Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

Tabernakel-Ehrenwache

Eucharistischer Liebesbund

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Band 1 - Seite 3

      Inhaltsverzeichnis Band 1

71 Erster Freitag im Mai 1896

„Daß nur diejenigen, die allen Einsprüchen Meines Geistes hartnäckig widerstehen, verlorengehen werden.“

Lied: Maria Maienkönigin...

Barbara: Und ich sehe meinen geliebten Herrn als den Bräutigam meiner Seele und neben Ihm Seine Mutter als Königin, als Maienkönigin, als die allerreinste Braut der Priester!

„O mein Jesus! Du hast mir gesagt, Du wolltest mich belehren, wie wir Deine heilige Mutter verehren und lieben sollen. O tue es doch, mein Herr, ich will Dir heute als eine gelehrige Schülerin all meine Aufmerksamkeit schenken. Vor allem bitte ich Dich um Verzeihung für alle Nachlässigkeiten, die ich in diesen vierzehn Tagen gegen Dich verübt habe. O wie armselig war ich in dieser Zeit, wo Du abwesend warst. O wie habe ich mich gesehnt in den letzten Tagen, doch einmal wieder Deine Nähe zu fühlen, mit Dir zu verkehren. O verzeih mir all die Gleichgültigkeit in dieser letzten Zeit, weil ich mir so wenig Mühe gegeben habe.“

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, dadurch wollt’ Ich dich lehren, was du aus dir selbst kannst, und was du aus dir bist, du Häuflein Staub und Asche. Dein Herz ist ein Missetäterloch und sonst weiter nichts, und was gut an ihm ist, das ist Mein, das bin Ich. Darum höre Meine Stimme, höre, was Ich dir sage: Ich will Sie dir vorführen, in deren Fußstapfen du eintreten sollst, und das ist Meine heilige Mutter. Ich habe dir heute früh nach der heiligen Kommunion Meine heilige Mutter in gar herrlicher Gestalt gezeigt. Sie gab dir ein Sträußchen Blumen, weil du dich so sehr beklagtest, daß du in dem letzten Monat so nachlässig seiest gewesen und hast dich an Mich gewendet, Ich möchte ersetzen, was du in der ganzen Zeit gefehlt. Deswegen solltest du heute deine heilige Mutter schauen. Weißt du, was Sie dir mit dem Sträußchen Blumen, das Sie dir überreichte, sagen wollte? Blumen sind ein Sinnbild der christlichen Tugenden. Und wer hat diese Tugenden in vollendeter Weise ausgeübt: Meine heilige Mutter! Und Ihre Tugenden sollst du Mir zum Opfer bringen, damit ist alles ersetzt, was du gefehlt hast.

Siehe, das möchte Ich allen Erdenpilgern gesagt haben und durch diese, Meine kleine Dienerin, sagen lassen, daß doch ja niemand verzagen soll auf Erden. Darum habe Ich euch Meine heilige Mutter hinterlassen, die alles tun wird für euch. Und Ich sage dir: Große Verheißungen will Ich denen geben, die Meine Worte hören und sie mit gutwilligem Herzen aufnehmen.

Es sollen jene Priester in ihren Gemeinden eine Wirksamkeit entfalten, die sie nie in Bangigkeit versetzen soll wegen des Heils ihrer anvertrauten Kinder und Seelen. Ich meine jene Seelen, die noch im Schifflein Petri sind, die noch nicht ausgetreten und hinabgestürzt sind in die Fluten des Unglaubens, auch wenn sie nur noch auf dem äußersten Rand sitzen. Diese sollen gerettet werden durch die Wirksamkeit Meiner Priester, und sie, die Meine heilige Mutter als solche verehren und anerkennen, sie sollen jene Mitgift Ihr entgegenbringen, die Ich dir einmal an einem heiligen Dreikönigsfest angegeben habe. Dort habe Ich dir gesagt, Meine Tochter, sie sollen Ihr ihre Seele zum Opfer bringen, das heißt, ihre ganze Liebe, das ist der Weihrauch, das Gold der Liebe.

Zweitens habe Ich dir gesagt, sie sollen ihren Leib zum Opfer bringen, das heißt, sie sollen nichts in sich aufkommen lassen, was dieser ihrer allerreinsten Braut mißfallen könnte. Denn gleich wie Sie Ihr ganzes Sinnen und Streben nur darauf gerichtet hatte, Mir wohlgefallen zu sein und nicht der Welt, und nichts für Sich in Anspruch nahm und Ihr Wandel ganz im Himmel gewesen ist schon hier auf Erden, so sollen auch sie es tun. Sie sollen Ihr ihr Herz zum Opfer bringen mit all seinen Neigungen, das heißt, alles, was diesem Herzen Widerwärtiges begegnen wird in diesem Leben, all die Leiden, all die Opfer, die an ihr Herz gestellt werden und herantreten. Denn das Leben des Priesters ist ein beständiges Opferleben, weil auch Mein Leben ein beständiges Opferleben war, und diese ihre Leiden und ihre Opfer, die sie bringen müssen, die der Beruf mit sich bringt, Ihr Tag für Tag zum Opfer bringen und Ihr sagen: Du meine königliche Braut, Du Allerliebste meines Herzens, wenig ist es, was ich aus mir kann, alles was ich aber kann, das will ich Dir übergeben.

Sieh, der Herr setzte mich zum König über die Menschheit, der Herr setzte mich zum Herrscher über alle Herzen, über die Menschenherzen, also bin ich König der Schöpfung, König der katholischen Kirche, des Reiches Christi auf Erden. So nimm alles hin, was ich bin und habe, es gehört auch Dir. Darum komme und trete in gleiche Herrschaft mit mir, herrsche Du über die Herzen mit mir, über die Herzen meiner Kinder, meiner Pfarrei, dieses Klosters, dieser Stiftung, dieser Diözese, der ich vorstehen muß.

Sie sollen sehen, wie sie die Herzen gewinnen, mit welcher Liebe sie ihre Kinder behandeln, mit welcher Liebe sie ihre ausgearteten Kinder aufsuchen und ihnen nachgehen werden. Ich verspreche ihnen, daß keines ihrer anvertrauten Schäflein zugrunde geht, auch wenn es vorkommen sollte, daß ein Schäflein stirbt ohne die heiligen Sterbesakramente, weil man sie nicht zur rechten Zeit gerufen, mit oder ohne Schuld, oder weil sie selbst nicht kommen konnten.

Wenn diese Seelen nur vorher noch im Schifflein Petri gestanden sind, dann soll all ihre Angst sie nicht beunruhigen, denn sie sollen wissen, daß Eine an ihrer Seite steht, die sie unsichtbar vertritt in ihrem Amte, dem sie sichtbar nicht vorstehen konnten, und daß nur jene verlorengehen, die in den Abgrund des Unglaubens, den Abgrund des verstockten Unglaubens gestürzt sind. Das heißt, daß nur diejenigen, die allen Einsprüchen Meines Geistes hartnäckig widerstehen, verlorengehen werden. O mein Herz ist weit und groß, und was Ich anordne in Meiner Kirche, und was Ich spreche durch Meine Kinder, durch eine Seele, die, vereint mit Meinem Geist, eines Herzens und eines Sinnes mit Mir geworden ist, läßt erkennen, wie gut Ich bin, unendlich gut!

Höret, Meine Kinder, höret, Meine Diener, Meine Gleichgesinnten, Meine Brüder! O höret, ihr sollt herrschen über alle Geschöpfe, herrschen über die Mächtigen der Erde, herrschen über die Gewaltigen der Erde, aber herrschen sollt ihr nicht nur in Meiner Kirche, sondern mit Mir auf dem Throne, denn ihr sollt mit Mir die Stämme Israels richten. O höret es doch, Meine Söhne! Du aber, Meine kleine Dienerin, und deine beiden Mitschwestern, ihr sollt es so machen: Haltet alles verborgen vor anderen Menschen, wenigstens hier in der Stadt M. Ich will es nun einmal so. Daß Ich es verbreitet haben will, und daß es die Kirche wissen muß, habe Ich schon wiederholt genug aufgezeigt. Sag darum deinem Beichtvater, Meinem Diener Pater Bonifaz, daß er kein anderes Zeichen erhalten wird, als das Ich ihm gegeben habe, und das er in deinen Worten sichtbar sieht; denn Ich spreche mit ihm durch dich.

Ich habe es dir nicht umsonst gesagt, daß du nach Würzburg gehen sollst zu deinem Bischof, das heißt, weil Ich von jeher in Gleichnissen zu den Menschen rede, auch, als Ich auf Erden weilte, und Ich werde es so lange tun, solange Ich mit den Menschen verkehren werde auf dieser Welt. Das Schauen und Genießen setzt erst dann ein, wenn die Zeit der Prüfung vorbei ist.

Dann wird das zum Schauen und Genießen sein, was hier (auf der Erde) geglaubt, gehofft und geliebt wurde. Weil Ich dir diese Worte gesagt hatte und Meine Diener es dir nicht glauben wollten, darum muß Ich, wie immer, andere Wege einschlagen. Es gibt in der Welt keinen Zufall und wird keinen geben, solange die Welt steht. Ich habe den Sternen ihre Laufbahn angewiesen und alle Schritte des Menschen gezählt. Ich habe ausgerechnet, wann der Pulsschlag eines Menschen zum letzten Mal schlagen soll, und Ich habe nicht umsonst deine Schwägerin in A. im letzten Jahr, unmittelbar vor Fastnacht, abgerufen, weil die Diözese Würzburg wissen soll, daß Ich mit dir rede. In der Diözese Trier weiß man davon; in der Diözese Limburg auch. Das alles habe Ich so gefügt. N. wollte alles verhindern und verschweigen, der ist zuviel mit Menschenfurcht geplagt, dieser Mann. O daß er doch ruhig weiterginge, o daß er doch wüßte, wie nah Ich bei ihm bin. Sage ihm, daß eine Zeit kommen wird, wo auch er die Freude dieses Glückes genießen soll, wenn einmal alle seine Sünden und ihre Strafen abgebüßt sind. Sage ihm, daß er sich glücklich preisen könne, alle Fehler seines vergangenen Lebens hier abbüßen zu können, und daß Ich ihn einmal mit offenen Armen an der Schwelle der Ewigkeit erwarte, denn Mir entgeht nicht der leiseste Hauch seines gequälten Herzens.

Sage aber auch, daß doch die Schrift, die Pater Ludwig später abdrucken lassen will, erst deinem Bischof vorgezeigt werden soll, dem Bischof von M., denn jetzt bist du ein Schäflein der Herde, wo Bischof Leopold Paulus den Hirtenstab trägt, und es wäre eine Schmach und eine Zurücksetzung für diesen Meinen Diener, und das will Ich nicht haben. Sage Luise, sie selbst möge zu ihm gehen und ihm Kunde davon überbringen. Sie möge ihm alles sagen, wie es ist, und nichts umgehen und nichts verschweigen, ihm sagen, daß Pater Ludwig die Sache nicht so gleichgültig ansehen könne, er, als ein Mann von klarem Verstand, und weil er vieles zum Opfer brachte und wenig besitzt, auch einen tieferen Einblick in Meine Geheimnisse genießt und klarer schaut als manch andere, aber doch nicht ganz das Richtige ist, wie er angibt.

Es soll alles den einfachen Weg gehen, und nur dann muß und werde Ich andere Wege einschlagen, wenn diejenigen, an die Ich Meine Worte richte, Mir hindernd in den Weg treten, Meine Pläne vereiteln wollen; denn Ich will retten, was zu retten ist. O der Wert einer Seele! Klebt ja doch Mein Herzblut an ihr!

O ihr Priester helfet Mir! Ich mache euch keine Vorwürfe, denn Ich habe Meiner Dienerin an einer anderen Stelle immer gesagt, daß in den späteren Jahrhunderten von eurem Eifer berichtet werden soll. Euer Eifer soll gerühmt sein und das Saatfeld, das ihr bestellt, soll in üppiger Fülle dastehen zu eurem Ruhm. Nicht diejenigen, die dereinst in jenen Saatfeldern wandeln und daran sich ergötzen, sollen den Ruhm ernten, sondern diejenigen, die sie bestellt haben, und das seid ihr!“

Luise: „O mein Jesus, Ich fürchte, bei meinem geringen Verstand mehr zu verderben als gutzumachen. Wie soll ich das anfangen?“

Jesus: „Du gehst einfach hin und meldest dich an. Zuerst aber gehe noch einmal zu deinem Beichtvater und sag ihm, was Ich mit dir gesprochen habe durch diese Meine Dienerin. Dann gehst du hin und meldest dich an und sagst ihm, er möge doch einmal die erste Beschreibung des Lebens dieser Armseligen lesen und dann dir sagen, was du weiter zu tun hast, ob du diese Person zu ihm berufen sollst oder nicht.

Sage ihm, daß hier in M. unter den Laien noch niemand davon wisse als nur das, was in den ersten Jahren ausgeschwätzt worden ist, aber jetzt nicht mehr viel davon bekannt sei, und daß die Person um keinen Preis etwas aus sich machen will, vielmehr ganz verborgen in einem Winkel steht, wo niemand etwas ahnt, wo auch nur ein guter Funke geahnt werden könnte, und daß sie aber auch um keinen Preis sich vor der Welt zeigen wolle. Sie will nichts als Jesus lieben und Ihm dienen, daß aber in letzter Zeit ihre Gesundheit sehr zerrüttet ist von dem vielen Kummer und Verängstigungen, die sie auszustehen hat, weil sie selbst nicht wisse und aus sich heraus auch nicht getraue zu denken, wo das geringste Gute herkommen könne.

Wenn er es nicht für gut finde, ihr Leben, das sie in nur wenigen Stunden – wie von einer unsichtbaren Hand geleitet – aufgeschrieben hat, so soll er es vernichten oder in den Ofen werfen, ehe es an eine andere Stelle gelange. Wenn er aber herausfinde, welcher Geist die Seele leiten müsse, möge er dir die Erlaubnis erteilen, daß du es Pater Ludwig zuschicken darfst. Du kannst ihm auch sagen, daß du schon oft dabei gewesen seiest, wenn die Person spreche, und selbst deinem Bruder mitgeteilt hast. Mehr brauchst du nicht zu reden. Wenn er dann eine dieser Mitteilungen verlangt, die Ich durch sie rede, dann gibst du ihm die anderen Schriften und unterwirfst dich seinem Urteil. Dies tue, Meine Tochter, und die Verdemütigungen, die es dich kosten wird, die trage in Vereinigung mit deinen beiden Mitschwestern. Denn wer wurde tiefer gedemütigt als Ich Selbst, euer himmlischer Bräutigam. An das Kreuz wird man euch nicht schlagen, und das Kreuz der Verachtung und der Zurücksetzung ist nur ein kleiner Splitter jenes Kreuzes, das Ich trug. Also habt Mut, Meine Töchter!

Schauet hin auf das Beispiel jener, die euch zum Vorbild gegeben sind. N. sage, daß sie aus so nichtigen Gründen keine Kommunion mehr unterlassen soll. Sie soll Mir an jenem Tage, wo sie glaubt, aus Demut zurückbleiben zu wollen, die Kommunion aufopfern für andere Seelen, die in ähnlicher Versuchung sind, die aber freiwillig nachgeben und Wohlgefallen finden; denn nur dann ist eine Seele nicht wert, Mich in sich aufzunehmen. Sage aber Pater Ludwig einen freundlichen Gruß von Mir und nun lebet wohl, Meine Kinder!

N. in R. soll sich nur in dieser Angelegenheit mit ihrem Bischof besprechen und mit ihm vereinigt darauf einwirken auf jene, die damit in Verbindung stehen. Mein Segen wird an keinem Werke fehlen, wobei Mir nur gedient wird und Meine Ehre an erster Stelle steht; denn Ich bin ein eifersüchtiger Gott! Ich muß unbedingt Meine Ehre suchen bei Meinen Geschöpfen, sind sie ja doch die Werke Meiner Hände!“

Bitte um geistige Gnaden.

Jesus: „Ja seht, Meine Kinder, Ich bin bereit zu allem, Ich bin bereit, zu geben. Kommt alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken, aber nehmt Mein Joch auf euch, nehmt das Kreuz auf euch und folget Mir nach!“

Barbara: „Gib uns diese Sünder N. N.“

Jesus: „Jene Sünder, die ihr Mir empfehlet, dafür müßt ihr euch zum Opfer Mir bringen. Jeder, der etwas Großes von Mir verlangt, muß etwas Großes Mir zum Opfer bringen: Seinen eigenen Willen, sein eigenes Herz, und sich fortwährend anbieten für die ihm angelegene Sache, und Ich werde sie gewähren, aber erst dann, wenn die rechte Zeit gekommen ist, wenn Meine Kinder reif sind einzusehen, daß Ich es getan habe!

Man ist so kurzsichtig, man weiß aber nicht, wie unendlich die Gerechtigkeit Meines Vaters herausgefordert ist. Man beschränkt sich auf so weniges, und man sieht nicht auf den Strom, der eines so starken Dammes bedarf, um ihm Einhalt gebieten zu können. Nicht Ich habe diese Gerechtigkeit heraufbeschworen, sondern jene, die Ich richten soll. Wo bleibt nun aber die Sühne? Darum Geduld, alles geht nach eurem Willen, wenn ihr euch nur Meinem Willen beugen wollt. Ja, kämpfet nur, Meine Diener! Befolgt die Worte, die Ich zu euch spreche. Führet die Waffen gegen den Sozialismus der Zeit, ja ihr sollt sie führen, die Waffen, nicht die blutigen, sondern die Waffen des Gebetes und eures Wortes. Diese sollt ihr führen gegen Fürsten und Mächtige und gegen arme und verkommene Menschen, und es wird gewiß, Ich verspreche es euch, zum guten Ausgang kommen.“

Bitte, mehr für Jesus tun zu können, und zwar trotz Kränklichkeit.

Jesus: „Geht nur hin, wo ihr Mich findet, ihr werdet Mich immer finden. Bedenkt aber, daß ihr armselige Geschöpfe seid und werdet nicht mutlos; denn auch die Pflege des Leibes, um Mir zu dienen, gehört dazu. Denn Ich habe den Menschen erschaffen aus Fleisch und Blut, aus Leib und Seele. Lieschen vergiß das nicht!“

Morgens nach der heiligen Kommunion gab die Mutter Gottes Barbara ein Sträußchen und sagte:

Maria: „Nimm dies Sträußchen und sei ruhig, und gehe nicht zu deiner kranken Schwester. Ich werde für sie sorgen, denn nach acht Uhr wird Mein Sohn zu dir kommen!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

72 Kreuzauffindung 1896

„Daß Meine Mutter beständig verehrt werden soll als die Mithelferin der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes.“

Barbara: O wie schön! O wie schön! O wie schön ist das Kreuz! O heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt! O du hochheiliges Zeichen unserer Erlösung.

Jesus: „Ja, Ich will dir zeigen, Meine Tochter, wie der liebliche Monat Mai, der schönste Monat des ganzen Kirchenjahres, der herrlichste ist, so ist Meine liebe Mutter unter allen Heiligen im himmlischen Hof die Schönste unter allen, und Ich wollte, daß dieses Fest, das Fest der Auffindung Meines heiligen Kreuzes, in diesem herrlichen Monat gefeiert werden soll, der Meiner Mutter geweiht ist, weil Ich will, daß Meine Mutter beständig verehrt werden soll als die Mithelferin der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes. Das Kreuz und Meine Mutter sind untrennbar miteinander verbunden, so wie Ich und das Kreuz nicht zu trennen sind. Das Kreuz habe Ich Mein ganzes Leben lang geliebt, und an dem Kreuz wollte Ich siegen, siegen über die Welt und über den Satan! Und warum denn? Ei ja, um den Menschen zu belehren, daß, da nun einmal das Paradies verscherzt war und der Paradiesweg verdorben ist, nur noch ein Weg zum Himmel führt, und das ist der Kreuzweg. Wer auf diesem Weg Mir folgen wird, wird siegen durch das Kreuz, wie Ich, ihr Herr und Meister, gesiegt habe.

Aber er braucht und muß einen Mann des Geleits (Lotsen), einen Führer haben, der ihm Aufschluß gibt, über all die Klippen und Felsenblöcke, die er zu übersteigen hat, und darum habe Ich ihm Meine heilige Mutter gegeben. Auch Ich war Mensch, aber Ich war doch ein Gottmensch. Meine Füße berührten diesen Staub der Erde, doch war Ich nicht Staub und Erde, weil Ich nicht daraus hervorging.

Mein Ausgang ist der Schoß Meines himmlischen Vaters, und die Liebe des Heiligen Geistes hat Mich gezeugt, Meine heilige Mutter ist aber genommen aus dem Schoß der Erde. Obwohl Sie die Sünde nicht berührt und Sie ohne jeglichen Makel der Erbsünde ist empfangen und geboren worden, ist Sie doch eine Tochter Adams. Jetzt kommt und schaut, ihr Menschenkinder, ob Ich zuviel von euch verlange, wenn Ich euch befehle, Meine Mutter zum Vorbild zu nehmen. Es ist gewiß nicht zuviel. Kommt nur mit Mir in jene Familie, wo Sie ausgegangen ist, ob sie nicht dieselben Menschen sind wie ihr, ob sie nicht in derselben Welt gelebt wie ihr, ob sie nicht denselben Weg durchwandeln mußten, den Kreuzweg? Kommt mit Mir, wenn Sie hineilt in den Tempel, um Sich Ihrem Herrn und Gott ganz darzubringen, wenn Sie heraustritt wieder in die Welt, weil Mein Wille Sie ruft und tritt ein in eine Familie, um jetzt Selbst Familienmutter zu werden. O begleitet Sie und seht zu, wie Sie über all die Klippen hinwegsteigt, wie Sie die Felsenblöcke erstieg und hinaufkletterte bis nach Golgotha, wie Sie Schmach und Verachtung aus Liebe zu Mir ertrug, wie Sie alles mit Füßen tritt, was von dieser Erde kommt und Ihr Herz hochhält auf jenem Berg, den Ich dir unlängst gezeigt habe, hoch in den Lüften bei Mir; im Staub der Erde tretend und wandelnd, ist Ihr Herz doch im Himmel bei Mir, mit Meinem Geist vereinigt vor Meinem himmlischen Vater. Wohl sieht Sie das Unrecht der Welt.

Sie sieht, wie man sein Heil mit Füßen tritt. Sie sieht, wie dieses verkehrte Geschlecht, die Pharisäer und Schriftgelehrten, die dem Volk den einen wahren Glauben erhalten sollten, selbst ganz unvernünftig geworden sind. Sie selbst haben ihre Seelen verloren in den Klippen dieser Welt. Sie sieht, wie so wenige da sind, die Ihre Gesinnungen sich anzueignen suchen, und doch steht Sie mitten unter ihnen, als sei Sie blind, taub und stumm, denn Ihr Wandel ist im Himmel mit Mir vereinigt vor Gott, Meinem Vater!“

Barbara: Und ich sehe eine heilige Frau, das ist die heilige Helena.

Jesus: „Ja siehst du, Meine Tochter, wie die Kirche vieles in ihrer Geschichte und in ihrer Entwicklung aufzuzeichnen hat, was auch das schwache Geschlecht für eine hohe Bedeutung hat in Meinem Reich? Zu allen Zeiten gab es Seelen, die an Hochherzigkeit und Großmut dem anderen Geschlecht zum Muster dienen sollten, ja, die dasselbe in vielen Stücken übertrifft. Der Mann ist wohl der König der Schöpfung, aber dem Weibe habe Ich starke Schultern gegeben, daß es im Kreuztragen in vielen Stücken dem Mann vorangeht. So ist es auch, wenn Ich in Meiner Kirche etwas zum Besten Meiner Kinder anordnen und ausführen wollte, habe Ich Mich vielfach des schwachen Geschlechtes bedient.

Dieses fromme Weib hier steht vor der Geschichte in seinem Mut vor den Männern. Schon ist eine geraume Zeit verflossen, seitdem das Christentum besteht. Sie hat durch ihr Gebet ihren Sohn gewonnen für das Christentum, und als die Verfolgung aufhörte, ist ihr erster Schritt, den sie tut, daß sie nachforschen läßt, wo Mein heiliges Kreuz verborgen sein mag. Seht den Großmut dieses Weibes. Sie scheut kein Hindernis, sie tritt vor die Männerwelt und vor die Priester. Gewiß hat es an Spöttern nicht gefehlt, aber sie ist unüberwindlich in ihrer Arbeit. So geht es mit allem. Was Ich ausführen will, führe Ich aus, auch wenn es durch ein einfaches Weib geschieht. Siehst du, wie dieser Herrscher es nicht verschmäht, obwohl er dieses Kleinod nicht aufgefunden hat. Dieses Weib hat es gefunden durch ihre Bemühungen, die sie anstellen ließ, aber dieser Herrscher nimmt es auf seine Schultern und trägt es fort. So will Ich es aber haben, sobald die Welt erkennt und Meine Diener, daß Mein Geist es ist, der sich in irgendeiner Seele oder in einer Sache zu erkennen gibt, und die den Stempel Meines Geistes an sich trägt, es auch angenommen werden soll. Niemals haben diejenigen es bereut, die Meiner Stimme gefolgt sind.

Wehe aber jenen, die es nicht tun, die Armseligen, die sich dünken, die Weisheit der Kleinen nicht anzuerkennen, denn jene sind die Kleinen, die nicht so sehr auf sich als auf Mein Wohlgefallen schauen, und die um Meines Wohlgefallens willen sich mit Füßen treten lassen, die ganz über sich hinweggehen und tun, was Ich ihnen sage. Das sind die Kleinen, die Demütigen, die von der Welt Verachteten, die aber von Meinem Geist geleitet, göttliche Dinge schauen. O ja, tut es nur, ihr Völker der Erde, tut es, ihr Diener Meiner Kirche, und ihr werdet es nicht bereuen, daß ihr es getan!“

Barbara: „O mein Jesus! O du hochheiliges Kreuz, daran mein Herr gehangen, ganz kläglich ausgespannt! O ich arme Sünderin, o laß mich doch genießen die Früchte dieses Kreuzes! O warum glänzt Du denn heute so herrlich, so unendlich schön? Das Kreuz war doch aus Holz und dieses ist aus Gold; warum denn, o Herr?“

Jesus: „Ja, Mein Kreuz war von Holz, aber die Liebe hat es vergoldet. Siehst du, das ist die Liebe, die Liebe jener treuen Seelen, die ausharren bei Mir, die ihre Liebe vereinigen mit Meiner Liebe, die ihr Kreuz vereinigen mit Meinem Kreuz und Mir das Kreuz erleichtern und tragen helfen. Ja, dann wird Mein Kreuz, das Ich einst trug auf Golgotha, das aber aus schweren Kreuzesbalken zusammengefügt war, eingesenkt in die Liebe, in das Gold der Liebe, das jene treuen Seelen zusammenwirkend anfertigen, und dabei bist auch du und deine beiden Freundinnen. Ihr sollt das Gold der Liebe über Mein Kreuz ausgießen, Meine treuen Kinder, und es Mir tragen helfen. Siehst du, Meine Tochter, damals, als Ich dir den Plan vorlegte, was Ich mit dir vorhabe, den Plan nämlich, daß du das Werkzeug sein solltest, durch das Ich der Welt wieder eine neue Wohltat zufließen lassen will, da sahest du Mich mit einem schwarzen Holzbalken auf dem Rücken. Du schautest in Mein Angesicht, das mit dicken Schweißtropfen bedeckt war, und Ich will dir heute den Sinn erklären:

Das Kreuz, das Ich schleppte, ist der Sozialismus der Zeit, der Zeitgeist, der so viele Meiner Kinder verschlingt und von Mir losreißt und so viele Seelen verlorengehen läßt, sovielmal wird Mein Schmerz erneuert, Meine Arbeit erschwert, so daß Ich stöhnend und ächzend nur noch das Kreuz trage und Mich umsehe, ob denn nicht eine Seele da sei, die es Mir, wenn auch nur etwas, erleichtern möchte. Und Ich habe dich gefunden, Meine Tochter! Und du hast es Mir erleichtert durch die vielen Verdemütigungen, durch die Verachtungen und Zurücksetzungen von seiten derjenigen, die das fromme Streben in dir hätten befördern sollen. Aber das alles ließ Ich so zu, damit es auch ein Kreuz für dich werde, denn du solltest mit Mir das Kreuz tragen, und nun stehst du am Schluß, du stehst auf dem Kalvarienberg und der Sieg beginnt, die Liebe hat gesiegt über all ihre Feinde.

Drum will Ich dir heute zeigen, mit welcher Freude Ich das Kreuz trage. Gold ist das Sinnbild der Liebe, es erfreut aber auch das menschliche Herz, sooft man es ansieht. Gold bringt Freude, wohin es gebracht wird. Darum ist Mein Kreuz heute nicht mehr aus Holz! O wie glücklich! O wie glücklich! Heilige Freude kommt überall hin, wo man deine Worte liest, und man wird jubeln über die Güte Meines Herzens, denn daß Ich mit dir verkehre, ist jedem einleuchtend und unverkennbar und darum sehr tröstend für jedes arme Menschenherz. Da du – eine so arme Sünderin und eine so unscheinbare Person, die so wenig gelernt und studiert hat – solche Gnade gefunden vor Mir, ist es nicht zu leugnen und jedem selbstverständlich, daß Ich ein guter Gott sein muß, Der Sich kümmert um das Wohl und Wehe Seiner Kinder.“

Barbara: „Ich kann die Freude nicht aussprechen, die mein Herz empfindet, weil ich sehe, wie gut Du bist, o mein Jesus! O was soll ich Dir denn anbieten, was kann ich Dir denn geben? Siehe, ich habe nichts und möchte Dir etwas geben (Tränen). Ich habe nichts, o Herr, als meine Seele mit ihren Kräften, mein Herz mit all seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. Siehe, das schenke ich Dir! Ich danke Dir, daß Du meiner Sünden nicht gedenkst.“

Luise: „Ich möchte Dir doch auch was geben, was soll ich Dir denn schenken?“

Jesus: „Schüttle du noch den Staub von den Füßen, und was Ich von dir verlange, das sollst du mutig ausführen und dich nicht über das Gerede und Achselzucken der Menschen aufhalten. Gehe ruhig hin und gehe ruhig weiter, als ob du nichts gesagt hättest; wie du siehst, hat dies Meine Dienerin auch getan, und seid ruhig und kümmert euch nicht, denn ihr sollt Meinen Kindern vorangehen. Viele, viele, werden euch folgen, und es soll großer Friede einziehen in alle Herzen, die sich euch anschließen.

Ich bin der Mittelpunkt, und das Band ist Mein Herz, und die Quelle, die da sprudelt, ist der heilige Tabernakel. Aus ihm sollen sich die Ströme der Gnaden über die ganze Welt ergießen.

Sprudeln soll die Quelle, denn sie ist durch eine Meiner unwürdigen Dienerinnen wieder aufgegraben worden, und das bist du! Du hast den Quell wieder aufgegraben, denn du hast Mein Herz verwundet durch dein beständiges Verlangen, durch deine beständigen Seufzer, die du zu Mir abgeschickt hast, und siehe, Ich habe dich gesetzt an die Quelle, daß du daraus schöpfst und trinkst, und nun mögen Meine Diener die Quelle recht sprudeln lassen. Du hast sie wieder neu aufgerissen, du hast die Stäubchen weggetan. Wohlan, Meine Diener! Ihr seid die Diener, welche die Quelle sprudeln lassen sollen. Welche Freude für euch, die Ich euch gestellt habe zu Wächtern dieser Quelle. Ihr seid die Kanäle, durch welche die Quelle fließen soll. O verstopft sie nicht, laßt Meine Kinder erfahren, wie gut Ich bin und leitet Balsam in die gequälten Menschenherzen. Balsam Meines Trostes!

Welche Freude für euch. Ich habe euch hingestellt in die Welt; Ich habe aufgelöst alle Bande, die euch an sie anschmieden und anketten könnten, weil ihr nur ein Herz haben sollt, das Meinem Herzen geweiht, ihr seid ein zweiter Heiland, ein anderer Christus. O höret Meine Stimme.“

Barbara: „O Herr, ich bitte, halte alles verborgen hier in Mainz.“

Jesus: „Ich sorge dafür, daß Meine Geheimnisse nicht verraten werden, wenigstens nicht hier in Mainz.“

Barbara: „Ich bitte Dich für die Schwester von N.“

Ich sehe ihn und sehe sie neben ihm; also sie stirbt nicht eher.

Jesus: „Leiden soll sie und er mit. Ich habe die Geschwister zusammengeführt, und es ist recht und billig, daß sie sich lieben, aber nicht mit irdischer Liebe, Ich habe sie zu hohen Ehren gebracht, und Ich will sie noch zu höheren Ehren bringen, bei Mir in Meinem Reich, und dafür verlange Ich doch auch Opfer und Leiden, Ich muß es so tun; denn auch sie sind armselige Würmchen, aus der Erbsünde hervorgegangen.“

Barbara: „O mein Jesus! O mein Jesus! Ich danke Dir! Hilf doch N., o Herr!“

Jesus: „Zur rechten Zeit! Es ist immer Meine Absicht, wenn Ich auch hie und da eine Seele harte Wege führe, bezweckt es doch immer etwas Gutes, wenn dieses auch die kurzsichtigen Menschen nicht erkennen. Harre aus, Meine Schwester, es wird dir noch gutgehen und auch deiner Schwester.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

73 Zweiter Freitag im Mai 1896

„Wenn Ich Mich richten muß nach den verschiedenen Zeitaltern, als ihr Gott und Schöpfer, warum denn nicht auch sie?“

Lied: O Maria, Jungfrau rein...

Jesus: „Meine Tochter! Ich komme, um dich zu belehren, und um denjenigen zu zeigen, daß Ich es bin, will Ich auf all die Zweifel, die sie beunruhigen, heute antworten: Ich bin es, Der unter euch wohnt im Allerheiligsten Sakrament des Altares! Wenn Ich zu euch komme, zu Meinen Kindern, so komme Ich, um sie entweder zu trösten in ihren Leiden, und das sind diejenigen, die schon weit in der Tugend vorangeschritten – vorwärtsgeeilt – sind, die haben dann Meinen Trost vonnöten in ihren Leiden und in ihren vielfachen Bedrängnissen. Ich lasse dies so zu, um wieder eine Seele mehr einreihen zu können in die Zahl Meiner treuen Kinder, auch wenn es öfters von den heiligsten Personen herkommt, die glänzen sollen am Himmel Meiner Kirche.

Oder ein anderes Mal muß Ich diejenigen bestärken, die noch schwach sind und auf dem Weg schnell und gern ermatten und erliegen, weil sie noch so halb und halb den Weg zwischen der Welt und zwischen Mir gehen. Wieder ein anderes Mal muß Ich eine Seele für Mich gewinnen, muß durch Meine ganze Schönheit, Meine Liebenswürdigkeit, mit der Ich unter euch in diesem hochheiligsten Altarsakramente wohne, ihre Blicke mit einem Schlag auf Mich richten, um sie an Mich zu ziehen, um sie herauszureißen aus dem Getriebe der Welt, aus dem Reich der Finsternis, und wenn Mein Diener noch fragt, was hat denn das alles für einen Zweck, so soll er wissen, daß es einen so großen Zweck hat, wie Mein kostbares Blut wert ist, denn für jede Seele, die gerettet wird, habe Ich Mein kostbares Blut vergossen. Jede Seele ist soviel wert, wie es der Preis Meiner Erlösung wert ist.

Die Welt mag in Trümmern vergehen und alle Herrlichkeit mit ihr. Es ist wohl das Werk Meiner Hände, aber es ist nur geschaffen für den Menschen, für dieses edle Geschöpf, das Ich zu Meiner Freude erschuf, und das mit Mir ewig leben soll. Sag ihm nur, warum er noch fragen will, was das alles für Zwecke sind, die Meine Ehre fördern sollen, die Mir Seelen gewinnen sollen und Seelen zuführen sollen. Siehe, Meine Tochter! Nicht alle haben den Mut, mit solcher Entschiedenheit wie du zu kämpfen um ein großes Gut, das die heilige Kommunion ist, und das ist der Zweck, warum Ich mit dir rede, um jenen schwachen, armen, hilflosen Geschöpfen, die, mögen sie sich auch aufhalten in den verborgensten Winkeln der Erde, doch Meine Kinder sind, den Weg zu erleichtern. Mir sind alle Menschen gleich.

Vor Mir sind arme, unwissende Landmädchen, der arme schwarze Knabe, der auf der Bettelstraße umherläuft, gerade so lieb, wie eine Königstochter oder der Kronprinz oder der Kaiser selbst. Vor Mir gilt das arme, unwissende Landmädchen, wenn es nur Mich sucht mit lebendigem Glauben, mit festem Vertrauen, mit kindlicher Liebe, gerade soviel, und Ich beschäftige Mich mit ihm gerade so gern, wie mit jenem Meiner Diener, der auf dem Stuhle Petri sitzt; denn vor Mir sind alle Menschen gleich! Sie sind alle das Werk Meiner Hände. Ich sehe jeden Seufzer jedes armen Mädchens, in der verborgensten Bauernhütte, das Mich zu lieben sucht, und Ich will ihm den Weg erleichtern.

Sieh, Meine Diener halten manchmal allzu fest an einem Thema, das sich nicht nach den Zeitverhältnissen richtet; denn die Zeiten sind so verschieden wie die Menschen alt und verschieden sind, und wenn Ich Mich richten muß nach den verschiedenen Zeitaltern, als ihr Gott und Schöpfer, warum denn nicht auch sie? Es gab eine Zeit, die man die Goldene Zeit nannte, und das war jene Zeit in Meiner Kirche, als Meine Kinder täglich hingingen zu Meinem Tisch, und eine gab es, die man die Eiserne Zeit nannte, und das ist jene, wo Meine Kinder kalt und gleichgültig waren und sind gegen Mich im Allerheiligsten Altarsakrament, und wo Meine Kirche genötigt ist, ihre Kinder gleichsam zu zwingen. Ich will aber, daß das Eiserne Zeitalter verschwinden soll, und es soll das Goldene an seine Stelle treten.

Wo überall ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die Ich ihn gestellt habe. Er ist der Kanal, durch den Ich die Wasser der Gnade hineinleiten will, in Meine Kinder, und Ich verspreche Meiner Kirche, daß sie zur höchsten Blüte gelangen soll. Tut doch die Augen auf, ihr Priester, und seht, mit welchem Heißhunger Meine Kinder – die euch anvertrauten Seelen – alles aufnehmen, was sie Mir näherbringt. Seht, mit welcher Liebe und Begeisterung man jene Zeitschrift aufnimmt, die von Meiner wirklichen Gegenwart im Hochheiligsten Altarsakrament handelt.

Stehet Meinem Volk nicht zurück, Meine Diener, denn ihr seid ja die Führer desselben. Wißt ihr denn nicht, daß Ich Meine Mutter längere Zeit in Meiner Kirche noch fortleben ließ, um dieselbe zu unterstützen durch Ihr Gebet, durch Verdienste, durch Ihre Opfer und Ihr Sühneleben, die Sie Tag für Tag der jungen Kirche entgegenbrachte? Ihr müßt aber auch wissen, daß all eure Wirksamkeit nicht viel ausrichten wird, auch wenn ihr selbst Blut und Leben wagt, wenn unter eurer Leitung nicht Seelen stehen, die euer Opferleben begleiten. Seht euch doch um unter euren priesterlichen Laufbahnen, an welchen Orten das Christentum am meisten blühte! Nicht wahr, in jenen Gemeinden, wo fromme Seelen sich befanden.

Darum wundert euch nicht, Meine Diener, daß Ich Mich an diese, Meine Kleine, wende, um durch sie zu euch zu reden. Ihr werdet es nie bereuen, wenn Meine Worte euch zu Herzen gehen, wenn ihr sie befolgt. Sieh dich doch um, du Mainzer Bischof, in der Stadt, in welche Ich dich gestellt habe, ob du nicht bemerkst, daß der Sozialismus immer kleinlauter wird, und Ich sage dir, er wird verschwinden. Befolget nur und tut, wie Ich euch gesagt: Richtet den Damm auf, den Ich euch angezeigt, und laßt durch die Schleusen ruhig alles fließen, was ihr nicht zu hemmen vermöget. Schauet immer auf Mein Leben und seid ruhig, seid zufrieden.“

Barbara: „O mein Jesus! Deswegen hast Du mir gesagt, Du wolltest mich im Mai belehren, wie wir Deine heilige Mutter verehren sollen. Ja, jetzt erkenne ich: Wir sollen tun, was Sie getan; Sie lebte nur noch für die Kirche. Also, meine lieben Freundinnen und ihr alle, die ihr glaubt, daß der Herr es ist, der mit mir verkehrt, wir sollen nur noch leben für die Kirche, und nicht mehr für uns! O wie danke ich Dir für diese Erleuchtungen, denn ich empfange mit jedem Tag neue Gnaden; ich soll mich also ganz vergessen und nur mehr leben für die Kirche!“

Jesus: „Ja, das sollst du, Meine Tochter, und deine beiden Freundinnen mit dir! Sie sollen sich nur nicht wundern, daß Ich ihnen Leiden zuschicke, denn sie sind deine Freundinnen, deine Schwestern, und das Band der Liebe, das euch umschlingt, läßt keine Lücken zu, da muß alles Hand in Hand gehen. Sie müssen also das Kreuz mit dir tragen und Krankheit ist auch ein Kreuz, müssen also auch hie und da ein Opfer bringen.“ (Durch Versäumnis der heiligen Messe.)

Luise: „O Herr, ich hatte mich so gefreut auf die schönen Maipredigten, und nun mußte ich sie versäumen.“ (Der Herr lächelt)

Jesus: „Ich sage es euch, hört nur Meine Worte, Ich habe euch in Meiner Hand.“

Barbara: „O Herr gib, daß bei N. alles gut vonstatten geht.“

Jesus: „Ich habe es dir ja gesagt, ganz befreit wird sie nicht mehr, aber sie bleibt neben ihm stehen. Ich will durch Leiden die Menschen an Mich ziehen, damit sie im Glück Meiner nicht vergessen, denn Meine Herrlichkeit ist unendlich, und diese sollen sie dereinst doch genießen.“

Barbara: Viele Bitten – Ich sehe die liebe Mutter Gottes vor Ihrem liebsten Sohn knien und alle die Bitten mit uns vereinigen.

„O hilf doch dem kranken N.“

Jesus: „Er wird ganz gewiß gesund!“

Am Montag der Bittwoche nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Sage Luise, sie solle heute zum H. H. Bischof gehen und ihm die Hefte bringen und über all das Gerede und Achselzucken der Menschen ruhig hinweggehen!“

Barbara bat Ihn gar sehr um Barmherzigkeit für das Dienstmädchen, das sich erhängt hatte.

Jesus: „Meine Gerechtigkeit läßt es nicht zu, daß du dies erfährst; denn Verzweiflung ist die größte Sünde, und es ist einerlei, ob einer gottlos gelebt und sich in die Verzweiflung stürzt, oder ob einer vorher fromm gelebt hat und verzweifelt ist.“

Aber Barbara bat fortwährend für sie. Plötzlich sah sie dieselbe in einer Landschaft daherkommen, ganz schwarz verkohlt. Als sie weiter bat, sagte Er:

Jesus: „Laß Mich jetzt in Ruhe!“

Bei der heiligen Wandlung in der Neun Uhr Messe sah sie, wie die liebe Mutter Gottes in einem Kelch das kostbare Blut Ihres göttlichen Sohnes auffing und es über die Anwesenden sprengte, dann sagte Sie zu Barbara:

Maria: „Komm mit Mir, Meine Tochter!“

Und sie gingen miteinander in das Fegefeuer, und Sie sprengte Es über die Armen Seelen, und es entstand unter ihnen große Freude darüber. Am Dienstag der Bittwoche sagte der Herr:

Jesus: „Wenn es möglich wäre, daß du – wo es doch klar ist, daß du nichts gesucht als Gott und dir so große Mühe gegeben und so große Opfer gebracht hast, um Ihn zu finden – dennoch jetzt getäuscht sein solltest – was aber unmöglich wäre –, so könnte dies ja einen Menschen zur Verzweiflung bringen. Ebenso sollte man bedenken, daß es den armen Sozialisten – wenn sie sähen, daß sie bei allem redlichen Fleiß und Bemühen nicht vorwärts kämen – nicht zu verdenken wäre, daß sie den verzweifelten Entschluß faßten, alles umzustürzen. Aus der Art und Weise, wie Ich Meinen Dienern angegeben habe, den Sozialismus zu bekämpfen, könnten sie schon alleine erkennen, daß Ich es bin und sein muß, Ich euer Herr und Gott.“

Am Mittwoch der Bittwoche sagte der Herr:

Jesus: „Hüte dich, daß du dir nicht unrechtes Gut aneignest. Kein Stäubchen darf an dir hängen bleiben.“

Als Barbara sich besann, wie das könne gemeint sein, sagte Er:

Jesus: „Daß du dir nicht Meine Gaben aneignest. Deswegen habe Ich dir Vorgesetzte besorgt, die immer zweifeln, weil Ich ihnen die Augen gebunden halte, damit sie nicht klar sehen. Es sind schon viele gestürzt, die gut angefangen, und deshalb werde Ich dir immer für solche Beichtväter sorgen.“

Am Feste Christi Himmelfahrt 1896, als Barbara morgens vor der Kommunionbank kniete, um Ihn zu empfangen, sagte der Herr:

Jesus: „Eile, Meine Braut, und komme!“

Nach dem Empfang der heiligen Kommunion aber sagte Er:

Jesus: „Was du Pater Bonifaz sagen willst, das sage ihm nicht; laß Mich das nur machen! Wenn sie es nicht anerkennen wollen, dann werde Ich Meinen Willen dennoch ausführen. Ich werde sie dann umgehen und Mir andere Personen aussuchen!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

74 Christi Himmelfahrt 1896

„Nicht die Wissenschaft macht Heilige, sondern das Kreuztragen.“

Lied: Heute ist gefahren Gottes Sohn, Alleluja...

Barbara: „O vereinigt euch mit mir, o ihr alle, die ihr meinen Jesus liebt! O kommt doch und freut euch mit mir. Ja, mein Jesus, ich sehe Dich unter den Aposteln, unter den Jüngern. Mit unaussprechlicher Liebe und Sehnsucht hängen sie heute an Dir, o Du verklärter, o Du unaussprechlich liebenswürdiger Bräutigam meiner Seele. Wie soll ich Dich denn lieben, wie loben, wie preisen, o mein allerliebster Jesus?“

Ja, eine große Schar sehe ich Ihm folgen: Die Apostel, die Jünger, die heiligen Frauen, alle, die es wissen. Er hat es ihnen ja schon in den vierzig Tagen, wo Er unter ihnen weilte, oft genug gesagt, daß Er auffahren werde zu Seinem und zu ihrem Vater. Und jetzt ist die glückselige Stunde für den Himmel gekommen, für die himmlischen Bewohner, ihren Gott und Herrn, Der sie gleichsam verließ, um das Paradies der sündigen Menschheit wieder zu begründen, der sündigen Menschheit wieder zu verdienen, und Er hat es hergerichtet. Er hat den Garten bebaut, bewässert und bepflanzt, gebaut in den dreiunddreißig Jahren, als Er unter den Menschen wandelte; bewässert am Kreuz mit Seinem kostbaren Blut. Ja, mit Strömen hat Er es bewässert, das Erdreich Seines Gartens; Er hat es bepflanzt mit Blumen und Bäumen, an denen auch schon Früchte wachsen, die schon heranreifen zur Ernte, mit Blumen, denn es sind schon eine Anzahl gläubiger Christen, die Ihm folgen auf den Ölberg, bepflanzt mit Bäumen, die hervorragen, an denen schon Früchte sich zeigen.

Das sind die Apostel und alle, die Er beauftragt hat, daß sie Seine Lehre Seinem Volk verkündigen sollen, und jetzt will Er Abschied nehmen von Seinem Paradies, das Er geschaffen, um hinaufzuziehen zu Seinem und unserem Vater. Noch einmal überschaut Er die Menge, die Ihm gefolgt, das kleine Häuflein Seiner treuen Kinder, die Er jetzt verläßt mit Seinem Leibe. O mit welcher Rührung hängen alle Blicke an ihrem Meister und Herrn. O vereinigt euch mit mir, ihr Menschenkinder, und seht jetzt die Blicke von allen Seiten, wie sie nur auf einen Gegenstand gerichtet sind. Sie haben nur noch eine Sehnsucht, sie haben nur noch ein Herz, in dem ihr Herz schlägt, in dem ihre Liebe zusammenfließt.

Es ist das Herz ihres Geliebten, Der sie jetzt verlassen will, und Ströme von Tränen fließen. Sie alle sind in heiliger Liebe entzückt, ihr Herz, das umschlungen ist von diesem einen Herz, das Sich von ihnen lostrennt und nun: Höher und höher steigt Es hinauf! Und ihr Herz und ihr Blick bleiben gefesselt, von diesem Herzen Jesu Christi, Das sie jetzt verläßt, und sie alle starren und stehen da wie angewurzelt, und aufwärts und immer weiter aufwärts steigt Es, und der Himmel öffnet sich. O mein Gott, o mein Herr! Der Himmel und die Erde sind verbunden miteinander. In diesem Augenblick sehen sie die Herrlichkeit des Himmels, diese Erdenbewohner. Sie sehen den Ort, der auch für sie bereitet ist. Jetzt kommt Ihm die glückselige Schar der heiligen Engel entgegen. Vereinigt mit Seinem Vater und mit dem Heiligen Geist ziehen Sie in die ewigen Tore, in die Tore der Herrlichkeit. O welch ein Jubel, o welche Freude!

„O mein Jesus! Wie danke ich Dir für Deine glorreiche Himmelfahrt. O nimm mich mit! O laß mich mit einziehen durch dieses Goldene Tor!“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Komme nur und nimm Platz hier an Meinem Herzen! Sieh, du arme Erdenpilgerin, dies ist ein Einblick in jene Glückseligkeit, die auch deiner wartet. Harre nur, warte nur zu, es kommt auch für dich die Stunde, wo du einziehen wirst durch dieses Goldene Tor, um nicht mehr daraus zu entkommen.

Heute, Meine Tochter, will Ich dich lehren, was du tun sollst, um nicht irre zu werden in all den Bedrängnissen, die deiner noch warten. Siehe, Ich habe das Kreuz getragen auf Golgotha hinauf, und an dem Kreuz wollte Ich sterben. Weil auch du das Kreuz tragen und am Kreuz auch du sterben sollst, wird es dir nicht anders ergehen als deinem Herrn und Meister, als es deinem Bräutigam erging, als Er Sich mit Seiner jungfräulichen Braut vermählen wollte, mit Seiner Kirche. Er wurde geschmäht, verachtet und verfolgt, und dir wird es nicht besser ergehen. Darum freue dich, dein Lohn ist groß im Himmel.

Sage deinen beiden Freundinnen, daß sie um nichts in der Welt sich mögen abwendig machen lassen von dem Gerede der Menschen, auch wenn es Meine Diener sind, denn auch sie sind Menschen von Fleisch und Blut und haben außer der Gewalt, die sie von Mir geerbt, und die Ich ihnen übertrug, doch auch ihre menschlichen Armseligkeiten, wie jeder andere arme Erdenpilger, und Schwächen, mit denen sie zu kämpfen haben, wie du und deine beiden Freundinnen und alle, die Mich lieben und Mir dienen wollen.

Nicht die Wissenschaft macht Heilige, sondern das Kreuztragen; Kreuztragen in der Art und Weise, wie Ich es trug. Wer Mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge Mir nach, und je mehr Mich jemand sucht, desto mehr wird er das Kreuz vorfinden, desto tiefer wird er eindringen in die Schule des Kreuzes, weil kein anderer Weg zum Himmel führt als der Kreuzweg, den Ich Selbst gegangen bin, als Ich auf Erden weilte. Der Paradiespfad ist nun einmal verloren und auf Erden nie mehr zu finden, außer bei denjenigen, die ihn im Kreuz suchen, denn diejenigen, die das Kreuz Mir nachtragen wollen, werden das Kreuz lieben, weil sie es freiwillig auf sich nehmen, und so ist es kein Kreuz mehr, es ist ihnen eine Lust und Befriedigung, denn sie wissen, daß sie auf dem Wege sind, den auch Ich ging, und die Tränen, die sie weinen, sie glänzen wie Diamanten im Sonnenstrahl.“

Barbara: „O so kommt denn mit mir, ihr alle, die ihr Jesus liebt. O kommt und sehet, wie schön Er ist, o kommt und lobet und preiset Ihn mit mir. O wie unendlich schön ist Er. O Herr, gib mir Worte, um Dich zu loben, ein Herz so groß und so weit, wie die ganze Welt, verteile es sovielmal, als es Menschenherzen gibt, damit ich für alle Menschen Dich lieben, loben und preisen kann. O ihr Menschen, warum liebt ihr Ihn nicht, warum jagt ihr so eitlen, vergänglichen Dingen nach, die euch nichts nützen können, o schließt euch an mit mir an dieses heiligste Herz. O wie ruht es sich hier so gut.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben...

„O meine Lieben, helft mir doch, Ihn loben und preisen! O wie unendlich schön, o wie liebenswürdig, o mein Jesus! O wie glücklich sind wir als Kinder der katholischen Kirche! O ich kann nicht, o Herr, o gib mir doch die Sprache, daß ich es schildern kann, was mein Herz empfindet, und was ich schaue, ich kann es ja gar nicht so wiedergeben!“

Jesus: „Ja, weil Ich es Meinen Kindern verborgen halten will und weil sie zu schwach sind, die Schönheiten zu schildern von dem, was du siehst.“

Barbara: „O heiliger Paulus, du verstehst mich; o heiliger Johannes, auch du hast es empfunden.“

Jesus: „Ja, sieh doch, Meine Tochter, dies will Ich dir nur zeigen, damit du stark werdest und es anderen sagst, wie Ich diejenigen belohne, die Meine Wege wandeln.“

Barbara: „O ihr jungfräulichen Seelen, o kommt, vereinigt euch mit mir, liebet mit mir, betet mit mir an. Mein Herz ist zu klein, meine Zunge zu schwach, mein Auge zu gering, die Dinge auszusprechen, die ich sehe, die ich höre, die ich umfasse, die ich heute in mich aufnehme.“

Jesus: „Ja, siehst du, Meine Tochter, ist es nicht der Mühe wert, etwas zu leiden? Nicht wahr, gewiß! Wenn Ich, euer Herr und Gott, imstande bin, eine Seele so zu beglücken, die noch im Fleische weilt, wie muß Ich belohnen können diejenigen, wenn einmal dies Fleisch im Staub zerfallen ist. Ich verlange nicht zuviel, wenn Ich euch sage: vereinigt euch mit Mir, Mich zu lieben. Ich, der Ich vorangehe, der Ich euch das Kreuz vorantrug, Ich will euch nur zurückführen, Ich, der gute Hirte. Ich will dich auf Meinen Schultern zurücktragen und in Meine Herde zurücknehmen, du armes Kind, das du dich verloren hast im Gestrüpp der Welt. Du hast dein Herz dort gesucht, wo du es nicht hättest suchen sollen und hast es Mir entzogen. O gib es Mir zurück! Mein Sohn, o gib es Mir zurück; Meine Tochter, gib Mir dein Herz. Glückselig diejenigen, die es glauben, daß Ich mit dir rede. Sie sollen hienieden schon kosten, wie süß der Herr ist, sie sollen Mich ewig, ewig besitzen in Meinem Reich.“

Lied: Singet laut in...

Barbara: „Preisen will ich Dich aus meinem ganzen Herzen, all Deine Wunder will ich erzählen, rühmen will ich mich im Namen des Herrn, es preisen Dich...

Ich empfehle Dir all die frommen Seelen, die Jungfrauen auf der ganzen Welt, in denen noch ein reines Herz schlägt. O bewahre sie in Deiner Liebe und in der Unschuld; gib Dich ihnen zu erkennen. Gib mir eine Sprache, die durch die ganze Welt dringen könnte, die man hört von Ost bis West, von Süd bis Nord, daß Du von allen geliebt wirst auf Erden. O ihr Jünglinge, ihr Jungfrauen, ihr alle kommt, kommt, vereinigt euch mit mir, harret aus, scheut nicht die Bedrängnisse, die Verfolgungen, die üblen Nachreden, die man euch anhängt. O wie süß ist der Herr. Eine einzige Stunde bei Ihm wiegt alle Verfolgungen der ganzen Welt auf.

Noch eine Bitte: Du hast mir damals, als Du mich beauftragtest, meinem Beichtvater vieles zu sagen, was mir viele Verspottungen und Verachtungen zuzog, gesagt, wenn ich über mich und über all die Dinge hinweggehe und es dennoch sage, so wolltest Du mir am heutigen Tage drei Verwandte aus dem Fegefeuer befreien, und heute hast Du mir gezeigt, wie Du meine Mutter, Tante und Schwager zu Dir in den Himmel nahmst und hast mir damals zugleich zu verstehen gegeben, wieviel wir an diesem Tag erlangen können. So schenke uns nun auch heute viele Arme Seelen. Ich opfere Dir auf all die Gebete von meinen beiden Freundinnen.

Wir vereinigen uns mit allen guten, gerechten Seelen und opfern Dir die Verdienste aller und den Gnadenschatz der ganzen heiligen Kirche auf, alle Verachtungen, die wir noch ertragen müssen; denn auch sie müssen dasselbe leiden. Wir opfern Dir... (lange Aufzählung) durch Deine jungfräuliche Mutter und um Ihrer Verdienste willen, wie Du mich gelehrt hast Anfang Mai, daß Du mir alle Gnaden durch Sie geben willst.“

Und jetzt kommt die liebe Mutter Gottes, und ich soll mit Ihr gehen. Ja, dort ist es jetzt ganz anders:

„O mein Gott, wie trauern sie, heute an Deinem Himmelfahrtstag. O ist es denn möglich, daß Du sie zurückhältst? O nimm sie alle mit hinauf, alle, alle! O gieße aus das kostbare Blut, wie ich gesehen diese Woche, daß Deine heilige Mutter es über alle ausgegossen, die bei der heiligen Messe zugegen waren. O gieße es jetzt aus über diese Armen Seelen. O könnte ich euch doch allen helfen, ich vereinige meine Tränen mit den Tränen meines Herrn und Seiner jungfräulichen Mutter. O liebe Mutter, sovielmal mein Atem ein- und ausgeht, mein Puls und mein Herz schlägt, sovielmal opfere ich Dir das kostbare Blut Deines lieben Sohnes auf! O nimm sie alle mit, o erbarme Dich ihrer.“

Und die erste ist eine wunderschöne Jungfrau, die Sie jetzt herauszieht – und jetzt ist es ein Priester – und jetzt sammelt sich eine ganze Schar um Sie. O welche Freude, o welch heiliger Friede auf aller Angesicht; und sie gehen jetzt in die Stadt des Friedens. Ja, die Mutter von S. ist auch dabei.

Verstorbene: „Dreiundzwanzig Jahre ist eine lange Zeit! O wie danke ich Dir so sehr!“

Luise: „Ich bitte für die dreiundzwanzig Ordensschwestern aus B.“

Barbara: „Ja, einige, sie sind befreit! O schenke sie uns alle“ (lange Bitten). „O heiliger Josef, komm uns doch zu Hilfe!“

Und er kommt – und bittet mit uns.

Jesus: „Deine Bitte sei dir gewährt.“

Barbara: „Ich bitte auch für die Familie N.“

Jesus: „Alle, die auf Mich vertrauen, werde Ich beschützen, aber das Kreuz muß überall stehen. Darum werde Ich auch sorgen, daß man das Kreuz nicht vergißt; denn am Kreuz bin Ich gestorben, und dies ist der Maßstab, den Ich an jede gute christliche Familie anlege, damit sie Mich nicht vergessen. Der Wunsch wird dir gewährt, aber jetzt noch nicht.“

Barbara: „O Herr, wie leid ist es mir, daß ich das, was ich schon im Leben leiden mußte, nicht so gut gelitten, wie ich sollte. Ich bitte Dich, Du möchtest aus unendlicher Güte Deines Herzens alles ersetzen und diese große Leere ausfüllen, daß ich Dir doch was zu opfern hätte.“

Jesus: „Ich habe es bereits getan, Meine Tochter!“

Barbara: „Wann kommst Du wieder?“

Jesus: „Wartet, bis Ich komme, und weil es Meine Freude ist, bei den Menschenkindern zu sein, so ist es immer eine glückliche Stunde für Mich, wenn Ich zu euch komme.“

Barbara: „Kommst Du morgen wieder?“

Jesus: „Das brauchst du nicht zu wissen.“

Am Tage danach sagte der Herr:

Jesus: „Das, was du Pater Bonifaz sagen willst, das sage nicht, denn der wahrhaft Demütige schweigt. Du mußt dich immer nur als Sprachrohr ansehen. Wenn der Schall entflohen ist, bleibt auch nicht ein Klang darin zurück. So ist es mit dir. Sie werden es zwar annehmen, euch aber noch viel zu leiden geben.

Sage Luise, sie solle diese Woche zum H. H. Bischof gehen, und fügte bei: Sie soll sich einmal auf ihren Stolz hin prüfen (durch die damit verbundenen Verdemütigungen). Wie schaden sich doch diejenigen, die an Meine Güte nicht glauben wollen, denn für eine Seele, die Mich liebt, mache Ich Mich zum Gefangenen. Ich kann ihr nichts abschlagen. Sage Luise, Ich gebe ihr das Versprechen, daß sie es noch erleben wird, daß die Schrift gedruckt wird. Sie solle sich um alles in der Welt nicht abwegig machen lassen davon.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

75 Vierter Freitag im Mai vor Pfingsten 1896

„Was wäre die Menschheit ohne diesen Geist, den Ich über sie ausgegossen habe an diesem Tag?“

Lied: O mein Christ, laß Gott nur walten...

Barbara: „O mein Jesus, ist es denn möglich, daß Du zu mir kommst, Du der Herr des Himmels und der Erde, der reinste, heiligste, liebenswürdigste Gott? O mein Herr! Woher kommt mir die große Gnade, daß Du, mein Gott, mich heimsuchst in meinem Elend. O verzeih mir, daß ich so leichtsinnig, so armselig war diese Woche. O mein Jesus, oft habe ich Dich gebeten, Du möchtest Deinen Geist mir schenken, aber seit Mittwoch, wo ich hörte, daß meine Schwester käme, bin ich so zerstreut. O verzeih mir! Hast Du mich denn vergessen?“

Jesus: „Nein, Ich habe dich nicht vergessen! Ich habe dich schon oft belehrt, wie du dich in den häuslichen und weltlichen Angelegenheiten verhalten sollst, und wenn Ich nicht mehr Geduld gehabt hätte als du, würde Ich dich freilich längst verlassen haben, du armseliges Geschöpf. Aber sieh, Ich habe deinen Undank vergessen.“

Barbara: „O mein Jesus, ich danke Dir dafür! Du weißt, wenn mir etwas in die Quere kommt, wie armselig ich dann bin. Sieh, ich freue mich, daß meine Schwester kommt und ich sehe auch, daß ich hier nötig wäre, und da habe ich Dich ganz vergessen! O verzeih mir!“

Jesus: „Jetzt ist es genug, Ich habe dir verziehen! Aber sieh, was Ich dich heute lehren will; höre Mir aufmerksam zu: Es naht das heilige Pfingstfest und mit ihm der Tag der Erinnerung, daß Ich Meine heilige Kirche gestiftet habe; denn das Pfingstfest ist das Stiftungsfest Meiner heiligen Kirche. Da habe Ich Meinen Geist in sie hineingesandt und ihr Mein Leben mitgeteilt, das Leben Meines Herzens, Meines Geistes, und Ich will, daß du und alle, die diese Worte lesen und hören, sich daran erinnern und in stiller Zurückgezogenheit in ihrem Herzen die große Gnade betrachten, die Ich der Menschheit an diesem Tage geschenkt habe. Was wäre die Menschheit ohne diesen Geist, den Ich über sie ausgegossen habe an diesem Tag?

Ich lebe nicht nur in Meiner Kirche, der Ich durch die Priester euch vorgesetzt bin, sondern Ich lebe in jeder einzelnen Seele, die an Mich glaubt und ihr ganzes Vertrauen auf Mich gesetzt hat, die eingefügt ist in die große Kette Meiner Kirche.

Und man wundert sich, daß Ich mit dir rede, und daß Ich so auffallend mit dir rede. Man glaubt aber nur, daß Ich die ewige Wahrheit bin, und daß eher Himmel und Erde vergehen werden, aber Meine Worte nicht vergehen werden, und daß Ich am Pfingstfest unter Sturmesgebrause Meinen Geist in die Welt sandte, in Meine Kirche, und in jedes einzelne Glied derselben, um anzudeuten, daß Ich, obwohl Ich es hätte tun können, ohne auffallendes Geräusch, ohne ein sichtbares Zeichen, Ich es doch auch tun wollte unter einem sichtbaren Zeichen, wie Ich ja alles, was Ich in Meiner Kirche angeordnet habe, tue und tun will. Alle heiligen Sakramente, die in der Kirche ausgespendet werden, werden gespendet unter sichtbaren Zeichen oder Zeremonien. So ist es mit dem Geheimnis, das Meine Diener nicht verstehen wollen, wie Ich mit dir rede. Ich bin es, obwohl die Menschen deine Stimme hören, und dieses ist das sichtbare Zeichen, daß Ich es dir unter einem Leiden tue.

Das Brausen des Windes sollte die Menschen nur aufmerksam machen am heiligen Pfingstfest, daß hier etwas Außergewöhnliches vorgehe, daß hier ein anderer Geist verborgen sein müsse als nur ein gewöhnliches Ereignis der Natur. Siehe, Ich habe dir Anfang Mai gesagt, Ich wollte dich belehren, wie man Meine heilige Mutter verehren soll und Ich wollte Sie dir und allen, die es lesen und hören, zur Nachahmung vorführen. Heute will Ich dir zeigen, daß Sie wahrhaftig die Zuflucht der Sünder ist, die Hoffnung der Verlassenen, ein Schild der Unterdrückten. Ja, Meine Mutter, Sie ist die Zuflucht der Sünder, und weil noch zu keiner Zeit so viele Menschen in der Sünde gefangen lagen, im Schatten des Todes sitzen als gerade zur jetzigen Zeit, darum ist es notwendig, Meine Kirche hinzuweisen auf die Zuflucht der Sünder und Meine treuen Kinder anzuspornen, nicht müde und nicht kleinmütig zu werden, wenn sie sehen, daß alles noch fruchtlos und verloren scheint.

Ja, ja, Meine Mutter ist die Stütze und der Anhaltspunkt, worauf sich Meine Kinder und alle treuen Seelen stützen und anhalten müssen, um Seelen zu gewinnen, um Seelen zu bekehren und zurückzuführen. Ja, bestürmt nur Meine Mutter, Sie weiß schon die Wege zu ebnen, Sie weiß alles am rechten Fleck anzufangen, Sie hat Gewalt über Mein Herz. Ich habe dir gesagt, daß ein Damm soll errichtet werden. Der Damm sind die Menschen, die Beter, jene Christen, die noch lebendige Glieder Meiner Kirche sind, die, vereinigt mit dem Priestertum, durch Opfern, Sühnen und Bitten, Meine Mutter bestürmen – und mit Meiner Mutter vereinigt – Mein Herz bestürmen, um Seelen zu gewinnen.

Ich habe dir gesagt, daß die öftere Kommunion soll eingeführt werden, denn sie ist es, die die Schwachen stützen und aufrichten soll, die Verlassenen trösten, und an welcher die unterdrückten und von der Welt verachteten und zurückgesetzten Seelen eine Stütze haben sollen, und sie werden sie haben in Meiner Mutter und in Mir.

O es ist traurig bestellt mit der Menschheit und doch bin Ich zufrieden. Glaubst du, es wäre anders gewesen zur Zeit, als Ich auf Erden wandelte, und doch beirrte nichts Meinen Geist, nicht die Bosheit der Pharisäer, nicht der Leichtsinn des einfachen Volkes. Ruhig eilte Ich über die Weite Palästinas hin.

Mein Geist war beschäftigt mit Meinem himmlischen Vater und mit dem Wohl der Menschen. Rechts und links ließ Ich geschehen, was geschehen wollte, und Mein Herz war nur Tag und Nacht darauf bedacht, die Menschen zu retten, die Menschen zur Einsicht zu bringen, und doch schien alles vergebens! Siehe, wie es doch nicht alles vergebens gewesen war. Sieh, was Ich in Meinem sterblichen Leben nicht wollte sehen und durchführen, das wollte Ich sehen und durchführen in Meinem sakramentalen Leben, in Meiner Kirche durch Meinen Geist. So ist es, so wird es sein, solange die Welt steht! Darum, ihr Meine Diener, fahret fort in eurem Eifer. Seht ihr nicht, wie das kleine Häuflein sich um euch schart, wie der Himmel sich vereinigt mit der Erde, wie das heilige Pfingstfest sich mit jedem Festtag wieder erneuert in den Herzen der Menschen? O seid zufrieden, kümmert euch um jene, die sich außerhalb des Schiffleins Petri befinden, des Schiffes, dessen Ruder ihr zu führen und zu lenken habt; denn es kommt der große Tag, wo alles euch vergolten werden wird. Seht auf Mein Beispiel und auf das Beispiel Meiner heiligen Mutter und rettet, was zu retten ist!

Scheut keine Mühe, geht den verlorenen Schäflein nach, sucht sie auf in ihren Wohnungen, auf den Straßen, wo immer ihr sie nur finden könnt. Laßt euch achselzuckend behandeln, bespötteln und belächeln um Meinetwillen, denn auch ihr werdet siegen, wie Ich gesiegt habe durch eure Geduld. Gleichwie Mein Geist nur dann erst in die Herzen der Menschen eingehen konnte, als Ich einmal die Welt verlassen hatte und zu Meinem Vater zurückgekehrt war, so wird auch das Wort, das ihr redet, die Geduld, mit welcher ihr den Samen ausstreut, nur dann erst anfangen, Frucht zu bringen, wenn eure Gestalt sich zurückgezogen hat, denn diejenigen, die euch ein williges Gehör schenken, sollen gerettet sein; diejenigen aber, die es nicht tun, werden einem furchtbaren Strafgericht entgegengehen.

Darum, harret aus, Meine Kinder, fahret fort, euch anzuschließen an Meine Kirche und mit ihr zu leben, denn Ich verspreche euch, daß der Himmel auf Erden beginnen soll für euch und alle, die Meine Worte hören, die an Mich glauben, auf Mich vertrauen, die Mich lieben von ganzem Herzen, nicht, als ob ihr den Leiden enthoben sein sollt auf Erden, nein, aber gleich wie Meine streitende Kirche vereinigt ist mit der triumphierenden Kirche, so sollt ihr alle Leiden in Vereinigung mit Mir für gering achten, weil die Liebe Meines Herzens es euch auf tausendfältige Weise zu vergüten versteht. Versteht ihr Mich, Meine Kinder?

Diejenigen, die fest an Mich glauben, die Meine Gebote halten, sollen doch auch glauben, daß Ich sie liebe, und was heißt denn lieben? Lieben heißt wohlwollen. Also, wen Ich liebe, dem will Ich wohl Gutes erweisen. Somit sind die Leiden, die Ich ihnen zuschicke, Beweise Meiner Liebe.“

Barbara: „O mein Jesus! Wie gut bist Du, wie kann ich Dich denn genug preisen? O hilf mir denn auch, Dich in meiner Heimat zu verherrlichen, wenn ich nach A. gehe. O gib mir die Gnade, über all die Kleinigkeiten wegzugehen, die mein Herz bedrücken, um mich nur an Dich anzuklammern. O laß auch Luise mitgehen, damit sie meine Schwester trösten kann, gib ihr die nötige Gesundheit dazu.“

Jesus: „Nun ja, sie kann mitgehen. Sie soll nur über all die Kleinigkeiten weggehen, Ich werde sie schon kräftigen. Ja, gehet hin, genießet die Freude, denn Pfingsten ist ein großes Freudenfest für Meine Kirche. Sage dieses nur deinen Verwandten, daß es eine besondere Absicht Meines liebenden Herzens ist, daß Ich gerade das Pfingstfest gewählt habe, um euch zusammenzuführen, damit ihr euch in Mir erfreuen könnt.“

Barbara: „Ach lieber Heiland, ich habe mich so gekränkt, weil meine Schwester gerade Pfingsten kommen sollte, weil ich dachte, ich könne zurückgezogen in der Stille den Heiligen Geist besser verehren, und jetzt sehe ich, daß es gerade umgekehrt ist, daß ich auch andere antreiben soll, Ihn zu verherrlichen. O jetzt will ich mit doppelter Freude hingehen.

O Heiliger Geist, nimm hin den Dank Deines armen Kindes, nimm mich ganz hin, ich will mich ganz Dir schenken. O ich danke Dir für Deine weise Führung seit den letzten fünfundzwanzig Jahren und die meiner beiden Mitschwestern. O hochheiligste Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, wir sollen Dich auf ganz besondere Weise lieben und verherrlichen und verehren für alle Menschen. Hochgelobt seist Du ohne Ende. Ohne Ende wollen wir Dich lobpreisen. O mein Herz ist zu klein, die Freude zu fassen, die Wonne zu schildern, die es fühlt. O wie glücklich, einen Augenblick mit Demjenigen vereinigt zu sein, Der unser aller Haupt und unser Führer ist.“

Jesus: „Ja, dies ist der Himmel auf Erden. Begreift es wohl, ihr Menschenkinder, dies ist der Himmel auf Erden, einen Augenblick mit Ihm vereinigt zu sein.“

Barbara: „O ich meine wohl, es ist erst ein Augenblick und doch willst Du mich schon verlassen.“

Jesus: „Ja, weil Ich die Pfingstnacht wiederkommen will, um deinen Verwandten und allen Menschen zu zeigen, wie gut Ich bin, ein wie dankbarer Gott Ich bin Meinen armen Erdenkindern, daß Ich Mich euch unterwerfe. Siehst du, wie Ich vor euch krieche, vor euch, Meinen Kindern? Seht, das ist die Liebe Meines Herzens, daß ihr mit Mir machen könnt, was ihr wollt, daß Ich euer Gefangener bin, und doch wollt ihr es nicht annehmen, ihr Menschen. Ja, ja, ihr müßt es Mir gut tun, Meine Kinder. Deshalb habe Ich euch zusammengeführt. An euch will Ich Mich entschädigen. Ihr sollt es andern verkündigen, wie gut Ich bin. Seelen, Seelen will Ich retten, deshalb bin Ich unter euch im Allerheiligsten Altarsakrament, und ihr sollt Mir helfen durch das Band der Liebe; durch das Band der Liebe, das Ich unter euch geknüpft habe.“

  Inhaltsverzeichnis Band 1

76 Pfingstfest 1896

„Ja sieh, Mein Geist leitet die Kirche.“

Lied: Komm, Heiliger Geist...

Barbara: „O mein Jesus, wie danke ich Dir für all die Liebe, die Du mir armen Sünderin schon erwiesen und noch erweist, besonders für die große Gnade, die Du mir eben wieder gezeigt, daß Du mich in meine Familie geführt und wir an diesem schönen Fest alle beisammen sein können, um uns in Dir zu erfreuen. O mein Jesus, verzeih mir doch alle meine Sünden, besonders, daß ich so leichtsinnig und so gleichgültig war diese Woche.“

Jesus: Ja, siehst du, Meine Tochter, wie Ich belohne, siehst du, wie Ich die Menschen liebe. Die überschwengliche Liebe Meines Herzens ist es, die dich und die Deinigen zusammengeführt, die euch diese Freude bereiten wollte; denn Ich bin ein gar guter Gott, der Himmel ist Mein Erbteil, der Himmel ist Mein Reich, das Ich besitze, immer und ewig. Diesen Himmel sollen aber besitzen alle Geschöpfe, die Ich erschaffen habe zu Meiner Ehre und Freude und Verherrlichung, damit auch sie dieses Glück mit Mir teilen. Obwohl die Ewigkeit lange genug wäre, um diejenigen zu belohnen unter Meinen Kindern, die Mir treu dienen, so soll dieser Genuß schon hier auf Erden anfangen. Ich will den Menschen zeigen, wie gut Ich bin, wie gut Ich es mit ihnen meine.

Sieh, wenn nur ein Mensch guten Willen hat, wenn er nur Mich zu lieben wünscht, Meine Gebote zu halten verlangt, will Ich ihm mit Meiner Gnade zuvorkommen, er soll nicht mehr darben, nein, reichlich will Ich Meine Gnade ausgießen, Ich will ihm die Wege bereiten, daß er Mich findet, daß er Mir dienen kann. Ich will seinen Lebenspfad so erhellen durch Meine Gnade, daß er an allem vorübergeht, was ihm hindernd in den Weg tritt, daß er an nichts hängen bleibt, er soll seinen Fuß nicht anstoßen an einen Stein, nein, er soll die Steine sehen, die ihm gelegt werden vom Satan, von seinem eigenen Fleisch und von der Welt, damit er den Fuß hoch aufheben könne, um vorüberzukommen, ohne sich zu verletzen. Und so durchwandert er dieses Leben, das so verderbt geworden ist seit der Sünde, daß es ohne Kreuz und Leid nicht anders mehr geht. Aber sieh, Ich will, daß die Menschheit vereinigt werden soll mit Meiner Liebe, Ich will Mich mit ihnen vereinigen, um ihren Lebenspfad zu erhellen. Ich will sie begleiten durch dieses dunkle Erdenleben.“

Jetzt sehe ich die liebe Mutter Gottes. O meine Königin, o meine Mutter! Und jetzt winkt Sie mir zu.

Maria: „Ja, komm mit Mir, Meine Tochter! Ich will dich hinführen nach Jerusalem und dir zeigen, was das heilige Pfingstfest bedeutet. Ja sieh, hier sind wir versammelt, wir haben uns vereinigt in heiliger Liebe, in stiller Zurückgezogenheit, im Gebet, um uns vorzubereiten auf den versprochenen Heiligen Geist. Sieh, die Apostel, diese Nachfolger Meines Sohnes, diese anderen Christusse, die Er hinausschicken wollte in die Welt, um so Sein Volk zu belehren, das Ihn hinausgestoßen, das Ihn dem Tod überliefert hatte, das Er aber doch retten will wie alle Menschen. Sieh, was das Volk Meinem Sohn nicht geglaubt hat, das glauben sie jetzt, da Mein Sohn von ihnen hinweggegangen. Sieh dir diese armen Männer an, aus dem einfachen Volk, aus den untersten Schichten der Menschheit. Sieh, was sind sie so furchtsam. Aus Furcht vor den Juden haben sie sich verschlossen. Sie sollen die Welt bekehren; keiner getraut sich, vor einen einzigen Menschen hinzutreten und zu sagen, daß es der Sohn des lebendigen Gottes ist, den sie umgebracht haben.

Sieh, wie dieser Petrus vor einer armen Magd zittert. Und jetzt, jetzt siehst du, wie er hinaustritt auf die offene Straße, denn das Volk ist jetzt zusammengeströmt von dem Windesgebrause. Sieh, wie er sich nicht mehr scheut vor den Großen und Mächtigen der Erde, wie er den Zorn des gemeinen Volkes nicht mehr fürchtet. Er tritt hin vor die Menge und sagt ihnen ohne Furcht: Diesen, Den ihr hinausgestoßen und getötet, Er ist der Sohn Gottes, ihr habt einen Gottesmord begangen, ihr habt Ihn, Den eingeborenen Sohn Gottes, hinausgestoßen und dem Barabbas nachgesetzt. Siehst du, wo sind diejenigen, die ihn greifen wollen? Ja, ja, er läßt sich greifen, er läßt sich hinführen vor den Statthalter, aber er fürchtet sich nicht. Offen und frei bekennt er vor den Großen der Erde, wie vor der Menge, seinen Glauben. Sieh, und alles, was vorher dunkel war, was er nicht verstand: Alles ist ihm klar und nicht nur ihm allein, dem Felsen Petri, sondern allen, die zugegen sind, die guten Willens sind. Obwohl er nur in einer Sprache redet, verstehen alle seine Worte, denn er spricht die Sprache aller Sprachen, die Sprache Seiner Liebe.“

Jesus: „Meine Tochter, fürchte dich nicht! Ich werde durchführen, was Ich will. Du sollst sehen, daß sie erkennen, Wer dich leitet.“

Barbara: „O mein Jesus! O du Bräutigam meiner Seele! O sag mir doch, was der Bischof von M. von meinen Schriften hält, was er sagt. O mein Jesus, wenn ich es nicht wissen darf, verzeih mir diese Neugierde.“

Jesus: „Ja, das darfst du schon wissen, daß er sie studiert und gut studiert hat, denn er ist ein treuer Diener Meiner Kirche, und er ist ein Diener Meines Herzens, der Bischof von M. Er hat eine tiefe Demut, er hat auch einen lebendigen Glauben, und viele könnten von ihm lernen, obwohl er nicht erkannt wird in seinen Tugenden. Darum merke dir, er hat auch einen erleuchteten Geist, daß er dir es nicht anmerken läßt und du es nicht erfahren sollst, was er davon hält, obwohl er es gut auffaßt und in Wirklichkeit übersetzen läßt, das heißt, er wird es zur Tat kommen lassen, was er in den Schriften studiert. Nur soviel sollst du wissen: Mache dich bereit auf Widersprüche, du und deine beiden Freundinnen, aber harret aus. O seht doch, wie bald ist es vorüber, ist alles vorüber.

Seht, dreiunddreißig Jahre bin Ich unter euch gewandelt, dreiunddreißig Jahre habe Ich das Kreuz getragen und am Kreuz bin Ich gestorben, und sieh, nur noch kurze Zeit, und alles ist vorüber! Ist Mein Trost nicht mehr wert als die ganze Welt, sag, Meine Tochter? Sag, ob Du nicht - wenn Ich nicht mehr mit dir verkehren würde - ein Königreich dafür geben wolltest, um Mich wieder zu besitzen.

Barbara: „Ja, Mein lieber Jesus! Ja! Die ganze Welt soll Dir zu Füßen liegen. Und ich will lieber auf die Gunst aller Menschen verzichten, lieber verachtet und zurückgesetzt in dem letzten Winkelchen der Erde leben, aber Du sollst bei mir bleiben. Es ist zwar wenig, was ich gelitten, ich habe aber doch schon ein bißchen ausgehalten.“

Jesus: „Ja, Ich bin ja auch zufrieden mit dir. Alles, was du erduldet, das war nur, um dich auf den Weg zu führen, auf dem Ich dich haben wollte.“

Barbara: „O Herr, ich war eine große Sünderin und bin es jetzt noch. Kannst Du denn alle meine Sünden vergessen, hast Du mir denn alles verziehen, o Herr?“

Jesus: „Ja, du bist ein Mensch wie alle Menschen sind. Wenn die Menschen Engel gewesen wären, hätte Ich Mich nicht ans Kreuz brauchen schlagen zu lassen. Ich habe dir schon so oft gesagt, wenn Ich vergesse, warum vergißt nicht auch du? Und doch gefällt es Mir, daß du dich immer wieder an deine Sünden erinnerst. Ja, das tu nur, denn die Gnaden, die Ich in dir wirke, sind nicht dein Verdienst, du Erdenstäubchen, du Hand voll Staub und Asche. Sieh, wenn Ich Meinen Arm zurückziehe, wirst du zu Staub und Erde, von der du genommen bist, und ziehe Ich Meine Gnaden zurück, dann bist du schlechter als der schlechteste aller Menschen. Merk dir das wohl, Meine Tochter! Kein Stäubchen soll an dir hängen bleiben, bewahre nur die Demut!“

Barbara: „Mein Jesus, ja, deswegen habe ich immer so Angst, daß Du Dich zurückziehst, deswegen habe ich schon soviel in meinem Geist gelitten, weil ich weiß, wie schwach ich bin, wieviel ich noch hänge an Verwandten und an Kleinigkeiten. O reiß mich los, gib mir doch ein freies Herz, das sich um nichts mehr kümmert als um Deine Interessen. O wenn ich einmal frei sein werde, dann werde ich auch Deine Gnaden höher schätzen können. Ich bin immer so armselig und habe so Angst, daß ich noch einmal tief fallen werde. Es kommt mir vor, als stehe ich auf einem hohen Berg, und ich werde von da einmal tief hinunterstürzen.“

Jesus: „Du Tor! Wenn Ich dich an der Hand führe, darfst du auf einem hohen Berg stehen. Habe Ich dir nicht vor kurzem gesagt, daß du dich auf einen hohen Berg begeben möchtest, weißt du das schon nicht mehr? Hast du das schon wieder vergessen? Ich habe dir gesagt, daß du dich immer so betrachten möchtest, als stündest du auf einem hohen Berg, das heißt alles, was um dich herum vorgeht, unter deinen Geschwistern – weil Ich weiß, du hängst noch mit tausend Fäden an deinen Verwandten –, sollst du tief unten im Tal an dir vorüberfließen lassen, als ginge dich das gar nichts an.

Darum muß Ich so viel Nachsicht mit dir haben und muß dich immer wieder aufs neue belehren, du ABC-Schüler! Ich habe dir damals gesagt, wer auf dem Berg steht, der hat nichts zu fürchten, nicht den reißenden Strom, der unten im Tale fließt; er wird nicht mit fortgerissen; der Kot berührt ihn nicht; er steht auf einem hohen Berg. Das alles geht ihn nichts an. So sollst du tun, wenn der Sturm dich umtobt, wenn Unglücksfälle einkehren unter deinen Verwandten, deinen Geschwistern, weil du Mein bist und Ich es zulasse und zuschicke zum Besten deiner Anverwandten, um sie zu halten, um sie an Mich zu ziehen, und dieser Berg ist dein Herz. Da hinein sollst du flüchten, dort wohne Ich, dort ist Mein Aufenthaltsort.

Sieh, heute ist das Stiftungsfest Meiner heiligen Kirche. Den Grundstein habe Ich gelegt auf Kalvaria, als Mein Kreuz eingesenkt wurde in die Erde, in die sündenbefleckte Erde. Da wurde die Sünde getilgt durch Mein Blut, das vom Kreuz herniederfloß. Heute aber wurde Meine Kirche gestiftet, heute habe Ich Meinen Geist in sie hineingesandt, von heute an habe Ich Meine Gewalt, die Ich ihnen übertrug auf dem Ölberg, als Ich noch unter ihnen wandelte, in Kraft übergehen lassen, haben sie von Meiner Gewalt Besitz genommen, habe Ich sie ihnen abgetreten und sie ihnen übergeben.

Sie sind von heute an ein anderer Christus und werden es sein, solange die Welt besteht. Ja sieh, Mein Geist leitet die Kirche. Gut ist es für alle diejenigen unter den Menschenkindern, die sich unter der Leitung dieses Geistes befinden, und gut ist es für alle, die unter dem Segel des Schiffleins Petri gehen. O glückselig, ihr Kinder der katholischen Kirche! O haltet zu dieser Fahne, die euch vorangeht, zu der Kreuzesfahne, die euch vorangetragen wird, voran ist sie euch gegangen durch Mich Selbst, Ich habe sie hinaufgetragen auf Golgotha, voran wird sie getragen bei jeder Prozession, wo man Mich verherrlichen will, und – wenn man euch Mir übergeben wird – euch hinaustragen wird auf den Gottesacker.

O haltet zu dieser Fahne, die in diesem Schifflein weht, und führt recht viele herbei. O seht, wie Mein Herz lechzt nach Sühne. Warum komme Ich zu dir? Daß Seelen gerettet werden, viele, viele Seelen. Siehe, an jeder Seele klebt Mein Herzblut! Und siehe, wie der Zeitgeist alles mit fortrafft; siehe, wie er Mich hinausschafft aus der Jugend, aus Meinen Kindern. Siehe, wie die Jugend Mir entfremdet ist, wie sie Mich nicht mehr kennt, wie Ich aus der Schule hinausgestoßen bin. Gottlos wird die Jugend herangebildet.

Und jetzt sieh die Zeit, wo sie hinaustreten in das öffentliche Leben, aus dieser Jugend sollen Staatsmänner, Private, Beamte hervorgehen. Und sieh, wie dieser Geist von dieser Jugend hinausgetragen wird in das Klosterleben und auf die Throne. Siehe, wo bleibe Ich, ihr Herr und Gott, Der Ich sie erschaffen habe zu Meiner Ehre und Verherrlichung? Dies ist der Zweck, warum Ich mit dir rede. Sage es Meinen Dienern und allen, die an Mich glauben, daß die Zukunft nicht mehr Mir gehört und nicht mehr Mir gehören soll, daß sie Mir sollen entrissen werden, die in der Zukunft leben.“

Barbara: „O mein Jesus! O Du bist so traurig, o könnte ich doch hinausgehen auf die Straße; o hätte ich ein Herz, so groß und so weit, wie die ganze Welt, o könnte ich es in so viele Teile teilen, wie es Menschenherzen gibt, um zu bewirken, daß alle Dich erkennten und liebten. O könnte ich Dir doch Ersatz leisten für alle diejenigen, die Dich nicht lieben. O helft mir doch, meinen Jesus zu lieben, Er ist so traurig heute. Du hast mir doch versprochen, daß wir ein Freudenfest haben sollten, und nun sehe ich Dich so traurig.“

Jesus: „Ja, höre auf zu weinen, Meine Tochter! Siehe, Ich wollte dir nur Meinen Schmerz zeigen, den Mein Herz empfindet über den Undank so vieler Seelen, die Mich nicht mehr kennen. Siehe, Ich habe dir gesagt am Freitag, was die Liebe ist. Die Liebe ist Wohlwollen, und Ich habe den Menschen erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, Ich wollte ihm Meinen Geist geben, Mein Ebenbild aufdrücken, Mein göttliches Ebenbild. Und der Mensch hat Mich verlassen durch die erste Sünde, er hat den Paradiespfad umgewandelt in diese unwirtliche Erde. Der Weg, der Pfad, der zum Himmel führt, den die Menschen ursprünglich im Paradies wandeln sollten und auf dem sie ohne Schmerzen zu Mir gelangen sollten, ist nun einmal zerstört. Der Mensch hat ihn zerstört. Aber siehe, dies alles wußte Meine Allwissenheit und doch erschuf sie den Menschen und warum? Weil Ich, als die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, hinabsteigen wollte, diese Menschen zu retten und Selbst Mensch zu werden, um diesen Menschen den Paradiespfad, den sie sich verdorben, wieder zu ebnen, wieder herzustellen und den Weg, den sie sich verdunkelt haben, wieder zu erhellen. Und das habe Ich getan. Ich habe ihn wieder erhellt.

Siehe, das ist die ganze heilige Kirche, die Ich gestiftet. Das ist der Paradiespfad, auf dem die Menschen wandeln sollen dem Himmel zu, nicht ohne Leiden wie früher, aber doch so, daß sie das Leiden nicht mehr fühlen sollen, nicht mehr so, wie sie es fühlen mußten im Alten Bund. Denn jeder, der an Mich glaubt, jeder, der Mich liebt, soll so viel Trost in Mir finden, daß doch alles Kreuz und alle Mühe, die Ich ihm zuschicke zu seinem Besten, er mit leichter Mühe ertragen wird. Ich werde ihm so viel Trost in dieses Erdenleben hineinsenken, daß ihm alle Opfer und Mühen versüßt werden. Verstehst du Mich, Meine Tochter? Nicht, als ob seine Natur die Leiden nicht fühlte, ja er soll sie fühlen, denn der Mensch hat gesündigt, und die Gerechtigkeit muß gesühnt werden. Aber er soll so viel Trost empfinden in Mir, daß er all sein Leiden, all sein Elend bald wieder vergißt.“

Barbara: „O Du trostreicher Gott, Du Gott der wundervollen Liebe!“

Jesus: „Ja, Der bin Ich, ein Gott der Liebe, ein Gott der Liebe.“

Barbara: Jetzt kommt wieder die liebe Mutter Gottes! O wie schön! O wie schön! Lobpreis und Ruhm sei dem Lamm, das geschlachtet worden ist! Lobpreis und Ruhm sei dem König der ewigen Herrlichkeit! Dem König der Glorie! Lobpreis und Ruhm sei Demjenigen, Der da sitzt auf dem Thron! So schallt es von einem Ende zum andern. O hochheiligste Dreieinigkeit, sei gelobt und gepriesen in Ewigkeit. O ein Fest im Himmel, o welch ein Jubel, welch eine Freude!

Jesus: „Ja sieh, Meine Tochter, dieses Fest wird auf Erden begangen, und der Himmel stimmt mit ein, und es wird im Himmel begangen, und die Erde stimmt mit ein. Sieh, Himmel und Erde sind vereinigt im Jubel. Sieh, das sind die treuen Seelen, das ist Meine Kirche, all die Seelen, die sich mit dem Himmel vereinigen. Mit ihm stimmen sie ein und Mein Lob wird gesungen und die Ehre ersetzt, die Mir geraubt wurde. Verstehst du Mich? Das Paradies, das Ich erschaffen und das die Sünde zerstört, ist wieder hergestellt, und alle, die darin wandeln, die guten Willens sind, sollen die Augen auftun. O seht die Feste Meiner Kirche. Darum wollte Ich in dir reden, um diese Feste zu zeigen. O seht die Feste Meiner Kirche, auf diese will Ich die Menschen hinweisen. O die Feste Meiner Kirche!“

Barbara: „Ich danke Dir, o mein Jesus! O wie unendlich gut bist Du! O tut doch den Willen meines Herrn, helft mir doch, Seelen retten, helft mir, Ihn verherrlichen! Ich bitte dich auch für N.“

Jesus: „Ja, wenn der Mensch nach seinem Willen tun will, muß Ich ihn seinem Willen überlassen, denn Ich habe ihm den freien Willen gegeben, damit er wähle. Ich gebe, obwohl Ich die Versuchungen zulasse, doch auch hinlängliche Gnaden. Wenn der Mensch mitwirken will, kann er alles ertragen, auch N. sollte noch ein wenig zuwarten, Ich will sehen, was er gelernt hat.“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für N.“

Jesus: „Ja, der Kanal sprudelt reichlich durch diesen Meinen Diener, weil er ihm keine Hemmung entgegensetzt, und so will Ich, daß Meine Gnade durch ihn reichlicher fließe als durch andere, weil er Meinem Willen nicht entgegenstrebt. Denn die Priester sind die Kanäle, durch die Ich Mein Volk bewässern will. N. ist ein eifriger Diener Meines Herzens.“

Barbara: „O Herr, kriege ich denn heute gar keine Armen Seelen?“

Jesus: „Heute sollst du nichts geschenkt erhalten!“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für meine Schwester.“

Jesus: „Sie ist ja deine Schwester. Ich habe dir ja schon gesagt, daß Ich alle deine Geschwister bevorzugen will. Ich will es ihr gar nicht sagen, wie Ich sie liebe. Sie soll nur fortfahren wie seither, sie soll Mir ihr Herz bewahren frei und freudig, wie seither. Und nun lebt wohl, Meine Kinder! Grüße Mir ihre Oberin und alle ihre Schwestern. Ja, daran sollen alle erkennen, daß Ich es bin, ein Gott der Liebe; denn liebende Herzen will Ich zusammenführen, daß sie sich in Mir erfreuen, und das bist du und deine beiden Freundinnen. Ich habe dir gesagt, daß das Pfingstfest ein Freudenfest ist. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Am Dienstag baten wir den lieben Heiland, Er möge doch zum Trost der abreisenden Schwester, und weil auch eine andere hohe Persönlichkeit es gewünscht hätte, noch einmal kommen. Aber am Mittwoch nach der heiligen Kommunion sagte Er, daß Er nicht komme:

Jesus: „Erstens dir zur Beruhigung, daß du jetzt klar siehst, daß du dir solches nicht einbilden kannst, sonst hättest du ja deiner Schwester zulieb und dem Wunsche anderer zu Willen, es sich einbilden können, und zweitens deiner Schwester und all denen, die daran glauben, zur Beruhigung, damit sie sehen, daß dies keine Krankheit ist. Deine Schwester aber soll mit dem Trost in ihr Kloster zurückgehen, daß sie an der Echtheit, daß Ich es bin, Der in dir spricht, nie mehr zu zweifeln braucht. Sie soll nur fest glauben, daß weder sie noch du, noch andere, die daran glauben, Schaden leiden werden an ihrer Seele. Auch kann sie versichert sein, daß sie deinetwegen keine Schande erleben wird.“

(Die Schwester hatte nämlich Barbara mit den Worten empfangen: ,O Barbara, ich denke doch, daß in unserer Familie kein Betrug ausbricht.’)

„Die Schwester soll ihrer Oberin alles erzählen. Ihren Mitschwestern aber soll sie einfach sagen, daß Barbara krank sei und zuweilen Anfälle bekomme, woran sie plötzlich sterben könne.“

Am andern Tag, als Barbara über Familiensachen betrübt war, sagte Jesus:

Jesus: „Fürchte dich nicht, gehe über alles hinweg, zieh dich in dein Herz zurück, dort ist Mein Aufenthaltsort.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

77 Fünfter Freitag im Mai 1896

„Von Meiner Mutter sollen Meine Kinder lernen, den Weg zu Mir zu finden, die Tugenden nachzuahmen.“

Lied: Herr, Gott der Majestät...

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele! Vor allem danke ich Dir für all die Gnaden und Tröstungen, die Du mir in dieser heiligen Pfingstzeit hast zukommen lassen. Wie bist Du doch so unendlich gut, o einzige Liebe, o Liebe aller, die an Dich glauben und auf Dich hoffen, wie kannst Du alle Menschen beglücken, die es erfassen können? Himmel und Erde, Tag und Nacht, sind Verkünder Deiner Macht und Liebe. Heil und Segen und Fruchtbarkeit, alles, alles wird durch Dich bereitet.“

Jesus: „Ja, Ich kann sie beglücken, die Menschen, und Ich will es auch. Denn dies ist die Absicht Meines Herzens, indem Ich mit dir rede, will Ich nur beglücken. Siehe, jetzt ist der schöne Monat Mai, der Meiner Mutter geweiht ist, zu Ende, und es beginnt die Kirche den Monat zu feiern, der Meinem liebenden, menschlichen und göttlichen Herzen geweiht ist. Durch Meine Mutter gelangt man zu Meinem Herzen. Wunderschön hat es Meine Kirche angeordnet, daß diese beiden Monate nacheinander folgen – und wie der ganze Jahresverlauf von Meiner Kirche angeordnet und für Mich geweiht ist. Sieh, wie schön es ist, daß Meine Kinder von Meiner Mutter durch Meine Kirche in Mein Herz hineingeführt werden.

Von Meiner Mutter sollen Meine Kinder lernen, den Weg zu Mir zu finden, die Tugenden nachzuahmen, die Sie in Ihrem sterblichen Leben geübt hat, und die Sie jetzt noch übt und üben wird, solange die Welt besteht. Die Tugenden hören nicht auf, auch wenn die Menschen diese sterbliche Hülle abgelegt haben; sie werden nur in unendlich vollkommener Weise geübt in der triumphierenden Kirche. In der streitenden Kirche hier auf Erden sind sie immer nur unvollkommene Werke, unvollkommene Akte, und nur bei Meiner lieben Mutter waren sie vollkommen, weil Sie allein befreit war von der Erbsünde, weil kein Makel der Sünde an Ihr war.

Bei allen übrigen Menschen, mögen sie auch noch so sehr sich abmühen und auf jede mögliche Weise Mir zu dienen suchen, sind es doch immer nur fehlerhafte Menschen, solange dieses Fleisch sie umgibt, weil dieses Fleisch aus Adamshülle hervorging und sie deshalb schwach und armselig sind. Meine Mutter aber war durch ein besonderes Vorrecht befreit von der Adamsschuld und übte die Tugenden in heroisch vollkommener Weise.

Darum will Ich, daß alle Menschen auf das Beispiel Meiner Mutter sehen und verlange, daß Meine Kirche Sie von Tag zu Tag immer mehr Meinem Volke vorführe; denn sie ist die Vermittlerin aller Gnaden. Durch Meine Mutter sollen Meine treuen Kinder, die von ganzem Herzen sich zu Mir bekehren, die von ganzem Herzen Mir angehören wollen, hineingeführt werden in dieses liebende Herz, in diesen Feuerherd der göttlichen Liebe, das heißt, sie sollen gelangen zur Vereinigung mit Mir.

Weißt du, Meine Tochter, daß Ich so viele Kinder habe in Meiner heiligen Kirche, die Mir schon recht viel Freude machen. Das hast du gesehen auf der Reise. Ich habe dich mit vielen, recht guten Seelen zusammengeführt. Du hast dies gesehen unter all deinen Verwandten, das hast du auch gesehen unter jenen, die Meinem Herzen bisher fremd gewesen sind, der Familie N., und weißt du, daß Ich durch dich sie alle retten möchte. Deswegen habe Ich deiner Schwester die Anleitung gegeben, wem sie die Ehre zuerst schenken sollte in deinem heimatlichen Dorf. Jene Familie will Ich retten, für die du schon so viel gebetet hast, und sie soll gerettet werden durch Meine heilige Mutter. Ich habe dich hineingeführt zu jenen Klosterfrauen, und warum? Ei ja, um sie zu trösten, um ihnen den Weg zu zeigen, der sie allein zur Freude und zum Frieden führen wird.

Siehe, so habe Ich aber noch in der Welt gar viele Genossenschaften, gar viele Klöster, gar viele treue Kinder, die Mir rechte Freude machen, die aber immer noch mit tausend Ängstlichkeiten nicht einsehen wollen und können, wie gut Ich bin, weil sie Meine Stimme noch nicht gehört, die sie hören sollen durch dich, Meine Dienerin. Siehe, wie Ich sie alle liebe, siehe, wie Ich sie alle umfasse, siehe, wie Ich sie alle einschließen will in diesen Feuerherd Meines Herzens, Meiner göttlichen Liebe.“

Und jetzt sehe ich Meinen Herrn auf einem prächtigen Thron sitzen, und es geht das Pförtchen auf, das ich früher schon mehrere Male gesehen, und Er lädt die Menschen ein, durch das Pförtchen einzugehen.

Barbara: „Ja, mein Jesus, so bitte ich Dich denn auch um die Klosterfrauen meiner Schwester in erster Linie. O mein Jesus! Wie glücklich, wenn ich einmal wüßte, daß auch jene Oberin mit all ihren Mitschwestern sich anschließen würden an dieses glorreiche Band der Liebe, mit dem Du die Menschheit zu umschlingen wünschest.

O führe sie herbei, durch diese meine demütige Schwester. Trockne ihre Tränen, die sie um mich geweint, weil sie geglaubt, auch ich ließe mich bestricken von niederen Leidenschaften, von Stolz und Ehrsucht. Nein, mein lieber Jesus, nein, Du weißt, daß ich nur Dich allein will. Ich danke Dir, daß Du sie zur Überzeugung geführt hast. Jetzt bitte ich Dich auch für die Oberin, daß auch sie einsehe, wie groß Deine Güte ist.“

Jesus: „Ja, sie soll es erfahren, und mit ihr das ganze Haus. Sie soll aber wissen, daß man zuerst mit dem Weltgeist gänzlich brechen muß, mit der Welt, mit dem Geist des Fürsten der Finsternis, welcher der Weltgeist ist. Man muß nicht allzu ängstlich sein und den Geist prüfen, der wirkt, und nicht das elende Werkzeug beachten, durch die Ich wirken will. Man soll den Meister loben in Seinem Werk, und du bist ja doch nur das Werkzeug, durch die Ich andere herbeiführen will, um zu zeigen, wie gut Ich bin und wie sehr Ich wünsche, daß all diejenigen, die Mir einmal dienen, und die Mir auf vollkommene Weise dienen wollen, Mir auch dienen mit Freuden, mit freudigem Herzen; denn nur einen freudigen Geber liebe Ich!

Glaubst du Mir, daß Ich nicht umsonst es so gefügt habe, daß du Zutritt bekommst mit deinen Schriften in die Genossenschaft N., denn diese sind berufen, die höheren Stände zu bearbeiten, die besseren Familien heranzubilden, und was ist daran gelegen an diesem Völklein? Ja, ja, an diesem Völklein ist ja alles gelegen, denn diese Kinder, die unter Aufsicht der Klosterfrauen stehen, sollen die Frauen von den Staatsbeamten und Geschäftsleuten, sollen die Mütter von Priestern werden, denn Meine Kirche hört nicht auf. Sie will und soll noch fortbestehen und in ihr Mein Geist, und sieh, Ich habe dir gezeigt am heiligen Pfingstfest, wie entrüstet Ich bin und bange für die Zukunft, welch ein Schmerz Mein Herz überwältigt, wenn Ich in die Zukunft sehe.

Obwohl diese Klosterfrauen nur das weibliche Geschlecht zu bearbeiten und zu unterrichten haben, sage Ich dir aber doch, daß sie mehr zustande bringen werden als alle Lehrer der ganzen Kirche, alle weltlich gesinnten Lehrer, wenn sie von rechtem Geist beseelt, von inniger Liebe durchdrungen, und diesen Geist und diese Liebe mit heiliger Freude zu würzen wissen. Wo heilige Freude ist, da ist jeder Kummer gleich wieder vorüber, da ist jeder Schmerz, Ärger und Verdruß, der ihnen in der Schule von unbotmäßigen Kindern bereitet wird, gleich wieder versüßt und niedergekämpft, dieser ärgste Feind der Gesundheit, der lästigste aller Bedrücker des Seelenlebens, des höheren Seelenlebens, der nichts aufkommen läßt, keinen frohen Aufschwung in den Strapazen, die da schon auszuhalten sind in den Lehranstalten. Ist aber der Geist von heiliger Freude durchdrungen, von heiliger Liebe zu Mir gekräftigt, dann wird er über all die Kleinigkeiten weggehen, über all den Ärger und die Verdrießlichkeiten, die ihnen von allen Seiten reichlich zukommen von den unbotmäßigen Kindern, die ausgehen aus dem Weltgeist.

O ja, es ist eine schwere Aufgabe, solche Kinder zu erziehen, solche Kinder heranzubilden, aber Ich sage dir, Meine Tochter, es soll alles zustande kommen, es soll anders werden, wenn sie Meiner Stimme Gehör schenken, wenn sie von dem Geist durchdrungen sein werden, der durch dich spricht, sie sollen nicht mehr so früh dahinsterben, die Ich so sehr liebe und noch voranstellen will vor jene, die einzig und allein sich die Aufgabe gestellt, das vereinigte Leben mit Mir zu führen, weil diese mehr Seelen herbeiführen können durch ihr tätiges und beschauliches Leben, das sie miteinander verbinden müssen.

Weißt du, Meine Tochter, sie müssen es verstehen, das tätige mit dem beschaulichen Leben zu verbinden, und Ich verspreche ihnen, sooft sie aus der Schule gehen und sich zusammenfinden, sie sich nicht griesgrämig ihren Gefühlen überlassen sollen, sondern sie sollen in heiliger Liebe, in heiliger Begeisterung ihr Mittagsmahl, ihre Erfrischung, zu sich nehmen, und anstatt der üblen Laune nachzugeben, sich fröhlich aufheitern, ein fröhliches Liedchen zu Meiner Ehre singen und zu Meiner heiligen Mutter, und sich aufzuheitern suchen; sieh, dann wird die heilige Freude einziehen in ihr Herz. Ei, warum tun sie es denn anders? Bin Ich denn nicht mitten unter ihnen? Ich will ihre Herzen besitzen und Ich besitze sie; sind sie ja die Mir geweihten Bräute, haben sie ja doch den Beruf gewählt, der Mir noch andere zuführen soll.

Ja, auch sie sind berufen, die Kirche zu stützen, die Kirche zum Sieg zu führen, dem großen Ziel entgegenzusteuern, das Ich Meiner Kirche gestellt habe, um sie wieder empor zu bringen auf jenen Gipfel der Ehre, dem alle Völker es nicht absprechen können, daß dieses nur die einzig wahre Kirche sein muß, in der Mein Geist regiert. Und dies genug für heute. Sage N., daß Ich bereit sein werde, allen ihren Wünschen entgegenzukommen, wenn es nicht Meinem Willen zuwider ist. Sage ihr, daß sie sich tröste bis nächste Woche, die geeignet ist, Meine Liebe auszugießen.“

Als Luise noch was vorbringen wollte, wandte sich Jesus noch einmal um, um zu hören, was sie wünsche, sagte aber:

Jesus: „Für heute nicht, Mein Kind, bis nächstes Mal sei zufrieden!“

Am Vorabend des hochheiligsten Dreifaltigkeitsfestes erschien Barbara in der Kirche die liebe Mutter Gottes und zeigte ihr das Geheimnis der hochheiligsten Dreifaltigkeit. Es ist aber nicht möglich, ein Wort davon wiederzugeben. Auch sah sie im Himmel die Vorbereitungen zu diesem hohen Fest. Am Schluß sagte Barbara:

Barbara: „Ja, mein lieber Jesus, wie habe ich arme Sünderin denn das verdient?“

Worauf ihr gesagt wurde, das das nur eine Vorbereitung auf neue Leiden sei. Sie bestürmte gar sehr den lieben Heiland um Regen, erhielt aber zur Antwort, es würde nicht eher besser, bis das Volk in Vereinigung mit Seiner Mutter Sein Herz bestürme.

Inhaltsverzeichnis Band 1

78 Tag vor dem Fronleichnamsfest 1896

„Vergeltet Mir doch die Liebe, daß ihr freudig mit Mir leidet und freudig mit Mir liebt.“

Lied: Laßt Christen hoch den Jubel schallen...

Barbara: „O Du vielgeliebter, du allersüßester, gütigster Jesus! Bräutigam meiner Seele! O komme, suche mich heim in meinem Elend! Ist es denn möglich, daß Du unendlich großer Gott, unendlich heiliger Gott Dich würdigst, herabzusteigen zu uns armen Würmchen, zu uns armseligen Geschöpfen, die nicht wert sind, daß sie die Erde trägt, die nichts können als Dich beleidigen und sündigen?“

Jesus: „Ja, Ich komme, weil Ich unendlich gut bin! Ich komme, weil Ich die ewige Liebe bin. Weißt du auch, warum Ich komme? Ich will dir Meine Freude bekunden, die Freude, die Mich drängt, sie Meinen Kindern mitzuteilen, Meinen treuen Kindern. Sieh, morgen ist der Tag, wo Meine heilige Kirche einen Triumphzug aufführt, der Himmel und Erde erfreuen und beglücken soll.

Ich sage, einen Triumphzug; denn an diesem Tage siegt Meine Liebe über den Haß und die Verfolgung, die Meiner Kirche von allen Seiten zukommt. Satan knirscht mit den Zähnen und alle seine Helfershelfer, die sich mit ihm verbinden, um Mein Reich zu zerstören, und dieser Tag sagt ihm doch immer wieder aufs neue, daß die Pforten der Hölle Meine Kirche nie überwältigen werden.“

Barbara: „O mein Jesus, so laß mich doch und meine beiden Mitschwestern und alle, die sich im Geist mit uns vereinigen, um Dich anzubeten, um Dich zu lieben, um Dir zu dienen, ein Herz haben, das frei von jeder Anhänglichkeit an irgend etwas ist außer Dir , das sich hoch zu Dir emporschwingt und an Deinem Herzen ruht. O ja, laß uns ruhen, uns und alle, die Dich lieben wollen, ganz besonders den Bischof von M. und die Priester dieser Diözese, weil Du sie bestimmt hast, durch ihren Eifer, durch ihr tätiges Leben, das sie in Deiner heiligen Kirche entfalten werden, den Glauben zu erneuern. Ich empfehle Dir all die klösterlichen Genossenschaften der ganzen Welt, besonders... und N., die Du bestimmt hast, Dir treuer zu dienen, mitzuhelfen an dem großen Ziel, das die Welt retten soll.“

Als Barbara darauf für einige bat, sagte der Herr:

Jesus: „Sie sollen wohl bedenken, wie alles, was in der Welt geschieht und vor sich geht, Ich in Meiner allmächtigen Hand habe und zur rechten Zeit alles so lenken werde, wie es den Meinigen am dienlichsten und besten ist. Seht, Meine Kinder, wie kleinlich ihr seid! Seid ihr doch die Lieblinge Meines Hauses, eßt ihr doch das Brot Meines Tisches, wozu denn solche Ängstlichkeiten? Ja, das Kreuz sollt ihr tragen, denn ihr sollt ja Meine Schülerinnen sein. Aber seht, wie vieles ihr wirken könnt in der menschlichen Gesellschaft, denn in alle Schichten hinein gelangt eure Wirksamkeit: In den Ehestand, in den Priesterstand, in den Ordensstand. Ist es darum zuviel, wenn Ich euch ein Kreuz aufgebe? Gewiß nicht!

Es wird alles gutgehen, gut nach Meiner Meinung; denn alles, was Ich zulasse, ist immer gut und immer am besten, wenn es auch dem Menschen nicht immer so scheint, wenn man auch meint, es sei menschlich nicht gut. Wenn einmal der Schleier fällt, dann wird man sehen, wie wunderbar Meine Wege sind, und wie Ich alles zum Besten Meiner Kinder gelenkt, geleitet und zugelassen habe.

Sage nur immer deinen Untergebenen und arbeite darauf hin, Mir immer ein freudiges Herz entgegenzubringen, auch inmitten der Trübsale, auch inmitten der Arbeiten, des Schaffens, auch inmitten des Wirkens. Du sollst sehen, daß sie glücklicher sind, als sich mit all den Kleinigkeiten abzugrämen. O ihr Menschenkinder, seht ihr denn nicht, wie gut Ich bin! O so kommt denn, beglücket Mein Herz, o kommt und leistet Mir Gesellschaft, freut euch und frohlocket, denn groß ist euer Lohn im Himmel. O kommt an Mein Herz, singt Loblieder mit Mir Meinem himmlischen Vater, Der Mich zu euch hinabsandte, Der Mich euer Bruder werden ließ, um euch gleich zu sein, um Mich mit euch freuen zu können, um mit euch leiden zu können. Vergeltet Mir doch die Liebe, daß ihr freudig mit Mir leidet und freudig mit Mir liebt. O kommt, ihr Menschen, vereinigt euch mit Mir. Und du Kleine, komm, jetzt will Ich dir zeigen, welche Freude beginnt im Himmel, der einstimmt in den Triumphzug Meiner streitenden Kirche auf Erden.“

Barbara: Und ich sehe meinen Herrn inmitten Seiner zwölf Jünger, Seiner Apostel, und eine unübersehbare Menge, die sich alle herumdrängen um diesen Thron. Und Seine Mutter und eine Klosterfrau treten herzu; es ist die heilige Veronika Juliani. Diese dürfen Ihm am nächsten sein bei dem Triumphzug.

Jesus: „Du sollst wissen, Meine Tochter, was die Kirche auf Erden feiert, feiert die Kirche im Himmel, und Meine Mutter und Veronika sollen die nächsten sein am heutigen Fest, die Mich begleiten. Merk es dir und harre aus!“

Barbara: „Mein Jesus, Großer Gott, wir loben Dich...

O wie unendlich schön! O wie freue ich mich, heut bist Du ja so liebenswürdig, o mein Jesus! O ich sage Dir Dank im Namen aller Menschen, die Dich lieben, die Dir dienen, die nach Dir verlangen, und auch für jene, die Dich nicht lieben, die Dich hassen und leugnen. O daß mein Herz sich erweitern könnte, so groß wie die ganze Welt; o daß ich so viele Splitter verteilen könnte, wie es Menschenherzen gibt, die Dich nicht lieben. O mein Jesus! Ich muß Dich vorerst um Verzeihung bitten, daß ich so armselig war die ganze Zeit. O daß ich Dich doch lieben könnte, wie Deine heilige Mutter Dich liebt, wie Du Dich Selbst liebst. Und es gehen drei Strahlen aus Seinem liebenden Herzen aus auf eine jede von uns. Damit willst Du uns an Dich ziehen?“

Jesus: „Nein, Ich will eure Herzen erneuern, Mein Herz in das eurige ergießen. O entschädigt Mich für den Undank so vieler, die es nicht tun. Begleitet Mich morgen bei der Prozession alle drei, auch du, reiß dich heraus aus deinen Geschäften. Versage Mir deine Liebe nicht, denn sieh, Mein Herz ist verwundet, verwundet ist Mein Herz!“

Barbara: „O sieh, mein Jesus, ich bin bereit, Dir zu helfen, so gut ich kann; Du weißt, wie armselig ich bin. O gib mir Liebe, o gib mir Demut! O mein Jesus, Du weißt, wenn ich noch so guten Willen habe, gleich ist alles dahin, wenn eine Trübsal kommt. O hilf mir doch, daß ich Dich lieben könnte, wie Du es verlangst. O mein Jesus, gib allen, die Dich nicht anbeten, einen Strahl Deines Lichtes! O Du Geist Gottes, o Heiliger Geist, geh hin in alle Herzen, die Jesus nicht lieben, vertreibe die Finsternis in den Herzen der Sünder, vermehre in den Gerechten Deine Gnade, richte die Schwachen auf, halte die Schwankenden, daß sie nicht fallen. O meine einzige Liebe, o nimm mich mir, o gib mich Dir.“

Lied: Hochpreiset...

Jesus: „O sage es allen Meinen Kindern, wie sehr Ich sie liebe.“

Barbara: Und ich sehe Sein Herz in einer Flamme und das unsere in Ihm verschmolzen.

Jesus: „Das ist der reine Glaube, die Seele, die alles glaubt, die alles umfaßt, was Meine Liebe ihr darbietet, die glaubt, daß Ich wirklich die Liebe bin, und daher steige Ich zu ihr hinab und nehme Besitz von ihr. Sie tritt ein in Meine Geheimnisse.“

Barbara: „O mein Jesus, wie unendlich gut bist Du! Du hast mir alles genommen.“

Jesus: „Sieh, dies ist der Besitz Gottes. Wer Gott besitzt, der hat alles. Sage Mir, was hast du noch zu wünschen?“

Barbara: „Nichts, Herr! Ich habe alles in Dir. Möchtest Du doch all denjenigen, die Dich aufrichtig suchen und verlangen, den Frieden und die Freude verleihen, die Du mir zuteil werden läßt. O die armen, armen Menschen! O könnt ich sie doch alle herbeiführen und ihnen sagen, wie gut Du bist, o wie unendlich gut, o wie glücklich.“

Jesus: „Ja sieh, dies ist der Besitz Gottes, und doch ist dies erst der Anfang.“

Barbara: „Ich verstehe das nicht, wie das ist, ich bin in Dir und Du in mir.“

Jesus: „Dies braucht keine Erklärung, dies muß die Seele kosten, und wundere dich nicht, daß es so viele nicht begreifen.“

Barbara: „Ja, wir können Dich also entschädigen, wir armseligen Würmchen?“

Jesus: „Ja, das könnt ihr! Und nun, Meine Kinder, aus Rücksicht auf euch verlasse Ich euch jetzt!“

Nachtrag: Folgendes war ausgelassen:

Jesus: „Sage Meiner Tochter, daß Ich sie liebe, und daß Ich sie eingeschlossen habe in Meinem Herzen, und daß Ich es bin, Der sie erwählte, die Vorsteherin dieses Hauses zu sein, und daß sie dieses Joch, das Ich ihr auferlegt habe, nur mit mehr Freude tragen soll. Sonst hat sie Mir nichts zu bringen als ein freudiges Herz. Sage ihr, daß Ich nicht auf die Kleinigkeiten sehe, denn das ist es, was sie beunruhigt, daß die Absicht immer das Werk heiligt, und da beim Ankauf dieses Hauses ihre Absicht eine gute gewesen, das soll sie beruhigen. Daß es nicht nach ihrem Wunsch und Willen gleich vorwärtsging, das hat eine ganz andere Bedeutung: Erstens ist der Mensch, wenn er auch noch so weit in der Tugend fortgeschritten ist, doch immer noch Mensch, und es hängen immer wieder Anhängsel an ihm, die Meine Ehre berauben.

Das Anhängsel, das ist die Eigenliebe, und um sie von all diesem zu befreien, muß sie erst diese Prüfung bestehen. Ich will dadurch die Herzen vieler läutern. Die Schwester NN. kann dort mehr wirken als in ihrem Mutterhaus; denn jene, die diesem Werk vorsteht, kann dabei viele Tugenden üben, mehr als wenn sie im Mutterhaus sich befände. Das Herzleiden, das sie niederdrückt, ist nichts als allzu große Ängstlichkeit, weil sie sich fürchtet, Mich zu beleidigen, zu betrüben. Sage ihr aber, Meine Tochter, sage dieser deiner geistlichen Tochter, daß Ich mit ihr zufrieden sei. Sie soll nur die Interessen dieses Hauses wahren, bis es Mir gefallen wird, es anders umzugestalten.

Der Prozeß wird ein gutes Ende haben und in jenes Haus, das ihr so viel Kummer macht, möge sie eine andere Oberin hinbeordern und diejenige, die dort ist, in ihr Mutterhaus zurücknehmen. Wegen der Kapelle soll sie noch warten, bis ihr eine Last abgenommen, eine bestimmte Frage gelöst ist. Dann soll sie wieder die andere beginnen und nur mutig voranschreiten.“

(Dies alles ist in Erfüllung gegangen.)

Inhaltsverzeichnis Band 1

79 Fronleichnamsfest 1896

Als die Prozession auszog und in die Schusterstraße einbog, sah Barbara in gleicher Richtung mit der irdischen Prozession die überirdische; Jesus umgeben von Seinen zwölf Aposteln und Millionen von Engeln umherschweben. Jesus würdigte Sich herniederzusteigen und geraume Zeit neben Barbara zu wandeln, welche Ihm sagte:

Barbara: „Wie kommt es doch, daß Du, o großer Gott, Dich so tief herablässest zu mir armseligem Geschöpf?“

Jesus: „Glaube Mir nur, so wie Ich Mich in der heiligen Hostie vervielfältige, um in allen Tabernakeln der Welt zu wohnen, ebenso vervielfältige Ich Mich heute, um neben jeder Seele einherzuschreiten, die Mich mit Verlangen sucht und mit Liebe und Vertrauen Mich begleitet.“

In Straßen und an Häusern, wo weniger geziert war, zog Sich Jesus zurück und ließ Sich nicht so klar sehen, ebenso die himmlische Prozession.

Inhaltsverzeichnis Band 1

80 Samstag in der Fronleichnamsoktave 1896

„Weder die Bosheit der Hölle noch die List der Weltenkinder kann Meiner Liebe widerstehen, die Ich ausgießen will in diesen Tagen.“

Lied: Laßt Christen hoch den Jubel schallen...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament des Altares von nun an bis in Ewigkeit! O mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für alle Gnaden und Wohltaten. Verzeih mir, daß ich so nachlässig und undankbar war. O mein Jesus, Du Liebster meines Herzens!“

Jesus: „Ja, Ich komme, um die letzten Belehrungen fortzusetzen, die Ich dir gegeben habe. Siehe, Meine Tochter, die freudenreichste Zeit und die glorreichste und triumphierendste für Meine heilige Kirche ist diese Oktav, wo sie das Fest Meines hochheiligen Fronleichnams begeht. Sieh, wie Meine treuen Kinder sich aufraffen und sich um Mich versammeln, wie alle Herzen Mir warm entgegenschlagen, wie Liebe um Liebe sich eint, um Mir zu dienen, um Mir Freude zu machen, und das ist der Triumph, den Ich mit Meinen Kindern feiere über die Hölle, über die Welt und über die Sünde, welche die Erde überflutet. Siehe, in dieser Oktav feiert Meine Liebe ihren Triumphzug. Denn nichts, weder die Bosheit der Hölle noch die List der Weltenkinder, kann Meiner Liebe widerstehen, die Ich ausgießen will in diesen Tagen über Meine treuen Kinder. Niemand wagt es, ihren Lauf zu hemmen.

Und Ich sage dir, es steht nicht so schlimm mit Deutschland. Seht ihr, Meine Kinder, wie die Liebe im Wachstum begriffen ist, wie die Liebe zu Mir im Allerheiligsten Altarsakrament von Tag zu Tag sich mehr emporschwingt, und das ist der Rettungsanker, durch welchen Deutschland gerettet wird. Mögen Meine Diener fortarbeiten und nicht müde werden, Meine Kinder herbeizuführen zu der Quelle des lebendigen Wassers, die Ich bin im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Mögen sie nicht müde werden die Kanäle hineinzuleiten, um die Herzen zu begießen, zu bewässern.

Das Erdreich ist aufgelockert und das Gedeihen geht vorwärts, die Früchte der Tugenden reifen, und der Baum Meiner Kirche schmückt sich von Tag zu Tag herrlicher mit neuen Früchten. Drum komme und teile die Freude mit Mir. Laß es dir nicht zuviel sein, daß du mit Mir und für Mich leiden sollst diese Woche. Ich will es nun einmal so, und wenn du es jetzt auch nicht ahnst, was dir bevorsteht, so will Ich dir zu wissen geben, daß du es nie zu bereuen haben wirst, Meiner Stimme gefolgt zu sein, nur will Ich es dir verbergen, damit du mehr verdienen kannst; denn im Glauben zu leben, das macht den Verdienst der Menschen aus.

Wenn die Menschen einmal zum Schauen gelangt sind, hört das Verdienen auf. Aber sieh, belohnen will Ich dir es jetzt schon dadurch, daß Ich so manche Herzen erfreuen will mit den Belehrungen, die Ich dir gebe. Sieh, mit welcher Sehnsucht man Meinen Worten lauscht. Ich danke dem Bischof von M. für seine Güte, Ich werde es ihm zu belohnen wissen. Ich danke allen denjenigen, die sich Mühe geben, die Worte, die Ich zu dir rede, zu verbreiten unter ihren Mitbrüdern und Arbeitern in Meinem Weinberg. O würden doch alle sich anschließen und sich begeistern lassen, für Meine Ehre zu eifern! Nie werden sie zur Rechenschaft gezogen werden dafür, daß sie geglaubt; denn man glaubt hier in diesem sterblichen Leben nie zuviel, aber immer zuwenig!

Wenn die ganze Welt aufsteht und alle Menschen in ihr, um Meine Ehre zu fördern, um Meinen Ruhm zu vermehren, um den Glauben an Mich tiefer in den Menschenherzen zu begründen, so wird das alles noch nicht ausreichen, die Weite, die Größe, die Tiefe Meiner unendlichen Liebe zu ergründen, die Ich zu dem Menschengeschlecht trage. Darum sage Ich dir, daß man nie zuviel glaubt von Meiner Güte zu den Menschen und Meiner Liebe, aber immer zuwenig. M. soll es gutgehen auf seiner Mission. Ich will ihn kräftigen, du brauchst keine Angst um ihn zu haben.“

Luise: „O gib doch auch, daß N. N. glauben, damit sie auch an den Gnaden teilnehmen.“

Jesus: „Sie glauben doch, wenn sie es auch vor dir verbergen. Sie haben auch viel zu tun, daß Ich es ihnen nicht so hart nehme. Ja, es gehört schon eine tiefe, tiefe Demut dazu, um zu glauben, daß Ich mit einem so armseligen Geschöpf verkehre wie du, und doch ist es so! Die Menschen sollen es nur alle probieren und so tief hinabsteigen, wie du hinabsteigen mußtest um Meinetwillen. Sie sollen sich alle Mühe geben, welchem Stande sie auch angehören mögen, und sehen, wie gut Ich bin!

Wie mußte Ich dich bearbeiten, welche Wege mußte Ich mit dir einschlagen, und du hast nichts dabei getan, als ein gefügiges Werkzeug in Meiner Hand zu sein. Du ließest dich von Mir leiten, behämmern, du ließest dich verachten und verspotten, und dies mit all denen, die mit dir in Berührung kamen, und dadurch hast du die große Gnade verdient, daß Ich Mich würdige, zu dir hinabzusteigen. Das sollen sich alle merken! Nicht dadurch, daß man geehrt sein will vor den Menschen, erlangt man Gnade von Mir und auch nicht dadurch, daß man denkt, das könne Einbildung sein. Nein, Ich habe gelehrt in Meiner Kirche, daß die Vernunft sich dem Glauben unterwerfen muß, denn wahrhaftig, wer zu Mir kommt, der soll nicht mehr hungern, der soll nicht dürsten; Ich bin die Quelle des ewigen Lebens, und wer aus dieser Quelle schöpft, kann nicht irregehen. Wenn sie nicht glauben wollen, daß Ich mit dir verkehre, so sollen sie doch glauben, daß Ich mit ihnen verkehren will. Sie sollen hingehen, wo sie Mich finden, dort will Ich persönlich mit ihnen sprechen, dort will Ich Mich ihnen mitteilen wie dir. Das sage allen jenen, die nicht recht glauben wollen.“

Barbara: „Ich sehe heute immer die Monstranz, das hochheiligste Sakrament des Altares. O mein Jesus, warum denn?“

Jesus: „Ja, weil dies das Zentrum ist, um das Meine Kinder sich scharen in dieser Woche, das heiligste Blut, das ausströmt in alle Glieder Meiner Kirche. Alle, die Mich genießen in dieser Woche, sollen ganz besonders die Gnade erlangen, daß sie wachsen in Meiner Liebe, zunehmen im Glauben an Meine Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament, denn diese Woche ist eine Betätigung des Glaubens.“

Barbara: Christus hat Sich uns genaht, kommt, laßt uns Ihn anbeten! „Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altars, von nun an bis in Ewigkeit!“ Und jetzt sehe ich, wie so viele himmlische Geister sich um das hochheiligste Sakrament scharen.

Jesus: „Ja, das sind Engel im Fleische, das sind jungfräuliche Seelen, die sich ganz Mir geweiht, und die mit besonderer Liebe und Verehrung sich hinopfern, um Mir zu gefallen. O glückliche Seelen!“

Und jetzt sehe ich wieder eine andere Schar, die das Allerheiligste Sakrament umringen, die Apostel.

Jesus: „Ja, das sind die Arbeiter in Meinem Weinberg, die Priester der katholischen Kirche, wie sie sich scharen um Mein Heiliges Sakrament; das sind jene, die sich recht beteiligen, die Anbetung, die Abbitte und die Sühneandacht zu verbreiten in ihrer Gemeinde, die ihre Gemeinde herbeiführen zu Mir.“

Und ich sehe wieder eine Schar sich nahen und sich flüchten vor das Allerheiligste Sakrament, und es sind alle Stände vertreten, jeden Alters, jeden Geschlechtes.

Jesus: „Es sind jene Familienväter, Familienmütter, die ihre Kinder in Meiner Gottesfurcht und in der Liebe zu Mir erziehen, ihre Kinder Mir zuführen, die sie anhalten, Mich oft und würdig im Allerheiligsten Sakrament zu empfangen. Ja, das sind die drei Klassen von Menschen, die Mich ehren und verherrlichen, die Mir Sühne und Abbitte leisten für alle jene Meiner Kinder, die Ich erschaffen, und die Mich von sich gestoßen; das sind jene, um derentwillen Ich den Schmerz vergesse, den Mir jene antun, die Mich hinausgestoßen haben aus ihrem Herzen, das sind jene, die Mir die Wunde heilen, welche jene Mir geschlagen.

O kommt, ihr Menschenkinder, sehet wie gut Ich bin, wie gern Ich unter euch wohne, mit welcher Sehnsucht Mein Herz schlägt Tag und Nacht zu euch, Meinen treuen Kindern! Sehet, wie Ich Mich sehne, Mich mit euch zu vereinigen! Kostet, wie süß der Herr ist! O geht hinaus, ihr Meine treuen Kinder, in die gottlose Welt, sagt euren Brüdern, wie gut Ich bin, sagt euren Schwestern, die Mich vergessen haben, Mich ihren Gott und Herrn, der Ich den Himmel verließ, der Ich dreiunddreißig Jahre unter euch gewandelt bin, der Ich Mein Herzblut für euch hingegeben, sagt ihnen, daß sie Mich von sich gestoßen haben, daß sie doch wieder herbeikommen, Mich zu lieben, daß sie sich flüchten unter Meine Fahne.

Teilet Meinen Schmerz! Seht, wie Mein Herz aus Liebe bersten möchte in diesen Tagen, wie Ich Mich hingebe für euch durch die Kanäle, die Ich hineinleite durch Meine Diener unter euch, Meine Kinder! O kommt, schöpfet mit Freuden aus der Quelle! O wenn nur eine Seele sich mehr bekehrt in diesen Tagen, es ist wohl der Mühe wert, daß Meine Diener sich abmühen; denn an jeder Seele klebt Mein Herzblut. Und nun lebe wohl, Meine Tochter, und sei zufrieden mit deinem Schicksal, mache die Wände deines Zimmers zu deiner Kirche und begnüge dich, daß du andere erfreuen kannst, wenn du auch zurückstehen mußt. Und wenn Ich wieder komme, will Ich dich belehren über den Wert Meines kostbaren Blutes.“

Beim Abschied warf Jesus dem Schwager von Barbara einen freundlichen, vielsagenden Blick zu.

Inhaltsverzeichnis Band 1

81 Donnerstag vor dem Herz-Jesu-Fest 1896

„Und Ich sage dir, daß Deutschland gerettet werden wird.“

Barbara: „Preisen will ich Dich aus meinem ganzen Herzen, all die Wunder will ich erzählen. Rühmt euch im Namen des Herrn. Es freuen sich von Herzen diejenigen, die Dich, o Herr, suchen. Mein Herz ist entbrannt in mir und in meiner Betrachtung ist mir ein Feuer aufgegangen. O mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Vor allem muß ich bitten wegen meiner Armseligkeit. O kannst Du noch eine Freude haben an mir? O mein Jesus! Ich bin noch viel weniger als die Letzte in der Stadt M., ja, wie die Letzte in der ganzen Welt, wenn Du Dich zurückziehst; denn ich mag, ich will, ich kann nicht. Alles hilft da zusammen, daß ich nichts bin.“

Jesus: „Ja, du hast recht, Meine Tochter! Dich zu verdemütigen, es ist wirklich am Platz. Du mußt aber wissen, daß Ich dich zum Werkzeug erwählt habe, durch die Ich der Welt zeigen will, wie gut Ich bin, und daß nicht du es bist, die in dir wirkt. Freilich bist du ein armseliges Werkzeug in Meiner Hand, aber gerade daran soll die Welt erkennen, wie unendlich gut Ich bin, wenn Ich, der große Gott Mich würdige, einzugehen in ein so armseliges Geschöpf, wie du es bist, um in dir zu reden. Daran sollen alle erkennen, daß Ich niemand verwerfe, daß Ich niemand verderben will, daß Ich alle zu Mir emporheben will, wer nur nach Mir seufzt und verlangt. Jetzt komm, Ich habe dir gesagt am Samstagabend, daß Ich dich belehren will über den Wert Meines kostbaren Blutes, und das sollst du heute wissen, du sollst nicht Mir vorgreifen, du sollst nur Mir ein freies Herz entgegenbringen. Ich weiß wohl, daß dir lieber wäre, den Predigten nachzulaufen.

Ja, du tust recht, die Predigten hochzuschätzen und danach zu verlangen; denn es ist Mein Wort. Ich verlange aber von dir, daß du auch Mein Wort hörst, das Ich in dir reden will. Warum grämst du dich und möchtest weglaufen? Ich bin es, der die Zeit bestimmt, wann du Mein Wort anhören sollst und nicht du. Also schlage dir dies aus dem Sinn, und höre Meine Worte, wann Ich es will! Siehe, dreiunddreißig Jahre bin Ich gewandelt unter den Menschen, dreiunddreißig Jahre bin Ich hinabgestiegen auf der Leiter der Demut, bis auf die letzte Sprosse, wo Ich am Kreuz verblutete.

Alles habe Ich getan für Mein Volk, um es zu retten, um Mein Volk an Mich zu ziehen. Für jede einzelne Seele, die da erschaffen ist, hätte Ich getan, was Ich getan für alle! Soviel ist eine Seele wert; denn sie ist ja das Ebenbild Meines himmlischen Vaters. Soviel ist aber auch jeder Tropfen Blutes wert, den Ich vergossen habe für jede Seele. An jeder Seele klebt Mein Herzblut, und sieh, sie sollen verlorengehen, sie sollen Meinem Herzen entrissen werden, diese so teuer erkauften Seelen? Sieh, wie Satan sein Reich ausbreitet auf der Welt! Sieh, wie nichts gescheut wird von seinen Helfershelfern durch Wort und durch Beispiel und durch Schriften, um die Menschen zu entfernen von Mir, um die Menschen Mir zu entreißen, Mir zu entfremden.

Sie haben es fertiggebracht, die Schulen Meiner Kirche zu entfremden, die Schulen zu entchristlichen, Mich hinauszuschaffen. Sieh, wie Ich hinausgedrängt werde. Und Ich soll zusehen, daß Meine Diener tun wie die Diener Satans? Offen und frei sollen sie Meine Rechte verlangen von jenen, denen Ich Gewalt gegeben habe auf Erden, von den Mächtigen der Welt, jene sind ja nur die Mächtigen der Finsternis. Diese aber, Meine Diener, sie sind die Mächtigen des Lichtes, und sie wissen es nicht. Ihnen habe Ich Meinen Arm gegeben, daß sie Meine Gewalt gebrauchen sollen, die Menschheit Mir zuzuführen. Warum stehen sie da zitternd vor solchen, die zwar den Leib töten, der Seele aber nichts anhaben können?

Die Jugend ist Mir entfremdet und nicht eher wird es anders, wird ein anderer Geist herrschen, bis die Jugend Mir wieder zugeführt ist, bis die erste Stunde in der Morgendämmerung die Meinige ist, das heißt, die erste Stunde dem Religionsunterricht geweiht ist. Mein Volk soll in der Religion fortschreiten und nicht in liberalen Wissenschaften, in Dingen, welche die meisten Menschen nicht gebrauchen können, ihr ganzes Leben hindurch. Aber da Mein Volk bestimmt ist, den Kreuzweg zu wandeln und alle den Kreuzweg zu gehen haben, so braucht es viel Kraft und Stärke.

Das Paradies ist verlorengegangen und nie, nie wird es wiederkehren, außer bei jenen, die Meiner Stimme folgen, die Mich suchen. Ich sage dir, das Paradies wird wiederkehren bei jenen Seelen, die glauben, daß Ich es mit ihnen halte, daß Ich bei ihnen bin, und dies ist es, was den Paradiesweg – obwohl er ein Kreuzweg ist – so versüßt. Denn Ich werde ihnen all die Leiden, die Ich ihnen schicke, die jeder zu ertragen hat wegen der Adamsschuld, so versüßen und so erleichtern, daß sie selbige nicht fühlen sollen. O sage es Meinen Dienern, o sag es allen, die Mich lieben, o sag es Pater Bonifaz, er möge sich doch aufraffen und anschließen an dich und an deine beiden Mitschwestern.

O sage ihm, daß Ich ihn nicht aus Mainz wegführe, bis er sich ganz an euch anschließen und überzeugt sein wird, wie gut Ich bin. Denn Ich liebe ihn und habe Mitleid mit ihm, und vieles geht aus und durch ihn über in viele andere Geister, in andere große Geister. Er kann viele beeinflussen hier in dieser Stadt, wenn er es auch in seiner Demut nicht erkennt und nicht ahnen will. Deswegen will Ich ihn aber auch nicht fortführen.“

Dann gab Jesus verschiedene Ratschläge für eine Genossenschaft:

„Siehe, was Ich diesen rate und wie Ich ihnen in allen Nöten und Zweifeln helfe, so will Ich dasselbe tun für alle diejenigen, die in diesem Fach sich bewegen, welche die Jugend zu beeinflussen und zu leiten haben. Ach brächten sie Mir doch den Glauben entgegen, den Ich unbedingt verlangen muß. O es ist so nötig, daß die Vorgesetzten wissen, wie es mit der menschlichen Gesellschaft bestellt ist, wie unbedingt ein Damm errichtet werden muß, wie Ich es Meiner Dienerin angegeben habe, der dem Übel geradezu entgegenwirkt und entgegengestellt wird.

Der Zeitgeist soll und muß verändert werden, eine andere Luft muß wieder wehen, eine warme Südluft; die Herzen müssen wieder von neuem Glauben belebt, angefacht und erwärmt werden, und das können nur die Priester der katholischen Kirche zustande bringen und alle, die mit ihnen in Verbindung stehen und treten, das sind die klösterlichen Genossenschaften, die frommen Seelen, die überzeugt sind von Meiner Güte. Gläubige Seelen, freuet euch, ja freuet euch! Kommt und schöpfet mit Freuden aus den Quellen des Erlösers, schöpfet mit Freuden aus Meinem Herzen, ihr Meine treuen Kinder, helfet Mir Seelen gewinnen, mit Meinen Dienern dem großen Ziel entgegengehen, arbeiten im Weinberge Meines Vaters, die Jugend Mir gewinnen!

Deinem lieben Schwesterchen sage aber, daß sie sich nicht gräme über so Kleinigkeiten, daß sie meint, sie liebe Mich nicht. Ja sage ihr, daß sie Mich liebt und Ich sie liebe, diese liebe, arme Kleine; denn sie ist ja deine Schwester. Zwei Schwestern seid ihr Mir, zwei Zwillingsschwestern Meines Herzens, und so kommt denn zu Meinem Herzen und erwärmt euch! Siehst du nicht, wie der Herd glüht? Siehst du nicht, wie er hoch auflodert, wie die Flammen aufsprühen in die Herzen der Menschen? Ja siehe!“

Barbara: Und ich sehe einen Feuerherd so groß, so groß; und es ist, als wenn alle Blasebalge der Welt hineingeblasen würden in dieses Feuer, und es sprühen rundum die Funken aus in alle Welt, in die ganze Welt hinaus, und ich sehe so viele Menschen, die da stehen mit offenen Herzen. Das Herz ist geöffnet, und sie nehmen alle auf die Funken.

Jesus: „Ja sieh, dies sind alle jene Seelen, die ihr Herz der Gnadensonne geöffnet halten, deren Herzen Mir entgegenschlagen.“

Barbara: Und wir sitzen ganz nah bei diesem Feuer. Und ich sehe den Pelikan-Schreiber, der lagert und stützt den Kopf mit dem rechten Arm und auch Pater Bonifaz, und ich sehe auch unseren Bischof, unseren Pfarrer und unseren Kaplan und so viele Priester, und sie sind alle so beschäftigt um dieses Feuer herum, alle sind da, es wimmelt von Priestern; o mein Gott!

Jesus: „Ja, das sind alle diejenigen, die in Meinem Herzen, ob mehr oder weniger, alle von lebendigem Glauben, von besonderer Liebe, durchdrungen sind und eifern für Meine Ehre. Sie sind reine Priester, sie sind würdige Gefäße, keusche Verwalter des übertragenen Amtes.“

Barbara: Ich sehe auch viele Genossenschaften herbeiziehen, alle ziehen herbei.

Luise: „O Herr, ich bitte, laß auch diese hinzukommen.“

Jesus: „Auch sie ziehen hinzu, sie alle glauben an Mich, und es kommt noch die Stunde, wo sie noch mehr glauben, wo sie auch mit dir in Verbindung treten, sorge dich nicht! Ich habe hier in Mainz einen mächtigen Arm in Meinem Diener, dem Bischof von Mainz. Laßt ihn nur, diesen Meinen demütigen Diener, laßt ihn nur arbeiten im stillen. Noch einmal komme Ich zurück auf diese Genossenschaften, weil diese die Jugend zu bearbeiten haben.

O glaubet Mir, diejenigen, die Ich über andere gesetzt habe, und besonders die, die das Glück haben, auf die Jugend einzuwirken, Ich sage, wenn diese von Meinem Geist durchdrungen sind, wird Mein Geist sie leiten und wird Mein Geist die Herzen derjenigen bearbeiten, die sie herbeiführen sollen und wollen; denn der Einfluß Meines Geistes darf niemals fehlen. Die Jugend, die um so leichter zu bearbeiten ist, weil doch meistens das Herz noch unverdorben, wenn es auch scheint, daß hie und da ein leichtfertiger Charakter darunter sei, so kommt doch alles darauf an, wie die Seele, wenn sie einmal zur Selbständigkeit gekommen ist, sich bearbeitet und entwickelt.

Dann wird, sage Ich dir, der Einfluß des Geistes, den sie von ihren Vorgesetzten gelernt und eingesogen, nie seine Wirkung verfehlen. Es sollen nie diejenigen ängstlich sein, die Ich anderen vorgesetzt habe, wenn sie gläubige, liebende Herzen sind, und das sind alle diejenigen, die sich an Mich wenden; denn sonst würden sie es ja überhaupt gar nicht tun. Dies für heute. Jetzt aber komme und freue dich noch!“

Barbara: Ich sehe jetzt, wie das Fest im Himmel gefeiert wird, das Fest des hochheiligsten Herzens Jesu, wie sie sich im Himmel aufstellen, wie sie sich scharen. O welch überirdischer Glanz, o welche Schönheit, o hochheiligste Dreifaltigkeit! O liebe Mutter, so gib mir doch, daß ich auch würdig Ihn lobe, erflehe mir doch die Kraft, Ihm zu folgen.“

Maria: „Ja, du weißt, Meine Tochter, daß Er dich zu Seiner Braut erwählt, und morgen ist der Jahrestag, also will Er dir ein besonderes Vergnügen machen.“

Barbara: „Ich bin aber so armselig, o liebe Mutter! Ich habe nichts als Sünde und Elend; ich war die Woche so leichtsinnig.“

Maria: „So nimm hin Mein Herz, bereichere dich damit, schmücke dich mit Meinen Tugenden und gehe mit Ihm dem himmlischen Vater entgegen.“

Jesus: „Siehe, Mein himmlischer Vater, diese arme Erdenpilgerin hier habe Ich zu Meiner Braut angenommen, und sie hat Mir während des letzten Jahres manchmal treue Dienste geleistet, weil sie wider ihren Willen leidet. Sie will zwar gern Mir dienen, aber nicht, wie Ich es will, aber sie hat sich doch überwunden und doch getan, was Ich wollte, wiewohl es ihrer Natur hart ankam. Darum stelle Ich sie heute wieder vor als Meine Braut, wie Ich sie voriges Jahr Dir vorgestellt habe.“

Barbara: „Ach, ich schäme mich ja, o mein Gott!“

Himmlischer Vater: „Ja, schämst du dich denn mit Mir?“

Barbara: „Nein, nein, ich schäme mich nicht mit Dir, nein.“

Himmlischer Vater: „Und was verlangt denn diese Erdenpilgerin?“

Barbara: „Himmlischer Vater, ich verlange nicht, daß Du mir zeitliche Güter schenkst, auch nicht, daß ich geachtet und geehrt sein werde von den Menschen, sondern daß sie glauben, daß Er dort wirklich gegenwärtig ist, daß Du es bestätigen mögest, was Er von mir verlangt, daß die öftere Kommunion auch auf dem Land überall eingeführt werde, und daß Seine Diener überzeugt werden sollen, daß Er es ist, Der es Selbst verlangt, weil Dein Sohn ja nur deshalb gegenwärtig ist. Siehe, das wollen viele nicht glauben, viele Deiner Diener, und deshalb stoßen sie die Armen zurück und vertreiben sie, und sie müssen hinaus in größere Städte, wo sie statt besser zu werden, oft noch schlechter werden. O genehmige den Willen Deines Sohnes und gib, daß alle Priester erkennen, wie gut Er ist, und daß Er es ist, Der dieses von mir verlangt.“

Himmlischer Vater: „Ja, recht so, Meine Tochter! Und weil du so uneigennützig bist und dich für andere opferst und darin Meinem Sohn nachfolgst, so will Ich deine Bitte gewähren. Du sollst fortan die Braut Meines Sohnes bleiben, noch viele, viele Jahre Ihn lieben und liebend eingehen in dieses Reich der Liebe. Du sollst viele, viele nach dir kommen sehen, die mit dir einziehen in dieses Reich der Liebe. Eine Schar von Jungfrauen wird sich anschließen an den Bund, den du mit deinen beiden Mitschwestern geschlossen hast, dabei sind viele klösterliche Genossenschaften und Jungfrauen in der Welt, denn es wird die Stimme Meines Sohnes, Der in dir spricht, hinausdringen in die Welt und viele Herzen von Liebe entzünden. Und Ich sage dir, daß Deutschland gerettet werden wird.“

Barbara: (Langer Dank und Bitte um viele geistigen Gnaden.)

Himmlischer Vater: „Ja, fordert ihr denn mehr, als daß Ich mit euch verkehre. Wenn Mein Sohn mit euch verkehrt, verkehre auch Ich mit euch, und wo Ich verkehre, da ist auch Mein Geist; denn Wir Drei sind Eins!“

Lieschen: „O himmlischer Vater verzeihe mir, daß ich voriges Jahr geweint habe, weil ich Deinen lieben Sohn nicht in genügender Weise verehrt, da ich Ihn doch gar sehr liebe, und da ich Dich noch nicht so gut kenne, habe ich mich ein wenig vor Deiner Majestät gefürchtet, aber ich liebe Dich doch gar zu sehr.“

Himmlischer Vater: „Ihr seid Menschen, und weil Mein lieber Sohn Mensch geworden ist, steht euch das besser zu.“

Barbara: „O ich bitte Dich auch für die drei Schwestern, die mir von meiner Schwester empfohlen sind; o befreie sie und führe sie ein in Dein Reich!“

Ja, diese ehrwürdige Oberin, die sehe ich ganz in das Flammenmeer hineinversetzt, die muß auch wirklich gut gewesen sein. Sie ist in einem lichten Flammenmeer, das ist aber nicht das Fegefeuer. Sie ist überstrahlt und von Licht umflossen, und die Schwester N. hat Er liebend umfaßt, die Schwester N. aber leidet noch. „O nimm sie alle zu Dir, ich opfere Dir...“

Himmlischer Vater: „Schwester N. war etwas weltlich. Ja, du mußt wissen, Meine Tochter, daß eine Ordensperson auch den Geist haben muß, falls sie ihn nicht hat, muß sie leiden wie jede andere, die in der Welt lebt, bis der letzte Heller bezahlt ist. Das sollen sich nur alle merken. Sie sind in den Orden eingetreten, um Gott zu dienen, um Gott zu lieben und nicht, um sich selbst und der Welt zu dienen, nicht um sich selbst und die Welt zu lieben.“

Barbara: Und ich sehe so schöne Mädchen mit Rosenkränzen um den Kopf, mit weißen und roten Rosen ist der Kopf umschlungen (im Fegefeuer). „Was bedeutet das?“

Himmlischer Vater: „Ja, das ist es ja, das bedeutet die Unschuld, die Gelübde der Keuschheit, Unschuld und den Gehorsam.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

82 Herz-Jesu-Fest 1896

„Und eine einzige Seele, die Mich wahrhaft liebt, übertönt tausend andere, die Mich nicht lieben.“

Lied: Dem Herzen Jesu singe...

Barbara: „O mein Jesus! O süßestes Herz meines geliebten himmlischen Bräutigams! Wie danke ich Dir im Namen aller Menschen für die unendliche Liebe und Gnade, die Du heute über alle Menschen ergießest, und für all die Liebe und Sorgfalt, seit dem ersten Tage der Jugend bis zu dieser Stunde, sowie für die Liebe und Treue, die Du auch denjenigen zuteil werden lässest, die Dich nicht lieben, ja, die Dich hassen, verfolgen, verschmähen und lästern. O hätte ich doch ein Herz, so groß und so weit wie die ganze Welt, daß ich es in so viele Stücke teilen könnte wie es Menschen gibt, die Dich nicht lieben. Und weil dies nicht möglich ist, so nehme ich zu Deinem heiligsten Herzen meine Zuflucht und opfere es in Vereinigung mit dem Herzen Deiner lieben Mutter sovielmal dem himmlischen Vater auf, für alle Menschen, die Dich nicht lieben.“

Jesus: „Ja siehe, Meine Tochter! Ich habe dir gestern gezeigt die Flammen der Liebe Meines heiligsten Herzens. Ich habe dir gestern gezeigt, wie unruhig es ist, mit welcher Gewalt es emporströmt, gleichwie als ob es alles durchdringen und verzehren wollte.

Sieh, dies ist die Gewalt der Liebe, die Wut des Feuers, das du emporströmen siehst zu Meinem himmlischen Vater. Das haben jene treuen Seelen getan, die Mich suchen, die Mir mit Treue dienen, die nichts lieben auf Erden als Mich, und die niemand zu gefallen suchen als Mir allein. Sieh, da wird die Gewalt der Liebe so mächtig und strebt so gewaltsam aufwärts, um sich Meinem himmlischen Vater darzubringen und anzubieten, daß nichts zu vergleichen ist mit der Gewalt der Liebe, die Mein Herz bedrängt. Die Strahlen, die du emporschießen sahst, sind lauter Liebesflammen, lauter Liebesseufzer, lauter Liebesaufwallungen, Verlangen und Sehnsucht, Mir zu gefallen. Sieh, dies alles vereinigt sich in Meinem Herzen, dem Brennpunkt der Liebe. Von allen Seiten strömt es herein und mit der Liebe Meines Herzens vereinigt, steigt es empor zu dem Herzen des himmlischen Vaters.

Nun gibt es aber so viele Menschen, die auf Erden leben, die störend einwirken, die da störend eingreifen auf dieses Flammenmeer, durch die Gotteslästerungen und Verwünschungen, die sie Meinem Herzen entgegenschleudern. Dadurch werden die Strahlen gehemmt, und es ist, als ob jemand Steine und Kot oder sonst andere Dinge in einen Feuerherd hineinschleudert, und es sprühen die Funken nach allen Seiten hinaus. Dies ist es, was Ich dir zeigen wollte. Das sind die Funken der Liebe, die um so mächtiger hineinschlagen für jene, die sich von Mir abgewandt, um so Mich zu entschädigen für die Beleidigungen und Entehrungen, die dem Herzen Meines himmlischen Vaters von jenen Gotteslästerern zugefügt werden.

O glückliche Seelen, die ihr bewirken könnt, das Herz eines Gottes zu entflammen. Noch nie hat das Feuer der Gottesliebe so hoch aufgelodert, sich so emporgeschwungen wie jetzt, wie Ich es dir gestern zeigte; denn in der ganzen Zeit, seitdem Mein Herz am Kreuz den letzten Tropfen hingegeben, war noch keine Gebetsarmee entstanden und hat die Weltgeschichte keine so große aufzuzeigen als gerade jetzt in diesem Jahr. Von allen Seiten strömen Meine Kinder herbei, Mein Herz zu entschädigen, Mir zu zeigen, daß sie noch Herzen haben, die Mir warm entgegenschlagen. Darum vergesse Ich den Undank so vieler Menschen, und eine einzige Seele, die Mich wahrhaft liebt, übertönt tausend andere, die Mich nicht lieben, das heißt, Mein Herz fühlt dermaßen eine Freude, daß es die anderen nicht zu achten scheint.

Um dieser einzigen Seele willen gibt Er dem ganzen Menschengeschlecht, was es für Leib und Seele notwendig bedarf, denn die Liebe eines Gottes ist nicht zu ergründen, auch wenn die ganze Welt Bücher darüber schreibt; denn der Abgrund Meiner göttlichen Liebe ist tiefer als der Abgrund des Meeres. Er ist nie zu erschöpfen, und in diesen Abgrund der göttlichen Liebe sollen alle Menschen versetzt werden.

Sie sollen in alle Ewigkeit schwimmen in dieser Liebe. Sie sollen genährt werden an diesem Gottesherzen. Ja, da ist es wohl der Mühe wert nachzudenken, zu reden, zu schreiben. Wie vieles wird unnötig nachgedacht, geredet, geschrieben, um ein eitles, vergängliches Vergnügen sich zu verschaffen, um Satan eine Freude zu machen. Ist es da nicht der Mühe wert, um des Reiches Gottes willen zu denken, zu reden, zu schreiben?

Ihr habt recht, Meine Kinder, daß ihr euch sehnt, wieder ein liebendes Wort zu hören von Mir, es aufzuschreiben und es anderen mitzuteilen. Ja, tut es nur! Nie und nimmer werdet ihr dadurch zur Rechenschaft gezogen werden, wohl aber über jene Zeit, die unnütz vergeudet wird.“

Barbara: „O mein Jesus! Ich hätte Dir heute eine Bitte vorzutragen wegen des Pfarrers in C., daß er ihr doch nicht so viele Schwierigkeiten macht, die heilige Kommunion zu empfangen.“

Jesus: „Sag ihr nur, daß sie ruhig abwarte, daß sie gar nichts tun soll; Ich verlange es nicht von ihr. Wenn die rechte Zeit gekommen ist, werde Ich Selbst schon Mittel und Wege wissen. Und wenn ihr die heilige Kommunion in ihrer Pfarrei verweigert wird, möge sie hie und da hingehen, wo sie Mich empfangen kann. Ich bedaure all jene Geschöpfe, jene armen Wesen, die mit Hunger und Not zu kämpfen haben; ihr Leben in Armut zubringen und auch noch darben müssen an jener überirdischen Nahrung. Welche Rechenschaft werden diejenigen Meiner Diener abzulegen haben, die das Brot des Hauses Meinen Kindern verweigern! Weh ihnen, den Armen! Denn Ich werde einmal mit ihnen zu Gericht sitzen. Bin Ich ja doch da im Tabernakel eingeschlossen, in diesem Holzwerk, Tag und Nacht, nicht um dieses Holzes willen, sondern um Meiner Kinder willen, weil es Meine Lust ist, bei den Menschenkindern zu sein, Mich mit ihnen zu vereinigen. Warum verweigern sie Mir diese Freude? Warum stören sie diesen stillen Frieden in Meinem Tabernakel?

Wie vieles wäre zu verbessern in so armen Landgemeinden, wie vieles wäre leichter, wenn Meine Diener recht durchdrungen wären von dem Geist, der sich durch Meine Dienerin kund gibt, der ihnen zeigen soll, wie gut Ich bin, wie wenig Ich verlange. Habe Ich nicht schon deutlich genug erklärt, was geschieht, wenn die Schranke aufhört, die Mich mit den Menschen verbindet? Diese Schranke ist erst dann zerstört, wenn sich der Mensch sagt, ja ich weiß, wenn ich dieses tue, vertreibe ich meinen Gott aus meinem Herzen, und trotzdem und boshaft es tut. Dann erst ist die Schranke niedergerissen, die Mich von den Geschöpfen trennt und Mein Feind hat Besitz genommen, und nicht eher!

Nun seht euch um in eurer Gemeinde, in die ihr gesetzt seid als Hirten, ihr Friedensboten, was soll Ich euch sagen, wenn ihr statt Friedensboten Tyrannen seid, Mietlinge, die sich nur für Pächter ausgeben und tun, als ob sie die Güte ihres Herrn nicht kennten. Was soll Ich sagen über solche Priester? Ja, seht euch um in eurer Gemeinde, und wenn ihr solche findet, die mit freiem Willen und vollem Bewußtsein diese Schranken niederreißen, dann tut ihr recht, wenn ihr ihnen die Kommunion verweigert. Findet ihr dieses aber nicht, warum versagt ihr Mir die Freude, Mein Volk zu trösten, Mein Volk zu ermuntern, mit Meinem Volk zu arbeiten, zu leiden, den Schmerz zu lindern, seine Wunden zu heilen, seine gebrochene Kraft wieder aufzurichten. Tut es!

Macht euch die Mühe! Probiert es einmal, ob es sich nicht lohnt. Probiert es, ob diese armen, getreuen Seelen es euch nicht lohnen werden. Ihr werdet selbst von vielen Ängsten, von vielen Nöten befreit, ein glücklicheres Leben haben, als ihr es so führt durch euren starren Sinn, den ihr Mir entgegenbringt und Mich damit tief betrübt in Meinem Herzen. Ihr aber, ihr treuen Diener, ihr anderen Christusse, die ihr umhergeht in eurer Gemeinde Wohltaten spendend, wie Ich es getan habe, die ihr ein wohlwollend Herz habt für jede Seele, die euch anvertraut ist durch Meine priesterliche Gewalt, o seid Meinem Herzen willkommen. Ihr seid diejenigen, die Meine Dienerin gestern geschaut hat an diesem Feuerherd Meiner Liebe, geschäftig hin- und hereilend, um alle herbeizuführen, um Mir das Volk zuzuführen. O ihr sollt kosten die Liebe eures Herrn, ihr sollt mit Mir auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“

Barbara: „Ich danke Dir, o Herr, wie bist Du unendlich gut, ja erlaube mir, daß ich meine Liebe zu Dir in Tränen äußere. Es sind Dankestränen, daß Du mich unwürdige Sünderin so begnadigt und Du mich so hineinblicken läßt in Dein liebendes Herz.

O Du unendlich liebenswürdiger, großer Gott! Wie unendlich muß Deine Barmherzigkeit sein, daß sie es nicht verschmäht, zu einem armseligen Würmchen niederzusteigen und es so zu erheben, daß es an Deinem Herzen Platz nimmt. O komm doch herbei, o liebe Schwester Marie, meine Zwillingsschwester, wie dich der Herr gestern genannt. Du bist viel reiner als ich, du hast noch die volle Taufunschuld, aber sieh, ich habe Ihm fünfundzwanzig Jahre nicht so treu gedient, als ich hätte tun sollen. O liebe Ihn mit mir, danke Ihm mit mir, weine mit mir an Seinem Herzen. Wenn sie doppelt rinnen, unsere Tränen, werden sie auf Sein liebendes Herz herniederträufeln wie kühlender Tau. O ihr meine zwei Mitschwestern, ihr alle, die ihr euch im Geist mit mir vereinigt, danket mit mir. Auch N. bringt dir Tränen des Dankes dar, o Gott! So nimm auch meine Tränen für ihn hin. Warum hast Du mir denn gestern gezeigt, daß er gar so lieb und vertraut mit Dir tat an Deinem Feuerherd Deiner göttlichen Liebe?“

Jesus: „Ja, das sollst du wissen, weil er an nichts häkelt, Mir kindlich und aufrichtig glaubt wie Mein heiliger Nährvater Josef. Sieh, Mein heiliger Nährvater schaute auch nicht, was Meine Mutter schaute, er mußte in beständigem Glauben leben, er konnte nicht wie Sie in beständiger Vereinigung mit Mir sein, und dadurch verwundet eine Seele Mein Herz so sehr, daß Ich ihn behandele wie den vertrautesten Freund Meines Hauses, wie Meinen Tischgenossen, der mit Mir nach einem guten Mahle, nach einem guten Schmaus, wie man in der Welt zu sagen pflegt, ein wenig ausruhen will an Meinem Herzen. So wollt’ Ich allen Meinen Dienern tun, so tue Ich allen Meinen Dienern, die Mir diesen Glauben entgegenbringen und diese kindliche Liebe und wechselseitige Vertraulichkeit, diesen Austausch von Liebe. N. tauscht aus, und er kommt wahrhaftig nicht zu kurz.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir! Sieh, ich weiß nichts, und wie kann ich imstande sein, so etwas zu denken? Nicht eher weiß ich es, bis Du mir es aufschließest, und wenn ich etwas schaue, so mache ich mir allerlei Gedanken darüber. Manchmal treffe ich es auch richtig, doch denke ich oftmals, es sei Einbildung, bis Du es mir Selbst erschließest. Jetzt bitte ich Dich, da Du mir eine so große Gnade erwiesen, daß ich Dir von Herzen danken darf, ganz besonders für diese Belehrung. Jetzt möchte auch ich Dir eine Freude machen! Ich möchte Dir Seelen zuführen, die statt meiner Dir danken, weil dies doch nur ein Tal der Tränen ist und ich so schwach und armselig bin, daß ich Dir kein würdiges Lob darzubringen imstande bin als nur das, was Du mir eingibst. Denn ich bin nicht imstande zu sagen aus mir: Mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich bitte Dich für Schwester N. Sieh, wenn sie auch etwas weltlich gesinnt, verzeih ihr, sie war vielleicht eine Tochter vom Land, im Reichtum erzogen, der Schein hat sie geblendet. Ich opfere Dir Deine Armut im Stalle zu Bethlehem, während der dreiunddreißig Jahre Deines Lebens und die Armut Deiner lieben Mutter.

Ich vereinige damit auch meine geistige und leibliche Armut, und so opfere ich alles dem himmlischen Vater für diese Seele auf. O liebe Mutter, komm hilf mir bitten. Alle Deine Tugenden, alle die Verdienste Deines lieben Mutterherzens, der Liebe zur Armut, Keuschheit, zu Demütigungen und Verachtungen, und mit dieser Liebe opfere ich all die Leiden, die ich Deinetwegen erdulden mußte. O gib sie mir! Ich bitte Dich auch für die zwei Schwestern von N. Du hast mir gestern einige Schwestern mit Rosen bekränzt gezeigt, o führe sie mit Dir in den Himmel.“

Dann sang Barbara dreimal das Ave Maria.

Maria: „Siehst du, wie wohlgefällig das Ave Maria Mir ist, wenn es gesungen wird von Meinen Freunden? Hier hast du diese Schwester N.; hier hast du auch diese zwei Schwestern von N.; jedem von euch sei eine geschenkt.“

Barbara: Und wie lieblich und freudig ziehen sie mit fort, ein herrliches Loblied, ein herrliches Magnificat mit anstimmend ihrem Herrn. O der herrliche Einzug!

„O liebe Himmelsbewohner, o nehmt auch N. mit.“

„O liebe Mutter, ich opfere Dir den Dienst, den er Papst Pius IX. geleistet hat.“

Und Sie hat ihn umfaßt und herausgezogen, und Sie nimmt ihn mit Sich und noch eine ganze Schar von Armen Seelen.

Inhaltsverzeichnis Band 1

83 Freitag nach dem Herz-Jesu-Fest 1896

„An dem Kreuz, das alle Völker zu ertragen haben, an dem Kreuz des Sozialismus, des Liberalismus und des Freimaurertums.“

Lied: Dem Herzen Jesu singe...

Barbara: „Mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Was willst Du mich denn lehren?“

Jesus: „Ja, man wundert sich über die auffallende Weise, wie Ich mit dir verkehre...

Ich bin gekommen, um der Welt den Frieden zu bringen. Dreiunddreißig Jahre bin Ich unter diesem Geschlecht gewandelt, um sie an Mich zu ziehen, um sie Meinem himmlischen Vater zuzuführen und jetzt, nach neunzehnhundert Jahren, wo Ich alles getan habe, um Mein Volk zu retten, will man Mich hinausschaffen aus den Herzen der Menschen. Man kennt Mich nicht mehr, man will nicht mehr glauben, daß Ich auf Erden gewandelt bin unter den Menschen, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bin.

Man hat die Schule Mir entrissen, Ich will aber, daß sie Mir wieder zugefügt werde. Darum verlange Ich eifrige Seelen, darum rede Ich mit dir, darum soll der Damm, von dem Ich dir schon einige Male gesprochen, errichtet werden, das heißt, treue und fromme Seelen sollen Hand in Hand mit den Priestern dem Strom der Zeit entgegenarbeiten, der unaufhaltsam abwärts fließt. Wo soll ich Mich hinwenden, wenn nicht an die Diener Meiner Kirche?

Sie habe Ich über Könige und Königreiche gesetzt, damit sie aufbauen und ausreißen und bepflanzen sollen, sind sie ja die Könige der Schöpfung. Ihre Gewalt geht über die der Könige, über die eines Kaisers, und wenn sie das Volk nicht auf den Weg zurückbringen, auf dem es wandeln soll, wird es schlecht bestellt sein mit der Welt.

Aber Ich will, daß der Sozialismus bekämpft werden soll von M. aus, und Ich habe dir schon gesagt, daß das Priesterseminar von M. eine Pflanzschule der Heiligkeit ist für das Priestertum, obwohl dieses nur ein kleiner Splitter ist an dem Kreuz, das alle Völker zu ertragen haben, an dem Kreuz des Sozialismus, des Liberalismus und des Freimaurertums. Sie sollen zurückgeführt werden durch Meine Kirche!“

Barbara: „Mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir für all die Liebe, die Du mir schon erwiesen. Sieh, ich bin ein armseliges Werkzeug in Deiner Hand. Jahrelang schon stehe ich da als eine Närrin, als eine eingebildete Person, welche die Frömmigkeit an einem ganz anderen Fleck hat. Ich halte Dir wirklich vor, was ich schon gelitten, und sieh, was ich damit erreiche, nichts als Spott und Hohn und Verachtung. Wenn ich einen einfachen Weg gehen könnte, brauchte ich mir das alles doch nicht vorwerfen zu lassen. Sieh, es geht mir wie einem Wild, das verfolgt wird vom Jäger. Ich bitte Dich, o Herr, laß mich doch nicht in die Öffentlichkeit kommen, gönne mir nur ein kleines, einsames Plätzchen, dann mögen alle von mir denken, was sie wollen, wenn ich Dir nur still dienen kann. Verzeih mir bitte, daß ich Dir heute so Vorwürfe mache.“

Jesus: „Törichtes Kind! Ja, was sind denn Leiden? Was war Mein Leben? War es denn anders, war nicht auch Ich gehetzt wie ein Hase, der von den Jägern verfolgt wurde? Siehe, die Liebe hetzte Mich von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, die Liebe zu euch Menschen ließ Mich nie einen häuslichen Herd finden. Das sollst auch du, deshalb habe Ich dich aus der Heimat hierhergeführt, um so Mein äußeres Leben zu versinnbildlichen. Deshalb sollst auch du keinen häuslichen Herd finden und wirst oft verjagt. Jetzt gehe in Mein inneres Leben ein. Sieh, Ich wollte überall die Menschen an Mich ziehen. „Ei, ist das nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht Seine Mutter Maria?“ Das war die Rede. Die konnte Ich überall hören.

Die Wunder, die Ich wirkte, die hätte Ich vom Teufel – diese Gewalt. Ei, wundere dich nicht, wenn es dir nicht besser geht! War Ich aus Liebe ein Narr, willst nicht auch du aus Liebe ein Narr sein? Und sage nur deinen beiden Mitschwestern, daß auch sie unter demselben Kreuz stehen. Närrisch zu gelten, aus Liebe zu Mir, gehört zu jener Seligkeit, denen Ich den Himmelslohn verheißen habe.

Sei du nur ganz ruhig, du wirst nie aus dem Hause kommen! Ich weiß schon die Sache am rechten Fleck anzufangen; Ich brauchte niemand; Ich brauchte keinen Menschen, Ich will Mich aber doch der Menschen bedienen. Ich weiß, die rechten Männer herbeizuführen, die Meinen Namen verherrlichen sollen, und dazu gehört auch dieser Arzt. Er ist ein guter Katholik, ein gläubiger Christ, er nimmt keinen Anteil an dem Liberalismus der Zeit; er ist ein gläubiger Christ mit seiner ganzen Familie. Ich will ihm aber zeigen, weil er aus Gründen bearbeitet ist und Vorurteile hegt, was eine Seele aushalten kann, die Mich liebt, und daß es nicht immer eine falsche Frömmigkeit ist, wenn sich manches nach außen zeigt.

Man soll auch nicht so ängstlich sein in der Unterscheidung der Geister, auch nicht allzu spitzfindig sein, um irgend etwas herauszufinden. Man soll an den Kindern der Welt ein Beispiel nehmen, was diese tun und annehmen, wenn es etwas zur Förderung ihres Planes ist. Ich aber, euer Herr und Gott, arbeite still und unscheinbar lang in einer Seele, und es wäre nicht so viel zu tadeln, wenn alle aushielten, die Ich zu Meinem Dienst berufen habe; denn das geht einmal nicht anders. Die Weltkinder braucht niemand zu prüfen, dafür sind sie Weltkinder; die Kinder des Lichtes aber, die im Licht des Glaubens wandeln, deren Licht auf den Leuchter gestellt werden soll, müssen schon geprüft werden. Darum wundert euch nicht, ihr treuen Seelen!“

Barbara: „O Herr, sind denn nicht die Schwestern in Barbara schuld, daß so viele sterben?“

Jesus: „Daran sind diese Schwestern nicht schuld, sie sollen nur all die Zweifel beiseite setzen, wüßten sie doch, wie gut Ich bin, wie Ich sie liebe. Aber da einmal doch das Menschengeschlecht nicht mehr so kräftig ist wie vor einigen hundert Jahren und immer noch mehr abnimmt, das liegt in der Schöpfung, damit man sehen soll, wie die Welt vergänglich ist, und daß sie nicht ewig dauert, und darum auch wird das Menschenalter immer kürzer, meinte Ich damals, daß sie schon von früh an, wenn die Kinder ihnen anvertraut werden zur Erziehung, sie oft an die Luft führen, mit ihnen spielen wie Kinder, als ob sie selbst Kinder wären, um den Geist aufzuheitern, den Verstand zu erfrischen, die Kräfte zu sammeln, und das zwar oft, und sie sollen sehen, daß nicht mehr so viele sterben.

Das sind die vielen unnötigen Studien, die weltlichen, welche die Kinder machen müssen. Diese können sie freilich nicht allein beseitigen, weil das weltliche Gesetz zu sehr verbunden ist mit dem geistlichen und die Kirche der weltlichen Macht unterworfen.

Was Ich in der letzten Zeit über die Schulen gesprochen, damit sind alle einbegriffen, die Kinder zu bearbeiten haben, wenn sie auch einem anderen Orden angehören. Kommt doch zu Mir, ihr treuen Seelen, grämt euch nicht über solche Dinge, seid doch nicht so spitzfindig wie die Weltkinder. Ja, man will sich wundern über die heutige Welt, daß die Welt so vom Glauben gekommen. Seht euch nur um in euch selbst, ihr frommen Seelen, wieviel wird kritisiert in frommen Herzen! Kommet doch zu Meinem Herzen! Seht, wie Ich euch alle liebe, wie Ich euch in Mein Herz schließen möchte.

Geht über euch hinweg, führt Mir andere Schafe herbei, seht euch doch diese an, die fest glauben, wie glücklich sind jene Seelen, ja, da ist kein Zweifel. Wo wäre denn das Kreuz, wenn Ich alles so in den Genossenschaften stellte, wie es jede gerne hätte. Jeder nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach. Vor Gericht wird die Schwester N. nie zu kommen haben.“

Barbara: „O Herr, N. läßt Dich fragen, ob sie über ihre Skrupel ruhig sein kann?“

Jesus: „Ich habe es dir schon gesagt, daß Ich zufrieden bin mit ihr. Die Ängste, die Skrupel, sind ihr Kreuz, das sie tragen soll. Ich habe ihr schon einmal gesagt, daß sie dieselben vor ihrem Ende nicht mehr haben werde. Durch diese Ängstlichkeiten wird sie abgehalten von anderen Sünden, weil Ich am besten weiß, wie Ich Meine Kinder zu leiten und zu führen habe. Ich bin der erste Führer, die Seele hat Meiner Stimme zu folgen, und sie geht nicht irre, Ich habe ihr einen sichtbaren Führer in ihrem Beichtvater gegeben. Führe Ich ja doch aus allen Geschlechtern Menschen zu Mir, und durch Meine Gnade bearbeite Ich sie, die nie einen Führer gehabt haben. Aber der zweite Führer, das ist der Priester, und was dieser ihr sagt, sage Ich ihr im Beichtstuhl. Darum soll sie zufrieden sein.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

84 Fest des Johannes des Täufers 1896

„Daß Ich durch Leiden die Menschen an Mich ziehen will und durch Leiden sie an Mich fesseln.“

Lied: Gläubige Seelen..., O heiliger Johannes...

Barbara: „Ich sehe den heiligen Johannes. Ach wie schön! O mein Gott! Wie unendlich schön! Wie gut bist Du, daß Du mich so hineinführest in das Leben der triumphierenden Kirche. O mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Ich dachte nicht daran, daß ich heute das große Glück haben sollte, daß Du mit mir verkehrst. Verzeih mir, weil ich heute früh so unwillig war, weil ich nicht fort konnte in die Kirche.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Ich habe dir schon oft gesagt, daß, wenn Ich anpoche an deinem Leib, du dich nicht mehr lange besinnen sollst, sondern dich auch freiwillig und mit Freuden hingeben sollst zu Meinem Dienste. Siehe, ist es denn nicht eins, ob Ich so oder so mit dir verkehre, ob Ich in der Kirche in der heiligen Eucharistie zu dir komme und Mich mit dir vereinige, oder zu Hause durch dieses Leiden persönlich zu dir hinabsteige nach diesem Leiden, um in dir und mit dir zu reden? Wann wirst du denn endlich einmal eingegangen sein in Meine Absichten?

Ist es denn nicht Wunder genug, wenn Ich, der große Gott, Mich würdige, zu dir hinabzusteigen, um in dir einzukehren und in dir zu reden, zu euch, Meinen elenden Geschöpfen, armseligen Würmchen, die Meine Hand erschuf, und die der Atem Meines Hauches vernichten kann? Siehe, Mein Diener Johannes, ist der Größte im Reiche Gottes, er bahnte die Wege dem Messias vor, und doch glaubte er, unwürdig zu sein, um Mir die Schuhriemen zu lösen, und doch demütigte er sich so tief. Um allen Menschen ein Beispiel zu geben, wer Ich bin und welche Begriffe er von Mir hat, wollte er sich die Freude versagen, in Meiner Nähe zu leben, Meinen Umgang zu genießen.

Was meinst du, welche Opfer kostete es ihn, nicht mit Mir reden zu können, obwohl er Mein nächster Verwandter war, obwohl aus Meiner Blutsverwandtschaft, wollte er sich doch die Freude versagen, mit Mir zu verkehren. Er verkehrte nie mit Mir, außer bei der Taufe, und welche Demut bezeugte er dabei! Lerne von ihm, dich zu demütigen, lerne von ihm, die Leiden zu ertragen. Siehe, ob Ich ihm einen bequemeren Weg gegeben habe. Sieh nur zu und sage nur all denjenigen, die nicht so ganz entschieden glauben wollen, daß Ich in dir rede, daß Ich Mich würdige, Mich mit dir zu vereinigen, daß, wie Ich ehedem gesagt zu Meinen Aposteln und den Pharisäern und allen, die mit Mir in Verbindung kommen, daß Ich nicht gekommen bin, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen, Ich aber auch nicht gekommen bin, sie von all den Leiden zu befreien, von denen sie gerne befreit sein möchten.

Nein, deswegen komme Ich nicht zu dir, sondern vielmehr, daß die Menschheit erst sehen solle an deinem Leiden, das du erst durchzumachen hast, ehe Ich Mich würdige, zu dir herabzusteigen, daß Ich durch Leiden die Menschen an Mich ziehen will und durch Leiden sie an Mich fesseln; wohl all denjenigen, die sich ziehen lassen im Leiden, die im Leiden zu Mir zurückkehren, die im Leiden gestärkt werden, Mich noch mehr zu lieben. Jene sind es, die Meine Lieblinge sind, jene sind Meine Freunde und Tischgenossen, mit ihnen will Ich verkehren; jene sind es, die Mein Herz verwunden, die Meine treuen Kinder sind, Meine treuen Diener.

Von dem Bischof von Mainz verlange Ich es, daß er es weiter gelangen lasse an den Heiligen Stuhl in Rom, an den Bischöflichen Stuhl in Rom. Ich verlange, daß diese armen Wesen, die hinausgestoßen sind von der Welt und so zurückgesetzt sind von Meinen Dienern, die Ich gestellt habe, daß sie jene Seelen nähren sollen mit dem Brot der Engel, um all die Leiden dieses Lebens ertragen zu können, an Meinem Tisch speisen sollen...

Sie sind jene Seelen, die die Welt hinausgestoßen, weil sie es nicht mit ihr halten, und Ich will, daß sie einen Anhaltspunkt haben sollen, daß sie einen eigenen Tisch haben, und das ist Mein Tisch, der Tisch Meines Hauses, woran die Engel speisen, dies ist der häusliche Herd, an den sich jene Seelen setzen sollen. Ihr Seelen, die ihr Mich liebt, ihr Jungfrauen in der Welt, o kommt an Mein Herz, o kommt und vereinigt euch mit Mir. Von Mir seid ihr nicht verstoßen.

O kommt doch, Ich will euch alles ersetzen, was euch die Welt versagt. Seht aber auf Meinen Diener Johannes, seht, wie Ich ihm keine Leiden ersparte, wie sein Weg ein düsterer, ein finsterer war vor den Augen der Welt. Ist er doch in einem finsteren Kerker, wo er schmachtete Tag und Nacht. O seht, wie er in diesem grauenhaften Kerker sitzt, aber er ist nicht unglücklich. Dieser Kerker, ihr Jungfrauen, soll euch die Welt sein. In der Finsternis sollt auch ihr sitzen und doch keinen Anteil nehmen an der Finsternis der Welt, wie auch Mein Diener Johannes die Finsternis des Kerkers nicht annahm. Trotz dieser Finsternis war Licht in seiner Seele, und er schwamm in einer Wonne von Seligkeit; denn er wußte, daß er leide für Mich, der dereinst am Kreuze sterben sollte für ihn.

Ihr Priester aber, auch ihr sollt euch ein Beispiel nehmen an Meinem Diener Johannes. Seht, wie er sich nicht scheute vor den Großen und Mächtigen, seht, wie er nichts fürchtete, wie er hintritt vor einen König Herodes und ihm seinen Ehebruch ins Gesicht hineinsagt. Wohl weiß er, daß er sein Leben aufs Spiel setzt, daß es geschehen ist um sein Leben, aber er schweigt nicht, er tritt hin, wirft ihnen ihr Unrecht vor. Tut es wie Mein Diener Johannes. O höret Meine Stimme, die Ich zu euch spreche durch diese Meine kleine Dienerin.

Du Bischof von Mainz, Ich habe sie dir unter deine Leitung gestellt, Ich habe sie aus der Diözese Würzburg hinweggeführt in deine Stadt, damit du dich um sie annähmest, weil Ich deinen Glauben, deine Demut, deine Liebe kenne und schätze, weil Ich weiß, daß du Opfermut in dir hast. Du hast den Mut in dir, diejenigen nicht zu achten, die nichtige Einwände vorzubringen wagen, weil du den Mut hast durchzudringen. Gehe hin, sage Meinem Volk, sage Meinen Dienern, die Mein Volk regieren sollen, daß Ich, der Herr, ihr Gott, es verlange. Ich stelle dich unter den Schutz dieses großen Heiligen. Schau auf sein Beispiel und fürchte dich nicht. Siehe, die Welt wird nicht gerettet werden, wenn nicht Seelen sich vorfinden, die durch ihr Leiden, durch ihren Opfermut, sich an Mein Leiden anschließen und sühnend und liebend und opfernd sich ganz Mir weihen und mit Mir sich vereinigen, den Zorn Meines himmlischen Vaters zu besänftigen.

Seht, wie die Kirchen immer leerer werden von Christen, die Tanzböden, die Belustigungsstätten aber immer mehr sich füllen und darum die Worte, die Meine Diener sprechen, hinausschallen in den Wind, weil die Menschen sie nicht hören, die sie hören sollen. Wo bleiben nun die Seelen, die gerettet werden sollen, die Ich mit Meinem kostbaren Blut erkauft habe? Wo bleiben sie, die Armen, die Verkommenen, die Menschen, die Ich auf Erden nicht belohnen kann, weil Ich sie nicht mit zeitlichen Gütern gesegnet, die nichts haben als dieses schnöde Vergnügen, in dem sie sich wälzen von Tag zu Tag? O soll auch Ich sie noch verwerfen auf ewig, diese armen Geschöpfe, die Ich so unendlich liebe? Ist es denn nicht genug, jene zu verdammen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, und anstatt Mir dankbar zu sein und treu zu Meiner Fahne zu stehen, sich von Laster zu Laster wälzen und wähnen, wenn sie sterben, daß Ich sie noch aufnehmen werde? Nein, nein! Sie sollen es sich nicht anmaßen, aber welch arme Wesen, die ihr Leben in Armut und Not zubringen.

O teilet Meinen Schmerz mit Mir, ihr Völker, ihr Meine Diener, ihr treuen Jungfrauen. Ihr sollt euch mit Meiner Kirche vereinigen, leiden und sühnen, ihr seid es, die Ich euch hineingestellt in jene Familien, die von Mir getrennt sind und von denen ihr so vieles zu leiden habt, obwohl sie eure Tisch- und Hausgenossen sind. Ihr seid es, die ihr verachtet seid von der ganzen Stadt und dem ganzen Dorf, wo ihr wohnt; denn eine Seele, die Mich lieben will, auch wenn sie im letzten Dörfchen lebt, muß viel leiden in dieser gottlosen Welt. Ich aber will euch alles ersetzen. O kommt, vereinigt euch mit Mir, opfert diese Leiden auf zur Sühne für die gottlose Welt.“

Barbara: „Nimm hin, o Herr, meine Tränen, ich will ja gerne leiden, all die Verachtungen, die ich in der Wirtschaft zu erdulden habe. Ja, ich begreife jetzt, warum Du mich hierher geführt hast. Ich will mich nicht mehr ärgern, o Herr, wenn sie auch noch so viele Possen an mir ausüben, aus Liebe zu Dir will ich alles gern ertragen. O was kann ich denn tun, um alle Menschen, alle Jungfrauen, aufzufordern, sich Dir anzuschließen? O ihr Damen der Stadt Mainz, wenn ihr wüßtet, wie bedrängt der Herr ist hier in dieser Stadt, ihr würdet euch nicht so herausputzen.“

Jesus: „O wären doch alle Meine Diener überzeugt, daß Ich es bin, Der mit dir verkehrt. Sieh, verlange Ich denn etwas Unmögliches, etwas, das sie sich nicht leisten können, wenn Ich sage, daß Ich den Glauben erneuern will an ihnen? Ja, der Bischof sagt, daß es nichts Neues sei, keine neue Offenbarung sei. Ja, ja, Meine Kirche wird immer die alte sein, solange die Welt steht. Freilich ist es nichts Neues, ja, daran sollten sie sehen, wenn es Neues wäre, daß es nicht von Mir kommt... Aber daran sollt ihr erkennen, daß Ich es bin, der dir diese Offenbarung eingibt, weil es nichts Neues ist, und daß es darum echt ist.

Ich will, daß alle Meine Diener es wissen sollen und wissen müssen, daß sie sich daran erinnern sollen, wenn sie an den Altar treten, daß sie leibhaftig vor Mir stehen und mit Mir, dem Allmächtigen Gott, verkehren. Gerade wie Ich Mich würdige, nach diesem Leiden mit dir zu verkehren, so ist es auch, daß Ich jedesmal auf ihr Wort Mich ihren Händen übergebe, nach den Worten, die sie gesprochen, daß sie dann mit Mir reden und wo sie sich hüten sollen, einen anderen Gedanken während der Zeit in sich aufkommen zu lassen als den Gedanken, daß sie vor einer göttlichen Majestät stehen. O wie würde der Glaube erneuert werden, wenn alle Meine Diener in der ganzen Welt wüßten, vor wem sie stehen, wüßten, daß in jeder heiligen Messe Ich Mich mit ihnen vereinige, gerade so wie jetzt mit dir, wie Ich mit dir verkehre nach dem Leiden. Wie kann Ich Mich aber mit jenen vereinigen, die Meinen Feind besitzen, und doch tue Ich es, und doch würdige Ich Mich, zu Meinem Feind hinabzusteigen.

Aber, o weh, Ich muß ihn verlassen, verlassen, um nicht mit ihm reden zu können, um Meinen Kanal zu verstopfen, der durch ihn sprudeln soll über Meine Kinder. Sie sollen wissen, daß, wo ein Priester steht, der Mich Meinem Feind übergibt, der Kanal verstopft ist und die ganze Gemeinde unendlichen Schaden leidet. Ja, Meine Diener, der Bischof von Mainz, soll sich nur darum annehmen, denn es hängt viel, viel davon ab. Komm, Meine Tochter, Ich will dir noch zeigen, wo Mein Diener Johannes sich befindet, wo seine Seele hinging aus dem finsteren Kerker.“

Barbara: Und ich sehe einen Thron, der ist aus lauter Elfenbein mit vielen, vielen Türmchen, wie aus Elfenbein geschnitzt, und der ist ganz in der Nähe der lieben Mutter Gottes.

„Warum denn, o Herr?“

Jesus: „Ja, weil er in der engsten Verbindung steht zu Meiner lieben Mutter, nicht nur durch seine Blutsverwandtschaft, sondern durch die Verdienste, die er sich erworben an der Stiftung Meiner heiligen Kirche. Meine liebe Mutter, Sie ist die Miterlöserin des menschlichen Geschlechtes, denn Sie mußte den Erlöser gebären und die Menschheit miterlösen. Johannes aber mußte der Menschheit den Weg zur Erlösung vorbereiten und die Kirche zu gründen helfen. Darum siehst du ihn ganz in der Nähe Meiner lieben Mutter.“

Barbara: Und ich sehe, wie die Himmelsbewohner herzutreten und ihn beglückwünschen, all die Patriarchen, die Propheten, die Apostel, die heiligen Märtyrer, die heiligen Jungfrauen, die heiligen Bekenner, sie wünschen ihm Glück.

„Also, heiliger Johannes, bist du der Größte im Himmelreich?“

Johannes: „Ja, meine Tochter! Ich war klein auf Erden, klein in meinen Augen, klein in den Augen der Menschen, und man nannte mich nur den Sohn der Wüste, und darum hat mich Gott so erhöht. O die unendliche Liebe Gottes! Komm und preise Ihn mit mir und lobe Ihn mit mir; denn Er ist unendlich gut.“

Barbara: „O wie unendlich schön bist Du, o Gott, o mein Gott, wie gut. Dorthin sollen wir, in diese wundervolle Herrlichkeit, in dieses ewige Alleluja?“

Inhaltsverzeichnis Band 1

85 Vierter Freitag im Juni 1896

„So daß er manchmal seine Gedanken mit einmischt zu dem, was Ich mit ihm rede.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, du sollst wissen, daß du noch viel zu leiden hast, aber fürchte dich nicht, da Ich bei dir bin. Meine Hand wird alles abhalten, was dir an Leib und Seele schaden könnte. Wollen Meine Diener es auch nicht annehmen, werde Ich es doch durchführen, was Ich durchführen will. Ich werde dich in Meiner Hand halten.“

Dann beklagte Sich Jesus, daß niemand mehr an Seine Güte glauben wolle, daß Er Sich mit Seinen treuen Kindern vereinigen will, daß dieselben so verspottet werden, selbst von denen, die Er ihnen zu Beschützern gegeben habe, daß man heutzutage nichts mehr wisse als Hysterie und weibliche Einbildung.

Jesus: „Und doch bin Ich Derjenige, Der Sich an Großmut nicht übertreffen läßt gegenüber einer Seele, die Mir ihr ganzes Sein, Denken und Fühlen aufopfert, deren Wandel mehr im Himmel ist als auf der Welt. Warum sollte Ich solche Seelen nicht trösten? Sie sollen wissen, daß Ich mit jenen Seelen Mich nicht vereinigen kann, die zwar Meine Gebote halten, aber immer nur einen leichten, bequemen Weg gehen wollen.

Aber jene Seelen, deren ganzes Streben nach Mir ist, diese sind es, welche die Welt verachtet. Es ist jetzt nicht mehr die Zeit wie in den ersten Jahrhunderten, daß solche Seelen die Welt verlassen können, um in der Einöde Mir zu dienen, weil es keine mehr gibt. Jetzt wird eine Seele für einen Narren gehalten, die Mir treu dient. Diese sind es, welche die Welt ‚Sonderlinge‘ nennt. Hätte dieses Geschlecht jene Einsiedler gesehen, und was sie aus Liebe zu Mir vollbrachten, so wären auch sie für Narren gehalten worden. Sie sollen sich wohl hüten, die Worte zu verwerfen, die Ich mit dir spreche. O welch bedauernswerte Zeit! Es wäre besser, solche Seelen in Schutz zu nehmen, aber weil sie selbige nicht kennen, so sind sie selbst von denjenigen verachtet, die Ich ihnen zum Schutze gegeben habe. Beunruhige dich nicht!

Wenn sie Meine Worte nicht beachten, werde Ich doch durchführen, was Ich will. Ich werde dich aber nicht mehr verlassen, sondern mit dir wie früher verkehren im stillen und im verborgenen. Du sollst Meinen Trost genießen und alle jene, die es glauben; jene aber, die es nicht glauben wollen, mögen ihren Trost finden, wo sie ihn suchen. Das Gute findet zuwenig Anerkennung, weil selbst fromme Seelen zuviel vom Weltsinn angesteckt sind.

 

Ich werde am Fest Meiner Apostelfürsten wieder zu dir kommen, und Ich werde dich dann eine Zeitlang verlassen. Ich werde dich in der heiligen Kommunion trösten. Erinnere dich immer an die Worte, die Ich dir heute gesagt.“

Als Barbara einst nach der heiligen Kommunion für eine Person bat, daß selbige nicht so viel Widerspruch von einem andern erhalte, sagte der Herr:

Jesus: „Sage ihr nur, sie soll sich nicht so viel grämen, denn Ich habe ihr diese gegeben als ein Marterstäbchen, denn Ich will sie zu einer Heiligen machen, und da habe Ich ihr diese beigegeben, daß sie ihr beständig Stiche versetze. N. martert sich selbst.“

Als Barbara einmal für einen Priester betete und Jesus fragte, ob es denn so sei, wie derselbe gepredigt, daß man auch eine übertriebene Frömmigkeit haben könne, antwortete Er ihr:

Jesus: „Das kommt daher, weil sich auch bei dem Wort des Priesters, der doch Mein Wort verkündigt, auch sein menschliches Wort einschleicht, wie dies auch bei dir manchmal der Fall ist, daß zu dem Wort, das Ich in dir rede, sich deine menschlichen Gedanken mit einschleichen, weil der Mensch aus Leib und Seele besteht, und sein Geist, der nach Meinem Ebenbild erschaffen ist, doch auch mit seinem menschlichen Herzen verbunden ist, so daß er manchmal seine Gedanken mit einmischt zu dem, was Ich mit ihm rede. Gehe über all die Nachreden, die du hören mußt, hinweg und betrachte immer, wie Mein Leben beschaffen war.

Was mußte nicht Mein menschliches Herz alles erdulden mit den verschiedenen Charakteren, mit denen Ich umzugehen hatte, wie lieblos wurde Ich behandelt und welche Schmähungen und Lästerungen mußte Ich ertragen. Und was mußte erst Mein göttlicher Geist ertragen, der Sich doch nur deswegen mit dem menschlichen Herzen verband, um die Menschen Meinem himmlischen Vater zuzuführen, und täglich mußte Ich sehen, wie diese Liebe mit Undank erwidert wurde.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

86 Fest St. Peter und Paul 1896

„Ich will, daß die hochheilige Messe, wo Mein Kreuzestod erneuert wird, sie jedesmal erinnern soll, mit Wem sie jetzt verkehren und Wer sich jetzt zu ihnen herabwürdigt.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste...

Barbara: „O mein Jesus! Du Bräutigam meiner Seele! Heute, am Fest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus habe ich Dir eine große Bitte vorzutragen. Siehe, ich erkläre mich bereit, alle Leiden zu ertragen, aber sage mir doch, bist Du es, Der mit mir verkehrt? Seit den Tagen meiner Jugend habe ich mir vorgenommen, Dich einzig und allein zu lieben. Ist es denn möglich, sich trotz besten Willens in eine solche Täuschung verwickeln zu lassen, ist es möglich, daß die Religion solchen Schaden zufügen soll? Wenn ich eine Schwindlerin bin, dann ist es besser, die innere Stimme nicht zu hören, dann ist es besser, der Religion nur halb und halb nachzuleben, dann ist es besser, zeitlichen Vorteil zu suchen und nebenher den geistlichen.

Siehe, ich habe alles aufs Spiel gesetzt, aus Liebe zu Dir habe ich meine Heimat verlassen und mich nicht mehr umgesehen. Und was besitze ich jetzt mehr als ein bißchen Essen, und ich weiß auch nicht, was noch kommen kann, ob ich nicht noch aus meiner Familie ausgestoßen werde, wenn alles als Täuschung erklärt wird. Nein, ich kann nicht glauben, daß Du ein solcher Gott bist; ich könnte Dich ja gar nicht mehr so lieben, nein – das bist Du nicht! Ist es möglich, daß, wer nur Dich sucht, sich so in Täuschungen verwickeln kann, daß man sich selber zur Last und anderen ein Stein des Anstoßes wird? Ist es möglich, daß Deine treuen Kinder den größten Anstoß geben in der heiligen Kirche, daß diejenigen, die glauben, daß Du gegenwärtig bist im Allerheiligsten Altarsakrament und wenn Du zu uns kommst auch mit uns sprechen willst, vor der ganzen Welt für Schwindler erklärt werden sollen, wenn sie Deine Stimme hören?

Siehe, ich habe mich unter die Leitung des Bischofs gestellt, um ganz sicher zu gehen, und er sagt, es sei Einbildung, Phantasie. Ist es möglich, daß sich die heilige Kirche deinen Kindern gegenüber auf den Standpunkt stellt, daß sie auch beim besten Willen in eine solche Falle geraten können? Ist es möglich, daß die heilige Kirche nur eine eingebildete Religion geschaffen hatte? Verzeihe mir, ich muß mich heute äußern, denn ich habe niemand, der sich meiner darin annimmt, ich klage Dir meine Not in der ganzen Bitterkeit meines Herzens.“

Jesus: „Sei ruhig, Meine Tochter! Ich sehe alle deine Tränen, Ich schaue in dein Herz, Ich sehe deinen guten Willen, Ich weiß, daß du nicht betrogen sein willst, und daß du andere nicht betrügen willst. Ich weiß, daß du nur Mich suchst und sonst nichts. Aber sieh, Ich will ihn überführen, Ich will ihm zeigen, daß es jetzt noch Märtyrer gibt in Meiner Kirche, und zwar Märtyrer der Liebe. Diese Märtyrer der Liebe sind aber kostbar in Meinen Augen, sie sind kostbare Perlen für Meine Kirche.

Ja, sie sollen wissen, daß Ich es bin, Der dich leitet, Der die Anleitungen dir gibt, Ich bin es, Der all die Verhältnisse deines Lebens, deiner Gesundheit und deiner Seelenzustände ordnet. Sag ihm nur, er soll lesen, was Ich heute mit dir gesprochen habe und sich nicht unterstehen zu verurteilen, bevor er dich selbst gesehen, und dann möge er bedenken, daß die Wege Meiner treuen Kinder keine anderen Wege sind als diejenigen, die du gehst und die deine beiden Mitschwestern mit dir gehen, und die er gehen muß, wenn er zu Mir gelangen will, und die er auch geht. Sage ihm nur, daß sein Weg der königliche Weg des Kreuzes sein muß, weil er vielen Seelen vorangeht und viele auf ihn schauen.

Ich habe ihn an die Spitze der Schar vieler Kämpfer gestellt, die mit ihm vereint kämpfen sollen für Meine Rechte, die Ich bereits eingebüßt habe in der menschlichen Gesellschaft, die kämpfen sollen für ihren Glauben, da sie an der Spitze ihrer Gemeinde stehen und ihrer Diözese. Ich will ihm aber zeigen, wie der Weg sein soll, und daß man nicht durch den Beifall der Menschen eindringt in jenes Reich, das Ich gestiftet habe, denn Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Daher können sich die Reiche der Finsternis und des Lichtes nicht vertragen, müssen sich also unbedingt gegenseitig bekämpfen und sich widersprechen. Ich will aber, daß das Reich des Lichtes herrschen soll über das Reich der Finsternis, und dies kann nur geschehen, wenn man im Lichte wandelt.

Nur derjenige, der im Lichte wandelt, wird nicht anstoßen, er wird sein Ziel erreichen, ohne zu fallen. Er soll aber auch deswegen nicht auf die Irrlichter schauen, die um ihn umhergaukeln, und Irrlichter sind alle jene Geister, die ihn abbringen wollen vom geraden Wege. Ich will ihm zeigen, wo und wie der Friede zu finden ist. Friede sollen alle, die seiner Leitung unterstehen, Meinem Volk verkünden; denn sie sind die Friedensfürsten, und wenn sie nicht ganz durchdrungen sind vom Glauben, daß Ich unter ihnen bin und mit ihnen verkehren will, gerade so, wie Ich mit dir verkehre, wenn auch nicht immer in so auffallender Weise.

Denn, daß Ich dir dieses Leiden gab und nach dem Leiden mit dir verkehren will, ist Meine weise Absicht, weil Ich nur die Priester darauf aufmerksam machen will, wie der Weg zu befolgen ist, daß Ich nicht gekommen bin, die Leiden zu entfernen, und daß Ich auch nicht unter ihnen wohne, um alle Leiden von der Erde hinwegzunehmen; denn leidensunfähig werden die Menschen nur, wenn sie eingegangen sind in die triumphierende Kirche. Aber Ich will ihnen zeigen, daß es ein untrügliches Kennzeichen ist, daß Ich den Menschen an Mich ziehen will und an Mich ziehen möchte, und daß Ich durch das Leiden sie zur Vereinigung mit Mir führe. Aber Ich will Dank und Anerkennung von diesem Geschlecht. Ich will, daß die hochheilige Messe, wo Mein Kreuzestod erneuert wird, sie jedesmal erinnern soll, mit Wem sie jetzt verkehren und Wer sich jetzt zu ihnen herabwürdigt.

Der Gedanke wird sie dann von selbst antreiben, ihre Herzen zu reinigen von allen unnützen Gedanken und allen Zerstreuungen, und sie werden Meine Nähe fühlen, mit Mir verkehren, Meine Worte verstehen und in sich aufnehmen und in sich verwirklichen. Sie werden es, Mein Wort nämlich, auch auf andere übertragen, und das Erdreich Meiner Kirche wird erneuert werden. Sage Meinen Dienern, ob es nicht der Mühe wert ist zu beachten, daß Ich mit dir rede, ob es nicht der Mühe wert sei, ob nicht ein einziger Akt der Liebe, die sie in einem einzigen Herzen mehr erwecken werden, nicht mehr wert ist als alle Wissenschaft der Welt, die doch nur zu unnützer Prahlerei und Weltweisheit führt. Ewig soll die Seele fortleben, ewig, ewig in Mir, und je mehr sie auf Erden Liebesakte erweckte, desto höher soll ihre Seele aufsteigen zur Vereinigung mit Mir.

Frage Meinen Diener, was man denn hält von einem Prediger, der eine Reise macht in ein fremdes Land und danach strebt, recht an sein Ziel zu gelangen, und diesen Prediger würde man aufhalten in seinem Schnellzug, in dem er weiterfährt und immer weiter und weiter, und ihm sagen: Komm mit mir, du sollst mir die Predigt halten da und da, komm gleich mit mir. Der Prediger würde dich verblüfft anschauen und sagen: ,Ja, ich bin darauf nicht vorbereitet, mein Freund.’ Wenn du zu ihm sagen würdest: ,Komm nur, du weißt schon, was du zu sagen hast.’ Und er glaubt deinem Wort, geht mit dir, betritt die Kanzel und spricht so hinreißende Worte, daß alle Zuhörer darüber sehr verwundert sind und mit lauschender Neugierde zuhören, was würdest du denken von diesem Prediger? Nicht wahr, du würdest denken von diesem Prediger, es ist der Geist Gottes, es ist Gottes Geist, Der es ihm eingibt, und du hast recht. Nun nimm dir diese Meine Dienerin, wie sie ist. Sie fährt nicht in der Bahn, aber betrachte ihr Leben, ob es nicht einem Schnellzug gleicht, ob sie nicht gehetzt ist fort und fort mit zerstreuenden Geschäften, die den Geist abziehen müssen.

Dann mußt du dir gewiß sagen, gewiß offen eingestehen, daß sie keine Zeit hat, eine Rede zu halten, eine Rede, worüber du selbst dich wundern mußt, wenn du aufrichtig mit dir sein willst, wenn du dich nicht selbst belügen und betrügen willst. Wo hätte nun dieses arme Landmädchen sich die Wissenschaft geholt, vielleicht in ihrer Dorfschule? Also, Mein Freund, gestehe dir es ein, Ich habe dir schon einmal gesagt, wenn kein Haar vom Haupte fällt, ohne Meinen Willen, wenn Ich die Haare eures Hauptes gezählt, wenn kein Sperling vom Dach fällt, wenn Ich es nicht will, leugne Mir es nur ab, wenn du sagen kannst, daß Ich es nicht bin, Der so redet!“

Barbara: „O Herr sieh, weil neulich ein Hypnotiseur in Mainz war, der auch einen Menschen eine Rede halten ließ, aus dem Stegreif über die Stadtverordnetenwahl, so will man meine Unterredung mit Dir auf eine Stufe mit diesem stellen. O Herr, so gib uns doch zu unserer Klarheit Dein Licht darüber. Siehe, ich denke, was nicht natürlich ist, was den Gesetzen zuwider steht, die Du ein für allemal aller Natur gegeben hast, ist übernatürlich, göttlich oder dämonisch. Ist dies so und bewirkte der Hypnotiseur diese Experimente durch dämonischen Einfluß?“

Jesus: „Ja, da muß aber das Leben zeigen zwischen beiden Geistern, ob es dämonischer oder göttlicher Einfluß ist, muß das Leben die Entscheidung geben. Alle, die noch wenig begriffen haben, daß Ich diese Welt erschuf, daß Ich alles, was darauf ist, in das Dasein gerufen habe, daß Ich das Recht besitze, zu bestrafen und zu belohnen, müssen erkennen, daß es einen dämonischen und einen göttlichen Einfluß gibt. Ich bin es, Der die Engel hinabstürzte in den Abgrund, aus dem Reiche des Lichtes in das Reich der Finsternis, weil sie sich gegen Meinen Geist empörten, weil sie sich nicht unterwerfen wollten Meinen Ratschlüssen, die Ich mit der Menschheit vor hatte, oder will Mein Diener Mir auch dieses nicht glauben? Sag ihm nur, daß es auch ein Rätsel ist und ein Geheimnis, daß Ich die Engel sofort verstieß aus dem Himmel und den Menschen so viel Nachsicht gewährte. Nicht war, dies ist ein Geheimnis? Nehmt die ganze Geschichte des menschlichen Geschlechtes, alle Glaubens- und Sittenlehren, vor wie vielen Geheimnissen bleibt ihr stehen? Seid ihr nicht Schwachköpfe, daß ihr euch nicht beugen wollt vor einer Erscheinung? Ja, ja, das sind dämonische Einflüsse, und weil sich dieselben so breit machen in diesem Jahrhundert, warum sollte auch Ich Meinen treuen Dienern Meinen Geist nicht geben, warum sollte Ich sie nicht auch beeinflussen, warum nicht mit jenen verkehren, die sich ganz Mir schenken?

Siehe, diese Meine Dienerin habe Ich dir in deine Gewalt gegeben, du Bischof von Mainz, denn du hast in deiner Stadt viele fromme Seelen, die den Himmel bestürmen, und um ihretwillen habe Ich dir Seelen gegeben, die es wagen, auch für andere zu leiden und zu dulden, die sich entschlossen, leiden und dulden zu wollen für andere, die Mich hinausgestoßen, die von Mir getrennt sind.

Freue dich, Mein Sohn, daß du der Bevorzugte bist, daß du dich rühmen kannst, daß du Menschen hast, gläubige, die sich vergessen können für Mich. Hier hast du drei Seelen, die sich selbst vergessen können, ja, du hast noch mehr Seelen, aber diese sind aus dem Weltenstand herausgenommen, sie sind mitten aus dem Getriebe der Welt. Du hast viele Seelen hier; sie alle sollen vereinigt ein Kleeblatt bilden, um die Allerheiligste Dreifaltigkeit Tag und Nacht zu bestürmen, Tag und Nacht sich als Sühne anbieten, um dem großen Ziel entgegenzusteuern, das Ich dir gesteckt habe, du Bischof von Mainz. Du sollst den Glauben erneuern! Und wenn du es nicht tust, Ich weiß aber, daß du es tun wirst, dann werde Ich tun, was Ich schon häufiger getan habe; von diesem verlange Ich nur die Beharrlichkeit.“

Barbara: „Sieh, Herr, kann sie denn auch Hysterie haben die Seele, die Dich allein sucht, kann man Dich, den überaus liebenswürdigen Gott, denn auch hysterisch lieben?“

Jesus: „Was solche Seelen, solche gelehrte Männer sich doch vergessen können! Sie sollten froh sein, daß es Menschen gibt, die sich so an Gott anklammern, daß sie alles und sich selbst vergessen können; ja freilich muß da was vorkommen. Komm nur, Meine Tochter, Ich will dir zeigen heute an dem Fest Meiner heiligen Apostelfürsten, Meiner ersten treuesten Jünger, wie Ich diejenigen belohne, die treu ausgeharrt und gekämpft haben.“

Barbara: „Ich sehe aber immer nur den heiligen Petrus und nicht den heiligen Paulus, warum denn?“

Jesus: „Ja, weil Petrus der erste Papst ist und du mit dem Papsttum in enger Verbindung stehst. Der Papst, der heilige Petrus, mußte sein Blut und Leben opfern für Meine Kirche, er mußte leiden, um zu siegen, und weil du ebenso mit deinem Leiden Meine Kirche unterstützen sollst. Denn alle, die mit Mir und für Mich leiden, sollen an ihrem Leib ersetzen, was an dem Leiden Christi noch mangelt für andere Meiner Brüder. Siehe, wie viele es gibt, die es nicht einmal der Mühe wert halten, um nachzudenken, für was sie auf der Welt sind. Denke du daran und vereinige dich täglich mit Meinem Diener in Rom und leide für Meine Kirche, mit Meiner Kirche und in Meiner Kirche, und je mehr dir widersprochen wird, je mehr du verschmäht und verachtet wirst, desto herrlicher wird dein Lohn und deine Krone sein.“

Barbara: „Ja, ich nehme sie an, diese Krone. (Jesus hielt ihr eine solche entgegen.) Erflehe mir nur Kraft und Mut, um auszuharren bis ans Ende, ich nehme sie an.“

Petrus: „Wohlan, meine treue Dienerin, bekleide dich damit. Du sollst diese Krone tragen, du sollst leiden für meine Kirche. Kümmere dich nicht, wie es dir noch ergehen wird; denn du bist bestimmt zu leiden. Werde nicht mutlos, wenn du nicht mehr so beten kannst wie früher, wenn du keinen so großen Trost mehr findest wie ehedem in deinem Gebet. Siehe, weil du leiden sollst, weil du immer enger angekettet wirst an das Kreuz, deshalb muß dir alles so kommen, daß du keinen Trost findest, weil auch Christus ohne Trost leiden wollte. Schreite mutig voran, fürchte nicht diejenigen, die nur Worte hinsagen.

Denn sieh, ich habe ja den Martertod ausgehalten, ich ließ mich für meinen Herrn ans Kreuz schlagen und weißt du, daß auch ich schwach war und der ganzen Welt vorgestellt wurde in meiner Schwachheit? Ich verleugnete den Herrn, obwohl ich Wunder gesehen, obwohl ich beteuert hatte, daß Er der Sohn des lebendigen Gottes sei, und als mich die Menschen verfolgt hatten, wollte ich fliehen, und wieder kam Er zu mir, wie Er auch zu dir kommt. Im Glauben müssen wir leben. Ich überwand meine Natur, und du wirst siegen, wie auch ich gesiegt habe.“

Barbara: „O wie glücklich! O wie glücklich!“

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87 Erster Freitag im Juli 1896

„Zum Leiden, ja, da muß man den Menschen zwingen, auch wenn sie die treuesten Kinder sind.“

Lied: Wann wird doch mein Jesus kommen...

Barbara: „O mein Jesus! O du süßer, lieber Bräutigam meiner Seele! O wie glücklich bin ich, daß Du Dich würdigst, fortwährend zu mir herabzusteigen, obwohl ich von allen Seiten angefeindet, verachtet und gedemütigt werde. Wie kommt es aber, daß ich Dich verstanden habe, ich hätte jetzt eine Zeitlang Ruhe? Was wird man sagen? Jetzt wird man erst recht sagen, ich sei eine Schwindlerin.“

Jesus: „Meine Tochter! Kümmere dich nicht, laß andere nur sagen, was sie wollen. Freilich hättest du gern Ruhe gehabt. Der Mensch ist einmal so, er möchte gern in der Ruhe seinen Himmel verdienen und zum Leiden sind die allerwenigsten bereit. Zum Leiden, ja, da muß man den Menschen zwingen, auch wenn sie die treuesten Kinder sind; denn alle gehen gern einen bequemen Weg, und das ist auch bei dir der Fall.

Darum wundere dich nicht. Ich habe dir neulich gesagt, daß sich dein Geist manchmal mit einmischt, vor allem, wenn du gern etwas wünschst und hättest, daß Ich es dir gebe, und möchtest deinen Willen gern durchführen und nicht den Meinigen, und darum glaubst du, wenn du es Mir vorschwätzest, so würde Ich es ausführen, wie du willst. Ich will aber nicht! Ich will, daß die Menschen, die Diener Meiner Kirche, gerade an deinem Leiden sehen sollen, daß Ich es bin, daß das Leiden ein Kennzeichen ist, daß Meine Hand im Spiel ist dabei; denn Leiden kann sich keine Schwindlerin machen und sie würde sich wohl auch davor hüten.

Ja, jene tun groß vor den Großen und tun klein vor den Kleinen, das heißt, wo sie wissen und erkennen, daß Ehre und Ruhm zu ernten sind. Wo sie aber wissen, daß das Gegenteil verborgen ist, da tun sie klein, weil sie den Kleinen und Armen doch nicht helfen können. Eine Seele aber, die nichts sucht als Mich allein, geht gerade durch, es ist ihr gleichviel, ob man sie lobt oder tadelt, ob man ihr Anerkennung zuspricht oder sie beschimpft oder bespöttelt und belächelt. Sag nur Meinen Dienern, daß du dich ihnen preisgeben willst; sie sollen mit dir anfangen, was sie wollen. Sei nur ruhig, Meine Tochter! Kümmere dich nicht um den morgigen Tag, denn der heutige soll dir genügen, wenn du Mir treu gedient hast. Was der morgige bringt, darum kümmere dich nicht! Diejenigen aber, die Ich dir vorgesetzt, daß sie Meine Stelle an dir vertreten sollen, werden sich wohl besinnen, dir Ungerechtigkeit widerfahren zu lassen. Aber rede nicht viel, außer der Zeit, wo Ich mit dir rede. Laß alles kommen, wie es kommt, und übergebe Mir nur deinen Willen, deine Seele mit ihren Kräften, dein Herz mit seinen Neigungen, deinen Leib mit seinen fünf Sinnen. Mehr verlange Ich nicht von dir.

Ja, ja, auch die Besten sollen nur nicht denken, daß ihnen nichts mehr fehle. O kommt doch und sättigt euch an Meinen Früchten, Der Ich unter euch wohne, ihr Menschenkinder, bereit, mit vollen Händen euch Gnaden auszuspenden. O daß ihr so bereit wäret, sie zu empfangen, wie Ich bereit bin, euch zu geben. Sehet doch, wie es überall notwendig ist, dieses den Menschen ans Herz zu legen, wie überall der Weltgeist eingedrungen ist, wie man Mir nur dient, weil es einmal Gebrauch so ist. O kommt doch, ihr Völker der Erde, und sättigt euch an Meinen Früchten. Seht ihr, wie Ich Meine Sonne scheinen lasse über die Guten und die Bösen, über Gerechte und Ungerechte, wie Ich Meinem Arm Einhalt tue, obwohl die Ungerechtigkeit zu Mir um Rache schreit.

Aber warum denn? Wegen diesen einzelnen Seelen, die Mein Herz verwunden, und um derentwillen Ich eine ganze Welt verschonen will. Seht, diese sind es, die Mich vor den Menschen bekennen, diese sind es aber auch, die Ich bekennen will vor Meinem Vater, Der im Himmel ist. Mit einem Haar ihres Hauptes haben sie Mein Herz verwundet. Seht, ihr Priester, wenn ihr nicht wisset, wie deutlich Ich Mich noch aussprechen soll, will Ich es euch sagen.

Solche Perlen, solche verborgene Edelsteinchen stecken in manchen Winkeln der Erde, unerkannt, verachtet und zurückgesetzt, und niemand ahnt es, was Mein Herz leidet, indem auch Ich Mich von ihnen fernhalten muß. Wie gern wäre Ich bereit, Mich ihnen mitzuteilen, Mich ihnen ganz zu schenken, um so ihnen diesen dunklen Erdenpfad zu erhellen und zu erleuchten, und Ich kann es nicht tun. Und warum denn nicht?

Weil Ich überall hinter Meinen Verwaltern zurückstehen muß, weil diese es nicht tun, denen Ich doch Meine Gewalt übertrug. O wie war die Liebe so unbegrenzt! Seht, am Ölberg sah Ich dieses alles voraus, Ich wußte, daß Meine Diener Mir Selbst manchmal wehe tun, weil sie die Kanäle aufhalten, und doch ging Ich darüber hinweg, und doch überließ Ich Mich ihnen als anderer Christus, und Ich muß an der Pforte stehen und muß anklopfen und muß warten, bis sie Mir die Türe auftun. Kümmere du dich nicht darum, Meine Tochter! Bleibe du Mir nur treu, alles andere laß nur kommen, wie es kommt.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich für N. Soll sie dem ersten oder zweiten Käufer ihr Geschäft anbieten zum Kauf?“

Jesus: „Ich habe es ihr schon gesagt, und Ich habe ihr den ersten nicht geraten. Dabei soll sie bleiben, denn da steckt noch etwas anderes dazwischen; sie soll ausharren auf dem Wege. Sieh, die Güter, die Ich ihr entrissen, die will Ich ihr tausendfach ersetzen durch übernatürliche Güter. Ach, wenn sie doch wüßte und verstünde, wie gut Ich ihr bin, wie Ich sie liebe, sie würde sich nicht grämen um diese paar Groschen!“

Barbara: „Ich bitte Dich für die bedrängte Familienmutter N.“

Jesus: „Sage ihr, daß Ich durch sie diese Familie retten will, sie soll nur zuwarten und sich nicht so sehr um die irdischen Dinge bekümmern, sie soll ihrem Mann eine treue, brave Gattin sein und Mir eine gelehrige Schülerin und damit ihren Lebenspfad ganz ruhig durchschreiten; denn Ich brauche solche christliche Frauen. Aus ihrer Ehe wird ein Kind hervorgehen, das Mir große Ehre machen wird!“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich für meine kranke Schwester in Amerika, die vor vier Wochen Lungenentzündung bekommen hat. Ist sie noch krank? Sie ist im Bett, ich sehe sie, sie ist noch krank. O Herr, stirbt sie denn?“

Jesus: „Nein, sie stirbt noch nicht!“

Barbara: Ich sehe sie wieder auf, aber doch nicht im Beruf, nicht als Klosterfrau. Und dann sehe ich sie ganz in Weiß.

Jesus: „Ja, du siehst ihre Seele, die du ganz geläutert siehst. Durch all die Leiden will Ich ihre Seele rein waschen wie Schnee.“

Barbara: „O Herr, entzünde uns doch immer mehr mit deiner heiligen Liebe.“

Und ich sehe drei Seelen sich vereinigen zu einer Seele, und diese eine schlüpft hinein in dieses liebenswürdigste, heiligste Herz Jesu.

Luise: „O Herr, ist es Dir so recht, wenn ich auf meine Gesundheit Rücksicht nehme, oder soll ich tun wie Lieschen ?...“

Jesus: „Ja, tue es nur, denn Ich verlange nicht von jedem das gleiche. Sei zufrieden mit dem, was du tun kannst. Freue dich, Mein Kind, mit einem lebendigen Glauben verbindest du eine tiefe Demut, die sich nicht so leicht erschüttern läßt, wie dies gewöhnlich unter deinesgleichen anzutreffen ist. Denn unter denjenigen, die in deinem Rang stehen, finde Ich keine, die sich so anschmiegt an diese Arme. Ich habe dich dieser gegeben, damit sie an dir eine Stütze habe in ihren Bedrängnissen. Du sollst dich nicht darum erschüttern lassen, wenn es auch noch so sehr um sie herumwirbelt mit Schmähreden und Verachtungen. Du sollst selbige mit ihr teilen. Wenn Meine Hand euch führt, was kann euch da noch fehlen?

Und wenn Ich deine Schwägerin in Schutz nehme und ihr sage, daß Ich ihre Habe gesegnet und ihren Haushalt so gestellt, daß sie dich haben kann ohne große Beschwerde, was will sie sich dann noch oft und viel beklagen, was soll Ich ihr dann noch geben, will sie denn nicht an Meiner Seligkeit teilnehmen und auf so leichte Weise verdienen?

Seid getrost, Meine Kinder, und fürchtet euch nicht, harret aus unter Meinem Kreuze, und ihr werdet siegen und herrschen und einst mit Mir ewig triumphieren in Meinem Reich.“

Barbara: „O Herr, man hat mir wegen dem Armen keine Antwort gegeben, jedenfalls, weil man sich seiner nicht annehmen will. Ich bitte Dich, nimm Du Dich seiner an.“

Jesus: „Ich will schon für ihn sorgen, die Gräfin wird dir schon antworten, es ist nicht so, wie du meinst, urteile nicht so hart, wenn keine Ursache dazu da ist.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

88 Prüfung des Bischofs

Auf ein Wort des Herrn hin begab sich Luise zum hochwürdigen Herrn Bischof, um ihn von den Offenbarungen in Kenntnis zu setzen und ihm das „Leben“ von Barbara vorzulegen, das Barbara binnen weniger Stunden an einem Sonntag neben ihrer anderen Pflichtarbeit mit besonderer Hilfe des Herrn zu Papier brachte. Der hochwürdige Herr, welcher dieselbe sehr gütig aufnahm, gab nach einiger Zeit folgende Erklärung schriftlich ab:

„Mainz, 28. Juni 1896

Betreffend die Aufzeichnungen der Mitteilungen der kranken Jungfrau Barbara

Nach Prüfung der mir übergebenen Hefte bemerke ich folgendes:

1. Die Lebensbeschreibung läßt erkennen, daß die Barbara eine schlichte, tugendhafte und fromme Person ist. Sie macht nicht den Eindruck einer Betrügerin. Persönlich kenne ich sie nicht und habe darum nicht ein bestimmtes Urteil.

2. Die Krankheitserscheinungen kenne ich auch nicht, zweifle aber nicht, daß sie in die unermeßliche, mannigfaltige Gruppe hysterischer Krämpfe gehören.

3. Die der bisherigen Bildung der Barbara gegenüber auffallend feine und edle Sprache, sofern sie nicht von der Schreiberin herrührt (wie die Katharina Emmerich oder Brentano), läßt sich wohl natürlich erklären aus der abnormen Nervenerregung, welche an die Krämpfe sich anschließt.

4. In den Aufzeichnungen erscheinen besonders bedenklich die Aussprüche über Personen, die sich im Fegefeuer befinden. Als göttliche Eingebung sie zu betrachten liegt kein Grund vor, sie haben keinen Zweck. Sie sind leichtfertige Annahme und müssen unterdrückt werden. (Dies sagte der hochwürdige Herr, wie er Luise sagte, mit Rücksicht auf eine hohe Persönlichkeit, von dem er fürchtete, daß sie bekannt werde.)

5. Gegen den Glauben verstoßen die frommen Ermahnungen, Betrachtungen und Ergießungen nicht; sie übersteigen aber nicht die Linie der gewöhnlichen frommen Anschauungen, welche in Gebetbüchern, Predigten und Betrachtungen sich finden und können darum wohl natürlich erklärt werden.

6. Die zum Teil auf die Zeitverhältnisse Sozialismus, Atheismus eingehenden Mahnungen und Klagen sind sehr wohl natürlich zu erklären, obgleich dem Gesichtskreis der Barbara fernerliegend.

7. Wenn die Mitteilungen als Worte des Heilands sich darstellen und als Offenbarungen desselben vorgetragen werden, so kann das auf reiner Phantasie beruhen. Was Barbara denkt und will, das kleidet sie in ihrer Phantasie in die Form von Aussprüchen und Befehlen des Herrn. Es soll das nicht als absichtlicher Betrug angesehen werden, wohl aber als Selbsttäuschungen. Die Formeln kann Barbara aus zahllosen Schriften entnommen haben.

8. Besondere Kennzeichen übernatürlicher Erleuchtung sind keine vorhanden.

9. Es ist darum die Annahme einer solchen als unbegründet und irrig zu verwerfen; der Arzt soll die Kranke beobachten, die Aufzeichnung ihrer Mitteilungen aber hat zu unterbleiben.

(gez. Paulus Leopold)“

Dann beauftragte er einen Arzt, den Ekstasen beizuwohnen und ihm sein ärztliches Urteil darüber mitzuteilen. Derselbe wohnte fünfmal der Ekstase bei und erklärte nicht nur Luise, sondern auch dem Beichtvater von Barbara, daß die Erscheinungen keine natürliche Krankheit seien, er jedoch das weitere, da er Theologie nicht studiert habe, den Priestern zur Beurteilung überlasse.

„Es sei keine Krankheit,

1. weil das Leiden nur an Freitagen komme,

2. die drei Stürme vor den Ekstasen die gleichen seien, was bei keiner Krankheit der Fall ist,

3. Barbara alles wisse, was sie in diesem Zustand gesehen und gehört; denn nach jeder Ekstase fragte er Barbara aus,

4. in den Schriften alles Hand und Fuß habe, während bei Somnambulen ein buntes Durcheinander herrscht,

5. wegen der großen Bestimmtheit der Schriften: Dann und dann habe Ich dir das und das gesagt, was er nachgeschlagen und wirklich so gewesen sei.“

Der hochwürdige Herr vermied es jedoch geflissentlich, das Urteil des Arztes einzufordern, weil er die Sache gern los gewesen wäre, wie er selbst zu Luise sagte. Darum sprach er bei einem folgenden Besuch der Luise gegenüber den Wunsch aus, daß sie von jetzt an während der Ekstase nicht aufschreibe, doch möge sie in vierzehn Tagen wiederkommen. Gehorche sie, so wolle er es als ein geistliches Zeichen ansehen. Als Luise nach Ablauf dieser Frist sich wieder zu ihm begab, sagte er:

Bischof: „Von jetzt an tun Sie, was Ihr Beichtvater sagt.“

Der hochwürdige Herr glaubte vielleicht, durch das vorangehende Schreiben Ruhe zu bekommen, doch es war dies nicht der Wille des Herrn. Er sandte Luise öfters fort zu ihm mit Botschaften. Mindestens alle vierzehn Tage bis vier Wochen mußte Luise auf Anregung des Herrn das Neueste bringen und nahm das Alte mit zurück. War der hochwürdige Herr noch nicht fertig mit Lesen, so sagte er in seiner Demut:

Bischof: „Erlauben Sie mir, es bis zum nächsten Male zu behalten.“

Er nahm Luise stets sehr freundlich auf, und wenn selbe fürchtete, ihm lästig zu sein, so sagte er:

Bischof: „Kommen Sie nur so oft, wie Sie wollen.“

Wiewohl er viele philosophische Einwände machte und es oft boshafte Diskussionen gab, so verabschiedete er Luise mit den Worten:

Bischof: „Wenn wir uns auch in der Sache widersprechen, so bleiben wir doch im übrigen gute Freunde.“

Einmal aber sagte er ganz entschieden:

Bischof: „Von jetzt an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben und Frau Z. darf Ihnen helfen abzuschreiben. Auswärts können Sie Gebrauch davon machen, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig.“

Das befolgten wir genau. Der Herr gab ihm dies so ein und wollte dies so, daß Er Seine Worte ohne Hindernis der Menschheit diktieren könne. So ging es mehrere Jahre, bis zum Jahre 1899. Erst als, wie Er Selbst sagte, Er alles gelobt, was zu loben war, und getadelt, was zu tadeln war, ließ Er es zu, daß die Stürme über Sein Werk hinsausten, die, weit entfernt den Baum zu entwurzeln, ihm vielmehr Kraft und Gedeihen gaben.

Jesus: „So wie die Verfolgungen die Beglaubigung Meiner Kirche ist, so sollen sie auch euer Trost und eure Beglaubigung sein.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

89 Montag in der großen Gebetswoche 1896

„Meine lieben Kinder, liebet die Demütigungen, die über euch kommen.“

Lieschen bat den Herrn um die Rettung mehrerer Freimaurer aus einer Familie, welche der Familie von N. ehemals viel Leid zugefügt. Der Herr gab zuerst eine ausweichende Antwort. Als sie aber fortfuhr zu bitten, sagte Er:

Jesus: „Solange noch uneigennützige Seelen da sind, werden noch Sünder gerettet, wenn sie sich für die Sünder opfern.“

Luise: „Herr, ich opfere Dir den Schmerz, daß ich nichts aufschreiben darf, für diese Freimaurer, daß sie gerettet werden.“

Jesus: „Sieh, Mein Kind, Ich habe auf deine heroische Nächstenliebe gewartet, denn weil die Familie dieser Sünder der Familie von N. so namenlosen Schmerz und Weh verursacht hat, mache Ich deren Seligkeit von dir abhängig. Ich will sie dir und N. schenken, wenn ihr beide euch zum Opfer bringt.“

Luise: „Herr, ich wünschte, ich hätte tausend Feinde, daß ich mich für sie opfern könnte, um sie Dir alle zuzuführen.“

Jesus: „Siehe, Mein Kind, jetzt bist du unter dem Kreuze. Eine uneigennützige Seele überbrückt Meine Gerechtigkeit, daß Ich über die von ihr gebaute Brücke an den Sünder heran kann.“

Lieschen: „O Herr, ich wollte gern fasten bei Wasser und Brot. Soll ich es tun?“

Jesus: „Nein, du sollst deine Kräfte behalten, denn es ist nicht mehr die Zeit, wo Wunder nötig sind, um den Glauben zu gründen. Du sollst die natürlichen Mittel anwenden, um deine Kräfte zu erhalten.“

(Einer dieser Freimaurer ist danach aus diesem Bunde ausgetreten.)

Jesus: „Mit jenen kann Ich Mich nicht unterhalten, denen Ich nur Nebensache bin, die nicht wissen, wie sie sich genug Vergnügen machen können. Ich komme nur zu dir, um den Menschen zu zeigen, wie gut Ich bin. Sie mögen forschen nach allen Seiten, Meine Liebe können sie nicht ergründen. Laß alles mit dir machen, was sie wollen. Ihr, Meine lieben Kinder, zur Belohnung für euren Gehorsam komme Ich heute ganz nahe zu euch.“

Barbara durfte uns den Ort zeigen, wo Seine Füße standen, und Er erlaubte uns, dieselben zu küssen.

Jesus: „Du wirst sehen, daß sie dich bald in Ruhe lassen!“

Er beklagte sich, daß nur die Armen und Bedürftigen kämen, Ihn zu suchen und dies nur, um Wohltaten zu empfangen von Ihm, und wenn sie diese empfangen hatten, Ihn alsbald wieder vergessen würden.

Jesus: „Es gibt nur wenige, die Mich im Leiden lieben; im Genuß wollen Mich alle lieben. Liebe doch das Leiden. Wenn du in der Kirche Mich genießest, zahle Ich dir den Lohn gleich aus. Wenn du aber gerne die Kirche besuchen wolltest, aber durch Krankheit oder sonst nach Meinem Willen für Mich beschäftigt oder verhindert bist, dann hebe Ich den Lohn für die Ewigkeit auf. Das sage auch deinen beiden Freundinnen. Meine lieben Kinder, liebet die Demütigungen, die über euch kommen.“

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90 Zweiter Freitag im Juli 1896

„Daß Mein Geist immer noch in Vereinigung mit deinem Geist wirkt und sich deshalb in Kleinigkeiten dein Geist immer noch mit einmischt.“

Barbara: „O mein Jesus, muß ich denn mein ganzes Leben in solcher Ungewißheit zubringen? Siehe, Du hast gesagt, daß man den Vorgesetzten glauben soll, und sie geben mir keine Sicherheit.“

Jesus: „Meine Tochter! Die Ungewißheit, das Unsichere, das dir durch andere immer wieder eingeredet wird, es sei Krankheit, Einbildung, das ist dein Leiden und macht dein Verdienst aus. Gelt, wenn Ich Mich immer vor dich hinstellen würde, wie du Mich jetzt siehst, wenn du in solchen Ängsten bist, und sagte: ‚Ich bin es‘, dann würdest du gerne leiden, ja, dann wäre es kein Leiden mehr, sondern nur noch Freude. Gerade das, daß die Menschen nicht wissen, woher das Leiden stammt oder die Krankheit, wer es ihnen zugeschickt, wozu, wie lange es dauert, das macht das Leiden aus, das Ich ihnen schicke.

Meine Kinder, erfreuet Mich mit einem lebendigen Glauben, daß Ich es bin, Der mit Meiner Dienerin redet, und mit einer tiefen Demut, denn Ich habe euch erwählt, um durch euch die Menschheit zu belehren und ihnen zu zeigen, wie gut Ich bin. Harret aus unter dem Kreuze; daß euch die Menschen nicht glauben wollen, es soll euch einerlei sein, ob man euch lobt oder tadelt, ob man euch Anerkennung zollt oder nicht, ob die Priester bald herzukommen oder noch lange wegbleiben, ob jemand glaubt oder nicht. Ihr sollt geradeaus gehen. Saget Meinem Diener, dem Bischof, daß sie es wissen sollen, daß Ich Meine Worte nicht in den Wind hinaussprechen werde, und daß Ich Mich deshalb zurückziehe und nicht mehr zu euch komme, um Mich stundenlang mit euch zu unterhalten, und daß Ich dir keine Belehrungen mehr gebe für die ganze Menschheit über die Bedrängnisse der Welt, solange Mein Diener Mich bindet.

Ich komme nur noch, um dich aufzurichten und über eure persönlichen Angelegenheiten zu sprechen, aber belästigt Mich nicht mit Fragen und Bitten anderer, solange Mein Diener nicht überzeugt ist, daß Ich es bin, Der mit euch redet. Sage ihm, solange er alles auf natürliche Weise sich erklären will, er soll doch einmal überlegen, als Ich Meine Wunder auf Erden wirkte, daß Ich Mich immer menschlicher, natürlicher Mittel bediente, um Wohltaten zuzuwenden, und ebenso auch hier, wo Meine Gottheit Sich über dich ausgießt und Mein Geist Sich mit deinem Geist vereinigt, doch so, daß Mein Geist vollständig überlegen und vollständig die Oberhand darüber hat. Er ist es dann, Der aus dir spricht, so daß nicht du redest und handelst, sondern Ich.

Er soll aber auch bedenken, wenn er sich an Kleinigkeiten stößt, daß Mein Geist immer noch in Vereinigung mit deinem Geist wirkt und sich deshalb in Kleinigkeiten dein Geist immer noch mit einmischt. Nun lebt wohl, Meine Kinder, und erfreuet Mich mit einem lebendigen Glauben.

Denn wisset, daß ihr das Kreuz der Ungewißheit und der Verachtung von anderen nicht ertraget um eurer Sünden willen, sondern, daß ihr leiden sollt für die Bekehrung der Sünder. Darum opfert Mir es täglich, ja stündlich, auf dafür, denn seht, Mein Herz blutet bei dem Untergang so vieler Seelen. Ich will euch aber nicht stundenlang aufhalten, sondern geht hin, wo ihr Mich findet.“

Und Er klagte noch über die zunehmende Vergnügungssucht, wie die Tanzbelustigungen immer mehr, die Kirchenbesuche immer weniger werden, und wie jährlich auch dieser Geist immer mehr in den Priesterstand eindringt, daß auch sie eingenommen werden von diesem Weltgeist, von dieser Vergnügungssucht.

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91 Letzter Tag der Gebetswoche 1896

„Seht, in der heiligen Hostie seht ihr auch nur die Gestalt des Brotes, ebenso bin Ich jetzt hier bei Meiner Dienerin verborgen.“

Barbara: „O mein Jesus, verzeihe mir doch, daß ich gezweifelt habe, weil ich meinen Vorgesetzten immer mehr glaube als Dir, wiewohl Du schon so oft mit mir gesprochen.“

Jesus: „Trockne deine Tränen, Meine Tochter, raffe dich auf, kümmere dich nicht darum, daß andere nicht glauben wollen. Ich verzeihe dir deine Zweifel, weil sie vom Gehorsam herkommen, und weil du nicht allein schuld bist. Aber gehe über all das hinweg und höre, was Ich dir sage. Kümmere dich auch nicht darum, wenn deine Umgebung dich beschimpft und dir saure Gesichter macht, denn das geht dich nichts an, weil du Mein bist. Denn Ich will durch dich den Glauben beleben, und Ich habe deine Schwägerin gesegnet, nicht ihretwegen, sondern deinetwegen. Und wenn Ich ihr den zeitlichen Segen gegeben habe, weil sie neben dir steht, so soll sie Meinen ewigen Segen verdienen, indem sie zu dir hält. Sage deinen beiden Freundinnen, daß sie nichts verlieren, wenn sie hier bei dir sind, daß sie dann dasselbe tun, als wenn sie vor Meinem Tabernakel wären, denn Ich bin hier wie dort.

Kommt und betet Mich an unter der Hülle dieses Meines armseligen Geschöpfes, denn in dieser Stunde ist Mein göttlicher Geist mit dem ihrigen vereinigt und beherrscht denselben vollständig, so daß nicht sie redet und handelt, sondern Ich in ihr. Seht, in der heiligen Hostie seht ihr auch nur die Gestalt des Brotes, ebenso bin Ich jetzt hier bei Meiner Dienerin verborgen. Sage Meiner Luise, sie soll zu ihrem Bischof gehen und ihm sagen, daß Ich Mich wohl binden lasse von ihm, daß er nicht zu fürchten braucht, daß er noch ein Wort von Mir hören wird, solange er nicht überzeugt ist, daß Ich es bin. Aber woher sollte ein solch erhabener Verstand kommen, der aus den Schriften spricht? Doch nicht von einem Bauernmädchen aus den untersten Schichten des Volkes, aus einer armen Dorfschule? Da muß doch ein anderer Geist dahinterstecken, und das ist Mein Geist.

Sage ihm, daß auch ihr euch binden lasset, daß du dich nicht versucht fühlst, während der Ekstase auch nur das Mindeste aufzuschreiben, daß du bereit wärest, nie mehr etwas aufzuschreiben, wenn er nur das, was er bis jetzt weiß, in die Wirklichkeit übersetzen will. Sage ihm, daß du dich dann auch erholen könntest, daß das viele Schreiben dich sehr anstrengt und Ich dir befohlen habe, dich zu pflegen, um es zu können. Sage ihm, daß du viel lieber Tag und Nacht vor dem Tabernakel zubrächtest, um zu beten für die, die nicht glauben wollen. Sage ihm, daß Ich strenge Rechenschaft von all denen fordere, die ein Wort dagegen reden, ohne sich überzeugt zu haben, ohne die Worte gelesen und dein Leiden gesehen zu haben, weil Ich damit den Glauben beleben will.

Seht, wie der Glaube abnimmt. Man jagt nur dem Vergnügen nach, man sucht sein Glück in der Wollust, im Genuß und im Besitz von Reichtümern, und Mich stellt man hinten an und gebraucht Mich nur so nebenbei als eine Sache, von der man eben weiß. Dasselbe sage dem Arzt, den Ich beigegeben habe, die Untersuchung zu leiten. Sage Meiner Tochter (eine Verwandte von Barbara aus Rück, die gerade auf Besuch war), daß sie ein großes Glück hat, hierhergekommen zu sein, daß sie mit Freuden in ihre Heimat gehen soll, den Glauben neu zu beleben, denn Ich komme nur zu Meiner Dienerin, um den Glauben zu erneuern.

Sage deiner ganzen Verwandtschaft, daß Ich schon große Freude an ihr habe wegen ihres tiefgläubigen Sinnes, daß sie Mich erfreuen sollen mit einem lebendigen Glauben, mit einer tiefen Demut und mit einer innigen Liebe. Sage ihnen und allen Männern in Rück und in Schippach, daß Ich das Recht habe zu bestrafen und zu belohnen, und daß Ich Rechenschaft fordern werde von jedem unnützen Wort, das wider den Glauben ausgestreut wird; denn Ich will durch Meine Dienerin den Glauben neu beleben, und deshalb werde Ich jedes Wort gegen das, was Ich in Meiner Dienerin wirke, bestrafen. Und nun geht hin, wo ihr Mich findet!“

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92 Dritter Freitag im Juli 1896

„Seht doch die unermeßliche Ewigkeit, wo keine Barmherzigkeit mehr regiert, sondern nur unerbittliche Gerechtigkeit.“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, wie Ich Mich gesehnt habe, zu dir zu kommen. Ich habe Mich gefreut auf diese Stunde, wo Ich in dein Herz kommen konnte, deshalb, um dich zu überzeugen, daß Ich es bin, Der nach deinem Leiden mit dir redet. Deshalb lasse Ich dich nach der heiligen Kommunion darben und verhalte Mich in dir so, als ob Ich es gar nicht wäre, damit du einsiehst, was du aus dir kannst, du Erdenstäubchen, du Adamstochter! Darum lasse Ich dich darben, damit du klar einsiehst, wie nur Ich es bin, Der dich nach dem Leiden von all den Ängsten befreit... Siehe, Ich habe die ganze Welt erschaffen, daß der Mensch in ihr sich freuen kann, und den Menschen habe Ich einzig und alleingesetzt zu Meiner Verherrlichung. Wo bleibt sie nun, Meine Verherrlichung? Betet für den Bischof, daß, wenn er zum Großherzog geht, er den Mut hat, ihm alles das zu sagen, wie Ich es will, und daß er auch Meinen Willen seinen Untergebenen mitteilt und sich nicht fürchtet.

O wie stände es anders in der Welt, wenn die Bischöfe und Priester den Mut hätten, offen und frei vor den Großen zu reden und ihnen zu sagen, daß das Unglück nur kommt vom Freimaurertum und dem Sozialismus, und daß man Herzen nicht mit Waffengewalt bekehren kann, wenn auch noch so viele Schwerter klirren, sondern nur durch die heilige Kirche und ihre Diener, und die sich mit ihnen verbinden, sich opfernd, sühnend und leidend. Aber die große Menschenfurcht ist das Übel der Zeit.“

Barbara bittet um verschiedene Anliegen für andere.

Jesus: „Das sind keine der wichtigsten Bitten! Ihr, Meine lieben Kinder, sollt über dies alles hinweggehen. Seht doch den Untergang so vieler unsterblicher Seelen, seht doch die unermeßliche Ewigkeit, wo keine Barmherzigkeit mehr regiert, sondern nur unerbittliche Gerechtigkeit. Darum flüchtet zu der Liebe und Barmherzigkeit. Und wo findet ihr sie? In Meinem Herzen; vereinigt euch mit Meinem Herzen für die Sünder. Liebe und Barmherzigkeit sei der Beweggrund all eures Tuns und Denkens.

Ihr sollt euch ganz vergessen und nur mehr sinnen und trachten, wie ihr Mir Freude machen könnt, wie ihr Mir gefallen könnt, um Seelen zu gewinnen. Wenn euch die Menschen verlachen, verspötteln, opfert es Mir nur auf für die Bekehrung der Sünder, und wenn du zu dem Bischof kommst und er spottet über dich, so opfere Mir die Schmerzen für die Bekehrung der Sünder einfach auf. Freut euch und frohlockt, denn groß ist euer Lohn im Himmel. Zu dieser Stunde, wo ihr Mir dient, gibt es so viele andere, die Mir auch dienen könnten, die aber die Zeit auf dem Kanapee oder im Bett in träger Ruhe zubringen. Wundert euch nicht, daß Ich nicht viel mit euch rede; denn erstens bin Ich gebunden, zweitens ist es kein Tag, wo Ich verherrlicht werden soll, kein Festtag.

Am nächsten Festtag wirst du auch wieder etwas erfahren. Ich habe dir an Pfingsten gesagt, daß Mein Diener, der Bischof, im stillen arbeitet. So ist es. Wenn er vor euch tut, als glaube er gar nichts, so glaubt er doch und arbeitet daran, in seiner Diözese alles ins Werk zu setzen; denn er ist ein großer Diener Gottes.“

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93 Achtzehnter Juli 1896

„Daß dies das höchste Gebet ist, wenn die drei Kräfte ganz in ihrer Tätigkeit zurücktreten und in Mir ruhen.“

Als am dritten Montag im Juli Barbara nach der heiligen Kommunion vor lauter inneren Glückes den ganzen Morgen nicht mündlich beten konnte, sagte sie zum Herrn:

Barbara: „Ja, wie ist denn dies? Wie, wenn dies aber, wie sie sagen, lauter Täuschungen wären, dann hätte ich ja nichts gebetet. Kannst Du denn damit zufrieden sein?“

Jesus: „Sage denen, die dies für Täuschung halten, daß dies das höchste Gebet ist, wenn die drei Kräfte ganz in ihrer Tätigkeit zurücktreten und in Mir ruhen. Erinnere dich doch beständig daran, was Meine Luise dich gelehrt hat.“

Dieselbe hatte Barbara das Verschen gelehrt: Du mein Leben, meine Welt, nimm mich hin, Du Held der Liebe, Du mein Leben, meine Welt. Wenn auch alles mich verließe, Du bist es, Der mich schadlos hält!

Jesus: „Glaube fest, daß Ich dir alles ersetzen kann, und daß du niemand brauchst!“

Dabei zeigte Er Sich ihr in höchster Wonne als ihre Welt, so daß ihr die ganze Welt schwand, und sagte:

Jesus: „Und weil dein erster Führer und jetzt auch dein höchster Führer glaubt, sich lächerlich zu machen, so will Ich dich Selbst führen, so lasse dich nur um Meinetwillen lächerlich machen, du wirst es nicht bereuen. Klammere dich nur an Mich an und sei ruhig.“

Barbara: „O Herr, siehe, nun habe ich alles getan, und es ist doch umsonst.“

Jesus: „Ich habe dir von Anfang an gesagt, daß Ich von dir nichts verlange als die Beharrlichkeit. Alles übrige laß Mich nur machen.“

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94 Vierter Donnerstag im Juli 1896

„Wo die Welt überflutet ist durch die Greueltaten des Freimaurertums, des Liberalismus und Sozialismus.“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, wie Ich Mich gesehnt habe, zu euch zu kommen, wie Ich Mich gefreut habe auf die Stunde, wo Ich mit euch verkehren könne. Erlaubt mir doch, zu euch zu kommen! Seht, Ich war gekommen, den Willen Meines himmlischen Vaters zu erfüllen, die Kranken zu heilen, die Betrübten zu trösten, die Schwachen zu stärken, die Mutlosen aufzurichten. Wenn Ich von der Arbeit sehr müde war und Mein menschliches Herz sich trösten wollte, so zog Ich Mich zur Erholung zurück in irgendeine liebende Familie, am liebsten zu Meinen treuesten Freunden, zu Lazarus, Maria und Martha. Diese sollt ihr Mir jetzt sein. Erlaubet Mir daher, zu Meinem Trost zu euch zu kommen, wo die Welt überflutet ist durch die Greueltaten des Freimaurertums, des Liberalismus und Sozialismus.

Seht, unter den Millionen Menschen, wie wenige suchen Mich! Wie wenige sind es, die Mich suchen. Ihr aber sucht Mich und Meine Liebe. Darum ist es Meine Freude, mit euch zu verkehren, aber ich will die Menschheit zurückführen zu Meinem himmlischen Vater. Darum wohne Ich im Allerheiligsten Altarsakrament, denn seht, Ich bin das Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und den Menschen. Ich will vom Allerheiligsten Sakrament des Altares aus alle mit einem Band der Liebe umschlingen und alle, welche sich umschlingen lassen, sollen gerettet sein.

Du aber, Meine Tochter, werde nicht mutlos, wenn du auch noch harte Wege gehen mußt in deiner Familie.

Ich bin Derjenige, Der die Lilien des Feldes kleidet, Der die Vögel des Himmels nährt und den Füchsen ihre Höhlung gibt. Du sollst nie Mangel leiden, Ich werde dich bekleiden, deshalb habe Ich dich heute hergeführt. Wie Ich kein Heim hatte, so sollst du kein Heim haben, weil du Mein Leben nachbilden sollst. Freue dich, daß du kein Heim hast und Mir ähnlich darin sein sollst. Wie Ich Mich in eine treue Familie zurückzog, siehe, so bist du auch hier daheim. Ich werde immer für dich sorgen, kümmere dich um nichts. Lasset euch von den Menschen belachen und Meine Diener über euch spötteln, glaubt es, daß Ich mit euch verkehre, denn Ich bin es wirklich. Es bleibt nicht immer so, wie es jetzt ist.“

Dann kam die heilige Magdalena und sagte:

Heilige Magdalena: „Von jetzt an sollt ihr mich nur Schwester nennen! Seht, ich wäre gern bei Lazarus und Martha geblieben, allein ich wollte dem Herrn alles sein. Ich wollte Ihm beständig eine Herberge bieten, bei mir sollte Er die ganze Menschheit wiederfinden, die ich Ihm ersetzen wollte. Deshalb führte Er mich in die Felsenhöhle, um beständig mit mir sein zu können. Jetzt, wo die Menschheit ein neues Heidentum begonnen hat, ist es nötig, daß es Menschen gibt, die dem Herrn ersetzen den Undank und die Gleichgültigkeit der übrigen. Deshalb kommt Er zu dir, um Herberge bei dir zu suchen. Nenne mich nunmehr Schwester, denn da, wo ich bin, sollt auch ihr hin. Folget mir nach in der Demut, im Glauben und in der Liebe. Seht, wie wohl meine Schwester Martha die Unschuld bewahrte und dem Herrn viele Seelen zuführte, so kam ich ihr doch zuvor durch die Liebe.

Jeder Mensch kann durch die Liebe die verlorene Unschuld wieder erlangen. Wenn eine Seele das Unglück gehabt, wie ich, die Unschuld zu verlieren, so soll sie wissen, daß sie diese durch die Liebe wieder erlangen kann. Deshalb erschien mir auch der Herr nach Seiner heiligen Mutter zuerst, noch vor dem Lieblingsjünger, und ich bin sogar allen Märtyrern vorgesetzt, weil der Herr meine Liebe höher veranschlagt hat. Johannes vertrat unter dem Kreuz die unschuldigen Seelen, ich die Büßenden.“

Luise bat um die Gnade, nicht so viel Rücksicht auf die Gesundheit nehmen zu müssen.

Heilige Magdalena: „Ja seht, meine Kinder, ich floh in die Einöde, ich fühlte aber auch die Kraft in mir. Glaubet sicher, daß der Herr nichts über unsere Kräfte verlangt, Er will nichts, was wir nicht leisten können. Darauf muß jede Rücksicht nehmen, welche die Kraft nicht in sich fühlt; dies kann man alles durch die Liebe ersetzen.“

Jesus: „Jetzt komm, Meine Tochter, jetzt sollst du auch sehen, wie diejenigen verherrlicht werden, die Mich so lieben.“

Barbara: Und ich sehe ihren Thron so ganz nahe bei der lieben Mutter Gottes, an ihrem Hals eine silberne Halskette von unbeschreiblichem Glanz, mit jugendlichem Angesichte. O wie ist dies herrlich anzusehen!

Magdalena: „Ja seht, Meine Schwestern, da wo ich bin, da sollt auch ihr hin.“

Jesus: „Urteile nicht lieblos über die, welche nicht glauben. Siehe, wie Ich Meine Sonne über Gute und Böse aufgehen lasse, wenn sie nur an Mich glauben, wenn sie auch nicht glauben, daß Ich in dir verkehre. Du weißt, daß Ich aber alle retten will, sogar diejenigen, die nur auf dem äußersten Rand sitzen.“

Zu Luise: „Erhole dich erst ein paar Tage, denn deine Nerven sind zerrüttet, du bist sehr schwach, dann erst fange wieder an mit schreiben. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

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95 Fest des heiligen Jakobus 1896

Jesus: „Siehe, Meine Tochter! Die Apostel waren in dem nämlichen Fall wie du. Sie verkehrten mit Mir, sie sahen Meine Wunder, wenn aber eine Versuchung an sie herantrat, zweifelten sie wieder. Trotz alledem aber harrten sie aus, sie überwanden die Versuchung. So will Ich auch dir alle deine Zweifel verzeihen. Solange Ich bei dir bin, glaubst du wie sie, wenn aber eine Versuchung über dich kommt, oder wenn deine Vorgesetzten ein Wort dagegen sagen, dann zweifelst du. Aber dies alles will Ich dir verzeihen, wenn du ausharrst wie sie, und ihr sollt denselben Lohn davontragen, wenn ihr ausharrt im Glauben.“

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96 Letzter Donnerstag im Juli 1896

„Siehe, das ist der Stolz, der etwas leisten will!“

Jesus: „Siehe, sei ruhig, Meine Tochter! Es ist wahr, du könntest dir zuweilen mehr Mühe geben, du bist halt immer noch zuviel Mensch. Ich habe dir schon so oft gesagt, daß Ich dich in diese Familie gestellt habe, aber nicht, um mitten in ihr zu leben und darin ganz aufzugehen, sondern nur, um neben ihr zu leben. Siehe, Ich habe dir auch Mitschwestern gegeben und ihre Interessen sollen deine Interessen sein, ihr sollt Mir eine Familie bilden, ihr sollt euch nur mehr Meiner Kirche annehmen, ihr sollt nur mehr für Meine Kirche leben, ihre Interessen sollen eure Interessen sein! Seht diese große Gottesfamilie, für die ihr leben sollt. Seht, Ich wollte Hunger leiden, Ich wollte verlassen sein, Ich zog Meinen Geist zurück von Meinem himmlischen Vater, um zu fühlen, wie es Seelen zumute ist, wenn sie von Mir, eurem Gott und Herrn, verlassen sind. Beklagt euch nicht mehr, ihr sollt mit Mir leiden, denn ihr seid bestimmt zu leiden, ihr sollt den eucharistischen Kreuzweg gehen. Ich gebe euch nicht mehr frei. Fraget nicht mehr, woher dieses? Ihr sollt es wissen, daß Ich es bin, Der euch alles zuschickt, und damit ihr dies klar sehet.“

Luise: „Ja, lieber Heiland, ich meine immer noch, wenn ich zu Hause bleiben muß, ich gebe meiner Gesundheit zu viel nach, und wenn ich dazu gar kein Vaterunser beten kann, meine ich, ich könnte nichts als Dich beleidigen.“

Jesus: „Seid ihr noch so törichte, so unverständige Lehrlinge, daß Ich auch von euch sagen muß, daß Ich alle Meine Worte in den Wind geredet? Was habe Ich denn soeben gesagt? Siehe, das ist der Stolz, der etwas leisten will. Ihr sollt Mir eure Armseligkeit darbringen, ihr sollt an eurem Leib ersetzen, was an dem Leiden Christi noch mangelt für Meine Brüder. Vereinigt euch mit der Liebe Meines Herzens, wenn Ich euch alles verzeihe, wenn nur der Mensch guten Willen hat und zu Mir zurückkehren will.

Wenn Ich mit euch zufrieden bin, warum nicht auch ihr? Ihr sollt euren Stolz brechen, ihr sollt einsehen, was ihr könnt ohne Mich, wenn Ich Mich zurückziehe. Geht über all die Kleinigkeiten hinweg, denn das sind in Meinen Augen wirklich lauter Kleinigkeiten!

Gönnt Mir doch den Umgang mit euch! In stiller, heiliger Stunde will Ich bei euch einkehren. Ihr sollt Mich entschädigen, Mein Herz trösten. O seht die vielen Pulsschläge und Blutstropfen, die an so vielen Seelen verlorengehen. Opfert euch auf in Vereinigung mit Meinem bitteren Leiden. Ich werde euch so lange bearbeiten, bis ihr ganz gefügige Werkzeuge in Meiner Hand seid. Klammert euch an Mein Herz, opfernd, sühnend und büßend für die Sünder. Seht, wie reichlich Mein himmlischer Vater den Menschen alle Bedürfnisse zugewiesen, aber Er ist erzürnt, denn seht, wo bleibt der Dank? Kaum findet sich ein Mensch, der auch nur ein Wörtlein des Dankes hätte.

Ihr, Meine Kinder, sollt euch mit Meinem Herzen vereinigen, um beständig Dank zu sagen im Namen aller Menschen, denn Mein Vater ist erzürnt. Vereinigt euch recht mit Meiner heiligen Mutter. Sie war das einzige Geschöpf, das klar erkannte, wer Ich bin, Sie allein konnte Mir würdiges Lob darbringen. Vereinigt euch mit Ihr und opfert Mir all eure Armseligkeit, euer Elend und eure Verlassenheit für diese Armen auf. Seht doch, wie alle Meine Diener voller Menschenfurcht sind.

Seht, Ich muß es euch beklagen, wie Satan sein Reich ausbreitet und wie das Meine abnimmt, und wo soll das noch hinführen? Meine Diener fürchten, sich einem Lächeln preiszugeben, sie fürchten sich vor einem spöttischen Witz, fürchten sich vor einem witzigen Gerede, und sie ziehen sich zurück. Aber Satan und seine Helfershelfer fürchten sich nicht. Seht, wie sie sich breitmachen. Das Unglück kam von Meinen Dienern, Ich meine nicht die jetzigen, denn sie haben ihre Leiter höher hinaufgeschwungen, aber die vorher gewesen, denn Ich muß es euch gestehen, ihre Leiter stand auf der untersten Stufe der Vollkommenheit, sie waren sehr lau und kalt geworden, und von daher kommen die gottlosen Häupter, die gottlosen Herrscher, die sich sagten: Ei, wenn die Diener der Kirche ihre eigenen Gesetze nicht halten, wie es doch ist, warum denn wir?

Und von den Häuptern drang das Verderben in das niedere Volk, und so kommt es, daß so viele im Unglauben versunken sind, der ihnen eingepflanzt worden ist, ohne ihre Schuld, von den ungläubigen Lehrern in den Schulen, und jetzt soll Ich sie verdammen, diese Armen, die im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot verdienen, denen Ich hienieden das Nötige nicht gab, Mein Eigen Fleisch und Blut? Nein, Ich kann es nicht! O helft Mir doch, Meine Kinder! Seht, wie Mein Herz blutet. Das große Übel ist die Menschenfurcht.“

Barbara: „Was sollen wir denn tun? Sage es.“

In dieser Trauer verließ Er sie. Barbara mußte vor Mitleid noch lange weinen.

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97 Fest der Verklärung Christi 1896

Jesus: „Sei nur ruhig, Meine Tochter, Ich werde es ganz gewiß durchführen. Das ist Mein Wille. Versage Mir nur deine Liebe nicht, denn jetzt ist die Zeit gekommen, wo Ich Mich nur noch an einzelne Seelen wenden kann, weil sich die ganze Welt von Mir abwendet.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

98 Donnerstag vor Portiuncula 1896

Als Barbara im Seelenleiden sich bei Jesus beklagte, sagte Er:

Jesus: „Weißt du nicht, daß der Tag bald kommt, wo Meine Gnaden so reichlich fließen, und wo so viele gleichgültig vorübergehen und sie gar nicht nutzen?“

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99 Freitag vor Portiuncula 1896

„Denn diese Worte, die Ich durch Barbara an euch richte, enthalten Meine Ehre und Verherrlichung.“

Barbara: Ich sehe den heiligen Franziskus.

„O heiliger Franziskus, was soll denn das für mich bedeuten?“

Franziskus: „Ja, ich komme, um dich zu belehren, denn auch du sollst in meine Fußstapfen eintreten. Du sollst mein Leben nachbilden, denn du bist ein Gefäß der Auserwählung. Der Herr hat dir große Gnaden verliehen. Du bist auch bereits ein Kind meines Ordens. Du sollst sogar darin, und zwar in meinem Dritten Orden, in der Welt eine Zierde werden, damit die Welt sehen kann, daß man überall ein abgetötetes, ein bußfertiges Leben führen kann, daß man sich nicht zurückzuziehen braucht in einen dunklen Wald oder in eine Klosterzelle, um vollkommen zu werden, um dem Herrn zu dienen. Siehe, morgen beginnt das große Fest, das die größte Zierde meines Ordens bildet für alle Zeiten, das der Welt zeigen soll, welchen Wert und welche Bedeutung mein Orden hat, denn ich lebe fort in meinen Brüdern, die mir nachfolgen in der Abtötung und Selbstverleugnung.

Siehe, was trieb mich an, diesen Ablaß zu verlangen von meinem geliebten Herrn, der mein Leben, mein Sein, mein alles, mein einzig Verlangen war. Es war die Liebe zu den Seelen, meine Liebe zu Gott und den Menschen. Komm mit mir, meine Tochter, in das kleine Kirchlein Portiuncula...“

Jesus: „Was willst du, Mein Sohn Franziskus?“

Franziskus: „Mein Herr, ich will Dir meine geistliche Tochter vorstellen, die in meine Fußstapfen eintreten will und soll.“

Jesus (ungefähr): „Ja, die soll sich nur einmal betrachten.“

Barbara: „Ja, ich begreife wohl, daß ich mich betrachten soll, denn ich stecke noch in so vielen Sünden und Fehlern, ich hänge noch so an Fleisch und Blut. O reiß mich los, o Herr! Nimm mich mir und gib mich Dir! O bitte verzeihe mir...“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, deine Fehler sollen dir bleiben solange du lebst, damit du dir nichts aneignest und immer erkennst, daß du nichts bist ohne Mich, nur ein elendes Erdenwürmchen, und damit du nur an Mich denkst, um dich beständig zu verdemütigen; denn du sollst dich ganz vergessen! Und wenn der Stolz und die Eigenliebe sich regen, und wenn du nicht mehr gern Meine Stimme hören willst, so sollst du auf deine zwei Füße schauen, die gar so schwerfällig sind, und sich nicht erheben wollen in die reinen Lüfte Meiner heiligen Liebe. Und was will denn deine Tochter von Mir, Mein Sohn?“

Franziskus: „O Herr, ich wünsche, daß Du ihre Bitten erhörst, die sie an Dich richtet für ihr Volk, ihre Brüder und Schwestern, und daß Du Dich mit ihnen vereinigst.“

Jesus: „Deine Bitte sei dir gewährt! Seht, dreiunddreißig Jahre bin Ich auf Erden gewandelt; neunzehn Jahrhunderte wandle Ich unter den Menschen, wenn sie Mich auch nicht sehen, und noch immer wandle Ich unter ihnen wie ehedem, wo Meine Füße den Staub der Erde berührten. Ich sehe den leisesten Seufzer nach Mir in der verborgensten Hütte der Erde... Ich stehe vor so mancher Türe und begehre Einlaß und Meine Diener öffnen Mir nicht. Wehe jenen, die Mir die Tür nicht öffnen wollen trotz Meiner Bitten, denn Ich werde von ihnen zurückverlangen all die glücklichen Stunden, die Ich hätte haben können, indem Ich Mich mit Meinen Geschöpfen vereinigte. Darum verlange Ich, daß Meine Diener Mir die Tür öffnen sollen...“

Barbara: „O mein Jesus! Gestern warst Du so traurig. O ich danke Dir, daß Du Dich mir heute wieder fröhlich zeigst.“

Jesus: „Ja, damit du siehst, wie gut Ich bin. Siehe, das ist die Freude Meines Herzens, die du fühlst, du sollst sie genießen, sie soll hinüberstrahlen in dein Herz und in das deiner beiden Freundinnen. Seht, wenn nur wieder einige Seelen in diesen Tagen Mir zugeführt werden, dann freut sich mit Mir der ganze Himmel. Meine Tochter! Ich verlange von dir nur, daß du über all die Kleinigkeiten hinwegschreitest. Harre nur mutig aus bis ans Ende.“

Franziskus: „Ja, nach Rom, nach Rom muß es gelangen, an den Heiligen Stuhl, wohin auch ich mich wandte.“

Jesus: „Siehst du, welch andere Stimmung in Meinem Diener Pater Bonifaz herrscht. Das kommt daher, weil er mehr und mehr die Menschenfurcht abschüttelt, und Ich verspreche ihm, er soll die heilige Freude noch ganz genießen, er soll noch sehr glücklich werden, ja, er soll sie genießen und alle Meine Diener! Sage Meiner Freundin, Meiner Dienerin, Meiner Luise, daß ein großer Lohn ihrer warte für jedes Wort, das sie geschrieben, denn wer Mich vor den Menschen bekennen wird, den werde Ich bekennen vor Meinem himmlischen Vater, denn diese Worte, die Ich durch Barbara an euch richte, enthalten Meine Ehre und Verherrlichung.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

100 Portiuncula-Abend 1896

„Nur die Kinder der streitenden Kirche können die Gerechtigkeit Meines Sohnes überbrücken, daß die Barmherzigkeit sie erreiche.“

Barbara: „O mein Jesus, Du hast mir versprochen, daß ich und meine zwei Freundinnen ein wenig von der Freude genießen sollen, die im Himmel herrscht, weil in diesen Tagen wieder mehrere in den Himmel eingeführt werden. O ich danke Dir dafür, ich bitte Dich aber auch um Vergebung wegen meiner Nachlässigkeit und Untreue, die ich trotzdem begangen habe.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Ich habe dir bereits verziehen! Ich bin zufrieden mit den Opfern und Mühen, die ihr Mir gebracht, die Liebe, die ihr Mir erzeigt habt. Und damit ihr seht, daß Ich Mich an Großmut und Freigebigkeit nicht übertreffen lasse, so sollst du heute auch teilnehmen an der Freude im Himmel. Du sollst die Liebesergüsse schauen und hören, die ausgetauscht werden in der Herrlichkeit des Himmels, die auch auf euch warten, und wo auch ihr bald Bürger sein werdet.“

Barbara: Und ich sehe den heiligen Vater Franziskus in unaussprechlicher Glorie, in unaussprechlichem Licht, und es tritt hinzu die liebe Mutter Gottes, neigt Sich über ihn und spricht ihn an:

Maria: „Mein Sohn, verlange von Mir heute an Gnaden, was du willst; eine Gnade für deine drei Orden, für deine Brüder und Schwestern, denn Ich habe Macht über das Herz Meines Sohnes. Er schlägt Mir keine Bitte ab, und diese trete Ich heute dir ab, du sollst sie benützen, verlange also was du willst!“

Franziskus: „Königin des Himmels und der Erde, meine Herrin, so bitte ich Dich denn um die Gnade, daß alle diejenigen, die sich Mühe geben und gegeben haben, den Ablaß zu gewinnen, der mir seinerzeit von Seinem Stellvertreter ist bewilligt worden, nach reumütiger Beichte und Kommunion, und nachdem sie die Bedingungen erfüllt haben, ihn auch wirklich vollkommen gewonnen haben, sowohl für sich, als auch für die Seelen, die sie befreien wollten.“

Maria: „Mein Sohn, ich bitte Dich, gewähre Meinem Sohn Franziskus die Bitte, die er durch Mich an Dich richtet.“

Jesus: „Ja, Meine liebe Mutter, das ist eine große Bitte. Weißt Du denn nicht, daß darunter sehr viele leichtsinnige Seelen waren? Und nun schaue Dich einmal um, wie so manches Gebet ist recht unandächtig verrichtet worden!“

Maria: „Ja, Ich weiß es wohl, aber siehe, es sind die Zeiten nicht mehr wie früher, wo die Christen so eifrig waren, wo sie sich große Reisen, viel Geld, bereits einen Teil ihres Vermögens kosten ließen, um ihn zu gewinnen unter großen Mühen und Opfern. Die Christen sind lau und gleichgültig geworden und die paar Schritte, das wenige, was verlangt wird, ist ihnen noch zuviel. Darum bitte Ich Dich aber auch, daß wenigstens diejenigen, die sich Mühe geben, diesen Ablaß zu gewinnen, und die Bedingungen erfüllen, ihn auch wirklich gewinnen sollen.

Siehe, alle sind Meine Kinder und haben nichts anderes getan als Ich, nachdem Du von der Erde geschieden und Mich allein zurückließest. Ich stützte nur die Kirche, und Meine Kinder haben mit ihrem Ablaß nur die Kirche gestützt. Und siehe, die drei Orden sind auf besondere Weise Deinem allerheiligsten Herzen geweiht und deshalb auch in besonderer Weise Meinem Herzen zum Schutze übergeben. Wir müssen Uns ihrer annehmen.

Und siehe, Ich stelle sie alle, die ihn gewonnen, unter Meinen Schutz, Ich verberge sie alle unter Meinem Schutzmantel. Denn siehe, die sich Mühe geben, ihn zu gewinnen, sind immerhin noch die eifrigsten und gläubigsten Kinder und haben Mir ihren Gewinn zur Verteilung übergeben.“

Jesus: „Meine Mutter, wo Ich bin, da sollst Du sein, und Deine Bitte sei Dir gewährt, denn Du bist ja Meine Mutter. Ich bin Fleisch von Deinem Fleisch, und Blut aus Deinem Herzblut. Komm her, Meine Mutter, an Mein Herz! Deine Bitte sei Dir gewährt! Ein jeder, der sich Mühe gegeben, den Ablaß zu gewinnen und die Bedingungen erfüllt, soll ihn auch wirklich erhalten, sooft er aus- und eingegangen ist, und der Ablaß soll im Buch des Lebens eingeschrieben sein und bleiben. Gehe hin und sage dies Deinen Töchtern, daß sie die Seelen vorschlagen, die zu befreien sie sich wünschen.“

Barbara: „O liebe Mutter, wir legen alles in Deine heiligen Hände, teile Du aus als unsere Herrscherin.“

Und ich sehe die liebe Mutter Gottes, wie Sie herabsteigt mit einer unübersehbaren Zahl heiliger Engel.

„O meine Mutter, nimm mich mit.“

Maria: „Ja, Meine Tochter, für heute kommst du nicht mit, denn dein Bischof hat dich verpflichtet, das zu streichen, er hat dich gebunden und damit auch Mich. Sage ihm aber, daß es ein Fegefeuer gibt, wie sie selbst lehren, ja, daß es unbedingt eines geben muß, wo die Schulden bezahlt werden. Sage ihm, daß es eine Gemeinschaft der Heiligen gibt, und daß nur die Glieder der streitenden Kirche die Gemeinschaft stützen und befestigen können, weil unerbittliche Gerechtigkeit herrscht, denn nur die Kinder der streitenden Kirche können die Gerechtigkeit Meines Sohnes überbrücken, daß die Barmherzigkeit sie erreiche. Und wo soll Ich Mich hinwenden, wenn nicht an Meine treuen Kinder auf Erden, daß sie Mir helfen, die Seelen erlösen, an denen das Herzblut Meines Sohnes klebt.

Sage ihm, daß, wenn er dich bindet, er auch Mich, seine Mutter, gebunden hält. Sage ihm, daß er das Band lösen soll, denn wer soll dem Herrn Ehre und Lob darbringen und Dank und Sühne und Abbitte leisten, wenn nicht die Seelen, die Ihn im Himmel verherrlichen?“

Barbara: „O meine Mutter, darf ich den Zug nicht schauen?“

Maria: „Für heute nicht, Meine Tochter!“

Lied: Hochpreiset meine Seele...

Inhaltsverzeichnis Band 1

101 Erster Donnerstag im August 1896

„Es ist noch nicht die Zeit, daß Ich die Menschheit verderben will.“

Jesus: „Gib dich hin, sie sollen dich prüfen, ob Ich es bin, wenn sie sagen, du bildest es dir ein, so sollen sie dir auch den Geist dazu geben! Sie scheuen sich, zu nahen einer Seele, die Ich schon jahrelang durch innere Erleuchtungen geleitet. O diese Menschenfurcht! Man kann es ihnen jedoch nicht gar sehr verargen, denn einem Meiner Diener wird es gleich viel übler aufgenommen als einem Weltmann. Es ist noch nicht die Zeit, daß Ich die Menschheit verderben will. Ein neues Jahrhundert wird beginnen, und es wird noch nicht viel besser sein und nur allmählich – langsam, wie es gekommen – soll auch das Gift wieder entfernt werden, und zwar durch diese Meine Diener, die jetzt leben. Seht das Unglück kam von Meinen Dienern.

Es gab eine Zeit, wo die weltlichen Fürsten viel mit den geistlichen Fürsten in Umgang kamen, wo Meine Kirche große Reichtümer besaß, und da hatten die weltlichen Fürsten Gelegenheit zu beobachten, wie leichtsinnig und üppig jene lebten, und sie sagten sich: Wenn die Diener der Kirche selbst nicht ihre Gesetze beobachten, dann brauchen auch wir es nicht zu tun.

Und so wurden die Häupter gottlos, und das Übel drang zunächst in die höheren Stände der Beamten, der Fürsten, und von da in die höheren Schulen, wo hinein die höheren Stände ihre Kinder schickten, und von da drang das Gift in die niederen Schichten des Volkes, wo gottlose Lehrer sie im Unglauben erziehen, ohne ihre Schuld. Und nun soll Ich sie verdammen, sie, die Armen, denen Ich das Nötige nicht zum Leben gab. O helfet Mir, Meine Diener, höret doch die Stimme durch Meine kleine Dienerin! Seht, schon acht Jahre hat sie sich nicht gefürchtet, Mich vor euch zu bekennen, sich von ihrem Beichtvater verspotten zu lassen. Sie hat Mich trotz allen Spottes jahraus, jahrein, vor euch bekannt. Ihr aber, ihr fürchtet euch! Keiner von euch hat noch den Fuß in die Nähe Meiner Dienerin gesetzt, um zu prüfen, ob Ich es sei.

O wie ist das so traurig! Seht doch, wie Satan sich nicht fürchtet mit seinen Helfershelfern! Seht, mit welch frecher Stirne sie einhergehen! Ahmt doch die Weltkinder, die Satansdiener, nach! Was tun sie nicht, um Seelen zu verderben. Wo bleibt Mein kostbares Blut, das Ich für alle vergossen? Wo bleibt Mein Herzblut, das an jeder Seele klebt? Wo bleibt die Frucht Meines eucharistischen Daseins unter euch?

Siehe, Meine Tochter, das war das große Kreuz, das Ich schleppte, als Ich dir in der Kapuzinerkirche erschien, mit dicken Schweißtropfen auf der Stirn, das Kreuz, das Meine Diener dir nicht glauben wollen. Damals verstandest du es nicht. Ich bin das Bindemittel im Allerheiligsten Sakrament, durch welches die menschliche Gesellschaft gehalten wird, und das Gift soll allmählich ausgerottet werden durch Meine Diener, durch Meine treuen Seelen, zu denen Ich hinabsteige, denn Ich will, daß reich und arm nebeneinander stehen, solange die Welt steht, weil Ich die Welt so erschuf... Jahrhunderte und Jahrhunderte werden nachfolgen...“

Luise: „O Herr, wie wirst Du es dem Arzt lohnen, daß er schon viermal die Menschenfurcht beiseite legte und hierher kam, wohin noch keiner Deiner Diener kommen wollte?“

Jesus: „Er ist ein Mann nach Meinem Herzen. Ich werde ihn segnen in seinen Kindern, keines von ihnen wird vom Glauben abfallen. Ich werde sie nur in christlichen Familien unterbringen. Wo immer sie ihren Fuß hinsetzen, in welche Stadt oder in welche Gegend, sollen sie für ihre ganze Umgebung eine Leuchte des Glaubens werden. Dem Arzt selbst will Ich die Kraft verleihen, ohne Scheu und Menschenfurcht Meinen Namen zu bekennen vor seinen Mitbürgern und vor Meinen Dienern, vor denen er leuchten wird mit seinem Glauben. Ich wende Mich an Gebildete und sie nehmen es nicht an, so muß Ich Mich denn an Ungebildete wenden, um Gehör zu finden...“

Luise: „O Herr, sage uns, wohin wirst Du denn N. führen?“

Und Er lächelt!

Jesus: „Dadurch, daß du dieses weißt, wird keine Seele mehr gerettet und geht keine mehr zugrunde.“

Barbara: „O Herr, heute habe ich Dich gar nicht erwartet, es fällt mir so auf, daß Du jetzt donnerstags kommst statt freitags. Warum denn, o Herr?“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich will es dir sagen. Das ist deshalb, weil in diesem Monat Meine Diener sich erneuern sollen im Geist, und weil du für Meine Kirche leiden sollst. Ich werde diesen ganzen Monat jeden Donnerstag und jeden Freitag kommen.“

Barbara: „O Herr, sieh, der Arzt bringt Dir so guten Willen entgegen, er möchte morgen wieder kommen. Wann kommst Du, damit er sich danach richten kann?“

Jesus: „Um die nämliche Stunde wie heute!... Komm mit Mir, Meine Tochter, Ich will dir zeigen, wie Mein Herz in dieser Nacht angebetet wird.“

Barbara: Und ich sehe eine große Schar Männer und Jünglinge aus allen Ständen: Beamte, Handwerker, Bauern...

Jesus: „Siehe, das sind Meine Missionare, ohne daß sie hinausziehen, Meine Priester, auch wenn sie nicht gesalbt sind, die mitwirken an der Rettung des Landes.“

Barbara: Und jetzt sehe ich ein anderes Bild, und das ist unser weibliches Geschlecht, es ist freilich zahlreicher.

„O Herr, ich schäme mich nicht, diesem Geschlecht anzugehören, weil auch Deine Mutter dabei ist.“

Jesus: „Du brauchst dich auch nicht zu schämen, du kannst dich freuen, ihm anzugehören. Ich habe dir schon einmal gesagt, daß, wenn Ich Mir nicht aus dem männlichen Geschlecht Meine Priester und Ordensleute gewählt, Ich mit den Frauen ganz allein in der Kirche stände.“

Barbara: „O Herr, ich schäme mich vor Dir.“

Und Er stellte mir Seine Mutter vor und ich begriff, was das bedeuten sollte, nämlich, daß ich mich mit Ihren Tugenden zieren sollte!

Jesus: „Jetzt brauchst du dich nicht mehr zu schämen! Und fahre nur fort. Ich sage dir, du wirst schon auf dieser Erde den süßesten Lohn dafür erfahren.“

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102 Priesterweihe am 10. August 1896

„So viele, die es lesen, werden von neuem Eifer erfüllt.“

Bei Beginn der heiligen Messe sagte Jesus zu Barbara:

Jesus: „Fürchte dich nicht, Meine Tochter, glaube nur unzweifelhaft, daß sehr viel Gutes durch diese Hefte (Abschriften Seiner Worte) geschieht. So viele, die es lesen, werden von neuem Eifer erfüllt.“

Bei der heiligen Wandlung sah Barbara aus dem Himmel vier Bänder (es wurden vier Priester geweiht) handbreit herabfallen, womit sich die vier neugeweihten Priester den Leib umschlangen. Sie fragte, was das bedeute, und erhielt zur Antwort, daß diese gleich dem Zingulum der Priester, das Volk und die Priester erinnern sollten, daß sie jetzt nicht mehr der Erde angehören, sondern mit Geist und Herz im Himmel wohnen sollten, daß ihr Wandel im Himmel sei.

Nach der heiligen Kommunion trat die liebe Mutter Gottes vor die Himmelsbewohner und stellte ihnen die vier neuen Priester vor und sagte, daß Sie ihnen vier neue Christusnachfolger Ihres Sohnes vorstelle, worauf alle das Te Deum anstimmten. Sie sagte auch, daß sie jetzt in Fülle geweiht seien und somit nur mehr dem Himmel angehörten. Dann gab die liebe Mutter Gottes verschiedene Belehrungen, und als Sie aufhörte, stimmten alle Himmelsbewohner das „Hochpreiset meine Seele“ an, und als der Bischof noch die drei „Ave Maria“ nach der heiligen Messe betete, sangen sie im Himmel das Ave.

Auch sah Barbara, wie ein Himmelsbewohner dem anderen die frohe Nachricht mitteilte. Es war ein gegenseitiger Austausch der Freude, und die liebe Mutter Gottes ging unter den Reihen der Auserwählten einher und tauschte mit ihnen Ihre Freude aus. Barbara fragte, warum denn der ganze Himmel sich so freue?

Maria: „Weil die Kirche Jesu Christi wieder vier neue Arbeiter im Weinberge des Herrn erhalten, durch welche die Kanäle der Gnade unter die Kinder der Kirche geleitet werden sollen.“

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103 Zweiter Donnerstag im August 1896

„Wenn du frei wärest von aller Menschenfurcht und von dir selbst, würdest du nicht zweifeln.“

Gestern, am Fest der heiligen Klara, meldete sich das Leiden, das heißt, der Anfang davon. Weil Barbara aber einige Tage vorher in einer Predigt einiges gehört hatte über Einbildungen von Frauen, so war sie ganz verwirrt, weil sie sich sagte:

„Ja, die Priester halten so etwas nicht für möglich, da ist es Zeit, daß ich umkehre, um nur für meine Existenz zu sorgen, indem ich meiner Schwägerin zu gefallen lebe und tüchtig arbeite und weniger bete“.

Und so widerstand sie beharrlich dem Leiden, weil sie sich sagte, ich will nichts mehr wissen, es ist am Ende doch Täuschung. Andern Tags bekam sie dann ihr Leiden.

Barbara: Ich sehe meinen Jesus am Ölberg, Er ist so traurig.

„O mein Jesus, darf ich denn heute nicht singen? Ja, ich verstehe Dich, ich bin diese Woche sehr garstig gewesen gegen Dich. O verzeihe mir!“

Jesus: „Nein, Meine Tochter, Ich will nicht, daß du Mir singst, denn du hast Mich diese Woche sehr gekränkt. Du hast Mich dir selbst und Meinen Dienern nachgesetzt. Siehe, wenn du frei wärest von aller Menschenfurcht und von dir selbst, würdest du nicht zweifeln. Du bist noch ein verstricktes, eigensinniges Weltkind, ganz in den Weltgeist verstrickt... Ich habe dir schon so oft gesagt, daß dein Wandel im Himmel sein soll. Wenn du einen lebendigen Glauben hättest, dann würdest du die Tage und Stunden zählen, wann du wieder mit Mir verkehren dürftest, du würdest dann auch mit Freuden für Mich leiden.

Du hast Mich aber mit Gewalt von dir abschütteln wollen. Es soll dir ganz einerlei sein, ob man es glaubt oder dich für närrisch hält, ob jemand kommt oder geht, oder ob niemand kommt. Deshalb sollst du heute abend gar keinen Trost empfangen zur Strafe dafür, daß du gezweifelt hast und darfst nicht singen.“

Barbara: „O Herr, verzeih! Siehe, Du weißt wie ich veranlagt bin, ich glaube halt immer Deinen Dienern mehr als Dir, wenn Du Dich von mir entfernst.“

Luise: „O Herr verzeihe ihr noch einmal.“

Maria: „Ja, Meine Tochter, diese Strafpredigt mußt du heute abend in Geduld annehmen und sollst nichts Weiteres erfahren.“

Barbara: „O meine Königin, o meine Mutter, erflehe mir doch, daß Er mich nicht verlasse; erflehe mir doch Seine Verzeihung.“

Maria: „Ja, Meine Tochter, der Wille Meines Sohnes ist auch Mein Wille, aber für heute abend mußt du diese Strafe in Demut hinnehmen, aber bereite dich für morgen neu vor. Und ihr, Meine Töchter, ihr müßt ersetzen, durch doppelte Liebe und lebendigen Glauben, was diese so sehr von Meinem Sohn begnadete Kreatur vernachlässigt hat.“

Beide verließen Barbara unter vielen Tränen.

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104 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1896

„Dein Leiden soll die Pilgerreise jedes einzelnen Menschen in das himmlische Vaterland vorzeichnen.“

Barbara: Und ich sehe einen elfenbeinernen Stuhl, und auf demselben sitzt die Königin des Himmels und der Erde.

„O meine Königin und Herrin! In Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen falle ich vor Dir nieder und verehre Dich. Nimm hin, o Herrin, meinen Leib und meine Seele, zu Deinem Dienst. O erflehe mir doch Verzeihung meiner vielen Sünden. O woher kommt es doch, daß ich solchen Ekel und Widerwillen in mir fühle gegen das Leiden? Ist es denn eine Versuchung?“

Maria: „Ja, Meine Tochter! Ich habe dir die Verzeihung bereits erfleht. Du hast Meinen Sohn aber auch sehr gekränkt mit deinen Zweifeln, denn es ist dir nicht erlaubt zu zweifeln, und es ist gut gewesen, daß du dich heute morgen darüber angeklagt hast im Bußgerichte, weil du gesündigt. Du mußt den Versuchungen nicht soviel nachhängen, du hängst noch zu viel an dir selbst. Es sind Satan und deine bösen Neigungen, welche die Zweifel in dir erregen, denn dein Leiden ist von höchster Bedeutung für die Welt.

Bedenke doch einmal, was dir nicht von Meinem Sohn ist geschenkt worden an Erleuchtungen und Unterweisungen, bevor Er dich auf den Weg brachte, um mit dir verkehren zu können; mit wieviel großen Gnaden Er dich überschüttet hat, ehe Er dir das Leiden anbot und selbst schon vorher, von dem Augenblick an, als Er dir deinen Beruf anwies, welch große Gnade Er dir dadurch schenkte! Erinnere dich nur daran, wie Ich dir im Traum erschien und welche Worte Ich dir damals sagte. Weißt du das schon nicht mehr? Deshalb ist es dir nicht erlaubt zu zweifeln. Und nun mußt du Mir aber auch versprechen, daß du Ihm kein Hindernis mehr legen willst, wenn Er an deinem Leibe anpocht, denn dein Leiden ist von großer Bedeutung, und es hängt sehr viel davon ab. Versage es Ihm daher nicht! Dein Leiden soll die Pilgerreise jedes einzelnen Menschen in das himmlische Vaterland vorzeichnen.

Siehe, der Ekel und Widerwille, den du in dir dagegen empfindest, das sind die Widerwärtigkeiten, die sich jedem Pilger in den Weg stellen, die Schmerzen deines Leibes während des Leidens, das sind die Krankheiten, die jeder Mensch durchmachen muß, die Widersprüche sind die Schwierigkeiten, die er überwinden muß. So wie aber auf das Leiden dir jedesmal ein himmlischer Trost zuteil werden soll, so soll auch der Mensch unfehlbar durch das Leiden zu den himmlischen Freuden gelangen, wenn er trotz allen Versuchungen sich fest an Meinen Sohn anklammert. Es soll jeder, der deine Leiden sieht, daraus erkennen und im Glauben gestärkt werden, daß auch er gerade so sicher zu den himmlischen Freuden gelangt. Und nun siehe hier das Pfand, daß Mein lieber Sohn dir verziehen hat.“

Sie zeigte Barbara dann, daß sie morgen eine ganz besonders gnadenvolle Kommunion haben werde. Dann kam Jesus.

Jesus: „Siehe, du sollst auch wissen, Meine Tochter, daß der Doktor nicht kommen wollte, wiewohl er konnte, weil er Anstoß nimmt. Es gehört ein ungemein lebhafter Glaube dazu, um zu begreifen, wie Ich mit Meinen Geschöpfen verkehre; es gehört dazu ein leeres, reines Herz, das frei ist von allen zeitlichen Sorgen und Kümmernissen und rein von aller Sünde. Merke dir das! O wie liebe Ich die Jungfrauen! O wenn die Welt es wüßte und Meine Diener, sie gäben sich mehr Mühe, den jungfräulichen Stand zu heben. Jungfrauen sind es, die Mich in den Himmel begleiten; Jungfrauen sind es, die mit Mir den eucharistischen Kreuzweg gehen; Jungfrauen sind es, die Mir das Kreuz vorantragen auf Erden und vorantragen werden, wenn Ich einst zum Gerichte komme, die in Meiner nächsten Nähe, und der Meiner lieben Mutter, ihren Thron aufschlagen. So viele Jungfrauen ihr bildet, so viele Seelen habt ihr gerettet und die eure dazu.“

Luise: „O Herr, was soll Schwester L. tun, um ohne Fegefeuer in den Himmel zu kommen?“

Jesus: „Sage ihr, sie soll nur all die Versuchungen zum Kleinmut tapfer ausschlagen, sie im ersten Keim ersticken und Mich mit vollkommener Liebe umfassen, Mich über alles lieben und über alles andere hinweggehen. Dann soll sie sich Meinem Willen vollkommen unterwerfen, und so wird sie ohne Fegefeuer in den Himmel eingehen. Das habe Ich ihr schon neulich zu verstehen gegeben, als Ich sie dir zeigte in einem schneeweißen Gewand, das sollte die Unschuld und Reinheit ihrer Seele bezeichnen. Sie soll also die Versuchungen und Zweifel ausräumen und endlich glauben, daß Ich sie liebe und mit ihr zufrieden bin; sie soll Mich mit reiner Liebe lieben.

Satan schleicht umher und lauert besonders Meinen Bräuten auf, und zwar täglich, zu jeder Zeit, weil dies noch die einzigen sind unter diesem Geschlecht, an denen Ich Mein Wohlgefallen haben kann. Das sage auch Meinen Dienern, denn auch sie sind die Bräute Meines Herzens!“

Barbara: „O Herr, soll sie denn das Staatsexamen machen?“

Jesus: „Ich habe es ihnen schon gesagt, daß durch all das Weltgetöse, das in den heutigen Schulen gemacht wird, Meine Ehre und Verherrlichung nicht gefördert wird. Ein lebendiger Glaube ist mehr wert als alle Weltweisheit. Sie sollen nur die Kinder tief in der Religion begründen und sich nichts daraus machen, wenn die Welt über sie klagt, denn Ich werde die Ehre ihres Hauses in Schutz nehmen und sie entschädigen für alles. So kommt denn, Meine Kinder, Ich will euch zeigen, wie Meine Mutter verherrlicht wird, denn ein herrliches Fest hat bereits begonnen, alles ist bereit zum Einzug der Königin!“

Barbara: Und ich sehe Scharen von Engeln Ihr entgegeneilen und Sie steigt empor, vielmehr, Sie wird getragen, immer höher und höher!

Jesus: „Meine Tochter, verlange von Mir heute irgendeine Gnade, Ich will sie dir gewähren!“

Barbara: „Vollkommene Liebe und Beharrlichkeit im Leiden.“

Luise: „Schenke mir die Bekehrung der Frau G.“

Jesus: „Gehe ihr nur wieder nach und verbreite Meine Worte. Ich will sie dir schenken. Sie soll durch dich gerettet werden.“

Barbara: „Ich bitte auch für Frau S.“

Maria: „Seht doch, Meine Kinder, wie reichlich sie alles im Leben genießt und doch Meinem lieben Sohn den Rücken zuwendet. Bittet Mich doch lieber für die Armen.“

Lieschen: „Ich bitte, daß das protestantische Kind meines Bruders getauft wird.“

Und ich sehe das Kind zur Taufe getragen.

Lieschen: „O Herr, lindere doch meinem Bruder die Peinen des Fegefeuers.“

Jesus: „Deine Sühneleiden und Tränen kommen denen zugute, welche die liebe Mutter Gottes vorschlägt, denn er muß noch sehr leiden, bis das Kind getauft ist.“

Derselbe ist schon lange tot, konnte aber bis jetzt nicht erlöst werden, weil er seiner protestantischen Frau nachgegeben und die Kinder protestantisch werden ließ.

Barbara: Und Sie steigt hinab in die Räume des Fegefeuers.

„O Mutter, der Bischof hat gesagt, er wolle Dich nicht binden. O laß mich mit. O Herr, erbarme Dich ihrer! Gib ihnen die ewige Ruhe. Ich bitte Dich für die drei N., die N. vorgeschlagen.“

Und Sie führt sie heraus.

„Ich bitte Dich auch für den Bischof N. von Barbara.“

Und die liebe Mutter Gottes hat ihn umfaßt und die zwei jüngst verstorbenen Schwestern von Barbara. O welch jungfräuliche liebe Gesichtchen. O was ist es doch so schön um eine Jungfrau!

Inhaltsverzeichnis Band 1

105 Mariä Himmelfahrtstag 1896

„Ist es das gottgefälligste Werk, der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für den starken lebendigen Glauben Meiner heiligsten Mutter zu danken.“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, Ich habe dir verziehen, aber zweifle doch nicht mehr, daß Ich es bin! Du bist bestimmt, Mein verachtetes Leben nachzuahmen. Deshalb zweifeln sie immer wieder und können es nicht einsehen. Ich kann es nicht verlangen, daß ihr, wie voriges Jahr, jede Nacht aufsteht, denn Lieschen und Luise sind schon so geschwächt, und du mußt dich in deinem Beruf aufopfern.

Deshalb wünsche Ich, daß ihr euch jeden Morgen gegen fünf Uhr in der C.-Kirche einfindet, um der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zu danken für den lebendigen Glauben Meiner lieben Mutter, durch den Sie das Werk der Erlösung auf Sich nahm, weil von Anfang bis Ende der Welt keine gefunden wird, die einen so lebendigen Glauben hatte. Mariä Geburt wurde die Morgenröte eures Heiles, darum ist es so wichtig und geziemend, sich wohl auf das Fest vorzubereiten, und weil heute die Welt so im Unglauben versunken ist, ist es das gottgefälligste Werk, der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für den starken lebendigen Glauben Meiner heiligsten Mutter zu danken.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

106 Dritter Donnerstag im August 1896

„O wenn doch Meine Diener es verständen, mit Mut den Seelen nachzugehen.“

Barbara: „O mein Jesus! Was habe ich heute so viel gelitten. Gelt, ich bin selbst die Ursache?“

Jesus: „Du selbst bist die Ursache, insofern du der Ursache nachgibst; denn es ist Satan, der dir nachgeht, der dir innerlich und äußerlich zusetzt, weil du das Werkzeug sein sollst, durch das ihm viele Seelen sollen entrissen werden, denn durch dich sollen viele Seelen belehrt und bearbeitet werden, Ich will vielen Seelen sagen und ihnen die rechten Begriffe beibringen, wie sie es anstellen sollen, um mit Erfolg Mir Seelen zuzuführen, damit sie daraus Mut fassen, Mir immer mehr Seelen zuzuführen.

Es ist darum Mein Widersacher, der sucht, dich auf einige Augenblicke in seine Gewalt zu bekommen, wenn auch nur solange, als er dich beunruhigt und dir zusetzt. Und weil er Mir nichts anhaben kann, so läßt er seinen Zorn an dir aus. Siehe, es soll ihm wieder eine Seele entrissen werden, die bereits in seiner Gewalt war, ja, die er noch in seinen Klauen hat, aber weil die liebe Mutter Gottes dazwischen steht, so kann er nicht an sie heran, weil Sie es nicht zuläßt und es ihm nicht erlaubt ist. Siehe, es hat die ganze Kraft des guten Willens Meiner lieben guten N. dazugehört, um sich an diese Seele heranzumachen. Sie hat das Opfer gebracht, um sie zu bearbeiten, sie soll aber nicht nachgeben, keinen Schritt scheuen, denn sie wird gerettet werden.

O wenn doch Meine Diener es verständen, mit Mut den Seelen nachzugehen. Siehe, jetzt ist die Zeit, wo Meine Diener sich wieder erneuern sollen im Geist, wo sie sollen erinnert werden an den Wert des Priestertums, wo sie den im ganzen Jahr gesammelten Staub wieder abschütteln sollen. Aber, Meine Töchter, es sind darunter auch solche, die Mich Meinem Widersacher in die Hände liefern, die mir Judasse sind. Siehe, wie diese Mein Herz tagtäglich zertreten, wie sie Meinen mystischen Leib, den Ich ihnen täglich in ihre Gewalt gebe, mißhandeln und Mich Meinen grausamsten Feinden ausliefern!

Meine Töchter, ihr sollt Mich entschädigen und Mir Sühne leisten. Siehe, wenn das Leiden anfängt, sich in dir zu bilden, dann bin Ich nicht nur mit Meinem Geist bei dir, sondern auch Mein ganzer mystischer Leib ist dann in dir. Deshalb mußt du deinen Sinnen nicht mehr nachgeben durch Wasser-Trinken bei großem Durst, das hast du heute büßen müssen, denn es ist Satan, der dich zu verleiten sucht.“

Barbara bekam darauf so entsetzliche Schmerzen, daß sie jammern mußte.

Jesus: „Lasset von jetzt an den Arzt nicht mehr rufen. Ich werde Meine Sache von jetzt an allein durchführen. Lebt wohl!“

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107 Dritter Freitag im August 1896

„Mein Herz dürstet nach Seelen, die mit Mir leiden für die Sünder.“

Barbara: „O mein Jesus! Verzeihe, daß ich den Zweifeln und Ängsten nicht genügend widerstanden habe.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich ließ dies zu, daß es anders ging, als du es wünschtest, um dich vor Ehrsucht zu bewahren, sonst hätte es dir zur Ehre gereicht. Aber geh nur über all die Kleinigkeiten hinweg, denn das alles fördert Meine Ehre nicht und keine Seelen werden dadurch gerettet. Wenn daher nicht alles nach eurem Wunsch und Willen geht, so zweifelt doch nicht, daß Ich es bin, denn Ich räumte alles aus dem Weg, was Meiner Ehre hinderlich ist, wenn ihr es auch anders erwartet. Wenn auch nicht alles in Erfüllung geht, glaubet doch, daß Ich es bin, dadurch hättet ihr Ehre gefunden. Ihr sollt aber nicht Ehre für euch suchen, ihr seid nur armselige Erdenwürmchen, die man im Staub zertritt. Das sollt ihr erkennen, daß ihr nichts seid und nichts vermöget. Aber eure Seele ist Mein Ebenbild, und in ihr will Ich wohnen, denn zu Meiner Ehre und Verherrlichung habe Ich sie erschaffen.

Seelen, Seelen verlangt Mein Herz! Mein Herz dürstet nach Seelen, die mit Mir leiden für die Sünder. Seid darum nicht ängstlich.

Geht über die Kleinigkeiten hinweg. Seht euch nur um, wie ihr Mir Seelen gewinnen könnt. Ich habe euch zusammengeführt, daß ihr Mir Seelen retten sollt. Nur Seelen sollt ihr Mir retten. Seht doch, wie bedrängt Mein Herz ist.“

Barbara: „O nimm mich hin, Du Held der Liebe, Du mein Leben, meine Welt! Wenn auch alles mich verließe, Du bist es, Der mich schadlos hält!“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, Ich will dir auch dein alles sein; du bist Mir ein Opfer der Liebe. Darum gib dich Mir ganz hin, denn Ich habe dich erwählt, daß du mit Mir leiden sollst, und wenn Ängste und Zweifel aufkommen, opfere sie Mir auf für die Bekehrung der Sünder. Laßt nur alles kommen, wie es kommt, leidet mit Mir von einem Tag zum andern. Wer ist es, Der dich in einem Augenblick an den Rand des Grabes versetzt, daß dir der Tod auf den Lippen schwebt, und Der dich im nämlichen Augenblick singen läßt mit ganzer Kraft, Wer, wenn nicht Ich, Der dich erschaffen hat und dich im Augenblick vernichten kann. Erkenne doch endlich einmal, daß Ich es bin, daß es nicht deine Stimme ist, denn sie ist ja ganz heiser.“

Heute war es merkwürdig zu sehen, wie Barbara nahe daran war, den Geist auszuhauchen und von einer Ohnmacht in die andere fiel und dann gleich sang mit heller, klarer Stimme, als sei sie gar nicht heiser.

Jesus: „Gib dich Mir doch hin im Leiden, geh ruhig weiter von einem Tag zum andern. Mit dem heiligen Paulus sollst du stets sprechen: ,Ich ersetze an meinem Leibe, was an dem Leiden Christi noch mangelt.’ Wenn Ich dich und deine beiden Mitschwestern, die Mein Werk ausführen sollen, an der Hand führe, was habt ihr da zu fürchten? Seht doch Mein Leben! Verlief es nicht in Schmach, Verachtung, Spott und Verkennung? Mein Herz ist bedrängt, daß es noch so viele Seelen gibt, die Mich lieben wollen, aber gar keine Verdemütigungen mit Mir erleiden wollen.

Alle suchen nur ihre Ehre, sie wollen vor der Welt glänzen, sie liebäugeln mit der Welt, aber nur die Seele, die sich mit Mir verdemütigen läßt, ist befähigt, viele Seelen zu gewinnen, und doch könnte Ich sie tausendfach entschädigen, sie wollen es aber nicht mit der Welt verderben, sie wollen nicht ‚Schwachköpfe‘ genannt sein, die nichts können, als das Volk zu verdummen. Siehe, Gott zuliebe sich verdemütigen zu lassen, ist das allerbeste, um Seelen zu gewinnen und Mir zuzuführen.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich, gib doch Frau N. die Gnade der Bekehrung.“

Jesus: „Ja, es wird noch viele Kämpfe kosten, denn sie ist noch mit tausend Fäden vom Satan gehalten und an ihn verknüpft, aber gib nicht nach, laß sie nicht aus dem Auge. An dieser Bekehrung sollt ihr lernen, wie man es anstellt. Satan hat großen Zorn. Wenn nur einmal der erste Schritt geschehen ist (zum Beichten), ist sie gewonnen.“

Frau N. hat seit vielen Jahren nicht gebeichtet. Ihr Mann war Freimaurer und alle ihre Töchter sind mit Freimaurern verheiratet. Als ich das zweite Mal kam, sagte sie: „Fräulein, ich habe mich schon etwas gebessert, ich bin diese Woche schon einmal in die heilige Messe gegangen.“ Aber zur Beichte wollte sie acht Tage Zeit haben.

Inhaltsverzeichnis Band 1

108 Vierter Donnerstag im August 1896

„Woran die Welt sehen soll, wie man an Mich glauben soll, auf Mich hoffen, Mich lieben und Mir dienen soll.“

Barbara: „O mein Jesus! O daß ich doch erkannt hätte in diesen Tagen, was mir zum Heile dient. O verzeih mir! Ich danke Dir für Deine unaussprechlich große Liebe und Herablassung, daß Du trotzdem zu mir kommst. O wie stecke ich noch in solch vielen Fehlern; wie bin ich noch so wenig abgetötet.“

Jesus: „Ja, so ist es gut und ganz richtig am Platz, daß du dich verdemütigst. Es müssen solche Zeiten über dich kommen, damit du erkennst, wer du bist, denn ihr müßt euch unterscheiden lernen von den übrigen Menschen. Ich verlange von euch einen felsenfesten Glauben, denn du mußt wissen, daß Ich euch erwählt habe, um den Glauben zu beleben, um der ganzen Welt zum Vorbild und zur Nachahmung zu dienen durch einen lebendigen Glauben, der über all die Kleinigkeiten hinweggeht, woran die Welt sehen soll, wie man an Mich glauben soll, auf Mich hoffen, Mich lieben und Mir dienen soll, und da siehst du selbst, wieviel noch fehlt. Ihr sollt aber darum wissen, daß Ich euch so lange bearbeite, bis ihr über all die Kleinigkeiten weggeht, und daß noch vieles vorkommt, was ihr euch anders erwartet.

Du wirst noch manche Demütigung erleiden, so lange, bis ihr euch aus all dem nichts mehr macht, denn nur dazu habe Ich euch zusammengeführt. Was stehst du da wie ein zitternder Jonas und wartest den ganzen Tag, ob die Kürbisstaude zerfällt? Was kümmert dich das, ob etwas steht oder fällt, ob es so oder so zutrifft, wie du es gemeint und wie Ich dir auch versprochen, daß es kommen werde. Ja, nach Meiner Meinung geht es immer in Erfüllung, wenn es auch die Menschen anders auslegen. Es wird eine Zeit kommen, wo die Völker sehen, daß alles in Erfüllung gegangen ist, wie es gesagt, obwohl sie es damals nicht erkannten. Zu solchen Zeiten sollt ihr erkennen, was in euch steckt und was ihr ablegen müßt.

Was fürchtest du, dein Leiden umsonst gelitten zu haben? Setzen wir den Fall, daß selbst gar nichts geglaubt werde, du mußt wissen, daß du dasselbe Verdienst behältst, wie wenn du dadurch die ganze Welt bekehrt hättest. Merke dir es doch endlich einmal, nicht so werden Seelen bekehrt, indem ihr zweifelt und traurig den Kopf hängen laßt wie diese Woche, sondern indem ihr mit lebendigem Glauben der ganzen Welt vorleuchtet. Ihr sollt selbst dann feststehen, wenn alles verloren scheint. Wenn ihr selbst nicht fest glaubt und zweifelt, wie wollt ihr verlangen, daß andere glauben? Laßt nur die Priester spotten und es lächerlich finden, daß Ich mit Weibern umgehe. Mir ist jede Seele gleich lieb, und diejenige, die am tiefsten hinabsteigt in ihrer Selbsterniedrigung, das ist diejenige, mit der Ich am liebsten verkehre. Darum müssen solche Verachtungen kommen, daß euch die Welt belächelt, laß nur Meine Diener lächeln, wenn sie nur das tun, was Ich von ihnen verlange.

Ich habe ihnen Meine Gewalt anvertraut, das sind die fünf Talente. Sie sollen es nicht machen wie jener Knecht und kommen und sagen: ‚Herr, hier hast Du die Gewalt, die Du mir anvertraut; ich bringe sie wohlverwahrt zurück!’ Nein, sie sollen wuchern mit der Gewalt, Mir zehn, ja zehntausend dazugewinnen. Die Gewalt, das ist das Talent, das Ich ihnen gegeben, damit sollen sie Mir Seelen zuführen.

Ich habe dir heute morgen gesagt, daß ich dir die Zweifel und Ängste immer wieder verzeihen werde. Ja, Ich habe sie dir verziehen! Wiewohl du Mich gebeten hast, daß Ich dir das Leiden wieder abnehme, habe Ich es dennoch nicht getan, denn du mußt wissen, daß Ich von dem Augenblicke an, wo du Mir das Jawort gegeben, daß du dich Mir übergeben willst, Ich von dir Besitz genommen habe, und zwar nicht allein von deinem Geist, sondern auch von deinem Leib, und daß Ich in dir wohne, solange und trotz deiner Zweifel, bis du in eine schwere Sünde fällst. Du mußt wissen, daß, wenn die Leiden von den Menschen kommen, sie doch in erster Linie von Mir herkommen, und daß Meine Hand die Menschen bearbeitet, sie dir zuzufügen. Du mußt wissen, daß, wenn die Leiden von deiner armseligen Natur kommen, doch Ich es bin, der deine Gesundheitszustände jeweils herbeiführt.

Wenn sie aber aus dir selbst kommen, wenn Ich Mich zurückziehe in dein Innerstes und dich dir selbst überlasse, Satan nur immer umhergeht und lauert auf einen geeigneten Augenblick (weil er die schwache Seite des Menschen kennt, wenn Ich Mich zurückziehe), um von deinen Sinnen Besitz zu nehmen und durch diese in deinen Geist zu dringen, um die Seele zu verängstigen, so bin Ich es dennoch wieder, der diese Zeiten anordnet, wo du ganz verlassen bist. Ich habe dir schon früher gesagt, daß du schon auf dem Kalvarienberg angelangt bist, und jetzt ist der Augenblick gekommen, wo du an das Kreuz geschlagen werden sollst.

Darum richte dich darauf ein: Es wird noch manches vorkommen, was dich tief, tief, demütigen wird. Nicht wahr, wenn Ich Mich immer vor dich hinstellte und sagte: ‚Paß auf, jetzt kommt das Kreuz, jetzt wirst du darauf genagelt, und das sind die Nägel’, so würdest du gerne leiden. Ja, die Nägel, das sind die Zweifel und Ängste, diese dringen dir in die Seele ein. Und dann wirst du am Kreuz erhöht werden, wenn ihr alle einmal gelernt habt, über all die Zweifel und Ängste hinwegzugehen. Und was Ich dir sage, sage Ich auch zu deinen beiden Mitschwestern und zu allen, die Meine Worte aufnehmen. Ich verspreche dir aber, daß du nicht sterben wirst, bis Ich dir alles erfüllt, was Ich dir versprochen! Du wie auch der Redakteur des Pelikans (katholische Zeitschrift) werden zur Vollkommenheit gelangen. Er soll sich nur nicht irreführen lassen.“

Jesus sprach noch viel darüber. Luise konnte es nicht behalten und sagte zu Jesus:

Luise: „Ach, wenn ich es doch dem Redakteur mitteilen dürfte, wie würde es ihn trösten in der schweren Trübsal.“

Jesus: „Ja, Mein Kind, du mußt erst deinen Bischof um Erlaubnis bitten!“

Barbara: „O Herr, wenn ich doch alles noch wüßte, sei doch so gut und sage mir es doch noch einmal.“

Und Jesus wiederholte es in kurzen Worten etwa so:

„Sage Meinem Diener, dem Bischof, daß Ich den Pelikan-Schreiber neben Meine Dienerin stelle, wiewohl du nichts von ihm weißt und er nichts von dir und ihr euch im Leben niemals sehen werdet, denn beide haben die gleiche göttliche Mission, die Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes des Altares zu beleben. Du, indem Ich mit dir rede, und jenen bearbeite Ich im Geist.

Sage dem Bischof, daß Ich ihn bitte, daß er seine Diener nicht dahin beeinflussen soll, daß sie gegen den Pelikan arbeiten, denn der Geist, Der in dir spricht, ist der gleiche, Der auch ihn bearbeitet, und wenn auch jetzt die Zeitungen über ihn herfallen, um ihn vor aller Welt als Simpel darzustellen, weil – wie Ich dir gesagt habe – das Samenkörnlein in die Erde gesenkt werden und in ihr sterben muß, so wird doch die Zeit kommen, wo es aufgeht, in die Halme schießt und tausendfältige Frucht trägt, wo seine Schrift zur höchsten Blüte gelangt. Er soll daher ausharren und sich nicht beirren lassen. Und sie sollen es wissen, was jenen Zeitungsschreiber beeinflußt, so gegen ihn zu schmähen, daß es nur Geld- und Gewinnsucht ist, weil dieser ihm mit seiner Schrift zuvorgekommen, und jener großen Absatz erzielen möchte. Sie sollen nachsehen, was der Zeitungsschreiber sucht und was Meine Dienerin und der Redakteur des Pelikan suchen, dieser arme, schlichte Priester. Diesen treibt nur die Gottesliebe, jenen die Geldsucht. Beide aber werden nicht sterben, bis sie zur Vollkommenheit gelangt sind.“

Lieschen bat um Gelingen der Taufe ihrer protestantischen Nichte.

Jesus: „Gehe nur mutig und entschieden hin, rede nur offen heraus aus dem Glauben, sie ist Protestantin, du Katholikin. Sage ihr, daß ihr Vater – dein Bruder – nicht eher aus dem Fegefeuer kommt, bis seine Enkelin getauft ist. Gib ihr den Namen Maria.“

Luise bat für die 85jährige Dame um ihre Bekehrung.

Jesus: „Satan bearbeitet sie Tag und Nacht, laß dich nicht davon beeinflussen. Er hat großen Zorn. Wenn sie bekehrt ist, soll sie der Stadt M. eine Zierde sein und ein Beweis, daß Ich mit Meinen Kindern verkehre. Ich schenke sie dir um deines lebendigen, kindlichen Glaubens und deiner Gebete willen.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

109 Vierter Freitag im August 1896

„Daß die meisten Menschen Mein Leiden als ein Märchen betrachten“

Jesus: „Meine Kinder, laßt euch nicht irremachen von dem Gerede, das von denjenigen ausgeht, die Ich euch zu Vorgesetzten gegeben habe. Eure kindliche Herzenseinfalt, eure demütige Haltung, euer standhafter Glaube, dies soll der Beweis sein für Meine Diener, daß Ich mit euch verkehre. Sie sollen die ganze Kirchengeschichte durchgehen, alle Glaubens- und Sittenlehren und das Leben Meiner Braut, der Kirche, und Mein Leben Selbst, vor wie vielen Geheimnissen bleiben sie da stehen, denn Ich bin ein geheimnisvoller Gott. Wie können diejenigen, die selbst nicht glauben, was sie lehren, die nicht glauben wollen, daß Ich mit Meinen Kindern verkehre, wie können sie verlangen, daß die ungläubige Welt sich zu ihren Lehren bekenne, die dieselben noch weniger fassen kann als sie, die doch im Glauben sind und ihn offen lehren?

Siehe doch, wie war denn Mein Leben? Stand es nicht im geraden Gegensatz zum Fürsten der Welt? Wie war Ich in der Welt so verachtet, Mein ganzes Leben war Torheit in den Augen der Welt und denen ein Ärgernis, die nicht an Mich glauben wollten, weil es ein geheimnisvolles Leben war. Dieses Leben müssen aber alle diejenigen leben, die Ich berufen habe, mit Mir zu verkehren, Mein Leben nachzubilden und anderen zum Vorbild und zur Nachahmung zu dienen, denn Ich bin und bleibe ein geheimnisvoller Gott!

Deshalb müssen alle, mit denen Ich Mich würdige zu verkehren, einen geheimnisvollen Weg gehen, weil sie Mein Leben nachbilden sollen. Wohl erwartete die Welt einen Erlöser, aber einen auf königlichem Thron und nicht von einer armen, verachteten Jungfrau. Sie haben einen Messias erwartet, aber nach ihrer Meinung, nach den Launen ihrer Sinnengelüste; sie wollten wohl erlöst sein, aber nebenher ein bequemes Leben führen und in Ehren leben!

Niemand will mit Mir Verachtung leiden. Ich gehe nicht zu jenen, die ganze Bände von Büchern studiert, deren Geist und Kopf vollgestopft ist von Weltweisheit, die zu nichts anderem führt, als in der Gesellschaft etwas zu gelten und nicht gerade für einen Dummkopf zu scheinen. Ich gehe nur zu tiefgläubigen, einfältigen Herzen, die an Mich glauben. Da will Ich wohnen, mit ihnen will Ich verkehren, durch sie will Ich der Welt zeigen, daß Ich wirklich einmal gelebt habe, denn es ist so weit gekommen, daß die meisten Menschen Mein Leiden als ein Märchen betrachten, das man ihnen so vormacht, aber es ist kein Märchen, es ist Wirklichkeit. O glaubt es doch, wenigstens ihr, Meine Kinder! Tiefgläubige Seelen verlange Ich.

Seht, Ich bin vom Himmel gestiegen, Ich habe dreiunddreißig Jahre dieses elende Leben getragen, das Ich durch Meinen martervollen Tod am Kreuze beendet. Es gibt so wenig Seelen, die mit Mir leiden wollen, welche die Bitterkeit des Kelches, den Ich dreiunddreißig Jahre und besonders die letzten drei Tage Meines Lebens getrunken, mit Mir kosten wollen.

Es sterben so viele Glieder an Meinem mystischen Leibe, die ihm aber dennoch beigefügt sind, und für diese sollst du leiden. Kommt her, Meine Schwestern, Meine Bräute, ihr liebsten Kinder Meines Herzens. Es macht Mir Freude, mit euch zu verkehren, weil ihr gern mit Mir leidet. Kommt her an Mein Herz! Harret nur aus! Es kommt der Tag eurer Erlösung, wo euer Glaube sich in unverhülltes Schauen verwandelt und in unendliches Genießen! Freuet euch und frohlocket, denn groß ist euer Lohn im Himmel. Ja glaubt es, daß Ich Selbst es bin, Der mit euch verkehrt. Es kommt die Stunde, wo ihr Mich, den ihr jetzt im Dunkel schauet, unverschleiert sehen werdet, wo alles, was Ich mit euch spreche, nicht mehr vergehen wird, wo ihr alles überzeugend seht, wo ihr ewiglich alles genießen und mit Mir herrschen sollt. Trachtet doch, Seelen zu finden, denen ihr Meine Liebe mitteilt.

Nicht ein Wörtchen bleibt unbelohnt, das ihr mit anderen von Mir sprecht. Mein Herz sehnt sich nach Seelen, die glauben, daß Ich mit Meiner kleinen Dienerin verkehre, um den Eifer zu beleben und die Liebe zu befestigen.“

Luise: „Ja, mein Jesus, aber der B. will, wir sollen alles geheimhalten. Was daher tun?“

Jesus: „Ich habe euch ja gesagt, daß das Samenkorn sterben muß. Es wird auch wieder anders, jetzt muß es erst sterben.“

Barbara: „O Herr, soll ich denn dem Pelikan schreiben? Der Bischof hat mir dazu keine Antwort gegeben.“

Jesus: „Du hast deinen Beichtvater und deinen Bischof und noch andere Geistliche an der Hand. Die frage nur, die werden dir den rechten Aufschluß geben. Wende dich an deinen Beichtvater. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Inhaltsverzeichnis Band 1

110 Erster Donnerstag im September 1896

„Denn Sie war die Morgenröte der nahenden Erlösung, Sie war die Mittlerin, die Miterlöserin aller Menschen.“

Lied: Sein Herz hab ich mir auserwählt...

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Du weißt nicht, warum du uns heute siehst, uns beide (Jesus und die liebe Mutter Gottes), die dein ganzes Sein und Denken und Streben ausmachen sollen. Siehe, morgen feiert die Kirche den Tag, der Meinem menschlichen Herzen geweiht ist, den ersten Freitag, und Ich habe dir am Feste Mariä Himmelfahrt gesagt, daß du und deine beiden Mitschwestern der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Ersatz leisten sollt für so viele Menschen, die nicht einmal daran denken, die nicht einmal glauben, daß durch Meine Mutter alles Heil in die Welt gekommen ist, denn Sie war die Morgenröte der nahenden Erlösung, Sie war die Mittlerin, die Miterlöserin aller Menschen. Wer erkennt dieses noch? Wer erinnert sich noch daran, was Meine Mutter der Menschheit geworden ist, in welch enger Beziehung Sie zu der Menschheit steht, mit welcher Liebe und Hochachtung die Menschen auf Sie schauen sollten?

Darum will Ich dir das alles ins Gedächtnis zurückrufen, was Ich dir gesagt am Mariä-Himmelfahrtstag. Deshalb siehst du Uns Beide, Mich zusammen mit Meiner Mutter. Unzertrennlich sind Wir Beide für diejenigen, die überhaupt noch glauben wollen, daß sie in sich eine unsterbliche Seele tragen. Heute aber will Ich dich vorbereiten, Meine Tochter, auf das große Fest der Geburt Meiner heiligen Mutter. Siehe, du bist unglücklich, wenn du nicht so mitmachen kannst wie deine beiden Mitschwestern, du mußt aber wissen, daß Ich dich zum Leiden bestimmte, und du in der Familie stehst. Und Ich will durchaus nicht, daß diejenigen, die Mir dienen – in denen Ich etwas besonderes wirken will, die Ich erwählte, um durch sie etwas durchzuführen, die Ich zu einem besonderen Werkzeug brauchen will – Sonderlinge sein sollen. Nein, das will Ich nicht!

Diejenigen, die das tun – und das soll allen gesagt sein, die Seelen zu leiten und zu prüfen haben –, die sich darauf verlegen, nur ihren Plänen nachzugehen und sie auszuführen, mag es nun ein vermeintlicher oder ein wirklicher Plan sein, der ihnen von Meinem Geist eingeflößt worden ist, sag nur all denjenigen – besonders dem Priester, der Mich darum bittet –, daß dies der sicherste Beweis, das Kennzeichen ist, daß sie es von sich selbst haben, von ihrem eigenen Geist, oder daß es vom Geist des Widersachers herrührt. Ich Selbst war ein armer Zimmermann. Dreißig Jahre lang verrichtete Ich die niedrigsten Dienste, und nur drei Jahre widmete Ich Mich dem Plan, den Mein himmlischer Vater Mir zugedacht, die Menschen zu belehren.

Das brauchst du nicht, du hast nicht nötig, dich vorzubereiten. Du brauchst Mir nur ein williges Herz entgegenzubringen und dann kannst du aufstehen und deiner Arbeit nachgehen. Denn das, was Ich zu dir sage, gilt nicht dir und deinen beiden Mitschwestern, wenn es nicht gerade zu eurem oder zu Meinem Troste gesprochen ist, oder um Mich in euch zu trösten, oder Mich mit euch zu unterhalten, ansonsten aber ist die Zeit, wo Ich mit dir rede, für andere gegeben. Ich sage die Zeit, denn die Zeit, die du verwendest, um Meinen Worten zu lauschen, gilt Mir und anderen Menschen, Mir, um Meinen Worten zu lauschen, den anderen, um sie durch dich zu belehren.

Sage dem Pelikan-Schreiber, er möge nur Erkundigungen einziehen über die Person, ob sie tue, wie Ich eben angegeben habe. Das Kennzeichen ist, ob sie ein verborgenes, zurückgezogenes Leben liebt und gerne führt, ob sie gerne arm und unbeachtet zu leben wünscht, oder ob sie sich dadurch nur ein gutes Dasein verschaffen will. Wenn diese Bedingungen da sind, dann ist es ein untrügliches Kennzeichen Meines Geistes, denn Ich bin arm in die Welt eingetreten, arm und unbekannt habe Ich dreiunddreißig Jahre gelebt, und am Kreuze bin Ich aus dem Leben geschieden, um all den Meinigen ein Beispiel zu geben, woran sie ein Zeichen hätten, daß sie nicht irregehen.

Siehe, Meine Tochter, das gilt jetzt dir! Laß alles über dich hereinbrechen, laß kommen, was will. Ich Selbst bin dein Verteidiger. Ich habe dir gesagt, daß du jetzt an das Kreuz geschlagen wirst, daß du sterben mußt, aber nur, um herrlicher und siegreicher daraus hervorzugehen, das heißt, um sich vieltausendmal zu vervielfältigen. Es wird die Zeit kommen, wo man glaubt, daß Ich mit dir rede. Du mußt nur ganz geduldig abwarten. Du mußt dich nicht kümmern um all die Dinge, die um dich her vorgehen.“

Barbara: „Ja, Herr, das tue ich auch. Ich danke Dir für alle Gnaden, auch für alle Leiden. O wenn ich doch nur wie früher den Geist des Gebetes hätte.“

Jesus: „Ja siehst du, Meine Tochter, das ist es, was Ich mit dir rede. Habe Ich das nicht eben gesagt, daß Ich es bin, Der dir das alles zuschickt? Bringe Mir nur immer ein bereitwilliges Herz, ein opferwilliges Herz, entgegen, bereit, auch dies zu ertragen. Wenn es Mir gefällt, warum nicht auch dir? Was sagt man von eigensinnigen Kindern, die immer nur gelobt sein wollen? Du willst immer um dich herum so etwas wissen, durch deinen Gebetsgeist willst du dir selbst schmeicheln, und um diesem allem vorzubeugen, komme Ich mit Meinen Nägeln. Ich habe es dir gesagt am Feste Mariä Himmelfahrt, daß dies die Nägel sind, womit Ich dich an das Kreuz schlage.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

111 Erster Freitag im September 1896

„Denn Ich habe den Menschen nur ein klein wenig unter die Engel gestellt.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben...

Barbara: „O mein Jesus, warum sehe ich heute einen Altar und darauf ein brennendes Feuer?“

Jesus: „Ja, Meine Tochter, du siehst den Opferaltar, auf den Ich täglich, ja stündlich herniedersteige, um für Meine Kinder vor Meinem himmlischen Vater Mich Selbst zu verzehren. Heute feiert die Kirche den ersten Freitag im Monat September, der Meinem Herzen geweiht ist. Die Liebe ist es, die Mich verzehrt im Allerheiligsten Altarsakrament, und je weniger die Menschen dieses erkennen und dieses erkannt wird, desto mehr sehnt Sich Mein Herz nach Seelen, die sich mit Mir vereinigen, die sich noch erwärmen lassen an dem Feuerherd der Liebe.

Ihr, Meine Kinder, seid diejenigen, die diesem Feuerherd nahestehen, in euch soll alles verzehrt werden, was nicht Mein ist, alles Unreine, alles Unheilige, alle Schlacken sollen sich verzehren in dem Feuer Meiner göttlichen Liebe. Darum naht euch nur mit Freuden diesem Feuerherd; denn ihr habt ja kein Hintertürchen mehr, seid rückhaltlos, wie Ich es gegen euch bin, gebt keinem Gedanken Raum, der euch hindern könnte, jeden Augenblick in der Liebe zu Mir zu wachsen; denn erst dann, wenn alles Unheilige in euch verzehrt ist, das heißt alle Zweifel und Ängste, die Satan euch einflüstert oder die auch Ich zulasse zu eurer Verdemütigung, werdet ihr fest glauben.

Tretet nur herzu und erwärmt euch an Meinem Feuerherd, und so sollen sich verzehren alle Schlacken, die sich noch in euch vorfinden. Ich verspreche es euch! Ahmt nicht jene nach, die euch bedrücken und euch unterdrücken wollen. Ahmt nicht jene nach, welche die Wahrheit leugnen, daß Ich wirklich existiere, daß Ich im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig bin, daß Ich zu ihnen komme in der heiligen Kommunion, daß Ich nicht wie ein stummer Hund in ihnen lebe, nein, daß Ich in ihnen rede, Mich ihnen mitteilen will.

Ich sage, die Zweifel solcher sollt ihr nicht nachahmen, die euch jene beibringen; denn wenn sie fest glauben, was die Kirche lehrt, warum wollen sie nicht glauben, daß Mir die Freiheit gestattet ist, zu einer Zeit, wo Mein Volk abgewichen ist vom rechten Weg, daß Ich auffallend mit Seelen verkehren will, die sich Mir ganz geopfert. Jene sind die Lieblinge Meines Herzens, die kein Hinterpförtchen mehr haben in ihrem Glauben, die das Beispiel Meiner Mutter befolgen. Darum sage Ich dir, Meine Tochter, laß es nur jenen Priester wissen, der die guten Schriften verbreitet, der das Volk aufmuntert, sich diesem Feuerherd recht oft zu nahen, den Damm zu bilden, den Ich dir schon so oft gezeigt.

Er soll sich nicht einschüchtern lassen von dem Gerede derjenigen, die Ich über ihn gesetzt habe als Vorgesetzte, er soll nur ja bedenken, daß alles, was sich auf Gottes Reich bezieht, alles, was der Menschheit den Weg zum Himmel zeigen soll, bekämpft und bestritten wird, weil alles Gute nun einmal sich so in der Welt durchsetzen muß. Ihr müßt wissen, daß ein großer Teil der Geister, die Ich, nachdem sie sich wider Mich empört hatten, in den Abgrund hinabgestürzt, auf Erden geblieben sind, und Ich diesen gestattete, die Menschheit zu quälen, um so mehr Heilige zu bilden, und um so mehr Verdienste jenen zu sammeln, die Mir trotzdem treu bleiben, und um so entschiedener die Guten von den Bösen auszuscheiden und trennen zu können.

Denn Ich habe den Menschen nur ein klein wenig unter die Engel gestellt, Ich habe jedem Menschen hinlängliche Gnaden gegeben, um sein Heil zu bewirken. Wer nun die Augen schließen will, um sich von diesem Geist, der sich überall gar lieblich und schön darstellt, verführen lassen will, dem soll es nach seinem Willen widerfahren. Ich habe dem Menschen die Freiheit gegeben, er soll wählen zwischen Gut und Böse. Du sollst wissen, daß Ich deshalb alles Gute so anfechten lasse, daß Ich sogar diejenigen, die Ich an die Spitze Meines Reiches gestellt habe, das Gute, das Ich ausführen will, bekämpfen und anfeinden lasse, um dann um so sicherer durchzudringen mit Meinen Plänen, und um diejenigen, die mit Mir halten, um so siegreicher zum Ziel zu führen trotz all der Kämpfe, die ihnen von allen Seiten bereitet werden, um aber auch sie dann um so reichlicher belohnen zu können. Sage Meinem Diener N. (dem Pelikan-Schreiber), welcher Lohn seiner harrt in der Ewigkeit. Er soll sich nicht beeinflussen lassen in seiner Redaktion, sich nicht einschüchtern lassen, und wenn es auch die höchsten Herrscher wären, die sich ihm entgegenstellten.

Du bist Mein Freund, Mein Bruder, Mein Gleichgesinnter! Fahre fort, Meinen Geist hinauszutragen unter die Völker. Verbinde dich mit dieser Meiner kleinen Dienerin, frage sie, und Ich will dir antworten durch sie, und solange sie nichts sucht als Meine Ehre zu fördern, und Mir eine Seele aus dem Rachen Satans zu entreißen, und in Meine Herde zurückzuführen, so lange glaube, daß es zweifellos Gottes Geist ist, Der mit ihr spricht, und solange du so uneigennützig ohne alle Menschenfurcht, ohne alle Rücksicht auf die Gunst der Menschen schreibst, wisse, daß Mein Geist es ist, der deine Hand dir führt; denn Ich habe dich erwählt unter Tausenden, um die Völker zu erschüttern durch dich; es sollen dich nicht Ketten und Banden schrecken!

Besonders verlange Ich von dir, Mein Diener, daß du dein besonderes Augenmerk auf Deutschland richtest; denn Deutschland ist es noch, an dem Mein Herz gern weilt, weil da noch mehr zu retten ist als in allen anderen Ländern. Der Strom der Zeit schwemmt zwar alles, alles mit sich fort. Auch die Priester lassen sich vielfach mit hinreißen; denn ich habe es schon so oft gesagt, daß die Priester aus den sozialen und liberalen Familien hervorgehen und wieder in sie hineinkommen. Was Wunder, wenn sich die Wellen rings um sie hoch türmen, wenn von allen Seiten die Fluten sie umgeben, sie auch hineinsteigen in das Schiff der Zeit und mit anderen segeln wollen.“

Barbara: „O tretet zurück, ihr Priester des Herrn! Bleibet im Schifflein Petri! Seht auf euren Meister, rettet, was zu retten ist, denn es kommt die Zeit, wo ihr mit Schauder die Dinge sehen werdet, die der Liberalismus geboren hat.“

Inhaltsverzeichnis Band 1

112 Vigil Mariä Geburt 1896

„Und doch tut man, als ob es eine Schande wäre, ein Glied dieser Kirche zu sein.“

Lied: O Königin

Jesus: „Komm, Meine Tochter! Komm mit Mir!“

Und ich werde hineingeführt in ein Haus, und ich sehe zwei ehrwürdige Gestalten. Es ist die heilige Anna und ihr Gemahl Joachim. Und ich sehe das ganze Zimmer erfüllt mit himmlischen Geistern. Freudestrahlend knien die glücklichen Eltern inmitten des Zimmers. Und ich sehe das holde, liebe Kindlein in der Wiege. Ja, wahrhaftig, diese Geburt hat der ganzen Welt Freude gebracht. O mein Gott!

Jesus: „Es reut Mich, den Menschen geschaffen zu haben. Alles, alles habe Ich getan an diesem Geschlecht, und alles ist vergebens. Niemand ist da, der noch nachdenkt in seinem Herzen. Siehst du die Geburt dieses gnadenreichen Kindes? Es ist Meine himmlische Mutter. Siehst du, was Ich getan, alles ist vollendet, das Werk ist vollendet, das Werk der Erlösung, das am heutigen Tag beginnen sollte. Wo sind die Menschen, die Mir dafür danken? Wo sind die Menschen, die auch noch in sich hineingehen und nachdenken in ihrem Herzen? Tun sie nicht alle so, als ob sie ewig leben wollten?

Siehe, Ich habe dir die Mission, den Auftrag gegeben, die Menschen daran zu erinnern, was die Feste Meiner Kirche zu bedeuten haben. Wo sind die Menschen, die sich daran erinnern lassen wollen? Siehe, wie es die Diener Meiner Kirche machen, um gar nicht in ihrer Ruhe gestört zu sein, um ja nicht einen Fingerzeig zu sehen. So wie sie es machen an dir, so tun alle übrigen Menschen an Mir! Siehe, das ist das große Verderbnis der Zeit, das alles überflutet, weil niemand mehr die Wahrheit wissen will, weil niemand mehr der Wahrheit auf den Grund schauen will. O die leichtfertigen Menschen, Fleisch von Meinem Fleisch, Blut von Meinem Herzblut! Und doch tun sie, als ob es gar nicht gewesen wäre. Wie not tut es der Zeit, daß die eifrigen, die guten und treuen Seelen zusammenhalten, sich gegenseitig ermuntern, und doch tut man, als ob es eine Schande wäre, ein Glied dieser Kirche zu sein. Darum werden die Zeiten immer tiefer hineingesenkt in den Strudel, der alles mit sich fortwirbelt; doch es soll nicht so bleiben, Meine Kinder!

Werdet nicht müde, es kommt eine andere Zeit, es kommt die Zeit der Gnade und des Lichtes wieder, das Senfkörnlein, das in der Erde verfault, es sproßt neu empor und wird zu einem herrlichen Baum, an dem viele sich laben sollen. Es kommt die Zeit, wo man in jeder Kirche die heilige Kommunion empfangen wird, wo nur ein Priester steht; und dies ist die Zeit des Lichtes. Meine Diener werden bald einsehen, wo sie ihr Volk noch halten können. Siehe, man redet offener und freier auf der Kanzel, und das ist recht so. Ich habe dir voriges Jahr gesagt, daß sie hintreten sollen vor die Mächtigen der Erde und sollen sie an ihr Unrecht erinnern. Ich habe dir noch nicht lange gesagt, daß das Übel von den Dienern Meiner Kirche ausging, und zwar in jenem Zeitalter, wo Meine Kirche reich war, wo sie zuviel Gold und Silber besaß, und die es zu verwalten hatten, waren üppig und gaben Festgelage. Es fehlten nicht die Großen der Erde, sich zu vereinigen mit den Kirchenfürsten. Und da wurde gezecht und gut gelebt, aber nicht gedacht, wie Meine Ehre zu fördern sei.

Das nahmen die Mächtigen, die Gewalthaber, die Könige und Fürsten, in sich auf. Als aber dann der Sturm kam, wo eine neue Lehre sich bilden wollte, eine Irrlehre, da wurde vieles, vieles hinweggeschwemmt, weil alles locker war in den Herzen der Großen und Mächtigen, und Meine Kirche litt unendlichen Schaden. So wie das Gift allmählich eindrang bis in die niederen Schichten der Menschheit, in die niedersten Klassen, bis alles Blut verdorben war, bis in die letzte Faser des Menschen, so muß es auch allmählich wieder ausgehen. Darum wundere man sich nicht und werde nicht irre, weil es gar so langsam geht. Ich habe Meiner Kirche versprochen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden, und eher werden Himmel und Erde vergehen, als Meine Worte vergehen werden.

Und wieder habe Ich gesagt, daß Ich alle Tage bei euch bin bis zum Ende der Welt. Darum, ihr Diener der Kirche, hört die Stimme eures geliebten Meisters. Ihr seid die Berufenen. So wie das Gift allmählich eindrang und ausging zu der Zeit, wo Meine Kirche so viele Schätze besaß, so soll jetzt das Licht aus eurer Mitte hervorgehen. Jetzt, wo Meine Kirche arm geworden ist, jetzt, wo sie sich rühmen kann, sie habe nichts, wo sie ihr Haupt hinlegen könnte, so wie ihr Herr und Meister, denn ihr Land, ihr Eigentum, ist das eines anderen geworden. Arm ist sie, wie Ich Selbst arm war, als Ich auf Erden gewandelt bin. Darum habe Ich noch nie, seit dem ersten Anbeginn ihrer Entwicklung, mit solchem Wohlgefallen auf sie herabgeschaut wie gerade jetzt, wo sie Mir am ähnlichsten ist, Meine jungfräuliche Braut! Darum kommt, ihr Priester, an Mein Herz! Seht, wie Ich Mich am Altare täglich mit euch vereinige.

Kommt, euch habe Ich berufen, das Werk wieder zu erneuern, das Werk, das Ich gestiftet, Mein Reich nämlich. Ihr seid berufen, das Gift wieder zu entfernen. Es geht gar so langsam, darum fangt an, werdet nicht müde, fangt an mit jeder Seele, die noch Vertrauen hat; fangt an mit jedem Keimchen, das ihr in dem Erdboden findet, dieses Keimchen zu pflegen, zu pflanzen und zu begießen mit dem Tau der Gnade, die Ich in eure Hand gelegt.

O schlingt das Band um sie, das Ich euch gegeben habe, das Liebesband, das ausgeht aus dem Allerheiligsten Sakrament des Altares durch die heilige Kommunion. Werdet nicht müde, habt Geduld, seid langmütig. Tretet hin vor die Großen der Erde, wie Ich euch oft gesagt, sprecht offen mit ihnen, schämt euch nicht, Christusträger zu sein, ermuntert eure Brüder, einer den andern, denn es ist an der Zeit, weil Satan wutschnaubend gegen euch ist. Harret aus, Meine Söhne, harret aus, denn Ich werde euch nie verlassen. Du hast jetzt nichts mehr zu tun, als daß du Mir ein williges Gehör schenkst. Alles andere tue Ich.“

Zu Luise „Sei getrost, deine Bitte sei dir gewährt.“

Barbara: „O liebe Mutter, heute an Deinem Festtag gib uns auch ein Almosen.“

Drei Kronen hält Sie uns hin, drei Kronen schweben über unserem Haupt, die sollen wir dereinst besitzen.

„O liebe Mutter, wie danke ich Dir!“

Lied: Hochpreiset meine Seele

Inhaltsverzeichnis Band 1

113 Vigil Kreuzerhöhung 1896

„Sühne, Sühne, Sühne verlangt Mein Herz!“

Lied: O heiliges Kreuz, sei uns gegrüßt

Barbara: „O mein Jesus! O meine gekreuzigte Liebe! O Du mein Bräutigam! Ich sehe Dich so einsam und verlassen dahinwandeln mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken. Warum denn? Siehe, es beginnt ja das Fest, daß Dein Kreuz erhöht worden ist. Hast Du denn nicht gesprochen: ,Wenn Ich am Kreuz erhöht sein werde, werde Ich alles an Mich ziehen?’ O meine einzige Liebe, o mein Gott und Alles!“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, du siehst Mich mit dem schweren Kreuz, wie Ich Mich dir gezeigt am Anfang deines Leidens, wo Ich dir gesagt, daß du mit Mir den Kreuzweg wandeln sollst. Siehe, wohl beginnt morgen das Fest Kreuz-Erhöhung, weißt du auch, was das bedeutet? Es ist der Sieg der Kirche, es ist der Sieg über das Heidentum, über alle Meine Feinde. Es sollte dieser Tag alle Meine Kinder daran erinnern, daß die blutigen Kämpfe aufhören sollen, die Meine Feinde der Kirche bereitet hatten durch dreihundert Jahre, und jetzt, wo Kaiser Konstantin der Große von seiner Mutter das Kreuz emporbringen ließ, und Konstantin der Große es von jetzt an auf allen Zinnen der Kirchen und Gebäude stellen ließ, sollte Meine Kirche das Fest Kreuz-Erhöhung feiern.

Aber siehe, seit achtzehnhundert Jahren steht wohl das Kreuz auf den Zinnen der Tempel, und wohl ist Meine Kirche erhöht auf der ganzen Erde, aber sehe dich um, was du davon noch siehst. Man verschmäht das Kreuz, man will das Kreuz jetzt nicht mehr tragen, alle Völker wollen es abwerfen, das liebe, süße Kreuz, welches Ich trug. Sehe dich um, ob Ich nicht allein stehe mit dem Kreuz auf dem Rücken? Haben nicht Meine Kinder, die Kinder der katholischen Kirche, das Kreuz ihrem Herrn und Gott wieder aufgeladen, und muß Ich es nicht wieder allein tragen im Allerheiligsten Altarsakrament? Muß Ich nicht allein den eucharistischen Kreuzweg gehen? Darum siehst du Mich heute so traurig; denn nicht feiert man das Fest Kreuz-Erhöhung, wohl Meine Kirche, aber nicht die Kinder Meiner Kirche feiern das Fest Kreuz-Erhöhung, sie überlassen es Mir wieder allein. Ja, diejenigen, die Mich verlassen haben, die ausgestiegen sind aus dem Schifflein Petri, die tot sind an Meinem mystischen Leib, sie haben das Kreuz von sich geworfen und suchen das Glück anderswo, sie suchen, sich den Himmel auf Erden zu verschaffen durch unmäßige Vergnügungssucht, durch Jagen nach irdischem Besitz. Das Kreuz ist ihnen nur noch eine Torheit und Lächerlichkeit, sie erinnern sich nur noch daran, um zu spotten.

O wie schmerzen Mich diese Glieder an Meinem mystischen Leibe; denn noch sind sie eingeschrieben in Meinem Herzen, und solange noch ihr Atem ein- und ausgeht, fühle Ich deren Pulsschläge, nicht zu Meiner Freude, sondern zu Meiner Qual. Du mußt wissen und ihr alle, Meine Kinder, ihr alle, die ihr an Mich glaubt, ihr sollt wissen: Solange der Mensch lebt, der Mensch, der noch nicht abgestorben ist an Meinem mystischen Leib, so lange quält er Mein Herz, so lange fühle Ich die Faustschläge, die er Meinem Herzen versetzt.

Und nun, siehe dir jene an, die zwar noch Glieder sind an Meinem Leibe, die noch eingegliedert sind in Meiner Kirche, die sich noch Christen nennen, ob sie noch das Kreuz lieben? Sieh, wieviel mehr sie das Kreuz fliehen, anstatt daran sich zu erfreuen, im Kreuz sich zu rühmen, wie wenige gern auf Kalvaria weilen, mit Mir leiden wollen. Viele Liebhaber habe Ich unter Meinen Kindern, aber wenige, die Mir das Kreuz nachtragen wollen. Begreifst du Mich? So folge Mir und beklage dich nicht, wenn auch du allein gehen mußt!“

Barbara: „O mein Jesus! Wir wollen Dir gerne das Kreuz tragen helfen, wir sind bereit, Dir treu zu bleiben, wenn es auch niemand glaubt.“

Jesus: „Ja siehe, Meine Tochter! Das ist es, was Ich dich heute lehren will. Ihr, Meine Kinder, werdet nicht mutlos, wenn auch die Menschen euch verspotten, und wenn sie euch alles nachreden, denn seht, die Greueltaten schreien um Rache, die Greuel mehren sich von Tag zu Tag, die schrecklichen Gotteslästerungen, die ausgestoßen werden, nicht nur in den Geheimbünden der Freimaurer, sondern auch in allen Schichten der menschlichen Gesellschaft. Der Liberalismus, der Sozialismus, die Ausgeburten des Freimaurertums, überall bin Ich nur die Zielscheibe des Spottes, der Gotteslästerungen.

Und sieh dich um in der Welt und komm und sieh, wo diejenigen sind, die Mir Sühne leisten, und Sühne muß geleistet werden, und Opfer müssen gebracht werden. Ohne Opfer und Sühne gehtes ebensowenig, daß der Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit eingehalten werden kann, ebensowenig als die Menschheit hätte erlöst werden können, ohne daß Ich die menschliche Natur angenommen. Ich mußte Fleisch und Blut annehmen von den Menschen, Mich ganz diesem Geschlecht gleichmachen, um so Mich ganz als ihr Opfer dem himmlischen Vater anbieten zu können. Ebensowenig kann der Zorn Meines himmlischen Vaters besänftigt werden, der mit jedem Tag schrecklicher losstürmen kann über diese sündhafte Welt, über dieses gottlose, sündhafte Geschlecht.“

Während der Ekstase bekam Barbara zweimal einen schrecklichen Erstickungsanfall, so daß man glaubte, sie müsse ersticken, indem sie nach Luft rang und mittendrin rief Jesus mit überlauter Stimme:

Jesus: „Sühne, Sühne, Sühne verlangt Mein Herz!

Die Diener Meiner Kirche sollen es glauben, daß Mein Herz Sühne und Opfer verlangt, Menschen, die sich einsetzen, welche die Opfer nicht scheuen, denn auch die Diener Meiner Kirche wollen kein Opfer bringen, sie wollen nur so lange glauben, als es kein Opfer verlangt – und Mein Herz verlangt Opfer.“

Luise: „O Herr, da Du doch so allein stehst mit dem Kreuz, und dieser, Dein Diener, der Pelikan-Schreiber, Dir doch so gerne helfen möchte, so erbarme Dich seiner, ermutige ihn, sage ihm, wie lange der Sturm über ihn dauert.“

Jesus: „Der Sturm wird so lange dauern, bis die Welt glaubt, bis Meine Diener glauben, daß Ich Sühneopfer verlange, Seelen, die sich einsetzen, mit Mir dasselbe zu tun, was Ich getan, als Ich auf Erden wandelte, die sich opfern für die Seelen anderer.

So lange wird der Sturm währen, bis in der ganzen Welt, in allen Kirchen – wo Mein Herz weilt, wo Ich Tag und Nacht auf der Warte stehe, um zu sehen, ob einer sich fände, der mit Mir trauere, ob nicht einer sich fände, der mit Mir weine, für die Brüder und Schwestern, die draußen stehen und Mich nicht mehr kennen –, bis in allen Kirchen, wo Mein Herz zuweilen Sich würdigt, wo Seelen sich vorfinden, die Meinem Herzen Abbitte und Sühne leisten, Meine Diener anerkennen, daß Ich zu Meiner kleinen Dienerin spreche, daß überall auf der ganzen Welt Ich es bin, der eine Seele, die noch jungfräulich leben will, weil in ihrem Herzen die Stimme ertönt, zum jungfräulichen Stande beruft.

Der Sturm wird so lange dauern, bis in allen Orten die Priester bereit sind, solchen Seelen aufzuhelfen, ihnen behilflich zu sein, ihrem Beruf nach zu leben, Jungfrauen zu erziehen, an denen Ich noch Mein Wohlgefallen haben kann, haben muß, haben will, weil auch Meine jungfräuliche Mutter Jungfrau war und ist und bleibt und Ich Sie deswegen erwählte und in Ihr, der Jungfrau, geboren sein wollte, um der Welt zu zeigen, wie sehr Ich diesen Stand bevorzuge.

Die Jungfrauen sind es, die mit Mir das Kreuz tragen sollen. Sie sind es, die Ich in die Familie stellen will, um in ihr zu leben, aber nicht im Ehestand, sondern nur nebenher, um zu suchen, was des Herrn ist. Diese sind es, die für die Ehre und den Schmuck Meiner Kirche zu sorgen haben, die Meine Altäre zieren, damit, wenn das andere Volk sich einfindet, es sich erbauen und daran denken muß, was eine Jungfrau ist in der Welt.

Und sage dem Pelikan-Schreiber: Siehe, das ist der große Plan, den Ich durch dich ausführen will, und so lange wird der Sturm dauern, bis es ausgeführt ist, und je eher er zum Ziel gelangt, je eher er den Pelikan auf der ganzen Welt eingeführt, um so eher wird der Sturm nachlassen. Ich brauche ihm darum die zweite Frage nicht zu beantworten, ob er den Pelikan noch fortführen soll. Nein, Ich will nicht, daß er zurücktreten soll, Ich will, daß er bleiben soll, denn je schwerer er zu leiden hat, desto wohlgefälliger ist er in Meinen Augen, je schwerere Opfer er zu bringen hat, je heftiger der Kampf wütet von innen und von außen, desto siegreicher wird sein Werk gekrönt werden, desto herrlicher wird die Krone sein, die Ich ihm bereithalte und ihm entgegenhalte.“

Barbara: Und ich sehe eine kostbare Krone.

Jesus: „Siehe, die gehört Meinem Diener. Eine solche sollen alle diejenigen erhalten, die arbeiten an dem großen Werk der Erneuerung; denn das Erdreich Meiner Kirche soll und muß erneuert werden, denn Ich habe Meiner Kirche die Verheißung gegeben, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Und siehe, wie das Reich Satans mächtig geworden ist, es hat sich dieser große und mächtige Fürst der Finsternis einen ungeheuren Anhang verschafft. Ich ließ ihm die Gewalt, als Ich ihn hinabstürzte, die Menschheit zu verführen, weil die Menschen bestimmt sind, die Plätze einzunehmen, die er durch seinen Stolz und Eigendünkel so leichtfertig verscherzt hat. Darum muß Ich denen, welchen Ich diese Plätze schenken will, große Leiden verursachen, um Satan zu zeigen, wie man sich Mühe geben muß, um diese Krone zu erlangen, die er so leichtsinnig verschleuderte.

Seht, ihr Menschenkinder, daß es keine Kleinigkeit ist, daß Ich durch Meine Dienerin rede. Seht, ob es möglich sei, daß Meine Dienerin, ein armes, schwaches Geschöpf, wie sie es ist, aus sich zu reden, aus sich selbst, was Ich aus ihr rede, aus sich selbst auszuhalten, was sie aushält, imstande ist, oder wenn ihr nicht glauben wollt, so kommt und probiert es und haltet einmal aus, was sie aushalten muß und sagt, ob ihr gewillt seid zu leiden, was sie leidet.

Seht, weil nun Satan so mächtig und die Welt so gottlos geworden ist, wie Ich schon an anderer Stelle erwähnte, daß in jenem Jahrhundert, das man das Goldene Zeitalter nannte – weil Meine Kirche reich war und große Schätze besaß, Meine Diener aber in jener Zeit zu üppig wurden und das Gift eindrang in die Welt, und Meine Kirche unendlichen Schaden litt – Ich euch durch Meine Brigitta zurufen ließ und zeigte, daß es ein Zeitalter gebe, wo eine Spaltung eintritt und Meine Kirche bis zur Hälfte abgerissen wird von Meinem Herzen.

Seht zurück, es ist die Zeit, wo Martin Luther Meine Kirche spaltete in zwei Teile. Von da an trat Satan in der Welt auf und richtete Unheil über Unheil an, die Völker wurden immer leichtfertiger und leichtfertiger, das Gift drang ein bis in die innerste Faser, alle Völker sind gottlos geworden und der Glaube hat bis zu den besten Meiner Diener abgenommen. Darum hat Mein himmlischer Vater beschlossen, die Menschheit zu züchtigen und durch große Strafgerichte heimzusuchen. Diese Strafgerichte sind schon hereingebrochen, zum großen Teil dadurch, daß niemand mehr auf eure Stimme hört, daß auch unter dem Landvolk so viel Glaubenslosigkeit herrscht, daß niemand mehr die Stimme ihrer Hirten hören will. Dies ist die erste Strafrute, die hereinbrach, dies ist die Züchtigung im Innern, sie soll aber auch nach außen ausbrechen, wenn die Völker sich nicht zurückführen lassen, wenn die Worte, die Meine Dienerin zu euch spricht, von Meinen Dienern nicht angenommen werden. Es werden die Gottlosen einfallen, sie werden sich verbinden in der ganzen Welt, es wird zu einem allgemeinen Aufbruch kommen und ein schreckliches Blutbad wird die Erde bedecken.

Dies ist es, warum Ich verlange, daß Meine Kinder gerne mit Mir leiden, daß man das Fest Kreuz-Erhöhung viel mehr feiern soll als das Fest Kreuz-Auffindung. Man soll sich aufmachen und das Kreuz aufsuchen, man soll sich aufmachen und das Kreuz Mir gern nachtragen, man soll den katholischen Christen den Wert des Kreuzes predigen, man soll den Familienvätern die Genußsucht und Schwelgerei vorhalten und sie zur Enthaltsamkeit ermahnen, man soll die christlichen Frauen bitten, Geduld zu haben mit den Männern, ihre Kinder in der Gottesfurcht zu erziehen, die Mütter ermahnen, im Beichtstuhl und auf der Kanzel, wenn eines ihrer Kinder Vorliebe hat zum jungfräulichen Stand, sie diesem Ruf folgen zu lassen.

Darum hört, ihr Hirten, die Ich euch gestellt habe an die Spitze Meiner Völker, gehet hin und haltet den Oberhäuptern die Strafgerichte vor, die bereitstehen über ihren Häuptern. Ihr aber, Meine Diener, tut, wie Ich euch gesagt habe. Und du, dem Ich den Auftrag gab, den Pelikan zu schreiben, um in Vereinigung mit dieser Meiner kleinen Dienerin Mein Volk zum hochheiligsten Altarsakrament hinzuführen, arbeite ruhig fort und alle deine zehn Fragen sind dir gelöst. Und wo du ein Kloster besetzen kannst, tue es. Wo du siehst, wo der rechte Obere nicht ist, da setze einen hin, und wenn es der Ärmste und Schwächste ist, und habe er auch das wenigste Talent, wie es dir scheinen mag, wenn er nur mit Geduld und Liebe das Kreuz umfängt, um anderen voranzuleuchten in der Demut und Armut, so soll er glauben, daß es derjenige ist, dem er das Amt anvertrauen kann, und wenn er ihm auch der Untauglichste zu sein scheint, wenn er nur nicht mit der Welt liebäugelt.

Wenn du ein Kloster zu gründen weißt, so tue es, arbeite mit aller Entschiedenheit, es zustande zu bringen, denn überall finden sich gute Herzen, die ihren Pfennig nicht versagen. Arbeite und arbeite, nicht eher werde Ich dich aus diesem Leben hinwegnehmen, bis du diesen Lohn auf dieser Erde erlangen wirst. Dieser Lohn aber besteht nicht in sinnlichen Reden und Schmeicheleien, die dir die Welt macht, sondern darin, daß du siehst, daß deine Worte Früchte bringen, daß Ich geliebt und angebetet werde, und das muß dir genügen.

Und wenn du wissen willst, wo dein Bruder Wilhelm ist, so warte noch ein Jahr, dann wirst du es erfahren. Es ist nicht notwendig, daß du Meine kleine Dienerin in Versuchung führst. Nehme hin, was Ich dir sage und sei zufrieden; sie hat Leiden in Hülle und Fülle, denn Ich Selbst bin es, Der ihr das Kreuz zeigt, von Tag zu Tag, denn sie muß wandeln ohne Licht und nur dann, wenn Ich dazu gewillt bin, scheint es ihr. Und wenn euch das nicht recht ist, ihr Kreuzträger, dann seid ihr es noch nicht. Ihr müßt wissen, daß Ich ein unbegreiflicher Gott bin, und daß ihr Menschen mit eurem geringen Verstand Meine Weisheit niemals ergründen könnt. Wie kommt es, daß ihr euch anmaßen wollt, Meine Allwissenheit zu durchschauen?

Leb wohl, bis Ich wiederkomme, harre aus in all den Stürmen, die über dich ergehen. Du weißt, daß Ich von dir nichts verlange als ruhiges Ertragen, und das betrifft deine zwei Freundinnen und alle die glauben, daß Ich mit dir rede.“

 Inhaltsverzeichnis Band 1

 

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Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

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Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief zum 72. Todestag
Rundbrief zum 70. Todestag
Rundbrief 29.09.2014

 

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