden wollen. Sage es deiner Tochter, daß, wenn sie ihre Gesinnung nicht ändert, sie ewig, ja ewig zugrunde gehen wird; denn dann gehört sie zu den Gottlosen, zu den Ungläubigen, die ganz im Wasser des Unglaubens schwimmen. Sie soll anfangen, mit dir in die Kirche zu gehen, einen Spaziergang zu machen.

Welche Güte eines Gottes! Wie viele, arme Ehefrauen und Jungfrauen sind verurteilt zu ewiger Arbeit, solange sie leben. Um ihren Lebensunterhalt sich zu suchen, müssen sie strenge arbeiten. Und wenn Ich dir sage, daß du spazierengehen darfst und es dir erlaubt ist, es zu tun, weil Gott dich so gesegnet hat, daß du bei einiger Genügsamkeit und Mäßigung es kannst, wie soll Er noch gnädiger und milder mit dir verfahren, du gottloses Mädchen? Glaubst du, der Himmel ist geschaffen für solche Personen? Raffe dich auf und schließe dich deiner Mutter an. Bete, arbeite und leide mit ihr, lerne, daß du eine tüchtige Hausfrau werden kannst, und laß dich sehen in der Arbeit und in der Erholung. Dann wirst du sehen, daß Ich für dich sorge, und wenn nicht Ich, dann Mein heiliger Bräutigam, der heilige Josef.

Was Ich heute rede ist allen gesagt! Diese Sprache gilt allen jenen Jungfrauen, die den sogenannten besseren Ständen angehören wollen, den reichen Familien, die glauben, weil sie von Gott mit zeitlichen Gütern gesegnet sind, sie könnten nur nach Willkür und Laune dahinfahren und glauben, sie wären nur geschaffen zu Tändeleien. Ihr gehört nicht zu den klugen Jungfrauen, und wenn ihr ein noch so sittenreines Leben führt und nicht gerade abgewichen vom rechten Weg, seid ihr doch bestimmt zu arbeiten, tüchtig zu lernen, euch abzutöten, damit ihr Ehefrauen werden könnt nach dem wahren Sinn des Wortes; denn der Ehestand ist ein Wehestand auch für die Reichen.

Seht, Meine Kinder, deswegen freute Ich Mich gestern schon und teilte Mich dir mit, weil heute Meine Kirche anfängt, die Frauen einzuladen, und morgen die Frauenbeichte ist, und darunter sind doch viele, die Mir treu anhängen, die wirklich Frauen sind im wahren Sinne des Wortes.

Fahre fort, Meine Dienerin, Ich meine Frau N., zu arbeiten, zu leiden und zu sühnen für deine Familie. Du hast zwar noch vieles zu leiden, du wirst aber deine ganze Familie retten, Ich verspreche es dir. Fahre fort zu arbeiten an den Deinigen, nicht nur an deiner Familie, sondern auch an deinen Familiengliedern, die dir noch angehören, an allen deinen Familienmitgliedern, sie mögen verheiratet sein, draußen stehen, an all deinen Geschwistern, die wieder Familien gegründet haben oder ledig sind.

Und so auch ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, ihr Frauen, die ihr steht im Liebesbund. Du, Meine Kleine, du Brigitta, und du, Meine Freundin Karolina, und ihr alle, die ihr gläubig seid, grüßet sie Mir. Und auch du, Meine liebe, kleine N., du sollst dich recht anschließen, du sollst dich als das vierte Kleeblättchen ganz einreihen. Du sollst die Frauen bearbeiten, die Glieder deiner Familie, die verheiratet sind, daß sie alle Liebesbundmitglieder werden und so tun, wie Ich eben eine geschildert, sich nicht merken lassen, daß sie besseren Ständen angehören, als brauchten sie keine Arbeit, als brauchten sie sich nicht zu verdemütigen und sich den Kleinen gleichzustellen.

Merkt es euch, ihr Reichen, ihr, die ihr mit zeitlichen Gütern gesegnet seid. Erzieht eure Kinder wie jene Herzogin, die ihre Kinder unter die Armen setzte, denen sie ein Gastmahl stiftete, und die Armen einlud und ihre Kinder unter die Armen setzte und ihnen sagte: ‚Jetzt esset schön mit den Armen zu Mittag‘, weil sie die Armen selbst bedienen wollte, damit sie Liebe zu den Armen in sich aufnehmen. Es schadet nichts; sie sind doch die Reichen, die Bessergestellten. Sie haben aber dann Liebe zu ihren Untergebenen, und es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Reich und Arm.

Der Arme fühlt nicht das Drückende der Verachtung von dem Reichen, und der Reiche hat Mitleid und weiß, daß der Arme sein Bruder ist. So soll es überall werden, so wird es, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Welt und der Reiche weiß, daß der Arme sein Bruder geworden, und wenn der Arme weiß, daß der Reiche gesetzt ist, ihm sein Brot zu geben, daß er in dem Reichen seinen Brotherrn ehren muß und zufrieden ist mit seinem Stand; dann wird es besser werden.

Seht, Meine Kinder, deswegen freue Ich Mich, weil unter den Liebesbundmitgliedern viele Frauen sind, die dieses befolgen. Deine Schwägerin hier in dieser Familie, sie befolgt, was Ich eben angegeben, sie tut es. Alle ihre Untergebenen und alle, die sie in ihrem Haus besuchen, sie fühlen es nicht, daß der Reiche vorgezogen ist. Geht in andere Schenken und Gasthäuser, wie da Komplimente gemacht werden, wenn einer eintritt, mit Zylinder und Glacéhandschuhen, und wenn der Arme, der da kommt, sich neben ihn setzen will, die Frau vortritt und ihm einen anderen Platz anweist, um ihn ja fühlen zu lassen, daß sie es nur mit den Reichen halten will.

Seht, Meine Kinder, so muß es sein. Kommt hierher und lernt, wie man die menschliche Gesellschaft wieder auf bessere Gesinnung bringen soll. Deswegen will Ich hier an dieser Stätte reden, weil die Welt abgewichen, so gottlos geworden ist, weil der Unterschied zwischen Arm und Reich gar so groß geworden ist, daß es am Ende so ist, daß es anders werden muß. Es ist an der Spitze. Geht hinein in die Familie, wo es nicht so ist, wo dieses Leben nicht geübt wird, wie da allenthalben Zerstörung herrscht, wie da die Dienstboten alle Vierteljahre austreten, weil sie es nicht ausstehen können unter solchen Herrschaften. Geht hinein in die armen Familien, wo die Hausfrau tobt und schreit den ganzen Tag, die Kinder zusammenschlägt und kein liebes Wort hat, weil sie den rechten Geist nicht in sich trägt. Freilich geht dieses langsam, aber es geht. Es wird nach und nach anders werden.

Meine Kinder! Ihr müßt eifrig alles befolgen, was Mein Sohn euch aufträgt, und zufrieden sein mit all den Verachtungen und Verdemütigungen, die ihr noch zu ertragen habt. Fürchtet nichts, Meine Kinder! Wenn euch euer Bischof die Erlaubnis nicht gibt, daß ihr jeden Samstag Mir zu Ehren eine Wallfahrt barfuß machen dürft, dann bittet ihn, sie doch anders machen zu dürfen. Aber bittet und beschwört ihn, weil die gottlose Welt sehen soll, daß man sich vor ihr nicht fürchtet.

Es muß Seelen geben, die öffentlich ihre innere Gesinnung zur Schau tragen, ihren lebendigen Glauben. Bittet ihn aber auch um die Erlaubnis, daß allen, die sich anschließen wollen, doch die Freiheit gestattet wird. Sagt ihm, er möge doch auf die Weltkinder schauen und von ihnen lernen, ob denn etwas unerlaubt sei von den Weltkindern.

Sagt ihm, woher es kommt, daß mit jedem Jahr die Vergnügungssucht stärker wird, daß neue Feste erdichtet werden, um womöglich große Prozessionen zu veranstalten und die Kinder der Kirche sich dabei beteiligen wollen und sie organisieren; ob es eine Schande sei, wenn die guten, treuen Kinder der Kirche wallfahrten gehen, sich zusammenscharen und diesen gottlosen Kindern, dieser gottlosen Welt gegenüber offen und frei ihren Glauben bekennen. Wenn man erlaubt, daß Luzifer zu Ehren Prozessionen geführt und fröhlich begangen werden, daß darauf Tausende und Abertausende losgehen und dem armen Volk herausgeschraubt werden, um Satans Prozession zu verherrlichen, um ja recht viele in die Hölle führen zu können, wird man da noch stumm bleiben und verhindern, daß die guten, treuen Kinder wallfahrten gehen, ihren Glauben offen und frei zeigen der ungläubigen Welt gegenüber?

Geht ein in euer Gemüt und forscht nach, ihr Diener der Kirche, die ihr an der Spitze steht, forscht nach, ob es nicht die Menschenfurcht ist, und wenn es die Menschenfurcht ist, dann nieder mit dieser Menschenfurcht. Es steht an der Spitze: Entweder – oder! Entweder für und alles für Christus oder gegen Christus und alles gegen Christus! Hier gibt es nur eine Entscheidung. Stehen die Guten nicht zusammen, rafft man sich nicht auf, um dieser gottlosen Welt gegenüberzutreten, die es abgesehen hat, die anderen Religionen in die Höhe zu bringen, und dieser Welt zu sagen: ‚Ich stehe zu meiner Schar, ich fürchte nichts als die Sünde‘, so lange wird es nicht besser, und es wird eine Strafe verhängt werden über die Menschheit, die nicht zu ergründen, die nicht zu erahnen ist. Es braucht deshalb kein Blutbad zu geben.

Schauet um euch, schauet in euch, seht, ob die Strafgerichte nicht angefangen haben, ob ihr nicht ein Gefühl in euch habt von Beängstigungen, von Niedergeschlagenheit, die etwas ahnen, etwas Fürchterliches ahnen? Es ist der Vorgeschmack einer fürchterlichen Züchtigung des Herrn.

Deshalb auf, Meine Kinder, schließt euch dem Liebesbund an, betet und lasset beten, ihr Diener der Kirche! Wagt es nicht, den tiefreligiösen Glauben zu vernichten, den innigen, tiefreligiösen Glauben, den Ich nur durch diese lehren will; denn was Ich in Meiner Dienerin niedergelegt, führt nur zu einem tiefreligiösen Glauben und soll euch zeigen, daß man keine Menschenfurcht mehr haben soll, wenn viele sich zusammenscharen und offen und frei, vor aller Welt, ihren Glauben bekennen, wie die Pilger, die nach Rom gehen, ebenso die, welche zu Hause geblieben sind.

Merkt es euch! Doch, noch etwas sagen will Ich euch, erst aber dieses Wort zu Ende führen. Wenn diese, sage Ich, einmütig und einstimmig Tag für Tag und Woche um Woche, ihr Gebet vereinigen mit dem hochheiligen Meßopfer Meines Sohnes, und mit Mir auf Wallfahrten gehen, denn dort werde Ich noch viel verherrlicht, dann wird es hinausgezogen. So wie es gekommen, so wird das Übel wieder entfernt werden, Meine Diener! Wird es aber nicht so getan, wie Mein Sohn es angibt, dann wird es unvermeidlich vor sich gehen. Noch etwas will ich sagen: Alle diejenigen, die die Romreise mitmachen, und die sie nicht nach dem Sinn mitmachen, wie sie der Statthalter Meines Sohnes angegeben hat, die dabei nur ihr Vergnügen berücksichtigen, diese haben nicht das geringste Verdienst davon. Im Gegenteil, sie laden sich noch Verschuldungen auf.

Alle diejenigen, die die großen Städte sehen wollen, das Treiben und die Laster dieser Städte, und anstatt nach Rom zu gehen, um den Geist der Buße in sich aufzunehmen, diesen Geist zerstören, indem das Gesehene ihnen im Hirn herumwirbelt und all die Laster dieser Großstädte und sie Hirngespinste mit nach Haus nehmen anstatt gute Entschlüsse und Gedanken; alle diejenigen, die da vorgeben, mit anderen Prozessionen zu gehen, die von weltlichen Herren geleitet werden, die haben nichts Gutes im Sinn. Die wollen nur gesehen sein und sich sehen lassen. Saget es Meinetwegen allen, die mitgehen.“

Barbara: „O liebe Mutter, die glauben es uns doch nicht.“

Maria: „Es tut nichts, Meine Kinder, wenn es auch nicht geglaubt wird. Daß sie so speien und lächeln und spötteln, ist eben das Zeichen ihres unruhigen Gewissens. Es muß euch trösten, wenn ihr über euch die Achsel zucken seht von solchen Damen oder Herrn. Dies verrät nur ihre innere Unruhe und ist für euch nur ein Trost. Aber die Diener der Kirche können es sagen. Diese können dafür eintreten, arbeiten an jenen, die vorgeben, recht fromme, treue Christen zu sein und dennoch mit der Welt liebäugeln; die halb und halb Christen sind und das Vergnügen mit dem strengen Christentum verbinden wollen, sind keine Christen. Diese stehen nicht auf Meiner Seite. Ich ging zwar hin, wo Mein Sohn war; Ich ging auch einmal auf die Hochzeit einer Meiner Freundinnen. Aber Ich beachtete genau, was Ich dabei tat, ob es nicht die Nächstenliebe war, die Mich hintrieb. Solange diese, die noch gute, treue Christen sein wollen, anstatt in eine Fastenpredigt zu gehen, ins Theater laufen, und anstatt eine Abtötung oder ein Werk der Nächstenliebe zu üben, das Geld sich zu ersparen, ein Vergnügen mitmachen, wo es nicht nur eine Mark, sondern mehrere kostet, sind sie keine guten Christen, sie stehen nicht auf der Seite derer, die Ich liebe, die Mir angehören, die Mir treue Diener sind. Diese sind keine Meiner Kinder; sie wollen noch mit der Welt liebäugeln. Es gibt aber keine zwei Wege. Entweder – oder!

Ihr aber, harret aus auf diesem Weg, den ihr betreten, laßt euch nicht irremachen. Gehe du hin, wohin Ich will, daß du gehen sollst und fürchte dich nicht.“

Das Gebetchen, auf welches Sich die liebe Mutter Gottes bezieht, (siehe auch S. 512) lautet:

Jetzt, lieber heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Mutter Gottes. Und Dich, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles ersetzen, was mangelt, und es eintauchen in das kostbare Blut Jesu Christi und es reinigen, vervollkommnen und vollwertig machen aus dem Wert der hochheiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden, und es vereinigen mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden, und so dem himmlischen Vater aufopfern für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen. Amen.

Barbara hatte die ganze Woche schmerzliche Sühnungsleiden. Am Samstag vor Passionssonntag schlug ihr rechter Arm derartig von morgens sieben bis neun Uhr ununterbrochen auf die Brust, daß jemand an ihrer Seite stehen mußte, die Schläge mit Tüchern aufzufangen. Am folgenden Morgen stand sie auf, sich die heilige Kommunion zu holen. Alsbald sagte der Herr:

Jesus: „Meine Tochter, weißt du nicht, daß du im geistigen Ehestand bist und Mir Kinder gebären mußt? Deshalb mußt du leiden, und das ist Mir lieber als alles andere.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

 

 

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Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften
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Band 1 
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Band 7
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  Bücher PDF Datei

Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

  Offenbarungen
Band 1-7
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Band 7 PDF Datei
Alle 7 Bände in einem Pdf 3646 Seiten - 20,8 MB.

 

  Botschaften PDF Datei
Wolfgang E. Bastian

Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief zum 72. Todestag
Rundbrief zum 70. Todestag
Rundbrief 29.09.2014

 

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