Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
   

Tabernakelehrenwache

Eucharistischer Liebesbund

Machen Sie diese Webseite unter Ihren Freunden bekannt
barbara-weigand.de

Seitenübersicht Sitemap

 

Linkempfehlungen
-------------------

 www.glaubenswahrheit.org

 Video's Prof. Georg May

 


Die Bibel online in der (bisher) gültigen röm-kath. Ausgabe in ZDW.
kath-zdw.ch/Bibel/

 
 
 

PDF Datei

Leben für GOTT
und sein Reich

Eucharistischer Liebesbund

Barbara Weigand

1845 1943

 

Fest des Heiligen Johannes des Täufers 1897

Jesus: „Ihr alle, ihr treuen Seelen, sollt euch vereinigen in dem Liebesbund. Ihr alle vereinigt euch zu einem Bund und gebt Mir das Versprechen ab im Beichtstuhl, vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses heiligen Bundes. ICH befehle euch im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes, dass die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschließen müssen an den LIEBESBUND, den ICH befohlen habe zu errichten in Meiner Kirche!“

Jesus zu Barbara Weigand in „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 177 ff.

 

 

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

 

VORWORT – MEINE LIEBEN LESER

† Msgr. Prof. Ignaz Klug
DIE EUCHARISTISCHE FRIEDENSKIRCHE IN SCHIPPACH

Der auserwählte Ort

DIE EUCHARISTISCHE FRIEDENS-, DANKES UND WALLFAHRTSKIRCHE
 

DAS AUSERWÄHLTE WERKZEUG

1. Die fromme Jungfrau

2. Ihr Wirken für die tägliche Kommunion

3. Ihr mystisches Leiden

4. Ihre Schriften

5. Lourdes und Schippach

6. Ihr Lebensberuf

7. Der Baum und seine Früchte
 

† Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner
DIE PRESSE IM KAMPF GEGEN DAS HEILIGTUM

Barbara Weigand
GESICHTE, AUDITIONEN UND EKSTASEN

Barbara Weigand
BELEHRUNGEN, ERMAHNUNGEN, WARNSIGNALE

Am Beispiel Band 1 „Offenbarungen an Barbara Weigand“

Gebetsgeist und Gebetseifer
IM GEBET

Am Beispiel Band 2 „Offenbarungen an Barbara Weigand“

Barbara Weigand
EINEN DAMM BILDEN, DEN LIEBESBUND LEBEN

Am Beispiel Bände 4 bis 7 „Offenbarungen an Barbara Weigand“

Barbara Weigand
MEIN LEBEN FÜR GOTT

SCHLUSSBETRACHTUNGEN
 

ANHANG: GEBETE
Gebetsanhang nach Prälat A. M. Weigl

Zur Königin der Engel – Zur Besiegerin Satans
Wie du einst den Knaben Jesus
Das Gebet eines großen Gottliebenden
Mein Gott, ich glaube fest
Jesus, komm in meine Seele
Denk’ Du in mir, o Jesus
Gott, wir weihen Dir unsere Herzen
Siehe, o mein liebreichster Jesus
Du wartest, Herr
Beim Besuch des Tabernakels
Gebet um Lebensbesserung
Sühne dem göttlichen Herzen Jesu
Weihe des Menschengeschlechtes
Mein guter heiliger Engel
Weihe an das göttliche Herz Jesu
Die sieben Pflichten der Leibgarde Jesu Christi
Aufnahme in den Eucharistischen Liebesbund

Tägliches Gebet an St. Paschalis Baylon
Weihe des Eucharistischen Liebesbundes an das unbefleckte Herz Mariens
Aufopferungsgebet am Morgen
Aufopferungsgebet am Abend
Unterwerfungsgebet

Eucharistischer Kreuzweg

Vorbereitungsgebet
Besinnliches Gebet
Kreuzweg Stationen

 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII. und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der heiligen, katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), das die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

Alle Schriften des Schriftenapostolates Barbara Weigand sollen unentgeltlich verbreitet werden. Lediglich zu den Porto und Versandkosten nehmen wir gerne kleine Spenden entgegen.

 

2. Auflage 2013
zum 70. Todestag von Barbara Weigand am 20. März 2013 zu Schippach
Copyright by Verfasser und Herausgeber: Schriftenapostolat Barbara Weigand Wolfgang E. Bastian, Ilse-Maria Löw

Bestellung:
Schriftenapostolat Barbara Weigand
Postfach 1319 D-50364 Erftstadt

Ilse-Maria Löw, Im tiefen Born 3, D-61184 Karben

Stefan Mayer, Hafnerstraße 2, A-4441 Behamberg (Österreich)

Diese Broschüre und ihre Verbreitung wird aus Spendenmitteln finanziert.

Gemäss einer Botschaft an Barbara Weigand sollen alle Schriften unentgeltlich verbreitet werden. Wenn Sie unser Apostolat finanziell unterstützen möchten, bitte auf das folgende Konto:
Nassauische Sparkasse (BLZ 510 500 15)    Konto: 245092288
SWIFT: NASS DE 55    IBAN: DE 17 5105 0015 0245 0922 88

Bildnachweis: Schriftenapostolat Barbara Weigand
Verwendetes Schrifttum / Quellenangaben:
Archiv Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Schippach
Schriftenapostolat Sekretariat Wolfgang E. Bastian


 

Widmung,

 

Jesus

der Eucharistische Friedenskönig widmet durch Maria,

Seiner himmlischen Mutter,
das vorliegende Büchlein,
zugleich auch Festschrift anläßlich des 70. Todestages

der Jungfrau und Gottesdienerin
Barbara Weigand von Schippach
am 20. rz 2013

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

die Herausgeber und Verfasser,

Wolfgang E. Bastian & Ilse–Maria Löw

 

An ihren Fchten werdet

ihr sie erkennen"

(Matth. 7,15)

 

 

 Vorwort

MEINE LIEBEN LESER !

Sie haben wohl schon so manches gehört oder gelesen über Barbara Weigand von Schippach. Sie wurde am 10. Dezember 1845 in Schippach geboren und verstarb daselbst am 20. März 1943. Sie wollte, ja sie sollte eine Kirche in Schippach bauen, so verlangte es ihr Herr und Meister Jesus Christus. Zudem sollte sie einen Damm bilden gegen den herrschenden Un- und Irrglauben in der Welt. Und zudem sollte sie auch alle Botschaften, die ihr vom Herrn und Seiner heiligen Mutter in fast einem dreiviertel Jahrhundert offenbart wurden, unter das gläubige Volk bringen. Sie verkehrte deshalb mit Bischöfen und Priestern auf der ganzen Welt, vornehmlich in ihren beiden Wirkungsbereichen Mainz und Schippach.

Es ist doch merkwürdig,

  • daß dieser Kirchenbau in einer noch nie dagewesenen Weise bis heute angefochten wird und unvollendet geblieben ist;

  • daß der Gebetsbund des Eucharistischen Liebesbundes nach dem Willen des Herrn schon damals, also um 1916, gegründet, von der Kirche mit viel Lob und Beistand als Gebetsbund genehmigt und dem gläubigen Volk angetragen wurde, dann aber bis heute in deutschen Bistümern verboten ist, aus unerklärlichen Gründen;

  • die Offenbarungen an Barbara Weigand, die inzwischen in großer Anzahl in sieben stattlichen Bänden verbreitet wurden, bei den meisten deutschen Bischöfen nicht angenommen wurden, statt dessen die Gegner der Sendung Barbara Weigands seit damals, also etwa ab 1916, darüber vieles an Unwahrheit und Hetze, Lästerungen und üble Verleumdungen verbreiten durften, ohne dafür jemals von kirchlicher Seite zur Verantwortung gezogen wurden;

  • ein zügiger Fortgang des Seligsprechungsverfahrens für Barbara Weigand, das seit dem 25. April 1978 beim Würzburger Bischof † Dr. Josef Stangl offiziell anhängig ist, jedoch dann wieder unter Verschluß genommen wurde.

  • Wo bleiben denn die wahren Freunde der Schippacher Sache? Auf berechtigte briefliche Anfragen an die betreffenden Bischöfe reagiert diese jedoch mit anhaltendem Schweigen als ob die kirchlichen Mauern die Wahrheit und das fromme Verlangen nicht hören wollen.

Wer sind die kirchlichen Verantwortlichen in der Schippacher Sache? Es sind dies vor allem die Bischöfe von Mainz und Würzburg! Auf sie blicken alle Freunde und Mitstreiter der Schippacher Angelegenheit und von ihnen erwarten sie eine alsbaldige Fortsetzung des begonnenen Seligsprechungsverfahrens.

„Wer aber schweigt, scheint zuzustimmen“ sagt die Moral. Sie haben ganz recht, und so fragen immer noch viele, wann es endlich weitergeht in der Schippacher Sache.

Finden Sie nicht auch, wenn man eine so fromme, arbeitsame und bescheidene Person, die niemanden etwas zuleide getan und nur das Gute angestrebt hat, in öffentlichen Zeitungen, die in vielen tausend Exemplaren verbreitet wurden, jahrelang beleidigen darf, wenn man so viele Beweise der Echtheit der Schippacher Botschaften und einem segensreichen Wirken der Schippacher Jungfrau Barbara Weigand vor sich liegen hat, die kirchlichen Archive sind voll davon, wenn so viel Gutes geschrieben wurde über das segensreiche Wirken der „Schippacher Jungfrau“, dann fragen sich fromme und wirkende Gläubige in aller Welt schon ernsthaft und nachdenklich: „Wieso geschieht da denn in dieser Sache so wenig, ja – fast gar nichts, obwohl gerade in jetziger Zeit so viel Unglaube, Aberglaube, und eines aggressiven Atheismus herrschen?

Je heftiger die Angriffe und je wehrloser die Person, desto berechtigter die Notwehr vom naturrechtlichen Standpunkt und desto gebotener die Verteidigung vom Standpunkt der christlichen Nächstenliebe, das soll auch fortan unsere Arbeitsplattform sein und deshalb auch das Ihnen vorgelegte Buch: „LEBEN FÜR GOTT UND SEIN REICH“ – Eucharistischer Liebesbund.

Der Mittelpunkt allen Geschehens um das Schippacher Aufgebot ist die Verbreitung des Eucharistischen Liebesbundes des heiligsten Herzens Jesu, den unser Herr von uns fordert. Es ist die göttliche Antwort auf das anhaltende und fortschreitende Unheil gegen unsere Kirche, das von abgeirrten und gottesfernen Theologen und blindgewordenen Christen angezettelt, begünstigt und in falschem Glauben angestiftet wird. Der heilige Tabernakel, Sitz der göttlichen Macht und Herrlichkeit, wird nicht mehr ausreichend beachtet und gewürdigt, ja, man ist überhaupt nicht mehr bereit, noch sein Knie vor dem Thron Gottes auf Erden zu beugen.

„Der Tabernakel gehört jedoch ins Zentrum“. Das hat der inzwischen von Gott heimberufene Bischof John M. D’Arcy †1  am 24.7.2009 für seine Diözese gefordert und auch durchgesetzt. Interessant ist folgende Meldung, die damals in meine Hände gelangte, und die ich wie folgt auszugsweise (mit Quellenangabe) wiedergeben möchte: Mit Wirkung vom 4. August 2009 tritt in der amerikanischen Diözese von Fort Wayne-West Bend eine Regelung in Kraft, die für den Tabernakel im Normalfall die Platzierung an zentraler Stelle im Allerheiligsten der Kirche vorschreibt. In seinem Erlaß trifft der Bischof nicht nur rechtliche Regelungen, sondern begründet sie auch in einer eindrucksvollen Katechese zur Bedeutung der Realpräsenz. Der Brief des Bischofs an die Priester, Diakone, Ordensleute und alle Gläubigen lautet: „Die Gegenwart Jesu Christi im Allerheiligsten Sakrament steht im Mittelpunkt unseres Glaubens und des Gebetslebens unseres katholischen Volkes. In den vergangenen Jahren wurde der Ort des Tabernakels in unseren Kirchen zu einem Gegenstand der theologischen Auseinandersetzung. Das sollte nicht sein. Die Eucharistie – sowohl in ihrer Feier als auch beim Ort ihrer Aufbewahrung, sollte stets zu Einheit und Gemeinschaft und nicht zu Spaltungen führen. Der Ort des Tabernakels in unseren Kirchen sollte unserem Glauben an die Realpräsenz Christi entsprechen und stets den Dokumenten der Kirche folgen. Nach meiner Erfahrung hat unser Volk mit seinem Glaubensbewußtsein stets verlangt, daß der Tabernakel zentral und sichtbar sein soll. Sie sind irritiert, wenn der Tabernakel nicht sichtbar ist und keinen zentralen Platz erhält, obwohl das möglich wäre.

1 Joseph Eric Bischof D’Arcy, (* 25. April 1924 in Melbourne; † 12. Dezember 2005 ebenda) war römisch-katholischer Bischof und von 1988 bis 1999 Oberhaupt der katholischen Kirche in Tasmanien. Er war der erste australisch stämmige Absolvent, der die Doktorwürde der Oxford University erhielt. 1962 kehrte er nach Australien zurück und unterrichtete an der Melbourne University Philosophie für die nächsten annähernd 20 Jahre. Am 25. April 1981 wurde er zum Bischof des Bistums Sale ernannt. Als † D’Arcy am 24. Oktober 1988 zum Erzbischof von Hobart ernannt wurde, trat Jeremiah Joseph Coffey seine Nachfolge als Bischof von Sale an. Am 26. Juli 1999 trat † D’Arcy von seinem Amt aus Altersgründen zurück. Seinen Lebensabend verbrachte er in Melbourne. Joseph Eric D’Arcy starb am Morgen des 12. Dezembers 2005 im St. Vincent’s Hospital in Melbourne, wo er sich wegen einer Lungenentzündung in Behandlung befand. Er wurde am 19. Dezember 2005 in der Saint Mary’s Cathedral in Hobart beigesetzt. (Wikipedia v. 31.01.2013.d.Rd.)

Aus meiner Verantwortung für die Förderung des Gebetslebens unseres Volkes und seine Gesunderhaltung habe ich unser Gottesdienstbüro gebeten, Normen für die Aufstellung und die Gestaltung des Tabernakels in dieser Diözese auszuarbeiten. Diese Normen wurden vor dem Priesterrat, der Liturgiekommission und dem Ausschuß für Kunst und Gestaltung diskutiert. Daraus ergaben sich Präzisierungen und Verbesserungen. Diese Normen werden in der Diözese von Fort Wayne-South Bend am 14. Juni, dem Fest Corpus Christi, dem Fest des Leibes und Blutes des Herrn, veröffentlicht. Sie treten am 4. August, dem Fest des hl. Johannes Maria Vianney, dem heiligen Patron der Priester, zu dessen Ehren der hl. Vater das gegenwärtige Priesterjahr ausgerufen hat, in Kraft. Ich erwarte von allen Priestern, daß sie diese Normen vollständig und sorgfältig befolgen und vor allem die Verehrung des Allerheiligsten Sakraments fördern.“

Auszugsweise auch einige bemerkenswerte Fakten aus dem Erlaß: „Ort und Erscheinungsbild des Tabernakels, der das Allerheiligste Sakrament beherbergt, ist für die Gestaltung unserer Kirchen von allergrößter Bedeutung. Die rechte Aufstellung des Tabernakels trägt dazu bei, die reale Gegenwart Christi im Allerheiligsten Sakrament zu erkennen. Daher sollte der Ort, an dem die Eucharistischen Gestalten aufbewahrt werden, durch ein Ewiges Licht hervorgehoben und für jeden, der die Kirche betritt, leicht sichtbar sein. Die Kirche ist sowohl „das Haus Gottes auf Erden“ (domus Dei) und „das Haus für das Gebet der Heiligen“ (domus ecclesiae), sie besitzt selbst eine sakramentale Dimension. Aus diesem Grunde definierte Papst Paul VI. die Gegenwart des Herrn im Tabernakel als „das lebendige Herz jeder unserer Kirchen“.

Darüber hinaus muß unser sakramentaler Gottesdienst, auch wenn wir jetzt in einer unvollkommenen und von der Sünde befleckten Welt leben, immer danach streben, ein Abbild himmlischer Vollkommenheit zu geben. Allgemein gesprochen, gilt: Ordnung und Symmetrie in der Gestaltung heiliger Orte und Gegenstände haben gerade die Aufgabe, die Göttliche Vollkommenheit nachzuahmen, und die Inthronisation des Tabernakels in der zentralen Sichtaxe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.

Papst Pius XII. sagte hinsichtlich Altar und Tabernakel: „Das Bewußtsein ihrer Einheit ist wichtiger als die Einsicht in ihre Unterschiede. Es ist der einund selbe Herr, der auf dem Altar geopfert und im Tabernakel verehrt wird, und dessen Segen sich vom Tabernakel aus ergießt.“ Dieser Gedanke fand seinen Widerhall in den Lineamenta vor der Bischofssynode zur Eucharistie von 2005: „Es gibt keinen Widerspruch in den Zeichen zwischen dem Tabernakel und dem Altar der Eucharistischen Feier“. Die abschließenden Abschnitte 24-27 betreffen die Formen der Verehrung des Tabernakels und die Katechese. Daraus ebenfalls zwei Punkte: Unsere Fürsorge gilt nicht nur dem Tabernakel selbst. Wir müssen auch dafür sorgen, daß die Gläubigen die rechte Belehrung und Unterweisung für das angemessene Verhalten vor dem Allerheiligsten Sakrament erhalten. Heute gibt es viele, alte und junge, die gar nicht wissen, wann man sich verneigen oder eine Kniebeuge machen soll. Es ist darauf zu achten, die Gläubigen dahingehend zu unterweisen, daß eine Kniebeuge das angemessene Zeichen der Ehrerbietung in der Gegenwart des allerheiligsten Sakraments ist, und zwar „unabhängig davon, ob es im Tabernakel aufbewahrt oder zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt“ (Ecclesia de Eucharistia 49) ist. Vor oder nach der Messe sollten Kniebeugen stets auf den in der Kirche sichtbaren Tabernakel hin ausgerichtet sein. Diejenigen, die eine Kniebeuge auch da machen, wo es keinen Tabernakel gibt oder das Allerheiligste Sakrament etwa während des Triduums nicht im Tabernakel aufbewahrt wird, tun das im allgemeinen aus einer lobenswerten frommen Gewohnheit, doch sollte man in diesen Fällen eher eine Verneigung in Richtung des Altars vornehmen. Jede Kirche sollte bemüht sein, den Tabernakel für die Anbetung während des Tages zugänglich zu machen und eine Umgebung zu bieten, die für solche frommen Besuche günstig ist.“ Soweit der auszugsweise Bericht dieser wohl einmaligen und auch heldenhaften Anweisung eines Ortsbischofs an seinen gesamten Klerus und sein Gottesvolk.

Dem ist zunächst nichts hinzuzufügen außer der Empfehlung, das ganze Dokument aufmerksam zu lesen. Es ist eine beispielhafte Verbindung von Einfühlung in die Tradition mit Gehorsam gegenüber der aktuellen Gesetzgebung. Genug Bischöfe von dieser Art, und die Auseinandersetzungen über die rechte Feier der Liturgie und das rechte Verständnis der Glaubensinhalte wären kein Gegenstand der Besorgnis mehr.

Dieses vorgelegte Buch „Leben für Gott und Sein Reich – Eucharistischer Liebesbund“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die unfaßbare Tatsache und das Unverständnis über den schleppenden Fortgang der Sendung von Barbara Weigand und ihr segensreiches Wirken für die heilige Eucharistie, und dieses unaussprechliche Geheimnis, daß Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, im Tabernakel gegenwärtig ist und ununterbrochen auf einen jeden von uns wartet, wiederum eindringlich ins Gedächtnis zu rufen. Zudem soll allen, die uns schon seit so vielen Jahren in Treue und Gebet begleiten und Unterstützung schenken, Mut gemacht und Hoffnung verbreitet werden, mit ihren Gebeten uns auch forthin zu unterstützen und das heiligste Herz Jesu bestürmen sollen, daß sich der Wille Gottes, der auch die Schippacher Botschaften prägt, sich alsbald vollziehen möge.

Eine wertvolle Anregung, unsere Liebe zum eucharistischen Herrn zu vertiefen, den Priestern Mut zu machen, ihr priesterliches Wirken und Auftrag mit mutigem Herzen zu verteidigen, gibt der Herr Selbst durch die Weigandschen Schriften, die in sieben Bänden als „Offenbarungen an Barbara Weigand“ veröffentlicht sind. Wir sind daran, wie die Jünger am Ölberg, Jesus allein zu lassen. Daher die Klage des Herrn, überall werden die Ruhe und der Frieden gesucht, nur nicht bei Ihm. Wegen der Leugnung des Übernatürlichen müsse Er alles zerstören, was die Welt soziale und moralische Ordnung heißt. Es bedarf der Sühneseelen, die dem Herrn alle Gefühle ihres Herzens weihen und durch ihre Liebe Ersatz leisten für alle Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit, zumal von seiten der Priester. Es bedarf der Opferseelen, das sind vor allem jene christlichen Mütter, die ihre Kinder im wahren christlichen Geist geistig wiedergeboren haben. Nur durch Maria können sie ihr schweres Amt vollbringen und so den Fürsten der Finsternis besiegen, der bald furchtbar in den einzelnen Seelen tobt.

 

Immer wieder beklagt der Herr Seine Verlassenheit im heiligsten Altarsakrament: „Von wieviel Tausenden von Gläubigen, die wissen, daß Ich dort gegenwärtig bin, werde Ich nie besucht.“ Wie dringlich ist da die Tabernakelwacht, die regelmäßige Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarsakrament, um den strafenden Arm der göttlichen Gerechtigkeit noch aufzuhalten oder zu mildern, denn ein strafendes Gericht ist im Anzug, wie die Erde noch nie ein solches gesehen hat, weil die Völker darangehen, den Thron der heiligsten Dreifaltigkeit, der da aufgerichtet ist in der Kirche, umzustürzen und von der Erde zu vertilgen. Was aber wird von der Tabernakel-Ehrenwache verlangt? Nichts als Beharrlichkeit, ein tiefer lebendiger Glaube, eine unerschütterliche Hoffnung, ein felsenfestes Gottvertrauen und ein festes Zusammenhalten im Liebesbund.

Nach dem Zeugnis aus den „Offenbarungen an Barbara Weigand“ bringt der Verfasser dieser Schrift passende Botschaften und Textbeiträge, die als „BELEHRUNGEN, ERMAHNUNGEN, WARNSIGNALE“ zusammengefaßt in spezifischen Textstellen aus den umfangreichen Botschaften herausgezogen so und in einen neuen Blickfang gestellt werden. So werden sie „eindringlicher“ gelesen, „bewußter“ aufgenommen und hoffentlich auch „nachhaltiger“ vom Leser bedacht werden. Neues katholisches Lebensbewußtsein zu schaffen, dazu könnte dieses Themenbuch ganz gewiß beitragen.

So verbleibt nur der Wunsch und das Gebet, daß diese mit großer Liebe zum eucharistischen Herrn ausgearbeitete Schrift die Liebe zum Herrn im Tabernakel erneut wachruft und viele Sühneund Opferseelen erweckt, welche die Eiseskälte so vieler Herzen zum Schmelzen bringt, auf daß Gott das angekündigte Strafgericht zurückzieht und die Kirche wieder sich füllt mit glühenden Anbetern im Geiste des heiligen Paschalis Baylon, des Schutzpatrons des „Eucharistischen Liebesbundes des heiligsten Herzens Jesu“.

 

KEHRT ZURÜCK ZUM HEILIGEN TABERNAKEL DER LIEBE !

Gebe es Gott, daß Sein Wille sich auch an uns erfüllen möge!

Der Herausgeber und Verfasser

Wolfgang E. Bastian.


Die hl. Messe in der leidenden, streitenden und triumphierenden Kirche.

 

   Inhaltsverzeichnis

 

1916

† Prof. Dr. Ignaz Klug:


DIE EUCHARISTISCHE

 FRIEDENSKIRCHE IN SCHIPPACH

 

Der auserwählte Ort

Im mildromantischen Tale der Elsava, die im Herzen der Hochwaldungen des Spessart entspringt und beim bayrischen Städtchen Obernburg in den Main mündet, soll bald eine herrliche Wallfahrtskirche zum Himmel zeigen.

Die beiden, nur durch die Elsava getrennten Bauerndörfchen Rück und Schippach liegen dem nahen Berganhang, auf den dieses Gotteshaus gebaut wird, gegenüber. Jedes dieser Dörfchen hat ein Kirchlein für sich, wo abwechslungsweise Gottesdienst gehalten wird. Von der Hauptbahn Aschaffenburg-Miltenberg zweigt bei Obernburg-Elsenfeld eine kleine Nebenbahn örtlich ab bis nach Heimbuchenthal, der Elsava entlang, und die erste Station ist schon Schippach.

Mancher fromme Pilger wird jedoch lieber die letzte Stunde seiner Wallfahrt noch zu Fuß gehen, um allein zu sein mit seinen Gedanken und der stillen Sehnsucht seines Herzens. Zwei bewaldete Höhenzüge, die eine Art Allee bilden, begleiten ihn an der Elsava sanft hinan zu diesem Gnadenort. Das friedliche Tal selbst scheint hier einer Kirche gleichen zu wollen, deren mächtiges Gewölbe über den zahllosen dunkelgrünen Kronen dieser hölzernen Pfeiler der blaue Himmel, und deren Hochaltar die neue Wallfahrtskirche bildet, woher dem eintretenden Beter der sanfte Strom der Gnade, gleich dem stillen Wasser der Elsava und der reinen Bergluft entgegenströmt.

Ein stummer Zeuge dafür, daß dieses Tal sehr zum Beten und Betrachten einladet, spricht besonders ein altes nur 15 Minuten flußaufwärts entferntes Kloster mit noch erhaltener Kirche, das wohl auch nicht umsonst den Namen Himmelthal erhalten, und das nur auf den berufenen Arm wartet, der es seinem heiligen Zweck wieder zuführen soll. Aus diesen Wäldern des Spessart also, den unsern heidnischen Vorfahren „heiligen Hainen des Wodan“, wo weder Schlangen noch Giftpflanzen die harmlosen Kinder gefährden, soll sich ein würdiges „Denkmal“ dessen ergeben, der als Friedensfürst über das neue Heidentum siegen wird, wie er über das alte gesiegt. –

    Inhaltsverzeichnis

DIE EUCHARISTISCHE FRIEDENS-, DANKES UND WALLFAHRTSKIRCHE

 „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“, sprach der Herr zum ungläubigen Thomas. Nicht das Wunder, sondern die göttliche Vorsehung ist die Schule des Glaubens.

Der Plan eines Kirchenbaues entsprach in Rück-Schippach schon lange einem dringenden Bedürfnis. Aber man konnte, wie es eben so geht, über vieles nicht einig werden. Die einen wollten die Kirche da haben, die anderen dort. Der eine brachte diese Bedenken vor, der andere machte jene Schwierigkeiten. An alles dachte man, nur daran nicht, daß „wenn der Herr das Haus nicht baut, die Bauleute umsonst arbeiten“.

Hinter dem Plan oder den vielen Plänen der Leute lag nämlich noch ein anderer Plan, der Plan des allerhöchsten Bauherrn, Der unsichtbar hinter den Kulissen dieses ganzen Welttheaters steht. Wer am Wege baut, sagt ein Sprichwort, hat viele Meister. Die Hand Gottes wirkt unsichtbar zwischen den Händen der Menschen und hinter dem natürlichen Gang der Entwicklung. Sie lenkt und leitet alles zum voraus ganz sanft und ruhig, ganz unbeachtet im verborgenen und erreicht trotz aller Hindernisse ihr Ziel, und das ist es eben, was man nennt „göttliche Vorsehung“.

Der allerhöchste Bauherr hat endlich die Blicke Seiner Diener auf den von Ewigkeit her auserwählten Ort gelenkt. Einen schöneren und geeigneteren Bauplatz hätte man wirklich nicht finden können. Wer da im Dorf immer noch meinte, die neue Kirche stände nur vor seiner Haustüre auf dem rechten Platz, der wußte oder glaubte eben noch nicht, daß diese Kirche nicht nur für ihn, sondern für die ganze Welt bestimmt ist, daß es nicht nur eine Dorfkirche, sondern eine ausdrücklich gewollte „Weltkirche“ werden soll, und daß der Finger Gottes Selbst uns den Bauplatz gezeigt hat, wie wir bald hören werden.
Ja, es soll eine Wallfahrtskirche ersten Ranges werden, wie in Lourdes, von unerschöpflicher Anziehungskraft und von unbegrenztem Wirkungsfeld. Dem Charakter nach soll es eine eucharistische Wallfahrtskirche werden. Kurz gesagt, es soll werden: Die von Gott gewollte eucharistische Friedenskirche in Schippach.

Daß aber Gott diese Kirche will, geht aus folgendem hervor:
Bald nach dem ersten Kommuniondekret 1905 von Papst Pius X. sprach der göttliche Heiland zu Seiner frommen Jungfrau im Spessartdörfchen Schippach, von der im nächsten Kapitel die Rede sein wird, die denkwürdigen Worte:
„Ich verlange, daß Mir die Menschheit ein Denkmal setze, nämlich eine Kirche in deinem Heimatdorf, und zwar verlange Ich diese Kirche als Zeichen der Dankbarkeit für die Einführung der öfteren und täglichen heiligen Kommunion.“
Hierauf gab die fromme Jungfrau zur Antwort:

„Gerne habe ich bis jetzt alle Verdemütigungen für Dich ertragen, aber eine Kirche für Dich bauen, das kann ich nicht, denn ich bin arm und mein guter Name ist mir genommen, seitdem man mich als hysterisch erklärte, und wenn ich nun noch bei guten Leuten für eine neue Kirche betteln wollte, so würde man mich erst recht für verrückt erklären.“

Darauf gab der göttliche Heiland folgendes Versprechen:
„Du sollst sehen, daß Ich es bin; denn in kurzer Zeit wird das Geld zusammenfließen ohne dein Zutun.“

Von dem, was der göttliche Heiland an Weihnachten 1913 und später zu ihr gesprochen, sei hier wenigstens das erwähnt, was sich auf Ort, Zeit, Zweck und Bedeutung dieses Kirchenbaues bezieht:
„Ich will, daß es ein Gebetsort werde, wie Lourdes. Durch unscheinbare Orte will Ich die Großtuerei der Weltkinder und den Unglauben zuschanden machen. Viele gehen in sich und sehen darin die Hoheit der katholischen Kirche. – Ihr müßt auf das Gerede gar nicht achten, ruhig euren Weg weitergehen. Du kannst dir nichts zuschreiben, hier sieht jeder Mensch Meinen Finger. In Lourdes habe Ich eine Quelle entspringen lassen und Wunder gewirkt, hier aber will Ich eine andere, eine geistige Quelle eröffnen, die aus Meinem Herzen sprudelt, durch die hl. Kommunion. Hier ist alles geistiger Natur. Hier sollen keine Krankheiten geheilt, sondern Sünder bekehrt werden. Wer hier zuerst auf Wunder warten will, den erhöre Ich nicht. Hier ist das Entgegengesetzte von Lourdes der Fall, und doch sollen beide Orte innig miteinander verwandt sein. Die Anziehungskraft Meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen. Ihr sollt einen Aufruf an alle guten treuen Kinder senden, aber keinen öffentlichen Aufruf in den Zeitungen! Die Quelle habe Ich euch längst eröffnet, denn alle die Wohltäter habe Ich Mir eigens ausgesucht. Ich habe Mir die Seelen zusammengesucht, das sind die liebsten Kinder Meines Herzens, für die Ich sorge, die später glänzen sollen durch die ganze Ewigkeit, nicht hier. Wie es bis jetzt war, so soll es weitergehen, ohne Lärm zu machen, von Herz zu Herz. Jetzt ist die Kirche zu bauen, nicht erst nach Jahrzehnten. Diese Kirche bildet eine Ausnahme, wie es wenige gibt. Nur einmal im Alten Bund habe Ich einen Tempel verlangt von David, und sein Sohn Salomon führte ihn aus. Dies war die erste Wallfahrtskirche für Mein israelitisches Volk. ,,Meinem auserwählten Volke im Neuen Bund, welches die katholische Kirche ist, will Ich jetzt wieder neuen Lebenssaft zuströmen lassen durch Mich Selbst in der heiligen Kommunion, der Vereinigung Meiner Gottheit mit den Menschen, und da soll als sichtbares Symbol diese Kirche gelten; es soll eine Weltkirche werden.“

Als man endlich daran ging, dem eucharistischen Heiland das Zeichen der Dankbarkeit zu geben, das Er schon seit dem Erscheinen des ersten Kommuniondekrets verlangte, war man, wie oben bereits erwähnt, immer noch uneinig über den Platz. Der hochw. Herr Kaplan, der damals die Ortsseelsorge ausübte, hatte schon längst einen bestimmten Platz im Auge, den er aber noch geheimhielt. Den Pfarrer N., der ihn besuchte, fragte er nach seiner Meinung:
„Dort müßt ihr eure Kirche hinbauen“, sagte dieser, indem er mit dem Finger gerade nach dem Platz hinzeigte, den der Herr Kaplan auch vor ihm noch geheimgehalten hielt. Da kam noch ein dritter Priester nach Rück-Schippach, und auch sein Auge fiel auf denselben Platz – es war jener Bergabhang. Jetzt mußte die begnadigte Jungfrau im Gehorsam den göttlichen Heiland um Kundgebung Seines Willens bitten, und nun erfuhr sie, was sie vorher nicht wußte, denn der Herr sprach zu ihr im Gebete:

„Habe Ich euch nicht drei Zeugen zugeführt, deren Wahl auf einen und denselben Platz fiel? Ja, diesen Ort, den Ich dir im Jahre 1903 im Traum gezeigt, habe Ich zum Bauplatz Meiner Kirche erwählt.“

Im allgemeinen soll die Kirche eine freie Nachbildung der Jesuitenkirche in Loyola (Spanien) sein, ein mächtiger Kuppelbau antiken Stiles unter Anlehnung an die Hochrenaissance. Das Altarbild soll die symbolische Bedeutung der Kirche veranschaulichen. Der göttliche Heiland Selbst zeigte es der Begnadigten, als Er ihr einmal erschien:

Er stand über dem Altar. Sein rechter, etwas hervortretender Fuß ruhte sanft auf einer Muschel, worin ihr sinnbildlich das Meer der Trübsal zu erkennen gegeben wurde. Mit der einen Hand zeigte Er auf Sein göttliches Herz, aus dem ein Lichtstrahl in die Muschel floß, d.h. in das Meer der Trübsal, mit der anderen zeigte Er auf die Muschel selber, die durch den Strahl aus dem göttlichen Herzen in eine Quelle der Gnade verwandelt worden war. Ein Priester, in dem sie Papst Pius X. erkannte, lud die anderen Priester ein, aus der Quelle zu schöpfen. Diese kamen und teilten von dem Wasser aus an alle, die trinken wollten.
So soll das Altarbild werden. Mehr als je soll das dürstende Menschenherz an dieser eucharistischen Quelle Ruhe und Frieden finden. Hier sollen die Menschen wieder lernen, daß sie nur im Tabernakel finden, was sie aus all den „Zisternen“, die sie selbst gegraben, nicht schöpfen können, den wahren Frieden des Herzens; denn „nicht Kranke sollen hier geheilt, sondern Sünder bekehrt werden.“

Als die Begnadigte bei Ausbruch des Weltkrieges den Herrn fragte, was nun aus dem Kirchenbau werden soll, sagte Er:

Die Kirche wird gebaut als Zeichen des Sieges. Wie sie trotz der welterschütternden Ereignisse doch gebaut wird, so soll mit ihrer Vollendung auch der Friede in die Welt einziehen. Sie soll nicht nur als Siegeszeichen über den Unglauben ihrer und Meiner Feinde erstehen, sondern auch als Leuchtturm, als Sinnbild der Liebe und des Friedens sich erheben.

Es würde zu weit führen, sollte man alle die prophetischen Worte anführen, die sich auf die herrlichen Ziele und Ideale dieser geheimnisvollen Kirche beziehen. Was der siebenfarbige Regenbogen für die damalige Sündflut bedeutete, das soll dieser Friedenstempel für die heutige Sündflut des Unglaubens und der Sittenlosigkeit zu bedeuten haben, nämlich die Aussöhnung Gottes mit den Menschen, so daß der bürgerlich-soziale, politische und kirchliche Friede nur eine Folge des innerlichen Friedens sein werde. Wer daher am Bau dieser Kirche mitarbeite, der helfe in Wahrheit den Frieden befördern, wie der brave Soldat im Felde.

„Und Ich verlange“, sprach der Herr am 21. Februar 1915 zu der Begnadigten, „daß Deutschland und Österreich ihre Gaben spenden zum Bau des Tempels, damit nichts mangle an dessen Schönheit. Und alle zurückkehrenden Krieger, an der Spitze aber die katholischen Fürsten und Heerführer, sollen Mir ihren Dank abstatten. Die Bedeutung dieses Tempels soll ein Triumph der wahren Kirche Jesu Christi sein, die von allen übrigen als solche erkannt werden soll.“

  Inhaltsverzeichnis



Das auserwählte Werkzeug

1. Die fromme Jungfrau

Barbara Weigand (zu Hause gewöhnlich „Babette“) heißt die Jungfrau, die Gott zu einem Werkzeug erwählt hat. Sie ist jetzt über 70 Jahre alt (geboren 10. Dezember 1845) und bereitet sich nun nach göttlicher Weisung auf ihren Tod vor, den sie jedoch 1916 noch nicht erwartet. Sie arbeitet indes immer noch bei ihren Verwandten in Rück-Schippach wie eine treue, fleißige und gehorsame Dienstmagd. Zurzeit lebt sie nämlich wieder in ihrer Heimat, nachdem sie viele Jahre in Mainz zugebracht. Wer die narbenreichen Furchen ihrer rauhen Hände und die aufrichtigen, klaren Augen ihres gutmütigen, sonnenverbrannten Gesichtes betrachtet, der hat die bescheidene Überschrift eines inhaltsreichen Lebens gelesen. Da ist alles natürlich und ungekünstelt, alles bäurisch echt und kräftig wie das Schwarzbrot, das sie ißt, alles gesund und frisch wie die Luft, in der sie lebt, alles rein und unverfälscht wie das Wasser, das sie trinkt. Sie ist durchaus nicht schwermütig und schwarzseherisch, nicht zimperlich und nicht mißtrauisch, sondern hat, obwohl sie viel, sehr viel gelitten, den guten Humor bis in ihr hohes Alter bewahrt. Da ist keine Spur von Nervosität und sogenannter Hysterie, nein sie ist kerngesund, wie jeder klar erkennt, der selbst gesund ist. Gesund, wie ihr praktisches Urteil ist auch ihre kindliche Frömmigkeit.
Im Auftrage ihres Seelenführers hat sie seinerzeit den wichtigsten Teil ihres Lebens selber beschrieben. Sie beginnt mit der Schilderung ihrer jugendlichen, teils fehlerhaften Charaktereigenschaften. Da sie von ihren Geschwistern zwar nicht die Älteste, wohl aber die Geweckteste, Gesündeste und Stärkste war, so mußte sie an Stelle der fast immer kranken Mutter schon frühzeitig das Hauswesen führen, kaufen und verkaufen, so daß man sie gewöhnlich nur „Mutter“ nannte.

„Ich war von Jugend auf“, schreibt sie, „sehr zornmütig, herrschsüchtig, stolz und habsüchtig. Ich wollte um jeden Preis, daß unsere Familie nicht der Welt zum Spott werde, darum arbeitete ich lieber Tag und Nacht und trieb die anderen Geschwister an, desgleichen zu tun.“

Sie drückt ihre Verwunderung aus, daß Gott, der unendlich reine Geist, sich habe zu einer so irdisch gesinnten Person herablassen können, um durch sie Seine unendliche Liebe und Erbarmung der Welt zu offenbaren, und da sie doch auch etwas von ihrem Nachtwachen am Krankenbett, von ihrem Fasten zugunsten armer Leute und von den Brettern, die sie sich aus Bußeifer ins Bett legte, erzählen muß, so fügt sie die Bemerkung bei: „Nur im Gehorsam schreibe ich dieses.“

Ihre einfache, bäurisch schlichte Darstellung und ihre nichtgebildete Ausdrucksweise ist klar und trägt durchweg den Stempel der Wahrheit an sich, so daß vielleicht manche, die ihr früher wehe getan, mit weniger Wahrheitsliebe und weniger gehorsam gegen ihren Seelenführer (der ihr das Schreiben befohlen) zufrieden wären. Wir aber freuen uns, diese ihre eigenhändige Lebensbeschreibung zu besitzen und danken Gott dafür.

„Der Eifer für Dein Haus verzehrt mich.“ Diese Stelle der Heiligen Schrift paßt ganz für dieses brave Bauernmädchen. Kirche und Gottesdienst waren stets ihre größte Sorge. Sie schmückte ihr Heimatkirchlein in Schippach, sorgte für Herz-Jesu und Muttergottesstatue und zuletzt für einen neuen Tabernakel. Auch setzte sie es mit ihrem frommen Eifer für die Ehre Gottes und das Heil ihrer Mitmenschen durch, daß ein ständiger Priester als Kaplan nach Rück-Schippach kam, so daß die Leute ihre vorher so beschwerliche Sonntagspflicht von jetzt an mit Lust und Freude erfüllen konnten. Auch gab sie die allererste Anregung zu einem Kirchenbau in ihrer Heimat.

Die Zeit war gekommen, wo sie sich für einen Lebensberuf entscheiden sollte, und auf Verlangen der Eltern verlobte sie sich mit einem braven jungen Mann. Aber der junge Mann sah sich bald veranlaßt, an sie die Frage zu stellen:
„Wie ist es doch möglich, daß, während andere sich so freuen, es dir gar keine Freude zu machen scheint?“ Man redete ihr zu, das Haus für das Brautpaar sei schon gebaut, sie soll sich doch nicht so sonderbar benehmen und den braven Jüngling nicht so lange warten lassen.

Es kam Mariä Himmelfahrt 1869, und sie machte mit einer gleichgesinnten Freundin eine Wallfahrt nach einer der lieben Muttergottes geweihten Feldkapelle.

„Hier fühlte ich“, schreibt sie, „nach der heiligen Kommunion zum ersten Male die Nähe meines Gottes im heiligen Sakramente. Von da an – sie war jetzt etwa 24 Jahre alt – fing der himmlische Gärtner an, dieses aufgewühlte Feld meines Herzens zu bearbeiten. Es kam kein anderer Gedanke mehr in mir auf als: „Arbeite dich aus der Welt heraus, mach` dein Herz frei, dein Herz ist unruhig, bis es ruht in Gott!“

Dieser Kampf mit sich selbst, dem Bräutigam und ihrer Umgebung dauerte ein Jahr. Einmal kniete sie – es war im Mai 1870 – vor einer Marienstatue und betete und weinte. Da erschien ihr zum ersten Male die liebe Muttergottes, aber weit von ihr entfernt in der dunklen Nacht. Es ging ein Lichtstrahl von Ihr aus und traf die Seele der betenden Jungfrau, und sogleich wurde es ruhiger in dem sturmbewegten Herzen. Tags darauf sagte ein alter und erfahrener Priester, dem sie diese Erscheinung im Beichtstuhl erzählte, zu ihr: „Mein Kind, ich sehe hier an dir eine höhere Hand walten. Ich glaube nicht, daß du bestimmt bist, in den Ehestand zu treten. Laß den Jüngling nur ruhig gehen und verdopple dein Gebet. Sag` auch deinem Beichtvater, er soll es für dich tun, und auch ich will am Altare deiner gedenken. Ich versichere dich, daß der liebe Gott dir noch ein deutlicheres Zeichen gibt, was dein Beruf ist.“

Es wurde Juni, und sie hielt nun wegen ihrer Berufsangelegenheit eine neuntägige Andacht auf das Herz-Jesu-Fest mit ihrem Beichtvater und einigen anderen Personen. In der dritten Nacht hatte sie einen Traum, der ihrem inneren Kampf ein Ende machte. Es kam ihr vor, als wäre sie in einer dicht mit Menschen angefüllten Kirche, die alle in freudiger Spannung einen Einzug erwarteten. Die Tore öffneten sich und herein trat Maria mit Ihrem himmlischen Hofstaat, der aus lauter Jungfrauen bestand. Die liebe Mutter Gottes trat nun bald zu diesem, bald zu jenem hin und sagte leise etwas zu ihnen. Babette aber weinte und dachte bei sich selbst: Dir kann sie halt nichts sagen, denn du hast doch zu weltlich gelebt. Da klopfte ihr die Mutter Gottes auf die Schulter und sagte zu ihr mit liebevollem Blick:

„Was du tun willst, das tue bald! Du willst ein Gelübde ablegen, tue es, und du wirst noch viele Gnaden erhalten.“ Auch ihre Schwester Maria, die später ins Kloster ging, erhielt von der lieben Mutter Gottes für Babette und auch für sich selbst ein Zeichen, das eine vollständige Änderung ihrer Gesinnung bewirkte. Ebenso sah der Beichtvater die Babette im Geiste auf einmal wie lebend vor sich stehen und erkannte zugleich, daß sie nicht zum Ehestand berufen sei.
Jetzt war’s ein für allemal aus mit dem Heiraten.

Die Liebe zu Gott hatte über die sinnliche Liebe gesiegt. Nach einjähriger Prüfung erlaubte ihr endlich der Beichtvater, das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit abzulegen. Es war dies am Herz-Jesu-Fest 1871, und zwei Jahre später trat sie auch in den 3. Orden des hl. Franziskus ein.

   Inhaltsverzeichnis


2. Ihr Wirken für die tägliche Kommunion

Von Jugend an hatte Babette ein großes Verlangen nach der hl. Kommunion. Diese immer wachsende Sehnsucht war ihr größtes Kreuz, denn der öftere Empfang der hl. Sakramente war damals noch etwas Außergewöhnliches. Es wäre kaum aufzuzählen, wie viele öffentliche Verdemütigungen an der Kommunionbank, vom Beichtstuhl aus und von der Kanzel herab, sowie von seiten ihrer Verwandten und Bekannten, sie deswegen zu erleiden hatte. Man schalt sie eine hochmütige, eigensinnige, aufgeblähte Person; das und nichts anderes sei der Grund ihres Verlangens nach der hl. Kommunion. Aber dem geheimnisvollen Trieb ihres Herzens folgend fuhr sie beharrlich fort zu beichten und zu kommunizieren. Sie hatte dabei ein wahres Martyrium von öffentlichen Zurechtweisungen, Hohn und Spott, Verachtung und Drohungen zu bestehen. Endlich fand sie wieder einen klugen und frommen Priester, der ihr Mut zusprach und einen guten Rat gab. Es war der Domkapitular Dr. Schork in Würzburg, der später Erzbischof von Bamberg wurde. Dieser sagte zu ihr:

„Fahre fort, denn dein Verlangen nach der hl. Kommunion kann nur von Gott kommen. Wenn man sie dir in deiner eigenen Pfarrei nicht gibt, so gehe hin, wo du sie erhältst.“

Nun wußte sie, was sie zu tun hatte, zumal der Pfarrer ihr durch den Kaplan auch noch hatte sagen lassen: Er werde nie zugeben, daß in seinen Filialen die öftere Kommunion eingeführt werde. Sie ging nun während jenes harten Winters 1879/80, wo bekanntlich Rhein und Main zufroren, dreimal in der Woche bei jeder Witterung nachts 5 Stunden nach Aschaffenburg und 5 Stunden zurück, um dort am frühen Morgen die hl. Kommunion empfangen zu können. Aber Derjenige, den sie wie die Braut im Hohen Liede, bei nächtlichem Frost suchte, wo sie Ihn zu finden hoffte, konnte solche Sehnsucht, solch opferwillige Liebe nicht unbelohnt lassen:

Sie kehrte wieder einmal – es war am Dreifaltigkeitssonntag 1880 – nach Empfang der hl. Kommunion zurück nach Aschaffenburg. Während sie so ganz allein des Wegs ging und die Liebe und Güte Gottes gegen uns Menschen betrachtete, fing sie bitterlich an zu weinen an wegen eines Fehlers, den sie schon wieder begangen hatte. Da fühlte sie sich plötzlich von jemand angefaßt. Sie merkte nicht mehr, daß sie ging und kam doch eine große Strecke weiter, ohne zu wissen, wie ihr geschah, und vernahm dabei die kostbaren Worte:
„Siehe, all die Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst.“

Daraufhin erlaubte ihr der Beichtvater, 9 Tage nacheinander die hl. Kommunion zu empfangen. Aber nachher war es bald wieder wie vorher. In aller Frühe ging sie einmal in die Kirche und bat um die hl. Kommunion; umsonst, sie mußte sich mit der geistigen Kommunion begnügen. Als sie wieder nach Hause ging, begegnete ihr unter der Haustüre ein Knabe, der vom „Neuhof“ zu ihr geschickt war, um sie zu seinem schwerkranken Großvater zu rufen, der am anderen Morgen die hl. Sterbesakramente empfangen sollte. Sie ging hin und stand dem alten Manne, der nach ihr verlangt hatte, bei. Als der Kranke die hl. Wegzehrung empfangen sollte, konnte sie der Sehnsucht ihres Herzens nicht mehr widerstehen und bat, alle Menschenfurcht vergessend, den Priester, er möge ihr auch ein kleines Teilchen von der hl. Hostie reichen. Der Priester war nicht wenig überrascht über diesen unerwarteten Vorfall. Doch nickte er ihr zu, reichte zuerst dem Kranken die hl. Wegzehrung, gab dann auch ihr, nicht ein Teilchen, sondern eine ganze Hostie. Nachher aber sagte er zu ihr:

„Für Sie hat der liebe Heiland heute Selbst gesorgt. Ich weiß nicht, wie es zuging, ich habe aus Versehen zwei Hostien mitgenommen. Jetzt sehe ich aber, daß der liebe Gott es so gefügt hat.“

Mehr als einmal hörte sie in jener Zeit ihrer ungestillten Sehnsucht folgende geheimnisvolle Worte:

„Du mußt deine Vorgesetzten immerfort um die öftere hl. Kommunion bitten, und du wirst diese Gnade auch noch erlangen, aber erst dann, wenn du einmal deinen Willen dem Meinigen ganz unterworfen hast. Du sollst das Werkzeug sein, dessen Ich Mich bedienen will, um auch anderen dieses Glück zu verschaffen.“

Endlich kam die Zeit, wo die Sehnsucht dieses braven Bauernmädchens nach der täglichen hl. Kommunion gestillt wurde; als sie nämlich einmal bei ihren Verwandten in Mainz zu Besuch war, konnte sie mit eigenen Augen sehen, daß da in der Kirche täglich die hl. Kommunion ausgeteilt wurde. Das war für sie ein Fingerzeig von oben. Die Liebe ist erfinderisch. Sie setzte es durch. Es dauerte nicht mehr lange, und Babette sagte ihrer Heimat Lebewohl und zog zu ihren Verwandten nach Mainz, wo ihr göttlicher Bräutigam sie erwartete, um Großes an ihr zu tun. Hier war es nun, wo der Herr zu ihr die Worte sprach:

„Siehe, jetzt habe Ich dir dieses Glück (Mich täglich zu empfangen) verschafft: sorge nun dafür, daß es auch anderen zuteil werde! Gehe nach Würzburg zu deinem Bischof und sage ihm, es sei Mein Wille, daß die öftere hl. Kommunion überall, auch auf dem Lande, eingeführt werde!“ Über diesen hohen Auftrag erschrak die bescheidene, fromme Jungfrau nicht wenig, und erst nachdem diese Aufforderung sich wiederholt hatte, wagte sie es, ihren Beichtvater davon in Kenntnis zu setzen. Dieser aber lachte sie aus und schickte sie zu einem Arzt!

  Inhaltsverzeichnis


3. Ihr mystisches Leiden

„Seit Erschaffung der Welt wird das Unsichtbare, Gottes ewige Macht und Göttlichkeit, durch das Geschaffene geistig angeschaut, so daß sie unentschuldbar sind.“ (Römer 1,20).

Dieser Satz aus der Heiligen Schrift ist maßgebend für diesen und den folgenden Abschnitt. Kurz und klar trifft Goethe den Sinn dieser Worte, wo er schreibt: „Alles Irdische ist nur ein Gleichnis.“

Das Erdbeben, das die Felsen spaltet, die Grundfesten der Erde und den Gewissensschlaf der Menschen erschüttert, der Sturm, der die Bäume schüttelnd und rüttelnd dahinjagt über die wogenden Saatfelder und sich auf die ruhende See wirft, der das feierlich stille Himmelsgewölbe in einen aufgeregten Busen grauer Finsternis verwandelt und ihn wie ein drohendes Strafgericht mit von unsichtbarer Hand geschriebenen Flammenschrift über das Angesicht der Erde hinführt – all das hat seinen Zweck und seine Bedeutung; es ist die Zeichensprache des allmächtigen Gottes.

Wenn nun der Herr durch die vernunftlose Schöpfung Seine Geheimnisse andeutet, warum soll Er dann den Menschen, den König der sichtbaren Schöpfung, den Er nach Seinem Ebenbilde erschaffen, zurücksetzen? Soll Er nicht gerade durch ihn Seine Herrlichkeit offenbaren, Seine Geheimnisse versinnbilden, Seine Worte sprechen? Ja, Er tut es und hat es immer getan. Die Patriarchen und Propheten des Alten Bundes und das Leben der Heiligen im Neuen Bunde bezeugen es und werden es immer bezeugen bis zum Ende der Welt. Ja, in der hl. Schrift lesen wie sogar:

„Das Wort Gottes ist nicht angebunden (2. Tim. 2,9). Der Geist weht, wo er will (Joh 3,8). Das Törichte vor der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zu beschämen, das Schwache, um das Starke zu beschämen, das Unscheinbare und Verschmähte und das, was nichts ist, hat Gott erwählt, um das, was etwas ist, zu zerstören.“ (1. Kor 1,20)

Ein solch unscheinbares und verschmähtes Werkzeug ist auch Barbara Weigand, aber „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist noch zum Eckstein geworden.“ (Ps 117)

Einmal – es war im Januar 1892 – betete sie in der Kapuzinerkirche zu Mainz den hl. Kreuzweg. Bei der 5. Station verlor sie plötzlich alles Gefühl und konnte nicht mehr weiter. Die Welt entschwand ihren Sinnen und ihr Geist wurde ganz ins Leiden Christi versenkt. Sie sah den göttlichen Heiland mit einem schweren Kreuz beladen auf sich zukommen. Er blieb bei ihr stehen und sie schaute in Sein schweißund bluttriefendes Antlitz. Mit liebevollem Blick fragte Er sie:

„Meine Tochter, willst du Mir folgen?“

Sie zögerte und dachte über die Bedeutung dieser Frage nach. Da fuhr
Er fort:

„Wenn du Mir dienst wie bisher, so kommst du auch in den Himmel, willst du Mir aber Freude machen, so folge Mir auf dem Weg, den Ich dich jetzt führen will; doch verlange Ich dazu deine Einwilligung.“

Sie fürchtete eine Täuschung, konnte jedoch nicht glauben, wie ein anderer Geist als Gott ihr Leiden anbieten könnte. Zwei Stunden lag sie darauf wie vernichtet am Boden, bis die Kinder ihres Bruders sie fanden. Als sich diese Erscheinung auf dieselbe Weise zum dritten Male wiederholte, gab Barbara entschieden ihre Einwilligung zu all den Leiden, die ihr Gott senden wollte, ohne zu ahnen, um was es sich handelte. Das war die Vorbereitung zu ihrem sog. mystischen oder geheimnisvollen Leiden.

Am darauffolgenden Fastnachtssonntag nahm Gott ihre Seele nach der hl. Kommunion in der Kapuzinerkirche so in Besitz, daß sie alles um sich vergaß und auch nicht merkte, wie die Zeit verging.

„Plötzlich überfiel mich“, erzählte sie selber, „eine solche Gewalt, daß ich gar nicht mehr Herr war über mich selbst. Mein ganzer Körper wurde mit solcher Gewalt geschüttelt, daß meine Glieder krachten, und ich war nicht imstande, mich auch nur im geringsten dagegen zu wehren. Dies muß von den Leuten gesehen und im Kloster gemeldet worden sein, denn es kamen zwei Patres und wollten mir behilflich sein, weil sie es wohl für Schwäche hielten. Sie ließen mir Kaffee und ein Gläschen Wein in die Kirche bringen, aber ich konnte nichts annehmen vor lauter Schütteln. Und dabei sprach eine Stimme zu mir:

„So wie in diesen Tagen die Kinder der Welt, die doch Glieder Meines Leibes sind, diese Glieder nur gebrauchen, um Satan zu dienen, so sollen deine Glieder zerrissen werden. Du sollst Mich entschädigen, indem du mit Mir leidest.“

Da das furchtbare Schütteln immer wiederkehrte, sobald sich diese innere Stimme hören ließ, wurde es mir unheimlich, ich fragte die beiden Patres nach meinem Beichtvater. Aber mein Beichtvater ließ sich von nun an, wenn dieses Leiden über mich kam, nicht mehr sehen. Dieses Leiden wiederholte sich dann alle Freitage die ganze Fastenzeit hindurch. Das erstemal ließ mich eine unbekannte mitleidige Dame in einer Kutsche nach Hause bringen. Gott allein ist es bekannt, was ich in den drei letzten Jahren unter Leitung meines Beichtvaters gelitten habe in meiner Seele wegen dieses übernatürlichen Leidens.“

Ihrem eigenen unvollständigen Bericht über dieses geheimnisvolle Leiden ist hier noch beizufügen, daß der Sturm, der ihren Körper wie einen Baum schüttelte, immer dreimal über sie kam mit Zwischenpausen von ungefähr 20 Minuten. Das ebenso regelmäßige Anzeichen bestand in einer „wahren Todesangst“. Dann erfaßte der Sturm ein Glied, dann das andere und schließlich den ganzen Körper, wie jedermann sehen konnte. Während dieses dreimaligen Sturmes ließ der Herr sie teilnehmen an Seinen Leiden. Er ließ, wie schon gesagt, die Todesangst über sie kommen, ließ sie die furchtbaren Geißelstreiche fühlen, so daß ihr ganzer Körper in die Höhe zuckte. Sie fühlte die Dornenkrone und lag schließlich, wie der sterbende Heiland am Kreuze, mit ausgestreckten Armen in ihrem Bett. Es waren das zwar wirkliche, aber keine entsprechend äußerlich sichtbaren und hörbaren Vorgänge. Man sah nämlich keine Wunden, kein Blut, hörte keine Geißelstreiche, keine Hammerschläge, keinen Lärm. Sie trägt also nicht die sichtbaren Wundmale wie der hl. Franziskus von Assisi und andere Heilige. Es war das aber deswegen kein eingebildetes Leiden, sondern eine mystische oder geheimnisvolle wirkliche Teilnahme am Leiden des Herrn, ähnlich – wenn auch nicht in diesem Grade – wie bei der lieben Muttergottes, wovon uns die ehrw. Maria von Agreda und die gottselige Anna Katharina Emmerich so erbaulich erzählen. Es hat auch andere Heilige gegeben, die das Leiden Christi an sich litten, die aber von Gott die Gnade erflehten und erlangten, von den äußerlich wahrnehmbaren Zeichen dieses Leidens verschont zu bleiben, um nicht der Neugierde und Kritik ihrer Mitmenschen ausgesetzt zu sein.

Von 1895 an hatte sie das Leiden mit darauffolgender Ekstase regelmäßig alle Freitage in der Fastenzeit und im Advent bis Ende 1900; außerdem an allen Vortagen der großen Feste des Herrn und der Muttergottes und an den Vortagen der kleineren Feste, ferner jeden Donnerstag, Freitag und Samstag in der Fastenzeit, und dann auch jeden Donnerstag und Freitag zur Zeit der Priesterexerzitien und auf einige Heiligenfeste. Seit 1900 tritt dieses Leiden mit darauffolgender Ekstase nur noch ausnahmsweise auf.

Daß es sich hier um ein übernatürliches Leiden handelt, dafür stehen Beweise zur Verfügung. Vorläufig sei nur darauf aufmerksam gemacht, daß schon im Jahre 1896 Sanitätsrat Dr. M. bei seiner bischöflichen Untersuchung zum Bischof Haffner gesagt hat:

„Wenn das eine natürliche Krankheit ist, so wird sie es nicht lange aushalten. Ich weiß das aus meiner Erfahrung mit Nervenleidenden und Hysterischen, aber ein solcher Fall ist mir in meiner ärztlichen Praxis noch nie begegnet. Das gehört in das Fach der Theologen.“
Bei Ausbruch dieses Weltkrieges enthüllte der Herr Seiner begnadigten die Bedeutung ihres mystischen Leidens mit folgenden Worten:

„Jetzt sollst du auch wissen, was in jenem geheimnisvollen Leiden, das du 12 Jahre lang alle Freitage durchzumachen hattest, jene drei sich gleichbleibenden Stürme bedeuten sollten, nämlich jene furchtbaren Erschütterung deiner Glieder, von der Dr. M. sagte, wenn dieses Leiden natürlich sei, du nicht lange leben könnest. Sie sollten die drei schrecklichsten aller Übel andeuten, womit Ich die Menschheit strafen werde, wenn sie die Worte, die Ich durch dich zu ihr sprach, nicht beachten will: Krieg, Hungersnot und pestartige Krankheiten. Ich wartete und zögerte, aber vergebens. Nun will Ich anfangen, Meine Tenne zu säubern und den Weizen von der Spreu zu sieben.“

Für jeden, der das Wahre liebt und das Gute gerne glaubt, spricht das folgende Zeugnis deutlich genug, nämlich:

  Inhaltsverzeichnis



4. Ihre Schriften

Wie klammert sich das Bäumchen an die Mutter Erde an, wenn der Sturm es schüttelt und rüttelt! Wie atmet die ganze Natur erleichtert und erfrischt auf nach einem Gewitter, über das der himmlische Vater Seine segnende Hand gehalten! Wie lächelt so freundlich die beruhigte See, wenn das schwarze Gewölk verstummend zurückweicht vor der königlichen Sonne! Wie schnell wird es ruhig und still, wenn der Herr erwacht und dem Sturm gebietet!

Nach dem dritten Sturm tritt im Leiden der Barbara Weigand augenblicklich ohne Übergang vollkommene Ruhe ein. Blitzschnell in jenen Grad der Beschauung erhoben, den die Lehren der mystischen Theologie Ekstase nennen, fängt sie an, mit kräftiger Stimme Loblieder zu singen und laut ihre während der Woche gegangenen Fehler zu bekennen. Der übernatürliche Sturm, den die stärksten Arme, die da zuweilen zugriffen, nicht bewältigen konnten, ist spurlos verschwunden. Und nun sitzt sie da, so sanft und ruhig wie ein betendes Kind, das noch keine Menschenfurcht kennt, so feierlich und begeistert wie ein Priester, aus dem der Heilige Geist spricht. In seliges Schauen versenkt, die Augen zum Himmel gerichtet, die Arme erhoben, spricht sie, wie sie sonst nie gesprochen, eine und manchmal zwei Stunden lang und singt zuletzt das Magnifikat.

Niemand konnte sich anfangs die plötzliche, wunderbare Veränderung wie vom Tod zum vollen Leben erklären, und wer das Glück hatte beizuwohnen, erkannte und fühlte, daß sie im Namen und im Geiste eines höheren Wesens sprach, und manche gingen in sich und fingen ein besseres Leben an. Nun aber begnügen sich die Gottesgelehrten, um eine solche Sache als echt und von Gott kommend anzuerkennen, mit folgenden drei Punkten: Sittlich gute Wirkung, würdiger Vorgang und nützlicher Zweck.

Dieser geheimnisvollen Rede geht kein Nachdenken voraus. Sie redet leicht und fließend, trägt natürlich und ungekünstelt mit entsprechender Handbewegung vor, und in allem, was sie sagt, ist scharfe Logik und klarer Zusammenhang.
Man sah bald ein, welch herrliche Gedanken, welche Fundgrube christlicher Lebensweisheit verlorenginge, wenn man ihre Worte, die sie in ihrem übernatürlichen Zustande sprach, nicht aufschreiben würde.

Nun kam eines Tags eine Dame und wollte „Babette“ besuchen, weil der Ruf ihrer Frömmigkeit sie angezogen hatte. Als sie hinkam – es war morgens 8 Uhr –, war Babette gerade in Verzückung. Das war nun ein Erlebnis für die fremde Dame, aber nicht nur ein äußerliches, sondern auch ein innerliches, denn so etwas hatte sie noch nie gesehen und gehört, noch nie eine so feierliche, so erhabene Rede vernommen. Noch keine Predigt hatte so sie so ergriffen. Allerdings ist eine mildherzige fromme Dame solchen Eindrücken zugänglicher als ein Mann. Aber auch Männer standen dabei mit Tränen in den Augen und waren wie umgewandelt. Ein Freimaurer, der zufällig ins Haus kam und der Ekstase, obwohl man ihn zurückhalten wollte, beiwohnte, weinte vor Rührung und sagte nachher zu der Begnadigten:

„Ja, sag’ mir doch, Babette, auf welcher Schulbank bis du gesessen, wo hast du diese Weisheit her?“

Die Dame eilte sogleich zu ihrem Beichtvater, der auch Babettes Beichtvater war, und erzählte ihm, wovon sie Zeuge gewesen.

„Wenn es wirklich so etwas gibt“, sagte der Pater, „dann muß es da echt sein. So wie diese habe ich noch niemanden den Kreuzweg beten sehen; ich beobachte sie schon 8 Jahre lang von meinem Beichtstuhl aus. Gehen sie nur hin und schreiben Sie auf, was Sie hören, damit wir sehen, welcher Geist da spricht.“

Die Dame dachte darüber nach, aber nicht lange, denn als sie wieder einmal der Ekstase beiwohnte, hörte sie sich in der Rede persönlich angesprochen, wo ihr folgender Auftrag gegeben wurde:

„Meine Tochter, Ich habe dich hierher geführt, weil Ich es müde bin, Meine Worte in den Wind hinauszusprechen. Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, um Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln?“

Die Dame antwortete: „Ja“, lernte Stenographie und begab sich zu Barbara Weigand, um alles, was diese in der Ekstase sprach, aufzuschreiben.

Was diese edle Dame seit 1895 mit Bienenfleiß auf diese Weise aufgeschrieben und gesammelt, wird dicke Bände anfüllen, wenn es einmal im Drucke erscheint. Es wird an Umfang wenigstens den sechsbändigen Werken der hl. Theresia gleichkommen; ja noch mehr, wenn nicht die drei ersten Jahrgänge verlorengegangen wären, denn bevor diese Dame die Begnadigte kennen lernte, war niemand, der es wörtlich niederschrieb.

Die Welt wird staunen, und das gläubige Volk wird sich freuen und Gott danken, wenn diese Bücher einmal erscheinen. Wir beten und hoffen, daß es bald geschehen möge. Damit wollen wir ja kein entscheidendes Urteil fällen, was der unfehlbaren Kirche allein zukommt. Wenn der Stil nicht immer ganz gefallen sollte (was übrigens hier als Nebensache gelten muß), der möge wissen, daß der Herr Selber in den Schriften davon sagt: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir.“

In einem Bericht an die zuständige Behörde schreibt P. Ludwig Hannappel, der 12 Jahre lang (bis zu seinem Tode 1907) Seelenführer der Begnadigten war, wie folgt:

„Die schriftlichen Aufzeichnungen ihrer Offenbarungen füllen zirka
6000 Oktavseiten, deren Druck etwa sechs stattliche Bände ergeben
würde. In denselben werden die feinsten theologischen, moralischen
und asketischen Fragen behandelt, ohne daß auch nur der geringste
Verstoß gegen die Lehre der Kirche dabei vorkäme, wie dies der hochwürdigste H. Bischof Haffner in seinem schriftlich abgegebenen Urteil hinterlassen hat:

„Gegen den Glauben verstoßen die Schriften nicht, und in einer Weise, daß sich bei ihrer näheren Prüfung jedem unmittelbar die Einsicht aufdrängen muß, daß nur ein scharf logisch denkender, alles durchdringender und beherrschender, ein festes Ziel verfolgender Geist der Urheber solcher Mitteilungen sein kann. In all diesen Mitteilungen wird Bezug genommen auf die gegenwärtige und zukünftige Zeitlage. Es werden darin vorhergesagt die gegenwärtigen Kämpfe und Verfolgungen und sogar die nähere Art derselben, wie man es damals gar nicht ahnen und voraussetzen konnte, wie z. B. die Art des feindlichen Vorgehens in der Los-von-Rom-Bewegung, und was damit zusammenhängt, die Zersplitterung der Geister. Es wird gesprochen von Dingen, die den Gelehrten sehr unangenehm durch den Kopf fahren; es wird darin gesagt, daß große Verdemütigungen über die Kirche kommen werden, was wir ja tatsächlich mit Augen sehen; daß viele Strafgerichte über die Menschen kommen und ein gewaltiger Sturm über Seine Kirche ergehen werde und die Kirche einem glorreichen Sieg über alle Völker, aber erst nach einem harten Karfreitag und einem kleinen Ruhetag, entgegensehe.“

Ein gewisses ärztliches Urteil über diese Offenbarungen und deren regelmäßig vorausgehenden dreimaligen Leidenssturm hat Dr. M. abgegeben. Er gab fünf Punkte an, wodurch sich dieses unbekannte Leiden von einer Krankheit unterscheidet: Es könne hier nicht von einer Krankheit die Rede sein, schreibt er:

„Weil dieses Leiden nur an Freitagen oder Kirchenfesten eintrete, während Krankheiten von ganz anderen Ursachen abhängen. Weil die drei Stürme immer die gleichen seien, während die Krisen bei Krankheiten immer in veränderter Form auftreten, weil sie nachher alles klar wisse, was vorgegangen, während die hysterischen Personen sich hinternach an nichts mehr erinnern, weil alles Hand und Fuß habe in der Rede, während bei Krankheiten, wenn auch ein vernünftiger Satz unterlaufe, doch alles ein buntes Durcheinander sei, weil so große Überlegung in den Schriften vorwalte, indem z. B. so oft vorkomme: „dann habe Ich dir das gesagt,“ was er nachgeschlagen und wirklich so gefunden habe.

Ein Redakteur schrieb am 8. Februar 1914 an den Hochw. Herrn Kaplan in Rück-Schippach unter anderem: „Ich habe einiges von den Aufzeichnungen der Begnadigten gelesen und alles ganz im Geiste der heiligen Gertrud befunden, welche ja für die letzten Zeiten geschrieben hat.“

Pater A. schrieb am 1. Juli 1914: „Wenn nur diese kostbaren Worte alle gesammelt würden! – ich meinte, das müßte großen Nutzen stiften und vielen Priestern zum Segen gereichen. Mir persönlich tut so etwas tausendmal wohler, als eine noch so großartige wissenschaftlich tiefschürfende ‘Abhandlung.’

Pfarrer N. sagt in einem längeren Schreiben vom 6. November 1914 unter anderem folgendes: „Wer in der Stille der Studierstube die Schriften durchschaut und darüber nachsinnt, der wird und muß herausfinden, sie tragen den Stempel der Echtheit an sich. Mir selber sind diese Schriften eine wahre Labsal und Freude. Wie viel Stoff zur Betrachtung, welch reiche Fundgrube von Gedanken für Kanzel und Beichtstuhl, wie viele geradezu überraschende Schlaglichter fallen auf so manche Fragen der Pastoration! Welch ein Wegweiser in der Führung und Leitung der Seelen im inneren Leben! Wieviel Antrieb zur Selbstvervollkommnung! Welch ein Ansporn zur besonderen Kultivierung der eucharistischen Andachten, der Herz-Jesu und Marienverehrung! Eine wahre Seelennahrung für die noch kindlich gläubigen Priester und für das brave christliche Volk, das lechzen würde nach diesen Schriften, wenn es davon Ahnung hätte.“

„So muß wirklich“, sagte ein Priester mit Recht, „der göttliche Heiland mit den Leuten verkehrt und gesprochen haben, wie man es in diesen Schriften liest.“ Und ein anderer erzählt, daß er die Lösung einer theologischen Frage, die ihm schon lange viel Kopfzerbrechen verursacht, endlich in den Weigandschen Schriften gefunden habe.

Wie die Priester, deren überzeugungskräftige Worte hier angeführt wurden, urteilen noch viele andere Priester und Laien, die Gelegenheit hatten, mehr oder weniger von diesen Schriften zu lesen.

Man findet darin wirklich die Vervolkstümlichung der höchsten Glaubensgeheimnisse, eine Fülle von praktischer, christlicher Lebensweisheit, Ermahnungen, Ratschläge, kurz und gut die unsern jetzigen und zukünftigen Zeitverhältnissen angepaßte Wiedergabe des Evangeliums. Das aber stammt weder aus dem Kopf eines ungebildeten Bauernmädchens, noch aus der Belesenheit einer Dame von Bildung, ja nicht einmal aus der Bibliothek eines Gelehrten, sondern da weht der Geist Gottes, und Dieser weht bekanntlich, wo Er will. 

Inhaltsverzeichnis



5. Lourdes und Schippach

Zwischen Lourdes und Schippach besteht, wie wir oben gesehen haben, ein merkwürdiger Zusammenhang. Babette pilgerte, teils einer inneren Stimme folgend, teils einer äußeren Anregung folgend, viermal nach Lourdes. Die Reisekosten wurden ihr immer von anderer Seite bezahlt. Das erstemal war sie in Lourdes im Herbst 1901.

Die liebe Muttergottes, die im Jahr 1858 keiner hohen Persönlichkeit, auch keiner frommen Ordensschwester, sondern dem armen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous am Felsen Massabielle bei Lourdes 18 mal erschien, erwies nun auch einer deutschen Pilgerin, der einfachen Bauerntochter Babette Weigand, dieselbe Gnade. Sie sah auf einmal die Muttergottes, wie Sie Sich dem damaligen Bischof von Mainz in ihren von ihrer Freundin niedergeschriebenen Offenbarungen darbot. Maria wandte Sich an Babette und sagte zu ihr:

„Du wirst 1908 wieder hierherkommen, und viele Priester werden mit dir kommen!“

Babette reiste wieder heim. Sie erinnerte sich wohl zuweilen an die Worte der Muttergottes, sah aber während des Sommers 1908 gar keine Möglichkeit, eine so kostspielige Reise zu machen. Da kam eine kranke Dame und bat Babette, mit ihr nach Lourdes zu wallfahrten, sie werde ihr alles bezahlen. Darin erkannte Babette die Erfüllung jenes Versprechens der lieben Muttergottes und begleitete die kranke Dame nach Lourdes, die dort auch Besserung erlangte. Sie erfuhr nun auch schon auf der Reise, was die Worte zu bedeuten hatten, „und viele Priester werden mit dir kommen“. 1908 war ja das 50jährige Jubiläum der Erscheinung der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes, und da waren ungewöhnlich viele Priester in ihrem belgischen Pilgerzug. An der Lourdesgrotte sah sie einen französischen Pilgerzug ankommen mit– wie man sagte – wenigstens 300 Priestern.

Sie fühlte großes Mitleid mit diesen französischen Priestern, von deren Verfolgung sie wußte. Sie betete für sie, besonders nach der heiligen Kommunion, und bestürmte das göttliche Herz Jesu, diesem traurigen Kulturkampf in Frankreich ein Ende zu machen. Dann stellte sie die Frage:

„Wird dieser Kulturkampf auch noch über Deutschland kommen?“
Darauf antwortete der Herr:
„Wenn der Strom so angeschwollen ist, daß er sein Bett überschreitet, dann frägt er nichts danach, wo er sich hinwälzt.“

1912 war sie wieder in Lourdes und erlangte viele Gnaden für sich und andere.

Im Herbst 1913 pilgerte Barbara Weigand in ihrem größten Anliegen nach Lourdes, nämlich wegen der Kirche, die der göttliche Heiland von ihr verlangte, und deren Baugenehmigung damals noch nicht gegeben war.

Die Reise ging über Lüttich in Belgien, wo sie mit ihren Begleiterinnen bei den Franziskanerinnen übernachtete. Hier – mitten in ihrer schlaflosen Nacht – erschien ihr die heilige Juliane von Lüttich und redete mit ihr, wovon jedoch unten die Rede sein wird. Nachher erschien ihr der göttliche Heiland Selber und sprach zu der begnadigten Pilgerin:

„Freue dich, denn du wirst in Lourdes dein Gelübde erneuern.“

Babette wollte fragen, was diese Worte zu bedeuten hätten, da es doch seit ihrer letzten Gelübdeablegung noch nicht 25 Jahre seien, aber der Herr verschwand. In Lourdes überraschte sie ihr Seelenführer mit der Aufforderung, dem Jungfrauenbund, den er unter dem Titel „Kreuzesbräute“ gründen wolle, beizutreten, und gab ihr einen Ring. Jetzt verstand sie, was der Heiland mit dem „Gelübde erneuern“ gemeint, zumal da Er schon öfters den Wunsch ausgedrückt hatte, es möchten recht viele Jungfrauen sich finden, die in dieser Welt ein jungfräuliches Leben führen und durch ihr gutes Beispiel den Familien zum Segen gereichen.

Endlich nach langer, beschwerlicher und sehnsuchtsvoller Reise kniete Barbara am 5. September wieder an der geheiligten Grotte, und ihr vertraulicher, fast ununterbrochener Verkehr mit der lieben Gnadenmutter und ihrem göttlichen Sohn nahm seinen Anfang.

Diese Zeit vom 5. bis 17. September ihres Aufenthaltes in Lourdes war eine ganz außerordentliche Gnadenzeit für sie und alle, die bei ihr waren. Die inneren Ansprachen, Zwiegespräche, Verzückungen und Erscheinungen waren zahlreicher als je.

Einmal war sie in Verzückung, während sie von der Grotte ins Hotel zurückkehrte. Mit zum Himmel gewandten Augen ging sie, dem Geiste folgend, der sie führte, geradeaus ihres Weges, sah weder Menschen noch Häuser, hörte keinen Lärm und kein Geschrei, wich keinem Pferd und keinem Automobil aus und kam glücklich an im Hotel. Erst das Wort des Seelenführers konnte die gehorsame Dienerin Gottes augenblicklich aus der Ekstase zurückrufen.

Barbara erneuerte in Lourdes ihr Gelübde, indem sie „Kreuzesbraut“ wurde, wie bereits erwähnt. Sie wohnte in der nächtlichen Anbetung auf das Fest Maria Geburt in der Rosenkranzkirche bei. Nach der heiligen Kommunion, die sie in der Mitternachtsmesse empfing, gab ihr der Herr folgende Antwort auf die Anfrage ihres Seelenführers:

„Pater Felix Lieber soll nur fortfahren in diesem Werk (Bund der Kreuzesbräute) und ihr sollt ihm dabei helfen. Das ist eine der Hauptaufgaben des Liebesbundes, wie Ich von Anfang an immer gesagt, daß der jungfräuliche Stand in der Welt gehoben werde. Es ist dieser Bund nur ein Zweig des Liebesbundes.“

Beim Morgengottesdienst schaute sie das Festgeheimnis von Maria Geburt, indem ihr die Muttergottes als neugeborenes Kind erschien, vor ihren Augen heranwuchs und zur blühenden Jungfrau Sich gestaltete. Sie redete auch mit Babette und gab ihrer Freude über die vielen frommen Pilger Ausdruck. Vor der heiligen Wandlung gab ihr der Herr eine herrliche Ermahnung für die Priester:

„Sage deinem Seelenführer, was sich auch dein Beichtvater merken möge, daß von jetzt an, sooft er die unkonsekrierte Hostie vom Korporale in die Hand nimmt, um darüber die Wandlungsworte zu sprechen, er im Herzen zu Mir sagen soll: „So wie ich jetzt dieses Brot in Deinen heiligen Leib verwandle, so verwandle auch Du jetzt meinen Leib und meine Seele, damit ich ganz nach Deinem Willen und Wohlgefallen ein Schlachtopfer vor Dir sei, tu mit mir, was Du willst, ich stelle mich Dir ganz zur Verfügung.“

Schneller als der Schnee, der fällt in einer Sommernacht, schmolzen die Tage dahin in ihrem Seelenglück, in ihrer Liebeswonne. Lourdes war für sie zum Paradies geworden. Aber immer noch keine Antwort auf ihr flehentliches Bitten und Fragen, ob denn die Zeit zum Bau jener Kirche in ihrer Heimat noch nicht gekommen sei, ob denn all ihr Beten und Hoffen auf baldige Baugenehmigung von seiten der geistlichen und weltlichen Behörde vergebens sei. Das war ja doch das eigentliche Anliegen, weshalb sie diesmal nach Lourdes gepilgert war. Eines Morgens nun sprach der Herr zu ihr nach der hl. Kommunion:

„Das Werk, das in Schippach erstehen soll, ist ein großes; es muß noch viel dafür gebetet werden. Du willst Großes erlangen, du sollst auch Großes leisten. Ich verlange von dir, daß du täglich barfuß den Kreuzweg gehest, und nichts darf dich abhalten.“

Am folgenden Tag erhielt sie nach wiederholter göttlicher Aufforderung vom Seelenführer die Erlaubnis dazu. Schon bei der ersten Station erschien ihr der kreuztragende Heiland. Er ging ihr einige Schritte voraus. Sie folgte Ihm und trat Schritt für Schritt in Seine Fußspuren. Manchmal knickte sie vor Schmerz zusammen, wenn sie auf eine rauhe Stelle, auf einen spitzen Stein oder dergleichen trat; aber sie tat es trotzdem und betrat überall auf dem ganzen Kreuzweg genau die Stelle, die der Herr vor ihr betreten.

Eines Tages kam ein Gewitter. Während des strömenden Regens unterstand sie mit den anderen in der Pilgerhalle und wollte ihre Kreuzwegandacht für diesmal unterlassen. Da stand ihr göttlicher Bräutigam plötzlich neben ihr, in dem Zustand, wie Er vor Pilatus stand. Sie fürchtete eine Täuschung, aber im selben Augenblick war Er umgewandelt in Seine menschenfreundliche Gestalt. So verschwand Er, und sie wußte, was sie zu tun hatte. Sie ging den Kreuzweg barfuß und kümmerte sich weder um das Wetter und den schlechten Weg, noch um die Touristen, die ihr den Berg herab begegneten und sie verhöhnten und verlachten, darauf kam ihr der göttliche Heiland wieder und ging ihr von der ersten bis zur letzten Station voran, wie sonst. Gewöhnlich verrichtete sie noch, nachdem sie den Kreuzweg beendigt hatte, bei der Magdalenengrotte eine Danksagung. Das war diesmal nicht ratsam, denn es wurde dunkel und sie fürchtete sich. Da erschien ihr, während sie noch unterhalb der Magdalenengrotte stand, die liebe Muttergottes in der Grotte und redete zu ihr, ohne daß die Entfernung ein Hindernis bildete.

„Die Gnade“, sprach die holdselige, himmlische Erscheinung, „um die du flehst und weswegen du diese Wallfahrt mitgemacht hast, wirst du erlangen. Nicht lange nach dem du von Lourdes zurückgekehrt sein wirst, wird die Baugenehmigung deines Bischofs erfolgen.“

Diese Vorhersagung ging ein halbes Jahr später voll und ganz in Erfüllung, indem im Juni 1914 die Genehmigung des Kirchenbaues in Schippach sowohl vom Bischöflichen Ordinariat Würzburg als von seiten der bayerischen Regierung erfolgte (Diese ein Jahr später wiederholte Baugenehmigung ist bis jetzt noch nicht „offiziell“ widerrufen worden).

Wenn auch Barbara lange auf eine bestimmte Antwort hatte warten müssen, so fehlte es ihr doch nicht an Lichtblicken in die Zukunft, die ihr Herz mit überschwenglichem Trost und himmlischer Freude erfüllten.

Es war am Vorabend von Maria Geburt gewesen, als sie auf ihrer Rückkehr ins Hotel an der gekrönten Statue der Unbefleckten Empfängnis vorbeiging. Schon von ferne kam es ihr vor, als ob Maria ihr himmlisches Angesicht ihr zuwende und ihren milden Blick auf ihr ruhen lasse. Sie trat näher und erkannte, daß sie sich nicht getäuscht. Da blieb sie vor der Statue stehen und fragte:

„Was will dieser Blick sagen? Rede, denn Deine Dienerin hört!“

Nun öffnete die Unbefleckte Empfängnis auch wirklich den Mund und sprach die denkwürdigen, trostreichen Worte:

„So wie Mein Sohn dafür gesorgt hat, daß Ich in Lourdes verherrlicht wurde, so werde Ich dafür sorgen, daß Mein Sohn in Schippach verherrlicht werde.“

Welch herrliche Aussichten geben uns diese Worte! Lassen sie uns nicht Großes hoffen, nicht Wunderbares ahnen! Wie schildern sie uns die Dankbarkeit Unserer lieben Frau von Lourdes gegen Ihren göttlichen Sohn!

Der Tag der Trennung, der 17. September, war gekommen. Mit dankerfülltem Herzen und stiller Wehmut nahm die begnadigte Pilgerin Abschied von der lieben Gnadenmutter und mit kindlichem Heimweh sehnte sie sich zurück nach der unvergeßlichen Grotte. Aber bald darauf erklärte ihr der Herr Selber, was jenes dankbare Versprechen Seiner in Lourdes von allen Nationen selig gepriesenen Mutter zu bedeuten hatte. Es war an Weihnachten desselben Jahres 1913, als Er über das Verhältnis zwischen Lourdes und Schippach die Worte zu ihr sprach, die oben zu lesen sind (siehe 2. Kapitel).

Wie das Verhältnis zwischen Lourdes und Schippach in Wirklichkeit sich gestalten wird, muß die Zukunft lehren, aber die Worte des göttlichen Heilandes und Seiner Mutter lassen schließen, wie Lourdes zu Schippach sich verhalten wird:

Wie der Weg zu seinem Ziel, wie der Baum zu seiner Frucht, wie das Paradies (hortus conclusus) zum Baum des Lebens, wie die Quelle (fons signatus) zu ihrem belebenden Wasser.

In Schippach soll ja eine Quelle entspringen, eine „geistige Quelle“. Es sollen da „nicht Krankheiten geheilt, sondern Sünder bekehrt werden“.
– Durch Maria zu Jesus! – 

Inhaltsverzeichnis
 

6. Ihr Lebensberuf

Manches armselige Menschenkind scheint nur da zu sein, um verkannt und verachtet zu werden, und doch hat ihm die allweise Vorsehung irgend eine Lebensaufgabe zugewiesen, einen Beruf gegeben, und sollte es denselben auch erst beim Schein der Sterbekerze klar erkennen.

Der Barbara Weigand ist eine Lebensaufgabe zugewiesen worden, die man wohl eher bei einem kirchlichen Würdenträger als bei einem einfachen, ungebildeten Bauernmädchen suchen würde. Aber die Wege der göttlichen Vorsehung, die Pläne der ewigen Weisheit sind nun einmal so: „Er hat das Schwache erwählt.“ Was ihr der göttliche Heiland schon früher und besonders am Vorabend von Fronleichnam 1898 (wie wir unten noch sehen werden) angedeutet hatte, das sollte ihr 15 Jahre später noch in einer entsprechenden Form geoffenbart werden, indem der Herr eine von jenen Heiligen zu ihr sandte, die einen ganz ähnlichen Beruf gehabt haben.

Es war auf ihrer letzten Wallfahrt nach Lourdes. Kurz vor ihrer Abreise von der Heimat verunglückte sie noch. Sie verwickelte sich, als sie über den Hofraum gehen wollte, in einen Draht und fiel so hart auf das Steinpflaster, daß sie sich den Kopf und Arm ganz verschlug, so daß ihr bis heute noch ein Andenken daran geblieben ist. Aber trotz alledem bat sie, daß man sie mitnehme.

Die Reise ging, wie wir oben gesehen, über Lüttich in Belgien, wo Babette mit ihren Begleiterinnen bei den Franziskanerinnen übernachtete. Die ehrw. Mutter Oberin bedauerte ihren elenden Zustand, und wunderte sich darüber, daß man sie überhaupt mitgenommen habe. Ganz erschöpft von der weiten Reise und dem zu Haue erlittenen Unfall, lag sie seufzend in ihrem Bett und konnte nicht schlafen. Da auf einmal gewahrte sie ein himmlisches Licht, und darin erschien ihr eine Jungfrau. In diesem Augenblick fühlte Babette kein Leiden und keine Ermattung mehr. Sie war augenblicklich geheilt, alles war verschwunden. Und die himmlische Erscheinung sagte zu ihr:

„Ich bin Juliana von Lüttich, deine Schwester, denn ich bin eine Vorgängerin von dir, reiche mir die Hand! Durch mich hat der Herr angefangen, die Wunder der Liebe Seines hochheiligsten Herzens zu offenbaren, denn von mir verlangte Er die Verherrlichung Seines ganzen hochheiligsten Leibes durch die Einführung des Fronleichnamsfestes. Von Margareta Alacoque verlangte Er die Verehrung Seines leiblichen hochheiligsten Herzens, und durch dich will Er jetzt die geistigen Schätze Seines hochheiligsten Herzens offenbaren.“

Darauf verschwand die hl. Juliana. Diese Erscheinung in Lüttich zeigt uns jetzt schon die kirchengeschichtliche Bedeutung des Weigandschen Werkes; sie ist ein herrlicher Scheinwerfer auf Barbaras Leben und Wirken. Was Juliana (geb. 1193, gest. 1258) begonnen, was Margareta Alacoque (geb. 1647, gest. 1690) fortgesetzt, das soll Barbara vollenden, aber nicht allein. Ihr Werk wird wohl der Anfang vom Ende sein, wie auch aus den sehr glaubwürdigen Privatoffenbarungen hervorgeht.

Durch sie will uns der Herr die geistigen Schätze Seines hochheiligsten Herzens offenbaren. Nun aber war und blieb die Einführung und Ausbreitung des „Eucharistischen Liebesbundes“ – wie wir gleich sehen werden – ihre Hauptaufgabe; also will Er wohl durch eben diesen Liebesbund jene geistigen Schätze Seines hochheiligsten Herzens der Welt offenbaren.

Es ist nämlich in diesen Schriften immer wieder die Rede von einem „Damm“, der „gegen die herrschende Zeitströmung der Glaubens und Sittenlosigkeit“ gebildet werden müsse. Dieser Damm sei der „Zusammenschluß“ oder die „Vereinigung aller guten und treuen Kinder der Kirche“. Das Band aber, das alle Glieder der dreifachen Kirche oder Gemeinschaft der Heiligen vereinigen und zusammenhalten soll, wurde der Begnadigten einmal in folgendem Gesichte gezeigt:

Babette sah sich in ein großes Gastmahl versetzt. Es waren da zwei Klassen von Gästen, himmlische und irdische. Vom Herzen Jesu ging ein Band aus, das die Seligen, die an der himmlischen Tafel saßen, umschlang, und wo das Band den Rücken des einzelnen berührte, stand das Wort: „Liebe“ darauf. Dieses Band umschlang nur die Seligen, ging aber so vor den Augen der irdischen Gäste vorüber, daß sich daran festhalten konnte, wer wollte, und hier stand bei jedem einzelnen das Wort: „Leiden“ darauf.

Das Gastmahl bedeutet den sakramentalen Leib des Herrn und das Band ist der „Eucharistische Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu“, wodurch jener Damm gebildet, jene Vereinigung bewirkt werden soll. Die Seligen im Himmel befinden sich innerhalb dieses Bandes, im vollkommenen Besitz der Vereinigung oder Liebe Gottes, aus der sie nicht mehr herausfallen können, während wir Erdenpilger uns außerhalb dieses Bandes befinden. Wir können das Band der Liebe oder Vereinigung (lateinisch Communio) ergreifen und uns daran anklammern, wenn wir wollen, denn der Tisch ist für uns alle täglich gedeckt, aber da wir noch im Dunkel des Glaubens wandeln, im Tal der Tränen und so vielen Gefahren ausgesetzt sind, steht bei uns irdischen Gästen das Wort: „Leiden“ darauf.

Auf diese und andere Weise wurde Barbara vom Wesen und Zweck dieses Liebesbundes nach und nach unterrichtet. Schon am Fronleichnamsfest 1895 hat der Herr von ihr verlangt, mit ihren beiden gleichgesinnten Freundinnen einen Dreierbund zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zu bilden. Dieser Dreierbund sollte durch Gebet, gutes Beispiel und womöglich täglichen Empfang der hl. Kommunion der Anfang des eucharistischen Liebesbundes werden, wie es ihr im Jahr 1897 (am hl. Dreikönigsfest und später ) vom Heiland Selbst mit folgenden Worten verheißen wurde:

„Wer sich anschließt an den Liebesbund, den Ich mit euch am Fronleichnamsfest geschlossen habe, und der ausgeht vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist, soll das besondere Vorrecht besitzen, daß er mit heiliger Freude alles ertragen wird, was Ich in Meiner weisen Vorsehung ihm zugedacht habe, das äußere Zeichen des Liebesbundes soll sein die Bruderliebe, die Gottesund Nächstenliebe, die Liebe zu Mir im hl. Sakrament. Es wird in seiner Seele ein Licht aufgehen, das wachsen wird bis zum vollen Tag. In Vereinigung und in Verbindung mit diesem Licht werden all diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen, was immer für einem Stande sie angehören mögen. Der Liebesbund des hochheiligsten Herzens Jesu soll der Mittelpunkt zur Besserung der menschlichen Gesellschaft sein, denn die besten Kinder Meiner Kirche werden daran teilnehmen. Ich will, daß viele Kräfte zusammenstreben zu einem Ziel, darum tretet ein in den Liebesbund des göttlichen Herzens, dessen Mitglieder sich verpflichten müssen, die öftere hl. Kommunion zu befördern, oft und würdig sich Meinem Tisch zu nahen; deswegen (weil Meine Kirche zum Sieg geführt werden soll) verlangt Mein Herz, daß ein Damm errichtet, ein Liebesbund gegründet werde, in den alle Christen eintreten sollen. Ich spreche nicht nur für Priester, Ordensleute, fromme und eifrige Seelen, sondern für alle und jeden, der ist und lebt in Meiner Kirche, im Schifflein Petri; sie alle sollen herbeikommen. Und der Baum wird wachsen und seinen Schatten verbreiten, und so soll das Glaubensleben erneuert werden. Ihr sollt, sooft euer Stand und Beruf es erlaubt – und ihr könnt es, wenn ihr nur guten Willen habt und Energie, Männerkraft ist Willenskraft, Willenskraft müßt ihr besitzen, hinzutreten zu Meinem Tisch. Gebt ein gutes Beispiel und erbaut eure Mitmenschen. Legt vor allem alle Menschenfurcht ab! Versprecht Mir dies, und so wird sich der Liebesbund ausbreiten. Ein dreifaches Band habe Ich mit euch geschlossen, das ausgeht von Meinem Herzen, und alle, die sich anschließen, sollen die Früchte kosten und genießen. Ich will euch, Meinen Kindern, ein Beispiel angeben und sagen, warum Ich gerade zu dieser Meiner Dienerin komme, um durch sie so wichtige Worte zu sprechen, wie Ich sie wirklich rede zu Meinen Dienern.

Seht, in einem verborgenen Winkel steht sie in einer Weltstadt (Barbara Weigand lebte damals noch in Mainz), in einer Wirtschaft, von der man gewöhnlich nichts Gutes ahnt und spricht; denn von Wirtschaften wird unter Meinen Dienern gewöhnlich nichts Gutes geahnt und gesprochen. Gerade deshalb will Ich, daß sie in dieser Wirtschaft stehen soll, um die Menschheit zu belehren, daß Ich Meine Geheimnisse überall erschließen kann und will, wo Ich ein williges Ohr finde. Sie steht in einer Wirtschaft, wo viele Menschen verkehren, Gläubige und viele Ungläubige; denn die Menschen, die viel in einer Wirtschaft sitzen, haben meist wenig Glauben. Wenn nun Meine Dienerin nicht alle bekehren kann, so müßt ihr aber nur zur Polizei gehen und hören, welche aus der Stadt diejenige Wirtschaft ist, wo sie am wenigsten zu tun haben, und sie werden euch sagen, daß es die Wirtschaft ist, wo Meine armselige Dienerin steht.

Seht nun, wenn Meine Dienerin auch nicht alle Menschen bekehren kann, so ist doch ein solcher Respekt ausgebreitet über alle, die hier verkehren, daß kein Geist, auch der schlechteste es wagt, auszubrechen, weil Mein Geist auch den größten Sünder anhält, daß er nicht ausarten kann, er ist sich dessen ganz unbewußt, er kann es nicht, er kann es einfach nicht. So ist es in der ganzen Welt. So wie es in diesem Hause ist, so soll es überall sein, wo viele sich anschließen an den Bund. So soll es in dem Dorf, in der Stadt, in dem Reich werden, wo viele, viele Mitglieder sind, die auf dem Damm stehen, an dem die Wasser des Unglaubens abprallen werden, und die Welt, ohne es zu wissen, wird sich umgestalten, ein anderer Geist wird sich in der Menschheit erneuern; natürlich geht das nicht in einem Tag und nicht in einem Jahr; aber Ich sage, je schneller dieser Gebetsbund sich ausbreitet, desto sicherer ist der Schild, die Zielscheibe, an dem die Feinde abprallen. Dieser Damm ist die Zielscheibe des Spottes vieler, aber an ihm soll auch der Unglaube abprallen; denn fest und entschieden sollen sie hinaustreten in die freie gottlose Welt, sie alle Meine Diener und Dienerinnen, die sich anschließen werden. Niemand ist ausgeschlossen in der hl. Kirche, niemand. Ihr alle sollt euch vereinigen im Liebesbund: Priester und Laien, Ordensund Familienmitglieder, Väter, Mütter, Jungfrauen, Kinder, Greise, Jünglinge, ihr alle vereinigt euch zu einem Bund, und gebt Mir das Versprechen ab, im Beichtstuhl vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses hl. Bundes, sie alle sollen sich anschließen und den Damm bilden, und der Unglaube wird weichen.“

Am Vorabend von Fronleichnam 1898 sagte der liebe Heiland zu ihr:
„Es ist noch nicht lange her, wo Ich auf dieselbe Weise wie mit dir mit einer anderen Person verkehrte, mit einer Schwester, und ihr die Geheimnisse Meines Herzens erschloß und von ihr verlangte, daß das hl. Fronleichnamsfest soll eingeführt werden in Meiner Kirche. Es war der Triumph Meiner Liebe, der dies Fest verlangte; denn das hl. Fronleichnamsfest ist ein Triumphfest Meiner Liebe. Aber größer ist das, was Ich von dir verlange, und was Ich durch dich der Welt offenbaren möchte. Menschenherzen sind es, die Ich mit Mir vereinigen möchte durch das Liebesgeheimnis, das Ich dir kundtue.“
Später einmal sprach der Herr zu ihr unter anderem:

„Ich habe nicht umsonst gesagt: Ihr werdet aus dem alten Schatz Neues hervorbringen. Damit habe Ich dort Meinen Nachfolgern kennzeichnen wollen, daß, obwohl Mein Evangelium unverändert bleibt, doch die Menschen sich ändern, und Ich Mich nach den Zeitverhältnissen und nach den Menschen richte, um dies oder jenes klarer zu erschließen, wenn die richtige Zeit dazu gekommen ist. Wie viele Geheimnisse habe Ich Meiner Kirche schon eröffnet durch Privatoffenbarungen, wie z.B. die Geheimnisse Meines Herzens. Ich habe die Menschheit angewiesen, Mein Herz zu verehren. Ferner die Verherrlichung der Feste, die auf Mein Leben und Leiden Bezug haben. Das sage Ich nach Jahrhunderten und Jahrtausenden: das will Ich eingeführt haben. So ist es jetzt wieder. Jetzt will Ich die inneren Schätze Meines Herzens ausgießen.“

Wie wir aus diesen und vielen anderen Worten, an denen die Sprache des göttlichen Herzens Jesu so kenntlich ist, ersehen, ladet der eucharistische Friedensfürst alle Klassen, alle Stände, hoch und niedrig, ohne Ausnahme ein, in diesen Seinen Liebesbund einzutreten durch würdiges und recht fleißiges, womöglich tägliches und gemeinsames Erscheinen an der Tafel dieses himmlischen Gastmahles, um dadurch der „inneren geistigen Schätze“ Seines hl. Herzens, die Er jetzt mehr als je ausgießen will über die Seelen, teilhaftig zu werden, damit wir auf diese Weise mit Jesus vereinigt und durch Sein göttliches Blut miteinander zu einem mystischen Leibe verbunden, einen festgeschlossenen Damm bilden gegen diesen modernen glaubenslosen Weltgeist, der alles zu überfluten droht und gegen die überhandnehmende Traurigkeit, die alles edle Streben lähmt. Wenn uns der eucharistische Liebesbund auch nichts anderes bringen würde als die heilige Freude, so müßten wir schon deswegen allein Feuer und Flamme für ihn sein. Adveniat regnum Tuum. (Zu uns komme Dein Reich!)

Die Pflichten der Liebesbundmitglieder sind aus den Weigandschen Schriften von ihrem Seelenführer gesammelt, statutenmäßig zusammengestellt und von mehreren Bischöfen approbiert worden, so z.B. von den Erzbischöfen von München und Trient. Der Erzbischof von Salerno starb als Mitglied dieses eucharistischen Liebesbundes. Seine Empfehlung lautet:

„Wir bestätigen und segnen von ganzem Herzen den frommen Eucharistischen Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu und empfehlen seine weltweite Verbreitung. Wir gewähren eine Ablaß von 100 Tagen jedem, der den Weiheakt oder die Aufopferung am Morgen und Abend verrichtet.“

Salerno, 16. Mai 1914 † Valerio, Erzbischof.

Diesen Liebesbund hat der göttliche Heiland Selbst beim letzten Abendmahl schon gestiftet, wie wir es auch in den Weigandschen Schriften lesen:

„Am Vorabend vor Seinem bitteren Leiden, als Er das hochheiligste Sakrament einsetzte, begründete Er den Liebesbund, schloß das Band, das Er schlingen wollte um alle treuen Kinder, die da eingehen würden ins Schifflein Petri, und am Kreuze besiegelte Er dies Band mit Seinem kostbaren Blute.“

Papst Pius X. hat dieses vorher so locker gewordene Band durch Einführung der frühzeitigen und täglichen hl. Kommunion wieder enger und fester geschlungen, und der begnadigten Jungfrau Barbara Weigand sind die Geheimnisse und Wirkungen des Liebesbundes nicht nur für das innere Leben der einzelnen Mitglieder, sondern auch für das Vaterland und die ganze katholische Kirche geoffenbart worden, und zwar in vollkommenerer Weise als ihren heiligen Vorgängerinnen. Durch ihr beharrliches und bescheidenes Wirken mit Wort und Beispiel bei Priester und Volk für die tägliche hl. Kommunion und durch den Kreuzweg, den sie dabei bis heute gehen mußte, arbeitet Barbara Weigand nun schon bald 50 Jahre an der Ausbreitung des eucharistischen Liebesbundes und an der Befestigung dieses gottgewollten „Dammes“, dieser festgeschlossenen Front – ich meine die Kommunionbank –, wo uns wahres, unverfälschtes Kriegsbrot, das Brot des Lebens verabreicht wird.

Gerade das ist das rote Band, das durch alle ihre Schriften geht, parallel mit den eucharistischen Bestrebungen Pius X., wofür sie, wie wir oben aus den eigenen Worten des Heilandes ersehen, im verborgenen als Opfer und Werkzeug diente.

Dieser statutenmäßig verlangte Liebesbund ist also nur der Form nach neu, die Sache selber ist so alt wie das Christentum. Er soll (seinem Zwecke nach) das katholische Bewußtsein der Zusammengehörigkeit neu beleben, befestigen und vervollkommnen, nicht gründen.
Wenn nun dieser Liebesbund, der in den Weigandschen Schriften auch mit einem Baum verglichen wird, etwas Gutes ist und von Gott kommt, dann ist auch dessen Same, nämlich die Schriften, ein guter Same.

Von wesentlicher tiefwurzelnder Bedeutung sind zwei Edelzweige auf diesem Baum, nämlich der Bund der „jungfräulichen Kreuzesbräute“ und die „Ehrengarde der mit Maria vermählten Priester“, beide mit entsprechenden Statuten ebenfalls bischöflich approbiert.

Die „jungfräulichen Kreuzesbräute“ sind eine Vereinigung der unter diesem Titel in der Welt lebenden Jungfrauen, deren Statuten ihren Ursprung ebenfalls den Weigandschen Schriften verdanken, und dem sich auch Jünglinge, besonders die Priester, die ja ohnehin schon zum jungfräulichen Leben verpflichtet sind, anschließen können. Welcher Trost, welche Anregung und Ermutigung liegt darin für so manche brave Jungfrau, die nicht heiraten will oder kann und auch nicht ins Kloster gehen kann! Und gerade solche Opferseelen sucht der göttliche Bräutigam, wie wir oben gesehen, indem Er ihnen Selber in Lourdes das Wort gesprochen, wo ja die Königin der Jungfrauen als die Unbefleckte Empfängnis erschienen ist. Sie sollen durch gute Worte und besonders durch ihr Beispiel den Pfarreien und Familien, in welche die Vorsehung sie gestellt, zum Segen gereichen und das priesterliche Wirken in bescheidener Weise unterstützen. Sie sollen die Maria nachahmen, die durch Gebet, gutes Beispiel und gute Worte den Aposteln hilfreich zur Seite stand.

Die wichtigste Stellung im Liebesbund nimmt die „Ehrengarde der
Priester“ ein, die Maria zu ihrer Braut erwählen, unter dem Titel
„Maria, Sponsa purissima Cleri“.

Jeder Priester, der Maria kennt und Sie liebt, dürfte Freudentränen weinen, wenn er diese Botschaft hört oder liest, so schön, so trostreich, so ermutigend, so erhaben ist sie. Sprach denn der Herr nicht schon die Worte im Paradies:

„Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich will ihm eine Gehilfin geben!“

Und an anderer Stelle in der Heiligen Schrift heißt es:

„Vae soli, d.h. wehe dem, der allein ist.“

Manche Gegner des priesterlichen Zölibates sind der Meinung, daß diese Worte der hl. Schrift auch für den katholischen Priester gelten. Sie mögen sich freuen, denn auch sie finden in den Weigandschen Schriften eine Bestätigung ihrer Ansicht, allerdings in einem höheren Sinne, als sie es vielleicht vermuten. Gewiß, es bleibt ewig wahr, daß es nicht gut ist, wenn der Mensch, auch der Priester, allein ist, und deshalb will ihm nun das göttliche Herz Jesu Seine Mutter als Braut schenken. Die Pfarroder Beichtkinder eines solchen, der Muttergottes vermählten Priesters, werden dadurch Marienkinder und werden als solche, wenn sie treu bleiben, nicht verlorengehen, wie auch viele Heiligen sagen.

Vernehmen wir nun die trostreiche, zarte und noble Einladung Mariens an die Priester kurz vor Weihnachten 1896:

„Freue dich darüber, Mein (priesterlicher) Sohn, freue dich! Denn siehe, es ist der Wille Meines göttlichen Sohnes, daß ihr Mich nicht nur als eure Mutter betrachten sollt, sondern auch als eure Braut, ihr Priester! Und „Siehe, Mein Sohn, wann hält die Braut am innigsten zu ihrem Bräutigam? Wann ist sie am zärtlichsten? Nicht wahr, wenn sie ihren Geliebten in Traurigkeit versenkt sieht, in Elend, Kummer und Kreuz aller Art. Sei getröstet und beruhigt und glaube! Denn Ich bin die Mutter der schönen Liebe und heiligen Hoffnung, Ich trage Sorge für die Meinen. Sie werden es fühlen, die an Mich glauben, die auf Mich ihr Vertrauen setzen: denn Ich habe die Macht Meines Sohnes in der Hand, Ich kann Seinen strafenden Arm zurückhalten. Ich kann Seinen Zorn aufhalten, und wenn sich mit Mir die Priester vereinigen, dann ist der Zorn Gottes entwaffnet. Denn Ich bin ja ihre reinste Braut, sie sind ja Meine Bräutigame, sie sind ein anderer, ein zweiter Christus.“

Im August des Jahres 1897 zeigte der Herr Seiner Dienerin in einem
Bilde das bräutliche Verhältnis zwischen Maria und dem Priester.

„Meine Tochter! Komme mit Mir auf den heiligen Berg, von wo aus du wunderbare Dinge sehen sollst! Was siehst du hier?“ – „Ich sehe die liebe Muttergottes, die Königin der Herrlichkeit, die Himmelskönigin. Sie ist umgeben von einer Schar Jungfrauen unzählbar groß, aus allen Nationen und Geschlechtern. Sie trägt ein blendend weißes Gewand, das wie Silber schimmert. Sie ist verschleiert wie eine Braut. Über diesem Schleier trägt Sie eine Krone mit vielen Edelsteinen besetzt. In der einen Hand trägt Sie eine Lilie, in der anderen ein Gefäß voll goldener Ringe, ähnlich den Ringen der Brautleute, und auf der Innenseite dieser Ringe steht überall der Name „Maria“ geschrieben.
Barbara fragt: „Mein Jesus! Was bedeutet dieses Gefäß, diese goldene Schale, und was willst Du mir sagen mit den Ringen, die in diesem Gefäß sind?“

„Meine Tochter! Du siehst hier Meine Mutter als die königliche Braut der Priester, Meine Diener! Sie ist jetzt eingegangen in Ihre Herrlichkeit; Sie weilt nicht mehr unter Meinen Aposteln, Sie kann nicht mehr dem Auge sichtbar, dem Ohr hörbar, dem sinnlichen Gefühle wahrnehmbar unter ihnen Sich aufhalten, und doch will Sie noch unter ihnen weilen, will noch ihre Gefährtin sein, wie damals, als Sie noch unter ihnen lebte. Denn Meine Apostel sind noch auf Erden und werden noch auf Erden weilen, solange die Welt steht, in Meinen Priestern, im katholischen Priestertum. Darum wünsche und verlange Ich, daß Meine Diener Sie annehmen als ihre königliche Braut, sich mit Ihr geistigerweise vermählen.

Für jene Priester nun, die diese Verlobung eingehen werden, sind diese Ringe bestimmt, und an dem Tage, wo sie sich geistigerweise mit Meiner Mutter vermählen, werde Ich Selbst den Ring bei ihrem hl. Meßopfer in dem Augenblicke, wo Ich in sie eingehe, an ihren Finger stecken. Ich selbst werde der Hohepriester sein, der sie mit Ihr vermählt.“ Ist das nicht eine ehrenvolle Einladung, eine trostreiche Botschaft an das vielgeprüfte Herz des Priesters!

Der Eucharistische Liebesbund mit seinen beiden Zweigvereinen, der in den Schriften bald mit einem Baum, bald mit einem Damm oder einem Gastmahl verglichen wird, findet nach dem Willen Gottes seinen erhabenen symbolischen Ausdruck in einer Kirche. Soll nun diese Kirche wirklich das Denkmal oder Erinnerungszeichen, das äußere, sichtbare Symbol des eucharistischen Liebesbundes sein, wie wir es in den Schriften lesen, dann muß sie auch das werden, was sie werden soll, nämlich eine eucharistische Friedenskirche. Ist diese Kirche vollendet, dann ist auch die Mission der Barbara Weigand vollendet. Ist ihr riesiges Lebenswerk einmal mit dieser geheimnisvollen Kirche gekrönt, dann hat sie ihre schwere Lebensaufgabe glücklich und siegreich gelöst, dann hat sie ihren erhabenen Beruf vollkommen erfüllt, dann hat sie das Werk, das Juliana von Lüttich begonnen und Margarete Maria Alacoque fortgesetzt, glorreich vollendet (soweit es eben ihr Beruf ist) und dadurch – wie ihr aufgetragen ward – den Heiligen Geist, den „Vollender“ in besonderer Weise verherrlicht.

Inhaltsverzeichnis


7. Der Baum und seine Früchte

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matth. 7,15). In diesen Worten hat uns die göttliche Weisheit den Maßstab, den Prüfstein zur Unterscheidung der Geister gegeben. „Ein guter Baum“, sagt der göttliche Heiland weiter, „kann nicht schlechte, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen“. Maria zum Beispiel war ein guter Baum, ja der beste unter allen Bäumen, denn Sie hat die beste Frucht hervorgebracht. „Und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes Jesus.“ Daran erkennen wir Ihre ganze Größe. Sie ist der Baum des Lebens, der uns das Leben selber hervorgebracht hat. Hierin liegt auch der Grund und Wesen unserer Nachahmung Mariens, denn auch wir müssen in geistiger Weise diese göttliche Frucht in uns hervorbringen, damit (nach dem hl. Paulus) „nicht mehr ich lebe, sondern Christus in mir“. Je gottähnlicher unsere Werke oder Früchte sind, desto besser sind sie, desto mehr loben sie den Baum, und desto mehr gleichen wir Maria, dem Baum des Lebens.

Nun laßt uns noch einmal einen Blick auf jenen Baum an der Elsava werfen und seine Früchte betrachten.

Seine Früchte sind dreifach, gehen aber bei näherer Betrachtung ganz ineinander über:

Die erste Frucht ist: „Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen (heiligsten) Herzens Jesu“, worin alle christlichen Tugenden oder „Geistesfrüchte“ (fructus spiritus) schon eingeschlossen sind. Es ist Barbaras Wirken durch Wort und Beispiel bei Priester und Volk für den täglichen und auch würdigen Empfang der hl. Kommunion. Diese Frucht ist gesund und geistig nahrhaft, wahrhaft christlich, d.h. echt katholisch. Das hat uns unser hl. Vater Papst Pius X. gelehrt. Mit dieser Frucht verherrlicht die begnadigte Jungfrau den himmlischen Vater, Der ja der Geber jeder guten Gabe ist und den wir im Vaterunser um unser tägliches Brot bitten. Der göttliche Heiland Selbst ist das geistige tägliche Brot, das Brot des Lebens, das uns der Vater vom Himmel gesandt hat und in dem Er Sich Selbst uns gibt. In der hl. Kommunion vertritt Er die Stelle des himmlischen Vaters an uns, Der für Seine Kinder täglich sorgt, sie täglich ernährt, damit bald „zu uns komme Dein Reich!“

Die zweite Frucht dieses jungfräulichen Baumes sind die Schriften, in denen der Geist Gottes spricht, wie wir fromm glauben dürfen. Dadurch verherrlicht die Begnadigte die Zweite Person der Gottheit, die ewige Weisheit, das Wort des ewigen Vaters. Wie über den göttlichen Heiland der Sturm Seines bitteren Leidens kam und Ihn schon im Ölgarten dreimal erschütterte, denn Jesus fing an traurig zu werden, am ganzen Leib zu beben und Blut zu schwitzen, und dreimal verließ er Seine schlafenden Jünger, um mit Seiner menschlichen Natur im Gebet zu ringen, so wurde auch Barbara von einem dreimaligen Sturm ergriffen. Und wie nach dem dreimaligen Sturm der Geißelung, Dornenkrönung und Kreuzigung uns vom Stamme des Kreuzes die Früchte der Erlösung zufielen mit jenen sieben geheimnisvollen Schlußworten Seines Testamentes, so fing auch Babette nach ihrem dreimaligen Leidenssturm in wunderbarer Weise zu reden an.

Aber zuerst mußte sie, wie oben schon angedeutet, ihre während der Woche begangenen Fehler bekennen, denn nur mit ganz reinem Herzen und ganz unentweihten Lippen durfte sie verkünden, was der Heilige Geist durch sie sprach, wie ja auch ein Seraph die Lippen des Propheten Isaias zuerst mit einer glühenden Kohle reinigen mußte, bevor dieser vor dem Volk Israels auftrat, um ihm die Worte des Herrn zu verkünden. Auch der Priester am Altare betet gemäß dem Vorbilde der Propheten Isaias (Isaias 6,7), bevor er das heilige Evangelium liest.

Wie über die Propheten des Alten Bundes (Moses, Isaias, Jeremias, Daniel) Schrecken und Ohnmacht kam, bevor sie ihres Berufes fähig wurden, und wie gerade der göttliche Heiland, auf den sich alle Vorbilder und Nachbilder beziehen, die größten Leidensstürme über Sich hereinbrechen ließ, so erging es auch Barbara Weigand, und die Früchte, die dieser dreimalige Sturm vom Baum schüttelte, sind die Schriften, und diese sind reif, gesund und gut.

Das beweist – wie wir es oben gesehen – der gute Eindruck, die sittlich guten Wirkungen derselben; das beweist ferner ihr praktischer Zweck, ihre zeitgemäße Tendenz, kurz der herrliche Eucharistische Liebesbund, der sich zu den Weigandschen Schriften verhält, wie die Praxis zur Theorie, oder wie der Baum zu seinem Samen.

Die dritte und letzte Frucht, die dieser Baum uns gibt, ist eine Kirche; es ist die in dieser Schrift besprochene Eucharistische Friedenskirche, die der Herr, nachdem Er so viele Jahre mit Seiner Dienerin auf außergewöhnliche Weise verkehrt hat, in ihrer Heimat von ihr verlangte, wie wir es oben aus dem ausdrücklichen Befehl des göttlichen Heilandes ersehen haben. Dieser Kirchenbau setzt dem ganzen Berufswerk der Barbara Weigand die Krone auf. Ihr ganzes bisheriges Leben und alles, was damit zusammenhängt, hat nur geistige Bausteine für diese Kirche zusammengetragen.

Durch dieses ihr letztes Werk verherrlicht sie den Heiligen Geist in besonderer Weise. Sie selber als schwaches Menschenkind konnte nur Steine von verschiedener Art und verschiedener Größe zusammentragen, ohne anfangs zu wissen, was mit diesen Steinen geschehen soll. Der Heilige Geist fügt nun diese Steine wunderbar zusammen zum Bau einer Kirche, oder besser gesagt, zum Ausbau Seiner Kirche. Der Heilige Geist ist ja der Vollender der Werke Gottes, und die von vielen Heiligen in erhabenem Zukunftsblick geschaute Zeit des Heiligen Geistes scheint gekommen zu sein, denn die mit Papst Pius X. angebrochene eucharistische Zeit, die Zeit des Glaubens und der Hoffnung, die Zeit der feurigen Liebe (ignis ardens), das ist die Zeit des Heiligen Geistes. Das Feuer des eucharistischen Papstes Pius X. hat bereits eine Scheidung der Geister bewirkt, die noch nicht zu Ende ist (religio depopulata). Möge dasselbe eucharistische Liebesfeuer auch wieder vereinen, was vereinbar ist.

Ein reinigender, sühnender Karfreitag zieht jetzt über die Erde hin – Pius X. mit seinen Kommuniondekreten war Gründonnerstagspapst –, dann, nach der trostlosen und doch so ahnungsvollen Grabesruhe des Karsamstages wird der schwererkämpfte, heißersehnte Ostermorgen des Friedens und des Triumphes für Kirche und Volk anbrechen. Es ist das eucharistische Reich, um dessen baldige Ankunft wir im Vaterunser täglich beten: „Zu uns komme Dein Reich“ (adveniat regnum Tuum).

Auch dieser Schippacher Kirchenbau, der sich erhebt auf dem Felsen göttlichen Wortes, und auf dem so viele Verheißungen ruhen, hat noch seinen Karfreitag durchzukämpfen, aber „mit seiner Vollendung soll auch der Friede in die Welt einziehen“. Sie soll ein „Symbol“ des kommenden Friedens sein, diese Kirche, eine „Friedenstaube“, ein „Regenbogen“, ein „Leuchtturm“, eine „Rettungsarche“, ein „Zeichen des Sieges der Barmherzigkeit über die zürnende Gerechtigkeit“. Durch Kampf zum Sieg, durch Krieg zum Frieden.

Eine Friedenskirche soll erstehen – in Schippach!
Gewiß, denn wie in Lourdes Kranke geheilt, so sollen hier „Sünder bekehrt werden“. Die unglücklichen Sünder, die gläubig hierher pilgern werden, sollen hier den verlorenen Frieden des Herzens wieder finden. Damit ist die Axt an den schlechten Baum gelegt, das Schwert schon in die Scheide gesteckt, denn wenn die Menschen sich bekehren, dann hören die Strafgerichte Gottes von selber auf. Sobald Lug und Trug und Unzufriedenheit verstummen, werden auch die Kanonen verstummen. (Mach`, daß die Menschen in Liebe sich wieder zusammenfinden – Friedensgebet von Papst Benedikt XV.)

Eine eucharistische Friedenskirche, eine Dankes-, Friedens und Wallfahrtskirche!

Ja, denn der Herr verlangt ein „Denkmal des Dankes für die Kommuniondekrete Pius X.“. Eucharistie ist ein griechisches Wort und bedeutet ursprünglich „Dank“. Der erste Zweck der Kirche ist also schon in diesem Wort ausgedrückt. Den Großen der Welt, deren Verdienst oft sehr zweifelhaft ist, errichtet man Denkmäler und den allmächtigen Herrn der Welt sollte man vergessen? Dem himmlischen Gastgeber, der König und Bettelmann, Gerechte und Sünder einladet, täglich in christlicher Bruderliebe an Seinem Tisch zu erscheinen, Ihm sollte man nicht dankbar sein, kein Denkmal setzen?

Dieses Denkmal der Dankbarkeit gereicht also erstens zur Ehre Gottes und zweitens zum Heil der Seelen.

Wer für empfangene Gaben dankbar ist, verdient und erlangt neue Gaben. Der göttliche Heiland hatte Durst. Er bat die Sünderin am Jakobsbrunnen um Wasser. Sie stillte Seinen Durst, sie gab Ihm das klare Wasser ihres aufrichtigen, bittenden und dankbaren Herzens, und der göttliche Heiland gab ihr dafür das Wasser des ewigen Lebens. Diese Sünderin am Jakobsbrunnen ist die Welt an den Zisternen der Sünde. Der göttliche Heiland ladet sie ein zur Quelle Seines hochheiligsten Herzens, zur Kommunionbank, und zwar täglich, da will Er ihr reines, gesundes Wasser geben, ein Gegengift gegen die Unzufriedenheit, gegen ihr krankhaftes Sehnen und Lieben. Kurz, Er will ihr den Frieden geben, und zwar den innerlichen, bürgerlichen und politischen Frieden, und deshalb soll diese Kirche in Schippach, an die Er diese Friedensverheißungen geknüpft hat, eine eucharistische sein, eine Sakramentskirche (wie sie offiziell genannt wird), ein Denkmal aus eucharistischer Zeit, ein Symbol des eucharistischen Zeitgeistes gegen den antichristlichen Zeitgeist.

Da Gott „durch unscheinbare Orte die Großtuerei der Welt beschämen will“, so verlangt Er diese Kirche im unscheinbaren Spessartdörfchen Schippach, dem Geburtsort der begnadigten Jungfrau Barbara Weigand.

Infolge des Krieges wurde der im Frühling 1914 begonnene Bau fast ein Jahr lang unterbrochen und konnte so nicht fertig werden bis zum Fronleichnamsfest 1915, wie man erwartet hatte. Der göttliche Heiland hatte zu der Begnadigten allerdings gesagt: „Die Kirche soll am Fronleichnamsfest 1915 eingeweiht werden!“

Diese Worte wurden von manchen als eine bedingungslose Prophezeiung aufgefaßt, während es nur ein Wunsch des Heilandes war, der Sich durch unsere mangelhafte Mitwirkung mehr in Seinen Gunstbezeugungen hindern läßt, als durch den Krieg. Sein Wunsch, daß wir nicht sündigen, geht ja auch nicht so bald in Erfüllung. Nach Mariä-Himmelfahrt genannten Jahres konnte der Bau trotz des Krieges wieder aufgenommen werden, und für dessen glücklichen Fortgang sorgt ein zu diesem Zweck gegründeter Verein.

Obwohl diese Kirche nicht die ganze Welt auf einmal in sich wird fassen können, so wird es dennoch eine „Weltkirche“ werden, weil auf Anregung des göttlichen Baumeisters die Bausteine aus der ganzen wohltätigen Welt herbeigesendet werden, wie Er versprochen, und weil der „Eucharistische Liebesbund“, dessen Symbol diese Kirche sein soll, groß genug sein wird, um alle treuen Katholiken in sich aufzunehmen.

Alle Mitglieder des Liebesbundes, das heißt alle diejenigen, die dieser eucharistischen Weltbruderschaft in römisch-katholischer Einheit und Geschlossenheit in oben erklärtem Sinne, wie der göttliche Heiland unseren Zeitbedürfnissen entsprechend es verlangt, beitreten, gehören zu dem Damm gegen die moderne Sündflut und sind geistige Bausteine in dieser Kirche.

Unitis viribus (mit vereinten Kräften)! Während die materielle Kirche gebaut wird, muß auch diejenige gebaut werden, auf die es zuletzt ankommt, nämlich die lebendige, geistige Kirche aller Christen. Nicht vorher und nicht nachher, das muß Hand in Hand gehen. Und zwar handelt es sich da nicht um einen geistigen Neubau, sondern um einen Wiederaufbau, das ist der Zweck dieser Eucharistischen Friedenskirche, der Zweck des Liebesbundes, der Gesamtinhalt der Weigandschen Schriften, das Werk des Heiligen Geistes, des Heiligers und Vollenders.

„Emitte Spiritum tuum et creabuntur, et renovabis faciem terrae“, das heißt, sende aus Deinen Geist, und sie werden umgeschaffen (bekehrt) werden, und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern. Das Angesicht der Erde sind nach Weigandscher Offenbarung die Priester, der katholische Klerus. Wie die Priester so das Volk! Deswegen sollen die Priester Maria zu ihrer Braut erwählen, dann werden auch ihre geistigen Kinder Marienkinder sein. Wo aber Maria ist, da ist auch Ihr göttlicher Bräutigam, der Heilige Geist, und dieser wird in den letzten Zeiten, wie der gottselige P. Grignion von Montfort, der in den Weigandschen Schriften auch erwähnt wird, in seinem wunderbaren Buche über die liebe Muttergottes prophezeit, durch Maria das Angesicht der Erde, die Priester, erneuern, und damit die ganze Erde, so daß bald ein Schafstall und ein Hirt werden wird.

Sind das nicht gute, reife, zeitgemäße Früchte von diesem Baum an der Elsava? Ist das nicht ein guter Geist, der hier weht, der hier spricht und wirkt? Oder könnte vielleicht der Teufel ein Interesse haben an der täglichen heiligen Kommunion, um derentwillen ein armes Bauernmädchen auf den Schlaf verzichtet, bei Hunger und Durst einen zehn Stunden weiten Weg macht, Spott und Verachtung geduldig erträgt, fest bleibt bei allen Drohungen, gehorsam bei allen Widersprüchen? Die Antwort ist durch die Frage selber schon gegeben.

Könnte vielleicht der Teufel der Urheber solcher Schriften sein? Nun dann wären sie schon längst im Druck erschienen, denn seine Bücher und Zeitungen haben längst die ganze Welt überflutet. Oder könnte wohl der Feind Gottes und der Menschen diesen Eucharistischen Liebesbund, diese Ankunft des Reiches Christi, des eucharistischen Friedensfürsten, in die Welt gerufen haben, könnte er einen Bund zustande bringen wollen zwischen seiner Erzfeindin, der unbefleckten Braut des Heiligen Geistes, und dem Priester? So dumm ist die Schlange nicht; sie schließt andere Bündnisse! Man denke nur an den Geheimbund der Loge, den sog. „Freimaurerorden“, in den sicher keiner eintritt aus Liebe. Der Geist der Zwietracht, des Hasses und Neides baut dem eucharistischen Friedensfürsten kein Denkmal des Dankes. Er hat kein Verlangen nach einer eucharistischen Friedenskirche. Umsturz von Altar und Thron, daraufhin zielt allein sein und seiner Maurer verlangen.

An solchen Früchten kann der Feind alles Wahren, Guten und Schönen keinen Geschmack haben, aber allen treuen Kindern der katholischen Kirche werden sie wohlschmeckend sein, denn es sind echte Paradiesäpfel, aber nicht vom trügerischen Baum der Erkenntnis, von dem Adam und Eva aßen und starben, sondern vom Baume des Lebens, und da wir nun dieselben Früchte von jenem bescheidenen Baum an der Elsava pflücken, so loben sie auch diesen Baum.

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Und so wollen wir denn mit den folgenden Worten des eucharistischen Heilandes durch Sein „Sprachrohr“, wie Er Selber die begnadigte Jungfrau zuweilen titulierte, schließen:

„Ich verlange, daß Fürst und Volk erkennen, daß sie vor Mir sich beugen und alle Meine Majestät in dieser demütigen Gestalt des Brotes anerkennen sollen. Tun sie es, helfen sie dazu, daß dieses Denkmal, welches Ich nicht umsonst in dieser schrecklichen, die ganze Welt umfassenden Kriegs und Schreckenszeit zu bauen verlange, ersteht, dann soll und wird der Sieg auf ihrer Seite bleiben. Aber dies wird nur dann geschehen, wenn Deutschlands und Österreichs Kinder mit den Priestern an der Spitze öffentliche Sühn- und Bittprozessionen abhalten. Der Unglaube muß und wird nur besiegt durch demütigen Glauben.“

Lob und Dank sei ohne End’
Jesus im heiligsten Sakrament!

   Inhaltsverzeichnis

1947/48
† Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner:

DIE PRESSE IM KAMPF GEGEN DAS HEILIGTUM

Unser gegenwärtiger Heiliger Vater Papst Pius XII. hat als Apostolischer Nuntius in der Festschrift des Zeitungsverlages des Vereins Deutscher Zeitungsverleger am 27. Juni 1926 über die Pflichten der katholischen Presse die folgenden ernsten Mahnungen ausgesprochen: „Das gewissenhafte Bestreben, Wahrheit und Recht zur Geltung kommen zu lassen“ muß in erster Linie maßgebend sein für die Darstellung objektiver Tatsachen. Die Presse spreche also über Geschehnisse auf kirchlichem Gebiet, über religiöse Anschauungen und Glaubenslehren nur nach zuverlässiger Information und mit genauer Sachkenntnis. Sie vergesse nicht, daß unvollständige Berichte und Verschweigen oft die schwerste Verletzung der Wahrheit darstellen. Selbständigkeit im Dienste der Wahrheit ist sittliche Pflicht für jeden Journalisten.“ Wie sehr diese sittliche Pflicht mißachtet wurde, werden wir in den folgenden Abschnitten mit erschreckender Deutlichkeit gewahren.
Die ersten Mitteilungen über den Bau brachten die in Aschaffenburg erscheinenden Blätter „Aschaffenburger Zeitung“ und „Beobachter am Main“ am 24. und 25. Juli 1914. Was die beiden Blätter über die architektonische Anlage der Kirche ihren Lesern erzählten, entsprach im wesentlichen dem Tatbestand, wie auch die Sprache noch gemäßigt klang und der „Beobachter“ sichtlich bestrebt war, dem edlen Zwecke des Baues gerecht zu werden. Doch mußten gewisse Wendungen in der „Aschaffenburger Zeitung“, wie die Überschrift: „Ein frommes Millionenprojekt in Schippach“ oder: „Fromme Industrie im Elsavatal“ bereits das Ganze verdächtigen und eine schlimme Sensation wecken, die bekanntlich ein gefährlicher Nährboden für Entstellungen ist. Auch entsprach es nicht der Wahrheit, wenn in beiden Blättern Barbara Weigand schlechthin als die unmittelbare Urheberin des Millionenprojektes bezeichnet wurde: „Die Kirche selbst wird nach den Intentionen der Barbara Weigand eine genaue Nachbildung der Ignatiuskirche in Loyola“, eine Behauptung, die, wie wir oben sahen, an dem Befund der geschichtlichen Entwicklung keine Stütze hatte, da die Intentionen der Schippacher Jungfrau bekanntlich ganz offen gegen das große Projekt des Loyolabaues gerichtet waren.

Den Reigen der offen gegen den Bau gerichteten Angriffe eröffnete am 24. September 1914 die „Augsburger Postzeitung“, das führende katholische Blatt in Bayern, das in allen katholischen Pfarrhäusern wie ein Evangelium gelesen wurde, mit dem Artikel: „Eine ,Weltkirche’ wie Lourdes in Bayern“. Während die oben erwähnten Auslassungen in den beiden Aschaffenburger Blättern wenigstens über den äußeren Sachverhalt ruhig zu berichten versuchten und der „Beobachter am Main“ für die hohe Idee des Baues sogar warme Worte der Würdigung fand, ist dagegen der Inhalt des Artikels in der „Augsburger Postzeitung“ eine einzige große Schmähung der Idee des Kirchenbaues und seiner Planung, seiner Urheberin und nicht zuletzt der bischöflichen Behörde in Würzburg; die ganzen breiten Ausführungen des Blattes bewegen sich auf jenem tiefen Niveau, welches die Kampfmethoden der politischen Parteien von ehedem kennzeichnete. Keine Spur einer objektiven Prüfung, einer verständnisvollen Würdigung, einer Zurückhaltung in der Sprache! Ohne vorher den Tatbestand zu prüfen, öffnete diese Zeitung ihre Spalten einer wüsten Hetze, bei der man nicht weiß, ob man der Unwissenheit in der mystischen Theologie oder der Skrupellosigkeit in den Beschimpfungen oder der Niedrigkeit der Gesinnung den Preis zuerkennen soll. Wie reimt sich denn das Vorgeben des Artikelschreibers, den „gefährdeten“ katholischen Glauben retten zu müssen, zusammen mit seiner Herabwürdigung der bischöflichen Behörde in Würzburg, die einem „Unfug“, „einem Unsinn“, „der Ausgeburt eines kranken Hirns“, einer „unbeschreiblichen Torheit“, einem „Aprilscherz“ ihre Genehmigung gegeben habe? Hätte denn nicht gerade diese dem Verfasser bekannte Tatsache, daß eben dieser Kirchenbau vom Bischof und Ordinariat gewünscht und in aller Form genehmigt war, von einer solchen, dem Ansehen des Bischofs und seiner Behörde abträglichen Sprache abhalten müssen? Nach der Auffassung eines ehrfurchtsvollen katholischen Publizisten geben Bischöfe und geistliche Behörden keinem „Unfug“, keinem „Aprilscherz“, keinem „Unsinn“, keiner „Ausgeburt eines kranken Hirns“ ihre feierliche amtliche Zustimmung, sondern nur einer ernsten und schönen Sache, wie sie eben die Sakramentskirche in Schippach gewesen ist. Artikelschreiber wie der Verfasser des oben genannten Zeitungsartikels haben das Recht verwirkt, sich als Hüter der echten Religion aufzuspielen.
Das Maßlose der Angriffe in jenem Artikel und die zu erwartenden gefährlichen Folgen des Artikels, der in der Tat von da an das Evangelium ungezählter Priester und Behörden geworden ist, rüttelten selbst einen sonst nicht leicht aus der Ruhe zu bringenden Mann wie Pfarrer Welzbacher auf und bewogen ihn zu einer sofortigen Richtigstellung, die er bereits am 27. September 1914 als Antwort des katholischen Pfarramtes Elsenfeld mit voller Namensunterschrift der „Augsburger Postzeitung“ zugehen ließ. Nachdem er darin eingangs die Sachlage und besonders die Kirchennot der beiden Gemeinden in ruhiger Art, dargelegt hatte, fährt er fort: „Die Einwohner der beiden Orte begrüßten mit Freuden diesen Plan ... Es lag kein Grund vor, daß vom zuständigen Bischöflichen Ordinariate die Genehmigung zu diesem Kirchenbau verweigert werden sollte ... Den Bauplatz an einer kleineren Anhöhe haben die Stifter der Kirche selbst ausgewählt und auch selber bezahlt, und ein jeder Besucher des Bauplatzes muß zugeben, daß es ein idyllischer Platz ist und günstig gelegen für beide Orte.“

Das war die Sprache des zuständigen katholischen Pfarramtes. Ohne aber auf diese Sprache zu hören, setzte die Presse ihre Angriffe gegen den Bau in immer schärferen Formen fort, nachdem ihr so gut wie keine öffentliche Entgegnung mehr widerfuhr. Lagen ja die bauleitenden Männer: Pfarrer Metzger, Baumeister Koch, Kaufmann Klein, seit Anfang August zuerst in Marseille, dann auf der Insel Corsika hinter Stacheldraht in entbehrungsvoller Gefangenschaft, die fast keine Korrespondenz mit der Heimat zuließ. Gerade durch Pfarrer Metzger und Baumeister Koch aber waren die Verhandlungen mit den Behörden gegangen. Angesichts dieses tragischen Umstandes konnten die baufeindlichen Kräfte sich nahezu ungehindert entfalten und selbst die ungeheuerlichsten Unwahrheiten, vor allem über das Verhältnis des Baues zu den kirchlichen und staatlichen Behörden, in der Öffentlichkeit verbreiten.

Fast gleichzeitig mit der „Augsburger Postzeitung“ traten Aachener Blätter zum Sturm gegen das Heiligtum in Schippach an. In langen Artikeln, die auch den Bischöflichen Ordinariaten geschickt wurden, wandte sich ein dortiger Pfarrer, der auch auf der Kanzel und in Vereinsversammlungen heftige Angriffe gegen Schippach richtete, im „Aachener Piusblatt“ und im „Echo der Gegenwart“ gegen Barbara Weigand, den Eucharistischen Liebesbund und die Sakramentskirche von Schippach. So schrieb er am 29. November 1914: „Der Kirchenbau ist eine Sache, die völlig zwecklos ist ... Die Schippacher freuen sich, das können wir uns denken, über die Weltkirche. Sie machen eben ein Geschäft dabei. Der Wirte- und Verkehrsverein erwählen demnächst die Babett zum Ehrenmitglied.“ Also „der Kirchenbau ist völlig zwecklos“? Die Rück-Schippacher katholischen Christen können ja weiterhin wie bisher während des Gottesdienstes bei Wind und Wetter auf der Straße stehen oder ins nahe Wirtshaus gehen oder zu Hause bleiben! Es hat nach dem Artikelschreiber auch keinen Zweck, den Eucharistischen König besonders zu ehren. Der Stall von Bethlehem – alias die unscheinbare Kapelle von Schippach – ist für ihn gut genug! Die armen Schippacher Bäuerlein, die ihr gutes Feld verloren mitsamt dem Erlös, sollen ein gutes Geschäft gemacht haben? Und Barbara Weigand wird demnächst „Ehrenmitglied des Wirte- und Verkehrsvereins“! Nur gut, daß sie turmhoch über den moralischen Qualitäten des Artikelschreibers stand und wußte, daß die Besten aller Zeiten zu der Dornenkrone auch den Spottmantel haben tragen müssen.
In aufdringlicher Häufigkeit erschien in den Auslassungen der Presse und selbst in kirchenbehördlichen Verlautbarungen die aller geschichtlichen Wahrheit hohnsprechende Behauptung, der Bau trage „das Stigma des Ungehorsams“ und „stehe im Widerspruch mit der kirchlichen Behörde in Würzburg“. So schreibt das eben erwähnte „Aachener Piusblatt“: „Es ist ein großes Unrecht, Gelder zu sammeln für ein Unternehmen, dem die eigene Bischöfliche Behörde ablehnend gegenübersteht“ (29. November 1914), und das „Mainzer Journal“: „In Würzburg war die kirchliche Behörde gar nicht um Genehmigung des Baues angegangen worden“ (13. März 1916); sogar der „Kirchliche Amtsanzeiger“ für die Diözese Trier schrieb in Nr. 10 (1915), die Kirche würde ohne Zustimmung der zuständigen Diözesanbehörde gebaut. Wahr ist jedoch, daß die kirchliche Behörde in Würzburg, wie es Barbara Weigand auch immer verlangt hatte, zu allen Momenten des Baues angegangen worden war und öfters ihre Genehmigung gegeben hatte. Die kirchliche Behörde in Würzburg hatte auch den Loyolaplan nach Platz, Plänen, Größe und Zweck nicht bloß genehmigt, sondern sogar wärmstens begrüßt, dringend gewünscht und den Beistand Gottes für das Gelingen des Werkes herabgerufen. Das ist die Wahrheit über das Verhältnis der Bischöflichen Behörde in Würzburg zur Sakramentskirche in Schippach; alles andere ist Unwahrheit. Aber leider fanden die Unwahrheiten der Presse gläubige Aufnahme und hatten sogar bei kirchlichen Behörden einen gewissen Erfolg, indem verschiedene Ordinariate ein Sammelverbot für den Kirchenbau erließen. Solche Erlasse betrachteten dann die Zeitungen hinwiederum als eine Ermunterung in ihrem Kampfe gegen das Heiligtum. So erschien z. B. in Nr. 377 der „Augsburger Postzeitung“ vom 18. August 1915 ein Artikel aus Würzburg, in dem es von beschimpfenden Ausdrücken nur so wimmelte. Mit Freuden fand der Artikel Aufnahme in andere Blätter, z. B. in den „Oberschwäbischen Anzeiger“ in Ravensburg, der die Blütenlese der „Augsburger Postzeitung“ noch um ein Erkleckliches bereicherte. Das geschah zur selben Zeit, da der Würzburger Diözesanbischof eben diese Kirche „dringend wünschte“, der zuständige Generalvikar den Kirchenbauverein gründen half und das Ordinariat Würzburg den Segen Gottes auf das Bauwerk herabrief!

Es ist natürlich unmöglich, allen Entgleisungen, Irrtümern und Entstellungen dieser Presseangriffe nachzugehen. Wie darin die Person der frommen Schippacher Jungfrau befehdet und die Anhänger des Baues der Lächerlichkeit preisgegeben wurden, so zeichneten die Publizisten auch von der Schippacher Kirche ein Bild, das alles andere, nur keine geschichtliche Wahrheit ist. Sie soll ja gar keine katholische Kirche werden, hieß es in der Presse, sondern die „Mutterkirche einer Sekte“ – dieses Wort brauchte man zur Erzwingung des staatlichen Bauverbotes! – sie ist nichts anderes als die „monumentale Verewigung des Größenwahns, des Eigensinns, des Ungehorsams, der Glaubensirrtümer und trügerischen Verheißungen einer hysterisch-ekstatischen Person“. Die Sakramentskirche in Schippach ist „ein überflüssiger Kirchenbau“, „ein unnötiges Millionenprojekt“, „ein mit den Händen zu greifender Unsinn“, „eine Phantasterei“, „eine unbeschreibliche Torheit“, ein „frevler Aprilscherz“, ein vollendeter „Luxus“. „Wozu solche Luxuskirchen?“ heißt es da in einem Blatte. „Eine Spessartpfarrei braucht keine solche Kirche“, meinte ein anderer und streckte gierig die Hände nach den Schippacher Schätzen: „Heraus mit der Million!“

Damit enthüllte die Pressekampagne gegen das Heiligtum ihr wahres Gesicht: Begehrlichkeit nach den Schippacher Geldern und Neid auf die „Spessartpfarrei“, der durch die Freigebigkeit reicher und frommer Menschen ein schönes Gotteshaus zuteil werden sollte. Diesen tieferen Grund der Bekämpfung des Baues hatte schon der zuständige Pfarrer richtig herausgefühlt, als er in seiner Erwiderung an die „Augsburger Postzeitung“ bemerkte: „Daß nun mancher Geistliche wohl erfreut wäre, wenn Wohltäter ihm ebenfalls eine schöne und geräumige Kirche erbauen würden, ist klar und die bei manchen sich regende Mißgunst ist begreiflich.“ Dazu muß man aber auch wissen, daß in Aachen, wo schon im November 1914 vor dem Geldgeben „ins Bayerische hinauf“ gewarnt worden war, Freifräulein von Scheibler wohnte, die den Bauplatz in Schippach gekauft und große Summen für das Heiligtum gespendet hatte; daß in Freiburg, wo die Presse so heftig gegen Schippach zu Felde zog, Fräulein Luise Castell wohnte, die sich ebenfalls in fürstlicher Freigebigkeit gegenüber Schippach hervortat; daß in Mainz, wo das „Mainzer Journal“ in der gehässigsten Form gegen Schippach agitierte, Fräulein Gerock wohnte, die sehr erhebliche Beträge zu dem Heiligtum in Schippach beisteuerte.

Die Begehrlichkeit nach den Schippacher Geldern führte ganz offen die Federn der Artikelschreiber, vorab in Bayern, seitdem im Herbste des Jahres 1915 das Projekt der Kriegsgedächtniskirche St. Ludwig in Nürnberg auftauchte. Prompt stellte sich die Presse in den Dienst der neuen Agitation gegen das Heiligtum in Schippach. „Könnte man nicht die Kirche in Nürnberg, wo die Kirchennot so groß ist und die Katholiken für neugebaute Kirchen schwere Schuldenlast zu tragen haben, erstehen lassen? ... Dann hätte der Katholizismus die Größe der Stunde begriffen“ anstatt sein Geld für den „toten Kirchenbau in Schippach“ hinauszuwerfen. In der Tat wurde dann die Kriegsgedächtniskirche St. Ludwig in Nürnberg zum Totengräber des Heiligtums von Schippach, wie die Baugegner ganz offen bekannten: „Als gegen Ende 1915 die sämtlichen bayerischen Bischöfe auf Anregung des Erzbischofs von Bamberg mit dem Plan und Aufruf zu einer Friedensgedächtniskirche (die Prospekte reden nur von Kriegsgedächtniskirche. D. V.) in Nürnberg an die Öffentlichkeit traten, da hatte das Totenglöcklein für Schippach geläutet. Es fehlte nur noch das Urteil der nächsten zuständigen kirchlichen Instanz“ („Mainzer Journal“ v. 13. März 1916). So war es in der Tat. Immer heftigere Artikel erschienen nun in der „Augsburger Postzeitung“, so im Oktober und November 1915, im Februar und März 1916, in der „Allgemeinen Rundschau“ und in anderen Blättern. Das Schicksal des Schippacher Kirchenbaues war besiegelt.

Noch ein Wort zu der in der Presse öfters wiederkehrenden Bemängelung des „Unnötigen“, „Zwecklosen“, „Luxushaften“ des Schippacher Heiligtums. Da ist zunächst daran zu erinnern, daß die äußere Monumentalität des Baues gar nicht von Barbara Weigand, sondern von Pfarrer Metzger stammte, und daß infolgedessen der Vorwurf des „Größenwahns“ gegen sie schon rein historisch nicht am Platze war. Aber auch gegen die nun einmal im Einverständnis mit den kirchlichen und staatlichen Behörden geplante Monumentalität durften von gläubigen Katholiken jene Angriffe nicht erhoben werden. Ist es denn etwas Verwerfliches, wenn vermögende Wohltäter freiwillig große Summen spenden, damit ein vom zuständigen Bischof dringend gewünschtes Gotteshaus groß und prächtig gebaut werden kann? Sagt nicht die Heilige Schrift:
„Hindere am gutes Tun nicht den, der dazu imstande ist“ (Sprüchw. 3,27)? Wenn aber jene Kirchen, die an Größe über das Bedürfnis hinausgehen, als „unnötig“ und „zwecklos“ bezeichnet werden müssen, haben dann nicht unsere glaubensstarken Vorfahren viele „unnötige“ Gotteshäuser errichtet? Man schaue doch in die Städte oder an die Wallfahrtsorte oder in unsere alten und neuen Abteien! In Würzburg z.B. standen schon im Jahre 1512, als die Stadt ganze 5365 Einwohner zählte, 48 Kirchen und Kapellen, darunter zehn gewaltige Gotteshäuser, nahe beieinander. Wieviele von den 51 Kirchen der Stadt waren im Jahre 1571 für die 8590 Seelen „notwendig“? Da der Stadtbering bis zum Jahre 1867 wegen der Befestigung nur eine kleine Bodenfläche bedeckte, hätten drei oder vier jener großen Gotteshäuser vollauf „genügt“. Aber die kirchenfreudigen Bischöfe, Kapitel, Klöster und Räte der Stadt dachten offenbar über die Erbauung von Kirchen anders als jene Zeitungstheologen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, die ein bereits halbfertiges Heiligtum zu Ehren des Eucharistischen Königs in Trümmer schlugen, obwohl die Mittel hierzu in überreichem Maße zur Verfügung standen. Nun: das Feuermeer des traurigen 16. März 1945, an dem die schöne Bischofstadt samt ihren Heiligtümern zu 80 Prozent in Schutt und Asche sank, bot wohl die grellste Illustration zu jener Kirchenbautheologie, nach der man „unnötige“ Kirchen dem Erdboden gleichmachen müsse.
Und ist eine Dankeskirche für die Einführung der öfteren heiligen Kommunion wirklich so ganz „zwecklos“, „ein mit den Händen zu greifender Unsinn“? Oder ist es wirklich eine „Verschwendung“, dem Eucharistischen König ein würdiges Denkmal des Dankes und der Verherrlichung zu errichten? Ist die Erbauung einer Sühnekirche wirklich ein
„Aprilscherz“? Wären die Armen und die Diaspora dadurch wirklich benachteiligt worden, wie es in den Zeitungen hieß? Dieser Vorwurf erinnert zu deutlich an ein Begebnis aus der Heiligen Schrift: „Als Jesus zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, trat ein Weib zu Ihm mit einem Gefäß aus Alabaster voll köstlichen Salböls und goß es über Sein Haupt aus, da er zu Tische saß. Als das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Verschwendung? Denn das hätte man teuer verkaufen und den Armen geben können. Jesus aber wußte es und sprach zu ihnen: Warum kränkt ihr dieses Weib? Sie hat ein gutes Werk an Mir getan!“ (Mt. 26, 6 ff). Die Freunde der Schippacher Kirche waren überall auch die größten Wohltäter der Armen und der Diaspora, die hierfür sogar hohe kirchliche Auszeichnungen erhielten, wie mir denn auch einer der größten Geldgeber für Schippach versicherte: „Hätte man uns die Schippacher Kirche bauen lassen, dann hätten wir die Nürnberger Kriegsgedächtniskirche noch dazu gebaut!“ Hat sich nicht der „Verein für die Sakramentskirche“ am 28. November 1915 gegenüber dem Ordinariat Würzburg schriftlich verpflichtet, der Pfarrei Rück-Schippach noch eine eigene Pfarrkirche zu erbauen? War nicht, um nur einiges zu erwähnen, Fräulein Luise Castell auch eine der größten Wohltäterinnen der Pfarrei St. Johann in Freiburg? Ist sie nicht die Stifterin zweier prächtiger Altäre in dieser Kirche? Und hatten ihr die dortige Kinderbewahranstalt, das Jugendheim St. Raphael und der Verein St. Marienhaus nicht vieles zu verdanken? Haben nicht die Geschwister Fox das schöne Schwesternhaus in Rück gekauft und den beiden Gemeinden für die Pflege der Kranken und Kinder unentgeltlich überlassen? Hat nicht Barbara Weigand mit 30 000 alten deutschen Goldmark die Pfarrei Rück-Schippach gestiftet und 27 000 Goldmark für ein Pfarrhaus zur Verfügung gestellt? Tragen nicht Würzburger Domherren die kostbaren Paramente, die ihnen von den Freunden der Sakramentskirche in hochherziger Weise geschenkt wurden? Schreitet nicht der Bischof von Würzburg bei theophorischen Prozessionen unter dem prächtigen Baldachin, dem Geschenk von Fräulein Maria Weigand an die Domkirche in Würzburg? War nicht Fräulein Gerock von Mainz, die große Wohltäterin Schippachs, zugleich auch eine der freigebigsten Damen für andere kirchliche Bedürfnisse in Mainz, so daß sie dort mit dem Päpstlichen Verdienstkreuz Pro Ecclesia et Pontifice ausgezeichnet wurde? So sehen die Schippacher „Ketzer“ in Wirklichkeit aus!

Aber wir wissen ja nur zu gut, was man mit dem Hinweis auf die angebliche Zwecklosigkeit des Baues im Auge hatte; denn nur für Schippach hieß es, ist es ein „unnötiges“ Projekt. Wenn man aber die Gelder für ein Vereinshaus in Aachen oder nach Nürnberg gibt, dann „hat der Katholizismus die Größe der Stunde begriffen.“
So also sah die Bekämpfung des Schippacher Kirchenbaues aus. Und diese Bekämpfung errang einen völligen Sieg.

† Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner2

2 † Dr. Dr. Wilhelm Büttner entstammt einer kleinbäuerlichen, kleingewerblichen Familie im Spessartdorf Waldaschaff. Als siebtes Kind der wenig begüterten Eltern konnte er dennoch in Aschaffenburg studieren und entschied sich, wie sein älterer Bruder, für das Priestertum. Glänzende Zeugnisse ließen eine glänzende Karriere erwarten. Der summa cum laude erworbenen philosophischen Doktorwürde folgte nach der Priesterweihe der theologische Doktor. Zahlreiche Publikationen bestätigten die akademischen Erfolge und ausgedehnte Reisen erweiterten den Erfahrungshorizont. Schon stand die Habilitation vor der Türe, da ereignete sich im Dienste der Seelsorge jene Begegnung, die fortan den Namen des Gelehrten mit dem Namen einer schlichten frommen Dörflerin verband. 1923 war Dr. Dr. Wilhelm Büttner als Pfarrer nach Rück-Schippach berufen worden. Wohl hatte er schon früher, besonders von Professor Ignaz Klug, den Namen der im Rufe besonderer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gehört, nun aber als zuständiger Seelsorger sah er sich verpflichtet, intensiv sich mit der Problematik zu beschäftigen, die das Trümmerfeld am Waldrand umwitterte. Denn seit dem 1916 erfolgten Verbot des Weiterbauens durch die kirchliche Behörde wuchsen Moos und Gras zwischen den ungenützten Steinblöcken, den himmelan ragenden Pfeilern und den tief eingesenkten Fundamenten. Mit wissenschaftlicher Akribie machte sich der junge Theologe daran, den „Fall Schippach“ zu studieren, vertiefte sich in die Akten der verschiedenen Archive, las die Zeitungsausschnitte und Korrespondenzen, durchforschte die Briefe und Aufzeichnungen von Barbara Weigand. Je mehr er sich mit Leben und Sterben seines umstrittenen Pfarrkindes befaßte, und wer hätte hier mehr Einblick gewinnen können als er, desto konsequenter handelte er seinem Gewissensdiktat gemäß, gleichviel ob Verkennung nun auch ihm das Leben sauer machte oder nicht. So vielfältig weiterhin seine Interessen blieben, so zahlreich die Themen seiner Bücher und Abhandlungen die zentrale Aufgabe seiner publizistischen Arbeit, war fortan der Kampf um eine vorurteilslose, gerechte Würdigung der Persönlichkeit und der Mission von Barbara Weigand. Nicht weniger als drei umfangreiche Bücher sind neben zahlreichen Aufsätzen diesem Thema gewidmet. Die letzten Jahre seines Priesterlebens verbrachte er in seiner Heimat Waldaschaff, wo er immer noch in der Seelsorge mitarbeitete, bis ihn der Herr in die ewige Heimat rief am 3. März 1974 nahezu 90jährig. Vielleicht wird nach dem verhängnisvollen Rationalismus, der gegenwärtig in Theologie und Seelsorge so viel Schaden anrichtet, bald schon ein neues Interesse an Mystik wach werden. Denn (wie dieser Tage ein der Kirche feststehender Journalist formulierte) „der Verstand allein kann uns den Weg nicht weisen zu dem, was das Herz ersehnt“. Jedenfalls tut uns heute, wo Zeitung, Rundfunk und Fernsehen uns täglich mit Berichten von unmenschlichen Menschen überschwemmen, dringend not, von Menschenwegen zu erfahren, die sich ausschließlich an Gott orientiert haben. Max Rössler.

  Inhaltsverzeichnis

 

Barbara Weigand

GESICHTE, AUDITIONEN UND EKSTASEN

Bei der Ansprache des Herrn war es Barbara Weigand, wie wenn ein Strahl auf ihr Gehirn fiel und zum Munde herauskam; ohne auch nur im mindesten sich zu besinnen, sprach sie die Worte, die ihr eingedrückt wurden, nach. Man könnte daraus entnehmen, daß ihr die Erleuchtungen vom Herrn während der Ekstase auf rein geistigem Wege zukamen. Hierfür scheint auch eine Notiz zu sprechen3: „Am Gründonnerstag 1894 wird mein Geist entrückt in den Abendmahlsaal. In hellem Lichte enthüllte mir der Herr das Geheimnis des Allerheiligsten Sakramentes“. Auch hier ist von der Mitwirkung eines körperlichen Organs oder der Einbildungskraft keine Rede. Unsere Annahme, daß ihr die Erleuchtungen vom Heiland auf intellektuellem Wege zukamen, findet eine Stütze in der auffallenden Tatsache, daß die großen Gedanken von Opfer, Sühne, Heimsuchungen, Verfolgung der Kirche, Glaubensabfall, Gebetsbund, Heiligsprechungen, heiliger Eucharistie, sich in der Folgezeit als völlig zutreffend erwiesen haben, obwohl sie zu der Zeit, als sie Barbara erstmals aussprach, den Widerspruch nicht weniger Priester hervorriefen. In diesen Offenbarungen ist also kein Irrtum unterlaufen, die Zeitereignisse haben sie bestätigt. Nun sagen uns aber praktische Mystiker und Theologen, daß die Gefahr der Selbsttäuschung oder die Irreführung durch den bösen Feind gerade bei den rein geistigen Offenbarungen als ausgeschlossen gelten können. So darf man aus der Richtigkeit dieser Offenbarungen auf ihren intellektuellen Ursprung schließen.

3 Band 1 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Seite 79 ff.

Die Wiedergabe der erhaltenen Ansprachen geschah während der Ekstasen in fast ungehindertem Redestrom, dessen Stärke und Wucht die Zuhörer in Erstaunen versetzte. Immer wieder betonen die Aufzeichner, daß sie trotz großer Gewandtheit im Schreiben und Kurzschrift nicht in der Lage gewesen seien, dem starken Redefluß zu folgen. Sie sprach ohne zu stocken, mit kräftiger und lauter Stimme, Gesten und Körperstellungen, welche die Worte begleiteten, waren, um ein früher schon erwähntes Urteil noch einmal zu wiederholen, so edel und vornehm, daß man glaubte, einen Himmelsbewohner vor sich zu haben. Der Gesichtsausdruck wechselte je nach den traurigen und freudigen Ereignissen und Bildern, die ihr gezeigt wurden. „Wenn der Herr sie zuließ zur Vereinigung, war ihr Auge überflutet von Wonne und sie fand keine Worte mehr als in Seufzern und Ausrufungen und Tränen. Wenn der Herr Sich entfernen wollte, war es, wie wenn ihre Seele sich vom Leibe trennen müsse, und sie machte sich Luft in unaufhörlichen Seufzern“. So im Berichte eines Augenzeugen.

 

Inhaltlich betrachtet, finden sich in den Offenbarungen herrliche Gedanken, weitausschauende, schwer durchführbare Pläne, schöne Betrachtungen über den Wert der Menschenseele, über den Glauben und seine Grundlagen, über die Gottesmutter, das Priestertum und die Kirche, über Gebet, Sühne und Opfer, ein inniges Miterleben des Kirchenjahres. Gedanken, die nicht alltäglich waren, ihrem natürlichen Gesichtskreis ferne lagen, Gedanken, die oft genug im Gegensatz standen zu den Predigten jener Zeit. Heute aber sind Barbaras Gedanken von damals Gemeingut katholischer Frömmigkeit und in amtlichen Erlassen höchster kirchlicher Stellen approbiert worden.

Bleibt noch die Frage, wie sich Barbara zu den Offenbarungen verhalten habe. Nun finden sich in den späteren Aufzeichnungen Bemerkungen, aus denen ihre Gegner glaubten, sie des Verlangens nach Offenbarungen anklagen zu müssen. Dem ist aber nicht so. Wer solche Andeutungen, die sich zudem auf das Verlangen nach dem Besitze des Meisters beziehen, im Zusammenhange liest, wer namentlich in die frühere Zeit ihres Lebens hinabsteigt, wo sie dem mystischen Gnadenleben noch recht unwissend gegenüberstand, der wird sich leicht vom Gegenteil überzeugen. Sie erschrickt wie Maria bei der Erscheinung des Engels erschrak. „Ich erschrak, als ich diese Stimme hörte“. Sie wünscht solche innere Stimmen nicht und traut ihnen nicht. „Um jeden Preis“, schreibt sie einmal, „möchte ich wissen, welche Stimme in mir spricht. Aber mir steht das nicht zu, das zu beurteilen; darum, o Gott, gib mir doch einen Priester, dem ich mich offen aussprechen kann“. Sie hört eine innere Stimme; aber „ich traute ihr nicht, ich sagte mir, es ist ja doch nur Täuschung“. Sie weist die Stimme im Gehorsam gegen den Beichtvater ab. Sie betet um Befreiung. Sie sucht Aufschluß beim Beichtvater. Die Reden der Vorgesetzten machen sie ängstlich. Sie wünscht, ihr Zustand und ihre Offenbarungen möchten verborgen bleiben.
Trotz gelegentlicher Bedenken fühlt sie sich überglücklich. „Ich kann das Glück meiner Seele in dieser Stunde gar nicht beschreiben“. „Mein Jesus, es fehlt mir noch viel, ich weiß es, ich will nichts mehr anschauen als Dich“. „O nimm mich mit aus dieser armseligen Welt! Du weißt, wie armselig ich bin, wenn ich wieder in der Welt bin! Ich möchte bei Dir bleiben, o welch eine Freude!“ „Ich wünsche nicht, o Herr, ich habe alles in Dir. Möchtest Du doch all denjenigen, die Dich aufrichtig suchen und verlangen, den Frieden und die Freude verleihen, die Du mir zuteil werden lässest!“ „O Herr, gib mir nur die Gnade, in der ganzen Ewigkeit die Freude zu genießen, die ich eben genieße!“
Was sie in heiliger Ekstase hört, soll ihrer Belehrung dienen, „daß sie nicht mutlos werde“, aber auch andern zum Heile werden; denn „die Zeit, wo Ich mit dir rede, ist für andere gegeben, um sie durch dich zu belehren“. Den Segen ihrer Worte verspürten tatsächlich alle, die sie vernahmen; Losschälung von der Welt, Sinn für das Übernatürliche, Liebe zu Gott und zu den unsterblichen Seelen waren die köstlichen Früchte, welche die Zeugen ihrer Worte mit fortnahmen. Ein Nachbar in ihrer Heimatgemeinde gestand, von dem Gesehenen und Gehörten ganz ergriffen gewesen zu sein, und die überwältigende Einwirkung der Jungfrau auf ihre Hausgenossen in der Mainzer Wirtschaft „kam einzig nur von dem außergewöhnlichen Zustand her, in dem wir Tante so oft sahen und wobei wir sie reden hörten, was nicht ihre Gedanken und Worte sein konnten. Die Worte, die wir hörten, und die Liebe, die wir fühlten, rissen uns von der Erde los“. Eines der damaligen Dienstmädchen aber bestätigt noch nach vierzig Jahren: „Das Größte, das ich bei Barbara Weigand erleben durfte, waren die Ekstasen. Der erste Eindruck war: ich fühlte mich dem Himmel nahe. Was Barbara Weigand in dieser Ekstase sprach, konnte ich gut glauben, daß es die Worte der Muttergottes waren. Ich wünschte immer: O daß doch alle Menschen das Glück hätten, dabei zu sein!“

Alles, was sie gehört, unterstellt Barbara als gehorsame Tochter der Kirche dem Urteile der geistlichen Obrigkeit. „Dies ist mein Leben“4, so beschließt sie demütig ihre Erinnerungen, „und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat, um mir zu zeigen, wie wenig ich getan, und wieviel Er, wie wenig Er verlangt und wieviel Er gibt für das wenige, das wir tun. Ich stelle alle Worte, die ich geschrieben, unter das Urteil derer, die dieses von mir verlangen.“

  Inhaltsverzeichnis

 

 

Barbara Weigand

BELEHRUNGEN, ERMAHNUNGEN, WARNSIGNALE

Man muß mit eigenen Augen in den aufgezeichneten Anmutungen und Beschauungen der Barbara Weigand von Schippach gelesen haben, wie diese Person selbst ihre über das gewöhnliche Maß nicht hinausgehende Glaubenserkenntnis oft sehr gering einschätzt. Erst dann versteht man, wie verkehrt es ist, dieser Person die Absicht der Begründung eines neuen „theologischen Systems“ zuzuschreiben. Des öfteren spricht sie unverhohlen die Befürchtung aus, daß sie infolge ihrer geringen Kenntnis die ihr eingegebenen Gedanken nicht ganz richtig wiedergeben werden. So demütig und offen spricht niemand, der sich in dem Wahn befindet, die Welt mit einem neuen „theologischen System“ zu beglücken. In Wirklichkeit wendeten sich die frommen Anmutungen und Mahnungen der Barbara Weigand gerade gegen ein neues „theologisches System“, das damals, um das Jahr 1896, von Würzburg aus gewaltig rumorte. Es war das System Schells, gegen dessen naturalistsche, rationalistische, liberalisierende, modernistische Grundgedanken die Mahnungen der Barbara Weigand den instinktiven Widerstreit einer ganz dem Übernatürlichen zugewandten, tiefgläubigen und mit großer Liebe der Kirche anhangenden Seele darstellen, nicht als ob Barbara Weigand auch nur eine Ahnung von der theologischen Bedeutung des Schellianismus besessen hätte. Ihr ausgesprochener Widerwille richtete sich aber gegen jene Regungen des Zeitgeistes, denen Schell besonderen Ausdruck verliehen hat.. Barbara Weigands Verdienst aber ist es auf jeden Fall, daß sie zu einer Zeit, wo so viele mit dem Strom des Zeitgeistes schwammen, sich um so enger und inniger der alten Übernatürlichkeitsrichtung ihres Glaubens, dem Heiland, Seinem göttlichen Herzen, Seiner jungfräulichen Mutter und an die Gnadenquellen der Kirche anzuschließen suchten. Wohl mehr als genügend hat sie dadurch gezeigt und bewiesen, daß ihr nichts ferner lag als die Sucht nach einem neuen „theologischen System“.
Schon die Grundgedanken der Anmutungen von Barbara Weigand sind keineswegs so verkehrt, wie sie schon oft verkehrt ausgelegt wurden. Bei der heutigen ungeheuerlichen Verbreitung von Unglauben und Sittenlosigkeit, welche die Menschen von dem Gebrauch der ordentlichen Heilsmittel vielfach gänzlich abgebracht haben, ist der Gedanke und Wunsch durchaus korrekt, daß es Gott gefallen möge, durch außerordentliche Mittel die Menschen wieder zum eifrigen Gebrauch der ordentlichen Heilsmittel zurückzuführen. Wie ehedem zu diesem Zwecke ein hl. Vinzenz Ferrerius, eine hl. Katharina von Siena, ein hl. Franziskus von Assisi, ein hl. Dominikus (Rosenkranz), ein hl. Ignatius von Loyola (Exerzitien), eine sel. Maria Margareta Alacoque (Herz-Jesu-Andacht) besondere Mittel anwendeten, so sollte als außerordentliches Mittel zum gleichen Zweck der Eucharistische Liebesbund dienen. Die Unterstellung, als ob Barbara Weigand durch dieses besondere Mittel die ordentlichen Heilsmittel ersetzen oder ausschalten wolle, ist absolut unwahr. Es sollen vielmehr durch den Eucharistischen Liebesbund gerade der lebendige Glaube, der eifrige Empfang der Sakramente, die Nachfolge Jesu im Kreuztragen, die Hochschätzung der Jungfräulichkeit, die wahre und echte Nächstenliebe erst recht empfohlen und immer mehr in Übung gebracht werden.
In den „Schippacher Schriften“ äußerte Jesus immer wieder Sein Verlangen, mit den treuen Kindern der katholischen Kirche einen Bund zu schließen. Es sollte eine Gebetsarmee gebildet und ein Damm gegen die heranstürmenden Fluten des Unglaubens errichtet werden. Dazu verlangte Jesus vor allen Dingen Gebetseifer, Weltentsagung und Leidensmut. Die Mitglieder des Liebesbundes sollten sich auf das Innigste mit Seinem göttlichen Herzen vereinigen und ein Leben ganz in Seinem Geiste, das heißt, in und mit der Kirche führen. Deshalb wurde den Mitgliedern der tägliche Empfang der heiligen Kommunion, die Teilnahme an allen kirchlichen Veranstaltungen (Rosenkranzgebet, Maiandacht, Wallfahrt), die Fernhaltung von den weltlichen Vergnügungen und Lustbarkeiten und die willige Erfüllung der Berufspflichten mit der geduldigen Hinnahme der Mühseligkeiten dieses Lebens empfohlen. Jesus wies eindringlich auf den zunehmenden Unglauben der Zeit Buchvorstellung hin, der alles zu verschlingen droht, kündigte schwere Strafgerichte an und forderte zur Sühne und zur Buße auf. Welterneuerung ist das leitende Motiv in den Offenbarungen der Barbara Weigand. Eine Welterneuerung ohne Papst und ohne Kirche, also ohne den sichtbaren Stellvertreter Jesu Christi, und ohne die von Christus gestiftete Kirche, in welcher Er fortlebt und fortwirkt, ist ausgeschlossen, weil unmöglich und undenkbar. Es kann daher nicht verwundern, wenn in den Ansprachen, Belehrungen, Mahnungen und Offenbarungen, um die es sich hier handelt, fortgesetzt von Papst und Kirche die Rede ist. Durch schwere Zeiten und schwere Leiden wird Papsttum und Kirche zur höchsten und schönsten Blüte gelangen.

Der Verfasser und Herausgeber

  Inhaltsverzeichnis

Schippacher Schriften

„Offenbarungen an Barbara Weigand“

Zusammenfassung der wichtigsten B E L E H R U N G E N , E R M A H N U N G E N , WA R N S I G N A L E für unsere heutige Zeit

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann.
 

4 Fronleichnamsprozession 1895

„Es ist Mein und Meines Vaters Wille, daß ihr drei, Lieschen, Luise und Barbara, euch zu einem Bund vereinigt..“

Jesus: „Es ist Mein und Meines Vaters Wille, daß ihr drei, Lieschen, Luise und Barbara, euch zu einem Bund vereinigt und jeder derselben einer Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit huldigt im Namen der übrigen Menschen. So will Ich euch denn verteilen. Lieschen soll Meinem himmlischen Vater, Luise Gott Sohn, Mir der zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und du, Barbara, Gott dem Heiligen Geist huldigen. Sooft wie ihr die Anbetung haltet, sollt ihr euch vereinigen mit den anderen beiden und mit der Göttlichen Person. Wie Ich und der Vater Eins sind, so sollt auch ihr eins sein. Danke auch allen Personen, die mitgeholfen haben, den Verein der Ewigen Anbetung zu gründen. Unter tausend Seelen gibt es kaum drei, die etwas von Mir wissen wollen.“
(„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 82 ff.)

 

5 Bei einer Priesterweihe 1895

„Ein anderer Christus.“

Als der Bischof dem Priester die Hand aufs Haupt legte und ihm den
Friedenskuß gab, erscholl durch den ganzen Himmel dreimal der Ruf:
„Ein anderer Christus.“ Die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit steht auf
und vergißt gleichsam alles, was Ihr an Lob und Ehre im Himmel zuteil
wird und schaut auf den Priester. Schon öfters hörte Barbara die Worte:

Jesus: „Ich verlange mehr Anerkennung und Dank von den Priestern.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 84 ff.

 

6 Vigil vom Herz-Jesu-Fest 1895

„Mit diesem Erdenkind hier will Ich Mich vermählen.“

Jesus: „Diese soll Meine Braut werden, stelle Mich mit ihr als selbige

Meinem himmlischen Vater vor.“

Jesus: „Meine liebste Mutter! Mit diesem Erdenkind hier will Ich Mich vermählen, ersetze Du Mir, was ihr noch fehlt.“
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 85 ff.

 

7 Herz-Jesu-Fest 1895

„Aber wisse, daß du auch den Weg wandeln mußt, den Er gegangen ist.“

Himmlischer Vater: „Meine Tochter! Nimm hin alle Güter Meines Sohnes; was Sein ist, ist auch dein und was dein ist, ist Sein. Aber wisse, daß du auch den Weg wandeln mußt, den Er gegangen ist, nämlich den der Verachtung. Du wirst noch vieles erdulden müssen.“
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 88 ff.

 

9 Mariä Himmelfahrt 1895

„Leute, die Vermögen besitzen, sollen sich mit dem ungerechten Mammon den Himmel erkaufen.“

Jesus: „Leute, die Vermögen besitzen, sollen sich mit dem ungerechten Mammon den Himmel erkaufen. Ich bin ein gerechter Gott, und Meine Gerechtigkeit verpflichtet Mich, um der Gebete der frommen Seelen willen, eher die an irdischen Gütern arm gewesenen Armen Seelen zu befreien als die reichen. Sage deren noch lebenden Tochter: Sie solle freigebig sein, um ihre Eltern zu trösten, dann werde Er die Eltern um des Gebetes Seiner Diener willen auch bald befreien.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 92 ff.

 

10 Mariä Geburt 1895

„Wir werden siegen, müssen siegen, aber nur im Kreuz; unsere Kirche siegt, aber nur im Kreuz.“

Jesus: „Und doch muß es Meine Kirche wissen, denn sie ist Kaiser aller Kaiser und König aller Könige. Wir werden siegen, müssen siegen, aber nur im Kreuz; unsere Kirche siegt, aber nur im Kreuz. Die Priester der Diözese Mainz sind bestimmt, der ganzen Welt als Vorbild voranzuleuchten, daß aus dieser Pflanzschule der Heiligkeit heilige Priester hervorgehen. O ihr, Meine lieben Priester, teilet mit Mir Meinen Schmerz. Ihr, Meine lieben gleichgesinnten Brüder, helfet Mir! An euch hängt ja die Bekehrung Meines Volkes! Ein gläubiger Sünder ist doch besser als ein Irrgläubiger, dem die Verdienste der katholischen Kirche nicht zugewendet werden können.“  
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 93 ff.

 

11 Kreuzerhöhung 1895

„Darum wird Meine Kirche allein die Welt retten.“

Jesus: „Ich will alle Fehler Meiner Diener (Priester) mit dem Mantel der Liebe bedecken, wenn sie Glauben und Vertrauen haben und sich fest an das Allerheiligste Altarsakrament anschließen, wo Ich unter ihnen wandle, wie ehemals unter den Aposteln. O die Kirche von M. ist mir wohlgefällig, und wird – wenn man es auch nicht glaubt – in erster Linie den Anstoß geben, um über den Sozialismus zu siegen. Man muß ihnen sagen, daß das alles nichts ist, daß es einen Gott, eine Ewigkeit gibt, und diese Wahrheit lehrt allein Meine Kirche. Darum wird Meine Kirche allein die Welt retten. Der Sieg ist nicht fern! Komm mit Mir!“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 94 ff.

 

16 Zweiter Donnerstag im Oktober 1895

„Ja, weil es Meine Freude ist, bei den Menschenkindern zu sein und Meine Lust, in ihnen zu wohnen.“

Barbara: „O wie unendlich gut Du bist! Wir Menschen sind halt so, o habe Nachsicht mit unserer Schwäche. Siehe, Herr, ein armes Würmchen erhebst Du aus dem Staub und erhebst es in die Nähe Deiner Gottheit.“

Jesus: „Ja, weil es Meine Freude ist, bei den Menschenkindern zu sein und Meine Lust, in ihnen zu wohnen.“
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 104 ff.

 

17 Dritter Donnerstag im Oktober 1895

Jesus: „Seht doch, wie Ich all eure Schwächen zudecke mit Meiner Liebe.“

Der öftere Empfang der heiligen Kommunion ist durchzuführen, man muß nur auf Meine Liebe und auf Meine große Barmherzigkeit schauen. Ich verlange nichts Unmögliches, man muß nur erkennen, wie gut Ich bin. Die ersten Christen waren auch Menschen, dieselben Menschen, wie sie jetzt sind. Und weil die Gefahren dieselben sind wie damals, darum verleiht Meine Liebe und Barmherzigkeit dasselbe Mittel, um die Menschen zu binden und zu vereinigen mit Mir. N. soll nicht aus M. weggehen; er soll aber auch nicht zweifeln; er soll Rücksicht nehmen auf den Weg, den du gegangen bist. Mein Herz ist erfreut in diesem Monat, wo Meine Kinder sich so zahlreich um Mich versammeln. O ihr Menschen! Seht doch, wie wenig Ich verlange! Seht doch, wie Ich all eure Schwächen zudecke mit Meiner Liebe. Ich habe euch wahrhaftig nicht gesetzt, daß ihr verderben sollt. Ihr sollt genießen das Land.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 110 ff.

 

18 Vierter Donnerstag im Oktober 1895

„Nicht außergewöhnliche Werke verlange Ich, aber Meinen Willen zu erkennen und zu vollziehen!“

Jesus: „Du sollst wissen, daß Ich Mich an Großmut nicht übertreffen lasse. Was du leidest, leidest du direkt für Mich und für Meine Interessen. Meine Kirche ist bedrängt, Meine Kirche steht in Gefahr: Viele, viele Meiner Kinder gehen verloren; Ich möchte sie gerettet wissen, Ich möchte zeigen, wie gut Ich bin. O nicht außergewöhnliche Werke verlange Ich, aber Meinen Willen zu erkennen und zu vollziehen! Gib dich hin, wem du willst, übergib dich deinen Feinden, Meinen und deinen Feinden; Ich werde mit dir sein.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 113 ff.

 

19 Vigil von Allerheiligen 1895

„Wie glücklich wären die Menschen, wenn alle mit ihrem Stand zufrieden wären.“

Jesus: „Siehe, Meine Tochter, auch sie waren Menschen, so schwach wie du, sie hatten denselben Weg zu gehen, sie hatten denselben Kampf zu kämpfen. Drum fasse Mut. Was du heute nicht fertigbringst, das beginne morgen von neuem. Und so geht der Tag und so geht das Jahr vorüber, und kämpfe nur mutig, die Krone ist dir gewiß. Wie glücklich wären die Menschen, wenn alle mit ihrem Stand zufrieden wären. Siehe, das ist das einzige große Kreuz in der Welt, daß sich alle die Menschen den Querbalken selber machen. Ich habe jedem seinen Lebensplan gelegt, und es liegt nur an ihm, den Plan auszuführen.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 118 ff.

 

22 Dritter Dezember 1895

„Die sich von Mir getrennt, und die gar nicht mehr an Mich glauben, die muß Ich verdammen.“

Barbara: „Ach, lieber Heiland, sag nur, befiehl nur, ich will Dir ja helfen. Kannst Du meinen Undank vergessen, daß ich diesen Monat so gezweifelt; ja ich sehe, daß Du ihn vergißt. Ach wie bist Du so unendlich gut; ja, jetzt glaube ich wieder, daß ich im Stande der Gnade bin, jetzt bist Du bei mir; aber wenn Du Dich zurückziehst, dann kommen die Zweifel und Ängste wieder, ich sei getäuscht.“

Jesus: „Nein, du bist nicht getäuscht, denn siehe, von all denen, die hier in der Kirche knien, geht keines verloren, die liebe Ich alle wie dich, alle ihre Fehler bedecke Ich mit Meiner Liebe, aber diejenigen, die sich von Mir getrennt, und die gar nicht mehr an Mich glauben, die muß Ich verdammen.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 125 ff.

 

25 Vigil von Mariä Empfängnis 1895

„Vermehre, wo du kannst, die Ehre Meines Sohnes!“

Maria: „Nimm hin, Meine Tochter, dieses Kränzlein von Blumen, das Ich dir übergebe zum Lohn dafür, daß du dich jetzt zum Opfer bringst. Ich weiß, daß du es sehr schmerzlich empfindest, in dieser heiligen Adventszeit all die schönen Andachten missen zu sollen. Aber siehe, welchen Zuwachs du dafür erlangt hast an Gnaden. Du sollst bis Weihnachten es nicht fühlen, daß du keine heilige Messe hören kannst. Du sollst wissen, daß du Meinem lieben Sohn viel Freude machst, indem du dich Ihm hingibst und Seine Stimme hörst. Du sollst wachsen im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe, Demut, Selbstverleugnung, Geduld, Herzensreinheit und in allen Tugenden, die dir noch fehlen. Alles, was dir mangelt, weißt du, Meine Tochter, das will Ich dir ersetzen. Darum sage Ich dir, vermehre, wo du kannst, die Ehre Meines Sohnes! Wo du noch ein schwaches Flämmchen findest, helfe nach; verschweige es keineswegs bei deinen Verwandten und Bekannten, was der Herr an dir getan; denn wisse, daß Ich deine Beschützerin bin, daß Ich nicht zulasse, daß du irgend etwas dir zueignest von den Gnaden, die der Herr dir verliehen!“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 131 ff.

 

26 Zweiter Donnerstag im Advent 1895

„Ich bin die Quelle des lebendigen Wassers, Meine Mutter ist der Kanal.“

Jesus: „Hier sollst du sehen, Meine Tochter, was das katholische Priestertum ist. Ich bin die Quelle des lebendigen Wassers, Meine Mutter ist der Kanal, durch den das lebendige Wasser in das Herz der Gläubigen geleitet wird. Aber doch gibt es noch andere Diener, Knechte, die Ich auf Erden bestellt habe, damit sie dieses Wasser, obwohl es durch Meine himmlische Mutter aus Meinem Herzen geleitet wird, hineintragen in die Herzen Meiner Kinder, und diese Diener und Knechte sind die Priester der katholischen Kirche. Je mehr sich nun Mein Volk von Mir entfernt, desto stärker fließt dieser Strom, desto höher sprudeln die Wellen; dieses verursacht die Liebe Meines Herzens.

Darum fließen auch die Kanäle, durch die Ich das Wasser hineinleite, viel stärker zu solchen Zeiten, weil das Gebet Meiner Mutter und der treuen Seelen viel inniger und eifriger ist, und um des Gebetes frommer Seelen und um der Fürbitte Meiner Mutter willen, wird dann Meine Liebe so stark, daß sie sich nach allen Seiten hin ergießen will.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 135 ff.

 

27 Zweiter Freitag im Dezember 1895

„Ehe aber dies geschieht, wird ein großes Blutbad die Erde tränken und ein Wehgeschrei wird die ganze Welt erfüllen, wenn sie sich nicht bekehren.“

Jesus: „O ihr Diener Meiner Kirche, höret die Stimme eures Meisters, fürchtet nicht diejenigen, die euch gegenüberstehen; denn wisset, daß die Gewalt, die euch gegeben, kein Mensch auf der ganzen Erde hat, auch nicht die Mächtigsten. Darum sollt ihr ihnen frei entgegentreten, und wenn sie eure Stimme nicht hören, will Ich an dem Felsen Petri ihr Haupt zerschmettern und auf den Trümmern ihrer Throne Meine Kirche wieder aufblühen lassen. Siegreich wird Meine Kirche hervorgehen aus allen Kämpfen, die man ihr bereitet; denn vom Süden bis Norden und vom Westen bis Osten will Ich Meine Kirche ausbreiten. Ehe aber dies geschieht, wird ein großes Blutbad die Erde tränken und ein Wehgeschrei wird die ganze Welt erfüllen, wenn sie sich nicht bekehren. Aber eine Bedingung will Ich noch setzen: Durch das Gebet vieler frommer Seelen und durch das Wort und den Eifer Meiner Diener kann der Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit noch aufgehalten werden. Darum verlange Ich, daß dein Beichtvater alles wisse, daß er an dein Bett komme und es dem Bischof morgen noch überbringe; das wäre Mein Wille. Sie sollen wissen, daß Ich ihr Herr bin.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 137 ff.

 

29 Dritter Dienstag im Dezember 1895

„Siehe, wo Meine Diener nicht kommen wollen, da komme Ich Selbst.“

Maria: „Sei ruhig, Meine Tochter! Siehe, wo Meine Diener nicht kommen wollen, da komme Ich Selbst. Ich ersetze dir alles, was sie dir abschlagen und verweigern, alles, Mein liebes Kind, ersetze Ich dir. Ich war es, die Satan in die Flucht schlug. Warum weinst du denn, Mein Kind?“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 141 ff.

 

31 Dritter Freitag im Dezember 1895

„Denn es wird eine Zeit kommen, wo die Worte, die Ich mit dir spreche, zur Nutzanwendung kommen werden.“

Jesus: „Und Ich sage dir, wären alle Meine Diener, die Priester der katholischen Kirche, von diesem Geist beseelt, daß sie die Verachtung, die Zurücksetzung und die Verdemütigung liebten und aufsuchten, es könnte die Welt gerettet werden mit leichter Mühe. Da sie aber zum größten Teil ausgegangen sind aus dem Schoß der Familie des Zeitgeistes, und wieder hineingepflanzt sind in diesen Zeitgeist, so haben sie, viele, viele von ihnen, dieses tödliche Gift eingesogen. Siehe, die Mächtigen und Großen dieser Erde, die in Furcht und Schrecken den Dingen entgegensehen, die ihnen wie aus einem gähnenden Abgrund entgegengrinsen, wären jetzt leicht zu überwinden, da die rechte Zeit gekommen ist, wenn unter Meinen Dienern recht viele Männer aufstehen würden, die die Verachtung, die Verdemütigung, die Herabsetzung liebten, wie Ich ihnen ein Beispiel gab, als Ich noch auf Erden weilte, und wie Ich ihnen ein Beispiel Tag für Tag gebe im Allerheiligsten Sakrament des Altares, bis zum Ende der Welt. Ich will nicht, Meine Tochter, daß die Worte, die Ich zu dir rede, in den Wind hinausgesprochen sind. Ich will, daß sie aufbewahrt werden sollen, bis Meine Diener überzeugt sind, welcher Geist mit dir redet; denn es wird eine Zeit kommen, wo die Worte, die Ich mit dir spreche, zur Nutzanwendung kommen werden. Meine Kirche braucht feurige Männer, Männer, die von Meinem Geist beseelt, alle Hindernisse überwinden, die ihnen die armselige Welt in den Weg legt, und wo sie ihren Fuß auch hinsetzen werden, wird ihr Andenken nicht spurlos vorübergehen. Die Menschheit ist versunken in tiefstes, tiefstes Elend; sie hat sich herabgewürdigt unter die Tiere, und es kostet starke, starke Gegenmittel, um sie wieder herauszureißen!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 146 ff.

 

33 Heilige Christnacht 1895

„Nur diejenigen werden Mich finden, die Mich hier in der Krippe suchen, die Armen im Geiste, die reinen Herzens sind, die Demütigen.“

Jesus: So wird es bleiben bis zum Ende der Welt, solange Meine Kirche besteht. Nur diejenigen werden Mich finden, die Mich hier in der Krippe suchen, die Armen im Geiste, die reinen Herzens sind, die Demütigen, und sobald du dein Herz hiervon abwendest, wirst auch du auf Abwege geraten. Darum merke dir, Meine Tochter! Erst mußt du an Meine Krippe gehen und mußt lernen, dein Leben wandeln, ehe du auf Kalvaria hinaufsteigen willst. Du mußt zuerst an Meiner Krippe die Tugenden lernen, die du hier wahrnimmst.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 150 ff.

 

34 Evangelist St. Johannes 1895

„Wäre es denn eines Gottes würdig, diese Herrlichkeit auch jenen zu verleihen, die sich wenig oder gar nicht darum bemühen?“

Jesus: „Und nun sage selbst, wäre es denn eines Gottes würdig, diese Herrlichkeit auch jenen zu verleihen, die sich wenig oder gar nicht darum bemühen? Oder ist es zuviel, wenn man viel dafür gibt? O gewiß nicht! Wohl ist der Kampf schwerer für jeden. Aber bedenke: Die ganze Ewigkeit hindurch eine unendliche Glorie zu genießen und zu besitzen, und dieses Besitzes nie mehr verlustig zu gehen! Ist es vielleicht zuviel, ein bißchen leiden, ein bißchen Beschämung, einen demütigen Glauben, eine Hinwegsetzung über alle Menschenfurcht?“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 156 ff.

 

35 Herz-Jesu-Freitag im Januar 1896

„Daß der Augenblick gekommen ist, wo sie ihre Macht gebrauchen müssen, die Ich ihnen gegeben habe, als ein ‚anderer Christus‘.“

Jesus zeigte ihr, wie ein schrecklicher Wirbelwind – ein Orkan – durch die ganze Welt zieht und alles, alles mit sich fortreißt.

Barbara: „O ist denn gar nichts mehr daran zu ändern, um das zu verhindern? Es gibt doch so viele fromme Seelen in der Welt, so viele Ordensfrauen, so viele Priester, die doch alle ihr Möglichstes tun. Siehe, wir sind einmal so schwache Menschen; aber im großen und ganzen streben sie doch alle das Gute an.“

Jesus: „Ja, das ist wahr, Meine Tochter! Ich sage nicht und tadle nicht diejenigen, die Meine Ehre verteidigen und fördern, ja, Ich danke all den Priestern, die sich so viele Mühe geben, die Jugend auf den rechten Weg zu leiten, und weil sie zu abhängig sind von der weltlichen Obrigkeit, ist ihnen der Arm gebunden. Aber Ich sage immer und immer wieder, daß der Augenblick gekommen ist, wo sie ihre Macht gebrauchen müssen, die Ich ihnen gegeben habe, als ein anderer Christus.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 158 ff.

 

36 Fest der Heiligen Drei Könige 1896

„Diese sahen Mich nur einmal und mußten ihr ganzes Leben lang im Glauben leben.“

Jesus: „Siehst du, was das bedeutet? Daß man in Mir alles besitzt, daß Jesus einen immer glücklicher macht, auch wenn alles sonst fehlt, und daß du die Gnade der Beharrlichkeit erlangen wirst!“

Er zeigte mir, daß der Weg jedes Christen derselbe ist wie der der Heiligen Drei Könige.

Jesus: „Sie haben vor nichts zurückgescheut, nicht vor Klippen und Bergen, und die größte Prüfung für sie war das Verschwinden des Sternes, und dennoch ließen sie nicht nach. Sie haben noch weniger Sicherheit gehabt als du; sie hatten nur die dunklen Prophezeiungen, und dazu hast du das voraus, daß du Mich jeden Tag in der heiligen Kommunion empfängst. Diese sahen Mich nur einmal und mußten ihr ganzes Leben lang im Glauben leben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 166 ff.

 

40 Dritter Donnerstag im Januar 1896

„Siehe, Meine Tochter, Mein Blut klebt an jeder Seele!“

Jesus: „Du sollst Meinem Volk ankündigen, daß der Arm Meiner Gerechtigkeit gespannt ist auf die Völker, und daß diesem Arm Einhalt getan werden kann durch die Buße und durch die Besserung der einzelnen Seelen, und daß dieses erstrebt werden muß und geleistet werden soll von jenen Seelen, die Ich durch Meine Gnade und durch Meine Liebe an Mich gezogen habe. Ich habe nur eine wahre Kirche gestiftet, und dies ist die katholische Kirche. Ich habe ihnen Meinen Geist hinterlassen und dieser Geist soll in jedem Meiner Diener sich äußern. Er soll Meinen Kindern Meine Geheimnisse erschließen: Tut Buße, tut Buße, ihr Völker, denn das Gericht ist nahe! So soll von allen Kanzeln herab und von allen Beichtstühlen heraus Meinen Kindern entgegengerufen werden, denn Ich bin ein gar guter Gott. Meine Kinder sind Meine Ebenbilder, auch wenn sie die Züge Meines Bildes, das sie an sich tragen, noch so sehr verzerrt haben durch die Sünde und durch die Laster. Siehe, Meine Tochter, Mein Blut klebt an jeder Seele!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 174 ff.

 

42 Vierter Freitag im Januar 1896

„Aber nur zu jenen kann Ich kommen, die auch nach Mir verlangen.“

Jesus: „Aber siehe, Meine Barmherzigkeit ist unendlich groß, und Meine Liebe zu dir und zu allen Menschen übersteigt alles Maß der Sünde. Siehe, Ich will unter euch wohnen, Ich habe euch zusammengeführt, um Mich in euch manchmal zu trösten, um Mir eine glückliche Stunde zu bereiten, wie sich die Menschen so ausdrücken in eurer Unterhaltung, in eurer Mitte. Ihr sollt Mir ein Werkzeug sein, worin recht deutlich Meine Barmherzigkeit und Meine Liebe zu den Menschen und Mein Wohnen unter ihnen zutage tritt.

Die Menschen sollen wieder einmal sehen, wie unendlich gut Ich bin, und wie Ich Meine Füße wund lief, als Ich unter euch weilte auf Erden, um alle Meine lieben Freunde und die Freunde Meiner Eltern zu besuchen, ihnen den himmlischen Trost zu spenden durch Meine wirkliche, wahrhafte Gegenwart unter ihnen. So sollen die Menschen jetzt sehen, daß Ich noch derselbe Gott bin wie damals, und daß dieselbe Liebe noch in Meinem Herzen schlägt wie damals, im Allerheiligsten Altarsakrament. Aber nur zu jenen kann Ich kommen, die auch nach Mir verlangen, die Mich gerne unter sich sehen, die Vergnügen haben an Meiner Gesellschaft, und das sind jene reinen, jene braven Seelen, die ausgetreten sind aus jener Gesellschaft der Gottlosen, die gern in Meinem Gezelt wohnen.“

Barbara: „O mein Jesus! Ich danke Dir für Deine unendliche Liebe, für Deine unendliche Herablassung. O könnten wir doch in unsere Gemeinschaft alle Menschen einschließen. O könnten wir doch alle Dir entgegenbringen, allen sagen, wie gut Du bist! Aber siehe, die Verblendeten, sie begreifen es doch nicht.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 177 ff.

 

44 Mariä Lichtmeß 1896

„Das katholische Priestertum soll Mich anerkennen als seine allerreinste Braut.“

Maria: Ja, Meine Tochter, das katholische Priestertum soll Mich anerkennen als seine allerreinste Braut. Das ist der Wille Meines Sohnes, weil die Welt so tief herabgesunken, daß sie nur zu retten ist im Glauben und in der Liebe, da nur der Glaube und die Liebe allein die Menschheit befähigt zum Opferleben. Und wer steht in erster Linie, ein Opferleben zu führen, wenn nicht der katholische Priester? Das vermag er allerdings nur im Glauben an Meinen Allerheiligsten Sohn, daß Er wirklich und wahrhaft unter ihnen wohnt, nicht nur als ihr Herr und Meister, sondern auch als ihr Bruder, mit dem sie täglich das Glück haben umzugehen und zu verkehren, und in der Liebe, die sie hintreiben muß, Ihn oft und oft zu besuchen, da die Bruderliebe, wenn sie wahrhaft ist, sich gerne beisammen einfindet.

Diese Liebe wird sie dann von selber antreiben, auch andere herbeizuziehen, Ich meine die Herzen der Untergebenen; denn ein Priester der katholischen Kirche hat so viele Kinder, so viele Untergebene, wie er unter seiner Leitung Christen stehen hat und ihm Schäflein anvertraut sind. Und Ich sage dir, Mein Sohn spricht nicht vergebens zu dir, denn vor allem muß Er beginnen, das Priestertum zu überzeugen, daß Er wirklich unter ihnen wohnt. Und nicht eher wird die Welt zurückkehren zum Glauben, zu ihrem früheren Glauben, als bis die Kirche wieder ganz durchdrungen ist von dem Glauben und der Liebe. Und wer ist die Kirche? Die Kirche ist das katholische Priestertum! Siehe, Meine Tochter, wie gut der Herr ist, wie Er Sich würdigt herabzusteigen zu der sündigen Menschheit. Sieh, wie Er Sich würdigt, Mich zu dir zu senden und dir durch Mich Seinen Willen kundgibt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 187 ff.

 

47 Zweiter Donnerstag im Februar 1896

„Wenige sind es, die den Weg des Kreuzes wandeln.“

Jesus: „Und Ich habe sie erlöst, Ich habe die Schuld hinweggenommen und an das Kreuz geheftet. Aber siehe, Meine Tochter, wie wenige sich dafür hingeben, dem Ruf Meiner Kirche zu folgen. Viele, viele sind von dem Weg abgewichen, dem Weg, den Ich gewandelt bin, auch unter den Christen, auch unter denjenigen, die zwar zu Meiner Fahne geschworen, und dennoch den Weg der Gottlosen wandeln! Sie haben das Kreuz verlassen und haben auf ihre Fahne geschrieben: ‚Gottlosigkeit‘, das heißt, sie brauchen keinen Gott. Viele unter den Christen haben zwar das Kreuz noch nicht verlassen und den Weg, den Ich gewandelt bin, aber sie gehen ihn nur so wie Kinder, die nicht wissen, welchen Weg sie gehen sollen; sie kümmern sich wenig darum, Mir Freude zu machen, ihr Herz zu reinigen und Mich zu lieben. Wenige sind es, die den Weg des Kreuzes wandeln und diese wenigen sind diejenigen, mit denen Ich Mich vereinigen will.

Dies sind jene treuen Seelen, die Tag und Nacht ihr Herz bei Mir und mit Mir vereinigen und unterhalten vor dem Tabernakel. Diese sind Meine liebsten Kinder. Und siehe, der größte Teil davon kann nicht kosten, wie gut Ich bin. Obwohl Ich Mich ihnen mitteile im Gebet, in ihren Seufzern, in ihren Gesprächen, kann Ich Mich doch nicht persönlich mit ihnen vereinigen, wie Ich zu Meinen Lebzeiten mit der Menschheit verkehrt habe; um dennoch als Person mit ihnen zu verkehren, will Ich in der Brotsgestalt zu ihnen kommen. Sie sollen wissen, wie gut Ich bin. Ich will sie in ihren Leiden trösten, in ihren Bekümmernissen ihnen zur Seite stehen, und sie sollen Tag für Tag Meine liebliche Stimme hören.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 197 ff.

 

48 Samstag vor Fastnacht 1896

„Weil Ich doch hier wohne mit Fleisch und Blut unter den Gestalten des Brotes und Weines.“

Barbara: „O nimm mich hin, o Herr! Ich will ja tun, was in meinen schwachen Kräften steht, alles, was Du verlangst. Rede, o Herr, Deine Dienerin hört!“

Jesus: „Ja, Ich will, daß ihr in diesen Tagen Meine Altäre umringt, und auch du, Meine Freundin, Meine Schwester, Meine Braut, soviel du kannst. Bitte deine Schwägerin, daß sie es dir erlaube. Ich will nicht sagen, daß du, wie deine zwei Freundinnen, außer der Essenszeit, alle Stunden des Tages Mir opfern sollst. Die notwendigste Hilfe kannst du ihr leisten, aber was Ich von dir verlange, ist, daß du aber doch keine Zeit versäumen sollst. Wenn ihre Verwandte da ist, soll sie diese anhalten und die andere Zeit dich nicht abhalten, daß du bis zehn Uhr ohne Verdruß in der Kirche bleiben darfst. Siehe, es ist Mir eine große Freude, wenn Ich Meine Gleichgesinnten, Meine treuen Seelen um Mich sehe, weil Ich doch hier wohne mit Fleisch und Blut unter den Gestalten des Brotes und Weines, wie Ich ehedem auf Erden gewandelt bin, und Ich will dieses erkannt haben von Meinen Dienern.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 200 ff.

 

50 Erster Freitag nach Quadragesima 1896

„Wenn sie am Kreuz erhöht sein wird, wird sie alles an sich ziehen.“

Jesus: „Gehe mit Mir und vernehme das Todesurteil, das über Mich ausgesprochen wird. Siehe, dieser ungerechte Richter, er bekennt offen und laut vor allem Volk, daß er keine Schuld an Mir finde, und doch spricht er das ungerechteste aller Urteile, das je die Welt gehört, über Mich aus. Und so triumphiert das Unrecht über die Gerechtigkeit. Was meinst du wohl, Meine Tochter, was Ich damit Meiner Kirche für ein Beispiel geben wollte? Meine Kirche, Meine Braut, ist die einzige, die mit Mir den Kreuzweg wandelt.

Vom Anfang bis zum Ende, solange sie bestehen wird, ist sie beständig unter der Hand von gottloser Macht; beständig wird das Unrecht über sie triumphieren, manche Zeit minder, manche Zeit wieder mehr, nicht überall zu gleicher Zeit an allen Orten, aber doch beständig, bald hier, bald dort. Man findet zu aller Zeit keine Schuld an ihr und doch muß sie leiden und doch muß sie unterdrückt sein, weil sie Meine Braut ist, weil sie den Weg zu gehen hat, den Ich ihr vorangegangen bin. Und Ich sage dir, es wäre auch nicht gut für sie, wenn sie anders zu gehen hätte als Ich, ihr Haupt, ihr Herr und Meister, denn nur Leiden ist das Zeichen der Auserwählung. Leiden führt ganz gewiß zum Siege. Wenn Ich erhöht sein werde, werde Ich alles an Mich ziehen. So auch Meine Kirche! Wenn sie am Kreuz erhöht sein wird, wird sie alles an sich ziehen. Siehe, wie Meine Kinder sich aufraffen und ihr nachfolgen, wie sie sich flüchten unter den Schutzmantel ihrer heiligen Mutter.
Siehe, wie von allen Seiten ein reges Leben sich entwickelt. Und Ich sage dir, die Diener Meiner Kirche arbeiten nicht umsonst; sie bestellen ihr Erntefeld und Ich will ihnen ihre Arbeit segnen, daß auch ihre Ernte eine einträgliche, ja einträglicher als je werden soll. Es soll ein fröhliches Alleluja von allen Seiten ertönen in den Herzen vieler Christen, in denen es bisher nicht getönt hat.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 205 ff.

 

52 Herz-Jesu-Freitag im März 1896

„Siehe, nicht Ich wollte ihr Verderben, sondern sie wollten es selbst!“

Jesus: „Darum laß dich nicht irremachen von den Reden Meiner Diener, die es gar nicht böse mit dir meinen. Ich habe dir gesagt im allerersten Anfang, als Ich mit dir reden wollte, daß du nur der Briefträger sein sollst. Du sollst die Botschaft überbringen an sie, an Meine Diener, die Ich ihnen geben will. Du bist nur das Sprachrohr, durch welches Ich zu ihnen spreche. Es ist alles vorbereitet von den Gottlosen, vom Reich des Satans, um Mein Reich zu zerstören. Es ist alles vorbereitet, weil die Welt gottlos geworden ist und die Menschen den Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit herausgefordert haben, und es bedarf nur noch eines Winkes, und der Sturm soll losbrechen, auf den die Völker mit Furcht und Zittern hinschauen.

Der Baum Meiner Kirche soll wieder einmal geschüttelt werden und die unzeitigen Früchte davon losgemacht werden und losgelöst zu ihrem Verderben, weil sie nicht hören auf Meine Stimme, weil sie es selbst so gewollt haben. Darum sollen sie in ihrem eigenen Elend verfaulen und zugrunde gehen, da sie nicht die Stimme hören wollen, die zu ihnen spricht durch Meine Diener, durch Meine Kirche, die Diener der katholischen Kirche. Siehe, nicht Ich wollte ihr Verderben, sondern sie wollten es selbst! Jahr um Jahr warte Ich, gehe Ich um diesen Baum herum und suche Früchte und finde sie nicht.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 211 ff.

 

56 Zweiter Samstag im März 1896

„So sollte Ich auch die Mithelferin sein zur Gründung der neuen Kirche, denn aus einem jungfräulichen Leib sollte sie hervorgehen.“

Barbara: „Und in stiller Trauer, unter bitterem Weh, helfen die mitleidigen Seelen zusammen, um Ihm die letzte Ehre zu erweisen. O welch ein Schmerz auf aller Angesicht, ihr Herr und Meister, ihr geliebter Freund, ihr größter Wohltäter, ihr allerweisester Lehrer, sie sollen Ihn zu Grabe begleiten. Und jetzt bringt man eine Bahre, und noch einmal drückt Sie Ihren Mund auf Seine blassen Lippen und auf Seine heilige Seitenwunde, und unter vielen Tränen geleiten sie Ihn zum Grabe. Aber wie erhaben, mit welch ruhiger Haltung, mit heiligem Ernst, geht Sie einher, die heiligste, die jungfräulichste, die allerbetrübteste Mutter.“

Maria: „Ja, weißt du auch, was Mich aufrecht hielt unter diesen namenlosen Schmerzen? Der Gedanke, warum ist Mein Sohn auf die Welt herabgekommen, warum ist Er Mensch geworden? Um uns zu erlösen, um alle an Sich zu ziehen, um das Reich Gottes aufzurichten in dieser Welt, um die Kirche zu stiften. Und so wie Ich die Mithelferin war zur Erlösung des Menschengeschlechtes, so sollte Ich auch die Mithelferin sein zur Gründung der neuen Kirche, denn aus einem jungfräulichen Leib sollte sie hervorgehen. Jungfräulich wie Ich sollte sie sein und darum brauchte sie Meine Stütze.

Wie sammelten sich die Apostel und die Jünger um Mich her, wie holten sie bei Mir Rat in all ihren Anliegen, wie flüchteten sie sich unter Meinen Schutz, wenn ihnen Gefahr drohte. Wie mußte Ich überall Mich hinwenden, schützend und helfend, ratend und vermittelnd, wo es nötig war; und das ist es auch, solange die Welt steht, denn deswegen ließ der himmlische Vater Mich noch so lange auf Erden, obwohl Ich viel lieber mit Meinem Sohn aufgefahren wäre, weil die Kirche Meiner bedurfte. Deshalb habt keine Angst ihr Menschenkinder, fürchtet nichts! Mein Arm ist noch nicht verkürzt, Ich bin noch Dieselbe wie damals. In allen Stürmen werde Ich euch nicht verlassen. Denn obwohl die Feinde der Kirche zahlreich sind, ist aber auch das Gebet Meiner eifrigen Kinder noch nie so innig gewesen, noch nie so innig in der ganzen Welt, wie es jetzt ist. Noch nie wurden so viele Maienaltäre errichtet zu Meiner Ehre, wo sich Meine Kinder versammeln zum Preis und Lob Meines Sohnes, wie auch zu Meiner Ehre.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 217 ff.

 

60 Dritter Samstag im März 1896

„Mein Herz siehst du heute gespalten. Das ist die Zerrissenheit der Familie durch den Ehebruch.“

Jesus: „Ihr, Meine lieben, treuen Kinder, ihr, ach kommt, nehmet Teil an Meinem Schmerz! Seht die tiefe Wunde, welche die Sünde Mir schlägt! Weißt du, was sie bedeutet, die klaffende Wunde? Die Wunde in Meinem Herzen, die du heute siehst? Es sind die vielen unwürdigen Beichten, die abgelegt werden; aber nicht die Beichten allein, weil Ich auch in das Herz Meines Feindes eingehen muß, in das Herz, das Mir angehören soll, das aber ganz und gar Meinem Widersacher übergeben ist.

Es ist die Unaufrichtigkeit, mit der man sein Sündenbekenntnis ablegt. Wie viele Sünden werden heute gebeichtet, aber nicht so, wie sie an sich sind. Vieles beichten sie, aber nicht, daß sie einen Ehebruch auf dem Herzen haben. Sie beichten nur eine allgemeine Übertretung gegen das sechste Gebot, aber nicht, daß sie dieses im Ehestand und mit dem Ehestand vereinigt begangen haben. Siehe, das ist das große Verderbnis unserer Zeit, die Zerrissenheit der Familie; denn je mehr diese Sünde überhandnimmt im Ehestand, desto mehr weicht alles Glück und Zufriedenheit aus der Familie.
Und aus der Familie geht doch das Menschengeschlecht hervor, aus der Familie gehen die Kinder heraus in den Ordensstand, gehen die Priester hervor, die dann anderen das Evangelium predigen, die anderen mit gutem Beispiel vorangehen und ihnen den Weg zum Himmel zeigen sollen, die aber selbst angesteckt sind von dem Geist des Familienlebens und darum auch vielfach ihre Pflichten vernachlässigen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 229

 

62 Fest der sieben Schmerzen 1896

„Meine Mutter soll der Leitstern sein, der euch zum Himmel führen und geleiten soll.“

Jesus: „Ich will dir dadurch zeigen, daß, obwohl Ich jetzt aus der Welt scheide, Ich euch doch Meine liebe Mutter überlassen will. Sie soll noch unter euch weilen, damit ihr von Ihr lernt, wie der Weg zum Himmel zu finden ist, denn aus Ihrem Herzen, aus Ihrem Herzblut, ging Meine heilige Kirche, Meine Braut, hervor. Ihr wollte Ich Kirche noch hinterlassen, damit sie in allen Nöten zu Ihr flüchtet, damit Meine junge Braut eine Zufluchtsstätte finde, da sie noch zu unerfahren ist und noch viel lernen muß, den Haushalt Meiner Kirche zu führen.
Und noch fünfzehn Jahre stand Sie an der Spitze Meiner jungen Braut und diese, bereit, sich von Ihr belehren und leiten zu lassen, machte große Fortschritte in der Tugend und Heiligkeit. Meine Mutter übergebe Ich euch, Meine Mutter soll der Leitstern sein, der euch zum Himmel führen und geleiten soll. Dies weiß Meine Kirche wohl und hat es von Anfang an gut begriffen, was Ich ihr damit zu verstehen geben wollte, als Ich vom Kreuze herab ihr Meine Mutter übergab in Johannes. Noch nie aber war Sie Meiner Kirche so notwendig wie jetzt in der Zeit, in der ihr lebt. Denn noch nie war der Glaube so schwach und so schwankend geworden wie jetzt. Die Menschheit scheint vergessen zu haben, daß Ich bei ihr bin, daß Ich, obwohl Ich Mich sichtbar ihren Blicken entzogen, Ich doch immer unsichtbar in ihrer Nähe weilen will. Ich will darum den Glauben erneuern, die Hoffnung bestärken und die Liebe vermehren in Meinen Kindern, in Meinen treuen Kindern.
Diese sollen immer und zu jeder Zeit in Meiner Mutter ihr Vorbild sehen und Sie nachahmen. Meine Kirche soll Maria, Meine Mutter, immer mehr hochpreisen und Meinem Volk voranstellen. Das christliche Volk, Meine guten, treuen Diener und Dienerinnen, sollen der Stimme der Hirten folgen und an der Hand und unter dem Schutz Meiner lieben, guten Mutter sicher durch alle Stürme hindurchgehen. Denn Meine Mutter ist es, die sie immer wieder hinführen wird zu Ihrem Sohn; denn wenn sie Ihr nachfolgen, folgen sie Mir nach. Sie werden Mich aufsuchen, wo sie wissen, daß Ich gegenwärtig bin. Es ist so bedauernswert, daß die Menschen so zerstreuungssüchtig sind, daß der menschliche Geist zerstiebt ist nach allen vier Himmelsrichtungen hin und darum nichts mehr in ihn eindringen kann von Meinem göttlichen Licht, das Ich ausgegossen habe in Meiner Kirche.“

 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 235

 

63 Letzter Samstag vor Palmsonntag 1896

„Wo ist der katholische Mann, der noch mit Mannesmut Mich vor anderen bekennt?“

Jesus: „Ja siehe, Meine Tochter! Morgen muß Ich in die Herzen der christlichen Männer einziehen. Diese sind zum größten Teil wie die Jerusalemiter. Feige und mutlos wie sie sind, stehen sie heute zu Meiner Fahne und morgen, wenn sie ein Lächeln von irgendeinem Ungläubigen in ihrer Nähe bemerken oder ein spitzfindiges Wort fällt, dann wenden sie sich um, dann ist alles vorüber. Siehe, diesen Wankelmut solcher Männer! Und doch will Ich sie retten, und doch bin Ich vom Himmel gestiegen, um dieses Geschlecht zu adeln und zu vervollkommnen; denn es ist ja der Mann der König der Schöpfung. Aus der Rippe des Mannes ist das Weib erschaffen, und doch scheint es so, als wäre es umgekehrt. Wo ist der katholische Mann, der noch mit Mannesmut Mich vor anderen bekennt? Muß nicht das Weib dem Mann vorangehen, wenn es gilt, ein Wort zu sprechen von Mir und Meinem Reich? Darum ist die Zeit gekommen, wo man so wenig Männer sieht in einer katholischen Kirche, in einer Predigt, im Opfer der heiligen Messe. Um so mehr aber gehen sie dorthin, wo man andere Dinge hört, wo Ich nicht geehrt werde, wo Satan die Fahne schwingt, die Siegesfahne. Und wenn Ich nicht Sorge getroffen hätte, als Ich aus dieser Welt schied und hätte Mir unter diesem Geschlecht Meine Auserwählten nicht herausgezogen von dieser gottlosen Welt, Ich meine die Priester und die Ordensmänner, die sich zurückziehen von dieser gottlosen Welt, und in stiller Abgeschiedenheit Mir noch dienen und Mich noch finden, so stände das Frauengeschlecht allein unter Meiner Fahne. So weit ist es gekommen im neunzehnten Jahrhundert. Sag an, Meine Tochter, bin Ich nicht genötigt, Mich zu euch zu flüchten, ihr, die ihr mitten in der Welt steht, mitten unter diesem Geschlecht, das Mich hinausgestoßen, das Mich vergessen hat!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 238 ff.

 

64 Palmsonntag 1896

„Wie die verstockten Juden, so ist auch dieses Volk.“

Jesus: „Ich habe dir heute früh gesagt, daß du Mich begleiten sollst durch die Straßen von Jerusalem auf und ab. Sieh, wie gut Ich es mit diesem Volk gemeint, wie ein zärtlich liebender Vater wollte Ich sie um Mich versammeln, um sie Meinem himmlischen Vater zuzuführen. Aber sieh, wie man mit Mir umgeht. Alles ist vergebens! Siehe, wie Ich damals in Jerusalem und im ganzen Judenland herumgeeilt, um die verlorenen Schäflein aufzusuchen, so eilt Meine Braut von einem Ende zum anderen, von einer Stadt in die andere, von einem Fleck zum anderen, um die Menschen aufzusuchen, um sie zurückzubringen zu Meiner Herde. Aber alles ist vergebens an diesem Geschlecht. Wie die verstockten Juden, so ist auch dieses Volk. Darum, Meine Tochter, bitte Ich dich, du möchtest Mir den Dienst nicht versagen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 242 ff.

 

66 Karfreitag 1896

„Denn nie hat ein Mensch erfaßt, was Meine Mutter Mir auf Meinem irdischen Erlöserweg gewesen.“

Jesus: „Komm, Meine Tochter, setze dich hier neben das Kreuz zu Meiner heiligen Mutter und betrachte die Schmerzen, die Sie erduldet hat, indem Sie Mich auf Ihrem jungfräulichen Schoß hält. Siehe, Ihre einzige Sehnsucht war, den Erlöser zu schauen, Denjenigen zu sehen, Der die Menschheit wieder mit Gott vereinigen sollte. Ja, Sie hat Ihn nicht nur gesehen, Sie hat Ihn unter Ihrem jungfräulichen Herzen getragen. Dreiunddreißig Jahre ist Sie mit Ihm gewandelt und jetzt schau in dieses gebrochene Herz, das mit einem siebenfachen Schwert durchbohrt ist. Mit welcher Liebe begleitete Sie Mich auf all Meinen Wanderungen, mit welcher Sehnsucht erwartete Sie Mich, wenn Ich Mich eine Zeitlang von Ihr trennen mußte. Ach, Sie lebte ja nur, um Mich lieben zu können und Mich geliebt zu sehen von allen Menschen. Ich habe dir von Anfang an gesagt, als Ich Mich dir vergegenwärtigte, als Ich dir den Weg zeigte, den du mit Mir wandeln solltest, nämlich den Kreuzweg, du sollst in diesen Tagen dich recht mit Meiner heiligen Mutter vereinigen und Sie in Ihren Schmerzen bemitleiden.

Ja, alle die dies tun, werden in diesen Tagen, wo Ich das große Werk der Erlösung vollbracht habe, erfahren, wie gut Ich bin und sollten es auch die verstocktesten und härtesten Sünder gewesen sein. Ich werde sie alle zur Bekehrung führen. Denn nie hat ein Mensch erfaßt, was Meine Mutter Mir auf Meinem irdischen Erlöserweg gewesen. Sie war das einzige Wesen, das Mich vollkommen entschädigen konnte für all die Unehre und Beleidigungen, die Meinem Herzen zugefügt worden sind von den undankbaren Menschen und Geschöpfen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 249 ff.

 

67 Karsamstag 1896

„Tag für Tag sollst du siegen im Kreuz, und das Kreuz soll dich zur Glorie führen.“

Maria: „Ja sieh, Meine Tochter! Siehst du, wie unendlich gut Derjenige ist, den Ich Meinen Sohn nennen kann? Siehst du die überschwengliche Freude Meines Herzens? Siehst du, wie Er alles belohnt? O harre aus mit Mir, denn noch muß Ich zurück, noch kann Ich nicht mit Ihm fort, denn Ich muß wieder zurück zu Meiner Kirche, die Mein Sohn erst stiften wollte, und die jetzt erst beginnen muß, die noch verschlossen ist in der Erde, aber die dann sprießt und grünt und blüht, und Ich muß sie noch bewässern und begießen mit dem Tau Meines Gebetes, mit den Belehrungen Meines Mundes, mit dem heroischen Beispiel Meines Wandels, damit diese Blume aufblühe und sich entfalte über den ganzen weiten Erdkreis. Beklage dich nicht mehr, trage, leide geduldig, denn es kommt die Zeit, wo auch du siegen wirst über all die Leiden dieses Erdenlebens. Sieh, Mein Sohn hat das Kreuz in den Händen, denn am Kreuz hat Er triumphiert.

Weißt du, was das bedeutet? Ja, daß du das Kreuz nicht aus den Augen und nicht aus den Händen lassen sollst, solange du Erdenpilgerin bist, denn im Kreuz sollst du siegen, Tag für Tag sollst du siegen im Kreuz, und das Kreuz soll dich zur Glorie führen. Auch für dich soll der Tag kommen, wo du mit der Siegespalme dich emporschwingen sollst zu deinem Erlöser.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 255 ff.

 

72 Kreuzauffindung 1896

„Daß Meine Mutter beständig verehrt werden soll als die Mithelferin der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes.“

Jesus: „Ja, Ich will dir zeigen, Meine Tochter, wie der liebliche Monat Mai, der schönste Monat des ganzen Kirchenjahres, der herrlichste ist, so ist Meine liebe Mutter unter allen Heiligen im himmlischen Hof die Schönste unter allen, und Ich wollte, daß dieses Fest, das Fest der Auffindung Meines heiligen Kreuzes, in diesem herrlichen Monat gefeiert werden soll, der Meiner Mutter geweiht ist, weil Ich will, daß Meine Mutter beständig verehrt werden soll als die Mithelferin der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes. Das Kreuz und Meine Mutter sind untrennbar miteinander verbunden, so wie Ich und das Kreuz nicht zu trennen sind. Das Kreuz habe Ich Mein ganzes Leben lang geliebt, und an dem Kreuz wollte Ich siegen, siegen über die Welt und über den Satan! Und warum denn? Ei ja, um den Menschen zu belehren, daß, da nun einmal das Paradies verscherzt war und der Paradiesweg verdorben ist, nur noch ein Weg zum Himmel führt, und das ist der Kreuzweg. Wer auf diesem Weg Mir folgen wird, wird siegen durch das Kreuz, wie Ich, ihr Herr und Meister, gesiegt habe.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 275 ff.

„Ja, Mein Kreuz war von Holz, aber die Liebe hat es vergoldet.“

Jesus: Ja, Mein Kreuz war von Holz, aber die Liebe hat es vergoldet. Siehst du, das ist die Liebe, die Liebe jener treuen Seelen, die ausharren bei Mir, die ihre Liebe vereinigen mit Meiner Liebe, die ihr Kreuz vereinigen mit Meinem Kreuz und Mir das Kreuz erleichtern und tragen helfen. Ja, dann wird Mein Kreuz, das Ich einst trug auf Golgotha, das aber aus schweren Kreuzesbalken zusammengefügt war, eingesenkt in die Liebe, in das Gold der Liebe, das jene treuen Seelen zusammenwirkend anfertigen, und dabei bist auch du und deine beiden Freundinnen. Ihr sollt das Gold der Liebe über Mein Kreuz ausgießen, Meine treuen Kinder, und es Mir tragen helfen. Siehst du, Meine Tochter, damals, als Ich dir den Plan vorlegte, was Ich mit dir vorhabe, den Plan nämlich, daß du das Werkzeug sein solltest, durch das Ich der Welt wieder eine neue Wohltat zufließen lassen will, da sahest du Mich mit einem schwarzen Holzbalken auf dem Rücken. Du schautest in Mein Angesicht, das mit dicken Schweißtropfen bedeckt war, und Ich will dir heute den Sinn erklären:
Das Kreuz, das Ich schleppte, ist der Sozialismus der Zeit, der Zeitgeist, der so viele Meiner Kinder verschlingt und von Mir losreißt und so viele Seelen verlorengehen läßt, sovielmal wird Mein Schmerz erneuert, Meine Arbeit erschwert, so daß Ich stöhnend und ächzend nur noch das Kreuz trage und Mich umsehe, ob denn nicht eine Seele da sei, die es Mir, wenn auch nur etwas, erleichtern möchte. Und Ich habe dich gefunden, Meine Tochter! Und du hast es Mir erleichtert durch die vielen Verdemütigungen, durch die Verachtungen und Zurücksetzungen von seiten derjenigen, die das fromme Streben in dir hätten befördern sollen. Aber das alles ließ Ich so zu, damit es auch ein Kreuz für dich werde, denn du solltest mit Mir das Kreuz tragen, und nun stehst du am Schluß, du stehst auf dem Kalvarienberg und der Sieg beginnt, die Liebe hat gesiegt über all ihre Feinde.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 278 ff.

„Ich bin der Mittelpunkt, und das Band ist Mein Herz.“

Jesus: „Ich bin der Mittelpunkt, und das Band ist Mein Herz, und die Quelle, die da sprudelt, ist der heilige Tabernakel. Aus ihm sollen sich die Ströme der Gnaden über die ganze Welt ergießen. Sprudeln soll die Quelle, denn sie ist durch eine Meiner unwürdigen Dienerinnen wieder aufgegraben worden, und das bist du! Du hast den Quell wieder aufgegraben, denn du hast Mein Herz verwundet durch dein beständiges Verlangen, durch deine beständigen Seufzer, die du zu Mir abgeschickt hast, und siehe, Ich habe dich gesetzt an die Quelle, daß du daraus schöpfst und trinkst, und nun mögen Meine Diener die Quelle recht sprudeln lassen. Du hast sie wieder neu aufgerissen, du hast die Stäubchen weggetan. Wohlan, Meine Diener! Ihr seid die Diener, welche die Quelle sprudeln lassen sollen. Welche Freude für euch, die Ich euch gestellt habe zu Wächtern dieser Quelle. Ihr seid die Kanäle, durch welche die Quelle fließen soll. O verstopft sie nicht, laßt Meine Kinder erfahren, wie gut Ich bin und leitet Balsam in die gequälten Menschenherzen. Balsam Meines Trostes!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 278 ff.

 

73 Zweiter Freitag im Mai 1896

„Wenn Ich Mich richten muß nach den verschiedenen Zeitaltern, als ihr Gott und Schöpfer, warum denn nicht auch sie?“

Jesus: „Sieh, Meine Diener halten manchmal allzu fest an einem Thema, das sich nicht nach den Zeitverhältnissen richtet; denn die Zeiten sind so verschieden wie die Menschen alt und verschieden sind, und wenn Ich Mich richten muß nach den verschiedenen Zeitaltern, als ihr Gott und Schöpfer, warum denn nicht auch sie? Es gab eine Zeit, die man die Goldene Zeit nannte, und das war jene Zeit in Meiner Kirche, als Meine Kinder täglich hingingen zu Meinem Tisch, und eine gab es, die man die Eiserne Zeit nannte, und das ist jene, wo Meine Kinder kalt und gleichgültig waren und sind gegen Mich im Allerheiligsten Altarsakrament, und wo Meine Kirche genötigt ist, ihre Kinder gleichsam zu zwingen. Ich will aber, daß das Eiserne Zeitalter verschwinden soll, und es soll das Goldene an seine Stelle treten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 281 ff.

„Wo überall ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die Ich ihn gestellt habe.“

„Wo überall ein Priester steht, soll er die Quelle sprudeln lassen, an die Ich ihn gestellt habe. Er ist der Kanal, durch den Ich die Wasser der Gnade hineinleiten will, in Meine Kinder, und Ich verspreche Meiner Kirche, daß sie zur höchsten Blüte gelangen soll. Tut doch die Augen auf, ihr Priester, und seht, mit welchem Heißhunger Meine Kinder – die euch anvertrauten Seelen – alles aufnehmen, was sie Mir näherbringt. Seht, mit welcher Liebe und Begeisterung man jene Zeitschrift aufnimmt, die von Meiner wirklichen Gegenwart im Hochheiligsten Altarsakrament handelt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 282 ff.

 

74 Christi Himmelfahrt 1896

„Nicht die Wissenschaft macht Heilige, sondern das Kreuztragen.“

Jesus: „Nicht die Wissenschaft macht Heilige, sondern das Kreuztragen; Kreuztragen in der Art und Weise, wie Ich es trug. Wer Mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge Mir nach, und je mehr Mich jemand sucht, desto mehr wird er das Kreuz vorfinden, desto tiefer wird er eindringen in die Schule des Kreuzes, weil kein anderer Weg zum Himmel führt als der Kreuzweg, den Ich Selbst gegangen bin, als Ich auf Erden weilte. Der Paradiespfad ist nun einmal verloren und auf Erden nie mehr zu finden, außer bei denjenigen, die ihn im Kreuz suchen, denn diejenigen, die das Kreuz Mir nachtragen wollen, werden das Kreuz lieben, weil sie es freiwillig auf sich nehmen, und so ist es kein Kreuz mehr, es ist ihnen eine Lust und Befriedigung, denn sie wissen, daß sie auf dem Wege sind, den auch Ich ging, und die Tränen, die sie weinen, sie glänzen wie Diamanten im Sonnenstrahl.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 285 ff.

 

76 Pfingstfest 1896

„Sieh, wenn nur ein Mensch guten Willen hat.“

Jesus: „Siehe, wenn nur ein Mensch guten Willen hat, wenn er nur Mich zu lieben wünscht, Meine Gebote zu halten verlangt, will Ich ihm mit Meiner Gnade zuvorkommen, er soll nicht mehr darben, nein, reichlich will Ich Meine Gnade ausgießen, Ich will ihm die Wege bereiten, daß er Mich findet, daß er Mir dienen kann. Ich will seinen Lebenspfad so erhellen durch Meine Gnade, daß er an allem vorübergeht, was ihm hindernd in den Weg tritt, daß er an nichts hängenbleibt, er soll seinen Fuß nicht anstoßen an einen Stein, nein, er soll die Steine sehen, die ihm gelegt werden vom Satan, von seinem eigenen Fleisch und von der Welt, damit er den Fuß hoch aufheben könne, um vorüberzukommen, ohne sich zu verletzen. Und so durchwandert er dieses Leben, das so verderbt geworden ist seit der Sünde, daß es ohne Kreuz und Leid nicht anders mehr geht. Aber sieh, Ich will, daß die Menschheit vereinigt werden soll mit Meiner Liebe, Ich will Mich mit ihnen vereinigen, um ihren Lebenspfad zu erhellen. Ich will sie begleiten durch dieses dunkle Erdenleben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 296 ff.

„Ja sieh, Mein Geist leitet die Kirche.“

Jesus: „Sieh, heute ist das Stiftungsfest Meiner heiligen Kirche. Den Grundstein habe Ich gelegt auf Kalvaria, als Mein Kreuz eingesenkt wurde in die Erde, in die sündenbefleckte Erde. Da wurde die Sünde getilgt durch Mein Blut, das vom Kreuz herniederfloß. Heute aber wurde Meine Kirche gestiftet, heute habe Ich Meinen Geist in sie hineingesandt, von heute an habe Ich Meine Gewalt, die Ich ihnen übertrug auf dem Ölberg, als Ich noch unter ihnen wandelte, in Kraft übergehen lassen, haben sie von Meiner Gewalt Besitz genommen, habe Ich sie ihnen abgetreten und sie ihnen übergeben.

Sie sind von heute an ein anderer Christus und werden es sein, solange die Welt besteht. Ja sieh, Mein Geist leitet die Kirche. Gut ist es für alle diejenigen unter den Menschenkindern, die sich unter der Leitung dieses Geistes befinden, und gut ist es für alle, die unter dem Segel des Schiffleins Petri gehen. O glückselig, ihr Kinder der katholischen Kirche! O haltet zu dieser Fahne, die euch vorangeht, zu der Kreuzesfahne, die euch vorangetragen wird, voran ist sie euch gegangen durch Mich Selbst, Ich habe sie hinaufgetragen auf Golgotha, voran wird sie getragen bei jeder Prozession, wo man Mich verherrlichen will, und – wenn man euch Mir übergeben wird – euch hinaustragen wird auf den Gottesacker.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 300 ff.

„Siehe, das ist die ganze heilige Kirche, die Ich gestiftet.“

Jesus: „Ja, höre auf zu weinen, Meine Tochter! Siehe, Ich wollte dir nur Meinen Schmerz zeigen, den Mein Herz empfindet über den Undank so vieler Seelen, die Mich nicht mehr kennen. Siehe, Ich habe dir gesagt am Freitag, was die Liebe ist. Die Liebe ist Wohlwollen, und Ich habe den Menschen erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, Ich wollte ihm Meinen Geist geben, Mein Ebenbild aufdrücken, Mein göttliches Ebenbild. Und der Mensch hat Mich verlassen durch die erste Sünde, er hat den Paradiespfad umgewandelt in diese unwirtliche Erde. Der Weg, der Pfad, der zum Himmel führt, den die Menschen ursprünglich im Paradies wandeln sollten und auf dem sie ohne Schmerzen zu Mir gelangen sollten, ist nun einmal zerstört. Der Mensch hat ihn zerstört. Aber siehe, dies alles wußte Meine Allwissenheit und doch erschuf sie den Menschen und warum? Weil Ich, als die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, hinabsteigen wollte, diese Menschen zu retten und Selbst Mensch zu werden, um diesen Menschen den Paradiespfad, den sie sich verdorben, wieder zu ebnen, wieder herzustellen und den Weg, den sie sich verdunkelt haben, wieder zu erhellen. Und das habe Ich getan. Ich habe ihn wieder erhellt.

Siehe, das ist die ganze heilige Kirche, die Ich gestiftet. Das ist der Paradiespfad, auf dem die Menschen wandeln sollen dem Himmel zu, nicht ohne Leiden wie früher, aber doch so, daß sie das Leiden nicht mehr fühlen sollen, nicht mehr so, wie sie es fühlen mußten im Alten Bund. Denn jeder, der an Mich glaubt, jeder, der Mich liebt, soll so viel Trost in Mir finden, daß doch alles Kreuz und alle Mühe, die Ich ihm zuschicke zu seinem Besten, er mit leichter Mühe ertragen wird. Ich werde ihm so viel Trost in dieses Erdenleben hineinsenken, daß ihm alle Opfer und Mühen versüßt werden. Verstehst du Mich, Meine Tochter? Nicht, als ob seine Natur die Leiden nicht fühlte, ja er soll sie fühlen, denn der Mensch hat gesündigt, und die Gerechtigkeit muß gesühnt werden. Aber er soll so viel Trost empfinden in Mir, daß er all sein Leiden, all sein Elend bald wieder vergißt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 302 ff.

 

77 Fünfter Freitag im Mai 1896

„Von Meiner Mutter sollen Meine Kinder lernen, den Weg zu Mir zu finden, die Tugenden nachzuahmen.“

Jesus: „Ja, Ich kann sie beglücken, die Menschen, und Ich will es auch. Denn dies ist die Absicht Meines Herzens, indem Ich mit dir rede, will Ich nur beglücken. Siehe, jetzt ist der schöne Monat Mai, der Meiner Mutter geweiht ist, zu Ende, und es beginnt die Kirche den Monat zu feiern, der Meinem liebenden, menschlichen und göttlichen Herzen geweiht ist. Durch Meine Mutter gelangt man zu Meinem Herzen. Wunderschön hat es Meine Kirche angeordnet, daß diese beiden Monate nacheinander folgen und wie der ganze Jahresverlauf von Meiner Kirche angeordnet und für Mich geweiht ist. Sieh, wie schön es ist, daß Meine Kinder von Meiner Mutter durch Meine Kirche in Mein Herz hineingeführt werden.

Von Meiner Mutter sollen Meine Kinder lernen, den Weg zu Mir zu finden, die Tugenden nachzuahmen, die Sie in Ihrem sterblichen Leben geübt hat, und die Sie jetzt noch übt und üben wird, solange die Welt besteht. Die Tugenden hören nicht auf, auch wenn die Menschen diese sterbliche Hülle abgelegt haben; sie werden nur in unendlich vollkommener Weise geübt in der triumphierenden Kirche. In der streitenden Kirche hier auf Erden sind sie immer nur unvollkommene Werke, unvollkommene Akte, und nur bei Meiner lieben Mutter waren sie vollkommen, weil Sie allein befreit war von der Erbsünde, weil kein Makel der Sünde an Ihr war.“
50„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 305 ff.

 

78 Tag vor dem Fronleichnamsfest 1896

„Vergeltet Mir doch die Liebe, daß ihr freudig mit Mir leidet und freudig mit Mir liebt.“

Jesus: „Sie sollen wohl bedenken, wie alles, was in der Welt geschieht und vor sich geht, Ich in Meiner allmächtigen Hand habe und zur rechten Zeit alles so lenken werde, wie es den Meinigen am dienlichsten und besten ist. Seht, Meine Kinder, wie kleinlich ihr seid! Seid ihr doch die Lieblinge Meines Hauses, eßt ihr doch das Brot Meines Tisches, wozu denn solche Ängstlichkeiten? Ja, das Kreuz sollt ihr tragen, denn ihr sollt ja Meine Schülerinnen sein. Aber seht, wie vieles ihr wirken könnt in der menschlichen Gesellschaft, denn in alle Schichten hinein gelangt eure Wirksamkeit: In den Ehestand, in den Priesterstand, in den Ordensstand. Ist es darum zuviel, wenn Ich euch ein Kreuz aufgebe? Gewiß nicht!

Es wird alles gut gehen, gut nach Meiner Meinung; denn alles, was Ich zulasse, ist immer gut und immer am besten, wenn es auch dem Menschen nicht immer so scheint, wenn man auch meint, es sei menschlich nicht gut. Wenn einmal der Schleier fällt, dann wird man sehen, wie wunderbar Meine Wege sind, und wie Ich alles zum Besten Meiner Kinder gelenkt, geleitet und zugelassen habe.
Sage nur immer deinen Untergebenen und arbeite darauf hin, Mir immer ein freudiges Herz entgegenzubringen, auch inmitten der Trübsale, auch inmitten der Arbeiten, des Schaffens, auch inmitten des Wirkens. Du sollst sehen, daß sie glücklicher sind, als sich mit all den Kleinigkeiten abzugrämen. O ihr Menschenkinder, seht ihr denn nicht, wie gut Ich bin! O so kommt denn, beglücket Mein Herz, o kommt und leistet Mir Gesellschaft, freut euch und frohlocket, denn groß ist euer Lohn im Himmel. O kommt an Mein Herz, singt Loblieder mit Mir Meinem himmlischen Vater, Der Mich zu euch hinabsandte, Der Mich euer Bruder werden ließ, um euch gleich zu sein, um Mich mit euch freuen zu können, um mit euch leiden zu können. Vergeltet Mir doch die Liebe, daß ihr freudig mit Mir leidet und freudig mit Mir liebt. O kommt, ihr Menschen, vereinigt euch mit Mir. Und du Kleine, komm, jetzt will Ich dir zeigen, welche Freude beginnt im Himmel, der einstimmt in den Triumphzug Meiner streitenden Kirche auf Erden.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 310 ff.

 

82 Herz-Jesu-Fest 1896

„Und eine einzige Seele, die Mich wahrhaft liebt, übertönt tausend andere, die Mich nicht lieben.“

Jesus: „Nun gibt es aber so viele Menschen, die auf Erden leben, die störend einwirken, die da störend eingreifen auf dieses Flammenmeer, durch die Gotteslästerungen und Verwünschungen, die sie Meinem Herzen entgegenschleudern. Dadurch werden die Strahlen gehemmt, und es ist, als ob jemand Steine und Kot oder sonst andere Dinge in einen Feuerherd hineinschleudert, und es sprühen die Funken nach allen Seiten hinaus. Dies ist es, was Ich dir zeigen wollte. Das sind die Funken der Liebe, die um so mächtiger hineinschlagen für jene, die sich von Mir abgewandt, um so Mich zu entschädigen für die Beleidigungen und Entehrungen, die dem Herzen Meines himmlischen Vaters von jenen Gotteslästerern zugefügt werden.“

„O glückliche Seelen, die ihr bewirken könnt, das Herz eines Gottes zu entflammen.“

„O glückliche Seelen, die ihr bewirken könnt, das Herz eines Gottes zu entflammen. Noch nie hat das Feuer der Gottesliebe so hoch aufgelodert, sich so emporgeschwungen wie jetzt, wie Ich es dir gestern zeigte; denn in der ganzen Zeit, seitdem Mein Herz am Kreuz den letzten Tropfen hingegeben, war noch keine Gebetsarmee entstanden und hat die Weltgeschichte keine so große aufzuzeigen als gerade jetzt in diesem Jahr. Von allen Seiten strömen Meine Kinder herbei, Mein Herz zu entschädigen, Mir zu zeigen, daß sie noch Herzen haben, die Mir warm entgegenschlagen. Darum vergesse Ich den Undank so vieler Menschen, und eine einzige Seele, die Mich wahrhaft liebt, übertönt tausend andere, die Mich nicht lieben, das heißt, Mein Herz fühlt dermaßen eine Freude, daß es die anderen nicht zu achten scheint.

Um dieser einzigen Seele willen gibt Er dem ganzen Menschengeschlecht, was es für Leib und Seele notwendig bedarf, denn die Liebe eines Gottes ist nicht zu ergründen, auch wenn die ganze Welt Bücher darüber schreibt; denn der Abgrund Meiner göttlichen Liebe ist tiefer als der Abgrund des Meeres. Er ist nie zu erschöpfen, und in diesen Abgrund der göttlichen Liebe sollen alle Menschen versetzt werden.“

„Sie sollen in alle Ewigkeit schwimmen in dieser Liebe.“

„Sie sollen in alle Ewigkeit schwimmen in dieser Liebe. Sie sollen genährt werden an diesem Gottesherzen. Ja, da ist es wohl der Mühe wert nachzudenken, zu reden, zu schreiben. Wie vieles wird unnötig nachgedacht, geredet, geschrieben, um ein eitles, vergängliches Vergnügen sich zu verschaffen, um Satan eine Freude zu machen. Ist es da nicht der Mühe wert, um des Reiches Gottes willen zu denken, zu reden, zu schreiben?“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 325 ff.

 

86 Fest St. Peter und Paul 1896

„Ich will, daß die hochheilige Messe, wo Mein Kreuzestod erneuert wird, sie jedesmal erinnern soll, mit Wem sie jetzt verkehren und Wer sich jetzt zu ihnen herabwürdigt.“

Jesus: „Sei ruhig, Meine Tochter! Ich sehe alle deine Tränen, Ich schaue in dein Herz, Ich sehe deinen guten Willen, Ich weiß, daß du nicht betrogen sein willst, und daß du andere nicht betrügen willst. Ich weiß, daß du nur Mich suchst und sonst nichts. Aber sieh, Ich will ihn überführen, Ich will ihm zeigen, daß es jetzt noch Märtyrer gibt in Meiner Kirche, und zwar Märtyrer der Liebe. Diese Märtyrer der Liebe sind aber kostbar in Meinen Augen, sie sind kostbare Perlen für Meine Kirche.“

„Sage ihm nur, daß sein Weg der königliche Weg des Kreuzes sein muß.“

„Ja, sie sollen wissen, daß Ich es bin, Der dich leitet, Der die Anleitungen dir gibt, Ich bin es, Der all die Verhältnisse deines Lebens, deiner Gesundheit und deiner Seelenzustände ordnet. Sag ihm nur, er soll lesen, was Ich heute mit dir gesprochen habe und sich nicht unterstehen zu verurteilen, bevor er dich selbst gesehen, und dann möge er bedenken, daß die Wege Meiner treuen Kinder keine anderen Wege sind als diejenigen, die du gehst und die deine beiden Mitschwestern mit dir gehen, und die er gehen muß, wenn er zu Mir gelangen will, und die er auch geht. Sage ihm nur, daß sein Weg der königliche Weg des Kreuzes sein muß, weil er vielen Seelen vorangeht und viele auf ihn schauen..
Ich habe ihn an die Spitze der Schar vieler Kämpfer gestellt, die mit ihm vereint kämpfen sollen für Meine Rechte, die Ich bereits eingebüßt habe in der menschlichen Gesellschaft, die kämpfen sollen für ihren Glauben, da sie an der Spitze ihrer Gemeinde stehen und ihrer Diözese. Ich will ihm aber zeigen, wie der Weg sein soll, und daß man nicht durch den Beifall der Menschen eindringt in jenes Reich, das Ich gestiftet habe, denn Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Daher können sich die Reiche der Finsternis und des Lichtes nicht vertragen, müssen sich also unbedingt gegenseitig bekämpfen und sich widersprechen. Ich will aber, daß das Reich des Lichtes herrschen soll über das Reich der Finsternis, und dies kann nur geschehen, wenn man im Lichte wandelt.
Nur derjenige, der im Lichte wandelt, wird nicht anstoßen, er wird sein Ziel erreichen, ohne zu fallen. Er soll aber auch deswegen nicht auf die Irrlichter schauen, die um ihn umhergaukeln, und Irrlichter sind alle jene Geister, die ihn abbringen wollen vom geraden Wege. Ich will ihm zeigen, wo und wie der Friede zu finden ist. Friede sollen alle, die seiner Leitung unterstehen, Meinem Volk verkünden; denn sie sind die Friedensfürsten, und wenn sie nicht ganz durchdrungen sind vom Glauben, daß Ich unter ihnen bin und mit ihnen verkehren will, gerade so, wie Ich mit dir verkehre, wenn auch nicht immer in so auffallender Weise.“

„Aber Ich will Dank und Anerkennung von diesem Geschlecht.“

„Denn, daß Ich dir dieses Leiden gab und nach dem Leiden mit dir verkehren will, ist Meine weise Absicht, weil Ich nur die Priester darauf aufmerksam machen will, wie der Weg zu befolgen ist, daß Ich nicht gekommen bin, die Leiden zu entfernen, und daß Ich auch nicht unter ihnen wohne, um alle Leiden von der Erde hinwegzunehmen; denn leidensunfähig werden die Menschen nur, wenn sie eingegangen sind in die triumphierende Kirche. Aber Ich will ihnen zeigen, daß es ein untrügliches Kennzeichen ist, daß Ich den Menschen an Mich ziehen will und an Mich ziehen möchte, und daß Ich durch das Leiden sie zur Vereinigung mit Mir führe. Aber Ich will Dank und Anerkennung von diesem Geschlecht. Ich will, daß die hochheilige Messe, wo Mein Kreuzestod erneuert wird, sie jedesmal erinnern soll, mit Wem sie jetzt verkehren und Wer sich jetzt zu ihnen herabwürdigt.“

„Ich bin es, Der die Engel hinabstürzte in den Abgrund, aus dem Reiche des Lichtes in das Reich der Finsternis, weil sie sich gegen Meinen Geist empörten, weil sie sich nicht unterwerfen wollten Meinen Ratschlüssen.“

Jesus: „Ja, da muß aber das Leben zeigen zwischen beiden Geistern, ob es dämonischer oder göttlicher Einfluß ist, muß das Leben die Entscheidung geben. Alle, die noch wenig begriffen haben, daß Ich diese Welt erschuf, daß Ich alles, was darauf ist, in das Dasein gerufen habe, daß Ich das Recht besitze, zu bestrafen und zu belohnen, müssen erkennen, daß es einen dämonischen und einen göttlichen Einfluß gibt. Ich bin es, Der die Engel hinabstürzte in den Abgrund, aus dem Reiche des Lichtes in das Reich der Finsternis, weil sie sich gegen Meinen Geist empörten, weil sie sich nicht unterwerfen wollten Meinen Ratschlüssen, die Ich mit der Menschheit vor hatte, oder will Mein Diener Mir auch dieses nicht glauben? Sag ihm nur, daß es auch ein Rätsel ist und ein Geheimnis, daß Ich die Engel sofort verstieß aus dem Himmel und den Menschen so viel Nachsicht gewährte. Nicht war, dies ist ein Geheimnis? Nehmt die ganze Geschichte des menschlichen Geschlechtes, alle Glaubens- und Sittenlehren, vor wie vielen Geheimnissen bleibt ihr stehen? Seid ihr nicht Schwachköpfe, daß ihr euch nicht beugen wollt vor einer Erscheinung? Ja, ja, das sind dämonische Einflüsse, und weil sich dieselben so breit machen in diesem Jahrhundert, warum sollte auch Ich Meinen treuen Dienern Meinen Geist nicht geben, warum sollte Ich sie nicht auch beeinflussen, warum nicht mit jenen verkehren, die sich ganz Mir schenken?“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 341 ff.

 

89 Montag in der großen Gebetswoche 1896

„Meine lieben Kinder, liebet die Demütigungen, die über euch kommen.“

Jesus: „Es gibt nur wenige, die Mich im Leiden lieben; im Genuß wollen Mich alle lieben. Liebe doch das Leiden. Wenn du in der Kirche Mich genießest, zahle Ich dir den Lohn gleich aus. Wenn du aber gerne die Kirche besuchen wolltest, aber durch Krankheit oder sonst nach Meinem Willen für Mich beschäftigt oder verhindert bist, dann hebe Ich den Lohn für die Ewigkeit auf. Das sage auch deinen beiden Freundinnen. Meine lieben Kinder, liebet die Demütigungen, die über euch kommen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 353 ff.

 

94 Vierter Donnerstag im Juli 1896

„Wo die Welt überflutet ist durch die Greueltaten des Freimaurertums, des Liberalismus und Sozialismus.“

Jesus: „Seht, Meine Kinder, wie Ich Mich gesehnt habe, zu euch zu kommen, wie Ich Mich gefreut habe auf die Stunde, wo Ich mit euch verkehren könne. Erlaubt mir doch, zu euch zu kommen! Seht, Ich war gekommen, den Willen Meines himmlischen Vaters zu erfüllen, die Kranken zu heilen, die Betrübten zu trösten, die Schwachen zu stärken, die Mutlosen aufzurichten. Wenn Ich von der Arbeit sehr müde war und Mein menschliches Herz sich trösten wollte, so zog Ich Mich zur Erholung zurück in irgendeine liebende Familie, am liebsten zu Meinen treuesten Freunden, zu Lazarus, Maria und Martha. Diese sollt ihr Mir jetzt sein. Erlaubet Mir daher, zu Meinem Trost zu euch zu kommen, wo die Welt überflutet ist durch die Greueltaten des Freimaurertums, des Liberalismus und Sozialismus.“

„Ich bin das Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und den Menschen.“

Seht, unter den Millionen Menschen, wie wenige suchen Mich! Wie wenige sind es, die Mich suchen. Ihr aber sucht Mich und Meine Liebe. Darum ist es Meine Freude, mit euch zu verkehren, aber Ich will die Menschheit zurückführen zu Meinem himmlischen Vater. Darum wohne Ich im Allerheiligsten Altarsakrament, denn seht, Ich bin das Bindemittel zwischen Meinem himmlischen Vater und den Menschen. Ich will vom Allerheiligsten Sakrament des Altares aus alle mit einem Band der Liebe umschlingen und alle, welche sich umschlingen lassen, sollen gerettet sein.
Du aber, Meine Tochter, werde nicht mutlos, wenn du auch noch harte Wege gehen mußt in deiner Familie.“

„Ich werde immer für dich sorgen, kümmere dich um nichts.“

Ich bin Derjenige, Der die Lilien des Feldes kleidet, Der die Vögel des Himmels nährt und den Füchsen ihre Höhlung gibt. Du sollst nie Mangel leiden, Ich werde dich bekleiden, deshalb habe Ich dich heute hergeführt. Wie Ich kein Heim hatte, so sollst du kein Heim haben, weil du Mein Leben nachbilden sollst. Freue dich, daß du kein Heim hast und Mir ähnlich darin sein sollst. Wie Ich Mich in eine treue Familie zurückzog, siehe, so bist du auch hier daheim. Ich werde immer für dich sorgen, kümmere dich um nichts. Lasset euch von den Menschen belachen und Meine Diener über euch spötteln, glaubt es, daß Ich mit euch verkehre, denn Ich bin es wirklich. Es bleibt nicht immer so, wie es jetzt ist.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 360 ff.

 

110 Erster Donnerstag im September 1896

„Denn Sie war die Morgenröte der nahenden Erlösung, Sie war die Mittlerin, die Miterlöserin aller Menschen.“

Jesus: „Ja, Meine Tochter! Du weißt nicht, warum du uns heute siehst, uns beide (Jesus und die liebe Mutter Gottes), die dein ganzes Sein und Denken und Streben ausmachen sollen. Siehe, morgen feiert die Kirche den Tag, der Meinem menschlichen Herzen geweiht ist, den ersten Freitag, und Ich habe dir am Feste Mariä Himmelfahrt gesagt, daß du und deine beiden Mitschwestern der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Ersatz leisten sollt für so viele Menschen, die nicht einmal daran denken, die nicht einmal glauben, daß durch Meine Mutter alles Heil in die Welt gekommen ist, denn Sie war die Morgenröte der nahenden Erlösung, Sie war die Mittlerin, die Miterlöserin aller Menschen. Wer erkennt dieses noch? Wer erinnert sich noch daran, was Meine Mutter der Menschheit geworden ist, in welch enger Beziehung Sie zu der Menschheit steht, mit welcher Liebe und Hochachtung die Menschen auf Sie schauen sollten?“

„Unzertrennlich sind Wir Beide für diejenigen, die überhaupt noch glauben wollen, daß sie in sich eine unsterbliche Seele tragen.“

„Darum will Ich dir das alles ins Gedächtnis zurückrufen, was Ich dir gesagt am Mariä-Himmelfahrtstag. Deshalb siehst du Uns Beide, Mich zusammen mit Meiner Mutter. Unzertrennlich sind Wir Beide für diejenigen, die überhaupt noch glauben wollen, daß sie in sich eine unsterbliche Seele tragen. Heute aber will Ich dich vorbereiten, Meine Tochter, auf das große Fest der Geburt Meiner heiligen Mutter. Siehe, du bist unglücklich, wenn du nicht so mitmachen kannst wie deine beiden Mitschwestern, du mußt aber wissen, daß Ich dich zum Leiden bestimmte, und du in der Familie stehst. Und Ich will durchaus nicht, daß diejenigen, die Mir dienen – in denen Ich etwas Besonderes wirken will, die Ich erwählte, um durch sie etwas durchzuführen, die Ich zu einem besonderen Werkzeug brauchen will – Sonderlinge sein sollen. Nein, das will Ich nicht!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 388 ff.

 

112 Vigil Mariä Geburt 1896

„Und doch tut man, als ob es eine Schande wäre, ein Glied dieser Kirche zu sein.“

Jesus: „Komm, Meine Tochter! Komm mit Mir!“

Barbara: „Und ich werde hineingeführt in ein Haus, und ich sehe zwei ehrwürdige Gestalten. Es ist die heilige Anna und ihr Gemahl Joachim. Und ich sehe das ganze Zimmer erfüllt mit himmlischen Geistern. Freudestrahlend knien die glücklichen Eltern inmitten des Zimmers. Und ich sehe das holde, liebe Kindlein in der Wiege. Ja, wahrhaftig, diese Geburt hat der ganzen Welt Freude gebracht. O mein Gott!“

„Siehst du die Geburt dieses gnadenreichen Kindes? Es ist Meine himmlische Mutter.“

Jesus: „Es reut Mich, den Menschen geschaffen zu haben. Alles, alles habe Ich getan an diesem Geschlecht, und alles ist vergebens. Niemand ist da, der noch nachdenkt in seinem Herzen. Siehst du die Geburt dieses gnadenreichen Kindes? Es ist Meine himmlische Mutter. Siehst du, was Ich getan, alles ist vollendet, das Werk ist vollendet, das Werk der Erlösung, das am heutigen Tag beginnen sollte. Wo sind die Menschen, die Mir dafür danken? Wo sind die Menschen, die auch noch in sich hineingehen und nachdenken in ihrem Herzen? Tun sie nicht alle so, als ob sie ewig leben wollten?

Siehe, Ich habe dir die Mission, den Auftrag gegeben, die Menschen daran zu erinnern, was die Feste Meiner Kirche zu bedeuten haben. Wo sind die Menschen, die sich daran erinnern lassen wollen? Siehe, wie es die Diener Meiner Kirche machen, um gar nicht in ihrer Ruhe gestört zu sein, um ja nicht einen Fingerzeig zu sehen. So wie sie es machen an dir, so tun alle übrigen Menschen an Mir! Siehe, das ist das große Verderbnis der Zeit, das alles überflutet, weil niemand mehr die Wahrheit wissen will, weil niemand mehr der Wahrheit auf den Grund schauen will. O die leichtfertigen Menschen, Fleisch von Meinem Fleisch, Blut von Meinem Herzblut! Und doch tun sie, als ob es gar nicht gewesen wäre. Wie not tut es der Zeit, daß die eifrigen, die guten und treuen Seelen zusammenhalten, sich gegenseitig ermuntern, und doch tut man, als ob es eine Schande wäre, ein Glied dieser Kirche zu sein. Darum werden die Zeiten immer tiefer hineingesenkt in den Strudel, der alles mit sich fortwirbelt; doch es soll nicht so bleiben, Meine Kinder!“

„Es kommt die Zeit, wo man in jeder Kirche die heilige Kommunion empfangen wird, wo nur ein Priester steht; und dies ist die Zeit des Lichtes.“

„Werdet nicht müde, es kommt eine andere Zeit, es kommt die Zeit der Gnade und des Lichtes wieder, das Senfkörnlein, das in der Erde verfault, es sproßt neu empor und wird zu einem herrlichen Baum, an dem viele sich laben sollen. Es kommt die Zeit, wo man in jeder Kirche die heilige Kommunion empfangen wird, wo nur ein Priester steht; und dies ist die Zeit des Lichtes. Meine Diener werden bald einsehen, wo sie ihr Volk noch halten können. Siehe, man redet offener und freier auf der Kanzel, und das ist recht so. Ich habe dir voriges Jahr gesagt, daß sie hintreten sollen vor die Mächtigen der Erde und sollen sie an ihr Unrecht erinnern. Ich habe dir noch nicht lange gesagt, daß das Übel von den Dienern Meiner Kirche ausging, und zwar in jenem Zeitalter, wo Meine Kirche reich war, wo sie zuviel Gold und Silber besaß, und die es zu verwalten hatten, waren üppig und gaben Festgelage. Es fehlten nicht die Großen der Erde, sich zu vereinigen mit den Kirchenfürsten. Und da wurde gezecht und gut gelebt, aber nicht gedacht, wie Meine Ehre zu fördern sei.

„Als aber dann der Sturm kam, wo eine neue Lehre sich bilden wollte, eine Irrlehre, da wurde vieles, vieles hinweggeschwemmt.“

Das nahmen die Mächtigen, die Gewalthaber, die Könige und Fürsten, in sich auf. Als aber dann der Sturm kam, wo eine neue Lehre sich bilden wollte, eine Irrlehre, da wurde vieles, vieles hinweggeschwemmt, weil alles locker war in den Herzen der Großen und Mächtigen, und Meine Kirche litt unendlichen Schaden. So wie das Gift allmählich eindrang bis in die niederen Schichten der Menschheit, in die niedersten Klassen, bis alles Blut verdorben war, bis in die letzte Faser des Menschen, so muß es auch allmählich wieder ausgehen. Darum wundere man sich nicht und werde nicht irre, weil es gar so langsam geht. Ich habe Meiner Kirche versprochen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden, und eher werden Himmel und Erde vergehen, als Meine Worte vergehen werden.“

„Seht, wie Ich Mich am Altare täglich mit euch vereinige.“

„Und wieder habe Ich gesagt, daß Ich alle Tage bei euch bin bis zum Ende der Welt. Darum, ihr Diener der Kirche, hört die Stimme eures geliebten Meisters. Ihr seid die Berufenen. So wie das Gift allmählich eindrang und ausging zu der Zeit, wo Meine Kirche so viele Schätze besaß, so soll jetzt das Licht aus eurer Mitte hervorgehen. Jetzt, wo Meine Kirche arm geworden ist, jetzt, wo sie sich rühmen kann, sie habe nichts, wo sie ihr Haupt hinlegen könnte, so wie ihr Herr und Meister, denn ihr Land, ihr Eigentum, ist das eines anderen geworden. Arm ist sie, wie Ich Selbst arm war, als Ich auf Erden gewandelt bin. Darum habe Ich noch nie, seit dem ersten Anbeginn ihrer Entwicklung, mit solchem Wohlgefallen auf sie herabgeschaut wie gerade jetzt, wo sie Mir am ähnlichsten ist, Meine jungfräuliche Braut! Darum kommt, ihr Priester, an Mein Herz! Seht, wie Ich Mich am Altare täglich mit euch vereinige. Kommt, euch habe Ich berufen, das Werk wieder zu erneuern, das Werk, das Ich gestiftet, Mein Reich nämlich. Ihr seid berufen, das Gift wieder zu entfernen. Es geht gar so langsam, darum fangt an, werdet nicht müde, fangt an mit jeder Seele, die noch Vertrauen hat; fangt an mit jedem Keimchen, das ihr in dem Erdboden findet, dieses Keimchen zu pflegen, zu pflanzen und zu begießen mit dem Tau der Gnade, die Ich in eure Hand gelegt.

„O schlingt das Band um sie, das Ich euch gegeben habe, das Liebesband, das ausgeht aus dem Allerheiligsten Sakrament des Altares durch die heilige Kommunion.

„Werdet nicht müde, habt Geduld, seid langmütig. Tretet hin vor die Großen der Erde, wie Ich euch oft gesagt, sprecht offen mit ihnen, schämt euch nicht, Christusträger zu sein, ermuntert eure Brüder, einer den andern, denn es ist an der Zeit, weil Satan wutschnaubend gegen euch ist. Harret aus, Meine Söhne, harret aus, denn Ich werde euch nie verlassen. Du hast jetzt nichts mehr zu tun, als daß du Mir ein williges Gehör schenkst. Alles andere tue Ich.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 393 ff.

 

115 Vigil St. Michael 1896

„Je reiner das Wesen ist, je näher es seinem Schöpfer zugesellt und beigestellt ist, desto heißer der Kampf, den es gegen Satan führt.“

Barbara: „O Erzengel Michael, ich grüße dich durch das Allerheiligste Herz Jesu Christi und vereinige meine Bitten mit den deinigen. O du, unser Schutzpatron und Streiter im Kampf mit den Feinden unseres Heiles, sag mir, bringst du mir Botschaft von meinem Herrn?“

Michael: „Siehe, meine Tochter! Du bist manchmal so ungehalten und so traurig, wenn etwas nicht nach deinem Wunsch und Willen geht, wenn Kreuze kommen in der Familie, wenn du dahin gestellt bist, wo du nicht gern stehst. Du bist unwillig, wenn andere neben dir stehen, die dir entgegen sind, dir in die Quere kommen. Aber siehe, dein Leben soll das Leben der ganzen heiligen Kirche, ja der ganzen Menschheit versinnbildlichen, denn so wie dein Leben, ebenso ist die ganze Schöpfung seit dem Sündenfall. Siehe, ich bin einer jener glückseligen Geister, die schon lange erschaffen waren, bevor die Menschen erschaffen wurden. Friede herrschte in dem Reich des Lichtes, wo ich wohne, und nichts störte die himmlische Ruhe, und unaufhaltsam lobte der Geist eines jeden seinen Schöpfer, bis die Sünde eintrat, bis jener stolze Luzifer mit seinem Anhang das Reich des Lichtes verdunkelte, und es entstand der erste Streit in der Schöpfung; denn bevor die Welt erschaffen war, da waren schon die reinen Geister, es gab schon eine Schöpfung, zu der ich gehöre. Es war dies der erste und größte Streit, der je gesehen worden und je gesehen wird, obwohl er nur geistig vor sich ging. Ihr müßt wissen, je reiner das Wesen ist, je näher es seinem Schöpfer zugesellt und beigesellt ist, desto heißer der Kampf, den es gegen Satan führt, weil ja die Liebe dieser großen Geister erhabener und größer sein muß. Und die Liebe dieser Geister – dieser Geschöpfe – war größer, als alle Menschen zusammen lieben können, denn sie liebten ihren Herrn mit reiner, uneigennütziger Liebe, und diese Liebe war um so heftiger und größer, je größer der Haß der anderen Partei war, und es entstand ein Ringen und Kämpfen, und hinab ging es mit diesen abtrünnigen Geistern, es ward Licht in den Räumen, aber doch eine stille Wehmut blieb in den Gemütern und Geistern zurück, als sie ihren vorher so treuen und lieben Brüdern nachschauten. Diese Sehnsucht bewog ihren Herrn und Gott, den Menschen zu erschaffen und recht bald zu erschaffen, um an den Menschen wieder Seine Freude zu haben und zu vollenden, was Er eingebüßt hatte an den Engeln. Du mußt wissen, Gott will nicht die Sünde, aber Er läßt sie zu. Wir alle sind Seine Geschöpfe und doch so glücklich, teilzunehmen an Seiner Glückseligkeit, die ewig, ewig dauert.
Nun ist aber ein großer, himmelweiter Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf, und Seine unendliche Majestät verlangte und mußte verlangen, daß zu ewigen Zeiten es Seinen Geschöpfen zur Warnung hingestellt sein sollte, daß Er wenigstens eine Prüfung von ihnen verlangen könne, die Geschöpfe nämlich sich einer Prüfung unterziehen mußten, weil sie ja die Glückseligkeit des Schöpfers teilen sollen. Weil es jedoch ein bloßes Geschöpf ist, aus Seiner Hand hervorgegangen, muß dieses Geschöpf sich die Glückseligkeit gewissermaßen verdienen, darum die Prüfung. Der himmlische Vater legte uns, Seinen Dienern, einen Plan vor, den Er von Ewigkeit her beschlossen hatte, denn ihr alle sollt wissen, daß im Himmel, wo wir wohnen, eine Gemeinschaft herrscht, ein heiliger Friede, ein Band, das alle so eng an seinen Herrn anschließt, daß es, wie man sich auszudrücken pflegt, um menschlich zu reden, eine einzige Familie ist. Und wie in einer guten Familie ein guter Vater nichts tut, ohne erst seine Familie, seine Kinder in Kenntnis zu setzen, sie um Rat und Zustimmung zu bitten, damit dann an dem Plan, den er ausführen will, alle sich um so mehr erfreuen können, wenn ihm sein von ihm ausgedachter Plan gut gelingt, so ist es und so war es, als der himmlische Vater den Plan allen Himmelsbewohnern vorlegte, daß Er eine Welt erschaffen wolle, und in diese Welt ein Geschöpf setzen wolle, zum Herrn über die Schöpfung. Weil Er aber dieses Geschöpf – den Menschen – mit Fleisch umgeben werde und dieses aus der Erde genommen, wird es den Menschen abwärtsziehen. Dann werde eine Zeit kommen, wo der Mensch sich gegen Ihn empören werde.
Da trat die Zweite Person der Gottheit vor den himmlischen Vater und vor alle Himmelsbewohner und zeigte ihnen ein Geschöpf, das an Schönheit, Reinheit und Liebenswürdigkeit den ganzen Himmel mit allem, was darin ist, außer der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Selber, die ganze übrige Schöpfung weit übertreffe, und daß aus diesem Wesen Er geboren sein wolle, um so im menschlichen Fleische, in der Knechtsgestalt, die Sünde wieder zu büßen und zu sühnen. Dies sahen nun die empörten Geister, die Engel, die sich schon lange gefielen in ihrer Schönheit. Wie, sagten sie, wir sollen ein Geschöpf anbeten, das weit unter uns steht, wir sollen diesen unseren Gott, Der da Fleisch annehmen will und Sich diesen Geschöpfen gleichmachen will, in Menschenhülle anbeten? Und man beschloß, nie und nimmer das zu tun. Und diese Geister enthüllten ihren Plan den Gleichgesinnten und beschlossen, sich zu trennen, weil sie wähnten, Gott gleich zu sein. Siehe, ich und die Guten, die mir folgten, die meiner Fahne folgten, führten Krieg gegen die rebellischen Geister und schleuderten diese abtrünnigen Engel in den Abgrund. So war es im Himmel, wo nichts herrscht als Liebe, Friede und heilige Freude, wo eine Glückseligkeit ist, ohne Zahl und Maß. Nun nimm dir aber, du armseliges Evaskind, diese unwirtliche Erde, dieses Tränental, das es geworden ist seit der ersten Sünde – denn die Schöpfung, wie sie aus Gottes Hand hervorging, war auch ein Paradies, herrlich und schön, wenn auch nicht zu vergleichen mit der himmlischen Stadt, wo Gott wohnt, doch war es ein Abglanz jenes Reiches – nimm die vielen Kämpfe, die die Erdenpilger von Tag zu Tag kämpfen müssen und sieh, ob es da nicht notwendig ist, nach jemandem sich umzusehen, der immer die richtigen Mittel zu treffen weiß. Und dies hat die heilige Kirche erkannt und mich deshalb zu ihrem besonderen Schutzpatron erwählt.
Die Welt ist gottlos geworden. Das ist es, was ich dir zeigen wollte, weswegen ich dir erklären wollte den ersten, großen Streit, der gewesen ist in der Schöpfung. Wenn im Reich des Lichtes, wo nur Liebe, Freude und Friede herrscht, eine Empörung stattfand gegen ihren Herrn und Gott, wie wäre es anders zu erwarten unter den niederen Geschöpfen? Siehe, der Himmel ist geräumt, die Abtrünnigen sind ausgeschieden, viele, viele Plätze sind leer, aber nicht lange, und andere werden die Plätze einnehmen, und dies seid ihr, ihr armen Erdenpilger. So ist es und so bleibt es, wenn die Geschöpfe sich auflehnen gegen ihren Schöpfer. So ist es jetzt auch wieder. Es ist ein Streit entbrannt in der ganzen Schöpfung, ein Sturm tritt heran, der die ganze Schöpfung wieder erschüttern soll. Ausgeschieden sollen viele werden, der Weizen soll gesiebt, das Unkraut ausgerottet und ins Feuer geworfen werden. Es ist an der Zeit, da die Menschen gottlos geworden sind, und nur noch wenige glauben, daß es wirklich einen Schöpfer gibt.

Darum will ich dir sagen, daß eine Zeit kommen wird, wo auch die Guten sich fragen werden: ja ist es denn möglich, daß Gott dies alles über uns kommen lassen kann? Man will wissen, ob denn auch die Guten gestraft werden. Ja, ja, sage es nur jenen, die es wissen wollen, daß auch die Guten mit gestraft werden, nicht aber zu ihrem Verderben, als ob sie es verdient hätten, sondern weil durch sie andere wieder gerettet werden sollen, und weil durch ihr geduldiges Leiden die Trübsale abgekürzt werden. Auch werden die Gottlosen sehen, daß selbst diejenigen, die Gott immer treu gedient haben, die Strafe mit erleiden und dennoch mitten in der Trübsal ruhig ihre Wege gehen. So werden diese in sich gehen und viele werden gerettet werden.
Siehe, das ist das große Geheimnis, weswegen auch die Guten leiden müssen. O sage es allen katholischen Kindern, o sage es jenen treuen Seelen, die noch an ihrem Glauben hängen, welchen Wert das Kreuz hat, wenn viele Kreuze in die Familie kommen, wenn sie heimgesucht werden. Kostbar ist die Zeit der Leiden für die Menschheit, weil die Guten um so reichlicher belohnt werden. Die Ewigkeit ist lang genug, all das zu vergelten, was der Mensch gelitten auf Erden. Was aber noch mehr ist, all die Leiden einer frommen Seele nützen nicht nur ihr selber, sondern auch ihren Mitmenschen, und wer auch nur etwas tut und ein einziges Fünkchen seines Glaubens in sich birgt, dessen Seele soll gerettet werden, um der Verdienste dieser frommen Seelen willen. Das ist das große Geheimnis des Gebetslebens, des Sühne- und Leidenslebens, das fromme Seelen in der Kirche Gottes führen. Ehe der Sohn Gottes auf der Erde erschien, kannte man dieses Geheimnis nicht, weil man Sühne, Opfer und Leiden nicht kannte. Nun, seitdem das Opfer auf Golgotha vollbracht wurde, seit der Plan durchgeführt ist, den der Herr uns, Seinen Geschöpfen, darlegte an jenem großen Tag, wo der erste Kampf im Himmel vollzogen wurde, seitdem ist dieses Geheimnis erschienen.
Ja, werdet nicht müde, ihr Kinder der katholischen Kirche, zu kämpfen, zu leiden, zu sühnen für eure Brüder. Harret aus im Kampf, und wenn Trübsal über euch hereingebrochen ist, die alle Menschen hart fühlen sollen, dann bedenket, was ich dir gesagt habe: Der Weizen soll gesiebt, die Guten sollen ausgeschieden werden von den Gottlosen, und viele Plätze werden leer werden in der heiligen katholischen Kirche.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 405 ff.

 

126 Mariä Opferung im November 1896

„Werden die Geheimnisse einer frommen Seele so hingestellt, als wäre alles nur Fanatismus und Hysterie.“

Jesus: „Euch aber, Meine Kinder, will Ich dies zum Trost sagen, daß ihr euch nicht sollt irremachen lassen. Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo sich die Priester ganz in ihre priesterliche Gewalt zurückziehen. Das ist die Ursache, warum sie sich nicht um Seelen kümmern, die mit Mir verkehren. Sie beschränken sich lediglich darauf, ihre priesterlichen Funktionen auszuüben. Zwar ist es keine Bosheit, sie meinen, dadurch die Lehre der Kirche rein zu erhalten. Das ist aber sehr betrübend für Mein liebendes Herz, daß die Priester durch ihr Benehmen so eine Eisdecke über die ganze katholische Welt ausbreiten.

Ihr aber, Meine Kinder, geht nur ruhig weiter und kümmert euch um nichts. Die Priester ziehen sich ganz in ihr Haus zurück und vergraben sich darin. Dieses Haus, welches du siehst (sie sah ein Haus inmitten eines schönen Parks mit herrlichen Blumen und Zierpflanzen um das Haus), ist die priesterliche Gewalt. Diese Blumen und Ziergewächse rings um das Haus sind die treuen Seelen, die ihren Worten glauben, ihr Leben danach einrichten und dann der übrigen Menschheit zum Muster und Vorbild dastehen.
Viele haben sich von jeher sehr erbaut an den Seelen, die sich so fest an die Kirche anklammern, aber durch das Zeitungsgeschrei werden die Geheimnisse einer frommen Seele so hingestellt, als wäre alles nur Fanatismus und Hysterie. Die Priester aber wollen sich um gar nichts kümmern, was zur Zierde ihrer priesterlichen Gewalt beitragen kann. Sie wollen nur einfach die ihnen übertragene Gewalt ausüben, und doch sind nur die frommen Seelen die Zierde des priesterlichen Standes, weil diese der Welt zeigen durch ihr Beispiel, was die Priester durch ihr Wort lehren. Zur jetzigen Zeit ist aber eine solche Eisdecke über die Menschheit ausgebreitet, daß niemand mehr sich an solchen Seelen erbaut. Wenn die Welt sich erbauen will, so heißt es, das sind Phantasten, hysterische Personen, die muß man unbeachtet lassen, und daher kommt das arge Verderben. Es kann kein Beispiel mehr durchdringen, denn sie sagen, nein, ich will kein Phantast werden, und so stürzen sie sich wieder in die Welt.

Gerade so wenig wie die Priester sich euch annehmen, so wenig sollt ihr euch darum grämen, daß sie euch verachten. Solange dich nichts abzieht vom katholischen Glauben und der Lehre der Kirche, mußt du wissen, daß es echt ist.

Ich muß jetzt einen ganz anderen Weg einschlagen mit diesen Seelen und mit den Priestern. Diejenigen, welche die Worte lesen, sollen doch urteilen, ob ein Mensch aus sich das erdenken und ersinnen kann. Sie reiben sich monatelang an einer Frage, die gar nichts nützen kann. Statt dessen sollten sie die Schönheiten der Kirche besprechen, die Guten bestärken, die Lauen aufrütteln. So hätte Ich mehr Wohlgefallen, als daß sie alles zerstören. Das Beispiel, das Ich dir gezeigt bei der Wahl, das ist die ganze Kirche. Nur das Gebet der frommen Seelen hat bewirkt, daß die Priester die Energie bekommen haben, jeder in seiner Gemeinde tüchtig zu arbeiten. Das ist das Beispiel Meiner heiligen Mutter, wie Sie Sich mit den Aposteln vereinigt. Sowenig der Priester ohne das Gebet der frommen Seelen auszurichten vermag, so wenig hätten Meine Apostel geleistet, wenn Ich Meine Mutter gleich zu Mir genommen hätte.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 448 ff.

 

143 Zweiter Freitag im Januar 1897

„Ich bin ein Gott der Wahrheit, und Wahrheit und Lüge können nicht zusammen in einem Herzen wohnen.“

Jesus: „Meine Tochter! Ich habe dir gestern gesagt, daß du unbekümmert sein sollst über all die Dinge, die da vorgehen auf der Welt. Ich habe dir schon vor langer Zeit gesagt, daß das die erste Strafe ist, die Ich hereinbrechen lasse über das Menschengeschlecht, weil es abgewichen ist vom rechten Weg: Das große Zerwürfnis in Meiner Kirche selbst, daß die besten Meiner Kinder sich zerfleischen unter sich, die Priester unter sich, die Guten unter sich, das Volk unter sich, und das selbst unter denjenigen, die Ich Mir erwählte, die Ich Meinen Kindern vorstellen will, daß Ich wirklich unter euch wohne.

Ich habe dir gesagt, und Ich sage dir noch einmal, daß selbst unter diesen sich allerlei einschleicht, was Meines Geistes nicht ist. Ich habe jene Jungfrau erwählt und in frühester Kindheit sie an Mich gezogen, Ich habe sie auf das Schmerzenslager geworfen, Ich habe sie eingeführt in Meine Geheimnisse, um durch sie der Welt die triumphierende Kirche vorzuführen. Ich habe sie in Verbindung gesetzt mit Meiner triumphierenden Kirche, aber ihr Geist hat sich eingemischt mit der Zeit, und der Geist des Stolzes, der in jedem Glied Meiner Kirche, in jedem Fleisch steckt, ist nicht genug zu bekämpfen, wenn der Mensch ihm Vorschub leistet, oder wenn ihm Vorschub geleistet wird von irgendeiner anderen Seite her. Dann wird das Übel stärker in dem Menschen und der Mensch kommt allmählich auf Abwege, ehe er es vermutet.
Und nun kann Ich aber doch eine Seele, die auf Abwege geraten ist, aber dies nicht durch sich allein, sondern durch Einwirkung anderer, auch nicht bestrafen und nicht sagen, sie ist verdammt und sie ist nicht mehr zu retten, noch kann Ich das, was Unrecht an ihr ist, für Recht annehmen und Meinem Volk vorstellen. Nein, nein, Ich bin ein Gott der Wahrheit, und Wahrheit und Lüge können nicht zusammen in einem Herzen wohnen. Die Jungfrau soll eingeführt werden in Meine Kirche. Es haben sich Mißgriffe eingeschlichen, Mißtöne, die nicht von Mir herrühren, die ein anderer Geist wirkt, und Meine Diener, die dies nicht glauben wollen, sollen erst einmal der Wahrheit Zeugnis geben. Sie sollen als treue Diener Meines Herzens bedenken, daß sie doch, obwohl ihr Eifer nicht zu tadeln, obwohl sie seeleneifrige Diener Meiner Kirche sind und Ich ihren Eifer loben muß, auch einmal Rundschau halten in ihrem eigenen Herzen und sehen, ob ihr Eifer für die Jungfrau A. nicht ein allzu übertriebener Eifer ist, ob nicht, indem sie wähnen, Mich zu suchen dort bei der Jungfrau, sie nicht vielmehr sich selbst suchen, ihre Eigenliebe.“

„Ihr aber, Meine Diener, sollt wissen, daß Ich über jedes Meiner Kinder wache, daß Ich ein Auge habe, ein Vaterauge, das sieht auf die Guten und auf die Bösen, das Nachsicht haben muß mit jedem Seiner Kinder.“

„Sie sollen sich einmal eine Entsagung auferlegen und somit der Wahrheit Zeugnis geben, daß sie nur Mich allein suchen, jener Jungfrau aber zu wissen tun, warum sie nicht mehr kommen, sie hinweisen auf ihre Seelsorger, die Ich ihr an die Seite gestellt, unter deren Obhut sie sich befindet. Ihr aber, Meine Diener, sollt wissen, daß Ich über jedes Meiner Kinder wache, daß Ich ein Auge habe, ein Vaterauge, das sieht auf die Guten und auf die Bösen, das Nachsicht haben muß mit jedem Seiner Kinder.

Bedenket, Meine Diener, so viele gelehrte Geister gibt es, die doch gute und fromme und brave Diener sind in Meinem Reich, die nicht einmal begreifen wollen und glauben und annehmen, was Ich durch ein unerfahrenes Geschöpf rede, durch ein unwissendes Mädchen rede, und dieses im Geist übe, wo doch ein jeder Mensch glauben muß, daß Ich im Geiste zum Geiste rede, und daß dieses gar nicht gegen die Vernunft ist und vernunftwidrig sein muß, die aber dennoch daran herumdeuteln.
Ja, sage Meinen Dienern, die dir vorwerfen, der Teufel sei in dir und rede neben Mir, sage es ihnen, wie viele es denn glauben und annehmen, daß Ich solche Dinge wirke, wie sie in A. gewirkt werden. Vor allem soll die Jungfrau sich ihren Vorgesetzten unterwerfen. Dies verlange Ich als ein Gott der Einigkeit und des Friedens. Wenn dann Meine Diener sich dennoch sträuben und die Jungfrau nicht annehmen wollen, dann erst ist es an der Zeit, daß ihr euch einmischt, und es wird dann auch niemand mehr Anstoß nehmen an dem, was dort geschieht.“

Barbara: „O Herr, die ganze Welt ist ja so erschüttert, so viele Dinge gehen vor, die man nicht begreift, auch die besten Katholiken werden irre. Wo soll das hinführen?“

Jesus: „Daran müßt ihr nicht irre werden. Ihr sollt geradeaus gehen, nicht rechts und nicht links schauen, und solange sich niemand um euch kümmert, ruhig weiterfahren wie seither. Sobald es aber einem Meiner Diener gefällt, dich aufzusuchen, sich zu überzeugen von der Wahrheit, dann sollst du dich ruhig hingeben und nicht tun wie jene Jungfrau. Nur dann bleibt echt, was Ich wirken will. Ich habe euch zusammengeführt, weil es gar zu notwendig ist, daß einer den anderen unterstütze, und weil Ich die Kirche vor Irrtum und Schaden bewahren will. Nach und nach schleicht sich das Übel ein und schließlich, wenn auch lange Zeit verborgen, kommt es ans Tageslicht, und vieles wird dann verdorben unter den Schwachen. Meine Kirche weiß schon, ihre Kinder zu behandeln.

„O möchten doch alle, die es lesen, erkennen, wie unendlich gut Ich bin, und sich anschließen an den Bund, den Ich mit euch geschlossen habe.“

„Du aber verbringe deine Tage, anstatt zu grübeln und dich abzuhärmen, in Danksagung zu und in Vorbereitung auf neue Gnaden; denn siehe, wie Meine schützende Hand über dir ist und wie Sie dich führt und leitet. Ich werde dich nicht aus der Hand geben, denn da, wo du bist, kannst du nicht irregehen. Ich habe dich auf fette Weide gestellt und das Schäflein, das hier weidet, kann sich Tag für Tag sättigen, es kann an der Quelle, die da sprudelt fort und fort, ihren Durst stillen nach Gerechtigkeit und Liebe. O möchten doch alle, die es lesen, erkennen, wie unendlich gut Ich bin, und sich anschließen an den Bund, den Ich mit euch geschlossen habe. Sie sollen Meine Worte bedenken und sehen, wie wenig Ich verlange, wie treu Mein Vaterauge wacht über alle Seine Kinder, wie Ich diejenigen, die auf Abwege geraten sind, zurückführen will zu Meiner treuen Herde, wie Ich jedem Mein Herz offenhalte, damit es hineinschlüpfe durch diese kleine Pforte. Ihr müßt wissen, daß Ich nur zu treuen Seelen, zu gläubigen Herzen rede.
Das, was Ich mit euch rede, gilt nicht der ungläubigen Welt, gilt nicht jenen Herzen, die abgewichen, die ausgetreten sind aus Meinem Schafstall. Diese könnten Meine Worte, die so viel Güte und Nachsicht in sich bergen, nicht einmal begreifen. Ihr aber, Meine Kinder, ihr könnt sie wohl begreifen, die ihr Tag für Tag hineinschaut in das Licht, die ihr schöpft aus der Quelle, die nie mehr, nie mehr für euch versiegen wird, bis Ich euch einführen werde vom Glauben zum Schauen in unendliche Glückseligkeit. Nur sollt ihr Mir jene, die draußen stehen, durch euer Gebet, durch euer Sühne- und Opferleben zurückführen.
Meinen Dienern aber sage Ich, daß sie nicht irre werden sollen an dem, was sie gelesen, was sie so spitzfindig herauslesen aus den Offenbarungen, die Ich ihnen durch euch übersenden ließ über jene Jungfrau, an der sie mit besonderer Vorliebe hängen. Sie sollen wissen, daß Ich sie bestimmt habe, viele, viele Schäflein zu weiden und auf gute Weide zu führen, und daß deswegen ihr Herz muß geläutert werden, gereinigt und gesiebt von jenen Leidenschaften, die allen Menschen ankleben, und auch sie sollen sich an die Brust schlagen und sollen sprechen: ,mea culpa’, und mit dem Zöllner: ,Ich bin ein armer Sünder’. Und jenes Kind Meines mystischen Leibes, das wähnt, nicht mehr der Gefahr ausgesetzt zu sein, das wähnt, es sei so hoch auf dem Gipfel der Vollkommenheit, daß es nicht könne zurückfallen in den Kot einer niederen Leidenschaft, ist schon getäuscht und ist schon gefallen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 1 Seite 510 ff.

    Inhaltsverzeichnis

 

Barbara Weigand

IM GEBET

Über den außerordentlichen Gebetsgeist und Gebetseifer der frommen Jungfrau Barbara herrschte bei allen, die sie kannten, nur eine Stimme. „Die hat beten können, das muß man ihr lassen“, so äußerte sich dem Verfasser († Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner ) gegenüber ein alter Schippacher Mann, der an Alter nur um vier Jahre hinter Barbara stand und seine ganze Lebenszeit in Schippach verbrachte. Er wollte damit den Eindruck wiedergeben, den er von dem Mädchen gewonnen hatte. In Mainz bringt sie ganze Tage im Gebete zu, wenn ihr die Schwägerin in geschäftsruhigen Zeiten freigibt. An solchen Tagen kniet sie stundenlang vor dem Tabernakel oder sie wallt von einer Kreuzwegstation zur anderen. Ihre Beichtväter stimmen in dem Lobe überein: sie ist eine große und fromme Beterin. Als solche war sie in der Stadt bekannt. Bezeichnend hierfür ist eine Bemerkung von Luise Hannappel in ihrem
selbstgeschriebenen Lebenslauf an das Ordinariat Würzburg, wo sie von ihrem Bekanntwerden mit Barbara erzählt.
Nach dem Tode ihrer Mutter habe sie deren Seele in das Gebet recht vieler frommer Personen empfehlen wollen. Da habe ihr eines Tages ihr Dienstmädchen gesagt: „Ich weiß noch eine gute Beterin, das ist die frömmste in der ganzen Stadt.“ Diese Beterin war Barbara Weigand. Sie blieb es bis zu ihrem Tode. Noch an ihrem Grabe rühmte ihr Pfarrer:
„Wieviel hat sie in ihrem langen Leben gebetet und wie innig und andächtig vermochte sie zu beten! Wer Zeuge ihres Betens sein konnte, der war erbaut von ihrer Frömmigkeit. Das war eine urwüchsige, kernige Art zu beten, das war echte kindliche Frömmigkeit!“ Über Barbaras Tagesordnung während der Fastenzeit findet sich einmal der Eintrag:

„Während der heiligen Fastenzeit betet Babett den ganzen Morgen ununterbrochen von einhalb sechs bis zwölf Uhr, von zwölf bis vier Uhr hilft sie in der Hausarbeit und betet dann wieder von vier bis acht Uhr abends.“ Selbst mitten in der größten Arbeit betet sie, wie uns eine Augenzeugin berichtet, „Während Tante Babett die Kartoffeln schälte, hatte sie den Rosenkranz am Arm hängen und betete so jeden Tag drei Rosenkränze mit Litanei in der Küche vor.“ Der Verfasser († Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner ) dieser Schrift kann als ihr ehemaliger Pfarrer den Gebetsgeist der Greisin aus eigener Wahrnehmung bestätigen. Wenn ich früh das Gotteshaus in Schippach betrat, wanderte Barbara schon von einem Kreuzwegbild zum andern, und wenn ich abends noch einen kurzen Besuch im Schippacher Kirchlein machte, traf ich im Halbdunkel die Greisin vor dem Tabernakel knien und beten. Als sich im Jahre 1887 die Jungfrau, beunruhigt ob der inneren Stimme, um Rat und Auskunft an ihren Beichtvater P. Ambros O. Cap. wandte, schickte sie dieser zu einem Arzt, der jedoch keine Spur einer Krankheit an ihr finden konnte und ihr deshalb nur das Rezept verordnete: nicht soviel in die Kirche laufen und nicht so viel beten. Barbara empfand das Beten allezeit nicht so sehr als die Erfüllung einer Pflicht, als vielmehr als süßes Glück, weil „beten heißt: dem innersten Zug des Herzens folgen und der Quelle aller Güter sich nahen“. Im Beten fand sie Glück und Frieden.
Barbara wird nicht müde, in eifrigem Lobgebet Gott und Seine Güte zu preisen. „Wie gut, wie gut ist Gott!“ Dieser Ausruf entringt sich immer wieder ihrem frommen Herzen. „O, so kommt denn mit mir, ihr meine Freundinnen, ihr alle, die ihr den Herrn Jesus liebt, kommt und seht, wie süß Er ist, kommt und seht, wie schön Er ist, kommt und lobet und preiset Ihn mit mir! O, wie unendlich schön! O Herr, gib mir Worte, um Dich zu loben, ein Herz so groß und weit wie die ganze Welt, verteile es sovielmal als es Menschenherzen gibt, damit ich für alle Menschen Dich lieben, loben und preisen könne! Ihr Menschen, warum liebt ihr nicht, warum jagt ihr so eitlen, vergänglichen Dingen nach, die euch nichts nützen können! O, schließt euch an mit mir an dieses heiligste Herz, o wie ruht sich‘s hier so gut!“
Die Geheimnisse des Kirchenjahres lebte sie mit einer Auffassungsgabe und einem Verständnis mit, das selbst ihren größten literarischen Gegner in Erstaunen versetzte und zu dem Eingeständnis zwang: „Man möchte ja Barbara Weigand um die Gabe beneiden, wie sie die Gedanken des Kirchenjahres oft in kühnster und überraschendster Weise in die betrachtende Form von Zwiegesprächen mit Jesus, Maria und den Heiligen zu kleiden und auf alle möglichen Lebensverhältnisse anzuwenden versteht!“ Einem solchen Lobe aus dem Munde ihres Gegners braucht nichts hinzugefügt zu werden.
Mit Vorliebe verweilte Barbara in der Betrachtung des Leidens Christi. Schon als Mädchen in Schippach drängt sie zur Beschaffung von Kreuzwegbildern in ihrem Heimatkirchlein, wie ihr noch im Jahre 1898 bestätigt wird: „Sieh, wie du einmal den Wunsch äußertest bei deinem Beichtvater, du hättest gern den Kreuzweg eingeführt in deiner Dorfkirche, wie Ich so bald deinen Wünschen entgegenkam, weil Ich wußte, daß niemand den Kreuzweg eifriger betete als du.“
An ihrer Andacht erbauten sich Priester und Laien. Als P. Alphons O. Cap., damals Provinzial der rheinischen Ordensprovinz, im Jahre 1895 von Luise Hannappel um sein Urteil über Barbara gebeten wurde, antwortete ihr der Pater: „Ich beobachte diese Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese da.“ Dasselbe bestätigt sein Nachfolger P. Bonifaz, als ihn P. Felix Lieber am 28. Februar 1910 um Aufschluß bat: „Auf mein Befragen“, so berichtete P. Felix dem Verfasser, „über das persönliche Betragen Barbaras bemerkte er mir, daß er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Klosterkirche zu Mainz so andächtig den Kreuzweg ging, ohne sich durch die vielen Leute, die vor den Beichtstühlen standen, auch nur im geringsten stören zu lassen.“ Pfarrer Weihmann von Schifferstadt rühmt in seiner Eingabe vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Stuhl ebenfalls diese Andacht der Jungfrau: „Bei einem Kreuzweg, den sie laut und frei aus dem Herzen vorbetete, war ich von ihrer zarten Christusmystik ganz ergriffen.“ Vor einer Kreuzwegstation versinkt Barbara erstmals in ekstatische Verzückung.
Kreuzweg, Tabernakel und Kommunionbank bilden die Lieblingsgebetsstätten der Jungfrau. Vor dem Altare bringt sie ganze Tage im Gebete zu, besonders zur Zeit des Ewigen und Vierzigstündigen Gebetes. An Fronleichnam ist sie der Welt entrückt und empfängt hohe Gnaden. Ihre Anmutungen vor und nach der heiligen Kommunion sind lieblich und wonnetrunken; in trauter Zwiesprache schüttet sie vor ihrem Herrn und Meister Herz und Seele aus. Die Sehnsucht nach dem eucharistischen Heiland spornt sie zu größten Opfern und heroischem Mute an, wie ihre nächtlichen Wanderungen von Schippach nach Aschaffenburg und ihre Übersiedlung nach Mainz beweisen. Dem heiligsten Herzen Jesu ist sie in inniger Liebe zugetan. In einer Novene zum heiligsten Herzen im Juni 1871 findet sie Erleuchtung und Klarheit über ihren künftigen Beruf. Schon als Mädchen in Schippach kauft sie ein Bild des heiligsten Herzens für ihr Kirchlein, muß aber dafür öffentliche Rüge durch ihren Pfarrer hinnehmen.
Innig fleht sie zum hl. Johannes, der als erster am Jesuherzen ruhen durfte: „Lieber heiliger Johannes, ich grüße dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte dich, da du der erste warst, der an diesem Herzen ruhen durfte, nimm doch alle meine Armseligkeit, mit der ich belastet bin, und opfere sie in Vereinigung mit den Verdiensten, mit deiner Liebe, mit der Reinheit deines Herzens und Leibes, mit dem süßen Gottvertrauen, mit dem du dich deinem Herrn ganz ergeben, und opfere alle meine Armseligkeiten, meine Wenigkeit dem Herrn auf und bitte ihn, Er möge mich doch so, wie Er dich an diesem Herzen ruhen ließ beim letzten Abendmahl, recht ausruhen lassen, mich diese Pulsschläge fühlen lassen, damit ich ganz und gar mir selbst absterbe und nur Ihm allein lebe. Lieber heiliger Johannes, da ich doch mitten in der Welt stehe und manche Zeit so schwere Bürde zu tragen habe, daß es unmöglich ist, nicht befleckt zu werden, so sei doch mein Trost und meine Stütze und führe mich recht oft herbei zu diesem Herzen!“ Schmerzlich empfindet sie das Eifern mancher Priester gegen den Sendboten des heiligsten Herzens und gegen die Einführung der „Heiligen Stunde“. Dem Heiligsten Herzen weiht sie den Gebetsbund, den sie mit ihren Getreuen schließt, den „Eucharistischen Liebesbund vom heiligsten Herzen Jesu.“
Maria verehrt sie wie ein Kind seine Mutter. Sie versäumt keine Marienandacht. Im Stübchen zu Schippach betet sie gemeinsam mit den Geschwistern vor ihrem Maienaltärchen. In Mainz versinkt sie vor dem Muttergottesbild in ihrer Kammer in heilige Ekstase – des Sinnes für die Zeit beraubt. Sie pilgert wiederholt zu den Gnadenstätten Mariens: nach Röllbach, auf den Engelsberg, nach Dieburg, nach Marienborn, nach Gonsenheim, nach Altötting, nach Bornhofen, nach Gutenbrunnen, nach Lourdes.

Mit den Heiligen hält sie traute Zwiesprache; in deren Prüfungen findet sie Trost für das eigene Erleben; ihrer Fürbitte vertraut sie Sorge und Leid, dem heiligen Josef hält sie neun Mittwoche. Wie rührend kann sie mit dem Schutzheiligen ihrer Heimatkirche, dem heiligen Antonius von Padua, reden! Er muß ihr helfen, wenn immer es sie niederdrückt. Wir glauben es ihr gerne, wenn sie ob ihrer Bemühungen um den Kirchenbau in Schippach einmal schreibt: „Viel habe ich in dieser Meinung zum lieben heiligen Antonius gebetet.“ Die Unschuld der Jugend empfiehlt sie dem heiligen Aloisius und dem jungfräulichen heiligen Josef.
Ihr Schutzengel ist ihr treuer Freund und Begleiter. Ganz verwundert hört sie, daß ihr zum Lohn für ihre Treue gegen das heiligste Sakrament ein Schutzengel höherer Ordnung gegeben wurde. Zu ihm betet sie mit Inbrunst und Vertrauen: „Lieber heiliger Schutzengel und heiliger Vater Franziskus! Gehet hin und überbringt mein armseliges Gebet der lieben Muttergottes, und Du, o liebe Mutter, tauche es in das kostbare Blut Deines vielgeliebten Sohnes und mache es vollzählig aus dem Wert der heiligen fünf Wunden, und so gereinigt und geheiligt, bringe es in der Vereinigung mit dem Gebet aller frommen Seelen und der ganzen heiligen Kirche der heiligsten Dreifaltigkeit dar und verwende es nach Belieben!“
Das Gebet wird bald geläufig in ihrem Kreise und erscheint am fünften Freitag im März 1900 in der folgenden Fassung: „Jetzt, lieber heiliger Schutzengel, nimm mein armseliges Gebet und Tagewerk und trage es in die Hände der lieben Muttergottes. Und Dich, o liebe Mutter, bitte ich, Du wollest alles ersetzen, was mangelt, und es eintauchen in das kostbare Blut Jesu Christi und es reinigen, vervollkommnen und vollwertig machen aus dem Wert der hochheiligen fünf Wunden und Deiner Verdienste und Tugenden, und es vereinigen mit dem Gebet und den Werken aller Heiligen des Himmels und aller Frommen und Gerechten auf Erden, und so dem himmlischen Vater aufopfern für die Anliegen der heiligen Kirche, besonders des Heiligen Vaters, für die Bekehrung der Sünder, besonders derer, die heute sterben, zum Trost der Armen Seelen, für meine Anliegen und das Wohl aller meiner lieben Angehörigen.“
In den Schriften der Barbara Weigand ist nachzulesen, daß der Heiland Selbst es gewesen ist, Der diese beiden Aufopferungsgebete Barbara Weigand diktiert haben soll. In ähnlicher Fassung, so wie wir es auch heute noch verbreiten, als Aufopferungsgebet am Morgen und am Abend, erhielt es auch die kirchliche Druckerlaubnis und trat in Hunderttausenden von Exemplaren seinen Siegeszug durch das katholische Europa, ja sogar über den Ozean an, in zahlreiche fremde Sprachen übersetzt und von Bischöfen gebetet, empfohlen und mit Ablässen ausgezeichnet.
Barbaras Herz ist weltenweit. Es umfaßt alle, liebt alle und schließt alle in Fürbitte ein. Sie betet im Rosenkranzmonat „für all die großen Anliegen der heiligen katholischen Kirche“, „für diejenigen, die abgefallen sind von ihrem Glauben“, sie betet „für diejenigen, die das Licht des Glaubens noch nicht besitzen, für die Heiden, die Ungläubigen, auch für die Lauen und Kalten“. Bischöfen und Priestern gilt ihr besonderes Gebet. Ihrem frommen Gebete empfehlen sich Ungezählte aus nah und fern in den Bedrängnissen des Lebens und Berufes: Gesunde und Kranke, Geistliche und Laien, Bischöfe und Priester. Alle erwarten sie Hilfe von oben, auf die Fürbitte der großen Beterin. Bischof Ferdinand von Schlör von Würzburg weiß die Macht ihres Fürbittgebetes ebenso zu schätzen wie Bischof Hugo von Mainz, der „seine liebe Tochter Barbara“ mit freundlich gehaltenen Briefen auszeichnet und sie um ihr frommes Gebet in seinen bischöflichen Sorgen anruft. Sie betet für die Männer, die Frauen, die Arbeiter, die Jünglinge, die Jungfrauen. „Mein Jesus, ich empfehle dir die Männer, gehe doch ein und bleibe in ihnen. All ihre Verdienste, ihr bitten und beten, all die Arbeiten und Mühen dieser Männer und all die Sorgen dieser Familien in Vereinigung mit all der Sorge, die Du hattest um das Heil der unsterblichen Seelen, damit sie würdig zur hl. Kommunion gehen.“ „Ich empfehle Dir alle Frauen der Stadt Mainz, die morgen ihre Osterkommunion halten; o laß nicht zu, daß eine unwürdig hinzutritt!“ „Ich empfehle Dir all die frommen Seelen, die Jungfrauen auf der ganzen Welt, in denen noch ein reines Herz schlägt; bewahre sie in Deiner Liebe und in der Unschuld, gib Dich ihnen zu erkennen; gib mir eine Sprache, die durch die ganze Welt dringen könnte, die man hört von Ost bis West, von Süd bis Nord, daß Du von allen geliebt werdest auf Erden. Ihr Jungfrauen, ihr Jünglinge, kommt alle, vereinigt euch mit mir, harret aus!“ „Mein Jesus, ich bitte Dich für alle Jungfrauen dieser Stadt, daß sie heute und morgen noch recht gute Beichten ablegen.“ „Mein Jesus, ich empfehle Dir auch die Kinder, die Dich dieses Jahr zum erstenmal empfangen.“

Sie betet für alle Bedrängten. „Mein Jesus, sieh, es wenden sich so viele Menschen mit allerlei Bitten an mich, sie sind so bedrängt und haben so viele Anliegen. Ich bitte Dich, lindere doch den Armen, den Gläubigen, die großen Leiden, womit ihr Herz bedrängt ist. Erbarme Dich, ich bitt Dich, für die Allerbedrängtesten, die so wenig zeitliche Güter besitzen, daß sie ihr Brot mit der Hände Arbeit verdienen müssen.“ „Ich empfehle Dir alle christlichen Familien, besonders die arme Frau, die mir heute abend so geklagt hat. Ich empfehle Dir meine Schwester in Augsburg und die ganze Genossenschaft.“ „Ich bitte Dich für die heilige Kirche. Gib mir eifrige Priester, tausend heilige Priester.“
Ganz innig betet sie für die Kranken. „Ich empfehle dir auch alle, die in Gefahr sind, eine Todsünde zu begehen, daß Du sie davor bewahren mögest.“ „Ich empfehle Dir auch alle, die in Gefahr sind eines schnellen Todes zu sterben; mögest Du doch dein Herz öffnen und alle darin verbergen! Durch Deine Todesangst erbarme Dich der Sterbenden! Ich empfehle Dir auch alle Armen Seelen.“ „Ich empfehle Dir auch die neugeweihten Priester, für die ich Dir meine Leiden aufopfere.“ „Liebe Mutter, erflehe uns von Deinem lieben Sohn mehr Gnaden für die Sünder. Ich will nicht mehr bitten um Abwendung zeitlicher Übel; wenn es Deinem Sohn so gefällt, will ich zufrieden sein, aber erwirke uns mehr Gnaden für die Sünder. Weil Satan so eifert, so wollen auch wir mehr eifern, unsere Gebete verdoppeln und unsere Leiden inniger vereinigen mit den Leiden Christi, und alles für die Sünder aufopfern. Erflehe uns doch, liebe Mutter, für alle Menschen die Gnade, daß, wer auch nur einmal in diesem Monat dem Rosenkranz beiwohnt, die Gnade der Bekehrung zu erlangen!“ „Barmherzigkeit, mein Jesus, so vielmal als Wassertropfen im Meere, Barmherzigkeit, mein Jesus! So viel Gräslein in den Wiesen, so viel Blätter an den Bäumen, so viel Sandkörner am Meere, so viel Stäubchen in der Luft, so viel Fischlein im Meere, so viel Schritte je ein Mensch getan, so viel Silben je ein Mensch gesprochen, so viel (Text verstümmelt) in Vereinigung mit allen lieben Engeln und Heiligen: Barmherzigkeit für die Sünder!“ „Liebe schmerzhafte Mutter, lege Du Dein Fürwort ein für all die Sünder, die Deinen lieben Sohn nicht mehr empfangen in der heiligen Kommunion.“
Mit Inbrunst kann sie bitten für die Seelen im Fegfeuer. „O mein Jesus, Barmherzigkeit für die Seelen! O Jesus! Durch Deinen Tod und Dein Blut erlöse diese Armen Seelen aus der heißen Glut! O meine Mutter!

Durch den heroischen Liebesakt bringe Du Deinem liebsten Sohn alles, was ich gelitten, in Vereinigung mit Deinem lieben Sohn und bringe ihm alles, was alle Menschen in der ganzen Welt gelitten, alle heiligen Messen, alle Gebete und guten Werke, den ganzen Schatz der heiligen Kirche für diese Seelen.“
Über all dem vergißt die Jungfrau keineswegs das Bittgebet für sich selber; denn sie weiß nur zu gut, wie wir früher sahen, wie sehr der Mensch der Hilfe von oben bedarf. Von dem Irrtum der Quietisten, daß beschauliche Seelen keines Fürbittgebetes bedürften, ist Barbara völlig frei. Sie fühlt sehr wohl die Notwendigkeit der helfenden Gnade Gottes und betet darum gar eindringlich um Erleuchtung, Erkenntnis, Wachstum in der Liebe, um Festigkeit und Ausdauer, um Demut und Herzensreinheit.
Mit ihrem frommen Fürbittgebet für die Sünder wußte Barbara in echt apostolischem Seeleneifer auch die Macht ihrer persönlichen Zusprache zu verbinden und hatte nicht selten das Glück, durch augenfällige Bekehrungen für das Werk ihrer geistlichen Barmherzigkeit belohnt zu werden. Auch Andersgläubigen erwirkte Babett durch Gebet, Sühne und gutes Beispiel die Gnade der Bekehrung. Der alte Julius Bopp von Schippach hatte recht, wenn er emphatisch ausrief: „Die hat beten können!“

† Msgr. Dr. Dr. Wilhelm Büttner, in seinem Buch „Barbara Weigand von Schippach – Ein Leben für Gott und Sein Reich“, 1978 in kleiner Auflage erschienen.

   Inhaltsverzeichnis

 

Belehrungen, Ermahnungen, Warnsignale – Am Beispiel Band 2


154 Zweiter Freitag im März 1897

„Entweder von Gott oder wider Gott!“

Barbara: „O mein Jesus! Bräutigam meiner Seele! Nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit seinen Neigungen, meinen Leib mit seinen Sinnen. O mein Jesus, von Herzen bereue ich alle Sünden meines ganzen Lebens, alle Nachlässigkeiten, die ich in Deinem Dienst begangen habe. Verzeihe mir, und was unrein ist in mir, das reinige Du mit Deiner Gnade! O komm, Geliebkoster meines Herzens. Suche heim Dein armes Kind, arm, verlassen, hilflos stehe ich vor Dir, nicht ein Wort, was ich vorzubringen wüßte, wenn Du es mir nicht eingibst. Ich danke Dir, o Herr, daß Du mich gewürdigt hast, diese Stunde wieder bei Dir zuzubringen.“

Jesus: „Meine Kinder, laßt euch nicht irremachen ob des Gebarens der Menschen, die Meine Diener sind. Ihr müßt wissen, daß sie in einer Welt stehen, die ganz und gar versunken ist in den Unglauben, in den Atheismus, der da Gott verleugnen will, der das ganze Licht der Gottheit verdunkelt, und an diese Stelle die Vernunft setzen will, die Vernunft eines armseligen Menschen. Seht in diese Welt hinein, und sie sollen das Licht erhalten und unterhalten, daß es nicht erlösche. Durch sie soll es, ja, es soll, und muß durch sie auf den Leuchter gestellt werden, damit die ganze Welt es sehen kann, und durch dieses Licht sich wieder erleuchten und erwärmen läßt. Ihr dürft es ihnen nicht verargen, wenn ihr hören müßt, daß selbst die besten Meiner Diener witzeln und spötteln; denn ihr sollt wissen, daß in ihrem Herzen sie ganz anders denken, als sie sich ihren Mitbrüdern gegenüber aussprechen. Seht, das ist es eben, weil sie es sich zu Herzen nehmen und die Sache nicht unter den Scheffel stellen und verbergen wollen, aber doch auch sich nicht so darstellen, als ob sie die Sache befürworten und befördern würden. Nur im Kleinen, nur unscheinbar wollen sie es verbreiten. Ich habe dir ja gesagt, daß du dich nie zu verantworten haben wirst, weder vor einem geistlichen noch vor einem weltlichen Gericht. Anders ging es aber nicht, wenn nicht auf diesem Weg. Du mußt wissen, als Ich unter den Menschen wandelte, war Ich nur in einem Gebiet in Palästina tätig und sichtbar, und es gelangte in kurzer Zeit durch die ganze Welt, aber gerade auf demselben Weg, wie hier bei dir durch die Tradition, dadurch, daß es ein guter Freund dem anderen zu wissen tat.

So durchwandelte Meine Gegenwart die ganze Welt, wenn auch nicht persönlich, aber doch durch den Mund anderer. So wird auch, was Ich mit dir rede, von Mund zu Mund gelangen, ohne Aufsehen, ohne daß du dich je vor einem Menschen wirst verantworten müssen. Ein jeder, der da eingeweiht ist in Meine Geheimnisse, der glaubt, daß Ich erschienen war unter den Menschen, daß Ich gekommen war, die Menschheit zu erlösen, der glaubt auch, sage Ich, daß nichts geschieht in der Schöpfung, ohne Meine Zulassung und ohne Mein Zutun.

Nur zwei Dinge gibt es in der Welt, die hereinleuchten von der anderen Welt, und das ist das Hereinleuchten der himmlischen Geisterwelt, die ausgeht aus Meinem Geist, und das Hereinleuchten der unterirdischen Geisterwelt, die ausgeht aus Luzifer, dem Antichrist. Entweder von Gott oder wider Gott! Ist es aber von Gott, so wird es auch bestehen, weil es übereinstimmt mit dem, was Gott geoffenbart hat, was Er in Seiner Kirche niedergelegt durch Seinen Sohn, bekräftigt und bestätigt hat, und durch die Kirche bekräftigt und bestätigt bis zum Ende der Tage. Ist nun das Hereinleuchten in einer Seele aus dem Reich Christi, aus Gottesreich, so wird es nur dann bestehen, wenn es einstimmt in das, was Ich gelehrt habe, als Ich auf Erden erschienen bin und in das, was Ich Tag für Tag in Meiner Kirche lehre.

Ist es aber nicht vom Reiche Christi, ist es vom Reich des Antichrist, dann wird alsbald hie und da (wenn auch eine Zeitlang scheint, als ob von einem guten Geist) sich etwas einmischen, woran man alsbald beim ersten Blick erkennen muß, wessen Geistes das Licht ist, das sich da ausbreitet. Es wird alsbald abweichen von der Lehre Meiner Kirche.

Nun aber habe Ich dir vor vielen Jahren schon gesagt, daß Ich dich als Werkzeug benützen will, weil Ich in der Welt die öftere heilige Kommunion eingeführt haben will. Denn nur so und nur dadurch, daß Meine Kinder mit Mir sich vereinigen, werden sie gerettet vom Unglauben und befreit bleiben von dem Strom der Zeit, der alles mit sich fortreißt. Die Diener Meiner Kirche haben es nicht angenommen in deiner Heimat.
Ohne zu wissen, zu was Ich dich bestimmt, habe Ich dich nun fortgeführt, hierher in diese Stadt, weil es hier besser gelegen scheint, Meine Absichten durchzuführen. Hören sie nun hier Meine Stimme nicht, die Ich durch dich rede, dann sind es andere, die Ich Mir erwähle, die weniger mit Menschenfurcht geplagt sind
, die tiefer eingedrungen sind in Meine Geheimnisse, die auch in der Kreuzesschule schon geübter sind; denn nur solche verstehen Meine Geheimnisse.

Nun aber sage Ich euch, Meine Diener, wo ihr euch befinden möget, glaubt ihr denn nicht, was Ich gesagt habe, daß kein Haar vom Haupte fällt wider Meinen Willen? Glaubt ihr denn nicht, daß erstens der gute Wille eines Menschen der Ausfluß Meines göttlichen Willens ist, und daß zweitens der gute Wille eines Menschen von Meinem Geist geleitet wird. Menschen sind es, durch die Ich Meine Geheimnisse der Menschheit erschließen muß, denn anders liegt es in Meiner Gottheit nicht. Wäre es anders, dann hätte Ich nicht den Himmel verlassen und wäre Selbst ein armer Mensch geworden, dann hätte Ich die Menschheit auf andere Weise erlöst. Aber so wenig Ich Meine Geheimnisse der Menschheit erschließen kann, der gefallenen Menschheit, ohne Zutun eines Menschen, so wenig wäre die gefallene Menschheit erlöst worden, ohne daß Ich Mensch geworden.
Die Menschheit ist ja erschaffen von Gott, dem Vater, durch Mich, Seinen Sohn. Die Menschheit ist also ein Geschöpf, das hervorgegangen ist aus Meiner Schöpferhand. Sie hat sich aber empört gegen ihren allmächtigen Schöpfer, sie hat Ihm den Krieg erklärt, sie ist von Ihm abgefallen, die Menschheit hat sich aufgelehnt; dieses armselige Wesen, das da gebildet ist aus Staub und Asche, empört sich gegen Seinen Schöpfer. Wie glaubst du nun, du armseliger Mensch, wäre es anders möglich gewesen, dich zu erlösen, dich einzuführen in die Kindschaft Gottes, die dich gleich machte mit Mir Selbst, du Erdenstaub? Und du willst Mir bis heute noch, nach neunzehn Jahrhunderten, den Krieg erklären, du, der du wähnst, Mein bestes Kind zu sein, der Ich dich hineingestellt unter dieses Geschlecht, damit du es leiten und führen sollst. Dir habe Ich den Hirtenstab gegeben, damit du Meine Herde auf fette Weide führen sollst. Aus deiner Hand werde Ich die Herde zurückverlangen. Dieser Hirtenstab wird dir zur großen Glorie gereichen im Himmel, er wird dir zur Zierde sein für die ganze Ewigkeit hindurch, unaussprechlich wird der Lohn sein, den dieser Hirtenstab dir einträgt, wenn du ihn trägst, wie Ich Meiner Dienerin gezeigt, wie ihn einer Meiner Diener trägt. Ich habe ihn dir gezeigt und du verstandest es nicht, du armseliges Menschenkind, was das bedeuten sollte und du wähntest, als ob er noch zur Würde eines Prälaten, eines Bischofs, emporsteigen solle. Aber nein, siehe, Meine Tochter, Meine Kirche soll wissen, daß jeder Meiner Diener, auch wenn es der letzte Kaplan ist im armen Gebirgsdörfchen, daß er vor Meinen Augen den Hirtenstab trägt und ein Bischof und ein Apostel ist, wenn er den Hirtenstab trägt in der Weise, wie Mein Diener N., daß er sich vor niemand scheut, offen und frei einzustehen für das, was Ich von dir verlange. Ich frage euch, Meine Diener, was sagt denn euch Paulus? Niemand kann sagen: ‚Herr Jesu‘, außer im Heiligen Geist.
Nun ja, warum behauptet ihr, die Worte Meiner Dienerin seien erdichtet, seien aus den Schriften genommen, die sie liest? Wenn ihr auf die Kanzel geschickt werdet mitten aus dem Leben heraus, aus den Geschäften heraus, Ich will sagen, von der Tafel, wo es recht lustig zugegangen, dann seid ihr gewiß nicht gestimmt, einen ernsten Vortrag zu halten vor Meinem Volk. Wie könnt ihr sagen, warum wähnt ihr, die Worte Meiner Dienerin rede sie aus sich, sie dichte, oder sie diktiere aus Büchern, wenn euch selbst ein Vortrag unmöglich ist, auf den ihr nicht vorbereitet seid. Nun kommt und seht, ob ein Mensch, den Ich erst solchen Leiden unterwerfe, imstande ist, einen Vortrag über Dinge zu halten, von denen er nichts weiß.
Begeistern will Ich euch, beleben euren Glauben, befestigen euer Vertrauen, daß ihr unerschüttert steht in dem Sturm, der um euer Haupt wirbelt, denn furchtbar wird das Getöse sein, das Geheul, der Sturm, der über Meine Völker ergehen wird, und es wird die ganze Kraft eures Willens kosten, um nicht erschüttert zu werden. Ihr werdet wohl ob der Dinge tieferschüttert sein, aber eben darum sollt ihr die Worte hören, die Ich an euch richte, ihr sollt die einzigen sein, die Meine Kinder aufrichten und erhalten sollen im Glauben, welche die Kinder hinführen zur Quelle, wo sie wieder das Leben finden werden, und durch euch, und nur durch euch, indem ihr unerschüttert steht mitten unter den Schwankenden, mitten unter der gefallenen Menschheit, soll Meine Kirche wieder aufblühen und zu neuer Blüte und zu einer Zierde gelangen, wie sie noch nie gestanden unter den Völkern.
Durch Meine Diener soll sie auf jenen heiligen Berg gestellt werden, von wo aus die ganze Welt sie sehen wird, und alle Völker werden herbeikommen, und sich unter ihren Fittichen verbergen, und alle Oberhäupter werden ihren Nacken beugen und ruhen unter dem Schatten dieses Baumes und sich laben an den Früchten, die er hervorbringen wird, und so und nur dann wird ein Schafstall und eine Herde werden.

Ich sage euch, Jahrhunderte und Jahrtausende habe Ich schon durch Menschen zu euch geredet und gesprochen von der Zeit, die da kommen wird; denn Mein Auge überschaut alle Zeiten und die ganze Ewigkeit. Es weiß und sieht von Geschlecht zu Geschlecht, wie die Dinge sich gestalten, es hat hineingeschaut in die Zeit, in der ihr lebt und euch vorbereitet, und bereitet euch jetzt immer noch vor. Darum, Meine Diener, erhebt euch, bewaffnet euch mit dem Schild des Glaubens, mit dem Panzer des Vertrauens! Setzt ein euer ganzes Gemüt und gebt es hin der Liebesglut Meines göttlichen Herzens, damit in jedem Meiner Diener zur Wahrheit werde, was das Wort ausspricht, das ihr traget: Ihr seid die Gesalbten! Und was ist denn ein Gesalbter? Ein Gesalbter heißt soviel, wie Christus Selbst heißt. Wohlan, Mein Diener, ein anderer Christus bist du.
Stehe jetzt dem Feind gegenüber, was Ich Herodes gegenüber war, als man Mir das Spottkleid umwarf; stehe einem Pilatus gegenüber und sage ihm die Wahrheit, auch dann noch, wenn er fragt: ‚Wahrheit, was ist denn Wahrheit?‘ Stehe einem Volk gegenüber, das heute dich zum Messias ausruft und morgen dich auf den Scheiterhaufen schleppt oder dir das Kreuz auflädt und ruft, ‚kreuzige ihn, er ist des Todes schuldig!‘

Zürne nicht der gefallenen Menschheit, Mein Diener, auch wenn sie dir das Herz zerdrückt, auch wenn sie dir schwarz wie die Nacht entgegenkommt durch ihren Undank. Du bist das Licht der Welt! Du trägst das Licht in deinem Herzen! Wohlan, wandle im Licht, auch mitten im Todesschatten.

Du aber, Meine Kleine, siehe, wie Ich dir all die Worte bewahre, die Ich an dich richte. Siehe, was du nicht verstehst, das warte nur ab, bis du es verstehst. Habe Ich dir nicht gesagt an Weihnachten, daß du mit Mir leiden mußt, bis die tolle Zeit vorüber ist, bis die Zeit kommt, wo Meine Kinder wieder in sich gehen, Meine Kinder hier in Mainz, die sich dem Heiligen Geist ganz und gar entziehen in dieser Zeit durch die vielen Sünden, die gegen den Heiligen Geist begangen werden, weil sie ihren ganzen Verstand dem Geist Gottes verschließen und dem Geist der Finsternis sich hingeben. Siehst du, wie Ich dir Wort gehalten?
Und gräme dich nicht, wenn Meine kleinen Diener, Meine schwachen Diener, Kinder sind sie, ja wahrhaftige Kinder sind sie, so muß Ich sie nennen dir gegenüber, lächeln und spötteln. Aber weil Ich gar so viel Nachsicht haben muß mit allen Meinen Geschöpfen, und weil Ich Mich richten muß nach den Bedürfnissen eines jeden, muß Ich auch so zufrieden sein. Darum, Meine Tochter, sei auch du zufrieden, du brauchst keine Hilfe, leide nur im stillen, und wenn alle dich verlassen, laß sie nur, es kommt die Zeit, wo es anders wird.

Du wirst in der heiligen Fastenzeit an jedem Freitag deinen Leib Mir zum Opfer bringen müssen, damit du an deinem Leib ersetzest, was so viele Glieder Meiner Kirche Mir versagen. Siehe, so viele Glieder Meiner Kirche, auch unter den besten Kindern, die sich wenigstens dazu rechnen, gibt es gar so viele, die nichts mehr wissen wollen von Meinen heiligen Geboten, die Ich durch Mich Selbst oder durch Meine Kirche gegeben habe, und für diese sollst du leiden. Aber freue dich, Meine Tochter, auf einen schmerzlichen Karfreitag folgt ein freudiger Ostertag und du wirst sehen, welche Freude Ich dir mache am heiligen Ostermorgen. Freuet euch alle, die ihr Mich liebt!

O ihr Armen, wo ihr euch auch befindet, seht, durch eure Armut, durch euer beschränktes Leben seid ihr die Einsiedler der Vorzeit, welche die Welt verließen in einer Zeit, wo es noch besser war als jetzt, um durch Handarbeit und Zurückgezogenheit sich Mir zu opfern. Seht, dieses seid ihr, ihr armes, kleines, verlassenes Volk, und das muß euer Trost sein, daß ihr durch die große Not, die ihr zu durchkämpfen habt, um euer kümmerliches Dasein zu fristen, diejenigen seid, durch die Ich die Welt noch retten will. Um euretwillen spreche Ich diese tröstlichen Worte durch Meine Dienerin, um euretwillen spreche Ich so durch Meine Diener zu euch, weil Ich euch trösten will, um euretwillen treibe Ich Meine Diener an, daß sie euch zu Meinem Tische laden.
Denn durch Meinen Leib und Mein kostbares Blut, das Ich euch mitzuteilen wünsche, will Ich euch trösten und unterstützen. Wenn ihr Mir durch euren Glauben, durch euer Vertrauen der Welt entgegentretet und standhaft bleibt in all dem Unglauben, dann seid ihr die Apostel Meines Herzens, dann seid ihr diejenigen, um derentwillen Ich die Welt retten will. O harret aus und steht fest im Kampf, steht fest in allen Bedrängnissen, die Ich euch zuschicke. Und warum schicke Ich sie euch? Weil ihr die liebsten Kinder Meines Herzens seid!

2„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 39 ff

 

162 Palmsonntag 1897

„Die Kirche muß aber den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist, bis der Tag anbricht, wo Er Seine Feinde zerschmettern wird.“

Maria: „Meine Tochter! Das grüne Gewand, das du siehst, bedeutet den Hoffnungsstrahl, der über der heiligen Kirche aufgeht, den aber der Heilige Vater Leo hervorgezaubert hat durch das Rosenkranzgebet. Ein neuer Glanz breitet sich aus über die Kirche durch die Ehre, die Mir der Heilige Vater zukommen läßt. Ich bin der Hoffnungsstern, und das Gewand bedeutet, daß durch Mich allein der Sieg der Kirche erfochten wird, und die Gläubigen sollen deshalb nur das Rosenkranzgebet recht pflegen. Je mehr die Kirche sich an Mich wendet, der Rosenkranz ist es, der diesen Hoffnungsstrahl hervorzaubert, wodurch die Welt soll gerettet werden.
Die Kirche muß aber den Weg wandeln, den Mein Sohn gewandelt ist, bis der Tag anbricht, wo Er Seine Feinde zerschmettern wird. Das Häuflein aber wird sehr zusammenschmelzen. Aber dann, wenn alles durchkämpft ist, dann wird die Welt umgestaltet, man wird Mir in Frieden dienen und niemand wird Meiner Kirche mehr entgegentreten. Freue dich, Meine Tochter, freue dich, beizutragen zu dem herrlichen Sieg. Das Reich Gottes soll siegen über das Reich Satans.
Du aber sollst das Werkzeug sein zu dem Anfang zu diesem Sieg. Und ihr alle, alle, die ihr glaubt an die Gottheit und an die Menschheit Jesu Christi im heiligsten Sakrament, ihr sollt in Standhaftigkeit Mitgehilfinnen sein zu dem Plan Meines Sohnes.“
63„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 80 ff.

 

167 Fünfter Freitag im April 1897

„Darum freuet euch und werdet nicht mutlos.“

Maria: „Meine Kinder! Ich bin gekommen, um euch zu sagen, wie sehr der Himmel sich freut und Ich mit ihm, mit allen Himmelsbewohnern, auf die schöne Maienzeit, auf den schönen Monat, der so recht passend Mein ganzes Leben versinnbildlicht. Die Kirche schmückt Meine Altäre mit frischen Blumen, den Erstlingsblumen der Natur, und jeder gute Christ richtet in seinem Zimmerchen, wenn es auch sonst noch so arm, noch so ungeschmückt ist, ein Altärchen zu Meiner Ehre.

Siehe, deswegen freut sich der Himmel, und Ich mit ihm, weil Mein lieber Sohn es wünscht, daß die Kirche Mich verehren soll, daß sie in dem Sinnbild der Blumen, welche Meine Altäre schmücken, sich an Meine Tugenden erinnern, Mein Leben nachahmen und in Meine Fußstapfen eintreten soll, mit einem Wort: Daß es viele Seelen gibt, die Mir nachfolgen, viele Jungfrauen, denn wo ein Altärchen aufgerichtet ist, da kniet auch eine Jungfrau davor, um Mich zu verehren, um Mich um Meine Fürbitte anzurufen. Siehe, das ist das große Geheimnis, das die Welt nicht kennt, das Geheimnis des Gebetslebens, das Ich Mein ganzes Leben lang in so reichem Maße geübt habe, und das alle diejenigen, die Mir nachfolgen, desgleichen tun werden. Darum komme Ich heute, um durch dich Meinen Dienern, die Mich ganz besonders zu ihrer Mutter und zu ihrer allerreinsten Braut erwählt haben, eine Freude zu machen, um sie zu trösten.

Ja, Meine Kinder, geht hin und sagt euren Brüdern, den Priestern der katholischen Kirche, daß sie sich freuen möchten, daß sie vergessen möchten all den Schmerz, all den Undank jener Kinder der katholischen Kirche, die ihrer Stimme nicht gefolgt, daß sie aber auch sich freuen sollen und nicht der Traurigkeit sich hingeben, weil die Traurigkeit gar große Übel mit sich bringt, jenes traurige Schicksal, dem alle diejenigen verfallen, die so tief herabgesunken, daß sie ihre Priesterwürde vergessen und sich in den Schlamm hineinstecken, wo sonst nur die armen, eitlen Weltkinder zu suchen sind.
Wäre es möglich, dort Meine Priester zu suchen? Und doch ist es möglich! Seht, Meine Kinder, und besonders ihr, Meine Diener, wie traurig dies ist, aber setzt euch hinweg, Meine Diener, denn Ich verspreche euch, daß sie noch sollen gerettet werden, die so sehr euren Schmerz hervorrufen.
Aber seht, das Unglück kommt von der Traurigkeit, der diese verfallen sind und ihr zu viel Platz eingeräumt haben in ihren Herzen. Sie unterlagen der Prüfung, die Mein Sohn an sie stellte, denn alle, die Mir nachfolgen, und auch Meinem Sohn, müssen auf dem Weg gehen, den Wir gewandelt sind. Trockenheit, Unlust zum Gebet, dazu die Reize der Welt und die Lockungen der verderbten Natur, und der Mensch ist gefangen. Und wenn er dann vergißt, Mich anzurufen, wenn er dann vergißt, daß Ich die Mutter des Guten Rates bin, dann ist es geschehen um solche Diener, sie wälzen sich in einer Leidenschaft, die ihrer Natur gerade am meisten zusagt, und fallen von einer Sünde in die andere.

Ich sage dieses, damit Meine treuen Diener in diesem Monat bei ihrer Freude sich fort und fort an ihre unglücklichen Brüder erinnern und beständig diese Meinem Herzen anempfehlen. Ja, sage es allen Priestern der Diözese Mainz, denn dem gemeinsamen Gebet kann Mein Sohn nicht widerstehen.

Euch aber, Meine Kinder, bitte Ich, über all die Kleinigkeiten, die euch so niederhalten, hinwegzugehen, sie zu vergessen und alles Mir in diesem Monat zum Opfer bringen für die Bekehrung der Priester, die auf Abwege geraten sind, denn die Zeit ist einmal so. Herausgewachsen, herausgenommen ist das Priestertum aus den sozialen Familien, aus dem Liberalismus, und hineingestellt in diese gottlose Welt. Wenn dann die Leidenschaft noch hinzukommt und das böse Beispiel, dann ist es geschehen um ein solches Herz.

Aber habt Nachsicht und Geduld, und traget täglich dieses Anliegen Meinem göttlichen Sohn vor, bei all der Freude, die ihr in diesem Monat mit Mir genießen sollt; es soll eurer Freude nicht abträglich sein, wenn ihr Meinem Sohn den Schmerz empfehlet, den Ihm solche Priester verursachen.

Ihr aber, Meine treuen Diener, ihr sollt an Meinem Mutterherzen ausruhen, denn ihr sollt wissen, daß Ich eure Braut bin, eure himmlische Gehilfin, eure himmlische Gemahlin, die alles mit euch teilt, Freud und Leid.

Seht, Mein Sohn ist so sehr beglückt wegen eurer Mühe und Sorgfalt, die ihr darauf verwendet, die verirrten Schäflein zurückzuführen. O wie begleitet Er eure Schritte, wie beflügelt Er euren Eifer, wie tritt Er mit euch auf die Kanzel und in den Beichtstuhl, um immerdar euer Helfer und Tröster zu sein; wenn der Mut sinken will, wenn die Kraft brechen will, dann erquickt und erfrischt Er euch von neuem wieder und ihr eilt darüber hin und wißt nicht, wie euch geschieht. Wohl merkt es euer erschlaffter Körper, eure erschöpften Kräfte; wohl fühlt ihr euch ermattet und abgespannt und wie vernichtet ob all der Last, die eure Schultern niederdrückt, weil ihr Tag und Nacht den verirrten Schäflein nacheilt, um sie in die Herde des himmlischen Schafstalls zurückzuführen, jedoch kein Wort, kein Pulsschlag, kein Schritt und Tritt soll und wird euch unvergolten bleiben.
Dies sage Ich zu eurem Trost, zu eurer Freude, damit ihr euch jetzt, nachdem ihr Wochen und Monate euch abgehärmt, auch erfreuen könnt. An so manchem verstockten Sünder seid ihr abgeprallt, all eure Liebe, mit der ihr ihm nachgegangen, all eure Sorgfalt, all eure Belehrungen, alles ist verloren, alles ist umsonst bei ihm, und dies erfüllt euer Herz mit Wehmut und Traurigkeit, die euch selbst nicht bewußt ist. Ihr seid müde geworden und deshalb bin Ich gekommen, um euch zu trösten, denn vergessen sollt ihr in diesem Monat all den Kummer, wie auch Mein lieber Sohn es vergessen muß.
Seht, hat Er nicht dem Menschen seinen freien Willen gegeben, seine drei Seelenkräfte, womit er wählen und wirken kann? Wählen soll der Mensch solange er lebt, zwischen Gut und Böse, und wirken soll er mit den Seelenkräften, und tut er es nicht, dann vergeßt ihn, den Gottlosen, den Armseligen; lachen wird der Herr zu ihrem Verderben, weil sie die Heimsuchung nicht gewollt, weil sie eure Stimme verschmähten. Ihr aber seid nicht bestimmt, immer zu trauern. Euch hat der Herr gesetzt zu Fürsten Seines Reiches, zu Ecksteinen Seiner Kirche, auf denen das ganze Gebäude ruht. Ihr seid die Säulen und die Grundfeste dieses Gebäudes. Darum steht auf und richtet euch nicht nach den Wegen der Gottlosen, richtet euren Blick nach dem Ziel, das euch gesteckt ist, und das euch niemals entweichen wird. Darum freut euch mit Mir, vorüber ist der Winter, der Frühling ist gekommen, Blumen sind emporgeschossen. Freuen sollt ihr euch, ihr Kinder der katholischen Kirche, an den Blumen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 116 ff.

 

169 Zweiter Freitag im Mai 1897

„Denn die Strafgerichte haben ihren Anfang genommen.“

Jesus: „Jetzt aber, hört, Meine Diener! Höre, du katholische Kirche! Höre, du katholisches Priestertum! Die Welt ist von Mir abgefallen, sie hat Mir den Rücken gekehrt. Darum muß Ich euch Meine Strafgerichte ankündigen und durch euch der Welt. Höre, du katholischer Priester, es wird nicht lange mehr dauern und man wird schreckliche Dinge erleben. So wie das Kind im Haus, in der Schule, in der Kirche, gegen seine Vorgesetzten, seine Lehrer, seine Eltern sich benimmt, so wird die ganze Welt in kurzer Zeit sich benehmen.

Reich wird gegen Reich aufstehen, der Untertan gegen seinen Herrscher;

Familie, Familienleben, Familienrecht wird nicht mehr bestehen, weil das Kind gegen den Vater, die Gattin gegen den Gatten, die Schwester gegen die Schwester gehen wird; nirgends mehr Friede und Ruhe außer da, wo man Mir dienen wird. Wundert euch nicht über die Dinge, die ihr da seht, die unter euren Augen sich vollziehen; denn dieses ist nur der Anfang. Wundert euch nicht, daß diese Spaltung der Herzen, diese Zersplitterung des Glaubenslebens hineindringt bis ins innerste Mark Meines mystischen Leibes, ja, wundert euch nicht, denn die Strafgerichte haben ihren Anfang genommen.
Deswegen, ihr Priester der katholischen Kirche, wendet eure Augen und eure Herzen ab von denjenigen, die euch nur Bildung predigen. Aus ist es mit der Bildung, wo der Glaube fehlt und die Religion. Mit gebildeten, hochgelehrten, ausgekünstelten, feingesprochenen Worten legt ihr keine Salbe mehr auf die Wunden der Menschenherzen. Eure Worte müssen aus tiefgläubigem Herzen herausgehen, mit warmer Gottes- und Nächstenliebe gesprochen sein, wie von Meinem Diener Franziskus, und von dem ihr noch nie werdet gehört haben, daß er zu der gelehrten Welt gehörte. Er war ein ganz einfacher, schlichter Mann, aber er sprach mit Überzeugung, aus tiefgläubigem Herzen, bekleidet mit der Gottes- und Nächstenliebe.
Nun aber ist eure Aufgabe wieder eine ganz andere. Jener sollte die Welt umgestalten, das Feuer der Liebe, das nur noch schwach brannte in den Herzen der Menschen, das Glaubensleben, das zwar erloschen schien, aber doch noch vorhanden war, nur anfachen, nur beleben. Ihr aber, Meine Diener, ihr habt eine ganz andere Aufgabe als Franziskus.
Das Glaubensleben ist nicht nur erkaltet, das Flämmchen der Gottesliebe ist nicht nur zu einem Fünkchen zusammengeschmolzen, sondern es ist erloschen. Wißt ihr denn, wer das Herz der Kirche ist? Es ist das katholische Priestertum. Nicht vergebens rufe Ich euch schon jahrelang durch Meine Dienerin zu: Herausgenommen ist der Priester aus den liberalen und sozialen Familien und hineingestellt wird er in diese gottlose Welt. Darum gibt es kein anderes Mittel, als sein Haupt demütig beugen unter die Zuchtrute und sagen: Meine Schuld, meine Schuld, meine übergroße Schuld, wenn Ich Mich nicht abwende von jenen, die da jahraus, jahrein schreien und noch die treuesten Kinder der Kirche abwendig machen wollen. Du, katholischer Priester, schließe die Augen für die Welt, damit du Auge und Ohr auf Mich richtest, denn Ich will mit dir reden. Ich will dich stark machen, du sollst der Starke sein, der Stärkere, der den Starken überwinden muß.

„Satan glaubt, daß er jetzt die Hölle zum Eigentum besitzt.“

„Siehe, Satan hat sein Reich aufgerichtet in der Welt, weil Meine Kinder sich von Mir abgewandt, weil Meine Kirche üppig ward, die Glieder Meiner Kirche stolz geworden sind, so hat sie sich von Mir abgewandt und Satan benutzt jeden Augenblick, weil er immer noch wähnt, als Gott dereinst zu herrschen. Satan glaubt, daß er jetzt die Hölle zum Eigentum besitzt. Dies sei nur eine Zeitlang und alsdann, wenn er die zweite Schöpfung vernichtet sehe, werde er sein Reich aufrichten in dieser Schöpfung. Satan weiß wohl, er hat großen Verstand, helles Licht, das ihm vom Himmel aus geblieben ist, denn er war erschaffen in jener ersten Schöpfung, die der Himmel selbst ist, denn zuerst erschuf der Herr den Himmel und alle die Bewohner, die ihn ewig besitzen und genießen sollen. Seine zweite Schöpfung war die Welt, die sichtbare Schöpfung, die Er erschuf aus Liebe zu den Menschen, denen Er die Schöpfung weihen wollte. Der König dieser Schöpfung sollte der Mensch werden, er sollte Ihn verherrlichen, er sollte sich mit Ihm erfreuen und ewig, ewig mit Ihm herrschen und glückselig triumphieren durch die ganze Ewigkeit mit all den Bewohnern der ersten Schöpfung im Himmel.

Dies alles weiß Satan, daß diese zweite Schöpfung dereinst wieder vernichtet werden soll. Denn als Ich ihm den Plan vorlegte, den Ich mit der Menschheit vorhabe, nachdem sie einmal gefallen sein werde – denn Satan war einer der nächsten bei Mir, er gehörte zu dem Ministerium, die im Rate mitsprechen, darum war er einer der ersten, der das Menschengeschlecht schauen sollte in seiner Schwachheit – wußte Satan, daß Ich diesen Menschen nehmen werde aus der Schöpfung, in die er gestellt werde, aus der Erde nämlich, und weil dieses Geschöpf aus der Erde genommen, deswegen auch zur Schwachheit, zur Erde hinneigt.

Er sah mit Mir den Fall des Menschen voraus, daß es nicht immer so bleiben werde, wie Ich ihn wohl erschaffen wollte. Er sah mit Mir, daß dieser Mensch, nachdem er gefallen sei, gar leicht sich dem Bösen zuneige, und Satan legte sich den Plan vor, alsdann die andere Schöpfung zu seinem Eigentum zu machen. Er wollte nun einmal herrschen, dieser Satan, er wollte nun einmal nicht mehr jemand sehen, der über ihm stehe, er wollte, weil er so mächtig und so schön sich gestaltet sah, diesem Gott, dessen Geschöpf er doch nur war, gleich sein.

Also schmiedete Satan den Plan mit seinen übrigen Gesellen: Wir überlassen diesem Gott Seine erste Schöpfung und wollen nicht ferner Seine Geschöpfe, Seine Diener sein – dieser Gott, der so unendlich Sich freut, der so unendlich erhaben ist in all den Eigenschaften, die Er besitzt – und bemächtigen uns dieser Schöpfung, die dieser Gott geschaffen als Seine zweite Schöpfung, die Er dem Menschengeschlecht anweisen will. Und wenn auch eine Zeitlang dieses Menschengeschlecht diesem Gott noch angehört, diesem Gott noch die Ihm gebührende Ehre entgegenbringt, Ihn als seinen Schöpfer anbetet und Ihm den Tribut des Dankes darbringt, so würde allmählich durch meine Mitwirkung und Bearbeitung dieses Geschlecht so abgebracht sein von seinem Schöpfer, daß es sich ganz von Ihm abwenden wird und in meine Pläne und Absichten eingeht und sich verwickelt, so daß ich nach und nach den Verstand aller Menschen auf mich gelenkt und mir Anbeter in Hülle und Fülle alsbald zugeeignet haben werde. Und dann, wenn die Fülle der Zeit werde gekommen sein, wo dieser Gott sehen wird, daß der Plan mißglückt, den Er gefaßt mit der Menschheit, und wenn dann der Mensch Ihm statt Ehre nur Schmach, statt Ruhm nur Schande eintragen wird, Er diese Welt, diese Schöpfung wieder in sein Nichts zurückfallen ließe.

Ich sage, dies alles wußte Satan, denn er hatte ein helles Licht, und darum beratschlagte er mit seinen übrigen, daß er sich gegen seinen Gott empören werde, und zwar in dem Augenblick, wo ihm Gott die Jungfrau zeigte, die den Himmel mit der Schöpfung vereinigen sollte. Damals wurde den Himmelsbewohnern schon gezeigt, daß es eine Zeit gibt, in welcher der Himmel – die erste Schöpfung mit der zweiten Schöpfung in Verbindung treten und diese Verbindung durch ein schwaches Weib sollte vermittelt werden. Diese Vermittlung, wißt ihr, wer sie ist? Es ist Meine heilige Mutter!
Ich sage, nun ist die Zeit gekommen, wo Satan glaubt, sein Reich aufzurichten, seinen Thron aufzuschlagen in dieser Schöpfung; deswegen wütet er mit aller Gewalt in all den abgefallenen Christen, in all den vielen gottlosen Menschen, die da verbreitet leben auf Erden, und weil Meine Kirche im Glaubensleben auch gar so sehr zurückgekommen ist, weil unter den Dienern Meiner Kirche gar vielfach das Weltleben eingedrungen ist, so haben sich die Kanäle verstopft.

Der Gnadenstrom, der da ausfließt aus Meinem Herzen, das Mittleramt Meiner heiligen Mutter reicht nicht mehr hin, solange das katholische Priestertum, das der Kanal ist, nicht ganz geläutert ist von all dem, womit die Welt ganz erfüllt ist, solange das katholische Priestertum nicht wieder zurückgreift zu der Einfachheit, von der es abhanden gekommen, in Lehre und Beispiel, solange wird es nicht besser, und Satan wird fort und fort wüten können, denn Ich bin ein Geist und kann nur zu den Herzen reden durch den Geist.

Satan ist aber auch ein Geist und bearbeitet die Seinigen durch die Geister. Also denkt euch den furchtbaren Kampf, der da besteht in Meiner Schöpfung. Ich kann nicht, gebunden bin Ich an Händen und Füßen, wie du Mich geschaut im Anfang, als Ich dir das Leiden gab, wo du Mich gebunden sahst an Händen und Füßen, und solange die Kanäle noch nicht aufgeräumt sind und Meine Diener sich ganz und gar unterworfen und das Licht des Glaubens durch ihren Lebenswandel, durch Wort und Beispiel überall hinleuchten lassen, solange sie nicht mit Entschiedenheit reden vor den Großen und Mächtigen der Erde – auch wenn diese mit Wucht ihnen entgegentreten –, und sie sich nun ruhig verhalten, im seligen Bewußtsein, daß sie so die Menschheit wieder zurückführen zum Glauben, wird es nicht anders werden.

Ehe dieses aber kommt, ehe die Welt zum Glauben kommt, ehe die Priester, welche die Kanäle sind, ganz geläutert und gesiebt sind, wird noch manches Haarsträubende vor sich gehen in dieser Meiner Schöpfung.

Seht, ob es nicht der Mühe wert ist, zu beachten die Worte, die Ich zu euch rede, ob Meine Diener es für zu kleinlich halten, das zu lesen, was Ich durch euch, Meine liebsten Kinder, an sie richte. Satan wähnt, sein Reich aufzurichten, jetzt! Merkt es euch, Meine Diener! Satan arbeitet listig mit all seinen Helfern und Helfershelfern, durch seinen Geist teilt er sich den Menschen mit, die sich von ihm bearbeiten lassen, und er findet sie. Seht, jene, die im Reich der Finsternis arbeiten, finden es nicht zu kleinlich, auf alles zu achten und zu hören, was ihnen von einem Helfershelfer Satans wird zugetragen, wenn es auch noch so gering scheint.
Ihr aber, ihr Kinder des Lichtes, ihr Diener des Lichtes, ihr wollt es zu kleinlich finden zu glauben, daß Mein Geist die Geister bearbeitet, daß er euch aufmerksam machen will, daß ihr nichts verabsäumen und verstreichen lassen sollt, um eure Untergebenen zu erwärmen, einfach mit Liebe zu ihnen zu reden, sie aufzumuntern zur Liebe Meines Herzens, und sie herbeizuführen zu Meinem Tisch. Und weil dieses eine gar große Arbeit ist, die euch viel Schweiß erpreßt, besonders ihr, die Ich euch gesetzt habe in die Städte, wo Satan am meisten wütet, wo das Reich der Finsternis am meisten vertreten ist, weil er dort viele Müßiggänger findet, die ihm da nachgehen, weil sie müßig dastehen auf dem Markt, ja, da erpreßt es euch Schweißtropfen. Ich weiß es wohl, aber werdet nicht mutlos. Das aber sage Ich euch, ihr müßt euch zu denjenigen halten, die noch zu euch stehen, die unter eurer Kanzel stehen, um euren Worten zu lauschen. Das sind nicht die gelehrten Geister, und ihr braucht wahrhaftig nicht zu studieren, was ihr vortragen sollt; denn es sind die Armen, die Kleinen, die gläubigen Seelen, die kommen und euch zuhören, wenn ihr Mein Wort verkündigt.

Dieses Volk ist es, wo noch am meisten zu retten ist, und das Ich noch retten will. Hier sollt ihr mahnen, trösten, warnen, wo man abweichen will, damit dieses Volk sich euch anschließe, und ruhig und heiter sollt ihr einhergehen trotz all der Betrübnisse, die euch entgegengebracht werden von allen Seiten, denn lange noch wird es nicht besser. Ihr aber, die ihr das Glück habt, das arme Landvolk zu belehren, seht, glücklich seid ihr, die ihr von eurem Bischof hinausgeschickt seid in den letzten Winkel der Diözese, wo keiner hin will, im letzten Dörfchen, je weiter von der Stadt, je besser das Volk; denn da hat Satan nicht so viele Helfershelfer gefunden, weil das Reich Satans nur genießen und genießen will, und die Armut ist nicht imstande, so viel zu genießen. Seht, dort ist zu retten.

Glücklich seid ihr, die ihr hinausgeschickt seid unter jenes arme Volk, jenes arme Landvolk, o wenn es diese Worte hörte, die Meine Diener in Städten sprechen, wie manche Jungfrau, wie manche Familienmutter, wie mancher Familienvater würde sich aufraffen und zu den liebsten Kindern Meines Herzens sich stellen und oft an Meinem Tische erscheinen, weil er nichts hat als das tägliche Brot. Aber die Freude, die er in Mir findet, würde ihm alles entschädigen.

Dieses ist es, warum Ich den Damm errichten will, warum Ich das Band schließen will unter den treuesten Kindern durch die oftmalige heilige Kommunion, durch den Liebesbund Meines Herzens, durch die innige Verehrung zum Allerheiligsten Altarsakrament.

Er braucht nicht zu fürchten, daß er zu weit gehe, denn ein katholischer Priester darf keine Menschenfurcht kennen, denn die Zeiten, die jetzt heraufbeschworen durch die Gottlosigkeit der Welt, werden doch nicht anders, auch wenn sie noch so zurückhaltend wären.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 130 ff.

 

171 Letzter Freitag im Mai 1897

„Denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will.“

Jesus: „Du mußt wissen, daß Ich ein Geist bin und als Geist zu dem Geist des Menschen rede; denn ihr Geist ist mit Meinem Geist vereinigt, und wenn du auch noch so viele Unvollkommenheiten in ihr findest, dann steige in dich hinab und schau, ob du nicht auch solche in dir findest. Siehe, und doch bist du das liebste Kind, gehörst zu den liebsten Kindern Meines Herzens.

So verhält es sich aber auch mit dieser Seele und allen treuen Kindern der Kirche, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament gegenwärtig bin. Habe Ich nicht das Recht, zu schalten und zu walten in Meiner Kirche, den mystischen Leib Meiner Kirche zu erneuern, die Glieder, die da in ihr sind, zu ermuntern und im Glaubensleben zu erneuern? Steht Mir nicht das Recht zu, allen Meine Liebe zu offenbaren , allen zu sagen, wie gut Ich bin, auch jenen mitten in der Welt, wie auch deine Verwandten mitten in der Welt stehen, sie alle mit dem Tau Meiner Gnade zu übergießen, damit sie sehen, wie gut Ich bin und sich aufraffen, sich im Glaubensleben zu erneuern und andere wieder herbeiführen, denn die Familie ist es in der Welt, die Ich heiligen will. Väter, Kinder, Mütter, Greise und alle sollen sich anschließen an den Liebesbund, sie alle sollen herbeikommen zu Meinem Tisch und sich laben an den Früchten, die da ein jeder schöpfen und pflücken kann an diesem Baum, der da verborgen ist im Allerheiligsten Sakrament.
Die öftere Kommunion will Ich einführen, das Familienleben will Ich erneuert wissen. Darum fordere Ich Meine Diener durch dies Sprachrohr auf, daß sich die klösterlichen Genossenschaften vereinigen sollen mit denen, die in der Welt leben, mit den Familienvätern, Müttern, Jungfrauen in der Welt, durch Gebet, Opfer, Sühne; denn Mein Herz ist betrübt bis in den Tod um der Seelen willen, die verlorengehen. Denn geschüttelt wird der Baum Meiner Kirche, und es fallen viele, viele hinab in den Abgrund und gehen verloren auf ewig, verloren auf ewig.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 147 ff.

 

172 Erster Freitag im Juni 1897

„Siehe, die Sprache Meiner Liebe ist der heilige Kreuzweg, den Ich gewandelt bin.“

Jesus: „Meine Tochter! Du hast dich schon manchmal Meiner Gegenwart erfreut, schon gar oft war Ich bei dir, manchmal auch, ohne daß du Mich beachtet hast und wußtest, wer Derjenige sei, Der dich in eine so unaussprechliche Wonne und Glückseligkeit versetzte. Manchmal mußtest du Meine Nähe fühlen, ob du wolltest oder nicht, und so auch heute wieder, obwohl du gar nicht in der Stimmung bist, mit Herz und Gemüt, in der du Mich erwarten könntest, du so niedergedrückt bist in deinem Geist, in deiner Seele, weil er verbunden ist mit deiner niederen Natur. Ich will aber, daß deine niedere Natur deinem Geist unterworfen ist, und daß du dieses nicht beachten sollst. Denn Ich will mit dir verkehren, in der Einsamkeit will Ich reden mit der Braut, in der Stille des Herzens, im Herzenskämmerlein.
Da du nun in deinem Beruf so tätig bist und nur sorgst für die vergänglichen Dinge, mußt du um so mehr dich freuen, wenn Ich dich zurückrufe, da du siehst, wie gut Ich bin. Vergraben willst du dich in die Dinge dieser Welt. Ich bin es aber, Der deinen Geist emporhebt über diese Welt, über alles Irdische. Ich bin es. Noch vieles mußt du lernen! Der Monat Mai ist vorüber. Du verstehst nicht die Sprache Meiner Liebe, obwohl du schon ziemlich geübt wurdest in dieser Sprache. Siehe, die Sprache Meiner Liebe ist der heilige Kreuzweg, den Ich gewandelt bin, und den alle treuen Kinder Meines Herzens wandeln müssen.“

 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 155 ff.

 

179 Fest Mariä Heimsuchung 1897

„Leiden und Verdemütigungen sind der einzige Weg, der Meine Kirche aufrechterhalten wird.“

Jesus: „Meine Tochter! Du mußt wissen, daß Mein Herz betrübt und bedrückt ist, tief bedrängt und bedrückt, daß Es in einer Zeit steht, die gar so schlimm ist, und doch ruhig bleibt, ruhig auf Seinem Posten. Mein Herz schlägt Tag und Nacht im heiligsten Sakrament unter euch, ob es Dank erntet oder Undank, ob Menschen da sind, die Ihm ihren guten Willen entgegenbringen oder nicht. Mein Herz bleibt unerschütterlich treu Seinem Beruf, immer wieder treu Seinem Beruf. Versteht ihr Mich, Meine Kinder?

Als Ich von euch schied, als Ich die Welt verlassen und wieder heimgehen wollte zu Meinem himmlischen Vater, da sann Ich ein Mittel aus, um diese Menschheit, um derentwillen Ich den schönen Himmel, den Schoß Meines Vaters verließ, nicht allein zu lassen, da sann Ich ein Mittel aus, um zu Meinem Vater zurückkehren zu können und doch bei Meinen Brüdern, Meinen Schwestern zu bleiben, sie nicht verlassen zu müssen. So lieb bist du Mir, so lieb seid ihr alle Mir, daß Ich Mich zu eurem Genossen machte, daß Ich Mir einen Beruf erwählte, der Mich fesselte mit starken Banden an euch. Dieser Beruf ist es, der Mich im Tabernakel festhält, und die Bande, die Mich halten, das ist die Liebe zu euch, zu den Menschen.


Siehe nun, wie viele da sind, die Mir untreu werden, die nicht mehr zu Mir kommen, die Mich verspotten, die Mich lästern tagein, tagaus, jahrein, jahraus, bis zum letzten Atemzug ihres Lebens, und das Band der Liebe, das Mich an sie fesselt, ist nicht gelöst, solange Meine Gerechtigkeit diese Seele nicht von der Erde hinwegnimmt. Das Band der Liebe umschlingt die Seele bis zum Tod. Nun aber, wer soll diese Gerechtigkeit überbrücken, wer soll diese Barmherzigkeit besänftigen? Meine Barmherzigkeit ist unendlich groß, größer als die gesamte erschaffene Schöpfung, größer als alle Welten zusammen, sie ist unendlich, und dieses Geschöpf, das diese Barmherzigkeit mit Füßen tritt, ist und bleibt aber doch Mein Bruder, Meine Schwester. Wer soll Mir nun Beihilfe leisten, wer soll Mir nun beistehen in Meinem Beruf, da Ich ja doch in der ganzen sichtbaren Schöpfung keinen Beruf allein gestellt? Jedem Beruf habe Ich seine Beihilfe gegeben.


Der Priester, der sich den heiligen Beruf erwählt, Priester zu werden, ihm habe Ich Beihilfe gegeben in seinem priesterlichen Amt. Fromme Seelen, die ihn unterstützen sollen, um das Samenkorn, das er ausstreut, auch hie und da hineinzubringen auf ein unfruchtbares Erdreich. Da muß Ich die Seelen benützen, die den Boden auflockern und ihn aufrütteln, damit das Samenkorn, das da durch Meine Diener hineingestreut wird, nicht überwuchert werde, und hätte Ich dem Priester keine Beihilfe gegeben zu seinem Beruf, er würde allein wenig ausrichten. Dem Vater, der Mutter, die Ich berufen in den Ehestand, ihnen habe Ich Beihilfe gegeben; diejenigen, die Ich für Mich bestimmt, die sich ganz Mir weihten, habe Ich zusammengeführt, in einer Genossenschaft zu leben, und wenn nicht in einer Genossenschaft, dann wie die Jungfrauen in der Welt. Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, deswegen habe Ich euch zu dritt zusammengeführt, damit auch ihr nicht allein steht, um der Welt zu zeigen, daß Ich jedem Beruf Beihilfe geben will.


Es gibt Stunden, wo der Mensch allein erliegen würde, wenn er nicht hie und da sich halten könnte an einen anderen Menschen. Nun aber, da Ich diesen Beruf erwählt habe, denn als Gott beherrsche und regiere Ich den ganzen himmlischen Hof, bin Ich aber im Allerheiligsten Sakrament nicht nur Gott, sondern auch Mensch, und obwohl Mir der ganze himmlische Hof zu Gebote steht und Tag und Nacht Ich bedient werde von den himmlischen Geistern, obwohl Ich Tag und Nacht angebetet werde von Meiner lieben Mutter und von den Heiligen, je nach den Ständen und dem Unterschied, wie sie Mich auf Erden geliebt und angebetet, denn jene Seelen, die Mich am meisten im heiligen Sakrament geliebt und geehrt, tun es auch, solange die Welt besteht, mit Vorliebe mehr als andere. Auch sie beten Mich an und umringen euch, wenn ihr vor dem Tabernakel erscheint. Jene Heiligen sind es, die sich mit Vorliebe mit euch vereinigen, die desgleichen auf Erden auch getan.

Ich will hier Seelen, die Mich in Meinem Beruf unterstützen, und diese sollt ihr sein, ihr Geschöpfe, die Ich erschaffen, ihr Kinder der katholischen Kirche. Euch verlange Ich um Meinen Tabernakel, euch will Ich sehen, um euch will Ich das Band der Liebe schlingen, und da nun so viele Meiner Brüder und Schwestern fern bleiben von Mir, Meiner spotten und lästern, so sinne Ich auf Mittel, um Meine Barmherzigkeit ausüben zu können an diesen Geschöpfen. Und wer, meint ihr wohl, wen Ich Mir erwählt habe, um Brücken zu bauen? Euch habe Ich erwählt, euch, Meine liebsten Kinder, ihr alle, die ihr teilnehmen wollt an dem Liebesbund.

Durch euch will Ich Brücken bauen, um Meine Gerechtigkeit zu überbrücken, ihr sollt die Schwestern der Barmherzigkeit sein, und wie anders könnt ihr denn diese Brücken bauen, als wenn Ich euch Spott bereite, das Gelächter eurer Mitmenschen errege, damit ihr jene Geschöpfe, die Meiner spotten, die Mich verlachen und bis zum letzten Atemzug Meiner spotten, wieder gewinnen könnt. Also seid zufrieden, wenn hie und da etwas vorkommt, wodurch ihr das Gerede eurer Mitmenschen erregt, und ein wenig bewitzelt und bespöttelt werdet. Seht, den Beruf, den Ich euch gegeben, sollt ihr so wacker und tapfer ausüben wie Ich. Oder ist es euch nicht genug, wenn Ich euch zu Meinen Gehilfinnen Mir erwähle, daß ihr Mich unterstützen sollt? Liebhaber habe Ich viele in der Welt, auch viele, viele eifrige Diener.

Ja, Ich lobe den Eifer Meiner Diener. Aber solche, die um Meinetwillen Spott erleiden und selbst von denen, die Meine Stelle vertreten, selbst von solchen, die gute Christen sind, dazu finde Ich wenige, wenige in der Welt. Versteht ihr Mich, Meine Kinder? Wenn du nun, Meine Kleine – so nenne Ich dich jetzt auch, denn sobald eine Seele über sich weggeht und tut, was Ich ihr sage, so ist sie klein geworden in Meinen Augen –, wenn du, Meine Luise, über dich weggehst, dadurch kannst du Mir und könnt ihr Mir Seelen zuführen, und dieses ist es, was Ich verlange; ob in Erfüllung geht, was euch nun ein wenig Ehre eintragen würde und einem guten Ehepaar Freude machte, ist nicht viel daran gelegen. Jenes Ehepaar ist gut und fromm und treu in Meinen Geboten, und die Kinder, die Ich ihnen schenke, werden sie erziehen nach Meinem Willen, und Mir steht es frei, welches Kind Ich für Mich berufe. Dies alles ist einerlei. Mir ist nur darum zu tun, Seelen zu retten, und durch Verdemütigungen kannst du und könnt ihr Seelen retten.

Also, ihr Priester, versteht ihr Mich? Solange die Welt so abwärtsgeht, solange der Strom der Zeit abwärtsfließt, solange die vielen Seelen, die da verlorengehen, nicht anders können gerettet werden als durch Leiden, durch Sühneleiden, durch Verdemütigungen, durch Spott und Hohngerede, selbst von denen, die euch vorstehen und unterstützen sollen, solange werden noch Dinge vorkommen, so ähnlich wie hier bei diesen Meinen Dienerinnen.

Seht, es ist einmal der Fels Petri Meine heilige Kirche, die Ich gegründet und gestiftet habe, es ist nun einmal dieses der Fels, auf den Ich Meine Kirche gebaut, und doch scheint es jahraus, jahrein, als ob es umgekehrt wäre. Ihr seht alle eure Opfer unbelohnt, ihr seht, wie es immer abwärts geht trotz all eurer Mühe und des Gebetes Meiner Kirche. Schon zwölf, ja dreizehn Jahre ermahnt Mein Statthalter in Rom und fordert seine Diener auf zum Gebet, und in erhöhtem Maße zum Gebet, und doch scheint alles verloren, und mit immer mehr Spottreden und Verdemütigungen werdet ihr überhäuft, ihr Diener.
Also, so ist es hier bei Meiner Dienerin! Sie soll und muß den Kreuzweg gehen, den eucharistischen Kreuzweg; sie soll und muß Mich unterstützen in Meinem Beruf; sie soll und muß euch unterstützen in eurem Beruf. Darum lacht und spottet ihr nicht, wenn Dinge vorkommen, worüber die Welt lächelt und spöttelt. Seht nur, die ganze Geschichte Meiner Kirche, Meiner jungfräulichen Braut, ist in ihr verwirklicht. Ihr sollt euch überzeugen von dem, was Ich zu euch spreche, von den Worten, die Ich durch sie an euch richte. Seht, wenn Ich diese Sprache durch einen Gelehrten, durch einen in der Theologie und Dogmatik Unterrichteten und Gelehrten an euch richtete, dann würdet ihr sagen: Ja, er ist gelehrt und diese Sprache hat er aus seiner Glaubenslehre.
So aber richte Ich diese Sprache durch eine arme, ungebildete Frauensperson an euch, die, wenn sie zwei oder drei Sätze mit euch sprechen soll, ein wenig tiefgehend, ein wenig gelehrt, dann errötet sie, weil sie in ihrer Albernheit, in ihrer Einfachheit als einfaches, dummes Landmädchen nicht mehr gelernt hat und versteht. Den Liebesbund will Ich errichten, und alle, die glauben, daß Ich im Allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bin, müssen zu einem Bund zusammentreten, denn Ich wiederhole euch, daß die Zeit gekommen ist, wo Satan mit aller Wucht, mit aller Entschiedenheit, mit aller Energie auftritt in Meiner sichtbaren Schöpfung..
Die Zeit ist nun gekommen, wo Satan schrecklich wütet, wo er alles zu verschlingen droht, und wartet nur noch ein paar Jährchen und ihr sollt sehen, wie Satan sein Reich aufschlägt, welche Triumphe die Hölle feiert. Darum heißt es einstehen mit aller Entschiedenheit, einstehen für Meine Rechte. Du, Meine jungfräuliche Braut, bist tiefbetrübt, du dauerst Mich, weil du so traurig einhergehst, Ich habe Mitleid mit dir, Ich möchte dir helfen! Du bist tiefbetrübt wegen deiner Kinder, die du so sehr beweinst, und die du wieder gewinnen möchtest. Ich möchte sie dir alle wieder zuführen, aber siehe, Ich brauche Stützen, Ich brauche Helfer und Gehilfinnen, und diese Stützen und Gehilfinnen sind die treuen Kinder der katholischen Kirche.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 192 ff.

 

183 Letzter Tag des Großen Gebetes 1897

„Daß der Liebesbund alle umschlingen soll, Reich und Arm, Groß und Klein, Weltleute und Klosterleute, Priester und Laien.“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, der Eifer und die Liebe Meiner Kinder, wenn alt und jung, groß und klein sich um Mich versammelt, so gibt es einen Austausch von Liebe. Mein Herz strahlt in die Herzen aller, die da zugegen sind, und die Liebe, die da ausgeht aus den Herzen, strahlt wieder in Mein göttliches Herz zurück. Dies hast du gesehen, und das ist der Austausch von Liebe. Das blendend weiße Gewand ist die Unschuld. Die unschuldigen Kinderherzen, wenn sie Mir so zugeführt werden, wie erfreut es Mein Herz!

Wenn das unschuldige Kinderherz Mich umgibt, da erneuert sich die Freude, die Ich bekundete vor Meinen Aposteln, als Ich ein Kindlein in ihre Mitte stellte und ihnen zurief: ‚Wenn ihr nicht werdet wie dieses Kind, so könnt ihr nicht eingehen in das Himmelreich!‘ Der blendende Schimmer, den du um Mich sahst, der Glanz, den du so hell leuchtend gesehen und geglaubt, daß er von Mir ausgeht, hat eine ganz andere Bedeutung. Es ist der Glanz jeder Seele, die da widerstrahlt in Meinem Herzen, denn unter denjenigen, die sich am Großen Gebet beteiligen, sind viele Seelen, die Mich mit feuriger, mit opferfreudiger Liebe lieben, die Mir Sühne und Ersatz leisten für jene Brüder und Schwestern, die es nicht tun, und dies erfreut Mein Herz. Den freudigen Blick und die Freude, die du in Meinen Zügen gesehen, ist die Freude, die sich allen mitteilt, der Widerstrahl Meines Geistes, den Ich ausgieße über alle Meine Kinder.

Darum ist es recht, wenn Meine Diener ihren Schäflein das Joch und die Bürde süß und leicht und angenehm machen; denn es ist so in Wirklichkeit. Habt ihr nicht gesehen, wie das Herz des Armen ebenso freudig pocht und Mir entgegenschlägt wie das Herz des Reichen, den Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe? Habt ihr nicht gesehen, wie hier um Mich sich alles ausgleicht, wie da alles überbrückt wird, wie das arme Herz ebenso wie das Herz des Reichen sich freut? Seht, das ist die große Gebetsarmee, die Ich so sehnlich wünsche errichtet zu sehen in Meiner Kirche. Das ist das Band, das Ich schlingen will, das da ausgeht aus Meinem Herzen..

In der ganzen Welt bis zum letzten Winkel der Erde soll die Anbetung und Sühne errichtet werden, soll der Liebesbund sich ausbreiten, und so die große Kluft, die große Spaltung, die da entstanden ist, wieder überbrückt werden durch den Eifer und durch die Liebe Meiner treuen Kinder. Fragt doch nicht mehr, warum Ich euch Verdemütigungen zuschicke. O sagt doch allen Meinen Dienern, warum Ich Meiner jungfräulichen Braut, Meiner heiligen Kirche solche Verdemütigungen schicke. O sagt ihnen, wie Ich dir gesagt am letzten Freitag, wenn Meine Kirche, Meine jungfräuliche Braut ihre Kinder wieder gewinnen will, dann muß sie dieselben mit großen Leiden gewinnen, mit großen Leiden und Verdemütigungen von ihren eigenen Kindern. Und durch die Herzensangst und durch Händeringen und Verzweiflung soll sie ihre Kinder wieder für sich gewinnen. Versteht ihr Mich?

Denn gleich wie Ich in jeder Seele wirke, wie Ich dir schon sooft gesagt habe, daß du den eucharistischen Kreuzweg gehen sollst und daß, wie Ich in dir wirke, wenn ihr einen großen Sünder von Mir verlangt, wie du diese Verdemütigungen hinnehmen mußt unter großer Angst und Unruhe und Finsternis, so Meine jungfräuliche Braut, die heilige Kirche, in den Tagen der Trübsal, wenn sie sieht, wie ihre eigenen Kinder ihrer spotten, wenn sie sieht, wie all ihre Sorgfalt und Mühe vergebens ist, wie ihre Kinder sie nur ausnützen, um sie um so mehr zu betrüben und zu verspotten und zu verachten, und sie trotzdem diese verzweifelte Angst hinnimmt aus Liebe zu Mir und mit Geduld erträgt, so und nur so wird Meine Kirche siegen, indem sie all die Verachtung, all die Verspottung hinnimmt, als ob es nicht gewesen wäre, wieder ihnen nachgeht wie vorher, dahingeht, Segen spendend, Wohltaten spendend.

Aber wenn sie es nicht tut, wie Ich sage, wie Ich angebe durch dich und an vielen Stellen, denn nicht nur hier wirke Ich, Ich wirke jetzt in gar mancher Seele überall in der Welt, Ich sage, wenn sie es nicht durchführt, daß ein Band alle Katholiken umschlingt und so Meine Gerechtigkeit überbrückt wird durch stilles Ertragen der Leiden, durch freudiges Hinnehmen aller Verspottungen, aller Verdemütigungen, dann werden die Strafgerichte um so furchtbarer werden, je weniger Meine treuen Kinder daran glauben und sich um diese Strafgerichte kümmern.
Und damit ihr nicht vergeßt, Meine Kinder, nochmals, warum ihr diese Verdemütigungen hinnehmen sollt, da es scheint, als habe Ich Meiner Wahrhaftigkeit widersprochen, ihr sollt wissen, daß der Liebesbund alle umschlingen soll, reich und arm, groß und klein, Weltleute und Klosterleute, Priester und Laien, und die bedrängte Menschheit möchte überall, wo sie angehalten wird, Mir zu dienen, sich nicht auf Wunder verlassen und auf Wunder beschränken. Dies ist nicht Mein Wille, da die Zeit, Wunder zu wirken, nicht mehr am Platze ist. Wunder, Wunder ist es, wie sich Meine heilige Kirche ausbreitet von Jahrhundert zu Jahrhundert.“

Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 217 ff.

 

187 Fest Portiuncula 1897

„Ja, Meine Kinder sind bezeichnet, ihre Stirne ist besprengt mit dem Blut des Lammes.“

Barbara: „Mein Jesus! Ist denn der Lustgarten, den Du mir heute gezeigt, der Orden des hl. Franziskus oder der der ganzen heiligen Kirche? Ich habe es nicht recht verstanden. Ich sah Dich gar so fröhlich, als ob Du gar keinen Schmerz mehr fühltest. O erkläre es mir. Ich freue mich jetzt noch, wenn ich an die himmlische Seligkeit denke, die ich dabei genossen.“

Jesus: „Meine Tochter! Der Lustgarten, den Ich durchwandelte, ist Meine heilige katholische Kirche, und wenn ein solches Fest wiederkehrt, und Meine Kinder sich zahlreich um Mich versammeln und Mich anflehen und Meinem Herzen Gewalt antun, dann ist Mein Zorn entwaffnet, dann vergesse Ich den Undank der Welt, der Meinen Zorn herausfordert, und die Sünden, die das Schwert der Gerechtigkeit über die Völker heraufbeschworen haben. Und weil eine Seele, die Mich wahrhaft liebt, eine ganze Legion ersetzen kann, so bin Ich darüber so erfreut, daß Ich alles vergessen möchte, und Ich möchte mit dieser Seele lustwandeln wie im himmlischen Paradies.

Und Ich sage dir, würden Meine Kinder sich versammeln, würden alle Meine Diener darauf hinarbeiten, daß das gläubige Volk recht oft und recht zahlreich sich einfindet und so Meinem Herzen Gewalt antun, es wäre der Zorn Meines Vaters zu besänftigen, so daß die Strafgerichte, die da herausgefordert sind durch die sündige Menschheit, abzuhalten wären. Denn sieh doch, so wie an einem Ort, wo Meine Kinder Mir Gewalt antun, wo sie sich um Mich versammeln, die Gottlosen schweigen müssen, so müßte überall die Gottlosigkeit verstummen; denn die Gewalt, die da ausgegossen ist über Meine Kinder, können sich jene nicht erklären, und obwohl Satan, der all seine Anhänger treibt und jagt und anspornt, zürnt vor Wut, kann er Meinen treuen Kindern doch nichts anhaben; denn sie alle sind gezeichnet mit dem Zeichen, das diejenigen an sich tragen, die zur Hochzeit des Lammes berufen sind. Ja, Meine Kinder sind bezeichnet, ihre Stirne ist besprengt mit dem Blut des Lammes, und niemand kann es wagen, ihnen Gewalt anzutun. Zurückschrecken muß der Bösewicht; denn das Licht, das da ausgegossen ist über die Meinigen, es verscheucht die Finsternis, und der Gottlose, wenn auch zähneknirschend, er muß zurückweichen und in Schande stehen. Darum freut euch mit Mir, denn der heutige Tag ist ein Tag der Freude und des Triumphes. Viele Ketten sind gesprengt, viele, viele gute Vorsätze sind gefaßt worden, und heiße und innige Gebete sind zu Meinem Herzen emporgestiegen, und sie alle sollen Mich nicht umsonst besucht haben, nicht umsonst gewartet haben auf Meine Ankunft.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 246 ff.

 

190 Mariä Himmelfahrt 1897

„Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, ... die bis jetzt euch verborgen ist.“

Maria: „Meine Kinder! Seht, wie glückselig der Augenblick ist, wo unsere Seele hinübergeht über die Gefilde dieser Erde und einzieht in jene Herrlichkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und in keines Menschenherz gedrungen ist. Seht, der Augenblick ist gekommen, wo Ich, allem Leiden enthoben, eingehe, um nichts mehr zu tun, als nur zu genießen und immer und ewig zu genießen und immer und ewig auszuruhen von aller Mühsal, die kurz und schnell vorüber ist. Obwohl Ich lange Zeit auf Erden weilte, so ist es doch nur ein Augenblick gegenüber der nie endenden Ewigkeit.

Seht, Meine Kinder, auch für euch schlägt die glückliche Stunde, wo ihr eingehen werdet in die Stadt Gottes, um nie mehr zurückzukehren. Noch eine kleine Weile, und die Prüfung ist überstanden und der glückliche Augenblick ist da. Seht, euer kleines Leben, wie schnell geht es dahin, und schaut euch um, ob Mein Lebensweg minder gedrückt und leidend war als der eurige. Jedem Erdenkind ist das Ziel gesteckt, es hat seine Aufgabe, und solange die Welt ist, wird niemand ergründen, wie weise und wie lieblich der Herr diese Harmonie eingerichtet, diese Harmonie, die da zusammenwirkend in den Augen Gottes so übereinstimmend ist, so wunderbar geordnet ist, daß Er Sich freut, wenn Er Seine Schöpfung übersieht. Die Sünde ausgenommen, ist alles so wunderbar geordnet in dieser Schöpfung, daß ihr, wenn einmal der Schleier fällt und ihr eingegangen seid, um mit Ihm zu schauen, mit Ihm zu genießen, ihr des Staunens nicht mehr müde werdet und werden könnt durch die ganze Ewigkeit.

Die Sünde allein stört diese Harmonie in der Schöpfung, und diese Harmonie muß doch zusammenfinden und darum überbrückt, überdeckt werden. Es muß Menschen geben in dieser Schöpfung, die das, was die Sünde verdirbt, wieder gutmachen, und das geschieht ganz besonders an höheren Festen. Ja, da wird vieles gutgemacht. Es gibt, Gott sei Dank, doch noch Menschen, die es verstehen, Meinem Sohn Freude zu machen, und herrlich soll der Lohn sein; Ich will es dir zeigen.“

„Seht, Meine Kinder, alle, die davon Kunde erhalten, welche die Schriften lesen, die Worte, die ihr niederschreibt, sollen in ein neues Licht erhoben werden, in ein neues Glaubenslicht.“

„Das Licht des Glaubens soll in ihrem Herzen heller auflodern als seither. Die unendliche Barmherzigkeit Gottes wird ihnen deutlicher als je zuvor vor ihren Geist treten, und viele, viele gute Vorsätze werden gefaßt, und weil die Menschen, wenn sie hören und sehen, wie Mein Sohn so zufrieden ist mit dem wenigen Guten, das getan wird, wenn sie guten Willen zeigten, dann macht die Seele Fortschritte, dann legt sie die Ängstlichkeit ab, sie probiert es, sie betet mehr, sie ruft Mich an in der Not, sie nimmt zur Barmherzigkeit Gottes ihre Zuflucht, und ein einziges Ave Maria erhebt die Seele im Gnadenleben eine Stufe höher.

Den Armen wird ihr Schicksal erleichtert, wenn sie sehen und hören, wie der Herr die Armut liebt, wie er die Armen den Reichen vorzieht, die da nur genießen und besitzen wollen hier auf Erden und doch wünschten, droben im Himmel obenan zu sein, hier aber Mein Sohn so deutlich Sich ausspricht, die Reichen ermahnt, die Armen tröstet, da geht dem armen Familienvater ein anderes Licht auf in seinem Glaubensleben und der armen Mutter, die da Tag und Nacht sich abmüht und abhärmt in der Sorge um die Familie. Wie ist sie getröstet, wie freut sie sich, wenn sie hört, daß auch sie Mitapostel sein kann, arbeiten kann am Reich Christi. Die Furcht verschwindet, wenn sie die Worte hört, die Mein Sohn spricht, die Menschenfurcht wird abgelegt, und Trost zieht überall ein, und durch dieses Glaubenslicht, das da in den Herzen sich vermehrt, fühlt diese die Kraft in sich aufzutreten und ihren Mitmenschen ein entschiedenes Wort entgegnen zu können.“

„Ja, sie fürchtet sich nicht mehr und, merkt es euch nur, kein Wort, auch nicht das kleinste, was geschrieben, ist umsonst, auch wenn es noch so unbedeutend ist und euch so vorkommt. Es hat eine übernatürliche Kraft, die ihr erst jenseits versteht. Kein Wort soll vergebens gesprochen sein, es ist begleitet mit einer übernatürlichen Kraft, die ihr nicht kennt, die bis jetzt euch verborgen ist.“

„Und so soll auf Erden durch das Senfkörnlein, das da so unscheinbar gelegt wird, manchem ein Licht aufgehen, das ihm zum ewigen Leben hinüberleuchtet. Und Ich verspreche euch, alle, die ihr Mir empfehlet, alle, die ihr wünscht, gerettet zu sehen, sie sollen gerettet werden! Erweitert euer Herz, verlangt viel! Große, ja großmütige Seelen will der Herr! Breitet euer Netz weit aus, um viele Seelen einzufangen. Ferner sollen durch die uneigennützige Nächstenliebe, die ausgeübt wird von all denjenigen, die Meinem Sohn treu dienen wollen, viele, viele Seelen gerettet werden. Ihr habt gewünscht, Meine Kinder, daß der Himmel geziert werde, daß Ich recht viele mit aufnehme in die ewige Herrlichkeit. Die Bitte soll euch gewährt werden. So viele Augenblicke ihr in dieser Nacht euch versammelt und Meinem Sohn zum Opfer bringt, so viele Seelen sollen eingehen in die ewige Herrlichkeit.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 271 ff

 

196 Fest Kreuzerhöhung 1897

„Je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es.“

Barbara: „Ich grüße Dich, o mein allerliebster Jesus, durch Deine jungfräuliche Mutter Maria. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir, daß Du Dich gewürdigt hast, mich heimzusuchen. O verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten, die ich in dieser Woche, besonders gestern, begangen habe. Verzeihe mir alle Ungeduld und Aufregung, weil ich so viel zu tun hatte. Warum sehe ich Dich das Kreuz schleppen auf einer so schönen Ebene, auf einer so herrlichen Aue? Und Du schleppst das Kreuz daher, triefend vor Schweiß, Du schaust Dich um, ob recht viele nachkommen. Wirklich, es kommt ein Häuflein. Jedes schleppt aber ein Kreuz, wie ich sehe – o welche lange Reihe! Ich kann keinen Unterschied erkennen; sie alle schleppen ein Kreuz aus allen Schichten der Menschheit. Was willst Du mich damit lehren?“

Jesus: Die Aue, Meine Tochter, die du siehst, ist die heilige katholische Kirche. Ja, noch nie, seitdem die Welt steht, noch nie, seitdem Ich das Kreuz geheiligt habe, ist das Kreuz so geflohen worden und so zum Nachteil in Meiner Kirche wie jetzt, und doch häuft sich das Kreuz um so mehr, je mehr man dasselbe flieht, und je mehr man dem Kreuz ausweichen will, desto schwerer und drückender wird es. Darum siehst du viele, die ächzen und stöhnen, du siehst aber auch solche, die ein Kreuz schleppen, als schleppten sie gar keines. Du siehst ihnen nichts an, daß ihre Gesichtszüge verzerrt sind. Heiteren Antlitzes gehen sie einher. Ihr Kreuz drückt sie wie diese, und doch tragen sie dasselbe leicht und fröhlich.
Sieh, das ist der ganze Unterschied unter Meinen Kindern. Ich meine damit nicht jene Christen, die nur noch halbwegs Christen sind, die zwar noch nicht ganz abgefallen, aber doch so leben, daß Ich gar wenig mit ihnen zufrieden sein kann, die den Mantel nach allen Winden hängen. Kommt der Wind von Osten, so hängen sie ihn nach Osten; kommt er von Süden, so hängen sie ihn nach Süden; kommt er von einer anderen Seite, so hängen sie ihn, wohin der Wind bläst, das heißt, sie sprechen heute so und glauben heute so und morgen wieder so. Sind sie bei Gläubigen, so sprechen sie gläubig, sind sie bei Ungläubigen, so sprechen sie ungläubig, und so kann Ich aus ihnen nichts machen, und Meine Barmherzigkeit muß Ich ihnen angedeihen lassen. Ich muß mit ihnen Nachsicht haben wie mit jenen, die von Mir abgefallen sind.
Nein, diese meine Ich nicht! Ich rede heute von denen, die Mir nachfolgen auf dem harten, steinigen Weg, den Ich ihnen vorgezeichnet habe, den Ich ihnen vorausgegangen bin. Ich meine damit jene Ordensleute, die Ich an Mich gezogen, die Ich Mir auserwählt, damit sie Mir Schritt für Schritt nachfolgen auf dem harten Weg des Kreuzes und so fortwährend Mich vertreten auf Erden; denn es muß Menschen geben, die Mich fortwährend in sich nachbilden zu allen Zeiten, wie in den ersten Zeiten der Christenheit es Menschen gab, die an ihrem Leibe ersetzten, was an Meinem Leiden noch fehlte, das heißt, die sich Gewalt antun.
Nun aber gibt es viele in der Welt, die Mir nachfolgen, ja, Ich muß es sagen, es hat noch nie so viele gegeben wie jetzt in diesem Jahrhundert, die den schmalen Weg des Kreuzes wandeln; denn es gab noch nicht so viele Klöster, so viele Priester, weil ja die Welt noch nicht so bevölkert war wie jetzt, und weil ja Meine Kirche in der ganzen Welt verbreitet ist, somit das Kreuz in aller Welt steht, in allen Ländern. Und wo das Kreuz steht, da sind auch solche, die den Kreuzweg wandeln. Von diesen will Ich mit dir reden, von den Kreuzträgern. Jetzt zähle diejenigen, die das Kreuz so tragen, als trügen sie es nicht. Ihre Gesichtszüge sind himmlisch und verklärt, als hätten sie nur lauter Süßigkeiten im Leben.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 305 ff.

 

199 Fest des Heiligen Erzengels Michael 1897

„In jeder Seele, die da kämpft und siegt über ihre Leidenschaften, ist die Schlacht geliefert und der Sieg gewonnen.“

Michael: „Ja, ich bin der Feldherr der Kirche. Der große Monarch, Der da kommen wird, ist Jesus Christus Selbst, und je mehr die Diener der Kirche darauf lossteuern, um Ihn zum Sieg zu bringen, Sein Heer zu vermehren, Sein Heer auszudehnen in allen Landen, desto größer wird das Reich dieses kommenden großen Monarchen; je mehr Seine Diener darauf lossteuern, das kleine Häuflein herbeizuziehen, diesem großen Monarchen zuzuführen, desto siegreicher der Kampf, desto herrlicher der Triumph! Ich bin der Feldherr und werde der Feldherr sein, der diesem großen Monarchen beistehen wird in all den Wirren, in all den Schlachten, die Er erfechten wird. Die Schlachten werden aber geliefert in einzelnen Seelen. Versteht ihr mich? In jeder Seele, die da kämpft und siegt über ihre Leidenschaften, ist die Schlacht geliefert und der Sieg gewonnen. Gelobt sei Jesus Christus!“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 324 ff.

 

201 Fest des Heiligen Franziskus 1897

„Und wenn es auch scheint, als sei alles verloren, ich sage dir, es ist nichts verloren.“

Franziskus: „O fahret fort, meine Kinder, die Kirche zu stützen, die so sehr im Wanken ist, nicht, als ob ihre Grundfesten wankten. Nein, so fest, wie sie jetzt steht, stand sie noch nicht in all den Jahrhunderten. Aber ihr könnt einzelne Glieder der Kirche, die da im Begriff sind, hinweggeschwemmt zu werden vom Strom der Zeit, diese kannst du stützen, und ich wende mich ganz besonders an dich, die du in einem Haus stehst, wo viele verkehren, die zu denen gehören, die im Wanken sind, wovon viele schon abgefallen sind. Wie manchen kannst du noch stützen und unterstützen, und wenn es auch scheint, als sei alles verloren, ich sage dir, es ist nichts verloren. Siehe, bei der armen Bevölkerung, wie die große Masse ist, ist nicht alles selbst verschuldet und darum nicht so strafbar.“
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 338 ff.

 

203 Dritter Freitag im Oktober 1897

„Wo Satan alles aufbietet, um Meine Kinder zu verführen, da will auch Ich alles aufbieten, um sie zu retten.“

Jesus: Meine Kinder! Um eures Gebetes willen, um eurer beharrlichen Bitten willen, um der Vereinigung Meiner heiligen Mutter, des hl. Franziskus und der hl. Theresia willen, die sich mit euch vereinigten, soll euch die große Bitte gewährt werden: Alle diejenigen, welche dem Rosenkranzgebet beiwohnen, auch wenn sie die größten Sünder der ganzen Welt sind, wenn ihre Sünden zahlreicher sind als Wassertropfen im Meere, wenn sie röter sind als Blut, Ich will sie ihnen nachlassen, aber nur mit der Bedingung, daß sie nicht hingehen aus Scherz, aus Verachtung, sondern daß sie hingehen mit einem demütigen Herzen; alle diese sollen ein reumütiges und demütiges Herz erlangen und in ihrer Sterbestunde einen gnädigen Richter finden in Mir, denn wißt, Meine Kinder, wo Satan alles aufbietet, um Meine Kinder zu verführen, da will auch Ich alles aufbieten, um sie zu retten. Und weil Meine Kirche Meine Mutter so sehr ehrt und so den geheimsten Wunsch Meines Herzens erfüllt hat, soll Mein Gnadenschatz geöffnet werden, und schöpfen sollen sie in reichlicher Fülle.

Alle diejenigen, die aber mit gutem Herzen und mit gutem Willen kommen, auch wenn sie den Tag über vielen zerstreuenden Geschäften nachgehen müssen, sie alle sollen zu den liebsten Kindern Meines Herzens gezählt werden, sie alle sollen beitragen, daß Mein Reich sich ausbreitet hier auf Erden, sie alle sollen wie die ersten Christen gebunden und verbunden werden zu einer Genossenschaft, zu einer Gemeinschaft. Sie sollen alle teilnehmen an den geistlichen Gütern, so wie die ersten Christen teilgenommen an den zeitlichen Gütern. Alle sollen ein Gemeingut werden auf der ganzen weiten Welt, damit die Seelen, die so schwach und so armselig sind, weil sie den Gefahren ausgesetzt, und weil sie in einer so verderbten Welt stehen, mehr gehalten werden durch die frommen Gebete anderer und somit mehr Seelen gerettet werden können.“

„Fürchtet euch nicht, Meine Kinder, ihr alle, die ihr guten Willens seid, daß ihr dem Verderben anheimfallen könntet!“

„Fürchtet euch nicht! Nein, denn Ich werde mit euch sein. Ich werde der große Monarch sein, der euch alle unter Seinem Schutz bergen wird. All die Gefahren, die Tag für Tag an euch herantreten, sollen euren Seelen keinen Schaden bringen, wenn ihr nur treu haltet an den Geboten Gottes und der Kirche; mehr verlange Ich nicht! Wenn ihr hört auf die Stimme Meiner Diener, die Ich unter euch gestellt, dann seid unbekümmert, und die Angst, die euch begleitet auf eurem Lebensweg, soll euch nur dazu dienen, um euch in der Furcht Gottes zu halten. Habt ihr Mich verstanden, Meine Kinder?
Ihr steht am Wendepunkt. Die Kirche, die da so viel leidet, die da in der ganzen Welt unterdrückt und verfolgt wird, soll zur Blüte gelangen, soll wieder auf den Leuchter gestellt werden, und weil ihre Kinder gottlos geworden sind, darum muß dieses Haus gezüchtigt werden, der Glanz dieses Hauses muß unterdrückt, aber nicht ausgelöscht werden. Er wird nur unterdrückt, damit die Völker ihn nicht sehen, bis die Kinder dieses Hauses wieder zurückgekehrt sind ins Vaterhaus. Dann wird dieses Haus seinen vollen Glanz ausstrahlen, so daß die ganze Welt davon erleuchtet wird und von diesem Glanz geblendet, nicht anders kann, als dieses Vaterhaus zu lieben, zu achten und zu schätzen.“

 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 350 ff.

 

206 Fest Allerheiligen 1897

„O daß doch alle Meine liebsten Kinder wüssten, welche heilige Gesellschaft sie begleitet.“

Jesus: „O daß doch alle Meine liebsten Kinder wüßten, welche heilige Gesellschaft sie begleitet. O daß sie wandelten, würdig dieser Gesellschaft; denn wisset, wo ihr eure Schritte hinsetzt, da geht ihr nicht allein. Glaubt ihr an eine Gemeinschaft der Heiligen, dann glaubt auch an einen Verkehr mit den Heiligen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 371 ff.

 

222 Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1898

„Sie sollen ... beten für die Priester, für das heilige Priestertum, denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.“

Maria: „Ja, Meine Kinder, es ist so, wie Meine Tochter hier sagt; du bist es aber nicht allein, die Ich ermuntern und trösten will. Mit dir stehen auf gleichem Fuß so viele Menschen, die Ich ebenfalls mit dir trösten und ermuntern will. Fahret fort, Meine Kinder, und höret die Worte einer wohlmeinenden Mutter, eurer himmlischen Mutter, die alle Ihre Kinder mit gleicher Liebe liebt, die guten wie die bösen. Die die guten mit zärtlicher Mutterliebe ermuntert und tröstet, die bösen, um sie wieder in Ihre Mutterarme zurückzubringen, und weil Sie dieses wünscht, Meine Kinder, weil Sie alle die Kinder, die Sie verlassen, die Sie in ein Meer von Schmerzen und Trostlosigkeit versetzt haben, wieder so gerne zurückkehren sehen möchte ins Vaterhaus, in Ihre Mutterarme, darum hört die Worte, die Ich heute an euch richte: Ihr seid ja die guten Kinder, mit denen Mein Mutterherz Sich beraten und ermuntern und auch trösten will. Beraten sage Ich, weil ja eine Mutter manchmal wirklich den Rat ihrer guten Kinder vernehmen muß, die ihr dann behilflich sein müssen, die übrigen Kinder, die falsche Wege gehen, herbeizubringen, ihrem Sinn aufzulauern auf ihren schlimmen Wegen, sie bei der Hand zu nehmen und zurückzubringen zum Mutterherzen. Höret nun, was Ich heute von euch verlange, heute, wo die Menschheit doch wieder anfängt, ernster zu werden, nachzudenken, wenigstens diejenigen noch, die da noch so halbwegs Christen sind. Gehe hin und sage Meiner Tochter und all den Schwestern, den Klosterfrauen N.N., daß sie sich mit euch und ihr mit ihnen und allen guten, treuen Seelen, die da noch sich Mühe geben, die Menschheit mit Gott zu versöhnen, vereinigen sollen, ihr Herz erweitern sollen in Liebe. Sage ihnen, daß Ich, Ihre himmlische Mutter, ihnen dieses sagen ließ, daß sie sich selbst vergessen und nicht kleinlich über ihre Fehler nachdenken sollen, sich jeden Morgen vereinigen mit Mir und jeden Abend eine Abbitte tun sollen vor Meinem göttlichen Sohn; Abbitte, wenn sie glauben, sich versündigt zu haben oder Ihn nicht genug geliebt zu haben.
Dann aber sollen sie zufrieden sein und sich selbst vergessen, weil sie ja die Vertreter der Liebe sind vor Meinem Sohn, die Seraphim der Liebe, die Ihn Tag und Nacht liebend anbeten sollen, und nicht verzagt und kleinmütig wegen ihrer eigenen Schwäche. Liebe soll ihre Schritte beflügeln, wenn sie hintreten vor Meinen Sohn, damit doch das Werk, das bereits angefangen, recht bald vollendet werde, das Liebeswerk, der Liebesbund, den Mein Sohn gründen will unter der armen, verlassenen Menschheit. Sie sollen, mit einem Wort, beten für die Priester, für das heilige Priestertum,
denn nur vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab.
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 461 ff.

 

226 Fest des Heiligen Josef 1898

„Weil Er dir den Auftrag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommunion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebesbundes.“

Josef: „Und weil Er dir den Auftrag gab, durch dich die oftmalige heilige Kommunion einzuführen in der Welt, bin ich auch der Beschützer des Liebesbundes und somit der Beschützer über alles, was in dir gewirkt wird. Ängstige dich nicht mehr, und gehe ruhig weiter, wenn auch dein Beichtvater und niemand sich dieser Sachen annimmt. Was der Herr durchführen will, führt Er doch durch. Ich werde meine schützende Hand darüber ausgebreitet halten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 487 ff.

 

227 Mariä Verkündigung 1898

„Daß der Mensch nicht geboren ist, um zu leben, um zu genießen und zu besitzen und dann zu sterben.“

Maria: „Meine Tochter! Siehe, damit du nicht müde wirst zu glauben, daß der Herr mit dir verkehrt, wurdest du heute gewürdigt, dieses Bild zu schauen. Der arme Mensch hier auf Erden, auf dieser sündenbefleckten Erde, wenn er gewürdigt wird eines Blickes in dieses jenseitige, übernatürliche Leben zu tun, ist und bleibt immer noch Mensch, auch wenn er in den höchsten Himmel verzückt ist, wenn sein Auge die ewige Gottheit, soweit es überhaupt möglich ist, schaut, soweit es einem armseligen Geschöpf überhaupt möglich gemacht wird.
Wenn er dann zurückkommt, ist er immer wieder ein armer Mensch und fürchtet sich, getäuscht zu sein. Darum, wenn dir die Angst kommt, dann erinnere dich an das Fest Meiner Verkündigung, daß auch Ich erschrak, obwohl Ich kurz zuvor, verzückt in die Gottheit, in Mir die unendlichen Liebeswerke Gottes vollziehen sah!
In dem Augenblick, als du schautest, wie sich gegenseitig von Vater und Sohn die Strahlen in einem Punkt zusammen ergossen, den du nicht durchschauen konntest, den du nur als einen blauen Punkt sehen durftest, erfüllte sich in Mir und vollzog sich das Werk der Welterlösung, da nahm das Wort Fleisch an in Meinem Fleisch. Die Strahlen, die ausgingen von Gott Vater und dem Sohn, waren die Liebe Beider, die im Heiligen Geist vereinigt sind, und Sich dann Mir mitteilte und Mich zu Seiner Braut erhob.
Seht, Meine Kinder, so viel ist eine Seele wert, eine Menschenseele, daß es der ganzen heiligsten Dreifaltigkeit nicht zu geringfügig ist, sie schon hienieden einzuführen in Ihren Heilsplan, sie teilnehmen zu lassen an Ihrem Rate, sie eindringen zu lassen in Ihre Ratsversammlung, und diese Versammlung, diese entzückende Schönheit und schöne Lieblichkeit, soll der arme Mensch die ganze Ewigkeit genießen und besitzen und in ihr wohnen. Ist es da nicht der Mühe wert, eine Zeitlang im Dunkeln zu wandeln und zu glauben, was der Herr durch Seinen Sohn verkündigen ließ, was der Herr, nachdem der arme Mensch abgefallen war von Seinem Schöpfer, wiederherstellte und gutmachte durch diesen Seinen eingeborenen Sohn, den Er hineingeschickt in Seine sichtbare Schöpfung, und dieses Reich, von dem Er dort ausging, in die Schöpfung hineinbrachte.

Dieses Reich, das da Seine heilige Kirche ist, hat hernieden schon teil an den Geheimnissen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Den Ort, den du dort geschaut, Meine Tochter, die Stadt, die du nicht zu begreifen und zu beschreiben imstande bist, hat sich abgespiegelt und erneuert auf dieser unwirtbaren Erde in der heiligen katholischen Kirche.

Dort im stillen Tabernakel ist derselbe Ort, dieselbe Lieblingsstätte, wie du sie geschaut in den Versammlungen der Seligen, wohin ihr alle nach dieser Pilgerfahrt gelangen sollt, und ganz sicher, so wahr Mein Sohn lebt, so wahr Er auf Erden erschienen und Mensch geworden, werdet ihr dereinst alle dahin gelangen und teilnehmen.

Aber seht, damit die Guten schon hier auf Erden einen Teil jener Glückseligkeit schauen und genießen, hat Mein Sohn Seinen Thron und den Thron der ganzen heiligsten Dreifaltigkeit mit Ihm unter euch aufgeschlagen im stillen Tabernakel.
Gebt euch darum alle Mühe, daß recht viele himmlische Geister, das da sind die jungfräulichen Seelen, diesen Tabernakel umscharen und umstellen, wie du ihn soeben geschaut. Siehe, wie dort die Ehrenwächter stehen um den Thron Gottes, so stehen die Jungfrauen hier auf Erden um den Thron der Allerheiligsten Dreifaltigkeit im stillen Tabernakel, nicht allein die Jungfrauen, sondern alle guten, gläubigen Christen, die sich da anschließen an die Jungfrauen.
Merkt euch aber: Es muß die Jungfrau so beschaffen sein, daß sie auch einem Engel, einem himmlischen Geist, ähnlich ist. Sie darf nichts begehren, als nur ihrem Bräutigam zu gefallen, ihr Kleid muß rein sein und unbefleckt, ihre Hände müssen unschuldig sein, gerecht und sich gern erheben im Gebet vor ihrem himmlischen Bräutigam. Darum wünscht Mein Sohn, daß alle die klösterlichen Genossenschaften, die da auf der ganzen Welt zerstreut sind, im Geist recht erneuert werden, nichts Irdisches anstreben, den Weltgeist von sich abstreifen, weil sie in erster Linie die Engel im Fleische sind und sein sollen, diejenigen sein sollen, die den Tabernakel bewachen, die Wacht halten um die Allerheiligste Dreifaltigkeit.
Zweitens wünscht Mein Sohn, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelange inmitten der Welt, damit die Welt, die da so abgewichen ist vom rechten Weg, überall solche Engel sieht im Fleische wandeln, damit sie fortwährend erinnert wird, daß der Mensch nicht geboren ist, um zu leben, um zu genießen und zu besitzen und dann zu sterben.
Du Jungfrau in der Welt, wenn du all den Spott und Hohn, der dir von allen Seiten zukommt, weil du eine Jungfrau bist, mit Geduld erträgst und mit deinem einzigen Sinn und Streben gerichtet bist auf deinen Herrn und Gott, dann wirst du Mein Liebling, Meine Schwester. Denn auch Ich lebte mitten in der Welt unter einem gottlosen Geschlecht, dem Ich fortwährend vor Augen stand und die blitzenden Pfeile auf Mich abschießen ließ. Wirst du ärger verspottet, Meine Tochter, als Ich dereinst verspottet wurde?

War Ich doch die jungfräuliche Mutter des göttlichen Sohnes Selbst, des Sohnes Gottes des Vaters, und mußte Mir sagen lassen: Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn, heißt nicht Seine Mutter Maria? Wie tief schnitten in Mein jungfräuliches Herz solche Spottreden ein, da niemand in der Welt Seine Majestät so erkannte und Seinen Schmerz durchschaute, wenn Er solche Reden hören mußte von Seinem eigenen Volk. Und als Ich Ihm folgte auf Seinem letzten, schmerzlichen Gang, und als man Mir die Nägel vor die Augen hielt und die anderen Marterwerkzeuge und Mir sagte: ‚Diese ist des Galiläers Mutter‘, wie zerschnitten da die Spottreden Mein jungfräuliches Herz.
Meine Kinder, denkt darüber nach! O erinnert euch daran, und bringt die letzten Tage in stiller Trauer zu mit Meinem Mutterherzen, denn gar viele leben in der Welt, die nicht mehr daran denken.
Wird denn der Mensch besser werden, wenn er sich mehr in erzwungener Wissenschaft ergießt, als wenn er sich leiten läßt von übernatürlicher Wissenschaft, vom Geiste des Lichtes? Erzwungene Wissenschaft ist alles das, was der Diener der Kirche sich aneignet, durch große Mühe zusammenführt und studiert und in sich aufnimmt. Solche Wissenschaft kann der Mensch sich aneignen, ohne Meinem Sohn zu gefallen, wenn er seinen ganzen Verstand und die Fähigkeiten seiner Seele dazu verwendet, um recht gelehrt zu werden.

Aber ein himmelweiter Unterschied ist zwischen der Gelehrsamkeit, die aus dem Glauben herausgeleitet ist, und die durch den Glauben die Vernunft beherrschen läßt, und jener erzwungenen. Mit all solcher Gelehrsamkeit werden wenig Seelen gerettet.

Mit einer Gelehrsamkeit aber, auch wenn sie noch so einfältig ist, noch so kindlich spricht, die aber aus dem Glauben herauswächst, einem demütigen, kindlichen Glauben, die dringt ein in die Herzen der Menschen, weil sie begleitet ist mit Liebe und Demut. Und so dringt sie ein in die Herzen und bearbeitet sie, daß sie in Demut und Liebe die Worte aufnehmen, denn alle diejenigen, die da nicht mehr glauben an Meinen Sohn, Der auf der Welt dreiunddreißig Jahre unter ihnen wandelte, sind es nicht auch die Gelehrten, all die Gelehrten, die meisten jedenfalls? Denn in den Hochschulen, auf den Universitäten und an allen anderen Fortbildungsschulen, wird die Jugend beeinflußt, wird der Verstand der Jugend entwickelt, aus dem dann die Staatsmänner heranwachsen und die gebildete Welt vertreten sein soll. Sie alle sind sehr gelehrt; aber gelehrt ohne Glauben, und diese Gelehrsamkeit teilen sie der Welt zwar mit, aber zum Schaden der unsterblichen Seele.

Dieser Gelehrsamkeit gegenüber muß nun die Gelehrsamkeit der katholischen Kirche treten, aber diese Gelehrsamkeit muß das Gegenmittel anwenden von jenen Gelehrten, sie muß, weil jene den Glauben verwerfen und die Vernunft auf den Thron gesetzt, den Glauben über die Vernunft setzen und vorherrschen lassen, aus dem Glauben heraus leben und predigen und so das arme Volk zurückführen, das nur zurückgeführt werden kann durch einen demütigen, kindlichen, einfältigen Glauben. Die Armen, die da nicht mehr glauben an Meinen Sohn, sind nur die Verführten, und zwar verführt von den gottlosen Reichen, in deren Hände sie gefallen sind. O dennoch sind die meisten noch zu retten. Um der armen Kleinen willen würdigt Sich Mein Sohn, Sich euch mitzuteilen, um die arme Menschheit zu erretten, nicht die Reichen. Jene haben ihren Lohn schon erhalten. Diesen aber ist Mein Sohn zur Gerechtigkeit verpflichtet, weil sie hernieden das nicht genießen können, was dem Menschen verheißen ist: Nämlich das Glück. Glücklich können sie hernieden nicht sein, also müssen sie, damit die Gerechtigkeit keinen Schaden leidet, in der anderen Welt beglückt werden. Und nun lebt wohl, Meine lieben Kinder!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 488 ff.

 

228 Fest der sieben Schmerzen Mariä 1898

„Es muß Menschen geben, die auf besondere Weise anderen Menschen die Gnade verdienen.“

Jesus: „Es ist recht, Meine Kinder, wenn ihr die Schmerzen Meiner Mutter erwägt und betrachtet in diesen Tagen, von heute bis zu dem Tage, wo Ich gesiegt über die Welt und Hölle. Ich habe dich dazu auserwählt und teile Mich dir mit, um durch dich der Menschheit zu zeigen, wie unendlich gut Ich bin, wie tief und breit und hoch die Größe Meiner Liebe reicht.

Ja, die Größe Meiner Liebe reicht so weit und spannt sich so weit aus, wie Menschenherzen schlagen, weil sie für alle Menschen gekommen ist, zu suchen und zu retten alles, was verloren war.

Aber dabei habe Ich dir doch den Auftrag gegeben, gleich, ehe noch ein Mensch darum wußte, daß du dich an diesem Tage recht beteiligen sollst und Anteil nehmen sollst an den Schmerzen Meiner Mutter. Denn Sie verdient es, Sie, die Einzige, die Meine Liebe erwidern konnte hier auf Erden! Die Einzige, die aber auch den Schmerz fühlen konnte, den der Erlöser der Welt fühlen mußte, um Erlöser der Menschheit werden zu können.
Ich danke euch, Meine Kinder, vor allem für alle die Opfer, die ihr gebracht, für alle die Tränen, die ihr geweint, um Seelen zu retten. Fahret fort und laßt euch nicht einschüchtern vom Gerede der Menschen; denn haben sie Mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen. Die Menschen, die gelebt vor neunzehnhundert Jahren, leben jetzt noch. Der alte Adam ist noch nicht ausgestorben; er lebt, solange die Welt steht, solange es Menschen gibt.
Und darum, weil zwei Geister streiten um den Menschen, und ihn für ihr Reich gewinnen wollen, wird dieser Kampf bestehen zwischen Gut und Bös. Ja, wundert euch nicht, daß selbst diejenigen euch bekämpfen, die euch zur Seite stehen sollen, die dasselbe anstreben wie ihr.
Damals, als Ich unter den Menschen wandelte, gab es viele recht gute, wohlgesinnte Menschen, die Mich liebten und Mir dienten. Aber sobald eine Prüfung an sie herantrat, als sie sahen, wie Ich leide, wie Ich verachtet wurde, wie man Mich von sich stieß, da war es geschehen um ihre Liebe, da stellten sie sich auf die Seite jener, die Mich haßten und riefen mit ihnen: ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!’

Darum kann nur der Mensch, der ausharrt in all den Trübsalen, befähigt werden, Mir Seelen zu gewinnen. Seht, Meine Kinder, es ist eine gar gnadenreiche Zeit, diese heilige österliche Zeit hier in der Stadt Mainz und in all den Städten, wo Meine Diener sich aufopfern, um das Erdreich der Erde zu erneuern, wo Missionen und Exerzitien gehalten werden, Tag für Tag, da wird das Erdreich aufgelockert. Seht, eine so gnadenreiche Zeit, wie sie dieses Jahr ist, habe Ich euch schon einmal gesagt, war lange nicht mehr hier; denn Sünder, die jahrelang nicht mehr gebeichtet, die man lange nicht mehr in der Kirche gesehen, werden aufgerüttelt und fassen gute Vorsätze.

Aber seht, damit ihr wißt zu eurem Trost, und alle die Diener der Kirche es wissen, die sich Mühe geben, Mein Reich aufzurichten, die junge Kirche wieder emporzubringen, daß sie zwar reden durch Meinen Geist, daß es Mein Geist ist, Der ihnen gegeben ist, Der ihnen beisteht, daß sie alle die Herzen so erschüttern können, aber bearbeiten, daß die Gnade Gottes eindringt in die Herzen ihrer Zuhörer, ist nicht ihre Sache, dazu braucht es Meine Gnade, Meines Geistes, brauche Ich solche Seelen, die diese Gnade der Menschheit verdienen..
Sowenig Ich einstens die Menschheit hätte erlösen können, die Gnade hätte verdienen können, ohne daß Ich für sie leiden und sterben wollte, erkaufen hätte Ich sie wohl können, auch ohne daß Ich gelitten hätte einen so schmerzlichen Tod, aber die Sünden tilgen und der Seele so leichten Eingang zum Vater zu verschaffen, dazu hatte es mehr gekostet als nur einen Willensakt oder für eine Zeitlang Mensch zu sein. Diese Gnade mußte Ich verdienen und hart verdienen, durch harte Anstrengungen, durch Vergießung Meines Blutes, ja, durch Vergießung Meines Herzblutes. Ausgepreßt mußte Ich sein, wie eine Traube in der Kelter.

Die Menschheit ist nun erlöst, das Wort des Vaters ist vom Himmel gestiegen und hat den Willen des Vaters allen Menschen verkündet, die Gnade ist verdient, daß alle Menschen können selig werden, wer nur selig werden will.

Aber diese Gnade der betreffenden Menschheit, die zu den verschiedenen Zeitverhältnissen lebt, die muß übermittelt und verdient werden durch gleichmäßige Zeitgenossen, die in der Zeit gerade leben.
So mußte die junge Kirche, als sie einmal gestiftet und gegründet war, befeuchtet und befruchtet werden durch das Blut der Märtyrer. Meine Gnade war ausgegossen über die Menschheit, das Kreuz stand aufgerichtet in der Welt, aber diese Gnaden, dieses Leiden, mußten übermittelt werden, damit wieder andere Menschen daran teilnehmen und Eingang in sie finden können, und dafür mußten sich Menschen hergeben, die dieses Leiden anderen zuwenden. Dieses waren die heiligen Märtyrer; sie litten und starben, sie verspritzten ihr Blut für Mich, und somit sagten sie ihren Mitmenschen, der sie umgebenden Menschheit: Sieh, lieber Bruder, liebe Schwester, für Den, an den ich glaube, will ich mein Blut verspritzen, mein Leben einsetzen.

Und dieser lebendige Glaube überzeugte dann und überführte die Mitmenschen. Und so und nur so konnte die Welt, Meine Kirche, sich ausbreiten in der Welt. Als aber Meine Kirche gegründet war, ausgebreitet war auf der ganzen Erde, da lebte der alte Adam immer noch. Die Menschen sind schwach, sie fallen ab von einmal gefaßten Vorsätzen, sie sündigen, und es muß immer und zu aller Zeit wieder Menschen geben, die durch ihre Buße, vereinigt mit Meiner Buße, ihren Mitmenschen zu Hilfe kommen, und so wird ein wechselseitiges Hineinleiten in die einzelnen Glieder der Kirche, oder auch der Nichtkirche, stattfinden bis zum Ende der Welt. Es muß Menschen geben, die auf besondere Weise anderen Menschen die Gnade verdienen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 2 Seite 495 ff

     Inhaltsverzeichnis

.

Barbara Weigand
EINEN DAMM BILDEN,
DEN LIEBESBUND LEBEN

Nachfolgende Auszüge aus den einzelnen Bänden „Offenbarungen an Barbara Weigand“ können Ihnen möglicherweise wichtige und wesentliche Anregung dafür sein, den unbeschreiblichen Tiefgang der Worte Jesu und Marias an ihre Untertanen noch mehr, besser und umfänglicher zu erfassen, Sie gar anzuregen, sich alle 7 Bände doch noch als vorrangiges Lesewerk zu beschaffen, und es anhaltend und ergiebig zu studieren, und so Ihr geistliches Fundament ausreichend zu festigen und für Ihr katholisches Glaubensleben sich einen Fundus zu verschaffen.

Bereits in den vorausgehenden Abschnitten war des öfteren die Rede von einem Bunde, zu dem sich alle Gutgesinnten zusammenschließen sollten, um der wachsenden Gottlosigkeit und überhandnehmenden Entchristlichung der Menschheit einen festen Damm entgegenzustellen. Am Fronleichnamstag des Jahres 1895 will Barbara vom Heiland den Auftrag zur Gründung dieses Bundes erhalten haben und von da an kehrt die Aufforderung zum Anschluß an diesen Bund in ihren Schriften immer wieder. Verfolgen wir diese Entwicklung etwas näher!

Maria beklagt die Lauigkeit und die Herzenskälte der Menschen, die so entsetzlich um sich gegriffen hatte. Gott droht durch die Propheten und Boten, den Arm Seiner göttlichen Gerechtigkeit herausgefordert zu haben und droht den Menschen mit Seinem göttlichen Zorn. Noch nie war der Glaube so geschwunden seit Erschaffung der Welt wie jetzt. Darum hat Er sie an Seinen Tabernakel gerufen, um Ihn dort zu trösten und ruft die Menschheit auf: „Glauben, Glauben, Glauben verlange Ich, und diesen Glauben zu betätigen auch im Werke. Der Strom, der einmal abwärts fließt, ist nicht aufzuhalten mit einem kleinen Brettchen. Da müssen viele Kräfte sich vereinigen, um den Damm zu bilden.“

Am vierten Freitag im Mai 1896. „Ich habe dir gesagt, ein Damm soll errichtet werden. Der Damm sind die Menschen, die Beter, jene Christen, die noch lebendige Glieder Meiner Kirche sind, die vereinigt mit dem Priestertum durch Opfern, Sühnen und Bitten Meine Mutter bestürmen und mit Meiner Mutter vereinigt Mein Herz bestürmen, um Seelen zu gewinnen.“ Am Donnerstag vor Herz-Jesu-Fest 1896: „Sieh, wie Satan sein Reich ausbreitet auf der Welt! Sieh, wie nichts gescheut wird von seinen Helfershelfern durch Wort und Beispiel und durch Schriften, um die Menschen zu entfernen von Mir. Sie haben es fertiggebracht, die Schule Meiner Kirche zu entfremden, die Schulen zu entchristlichen. Es ist so nötig, daß die Vorgesetzten es wissen, wie unbedingt ein Damm errichtet werden muß, wie Ich es Meiner Dienerin angegeben habe; denn der Zeitgeist soll und muß umgeschaffen werden, eine andere Luft muß wieder wehen, eine warme Südluft, die Herzen müssen wieder von neuem Glauben belebt, angefacht und erwärmt werden, und das können nur die Priester der katholischen Kirche zustande bringen. Helft Mir Seelen gewinnen, mit Meinen Dienern dem großen Ziel entgegengehen, arbeiten im Weinberge Meines Vaters!“
Jesus am Freitag nach dem Herz-Jesu-Fest 1896: „Darum verlange Ich eifrige Seelen, darum rede Ich mit dir, darum soll der Damm, von dem Ich dir schon einigemale gesprochen, errichtet werden, d.h. treue und fromme Seelen sollen Hand in Hand mit den Priestern entgegenarbeiten dem Strom der Zeit.“ Am 18. Dezember 1896 sprach Maria: „Bei dieser Zeit, wo der Unglaube alles überschwemmt, ist es unbedingt nötig, dem Übel Einhalt zu tun, einen Damm zu bilden, und diesen Damm zu errichten seid ihr nicht allein imstande: ihr müßt viele, viele Mithelfer und Mithelferinnen haben. Und nun freue dich, sieh, wie sich die Worte Meines Sohnes bewahrheiten, es werden noch mehr kommen, aber andere werden herbeikommen aus der Ferne.“ Am Dreikönigsfest 1897 erscheint zum erstenmal der Name des Bundes: Er soll sich nennen der
„Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu“. Diejenigen, die sich festhalten an diesen Bund, werden niemals Gefahr laufen, auf Abwege zu kommen. Wer sich anschließt an den Liebesbund, den Ich mit euch geschlossen habe am heiligen Fronleichnamsfest, der ausgeht aus dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, soll das besondere Vorrecht besitzen, daß er mit heiliger Freude alles ertragen wird, was Ich in Meiner weisen Vorsehung ihm zugedacht habe. Den Priestern wird es am meisten nützen, wenn sie sich anschließen an den Bund; denn wer bedarf mehr der Stütze und des Gebetes als ein Priester. Darum ist es für den Priester doppelt wichtig, sich ins Gebet vieler zu empfehlen, nicht auf seine eigene Kraft allein zu vertrauen.“

Barbara fragt den Herrn: „Soll der Gebetsbund jetzt schon ausgebreitet werden?“ und erhält die Antwort: „Je eher, desto besser. Die Zeiten sind schlimm, die Zeiten sind gefährlich und werden von Tag zu Tag gefährlicher für die Menschheit. Und je eher der Gebetsbund sich ausbreitet – denn dies ist der Damm, den Ich ausbreiten will in Meiner Kirche –, desto eher wird dem Übel Einhalt getan werden! So viele sich anschließen an den Bund, so soll es überall sein, so soll es im Dorf, in der Stadt, in dem Reich werden, wo viele Mitglieder sind, die in dem Damm stehen, an dem die Wasser des Unglaubens abprallen werden, und die Welt, ohne es zu wissen, wird sich umgestalten, ein anderer Geist wird die Menschheit erneuern.“

 

    Inhaltsverzeichnis

Einen Damm bilden, den Liebesbund leben
Am Beispiel Bände 4 bis 7


303 Dritter Freitag im Juli 1899

Jesus: „Darum, Meine Kinder, was Ich schon jahrelang mit euch gesprochen habe, als Ich euch zeigte, wie der Unglaube alles wie Wasser mit sich hinwegschwemmt, wie ein reißender Strom dahinbraust, und ein Damm müsse errichtet werden, um diesem Strom der Gottlosigkeit und des Unglaubens Einhalt zu tun, und Meine Diener hier in Mainz Mir geradezu entgegenarbeiten, anstatt Meine Sprache zu glauben und zu befördern, und Ich euch schon damals sagte, daß Ich sie umgehen werde und andere herbeiführe, so ist nun diese Zeit gekommen, wo Ich die Sache umgehend durchführen will.
Seht, so füge Ich alles. Jeder Schritt und Tritt, den ihr tut, hat seine wichtige Bedeutung für Meine Kirche. Ich will Meine Kirche zum Sieg führen, und aus einzelstehenden Personen muß der Damm errichtet werden. Ich will die kostbaren Perlen, die da eine jede Seele ist, die in dem Acker die Perle gefunden, die Perle der Weisheit, die nur strebt, Mir zu dienen und Mir zu gefallen, vereinigen zu einem Bund.“


Jesus: „Darum muß Ich anfangen bei den liebsten Kindern Meines Herzens, weil diese ja die gläubigsten sind. Seht, wie Ich hier, wo Ich euch hingeführt, kein Hindernis gefunden; sie hatten keine Kritik, sie dachten nicht hin und her: ‚Ja, könnte das nicht auch vom bösen Feind oder Schwindel dabei sein?‘, weil ihre Seele geläutert ist. Darum bitte Ich Meine Schwestern, daß sie sich alle Mühe geben, ihre übrigen Genossenschaften, nicht nur die Karmelitinnen, sondern auch die Karmeliterorden männlichen Geschlechtes, in Kenntnis zu setzen, daß womöglich alle Orden der Beschauung, sowie auch diejenigen, wie die Kapuzinerinnen hier in Mainz, die Dominikanerinnen und Dominikanerorden, alle die beschaulichen Orden zusammen, sich verbinden, sich dem Liebesbund einreihen und hören die Stimme ihres Geliebten, der da sie aufsucht in den Felsenritzen, um zu ihrem Herzen zu reden.
Meine Kinder! So rufe Ich euch allen zu, allen, die ihr das Glück habt, die Perle der Weisheit gefunden zu haben, die ihr euch in die Felsenhöhle Meiner treuen Dienerin Magdalena vergraben habt, kommt an Mein Herz! Kommt in Meine Arme und höret die Worte eures Geliebten. Nicht will Ich zu euch kommen, um euch zu grollen und zu tadeln über eure Fehler. Nein, nein, Meine Kinder! Was Ich hier zu Meinen Dienerinnen spreche, zu den Eheleuten spreche, zu den Priestern, die sich schon bereits dem Liebesbund angeschlossen, rede Ich auch zu euch und zu euch in erster Linie.
Ihr alle quält euch ab, wenn ihr merkt, in einen Fehler gefallen zu sein. Es ist aber Mein Wille, daß diese unnötige Marter aufhöre. Ein freudiges Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein freies Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein Herz, dem Meinen ähnlich, das Sich Selbst vergißt und die Rennbahn lief, Tag für Tag, um Meinem himmlischen Vater alle Seelen vorzustellen. Ich hätte die ganze Welt durchlaufen mögen, um die lieben Worte, die der Vater Mir zusprach, Mir eingab, allen Menschen zuzusprechen. Wie liebevoll waren Meine Worte, als Ich auf Erden lebte. Nur diejenigen tadelte Ich, die stolz Mir gegenüberstanden und Meine Worte nur spottend und hohnlachend anhörten, um Mich nur zu verspotten. Zusammen will Ich führen die guten Kinder Meiner Kirche, zu einem Bund, zum Liebesbund.“

Theresia: „Nein, nein, meine Töchter! Ihr sollt jene Ordensleute nicht nachahmen, die, wenn der Herr ihnen eine Seele zuschickt, sie kalt und schroff behandeln. So frei und offen, wie ihr es tatet, sollen sie sich gegenseitig besprechen über das Heil der unsterblichen Seele, damit diejenigen, die der Herr euch zuführt, sehen, daß man heilig werden kann, daß diejenigen, die der Herr in einen Ordensstand hineinführt, auch dort noch Menschen sind und die Rechte der Natur befördern müssen, daß sie noch Fehler begehen, wie die Weltleute auch, weil sie noch in Fleisch und Blut sind. So wird der Mensch, der aus dem Kloster wieder hinaustritt in die Welt, nicht bedrängt, sondern aufgemuntert und angeeifert, weil er sieht, daß man auch mitten in der Welt, wiewohl er in so viele Fehler fällt, dennoch Gott gefallen kann, wenn er sieht, daß seine Bräute doch auch noch Menschen sind. Seht, diese gegenseitigen Ergüsse sind die wahren Freundschaften, die da aneifern und anlocken das arme Menschenherz, und so wird der Damm errichtet, von dem der Herr schon so oft gesprochen. Ihr habt recht getan, und ich belobe euch, ihr habt recht getan, meine Töchter!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 34 ff.

 

305 Portiuncula-Fest 1899

Jesus: „Fragt Mich nicht so neugierig, genug, wenn Ich euch sage, was Ich will. Viel Freude haben sie Mir gemacht, die Kinder des heiligen Franziskus. Darum bin Ich heute ganz besonders getröstet und machte euch diese ganz besondere Freude, euch dieses wissen zu lassen und allen, die sich Mühe gaben, die Bedingungen zu erfüllen. Seht, Meine Kirche wünscht, Mein Statthalter in Rom, weil Ich es ihm so eingegeben habe, weil er Hand in Hand geht mit Meiner Dienerin, denn wie Ich zu dir rede, so rede Ich zu ihm, daß ein Damm errichtet werden soll von heiligen, frommen Seelen, und Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß dieser Damm von frommen Betern doch recht bald und recht zahlreich zusammengestellt und verbunden wird. Ich habe schon häufig mit euch darüber gesprochen, und Mein Diener in Rom versteht Meine Sprache. Er weiß, daß, was Ich rede mit einem so armseligen Wesen, wie Meine kleine Dienerin hier ist, nicht die Sprache eines armseligen Menschenkindes ist, daß es die Sprache jenes Gottes ist, Der Mensch ward, um die Menschheit zu retten. Also, um die Menschheit zu retten, würdige Ich Mich, zu reden durch euch und zu euch. Ich will Mich aber würdigen, zu vielen zu reden, ja Ich wollte, Ich könnte zu allen Menschen reden, und sie alle würden Mich verstehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 54 ff.

 

306 Erster Freitag im August 1899

Jesus: „Ihr alle aber, ihr Meine treuen Diener, die ihr es aufgefaßt, was der Zeit not tut, fahret fort mit dem tiefgläubigen Volk, Ich sage nicht mit dem Volke, nein, mit dem Völkchen, denn es sind nur gar wenige, und doch habe Ich schon bereits angefangen, in vielen das Glaubensflämmchen wieder anzufachen. Das sind diejenigen, die im Liebesbund stehen, jene Ordensgenossenschaften, die davon wissen und sich anschließen, jene Priester, die davon wissen und es zu verbreiten suchen und die Nutzanwendung daraus ziehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 64 ff.

 

309 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1899

Maria: „Wir wollen euch einen Grad des Vertrauens mehr erflehen, ihr sollt hoffen wider alle Hoffnung. Ihr steht jetzt im zweiten Schritt, daß ihr hoffen sollt wider alle Hoffnung. Das müssen alle Liebesbundmitglieder, ihr Kreuz tragen, Ihn lieben wollen, den himmlischen Bräutigam, und das wollt ihr tun.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 84 ff.

 

310 Dritter Freitag im August 1899

„Ihr aber, ihr Eheleute, die ihr noch beisammen lebt, ihr seid bestimmt, das heilige Leben in Nazareth vorzustellen und zu versinnbilden; auf, zusammen zu einem Bund!“

Jesus: „Es sind ja viele in der heutigen Gesellschaft gute, treue Seelen. Ich belobe all die vielen Ordensleute und Priester, die alle Mühe sich geben, um das Leben der ersten Christen wieder zu erneuern in der menschlichen Gesellschaft. Aber, was Ich hier rede, ist ihnen gewiß nicht entgegen; es soll ihnen gewiß kein Schaden sein in ihrem Bestreben; es soll nur ihren Glauben und ihre Mühe belohnen. Darum auf, ihr Priester, auf, ihr Ordensleute in der Welt, wo ihr steht; auf, ihr Jungfrauen in der Welt; auf, ihr Eheleute, in erster Linie ihr Witwen, denen Ich den Mann entzogen, damit ihr euch anschließet an den Liebesbund. Stellt euch zu den Jungfrauen. Ihr aber, ihr Eheleute, die ihr noch beisammen lebt, ihr seid bestimmt, das heilige Leben in Nazareth vorzustellen und zu versinnbilden; auf, zusammen zu einem Bund!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 96 ff.

 

311 Vierter Freitag im August 1899

Jesus: „Geduld, Meine Tochter! Du sollst dich anschließen an den Liebesbund. Du mußt bearbeitet werden. Du sollst selbst aus dir herausgehen und dich bearbeiten lassen durch Meinen Geist. Du mußt über dich hinweggehen. Wisse, daß Ich dreiunddreißig Jahre auf der Welt gewandelt bin, und allen Spott und Hohn der Menschen ertrug. Weil du abgeschliffen werden sollst, deswegen lasse Ich zu, daß Großes dir vorkomme. Du mußt geübt werden in Leiden und Verdemütigungen. Du sollst gedemütigt werden, und deshalb ruhig weitergehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 105 ff.

 

312 Herz-Jesu-Freitag am 1. September 1899

„Ein Gebetsleben will Ich bilden, einen Damm will Ich bilden, und Ich werde nicht eher ruhen und rasten, bis dieser Damm errichtet ist.“

Jesus: „In früherer Zeit, wo Mein Diener Franziskus lebte, wo eine heilige Hildegard lebte, eine heilige Brigitta und alle, die sich heiligten in den Orden, war es noch nicht so Mode, wie es jetzt ist, nur zu putzen und zu scheuern. Da wurde das Gebetsleben geübt und gepflegt, da wurden Heilige gebildet. Und so möchte Ich es wissen, daß man darauf bedacht sei, eine Stunde sich loszuringen, vor dem Tabernakel zu knien und für die armen, verkommenen Menschen zu beten, die da in der Welt leben, die Mich nicht kennen. Ein Gebetsleben will Ich bilden, einen Damm will Ich bilden, und Ich werde nicht eher ruhen und rasten, bis dieser Damm errichtet ist. Wenn man auch sagt, es sei immer das nämliche. Ja, ja, Meine Kinder, es ist immer das nämliche, solange es das nämliche Evangelium ist, das man predigt von der Kanzel herab. Denn sieh, Meine Kleine, solange die Worte, die Ich mit dir rede, mit dem Evangelium gehen, solange kann sie keiner Meiner Diener verwerfen, denn es sind und bleiben Meine Worte.
Die wenigen, die da noch sind und stehen, und an denen Ich noch Meine Freude habe, sollen und müssen sich anschließen an den Bund, den Ich geschlossen habe in St. Quintin. Die Männer, die da am Abend eine Stunde beiwohnen und sich mit dem Weibe vereinigen, sind gerettet. Diejenigen aber, die sich nicht anschließen, werden von Tag zu Tag abwärtsgehen. Darum arbeitet ihr alle, die ihr Mitglieder dieses Bundes seid, an all euren Mitgliedern, die hineinzweigen in eure Familie, daß sie sich anschließen, damit der Damm möglichst groß werde. Deswegen wünsche Ich, daß viele Priester die Schriften lesen und darauf hinarbeiten, daß der erste Freitag ein geheiligter Tag werde für das christliche Volk, daß viele darauf hinarbeiten, daß der dritte Orden gehoben werde, was ja Mein Statthalter in Rom wünscht, und nur durch den dritten Orden soll die Welt erneuert werden.

Denn so muß sich der Liebesbund ausbreiten. Sie dürfen das Kreuz nicht scheuen. Die Armut ist ein großes Kreuz; sie drückt, aber sie unterdrückt nicht. Der Geist, der sie mit Zufriedenheit trägt, ist ein großer Geist und Meinem Diener Franziskus ähnlich.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 118 ff.

 

315 Vigil von Mariä Geburt 1899

Maria: „Deswegen, Meine Kinder, hat Mein Sohn schon so viel mit euch gesprochen. Er hat gesagt, daß ein Damm müsse errichtet werden, viele müßten sich vereinigen zu einem Gebetsleben, denn das ist der Damm, Eheleute und Jungfrauen, Priester und Laien bis hinauf zum Papst auf dem Throne, bis hinauf zum Fürsten, der auf dem Throne sitzt und bis herab auf den letzten Knecht im Schloß des Fürsten. Sie alle sollen teilnehmen an dem Band, das Mein Sohn schlingen will um die Menschheit. Und damit dieses geschehen könne, braucht Er viele Seelen, die Ihm helfen. Den Ehestand will Er adeln, emporbringen, daß er wieder ein wahrhaft christlicher Ehestand wird, daß die Eheleute in Liebe und Eintracht zusammen leben, das Kreuz, das der Herr in ihre Mitte gestellt, in jede Familie, mit Geduld tragen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 127 ff.

 

320 Erster Freitag im Oktober 1899

Jesus: „Viele sollen herbeikommen, alle Kinder der heiligen katholischen Kirche möchte Ich herbeiziehen, ein Band möchte Ich schlingen um die Menschheit, um die Christenheit, damit Ich Selbst sie ziehe, sie leite und führe. Dieses Band ist die heilige Kommunion.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 183 ff.

 

331 Vigil von St. Katharinenfest 1899

Katharina: „Durch die Geduld, mit der du dein Leiden erträgst, sollst du beweisen, daß du dir wirklich die Worte zu Gemüte geführt und du harrst auf den glücklichen Tag, der dich befreien wird vom Joch dieses Leibes. Freue dich, mein Bruder, freue dich! Ich und meine Schwester Barbara, die du jeden Tag verehren sollst, und die du erwarten kannst, werden dir entgegenkommen, in Vereinigung mit deinem heiligen Schutzengel und der lieben Mutter Gottes, deiner allerliebsten Braut; denn wenn du ein Mitglied des Liebesbundes bist, du bist es schon, indem du dich eingegliedert in die Kette, indem du glaubst, daß der Herr in einer Seele wirken kann, freue dich, wenn deine Seele vom Leibe scheidet.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 224 ff.

 

332 Erster Freitag im Dezember 1899

„Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum letzten Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen.“

Jesus: „Und wenn Ich die Priester auffordere, und wenn Ich sie tadle oder lobe, geschieht es nur, damit Ich ihnen zeige und die Mittel angebe, wie Ich das gesamte Geschlecht wieder zurückführen möchte. Wenn Ich sage, daß der Priester herbeikommen und die Worte hören soll, so will Ich dies nur sagen, um ihn anzueifern und aufzurütteln, um ihm zu sagen, daß er den Glauben, wie er im Mittelalter war, in sich aufnehmen soll, was im Mittelalter geglaubt wurde, und sich verbinden soll mit gläubigen Seelen, um das Volk wieder zurückzuführen zum alten, alten Glauben, zum guten, alten Glauben. Weiter aber will Ich nur mehr für Familien, und wie es in der Familie gehalten werden soll, reden. Darum sagte Ich vom allerersten Anfang: Einen Damm will Ich bilden.

Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum letzten Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereinigt beten, in vereinigtem Gebet sich zusammentun, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit Meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.

Damit aber dies nicht ermatte, will Ich ein Band um sie schlingen; sie sollen sich öfter einfinden an dem Tisch, den Ich ihnen gezeigt. Ferner will Ich, daß der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt wird, weil das Menschengeschlecht gar zu sehr überhandgenommen und die Welt sehr bevölkert ist, ja so, wie es noch nie war, von Anbeginn aller Zeiten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 233 ff.

 

333 Fest der heiligen Barbara 1899

„Und je mehr sich anschließen an dieses Häuflein, das sich vorgenommen hat, Meine Wege zu wandeln, desto stärker wird der Damm, und diejenigen, die sich nicht persönlich anschließen, müssen sich anschließen … der Gesinnung nach.“

Jesus: „Der Geist des Menschen ist doch auch verbunden mit Meinem Geist, wenn Ich in ihm wirke, und er faßt es nach seiner Auffassungskraft auf, alles, was Ich in ihm wirke, und so kommt es manchmal vor, daß ein kleiner Irrtum sich einschleicht, ein anderes Mal aber auch lasse Ich es zu, um diese Seele zu üben in der Demut, um sie zu bewahren vor Selbstgefälligkeit. Ihr aber, Meine Kinder, habt es gehört, viele sollen gerettet werden, und ein Damm soll und muß gebildet werden, und es wird die Zeit noch kommen, wo man glauben wird, daß Ich es bin, Der dieses alles, was Ich in dir rede, bewirkt habe und gesprochen habe; denn ihr müßt in dem Bußgeist beharren bis an euer Lebensende.
Diese sind es, wodurch Ich andere belehren will, und so muß nach und nach der Damm gebildet werden, nicht, als ob sie alle ein und denselben Weg gehen müßten, wie Ich von diesen verlange, mit denen Ich verkehre. Diese müssen auf besondere Weise und auffallend tun, was Ich verlange, mag es in die Augen springen oder nicht, mag es im stillen und verborgenen Kämmerlein verrichtet werden oder draußen in der großen Welt. Aber das verlange Ich von allen und von einem jeden von euch, daß ihr nicht darauf schaut, was andere denken und sagen.
Man darf predigen auf der Kanzel, so viel man will, man mag dabei glauben, man übe noch seine Religion; ja, man gehe noch ins Kloster, man gehe noch zur heiligen Kommunion; man gehe noch an einem Sonntag in eine heilige Messe, man sei ein guter, frommer Katholik, weil man niemanden bestiehlt oder beraubt. Aber: Nützen kann dieses der Welt nichts, gar nichts! Die Welt ist so tief gesunken, und das Christentum so erloschen bis hinein in die tiefsten Schichten der ganzen Menschheit, daß ein anderer Weg eingeschlagen werden muß. Man muß zurückgehen auf den Weg der Buße, auf die goldene Straße gehen, die Ich dir heute gezeigt habe: Sühne und Buße für andere! Und je mehr sich anschließen an dieses Häuflein, das sich vorgenommen hat, Meine Wege zu wandeln, desto stärker wird der Damm, und diejenigen, die sich nicht persönlich anschließen, müssen sich anschließen wie N. der Gesinnung nach. Geht nach Rom; ja, es ist recht, ihr Großen und Reichen der Erde, um zu zeigen, daß ihr noch katholische Christen seid, daß ihr euch anschließt an das Band, das um die Christenheit geschlungen ist durch Einheit im Glauben, aber bedenket wohl, daß auf dieser Reise nach Rom und mit dieser Reise noch eine ganz stolze Gesinnung kann verbunden sein, und daß der Christ sich dort in Rom zwar viel Gnaden holt und mit nach Hause bringt, daß sie aber am anderen Tag schon wieder verloschen sind, weil er es nur aus Ruhmsucht, aus Gefallsucht, aus eitler Frömmigkeit getan hat.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 242 ff.

 

334 Vigil des heiligen Evangelisten Johannes 1899

„Heilig sollen alle diejenigen sein und werden, die dem Liebesbund beitreten, weil die Gesellschaft der Heiligen gar zu not tut in der heutigen Welt. Der Bußgeist ist abhanden gekommen, und unter den Mitgliedern des Liebesbundes soll vor allem der Bußgeist gepredigt werden.“

Johannes: „Nicht wahr, meine Kinder, ihr betet alle Tage: ‚Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen.‘ Wenn ihr dieses betet, wenn euer Mund diese Worte ausspricht, dann wißt, daß es jedesmal eine freudige Bewegung gibt in der ganzen triumphierenden Kirche; denn wir Heiligen Gottes, die wir euch vorausgeeilt sind, die wir eure Brüder und Schwestern sind, wir verstehen, was dieses Wort bedeutet. Es ist jedesmal ein Aufschrei, ein ängstlicher Aufruf eurer Herzen. Mit diesem Wort: ‚Ich glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen‘, ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis ausgesprochen, sondern es liegt darin jedesmal ein ängstlicher Hilferuf, als ob wir Heiligen euch zu Hilfe kommen sollten in dieser eurer bedrängten Lage. Und so ist es jedesmal, wenn wir diese Worte von einem Menschenkind vernehmen, werden wir freudig bewegt, aber auch zugleich zum Mitleid angeregt und sind bereit, euch zu Hilfe zu kommen. Deswegen fürchtet euch nicht, meine Lieben. Fürchtet nichts! Um diese Gesellschaft der Heiligen recht vollzählig zu machen, damit es auch recht viele hier auf Erden schon gibt, die sich daran beteiligen an dieser Gemeinschaft, will ja der Herr unter euch und in eurer Mitte den Liebesbund gründen. Heilige will Er bilden. Heilig sollen alle diejenigen sein und werden, die dem Liebesbund beitreten, weil die Gesellschaft der Heiligen gar zu not tut in der heutigen Welt. Der Bußgeist ist abhanden gekommen, und unter den Mitgliedern des Liebesbundes soll vor allem der Bußgeist gepredigt werden. Die Mitglieder dürfen nicht der Bequemlichkeit nachgehen und anhängen den Freuden und Genüssen der Welt.

Darum, meine Kinder, auf, Mut gefaßt! Ihr, die ihr in den Ehestand geführt worden seid, wißt, daß ihr Glieder des Liebesbundes seid, daß ihr niemals klagen sollt über das Geschick, das der Herr auf eure Schultern legte, daß ihr fern von dem Getöse der Welt lebt, nicht nachjagt den Vergnügen der Zeit. Ihr aber, die der Herr dem jungfräulichen Stand eingefügt hat, kettet euch zusammen. O diese gute Seele, sie hat schon Fortschritte gemacht, und es geht allmählich; aber sie muß noch mehr herbeiführen, sie muß es noch dahin bringen, daß die Kirche in Mainz erblüht und wird zu einem Goldenen Mainz. Das Goldene Mainz hat seinen Namen nur von der Blüte, in welchem es stand im Mittelalter zu der Zeit, wo es so viele Klöster gab, und diese gute Seele hat der Herr euch zugeführt, daß sie ihre anderen Freundinnen herbeiziehe.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 255 ff.

 

336 Donnerstag am 4. Januar 1900

„Dieses ist das geheimnisvolle Kreuz, das jedes Mitglied des Liebesbundes tragen muß. Wer einen anderen Weg sucht, ist kein Mitglied des Liebesbundes.“

Jesus: „Als Ich dir den Vater der Christenheit, das Oberhaupt der Kirche, zeigte als ein Licht, das die ganze Welt erleuchte, da verstandest du es nicht. Jetzt aber verstehst du es. Und als Ich dir zeigte, daß du ihm behilflich sein müssest in seinem Amt, siehe, alles dieses ist jetzt in Erfüllung gegangen, und du siehst es vor Augen. Dieser war bestimmt, das Hochheiligste Sakrament, die hochheilige Eucharistie, in der Ich als Gott und Mensch unter euch wohne, die Quelle, die da sprudelt unter euch, die da ganz verstaubt und verschüttet gewesen, wieder aufzudecken, Mein Volk herbeizuführen. Dir habe Ich die Aufgabe gesetzt, zu dir habe Ich gesagt, daß Ich ein Band schlingen will, und daß, wer von diesem Band sich umschlingen läßt, gerettet ist, daß ein Damm soll errichtet werden.

Das neunzehnte Jahrhundert hat viele Heilige gezeugt und das zwanzigste Jahrhundert wird noch viel mehr erzeugen. Darauf, auf diesen Gliedern, die das Fundament Meiner Kirche sind, wird sie wieder emporsteigen, Meine jungfräuliche Braut, auf jene Höhe, von der die ganze Welt sie sehen wird, und jedermann wird ihre Schönheit und Größe anerkennen und bewundern. Darum, Meine Kinder, fürchtet nichts, alles, was Ich euch auftrage, bis ins Kleinste zu erfüllen. Alle, die Ich herbeiführe, glaubt nicht, daß ihr je Anerkennung finden werdet. Alle eure Mühen und Opfer, sie werden, nachdem ihr sie gebracht, verschmäht werden. Doch werde Ich euch immer so viel Licht und Trost zukommen lassen, daß ihr nicht erliegt in all eurem Kummer und Sorgen. Dieses ist das geheimnisvolle Kreuz, das jedes Mitglied des Liebesbundes tragen muß. Wer einen anderen Weg sucht, ist kein Mitglied des Liebesbundes. Verachtung, Verspottung, Verdemütigung ist der Weg, auf dem ihr wandeln müßt. Darum wundert euch nicht, wenn Dinge vorkommen, die euch fremd sind, die ihr nicht versteht. Offen und frei den Glauben bekennen überall, wo ihr euren Fuß hinsetzt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 269 ff.

 

338 Vigil vom Fest des heiligen namens Jesu 1900

„Siehe, du mußt leiden, um viel zu verdienen. Gräme dich nicht, wenn du siehst, wie deine Kräfte abnehmen, wie du fast keinen Tag ohne Schmerzen zubringen mußt, und doch erhalte Ich deinen Leib und erhalte dich.“

Seraphim und Cherubim: „Jedesmal, wenn du einen Brief anfängst, oder eine Arbeit beginnst, wenn du hinaustrittst aus dem Haus und wenn du eingehst ins Haus: Jesus, Jesus, Jesus. In diesem heiligen Namen sollst du, wie dir heute früh der Herr schon gesagt, alles beginnen und vollenden, und du wirst sehen, welche Früchte du erntest. Ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, schreibet in euer Herz, an die Türe, und in all die Schriften, die ihr beginnt, diesen süßen Namen ein, damit Er euch nie mehr aus dem Gedächtnis komme, damit ihr wisset, daß ihr seid Gesalbte des Herrn.“

Jesus: „Je mehr der Liebesbund sich ausbreitet, worüber Ich schon so viel mit euch gesprochen habe, wie Ich es wünsche, wie die einzelnen Glieder sich heiligen sollen, desto mehr werden fromme Stiftungen entstehen. Ja, ja, eine Ehre wird man sich daraus machen, heilige Stätten zu bauen und zu gründen, und je mehr Mitglieder zu den Stätten zählen, desto mehr Segen wird über die Stadt ergehen, Sünderseelen zu retten, ja, ja, Sünderseelen zu retten.
Siehe, du mußt leiden, um viel zu verdienen. Gräme dich nicht, wenn du siehst, wie deine Kräfte abnehmen, wie du fast keinen Tag ohne Schmerzen zubringen mußt, und doch erhalte Ich deinen Leib und erhalte dich. Du sollst noch recht viel wirken, daß der Liebesbund sich bald ausbreite, und weithin über Mainz, über das kleine Hessenland, in der ganzen Welt soll sich der Liebesbund ausbreiten, damit recht viele eucharistische Kreuzträger sich finden. Je mehr sich unter das Kreuz stellen, unter dieses geheimnisvolle Kreuz, desto bälder wird die Kirche siegen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 285 ff.

 

339 Dritter Freitag im Januar 1900

„Aber freuet euch, Meine Kinder, denn über die ganze Welt soll der Segen dahinströmen, der vom Liebesbund ausgeht. Alle guten, treuen Christen sollen sich aufraffen und anschließen, sie sollen die Bedingnisse erfüllen, die Ich euch schon oft gesagt.“

Jesus: „Für die gläubigen, guten Christen soll es eine Zeit der Freude sein, der besonderen Freude. Besonders für Meine Kinder soll dieses Heilige Jahr ein einziges, großes Freudenfest sein, inmitten der Trübsal. Es soll aber auch sein ein Jahr der Trauer und der Betrübnis für alle guten, gläubigen Christen, besonders aber für euch, die Mitglieder des Liebesbundes. Ein Jahr der Freude, sage Ich, für euch und alle Mitglieder der katholischen Kirche, der guten, gläubigen Christen, weil der Himmel geöffnet ist und die Gnaden wie Regen vom Himmel strömen, Tag und Nacht. Mein Statthalter hat den Gnadenschatz geöffnet, damit alle guten, treuen Christen hineingreifen, die sich nur diesen Schatz aneignen wollen.
Ihr aber, Meine Kinder, sollt eure Freude darin finden, wenn viele Seelen gerettet werden, alles andere kümmere euch nicht, ob ihr Nutzen sehet oder nicht, ob ihr in eurer Natur getröstet seid oder nicht. Besonders du, Meine Kleine, du bist mutlos, wenn dein Körper außergewöhnliche Leiden tragen muß. Wisse, daß dieses deiner inneren Freude keinen Abtrag tut, wenn auch die Deinigen ungehalten sind, es tut nichts zur Sache. Dies alles gehört dazu, damit du recht viel verdienen kannst. Ich habe euch aber auch gesagt, daß dieses Jahr ein Jahr der Trauer sei für euch. Ja, ja, Meine Kinder, weil ihr viel verdienen sollt, müßt ihr viel trauern. Traurigkeit muß euer Herz erfassen. Viel werdet ihr trauern und weinen in diesem Jahr durch Buße und Sühneleiden. Ja, ja, dieses sind unblutige Tränen, die da geweint werden. Buße und Sühnungsleiden sind Tränen, die das Herz auspreßt, und die das Herz weint. Diese sollen euch nicht erspart werden. Aber freuet euch, Meine Kinder, denn über die ganze Welt soll der Segen dahinströmen, der vom Liebesbund ausgeht. Alle guten, treuen Christen sollen sich aufraffen und anschließen, sie sollen die Bedingnisse erfüllen, die Ich euch schon oft gesagt. Aber hinweg mit jenen Feiglingen, die da nur glauben, in süßlichen Worten einhergehen zu können, in süßlichen Gefühlen zu wandeln. Nein, Opfer und Sühne verlangt mein Herz. Darum hinweg mit all den Mitgliedern, die sich anschließen wollen, die aber jedes Opfer scheuen, die nur da sagen: ‚Herr, Herr!‘ Nein, Meine Kinder, diese sind keine Mitglieder!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 291 ff.

 

340 Fest Bekehrung des heiligen Paulus 1900

„Darum auf, Meine Kinder, schämt euch nicht, steht fest zusammen, und je mehr man euer spottet, desto mehr sollt ihr euch freuen.“

Jesus: „Meine Kinder, und ihr alle Meine Diener: Paulus sollt ihr werden, feurige Paulusse! Dahin sollt ihr gehen unter Meine Geschöpfe, wie er dahingegangen, gleich ob ihr Spott und Hohn erntet, verlacht oder verspottet werdet oder nicht. Ihr aber, die Ich euch berufen, dem Liebesbund beizutreten, ihr sollt, was diese Meine Diener lehren und verkünden, dem Volke zeigen durch die Tat: Nicht, wie man glaubt und anfängt zu glauben, sich dem Volke gleichförmig zu machen, sich anzuschmiegen an das allgemeine Christentum, nicht wie man glaubt, man dürfe nicht mehr annehmen, was in früheren Jahrhunderten geglaubt und geübt worden sei von vielen Meiner Diener und Dienerinnen.

Nein, Meine Kinder, ein anderes Christentum, ein tiefgläubiges Christentum, so wie Ich euch belehrt habe, so soll es fortgepflanzt werden unter allen Mitgliedern des Liebesbundes und hinaus soll es getragen werden unter die große Masse von Christen. Nicht im Theater sollt ihr euer Vergnügen suchen, nicht in Konzerten, nicht auf den Bällen, wo sich die heutigen Christen bewegen, wo sie ihr Vergnügen suchen und dann zurückkehren und noch so halb und halb wieder hineingehen in die Kirche und dabei doch recht fromme, gute, gläubige Christen sein wollen. Nein, nein, Meine Kinder, ein solches Christentum sollt ihr nicht üben in jetziger Zeit, wo die Welt vorwärtsgeht, vorwärts – aber wie vorwärts?
Um Satans Reich aufzurichten! Satans Reich geht vorwärts, Mein Reich geht rückwärts, von Tag zu Tag, und solange noch Meine Diener und die treuen Kinder Meiner Kirche mit dieser Welt liebäugeln wollen, geht Mein Reich rückwärts. Aber da es nun begonnen hat, zu keimen und zu grünen und das Christentum in weichem Flaum dasteht in der ganzen Welt, ein weicher Flaum ist es noch, dieser Flaum soll aber aufwachsen, er soll grünen und blühen und zu herrlichen Eichbäumen sich entfalten, aber da müßt ihr feststehen, ihr treuen Kinder Meiner Kirche. Mutig und entschlossen und feurig wie Mein Diener Paulus sollen sein all die Mitglieder, die sich anschließen an euch und die, wenn auch noch unbewußt stehen in der Welt.
Es gibt noch viele gute Christen. Ja, ja, es gibt viele, die sich die Aufgabe gesetzt haben, das Reich Christi aufzurichten und all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben, indem sie das eucharistische Leben allüberall anfachen. Und dieses ist es, was diesen neuen Flaum, diesen guten Kern wieder hineinlegt in das Christenleben, daß das eucharistische Leben wieder aufgeräumt und der Staub hinweggeschafft wird, womit dieses Leben bedeckt war. Und alle diejenigen, wenn auch noch unbewußt, die sich da vorgenommen haben, sich öfters zu nahen diesem Born, der da sprudelt, und sich festzuhalten an dem Band, das Ich geschlossen habe mit der Menschheit, sind Mitglieder des Liebesbundes.
Darum auf, Meine Kinder, schämt euch nicht, steht fest zusammen, und je mehr man euer spottet, desto mehr sollt ihr euch freuen. Denn ihr sollt wissen, daß man auch einem Paulus spottete, wenn er vor den hohen Rat geführt wurde und man ihn nicht begriff. Ihr müßt wissen, daß die Christen heidnisch geworden sind, daß sie es wohl nicht verstehen, wie man noch so dumm und simpel sein und an solchen Albernheiten festhalten kann, denn sie meinen, sie seien besser als ihr, sie alle, die es verstehen, im geheimen Mir zu dienen und das Christentum gar wohl zu verbergen, indem sie auch mit der Welt mitmachen und dabei doch recht gute Christen sind. Das alles muß beseitigt werden. Entweder mit oder gegen Christus. Einen anderen Weg gibt es nicht mehr, denn Meine Kirche muß blühen und aufgerichtet werden, und diejenigen, die das Reich Christi wieder aufrichten, die Kirche wieder zur Blüte bringen wollen und sollen, müssen ganz andere Menschen werden, als die Alltagschristen sind. Ich verlange nicht von den Mitgliedern des Liebesbundes, daß sie hinausgehen in die Einöde und ihr Leben vergraben. Nein, nein, mitten in Meiner Schöpfung sollen die Mitglieder des Liebesbundes stehen, mitten unter diesen Alltagschristen, damit diese sehen, wie man leben muß.
Geht hinaus, immer und immer muß Ich wieder zurückkommen auf dieses Haus und diese Familie. Wisset, daß Ich Mir dieses Werkzeug erwählte und sie hineingestellt habe in dieses Haus, dieses belebte Haus, um euch zu zeigen, um allen Menschen zu zeigen, daß Ich den Liebesbund mitten in der Welt errichten will, und daß durch diese einzelnen Mitglieder des Liebesbundes ein gutes Beispiel gegeben werde, denn Ich verlange von ihnen ein strammes Christentum, aber keines, das noch halb und halb mit der Welt liebäugelt, obwohl sie zwar nicht große Werke verrichten, aber doch große Werke tun sollen. Man soll sein Leben nicht verkürzen und doch wieder sein Leben ganz einsetzen für diese Meine Sache.
Geht hinein in diese Wirtschaft, ob ihr nicht seht, wie man ein Beispiel gibt durch sein strenges Christentum. Alle, die da täglich verkehren, die meisten wenigstens, diejenigen ausgenommen, die da kein eigenes Heim haben und ein Essen und Trinken suchen müssen, weil sie doch leben müssen, Ich sage, abgesehen davon, kommen viele in dieses Haus, die keine guten Christen sind. Und doch liegt auf ihnen eine Gewalt, daß sie sich nicht getrauen, Zoten und Possen zu reißen, wie es geschieht unter den gewöhnlichen Menschen, wie das überall zur Schau getragen wird. Seht nur zu, ob ihr so etwas findet. Das ist der Geist, der waltet im Haus. Und so soll es werden in der ganzen Welt, wo Liebesbundmitglieder stehen. Die ganze Welt muß erneuert werden, zuerst aber Meine Kirche. Meine Kirche muß ein strammes Christentum sich aneignen, nicht, daß Ich einem weh tun wolle
. Nein, nein, Meine Kinder! Besonders ihr, Meine Diener, seht, wenn Ich euch auf der goldenen Straße zum Himmel führen könnte, wenn Ich Meine Kirche zu einem Paradies hätte errichten können, Ich hätte es getan.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 297 ff.

 

343 Dritter Freitag im Februar 1900

„Seht, Meine Kinder, dazu bin Ich heute gekommen, um euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes die kindliche Einfalt zu lehren, wenn Satan kommt. In erster Linie will Ich euch befestigen in euch selbst, in eurem eigenen Herzen, denn der schlimmste Feind des Menschen ist das eigene Herz, das fleischlich gesinnte Herz.“

Jesus: Ja, ja, all die Liebesbundmitglieder sollen in erster Linie, nachdem sie eine gute Beichte abgelegt haben und sich mit Mir ausgesöhnt, seien sie auch noch so böse gewesen, hätten sie Mich auch noch so sehr gekränkt und beleidigt und hinausgestoßen aus ihrem Herzen, sobald sie aber vor einem Priester ihre Sünden bekannt und sich vorgenommen haben, ein anderes Leben zu führen, in erster Linie eine kindliche Einfalt sich aneignen. Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt. Durchgeht mit Mir Mein ganzes Leben bis hinauf an das Kreuzesholz.
Seht, Meine Kinder, dazu bin Ich heute gekommen, um euch und allen Mitgliedern des Liebesbundes die kindliche Einfalt zu lehren, wenn Satan kommt. In erster Linie will Ich euch befestigen in euch selbst, in eurem eigenen Herzen, denn der schlimmste Feind des Menschen ist das eigene Herz, das fleischlich gesinnte Herz. Dieses möchte wie alle übrigen Menschen leichtfertig dahinleben, es möchte sich keinen Zwang antun. Ja, ja, viele Christen gibt es, die Mir treu dienen, aber bei Leibe sich keinen Zwang antun wollen in Meinem Dienst. Sie wollen ja nur so dahinleben und tun, was die Gemächlichkeit und die Bequemlichkeit gerade eingibt und wie es ihnen paßt.

O ihr Liebesbundmitglieder! Schaut hin auf das große Schauspiel, das sich unter euren Augen jetzt in dieser Faschingszeit vollzieht. Ich habe Mich dir heute früh gezeigt, wie Ich zerrissen und zerfleischt werde. Seht, dieses ist Mein mystischer Leib. Zerrissen und zerfleischt wird Er in der Faschingszeit. O kommt doch, Meine Kinder, kommt doch, ihr Meine geliebten Töchter und Söhne! Ja, ja, Ich muß Meine Töchter zuerst nennen, weil sie in erster Linie Mir folgten unter das Kreuz. Wie damals, als Ich hinaufgestiegen an das Kreuz, alle Meine Jünger flohen bis auf einen einzigen, aber Meine Töchter Mir folgten, so ist es heute noch in der Kirche. Wo es an die Schmach geht, an die Verachtung, da fliehen alle Meine Diener, da ist nur noch das Frauengeschlecht, das noch mit Mir auf Kalvaria hinaufsteigt. Liebe, Lob ernten, dazu sind viele bereit, aber Schmach und Verachtung tragen, ein witziges Wörtchen hören, damit ist niemand mehr einverstanden.
Es muß anders werden, Meine Diener, es muß anders werden, Meine Kinder! Seht, in dieser Faschingszeit, wo Ich wieder von allen guten Christen, die Mir sonst noch anhingen, verachtet und verspottet werde, indem sie vorgeben, ein unschuldiges Vergnügen sei doch erlaubt. Ja, es ist erlaubt, aber damit schleicht Satan mit herein in diese unschuldige Seele, und Satan nimmt Platz in diesem Herzen, und Ich werde hinausgetrieben. Darum siehst du Meinen mystischen Leib ganz zerfetzt und zerrissen. Ihr, Meine Kinder, ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, hütet euch vor Fastnachtsvergnügen, auch wenn sie noch so unschuldig sind. Trauert und weinet mit Mir; denn Ich beweine ja den mystischen Leib Meiner Kirche!“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 317 ff.

 

344 Freitag vor Aschermittwoch im Februar 1900

„Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, nur ja kein Vergnügen mitmachen, nur ja euch zurückziehen.“

Jesus: „Der Ehestand, solange er noch allzusehr sinnlich ist und sich nicht beherrschen kann, darf wenigstens nicht die Schranken der Sittsamkeit übertreten, denn auch der Ehestand hat seine Schranken, er darf nicht, wie er will, die sinnliche Lust befriedigen; so lange ist er noch kein Mitglied des Liebesbundes. Die Jungfrau, der Jüngling, sie müssen ihre sinnliche Begierde bekämpfen.

Darum, o ihr alle, ihr Kinder, die ihr euch anschließen wollt dem Liebesbund, ihr müßt diese sinnliche Lust bekämpfen. O schämt euch, dort hinzugehen, wo Satan so um euch herumtanzt. Denn wißt, man sagt in der Welt: ,Es sei noch keine Sünde, auf den Tanzboden zu gehen, dem Vergnügen beizuwohnen, es sei ja nur ein unschuldiges Vergnügen, der Mensch müsse sich einmal ausspannen und müsse, wenn er noch jung ist, seine Jugend austoben, und die sich nicht ausgetobt, blieben Narren ihr Leben lang, sie würden sich später austoben, wenn sie Herren über sich selbst sind.’ Das ist die Sprache der Weltmenschen. Nein, nein, Meine Kinder, alles verkehrt! Es ist eine Lüge, wer dieses sagt!

Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, nur ja kein Vergnügen mitmachen, nur ja euch zurückziehen. Es ist da aber noch ein weiter Schritt zu tun, bis die Völker hinaufschauen zu Meiner jungfräulichen Braut mit Hochachtung und Ehrfurcht. Aber es muß und muß dieses erkämpft werden. Wo soll Ich nun anfangen, wenn Ich nicht immer und immer strenger bei euch anfange, ihr, Meine Diener, und bei euch, die ihr euch in den Klöstern zurückgezogen, und besonders bei euch, die ihr mitten in der Welt steht, ihr Jungfrauen und Eheleute, ihr Liebesbundmitglieder in der Welt.

Darum auf, ihr Liebesbundmitglieder, keine Furcht sollt ihr haben! Zurück von all den Vergnügen, zurück sollt ihr euch ziehen, zurück; kein derartiges Vergnügen mitmachen. Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören. Schließt euch nur an den Liebesbund an, und ihr habt Gelegenheit genug, Verachtung zu erleiden. Sie kommt ganz von allein!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 325 ff.

 

345 Vigil von Herz-Jesu-Freitag im März 1900

„Ihr, Meine Kinder, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, vereinigt euch, um in dieser Fastenzeit, wo dazu noch ein ganz besonders heiliges Jahr ist, euch zu vereinigen mit Meiner lieben, schmerzhaften Mutter..“

Jesus: „Doch sind auch unter denen, die sich an diesen Tagen einer allzu großen Vergnügungssucht hingaben, einer ausgelassenen Freude, doch wieder einige, die nachdenken in ihrem Herzen, wenn sie hingehen und eine Predigt hören, wenn der Prediger es versteht, das Herz zu rühren, indem er seinen Zuhörern vor Augen stellt, was Ich gelitten habe für dieses arme Menschengeschlecht. Diese nun, die da in sich gehen, für diese will Ich reden. Um diesen aufzuhelfen, wende Ich Mich an alle Mitglieder des Liebesbundes. Sie sind die heiligen Frauen und die Apostel und Jünger, die, wenn auch geflohen, als Ich Mein bitteres Leiden begann, Mir doch treu geblieben sind. Sie waren nur erschüttert in ihrem Glauben, weil sie es nicht verstanden, wie der Menschensohn nur so unmenschlich leiden könne, wie Er litt, wie nur ein Mensch so leiden kann, wie Er dahinwankte am Ölberg, wie Er Sich ängstigte und abhärmte, aber untreu wurden sie Mir nicht.

Ihr, Meine Kinder, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, vereinigt euch, um in dieser Fastenzeit, wo dazu noch ein ganz besonders heiliges Jahr ist, euch zu vereinigen mit Meiner lieben, schmerzhaften Mutter, um alle die Tage gut auszunutzen mit Gebet und Bußübungen, indem ihr alle die Arbeiten, alle die Schritte und Tritte zu Gebet und Bußübungen macht, alles aufopfert im Geist der Buße, besonders in Vereinigung mit dem größten Büßer, den ihr vor euch seht, mit Mir Selbst, um vielen, die da so halb und halb noch gute Christen sind, aufzuhelfen durch euer Gebet und durch Opfer und Sühnungsleiden, damit dieses Jahr gut angefangen werde und recht viele Früchte bringt in Meiner heiligen Kirche.

Ihr, die Ich euch nicht auffordere, nach Rom zu gehen, der Stimme Meines Statthalters zu folgen, wohl aber, daß ihr euch um so zahlreicher an Wallfahrtsorte begeben sollt, euch recht oft losreißen sollt, weil das Gebet in freier Gottesnatur, fern von der Heimat, viel inniger ist und viel anhaltender, und weil ihr alle diese Schritte und Tritte aufopfern sollt, damit recht viele sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom. Ihr sollt euch freuen, wenn die Zahl der Pilger recht groß wird, wenn recht viele sich beteiligen, damit so die Zahl der gläubigen Christen, der Liebesbundmitglieder, von Tag zu Tag sich mehre; denn alle, die da in diesem Jahr eine gute Beichte ablegen, sich anschließen an die Pilgerfahrt nach Rom, werden wieder eifrige, gute Christen werden, ein gutes Beispiel geben und andere aneifern zu einem guten, christlichen Leben.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 335 ff.

 

346 Zweiter Freitag im März 1900

„Merkt es euch, kein Leiden werde Ich sparen an den Liebesbundmitgliedern, weil das Kreuz geliebt werden muß und die Liebesbundmitglieder die ersten sein müssen, die das Kreuz übergolden, wie Ich dir gezeigt, als Ich Mich dir mit dem Kreuze zeigte.“

Jesus: „So wie durch das Blut der Märtyrer sich das Christentum auf der ganzen Welt ausbreitete, so soll durch das kleine Samenkörnlein des Liebesbundes, das die Aufgabe hat, über alles hinwegzugehen, Kreuz und Leiden mit Geduld zu ertragen, das Christentum erneuert werden. Und diejenigen, die Liebesbundmitglieder sind und sein wollen, werde Ich so lange mit Kreuz heimsuchen, bis sie fest und standhaft stehen im Liebesbund, bis sie der Welt das sind, als was Ich sie haben will.

Merkt es euch, kein Leiden werde Ich sparen an den Liebesbundmitgliedern, weil das Kreuz geliebt werden muß und die Liebesbundmitglieder die ersten sein müssen, die das Kreuz übergolden, wie Ich dir gezeigt, als Ich Mich dir mit dem Kreuze zeigte. Dies soll den Liebesbundmitgliedern zum Vorbild sein. Es soll sich jeder das Bild des kreuztragenden Heilandes aufstellen. Dieses Mein Bild mit dem Kreuz soll euch erinnern an euer Kreuz, denn ihr alle sollt schleppen und tragen das eucharistische Kreuz. Ihr sollt Mir Mein Kreuz erleichtern, wißt, Mein Kreuz, das Meine Kirche schleppt. Meine Kirche schleppt dieses Kreuz, und ihr sollt sie unterstützen.
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 344 ff.

 

347 Dritter Freitag im März 1900

„Je mehr man Mich hinausdrängt aus den Herzen der Menschen, desto mehr muß die Seele, die Mich liebt, Mich in sich aufnehmen, mit Mir vereinigt sein und bleiben.“

Jesus: „Darum auf, Meine Kinder, auf zum Kampf! Der Liebesbund muß sich ausbreiten über die ganze sichtbare Schöpfung; überall wo es Christen gibt, müssen Liebesbundmitglieder entstehen, die sich einsetzen für andere. Seht hinein in die Welt! Je mehr man Meine Gottheit angreift, desto mehr suchen diese, die Mich wahrhaft lieben, Mich zu ehren und zu verherrlichen. Je mehr man Mich hinausdrängt aus den Herzen der Menschen, desto mehr muß die Seele, die Mich liebt, Mich in sich aufnehmen, mit Mir vereinigt sein und bleiben. Darum, wenn Meine Diener in den Jahren, wo Ich anfing, mit dir zu reden, es nicht verstehen wollten und noch nicht verstanden, was Ich hier wirken will, dann mögen sie jetzt die Augen auftun und Umschau halten auf ihrer Warte, auf der sie stehen. Denn jeder Priester steht auf der Warte und schaut aus, was die Herde Christi macht, ob sie auf guter Weide sich befindet, und wenn er so Umschau hält unter seiner Herde und sieht, wie nur diejenigen auf guter Weide stehen, die da oft sich einfinden an Meinem Tisch, dann mögen sie hineingehen in jene Familie und sehen, wie es da um die Familie bestellt ist, wo man fern bleibt von Meinem Tisch, und sie werden finden, wie nur diejenigen noch gute Familienväter und Familienmütter sind, die da oft hineilen zu Meinem Tisch.

Dann werden sie wohl begreifen, was Ich gemeint, als Ich anfing, offen und frei vor anderen mit dir zu reden, als Ich anfing, ihnen zu sagen, daß ein Damm müsse gebildet werden gegen die gottlose Zeit, gegen die gottlosen Wasser des Unglaubens, die da alles, was noch gut ist, mit sich fortreißen und hinwegschwemmen, daß ein Damm müsse gebildet werden unter den treuen Kindern der Kirche, der da aufgerichtet werden soll durch das Gebet Meiner Kinder. Und diese Meine Kinder, weil sie schwache Geschöpfe, müssen sich festhalten an dem Band, das Ich um die Menschheit schlingen will. Dieses Band ist die öftere heilige Kommunion. Nun seht, Meine Diener, wenn ihr es damals nicht verstehen wolltet, weil ihr zu viel mit der Welt liebäugeln wolltet, weil ihr nachgeben wolltet und meintet, es könne auf anderem Weg, auf besserem und leichterem Weg, umgeschaffen werden, daß die Christen noch gehalten und abgewendet werden von dieser Gottlosigkeit.

Versteht ihr jetzt, was Ich meinte? Seht euch um, ob noch etwas von Nutzen ist, was da geschaffen wurde? Sie alle kehren euch den Rücken, sie hören nicht auf eure Worte. Was Ich schon oft gesagt, daß diejenigen, die noch auf eure Worte hören, diejenigen sind, die die guten, treuen Kinder der Kirche sind, die stehen noch unter eurer Kanzel, wenn ihr das Wort Gottes vortragt. An diesen sollt ihr retten, was noch zu retten ist. Rettet die guten, treuen Kinder. Sie sind es, die das kleine Häuflein bilden, das da schon Jahrhunderte vorausgesagt ist, daß das Christentum so klein wird, daß es sich unter dem Schatten eines großen, mächtigen Baumes zusammenscharen kann.

Dieser große mächtige Baum ist der Liebesbund. Dieser breitet seine Äste aus von Ost bis West, von Nord bis Süd, allüberall, wo ein Mitglied des Liebesbundes steht, das teilnimmt an Meinem heiligen Tisch. Dieses ist es, was unter den Schatten des Liebesbundes sich flüchtet und gerettet wird. Und alle, die da unter dem Schatten dieses Baumes wohnen, sollen durch die Früchte, die sie zeitigen, wieder andere belehren und retten, und ein anderes Geschlecht muß heranwachsen. Freilich müssen da die einzelnen Glieder geschüttelt und gerüttelt werden, sie müssen vieles leiden und darben und vielen Kummer ertragen von denjenigen, unter denen sie leben müssen.“

Jesus: „Aber seht, Meine Diener, anders ist es nicht mehr möglich, die Menschheit umzugestalten, das Menschengeschlecht zurückzuführen zu dem guten, alten Glauben. Ihr selbst müßt einverstanden sein mit der treuen Schar, mit der kleinen Herde, die da noch treu geblieben ist, die das Joch Christi noch süß und angenehm findet. Nicht mehr sollt ihr spötteln und lächeln und witzeln über die kleinen Schar, über die guten, treuen Seelen der Kirche, die Ich Mir erwählt habe, um zu euch zu reden; denn wißt, je mehr ihr zu dieser kleinen Schar haltet, desto stärker wird sie, desto mehr begründet in ihrem Glauben, in dem guten Kern, den Ich in sie hineingelegt. Und wenn dann die anderen, die da Frömmigkeit mit der Welt verbinden wollen, und weil sie in sich noch einen guten Kern tragen, und wenn sie dann sehen, daß die einzelnen Glieder so tapfer darauf losgehen, kein Leiden, keine Opfer scheuen, daß die sich wie Pflastersteine unter die Füße aller legen, dann schließen sich viele an, und wenn ihr dann untersucht, ob etwas anderes der Trieb ist in diesen Seelen als die Liebe zu ihrem Gott, dann sage Ich, ihr habt keine Entschuldigung, wenn der Strom der Gottlosigkeit alles hinwegfegt, alle, alle.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 355 ff.

 

349 Fünfter Freitag im März 1900

„Wagt es nicht, den tiefreligiösen Glauben zu vernichten, den innigen, tiefreligiösen Glauben, den Ich nur durch diese lehren will..“

Jesus: „Du sollst die Frauen bearbeiten, die Glieder deiner Familie, die verheiratet sind, daß sie alle Liebesbundmitglieder werden und so tun, wie Ich eben eine geschildert, sich nicht merken lassen, daß sie besseren Ständen angehören, als brauchten sie keine Arbeit, als brauchten sie sich nicht zu verdemütigen und sich den Kleinen gleichzustellen.
Der Arme fühlt nicht das Drückende der Verachtung von dem Reichen, und der Reiche hat Mitleid und weiß, daß der Arme sein Bruder ist. So soll es überall werden, so wird es, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Welt und der Reiche weiß, daß der Arme sein Bruder geworden, und wenn der Arme weiß, daß der Reiche gesetzt ist, ihm sein Brot zu geben, daß er in dem Reichen seinen Brotherrn ehren muß und zufrieden ist mit seinem Stand; dann wird es besser werden. Seht, Meine Kinder, deswegen freue Ich Mich, weil unter den Liebesbundmitgliedern viele Frauen sind, die dieses befolgen. Deine Schwägerin hier in dieser Familie, sie befolgt, was Ich eben angegeben, sie tut es. Alle ihre Untergebenen und alle, die sie in ihrem Haus besuchen, sie fühlen es nicht, daß der Reiche vorgezogen ist. Geht in andere Schenken und Gasthäuser, wie da Komplimente gemacht werden, wenn einer eintritt, mit Zylinder und Glacéhandschuhen, und wenn der Arme, der da kommt, sich neben ihn setzen will, die Frau vortritt und ihm einen anderen Platz anweist, um ihn ja fühlen zu lassen, daß sie es nur mit den Reichen halten will.

Deshalb auf, Meine Kinder, schließt euch dem Liebesbund an, betet und lasset beten, ihr Diener der Kirche! Wagt es nicht, den tiefreligiösen Glauben zu vernichten, den innigen, tiefreligiösen Glauben, den Ich nur durch diese lehren will; denn was Ich in Meiner Dienerin niedergelegt, führt nur zu einem tiefreligiösen Glauben und soll euch zeigen, daß man keine Menschenfurcht mehr haben soll, wenn viele sich zusammenscharen und offen und frei, vor aller Welt, ihren Glauben bekennen, wie die Pilger, die nach Rom gehen, ebenso die, welche zu Hause geblieben sind.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 373 ff.

 

351 Gründonnerstag 1900

„Das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ.“

Barbara: „Ich sehe den Speisesaal, wie sie beisammensitzen. O mein Jesus, wie bist Du so traurig und doch so liebend unter den Deinigen.

Wie hängen aller Augen an Deinen Lippen. O liebe Mutter, o heilige Magdalena, ich danke Euch für den gestrigen Abschied. O ich war so ergriffen, ich mußte deswegen gestern den ganzen Tag weinen. Ja, wie mag das ein Abschied gewesen sein. Du weißt, was Ihm bevorsteht, was Ihn erwartet und mußt Ihn hergeben. Ich durfte Ihn mit Euch begleiten bis hinauf auf die Anhöhe, wo Er Eure letzten Umarmungen empfing. O das Gras, an dem Ihr Euch angehalten, ist Zeugnis von dem Schmerz, der Euch niedergeschmettert. Ich habe das innigste Mitleid und vereinige mich mit Euch. Wie bist Du heute so verlassen dort in dem Zimmerchen und die liebe Magdalena bei Dir.“

Jesus: „Meine Kinder! Es freut Mich, euch zusammenzufinden, denn ihr alle gehört zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Ihr seid Meine Lieblinge geworden. Seht, so wie Ich hier rede und wie ihr gekommen seid, Meine Worte zu hören, so versinnbildet dies, wie Ich zum ersten Mal mit Meinen Aposteln versammelt war und wollte, daß für alle Zeiten dieses immer und immer wiederholt werde, was Ich an dem Heiligen Abend vor Meinem Leiden verwirklichte. Ich habe hier das größte Wunder gewirkt, das Meine Liebe erdichten und erdenken konnte; denn wißt, als Ich Abschied nehmen sollte von dieser Welt, von all Meinen Lieben, da drängte es Mein Herz. Es konnte nicht scheiden von diesem Geschlecht, das Ich so sehr liebte, ohne Mich ganz ihnen zu schenken. Ich wollte wieder, weil es der Wille Meines Vaters so war und ist, hinaufgehen zu Meinem Vater.

Ich konnte aber dieses Geschlecht nicht verlassen, Meine heilige Mutter, Meine Freunde, Ich sollte sie verlassen. Ja, ja, Ich sollte sie verlassen, aber Mein Herz konnte dies nicht über Sich bringen. Seht, darum freut es Mich, wenn sich Menschen zusammenfinden, die sich an das Gedächtnis des heutigen Abends erinnern, wo Ich das größte Wunder wirkte, das Meine Gottheit wirken konnte in der ganzen Zeit, wo Ich lebte auf Erden. Ich habe Tote erweckt, Blinde sehend gemacht, Lahme gehend, viele Kranke gesund gemacht, so viel es in Meiner Kraft stand. Es wäre Mir möglich gewesen, alles mit einem Schlag zu heben, aber wenn Ich sage in Meiner Kraft stand, dann will Ich euch sagen, so viel es Mir möglich war, Beispiel zu geben den Menschen, denn Ich war ja den Menschen nur zum Vorbild und Beispiel auf Erden. Hätte Ich all die Leiden, die die Menschen quälen und belästigen, gehoben, dann wäre das Paradies auf Erden. Das war aber nicht der Wille Meines himmlischen Vaters. Aber wo Ich konnte, da griff Ich ein. Ich hielt den Gottlosen ihre Gottlosigkeit vor, den Pharisäern ihr Unrecht; den Reichen befahl Ich, ihren armen Mitbrüdern beizustehen, und durch Mein Eigenes Beispiel belehrte Ich das Volk, als Ich umherwandelte in der Gegend von Palästina. Alle diejenigen, die sich anschlossen und sich mit Mir beschäftigten, halfen Mir, das Volk zu belehren, denn es war so der Wille Meines Vaters, daß sich Mir Menschen anschlossen, die Mich unterhielten, weil Ich ein armer Mensch war, durch die Ich aber auch das Gute wirkte, das Ich wirken wollte. Wo Ich hinging, mußten deswegen solche mit Mir sein, durch die Ich das Gute beförderte. Seht, Meine Kinder, Ich hätte alle Menschen auf einmal glücklich machen können, aber so ist es nicht der Wille Meines Vaters. Das Paradies ist nicht mehr auf Erden, durch die Sünde ist es verschwunden, das Paradies ist weg aus der Welt und muß wieder hergestellt werden und kann nur erneuert werden durch die Liebe zum Kreuz. Darum wollte Ich erst Selbst an das Kreuz hinaufsteigen, um die Menschen zu lehren, daß sie die Sünden abbüßen müssen.
Die Strafen, die Mein Vater durch die erste Sünde über das Menschengeschlecht verfügte, sollten in erster Linie die Menschheit belehren, welch schreckliche Strafen die Sünde nach sich zieht, in zweiter Linie ihnen zeigen, welche Nachsicht Gott mit den Menschen hat, und wie sie die Sünde allmählich abbüßen müssen, und daß die Sünde hinausgeschafft werden muß durch die Menschen selbst, durch Mitwirkung eines jeden Menschen, denn nur die Sünde hat das Kreuz in die Welt gebracht. Durch die Sünde kam der Tod, und dieser bringt alle Übel mit sich, die mit der Sünde verbunden sind. Erst kommen Leiden aller Art und am Schluß der Tod, um das Leiden voll und ganz zu machen. Dadurch wollte Ich die Menschen belehren, welch schreckliches Übel es ist um die Sünde, und daß sie nur von seiten der Menschen abgebüßt und abgelitten werden kann. Der Mensch selbst muß dieses Sündenelend abstreifen. Ich wollte es nicht heben mit einem Schlag, sonst hätte Ich mit einem Schlag den Menschen ins Paradies versetzen können, aber der Mensch ist Ursache der Sünde und muß deswegen auch die Sünde selbst beseitigen und mit ihr alle die Leiden, die die Sünde im Gefolge hat, denn die Leiden sind die Werkzeuge, wodurch die Sünde abgebüßt wird. Darum, Meine Kinder, ihr alle, die ihr hier zusammenkommt und Meine Sprache hören und verstehen wollt, merkt es euch, wenn Ich Leiden schicke, in erster Linie Meiner Dienerin. Sie versteht es nicht wie alle Menschen. Ihr alle seid Adamskinder, aber sie soll stehen wie Ich dereinst. Freilich war Ich kein Mensch wie ihr; ihr müßt nicht irre werden. Sie ist ein armes, sündhaftes Geschöpf. In diesem wollte Ich ihr nicht gleich sein, aber da Ich einmal angefangen habe, wie Ich euch schon oft gesagt, so will Ich durch sie das Glaubensleben wecken. Und alle, die Ich mit ihr verbinde, müssen daran arbeiten, das Glaubensleben zu wecken, denn so wenig ein Mensch für sich allein verdammt wird, so wenig kann ein Mensch allein für sich in den Himmel kommen. Ihr alle seid Glieder eines Leibes, Kinder eines Vaters im Himmel. Ihr alle seid berufen, mit euch viele, viele zu retten für den Himmel. Deswegen kommt hier zusammen und lernt. Wenn Ich euch sage, daß Ich durch diese Meine Dienerin das Glaubensleben wecken will, dann merkt euch, daß Ich ihr kein Leiden erspare, und deswegen sage Ich, sie soll ein Vorbild für euch und alle Menschen sein. Die Finsternisse, die sie in sich hat, machen ihr viel zu schaffen, denn wenn Ich Mich zurückziehe, ist sie wie alle Menschen mutlos. Sie glaubt, die Hölle sei geöffnet unter ihren Füßen, der Himmel sei für sie verloren. So geht es allen Menschen, besonders den guten, treuen Kindern Meiner Kirche, denjenigen, die nachdenken in ihrem Herzen, die auch zu den Demütigen gehören, die erkennen ihr Elend, und weil sie es erkennen, darum fühlen sie sich schwach und armselig, sie werden mutlos und fallen zurück, was Ich verhüten will. Deswegen komme Ich jede Woche, um euch zu sagen: Rafft euch auf, es ist noch nicht die Zeit, wo ihr genießen sollt, aber einst sollt ihr ewig, ewig besitzen und genießen. Darum auf zum Kreuz und zur Liebe zum Kreuz, Meine Kinder!
Seht, Ich habe vorhin gesagt, das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ. Ich habe Mich gleichsam geteilt. Ich habe Mich, um den Willen Meines Vaters zu erfüllen, zurückgezogen von euch. Ja, ja, Ich habe für euch ja auch überfließend genug getan. Fürchtet euch nicht. Wenn es euch angst werden will, so nehmet Zuflucht zu Meinen Verdiensten, denn Ich habe überfließend genug getan. Ich wollte Besitz nehmen von Meiner Herrlichkeit. Ich wollte aber auch zurückbleiben, um euch zu trösten, in eurer Mitte zu weilen.
Darum helfet alle zusammen, daß der Liebesbund errichtet werde in
Meiner Schöpfung, daß die Menschen, die Christen anfangen, Mich aufzusuchen, daß das erste Christentum erneuert wird, eher wird es nicht anders werden, die Leiden dieser Zeit, die vielen Krankheiten, das große Elend, das in der Schöpfung ist, sind lauter Strafen, die Mein Vater verhängt über die Menschen zur Strafe für die Sünden, für den Unglauben, die Gottlosigkeit, die Sittenlosigkeit. Denn seht hinaus in die Schöpfung, wo ist der gute, alte Glaube, wo die reine Unschuld der Kinder, wo sind eure Kinder, ihr Eltern? Wo ist die Treue der Ehegatten? Dieses alles ist dazu angelegt, die Heiligen des Himmels aufzufordern, wie es Meine Apostel taten, als Ich auf Erden wandelte, Feuerregen herab zu beschwören über diese gottlose Welt.
Und nun, Meine Kinder, die ihr zu den treuen Katholiken gehört, zu den guten Christen, wenn Ich euch sage, daß es anders werden muß, dann erschreckt nicht, wenn Ich sage, ihr müßt leiden, ihr müßt euch für andere einsetzen. Keines von euch darf sich schämen seines heiligen Glaubens, des Bekenntnisses seines Glaubens. Wenn es anders werden muß, muß Ich bei den liebsten Kindern Meines Herzens anfangen, muß Ich dem Priester sagen, wo es anzufangen ist und wie es anders werden soll und werden kann, wenn es so geübt wird, wie Ich sage. Seht, als Ich das Letzte Abendmahl mit Meinen Jüngern hielt, da war Ich nur mit Meinen liebsten, treuesten Kindern allein, Meinen Aposteln und Meiner lieben, heiligen Mutter und Meiner treuen, lieben Dienerin Magdalena. Die anderen Jünger kümmerten sich nicht um das, was Ich wirken wollte; sie wußten nichts davon. Erst als Ich hinausging auf den Ölberg und Mein Leiden begann, da flohen Meine Jünger, selbst die wenigen, die Mir noch treu geblieben sind, die Ich mit Mir zu Tisch gesetzt hatte, welche die drei Jahre, wo Ich sie um Mich gesammelt hatte, wo sie Tag für Tag die großen Wunder wirken sahen, sie alle haben Mich erkannt als den wahren Sohn Gottes, und wo sind sie? Wo sind die treuen Diener, auf die Ich die Säulen der Kirche bauen, Mein Reich aufrichten wollte? Sie alle flohen davon. Warum denn, Meine Kinder? Weil sie sahen, wie ihr Herr und Meister schwach wurde, weil sie Ihn leiden sahen. Sie wollten vom Leiden befreit sein, sie wollten das Reich des Messias aufgerichtet wissen und Diener dieses Reiches werden, aber nicht in Armut und drückender Not sich befinden, mit einem Wort, sie wollten nicht leiden, sie wollten das Kreuz fliehen. Sie alle flohen davon bis auf Meine heilige Mutter und Meine Dienerin Magdalena. Nicht umsonst habe Ich sie durch die Engel durch die Lüfte getragen, das heißt auf den Berg der Beschauung. Merkt es euch, ihr alle, ihr sollt auf den Berg der Beschauung gehen, dort werdet ihr Mich finden. Aber zurück zu dem, was Ich gesprochen habe. Vom Leiden will niemand etwas wissen. Wenn Meine Kirche aber wieder siegen und auf den Gipfel ihres Glanzes gestellt werden soll, von dem sie weggerückt ist, dann müßt ihr alle das Kreuz umfangen, dann müssen die Diener der Kirche das Kreuz mutig umfassen. Es ist wahr, Ich lobe Meine Diener. Ich habe schon oft gesagt an dieser Stätte, daß sie am Wendepunkt stehen, und daß Ich Mich oft vor Meinen himmlischen Bewohnern rühme mit diesen eifrigen Aposteln, die in jetziger Zeit in Meiner Kirche stehen; denn allenthalben wird das Evangelium gepredigt wie noch nie, seitdem Ich auf Erden wandelte. Feurige Diener habe Ich in Meinem Reich stehen, feurige Apostel. Sie fürchten sich auch nicht, hinzutreten und den anderen die Wahrheit zu sagen, denen, die an der Spitze stehen, den Mächtigen der Erde. Das alles ist recht. Aber, Meine Diener, es muß noch viel, viel gebessert werden.
Auf, Mut gefaßt! Hand in Hand müßt ihr gehen mit den treuen Kindern der Kirche, mit den Kleinen und Armen. Seht, wenn das Ziel erstrebt werden soll, das erstrebt werden muß, wenn der Kaufmann sein Geschäft wieder in die Höhe bringen will, muß er alles aufbieten. Er muß darben und schmachten, er muß anderen geben, was er selbst genießen könnte, damit er sich wieder Kunden erwirbt, um so das Geschäft nach und nach in die Höhe zu bringen. In Meinem sterblichen Leben habe Ich oft in Gleichnissen zu euch gesprochen und den Kaufmann vorgeführt, wie er alles hingibt, um die gute Perle zu finden und den Acker zu kaufen und sich anzueignen, der die Perle enthält. So werde Ich immer in Gleichnissen zu euch reden und Meine Kirche vergleichen mit dem guten Kaufmann. Wenn sie wieder in die Höhe gebracht werden soll, müßt ihr Hand in Hand gehen mit den guten treuen Christen.
Ihr dürft euch nicht schämen, wenn man spottet und lächelt über solche, die tiefgläubig sind. Ihr dürft aber auch nicht irre werden, wenn ihr an ihnen Fehler findet und sie nicht so vollkommen seht, wie ihr euch einbildet, daß sie sein sollen. Diejenigen, die so gute, treue Christen sein wollen, mögen sich selbst betrachten. Sage Ich doch auch immer, daß Ich stolz bin mit Meinen Dienern, daß Ich Meinem Vater und Meinen Bewohnern im Himmel sage: ‚Seht doch, wie Meine Diener auf Erden arbeiten, habe Nachsicht mit diesem Geschlecht‘, und längst wäre der Arm Meines Vaters nicht mehr aufzuhalten, wenn Ich nicht tagtäglich hintreten würde zu Ihm und sagte: ‚Vater, habe Nachsicht mit der Welt um Meiner Diener willen. Siehe Meine Diener, wie sie arbeiten und sich abmühen, sieh das feurige Priestertum, wie es sich hinschlachtet und hinopfert.‘
Siehe, wir haben es oft gesagt und längst mitgeteilt, daß da das Geschlecht immer mehr seinem Untergang entgegengeht, weil das Weltende immer näher herbeirückt, das Menschengeschlecht immer schwächer wird und die Kräfte nicht mehr hat wie im Anfang seiner Erschaffung, daß man Nachsicht mit ihnen haben sollte und Wir auch wirklich Nachsicht haben. Siehe, Mein Vater, und doch sage Ich jetzt, daß Ich stolz bin mit diesen Meinen Dienern, wenn sie auch nicht mehr so streng fasten können, weil Ich es nicht mehr verlangen kann.
Darum werdet nicht irre, wenn Ich euch diese Schrift in die Hand gebe, und bildet euch nicht ein, als wollte Ich euch belehren durch ein armes Frauenzimmer. Nein, nein! Aber seid ihr nicht ebenso armselige Menschen und Werkzeuge in Meiner Hand wie dieses Werkzeug? Ihr habt den Beruf, Mein Reich fortzupflanzen, sie aber hat den Beruf, allen Menschen zum Vorbild zu sein, wie man nicht irre werden soll in sich selbst und nicht an anderen, wie man Tag für Tag, Woche um Woche, sich immer wieder neu aufraffen, zu Mir hingehen, Mir seine Schwachheit bekennen soll, seine Sünden dem Priester bekennen und mit freudigem Herzen wieder fortfahren soll, seinen Gott zu lieben und ihm zu dienen.
Seht, durch sie will Ich euch belehren, daß der Christ, der sich eng an die Kirche anschließt, nicht unglücklich ist, auch wenn er noch so arm und so viel mit Leiden heimgesucht ist. Wie sie alles mitfühlt, was Meine heilige Kirche vorstellt, wie zum Beispiel die heilige Fastenzeit, wo sie ihre Kinder zurückführt zu einem ernsten Nachdenken, die heilige Adventszeit, wie sie da mitfühlt und mitleidet und, ohne es zu ahnen und zu wissen, Ich sie in einen Ernst hineinversetze und ihr so viel Leiden schicke, daß sie wähnt, über einen Abgrund zu gehen, so aber auch zu einer anderen Zeit wieder, wo Meine Kirche ihre Kinder in die freudige Stimmung versetzen will, sie auch wieder die Freude dieser Zeit mitfühlt, seht, so will Ich euch belehren, daß ihr alle nicht unglücklich seid, wenn ihr das Leben Meiner Kirche mitleben und mitfühlen wollt. Und das werdet ihr alle, sobald ihr angefangen habt, euch recht an Mich anzuschließen. Schließt euch dem Liebesbund an, bekennt eure Sünden vor dem Priester, geht hinweg über eure Unvollkommenheiten und seid nicht mutlos, werdet nicht irre. Satan geht umher, suchend, wen er verschlingen kann und wo er euch ertappt in einer Mutlosigkeit, da ist er bei der Hand.
Auf! Waffnet euch, Meine Kinder, mit dem Schild des Glaubens, mit dem Panzer der Hoffnung, begründet in euch die Gottesliebe. Was ihr nicht könnt, will Ich euch ersetzen, wenn ihr noch so armselig seid. Wenn ihr euer Tagewerk vollbracht, aber am Abend zu mir kommt mit der Aufopferung, die Ich euch gelehrt habe durch Meine Kleine, soll alles wieder ersetzt sein; wenn auch drückende Tage kommen, sie gehen vorüber. Freuet euch, Meine Kinder, freuet euch! Die paar Tage soll eure Freude eine stille, gedrückte sein, weil es die Karwoche ist. Ihr sollt einesteils mit Mir die Trauer betrachten, in die Meine heilige Mutter versenkt war. O habt recht viel Mitleid mit Meiner heiligen Mutter. Die Tränen, die da geweint werden, still im Herzen oder nach außen hin über die Schmerzen Meiner heiligen Mutter, sind kostbare Perlen, um derentwillen Ich keinen Menschen, auch wenn er der größte Sünder wäre, verlorengehen lasse, sondern ihn retten muß. Derjenige, der eine einzige Träne geweint in seinem Leben, der oft die Schmerzen Meiner Mutter betrachtet hat, kann nicht verlorengehen. So sehr hat Meine Mutter mit Mir gelitten und so viel Trost war das Leiden Meiner Mutter für Mich, daß Ich doch eine Seele hatte auf der ganzen, weiten Welt, die wahrhaft Meine Schmerzen mit Mir teilte, daß Ich um dessentwillen alle retten muß, die Ihre Leiden bedenken. Andernteils aber freuet euch, denn auf so einen schmerzlichen Karfreitag kommt ein freudiger Ostertag.
Du, Meine Dienerin, laß Satan nicht über dich triumphieren. Satan stellt dir nach auf Schritt und Tritt. Wisse, daß du das vierte Kleeblättchen geworden bist und eine herrliche Krone dir verdienen sollst; wisse aber, daß du noch vieles abzubüßen hast, und solange Satan dich ertappen kann über eine noch so kleine Mutlosigkeit, will er dich gleich beim Zopf erwischen. Flüchte dich aber sogleich zu Meiner Dienerin, klage ihr dein Leid und sage ihr, was dich drückt. Beichte deine Sünden dem Priester, aber über deine Mutlosigkeit sprich mit deiner Freundin und gehe darüber hinweg, und du wirst sehen, wie es nach und nach besser wird. Seht, ihr alle seid ja im Paradies, das Ich schaffen will, im Paradies des Kreuztragens. Ihr werdet sagen, das ist mir ein schönes Paradies. Und doch ist es eines. Der Mensch, der es recht versteht, das Kreuz zu tragen, wandelt wie auf Rosen; er fühlt nicht mehr die Dornen, die ihn stechen, wenn er über die Rosen dahinschreitet. Der süße Wohlgeruch, den die Rosen ausduften, erfüllt ihn so sehr, daß er die Schmerzen nicht mehr fühlt. Und du, Meine Dienerin, sage deinem Verwandten, dem Priester, er möge wohl bedenken, daß er viele, viele retten soll, daß da, wo der eine Priester durch feurigen Eifer Seelen rettet, daß da ein anderer Seelen retten soll durch das Verlangen, das er hegt. Ich will ihm seine körperlichen Leiden, die Ich über ihn kommen ließ, so anrechnen, wie einem Franz von Xaver, der Millionen von Seelen Mir zugeführt durch seine feurigen Predigten, wenn er mit Geduld das Kreuz umfängt, das Ich über ihn kommen ließ. Er soll jenen verkommenen, schlechten Priester retten, der von Mir abgefallen ist. Er wird nach und nach doch auch wieder besser werden und die Last des Kreuzes nicht mehr fühlen. Sage ihm einen freundlichen Gruß von Mir, er soll nicht so abstrakt sein gegen Meine Dienerin.
Er soll wissen, daß um ihres Gebetes und ihrer Tränen willen Ich ihm schon vieles zukommen ließ. Er soll das Gebet der Kleinen nicht verschmähen und ihr alle, Meine Diener, sollt das Gebet der Kleinen nicht verschmähen. Einen freundlichen Gruß auch Meinem Diener N. sowie allen deinen Geschwistern. Du aber schließe dich eng an Meine Freundinnen an, an Meine Kinder und an deine Freundin. Teile mit ihr Freud und Leid, tue es wie Ich eben Meiner Dienerin gesagt habe, wenn du in Seelennot gerätst, gehe zu deiner Freundin, rafft euch auf, schließt euch eng zusammen. Und Ich sage dir, ihr, die euch der Herr gestellt hat, die ihr hinausgesendet seid gleich wie Apostel, viele zu belehren, denn ihr seid ja zum Teil Apostel, wenn ihr auch keine Priester seid. Alle, die andere in der Gerechtigkeit unterweisen, werden glänzen wie die Sterne des Himmels. Merkt es euch, ihr habt Kinder unter eurer Leitung, Kleinodien unter eurer Fürsorge. Träufelt hinein nicht nur die Weisheit, die Weltkinder angeben, daß ihr sie hineinpfropfen sollt in das Kind, träufelt vielmehr hinein den Keim der Gottesliebe, habet Nachsicht mit den Kindern. Lehret sie, Meine heilige Mutter recht lieben. Seht, das arme Kinderherz, wenn es euch die Zornesglut in die Wangen treibt, so denkt an das verkommene Zeitalter, an die abstrakte, irreligiöse Kindererziehung, an die vielen Eltern der jetzigen Zeit, die ihre Kinder geradezu gegen die Religion erziehen. Darum müßt ihr euch nicht grämen und böse zürnen, wenn ihr seht, wie die Kinder unartig meuch gegenübertreten; habt Nachsicht, träufelt hinein die Liebe zu Meiner heiligen Mutter und zu Mir. Besonders wenn die Zeit herankommt, wo sie zur Erstkommunion an Meinen Tisch geführt werden, könnt ihr vieles tun. Ihr könnt dafür sorgen, daß unter euren Kindern hie und da schon der Keim zur Jungfräulichkeit gelegt wird. Tut es!
Seht, wo die Welt so bevölkert ist und die Menschheit abgewichen ist vom rechten Weg, da muß alles dazu beitragen, daß die Menschheit wieder zurückgeführt wird. Der jungfräuliche Stand muß zu Ehren gebracht werden. Da müssen die Familienväter und Mütter arbeiten an ihren Kindern und sich glücklich schätzen, wenn sie eines ihrer Kinder auf die Bahn der Jungfräulichkeit bringen. Sie müssen sie bearbeiten durch Beispiel, Reden und Ermahnungen, daß sie sich zum jungfräulichen Stand entschließen können, dann ist die ganze Familie gerettet. Wäre in allen Familien eine Jungfrau, so wäre es nicht zu viel. Niemals darf mehr geringschätzend von diesem Stand gesprochen werden.
Solange man noch abfällig davon spricht, merkt’s euch, wird es nicht besser. Man soll nicht sagen: ‚Die alten Jungfern, sie haben ihre Eigenheiten.‘ Du hast deine Eigenheiten und ihr alle, die ihr mit der Welt liebäugelt und vorgebt, die wahren Christen zu sein, ihr alle habt eure Fehler. Laßt sie nur, die Jungfrauen, sie sind doch diejenigen, die Ich am meisten liebe, die die Jungfräulichkeit Mir bewahren, wenn sie auch ihre Fehler haben. Seht hinein, wo eine Seele steht, die sich so abmüht um ihre Angehörigen wie eine Jungfrau, die alle miteinander auf den guten Weg zu bringen und zu erhalten sucht.
Darum auf, ihr Meine Kinder, Meine Freunde, ihr Meine Lieblinge! Wenn jetzt der Maienmonat kommt, dann erweckt in euren Kindern, was Ich euch schon oft gesagt, die Liebe zu Meiner heiligen Mutter. Fürchte dich nicht, Meine Tochter, du wirst noch einige Jahre das Amt verwalten, wenn auch mit großen Schmerzen und Schwierigkeiten. Wisse, daß du gerade dabei viele, viele retten wirst, aber tue, wie du voriges Jahr getan, belehre deine Kinder und übe mit ihnen den Maienmonat. Es gefällt Mir, Meine heilige Mutter wieder recht zu Ehren zu bringen. Freuet euch, der liebliche Maienmonat ist nicht mehr fern.

Die Osterglocken sind noch nicht recht verhallt, und der Weiße Sonntag, worauf Ich Mich sehr freue, ist noch nicht ganz vorbei, und der liebliche Mai kommt herbei, dann begrüßt Meine Mutter.
O wenn ihr nicht, Meine Kinder, wie voriges Jahr vom Bischof die Erlaubnis bekommt, weil ihr unter die Leitung des Bischofs gestellt seid, dann geht, wie ihr könnt. Wenn er es nicht erlaubt, dann sagt ihm einen freundlichen Gruß von Mir, es wäre ein großer Nachteil für das Erneuern des Glaubenslebens, solange man sich noch fürchte vor der gottlosen Welt, solange man noch diejenigen, die Ich erwecke, Mir treu zu dienen und denen Ich die Bußwerke angebe, die sie üben sollen, Hindernisse legt und man diese nicht billigt, wird es nicht viel besser. Es wird viel langsamer vor sich gehen, denn wißt, daß gerade diejenigen, die spotten, am meisten Gewissensangst haben, wenn sie sehen, wie man schnurstracks drauflosgeht, um verspottet und gedemütigt zu werden. Ich will, daß es Menschen gebe, die öffentlich ihren Glauben zur Schau tragen, die sich nicht fürchten vor der gottlosen Welt, die öffentlich ihren Glauben bekennen. Und gerade das ist es, warum Ich sagte, daß sie barfuß gehen müßten, damit andere aufmerksam werden, damit Mein Diener, der Bischof von Mainz, aufmerksam werde.
Schon Jahrzehnte spreche Ich durch Meine Dienerin, daß es so nicht mehr weitergeht, daß Ich den Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufhalten will, und solange es noch Seelen gibt, die sich einstellen, die Meinen Arm aufhalten, kann Ich nicht so strafen. Wenn aber die Menschheit nicht Meine Worte beachtet, wenn man immer wieder den alten Schlendrian geht, wenn man noch so viel predigt und im stillen Gutes wirkt, aber die Menschen nicht gerüttelt und geschüttelt werden dadurch, daß sie einsehen, daß sie unrecht tun, wird es nicht besser. Alles müssen diejenigen aufwenden, die Ich gestellt habe, das Glaubensleben zu erneuern. Die Guten müssen gerüttelt und die Bösen geschüttelt werden. Der Gottlose, der ganz verkommen ist, wenn er sich ausgetobt hat, wird er doch gerettet durch das Gebet der Gerechten, aber dafür müssen sie sich einsetzen. Die Guten, die in Meiner Kirche sind, werden sehen, wie andere tun und werden immer mehr angeeifert. Ein Eifer muß sich entfalten, und darum darf nichts eingeengt werden. Man muß denjenigen freien Lauf gestatten, die Ich antreibe, Bußwerke zu üben und außergewöhnliche Dinge. Dies ist Mein Wille so. Wenn du es nicht tun willst, dann tue, was dir beliebt. Ich habe jedem Menschen den freien Willen gegeben, Ich habe an die Diener Meiner Kirche Meine Macht abgetreten. Ihr habt Meine Macht übernommen, zu binden und zu lösen, Ich habe euch aber auch euren freien Willen gegeben. Darum überlegt und tut, was ihr denkt, wie es am besten sei. Ich werde euch keine Vorschriften machen. Alles, was Ich euch sage, ist nur ein guter Rat, wie alle evangelischen Räte sind. Die Welt kann doch gerettet werden, aber es wird viel mehr kosten und langsamer vor sich gehen, wenn die guten, treuen Kinder nicht ganz und gar über sich hinweggehen und auf das Gerede der Gottlosen nicht mehr achten, besonders ihr, Meine Diener, Meine Priester, wenn ihr auf keinen Menschen hört, nicht auf den Spott der Gottlosen, noch auf das Gerede derjenigen, die an der Spitze stehen, die euch schaden, die euch zureden, als könnten sie euch schaden. Alles dies muß hinweg. Solange ihr dies noch befürchtet, habt ihr noch nicht alles abgelegt und vieles wird noch vermindert im Fortschreiten Meiner Kirche.
Lebt wohl, Meine Kinder! Bis Samstagabend werdet ihr mit Mir fröhliche Ostern feiern, eine fröhliche Auferstehung, du, Mein Sohn, fahre fort, deine Pflichten als Familienvater zu erfüllen, die Kinder für Mich zu erziehen und schenke Mir, was Ich von dir verlange, alle die Opfer mit freudigem Herzen. Siehe, aus deiner Familie wird ein Sproß hervorgehen, der vielen noch eine Leuchte werden und deinem Hause große Ehre eintragen soll, aber du wirst es nicht mehr erleben. Du wirst längst zu Staub verfallen sein, bis dieses geschieht. Wisse aber, daß du Mir die Kleinodien, deine Kinder zum Opfer bringen und alle für Mich erziehen sollst. Deine erste und größte Aufgabe soll sein, sie tief in ihren religiösen Übungen zu befestigen. Alles, was du hineinpflanzest, wird in ihnen bleiben, wie alles, was eure gute Mutter in euch gepflanzt und in euch geblieben ist. Fahre fort, dir alle Mühe zu geben mit diesem Kleinen, den Ich zum Priester bestimmt. Scheue keine Opfer und werde nicht irre, wenn du jugendliche, leichtsinnige Fehler an ihm bemerkst. Wisse, daß so alle Menschen sind, daß das Kind nicht heilig auf die Welt kommt, daß es erst heilig werden muß, wie auch du erst heilig werden mußt. Habe Nachsicht mit ihm und deinem Neffen, den Ich dir zugeführt habe. Betrachte ihn wie eines deiner Kinder, sorge für sein zeitliches und ewiges Fortkommen, denn diese Kinder machen Mir viele Freude und sind gut geartet, aber wenn sie hinauskommen in die Welt, wo Satan spielt und tanzt und geigt, läßt der Beste sich mit hineinreißen. Die Jugend ist leichtsinnig. O haltet sie ab, so gut es geht, von dieser allzu großen Vergnügungssucht. Solange sich die Diener Meiner Kirche nicht mit der weltlichen Obrigkeit verbinden, um ihr schnurstracks entgegenzutreten, wird es nicht besser, alles wird mit hineingeschwemmt. Tue, was Ich dir sage, arbeite, wirke im stillen. Du sollst nicht aus deiner Familie gehen, aber alle sollen sehen, wie Ich das Familienleben segne, das Mir treu dient. Ich habe dich gesegnet im Zeitlichen und Ewigen. Du bist im wahren Glauben und hast ausgeharrt und deshalb, weil du Mir gedient, habe Ich dir das andere darauf gegeben. Und so sorge Ich für alle deine Geschwister; sie werden Mir dienen, und Ich werde ihnen das Nötige geben. Ich werde all denen, die sich anschließen an den Liebesbund, wenn sie es so tun, wie Ich sage, das Nötige geben, aber bei vielen ist die Armut selbst verschuldet, sie wollen sich keine Opfer auferlegen. Geht hin zu Meinen Dienerinnen, ihr werdet keine Üppigkeit bei ihnen finden. Würden alle tun wie sie, würden sie zufrieden sein und sich einige Sparpfennige zurücklegen können. Einst habe Ich gesagt: ‚Suchet vor allem das Reich Gottes, und alles andere wird euch beigegeben werden.‘ Derjenige, der Mir dient, weiß, wie er es anzustellen hat. Auf, freuet euch! Tut, was in euren Kräften steht, aber wo ihr niemand dazu bringt, eure Worte zu beachten, befestigt in euch das Glaubensleben, es trägt doch seine Frucht. Tragt Jahr um Jahr das kleine Kreuzlein mit Liebe, das Ich in jedes Menschenherz hineingesenkt, klammert euch daran, es soll euer Paradies auf Erden sein. In Frieden und Ruhe sollt ihr es tragen, dann werdet ihr glücklich sein hier und unendlich glücklich in der Ewigkeit.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 395 ff.

 

357 Fest Christi Himmelfahrt 1900

„Buße und Abtötung sind der Weg zum Himmel.. Buße und Abtötung müssen euch nicht ermüden und erschlaffen, denn das ist es, was Ich verlange.. Geht nur vorwärts und schließt euch an, ihr Liebesbundmitglieder!“

Jesus: „Seht, was aus solchen Seelen wird. So wird es in der ganzen Welt gehen. Wenn die gläubigen Christen zusammenstehen, wenn der Liebesbund sich ausbreitet in der Schöpfung, ihr glücklichen Kinder der katholischen Kirche, wenn ihr glaubt, daß Ich euch zu Hilfe kommen will, daß es Mir ernst ist, euch herauszuziehen aus dem tiefen, tiefen Unglück, in das ihr euch selbst hineingerannt, wohl nicht ihr allein, alles half da zusammen, so will Ich euch retten. Mein Volk ist abgewichen vom rechten Weg, es ist stolz geworden, es wollte ein Mann sein und hat die Kinderschuhe ausgezogen. Darum, weil es stolz einherstolzieren wollte, habe Ich Meine Gnade von ihm abgezogen, und es fiel und es fiel.

Alles, was Ich euch sage und zu was Ich euch berufe, müßt ihr erfüllen, damit die Welt sieht, daß an euch nichts zu machen ist und so von euch sich abgestoßen fühlt, aber mit Schrecken und Schaudern, und so viele noch gerettet werden, denn diejenigen, die noch halb und halb zu der Welt halten und halb noch zu Meiner Fahne stehen, sie alle müssen gerettet werden durch euer Gebet, durch eure Energie, ihr Liebesbundmitglieder.

Buße und Abtötung sind der Weg zum Himmel. Buße und Abtötung müssen euch nicht ermüden und erschlaffen, denn das ist es, was Ich verlange. Wenn ihr bei einer Wallfahrt dahingeht in der Sonnenhitze, singend und betend und glaubt, nicht mehr weiter zu können, dies ist alles nur sinnbildlich, weil ihr das Leben aller guten Christen versinnbilden sollt. Geht nur vorwärts und schließt euch an, ihr Liebesbundmitglieder!

Darum auf, Meine Kinder! Vor allem wünsche Ich, daß recht bald, überall hier in Mainz, ein religiöses Leben aufblühe, daß die Sitte, wie sie in diesem Haus geübt wird, in recht vielen Häusern geübt werde, eine heilige Freude und Begeisterung, wie sie in diesem Monat stattfand in allen guten Familien, die darum wissen, daß Ich den Liebesbund gründen will, und so es mit jedem Jahr besser wird. Dann wird sich die Erde desto freudiger gestalten, wenn der Liebesbund allmählich mehr verbreitet sein wird, auch über die Diözese Mainz hinaus, wenn mehr die Schriften gelesen werden und die Welt und die Christen, die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche, sehen, wie gut Ich bin.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 458 ff.

 

358 Vigil von Herz-Jesu-Freitag am 31. Mai 1900

Maria: Denn die Männer, die da die Ehrenwache bilden um das heiligste Herz Meines Sohnes, sollen die Blüte und Zierde eurer Gemeinde werden, sie sollen den Zaun bilden, der an euch sich anschließen soll. Ihr sollt die Pfähle sein und die Männer dieser Stadt der Zaun, damit ein Damm und ein Wall gebildet werde um alle christlichen Familien dieser Stadt, damit das Leben der Sittlichkeit wieder aufblühen könne. Denn wenn die Männer sich einsetzen für gute Sitten, dann habt ihr gewonnen, dann wird es bald besser werden mit der Jugend, es wird das religiöse Leben wieder Einzug finden in die Familien und so Tag für Tag, wenn auch langsam, das Goldene Mainz wieder erstehen. Die Priester außerhalb aber sollen tun, wie Mein Sohn hier lehrt. Schämt euch nicht, mit den Kleinen zu halten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 472 ff.

 

359 Vigil vor Pfingsten 1900

„Einen Damm möchte Ich gegen diesen Unglauben errichten, um es allen möglich zu machen auszuharren, die sich an den Liebesbund anschließen, denn das ist der Damm.“

Jesus: „Darum, Meine Kinder, muß Ich einen Verein, einen Damm bilden, und diejenigen, die noch an ein Dasein Gottes glauben, zusammenscharen zu einem Bund, in den Liebesbund, denn ihr alle steht in der Gefahr, zugrunde zu gehen, keines ist ausgenommen, weil ihr Geschöpfe seid mit Fleisch und Blut und unter Geschöpfen leben müßt. Weil die Gefahr so groß ist und der Unglaube alles verfinstert und mit sich hineingeschwemmt hat, und deshalb die Strafen allmählich immer weiter um sich greifen, dringt die Finsternis auch hinein in die besten Kinder der katholischen Kirche und der Geist eines jeden Christen verfinstert sich. Merkt es euch!

Einen Damm möchte Ich gegen diesen Unglauben errichten, um es allen möglich zu machen auszuharren, die sich an den Liebesbund anschließen, denn das ist der Damm. Angefangen habe Ich schon vor mehreren hundert Jahren, diesen Damm zu bilden, als Ich jener Klosterfrau Mein heiligstes Herz zeigte, Mein menschliches Herz, als Ich ihr die Verheißungen gab. Das alles war nur der Anfang zu dem, was Ich jetzt von der Menschheit mit großem Verlangen erstrebe. Dort, als Ich die Verheißungen gab, wollte Ich das Glaubensleben erfrischen, vielmehr, Ich wollte die Schwachen aufmuntern und ihnen zu Hilfe kommen, weil der arme Mensch doch gar sehr hinneigt zur sinnlichen Ergötzlichkeit. Er möchte, wenn er auch noch gut ist, doch auch sich ergötzen und erfreuen.

Jetzt aber, wo die Menschheit immer tiefer und tiefer sinkt in den Schlamm des Lasters und Mein Christenvolk so abgewichen ist, daß es keinen anderen Frieden mehr kennt als die höchsten Feste in irdischen Genüssen zuzubringen, wo Ich so unendlich vieles gelitten, wo Mein Leiden soll vorgeführt werden, wo der gläubige Christ soll Vergnügen über Vergnügen haben, indem er die Ereignisse Meines Lebens sich vorführt, wie es die Alten taten, eure Vorfahren, jetzt aber, wo man hinauszieht und das Erdreich tränkt mit Verbrechen, stehe Ich auf der Warte und schaue, wo Ich Seelen finde, die mit Mir leiden, die Mir die Verbrechen sühnen helfen. Versteht ihr nun, warum Ich den Liebesbund gründen will, warum Ich einen Damm errichten muß, um Meine Kirche zum Sieg zu bringen? Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!
Darum, ihr Priester, höret Meine Stimme. Haltet zu dem tiefgläubigen Volk und bildet den Damm, den Ich bilden will. Schart zusammen das tiefgläubige Volk, wo ihr noch ein Flämmchen der Gottesliebe findet, facht es an, statt auf die Kanzel zu gehen und zu schimpfen über jene Seelen, die tiefer gehen als andere, die das verflachte Leben beiseite schieben und darum Zeit finden, zu beten und Mich in der Kirche aufzusuchen, anstatt zu jenen zu halten, die der Welt nachlaufen. Steht ihr auf der Kanzel, wie ihr getan in den Maibetrachtungen, da habt ihr recht getan. So müßt ihr tun, damit die guten, gläubigen Kinder sehen, daß es doch etwas sein muß, daß der Herr durch eine solche Seele reden muß, denn das Wort der Priester stimmt überein mit dem, was Ich rede durch solche Seelen. Und die eine sagt es der anderen, und der eine Mann sagt es dem anderen, und so entsteht der Damm, der gebildet werden soll, und Meine Kirche soll zum Siege geführt werden durch euch. Ihr steht am Wendepunkt, ihr seid die Schnitter, die Meine Garben schneiden und einheimsen sollen in Meine himmlische Scheune..

Stellt euch Mann an Mann, reiht euch unter die Fahne des Kreuzes, des Liebesbundes, ihr alle, ihr treuen Kinder der katholischen Kirche. Helft Mir, die Lücke auszufüllen, die Mein Herz zerfleischt, welche die gottlosen Priester mir verursachen, die da abgefallen sind und sich eigene Religionen gründen.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 4 Seite 481 ff.

 

365 Tag nach Magdalena am 23. Juli 1900

Jesus: „Ihr, Meine Kinder, dürft nicht verzagen, wenn Ich mit Leiden komme, wenn Ich sage, daß Ich durch euch viele retten will, daß Ich ein Band schlingen will um die Menschheit, und daß alle, die sich von diesem Band umschlingen lassen, glücklich sein sollen schon hier auf Erden und noch viel tausendmal glücklicher in der Ewigkeit, doch hier auf Erden nicht so, wie viele Menschen meinen, die jetzt so gar zu versinnlicht und verweichlicht sind und glauben, da müsse man von allen Leiden befreit sein und das Paradies schon hienieden haben. Das kann Ich nicht. Ich Selbst wollte von der Krippe bis zum Kreuz einen einzigen Kalvarienberg besteigen, und alle, die Meine Jünger sein und Mir nachfolgen wollen, müssen den Weg wandeln, den Ich gewandelt bin.“
„Ihr dürft nicht müde werden, das Joch nicht abwerfen, keinen Anstoß nehmen. Ihr müßt immer euch sagen: ‚All diese müssen noch gerettet werden durch mein Gebet!‘ Und so muß jedes sagen von euch, jedes Mitglied des Liebesbundes. Jeder Priester, wenn er auf die Kanzel tritt und er seine ganze Kirche leer sieht, wenn er statt seiner Pfarrkinder die leeren Bänke sieht und nur hie und da eine Seele, er muß sich immer wieder sagen: Ich muß meine Gemeinde retten und ich ganz allein, ich will sie retten, ich will alles für sie tun, auch wenn sie es nicht beachten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 79 ff.

 

390 Weihnachten 1900

Jesus: „Schauet hin auf die drei Blümchen, die der Liebesbund schon gezeitigt hat, die bereits im Himmel sind und saget allen, die sich anschließen mit gläubigem Gemüt, verspreche Ich, daß sie ohne Fegefeuer in den Himmel kommen wie diese drei; denn Ich will den Liebesbund errichten in Meiner Kirche. Ihr werdet noch Sieger bleiben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 130 ff.

 

391 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1900

Jesus: „Das sind diejenigen, die dem Liebesbund treu geblieben sind.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 131 ff.

 

394 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1901

Jesus: „Ich habe euch jetzt durch Verachtungen und Verdemütigungen hindurch an Meine Krippe geführt mit den Heiligen Drei Königen. Das kann Ich nicht von jedem verlangen. Die Heiligen Drei Könige kehrten von dort zurück als ganz andere Menschen, und obwohl sie nur diese eine Gnade hatten, zehrten sie davon ihr ganzes Leben lang und blieben den Vorsätzen treu, die sie an der Krippe gemacht hatten. Der eine davon war sehr sinnlich und hatte mehrere Weiber. Er machte sich aber davon los, und alle drei bewirkten durch ihren Einfluß viel Gutes, so daß sich viele ihnen anschlossen. So sollt auch ihr tun, daß am Ende eures Lebens ihr nicht allein steht, sondern Mir noch viele Seelen zugeführt habt. Und sage allen Liebesbundmitgliedern, daß Ich allen denen, die ausharren und das befolgen, was Ich in den Schriften angegeben habe, verspreche, daß sie vieles Licht über andere verbreiten, daß sie alle noch einen Wirkungskreis auf andere bekommen durch ihr gutes Beispiel.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 134 ff.

 

412 Fest der Dornenkrone am 22. Februar 1901

„Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit.“

Jesus: „Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit. Deswegen gebe Ich euch immer wieder Neues an und werde Ich euch immer wieder sagen, wie ihr es machen müßt, denn die Menschheit ist nicht anders zur Umkehr zu bringen als dadurch, daß es Leute gibt, die den Anfang machen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 157 ff.

 

414 Am 4. März 1901

„Deswegen sollen die Liebesbundmitglieder bedenken, was es für eine Gnade und ein Glück ist, daß sie so glauben können, weil sie durch Meine Worte immer wieder neu aufgefrischt werden.“

Jesus: „Denn der Vater hat die Welt nur erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, um Mir Freude zu machen, wie von Ewigkeit her der Plan gefaßt war, daß jeder der drei Göttlichen Personen eine besondere Verherrlichung zukommen soll.

Diese sichtbare Schöpfung war Mir zugemessen, und jetzt sind so wenig Menschen, die Mir die Ehre geben und an Mich glauben. Darum freue Ich Mich sehr, wenn eine Seele kommt, Mich zu trösten, und das tut ihr. Ihr sollt nicht irre werden, wenn viele abfallen; denn die Menschen ändern ihre Gesinnung dreimal in einer Stunde. Eben noch fassen sie gute Vorsätze, dann lassen sie sie wieder fallen, und wenn jemand kommt und ihnen eine Neuigkeit bringt, ist das ganze über den Haufen geworfen. Deswegen sollen die Liebesbundmitglieder bedenken, was es für eine Gnade und ein Glück ist, daß sie so glauben können, weil sie durch Meine Worte immer wieder neu aufgefrischt werden. Was gebe Ich Mir nicht für eine Mühe. Wie Ich euch kleinmütig sehe, werde Ich euch Trost zusprechen. Das könnte Ich aber nicht, wenn ihr nicht mit lebendigem Glauben an Mir hinget. Und nur diejenigen können Mich trösten, von denen Ich weiß, daß sie sich alle Mühe geben, Mir zu gefallen, und das tut ihr.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 160 ff.

 

422 Mariä Verkündigung am 25. März 1901

Jesus: „Denn Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eines dem anderen helfen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 169 ff.

 

425 Am 3. April 1901

Jesus: „Deshalb sage Ich immer: Ein Band will Ich schlingen um die Menschheit, und wer sich daran hält, der ist gerettet!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 170 ff.

 

427 Am Ostersonntag 1901

„Du siehst rechts und links keine Dornen und keine Disteln, weil über diese Liebesbundmitglieder nichts hinauskommen kann.“

Jesus: „Das ist das Zeichen, in welcher Beziehung diese Seelen zu Gott stehen. Alle haben nichts im Sinn, als Gott zu lieben und Ihm zu dienen. Denn wer diesen Weg gehen will, der muß die Weltfreude und was von Gott abzieht, weglassen, das Weltsuchen und das Weltgetümmel. Du siehst rechts und links keine Dornen und keine Disteln, weil über diese Liebesbundmitglieder nichts hinauskommen kann. Die Lilie versinnbildet nicht allein die Keuschheit, sondern die Reinheit der Absicht, in allem nur Gott zu gefallen. Alle diese stützen die Kirche wie Meine Mutter in Ihrem Leben. Wie Ihr ganzes Sinnen und Trachten nur für Gott war, so soll es auch bei den Liebesbundmitgliedern sein.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 176 ff.

 

429 Am 11. April 1901

„Das ist euer Weg der Abtötung, der Entsagung, der Selbstverleugnung und der Buße. Nur diejenigen, die den Weg wandeln, kommen gerade auf Mich zu.“

Jesus: „Nur durch Abtötung, Selbstverleugnung und Buße kommt der Mensch nicht auf Nebengedanken. Alle anderen Menschen kommen auf Abwege, welche den Weg nicht gehen, und wenn sie auch einen guten Sinn haben und Almosen geben und mit zeitlichen Gütern gesegnet sind. Aber der Weg, den ihr geht, ist mit keiner Nebengefahr verbunden und führt nicht mehr abwärts.

Den müssen alle Liebesbundmitglieder gehen. Niemand hat da eine Gefahr. Die Liebesbundmitglieder, die diesen Weg nicht selbst ergreifen, die werde Ich durch Leiden führen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 179 ff.

 

433 Am 21. April 1901

Maria: „Die Liebesbundmitglieder sollen einmal recht vereinigt im Geist der Buße den Himmel bestürmen und alle Gebete, Leiden und Beschwerden einzig für die heilige Kirche aufopfern. Mache doch ja dein Herz Meinen heiligen Einsprechungen immer recht zugänglich.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 183 ff.

 

449 Am 10. Juni 1901

Jesus: „Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.“

Jesus: „Auf die kleine Schar der Liebesbundmitglieder lege Ich großen Wert, daß noch viele dadurch gerettet werden, weil sie mit Entschiedenheit durchgreifen. Besonders viel können die Schwestern von N. tun. Ich habe auf sie Mein Auge gerichtet. Da ist der erste Keim gelegt. Nach und nach kommt es immer besser. Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 206 ff.

 

454 Am 3. Juli 1901

Maria: „Wenn Mein Sohn Sich dir mitteilt, dann tut Er es, um andere zu belehren, daß Gott von Seinen Geschöpfen geliebt sein will. Diese Liebe darf aber nicht im Herzen verschlossen bleiben, sondern sie muß sich durch die Tat bewähren. Die Mitglieder des Liebesbundes werden mehr erbaut, wenn sie sehen, wie du dich abmühst, um anderen wohlzutun, als wenn du nur dem Gebet und der Betrachtung obliegen wolltest.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 214 ff.

 

472 Am 28. Oktober 1901

Jesus: „Das habe Ich gerade gewollt, weil das im Liebesbund soll verzeichnet werden.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 235 ff.

 

474 Vigil von Allerheiligen 1901

„Ich stieg vom Himmel und verbrachte dreiunddreißig Jahre in eurer Mitte.“

Jesus: „Ich habe dich als Mein Werkzeug erwählt, in dem Ich Meine Gnade niederlege, um sie der Menschheit durch dich zuzuführen und ihr zu zeigen, wie viel Ich für sie gelitten. Niemand wird es wagen und imstande sein, das Band zu zerreißen, das Ich mit euch geknüpft habe. Ich halte Meine Hand darüber. Ich will, daß die treuen Seelen sich zusammenscharen zu einem Bund, um Mein Leiden zu verehren und Mein Herz zu trösten (zur heiligen Stunde donnerstags abends, wie der Herr schon früher der seligen Margaretha Maria Alacoque angegeben). Welchen Dank gab Mir die Menschheit für alles, was Ich getan? Sie stieß Mich hinaus an den Schandpfahl des Kreuzes. Ich stieg vom Himmel und verbrachte dreiunddreißig Jahre in eurer Mitte.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 238 ff.

 

484 Am 25. November 1901

Katharina: „Wir sehen mit großem Schmerz, wie es auf der Welt zugeht. Was wir euch raten, ist das Beste und Sicherste. Ihr könnt das freilich nicht so durchschauen. Die Christenheit steht jetzt so in Gefahr, daß wir nicht genug raten können zum Liebesbund, zur Ausübung dessen, was in den Schriften steht, daß man oft zum Tisch des Herrn gehe, der jungfräuliche Stand gehoben und gepflegt werde, um die Familie vom Verfall zu retten, und zu sorgen, daß die christliche Familie wieder mehr und mehr in das Glaubensleben hineinkommt, weil eine christliche Jungfrau, auch wenn sie in der Welt steht, beitragen kann zu einem christlichen Familienleben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 248 ff.

 

499 Weihnachtsfest am 25. Dezember 1901

„Meine Kirche ist nicht mehr die reine, makellose Braut. Sie ist verunstaltet, verletzt, verunglimpft in ihren Kindern. Beugt den Nacken unter die Zuchtrute.“

Jesus: „Laßt euch nicht beirren, Ich werde mit euch sein. Ich werde euch begleiten. Geht hin, wo die Welt nicht hingeht. Keines von den Liebesbundmitgliedern soll sagen: ,Ach, das ist ja ein unschuldiges Vergnügen, andere tun es auch, die Kirche erlaubt es ihren Kindern.’ Die Liebesbundmitglieder sollen sich unter das Kreuz stellen und auf solche Vergnügen verzichten. Übt statt dessen Werke der Gottes- und Nächstenliebe, wie Ich sie euch eingebe. Macht Wallfahrten, wie ihr könnt und dürft. Geht dahin, wo andere nicht hingehen!

Meine Kirche ist nicht mehr die reine, makellose Braut. Sie ist verunstaltet, verletzt, verunglimpft in ihren Kindern. Beugt den Nacken unter die Zuchtrute. Wißt, die große Geistesverwirrung, die jetzt herrscht, ist die Geißel, die Ich über die Kirche schwinge. Die Kirche ist gedemütigt in ihren Kindern. Sie selbst muß die Schmach fühlen; denn viele von denjenigen, die Ich zu Meinen Nachfolgern berief, haben Mein Joch zu schwer gefunden und ihren Nacken gebeugt unter das Joch Satans. Sie ließen sich das Joch Satans aufbürden. Meine Kirche muß das Unglück mitfühlen. Sie ist in sich selbst mitverschuldet, sie war stolz und üppig, nun aber ist sie gedemütigt. Helfet Mir nun, Meine jungfräuliche Braut wieder zieren, ihr alle, die Ich euch berufen habe, an dem Brautgeschmeide zu arbeiten. Aber wartet nur, ihr werdet sehen, wie Ich Meine Tenne säubere und die Spreu hinausstiebe. Das Häuflein ist zwar klein, aber Ich habe Meine Freude daran.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 276 ff.

 

537 Vigil von Portiuncula 1902

Jesus: „Damit sollst du verdienen und Verdienste sammeln für den Liebesbund. Harre aus! Auf diese Zeit folgt eine andere.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 317 ff.

 

538 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1902

„Als Mitglieder des Liebesbundes sollen sie ein freies, frohes Herz ihrem Herrn entgegenbringen, frei von jedem Wunsch nach Anerkennung von seiten der Menschen.“

Maria: „Siehe, so wird der Einzug in die ewige Glückseligkeit für alle sein, die für Meinen Sohn hier auf Erden viel gelitten, Sein Reich auszubreiten gesucht und Seine Ehre zu befördern sich bemüht haben. Sie alle haben eine ähnliche Himmelfahrt.

Sage N., jetzt sei er der Hintergrund, auf dem Mein Sohn Sein Gemälde aufführen wollte. Bei seinem Einzug in den Himmel aber werde er in Vordergrund gestellt werden als der Heerführer einer großen Schar wackerer Streiter, wie es die Liebesbundmitglieder alle sein werden bis ans Ende. Sage seinen Schwestern allen, daß sie die ersten sein werden, die N. auf diesem Wege folgen werden und darum ablegen alle Ängstlichkeit, ob und wie sie Gott gefallen. Als Mitglieder des Liebesbundes sollen sie ein freies, frohes Herz ihrem Herrn entgegenbringen, frei von jedem Wunsch nach Anerkennung von seiten der Menschen. Dadurch aber sollen sie andere mehr erbauen, als wenn man sie für tauglich hielte, die höchsten Ämter zu verwalten. Deine beiden Mitschwestern, deine Verwandten, die zwei Dienstmädchen und alle, die sich euch anschließen: Freuet euch, kämpfet und ringet jetzt noch, bald werdet auch ihr einziehen mit Mir.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 321 ff.

 

548 Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember 1902

Heilige Barbara: „Verstehe, was du schaust: Der ganze Himmel freut sich zwar mit, wenn ein Glied der Heiligen geehrt wird, aber doch freut sich die Gesellschaft besonders, der das Mitglied zugeteilt ist. Nur nach Verdienst wird eines mehr geehrt als das andere. So werden auch alle Mitglieder des Liebesbundes im Himmel eine besondere Freude untereinander genießen, wenn sie ausgehalten. Nur werden diejenigen, die mit dir mehr Verdemütigungen auf Erden auf sich nahmen um des Werkes willen, das der Herr dir aufgetragen, im Himmel mehr Freude genießen als die übrigen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 331 ff

 

551 Am 15. Januar 1903

„Sage den Bischöfen, daß die Oberhirten wie ein Paulus auftreten müssen den Feinden Meiner Kirche gegenüber, um die Rechte Meiner Kirche zu verteidigen.“

Jesus: „Sage den Bischöfen, daß die Oberhirten wie ein Paulus auftreten müssen den Feinden Meiner Kirche gegenüber, um die Rechte Meiner Kirche zu verteidigen, und daß sie dafür sorgen, daß die ihrer Sorge anvertrauten frommen Gläubigen, das heißt jene, die sich innerhalb des Bandes Meiner Liebe befinden, welches Ich um alle geschlungen habe, die durch würdigen Empfang der hl. Eucharistie mit Mir verbunden sind, immer in ihren Leiden recht ermuntert, gestärkt und getröstet werden. Denn diese sind es, um derentwillen viele sollen gerettet werden, und um deren Bedrängnisse willen Ich ganze Länder verschonen werde. Kein Geschöpf Meiner verklärten Kirche, nicht einmal Meine heiligste Mutter, ist imstande, weil sie leidensunfähig ist, die Gerechtigkeit Gottes zu entwaffnen. Sie kann bitten und die Menschen durch Meine heiligen Engel ermuntern, aber leiden kann nur ein mit Fleisch bekleidetes Geschöpf und darum auch nur allein verdienen. N. und alle, die mit ihm arbeiten an der Erneuerung des Glaubenslebens, werden den Lohn und die Siegeskrone der heiligen Märtyrer empfangen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 338 ff.

 

558 Tod eines Liebesbundmitgliedes

Verstorbene: „Sage meinen Schwestern einen recht herzlichen Gruß; es sei wohl der Mühe wert auszuhalten. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden. O wie glücklich bin ich, daß ich zum Liebesbund gekommen bin. Der Lohn ist unaussprechlich groß.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 345 ff.

 

561 Am 12. März 1903

„Sooft ihr betet, vereinigt euch immer mit allen Liebesbundmitgliedern und mit der streitenden, leidenden und triumphierenden Kirche.“

Jesus: „Weil nun unter Meinem auserwählten Volk so viele sind, die Mich nichts weniger als verherrlichen, und die Ehre Meines Vaters muß doch hochgehalten werden, deshalb will Ich Mir auf der Welt, inmitten der Welt, in Meiner Kirche, ein Lieblingsgärtchen anlegen, in dem Ich lustwandeln und Mich erfreuen kann, und das ist der Liebesbund.

Die anderen stellen sich Gott vor, als sei Er Millionen Meilen weit entfernt, während die Liebesbundmitglieder durch die Gnade mehr Licht haben und Gott aus der Nähe sehen. Daher kommt der Eifer in sie, daß sie Mir treuer dienen, weil sie glauben, daß Ich sie kenne und mit besonderer Freude auf sie schaue. Daher tragen sie ihre Leiden leichter als die übrigen Menschen. Ich will den Menschen die Leiden nicht abnehmen, sondern nur lehren, wie sie das Kreuz tragen sollen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 348 ff.

 

567 Am 3. Mai 1903

Maria: „Grüße Mir alle Mitglieder des Liebesbundes, alle, die sich Mühe geben, den Auftrag Meines Sohnes zu befolgen!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 365 ff

 

568 Am 19. Mai 1903

Maria: „Darum sagte dir Mein Sohn nach Ostern, daß die Mitglieder des Liebesbundes viel wallfahrten gehen und beten sollen, weil Ich Tag und Nacht Meine Bitten für die sündige Menschheit Ihm vortrage. Und weil Er so gerne Meine Bitten erfüllen möchte, aber Seine Gerechtigkeit Ihn abhält, sollen die treuen Kinder der Kirche sich mit Mir vereinigen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 366 ff.

 

585 Weihnachten 1903

„Seht, was Ich euch gesagt habe im Anfang, als Ich zu euch redete, daß ein Damm gebildet werden muß, daß viele zusammenstehen zu einem Häuflein, und daß, wer sich nicht anschließt an den Bund, in der Gefahr steht, von dem Wasser des Unglaubens mit fortgerissen und hineingeschwemmt zu werden.“

Jesus: „Wo ist der gute, alte Glaube, wo die einfachen Sitten, wo das gläubige, tiefreligiöse Christenleben in der Familie? Wo ist dies alles hingekommen? Alles ist dahin! Wohl hat Mein Statthalter die Familie unter den Schutz Meiner Familie in Nazareth gestellt und die ganze Welt Meinem Herzen aufgebunden. Aber deswegen sind die Sitten und Gebräuche der Christen nicht gebessert. Es muß angefangen werden in einzelnen Seelen, in einzelnen Familien. Und Vorbilder will Ich sehen. Ich will das Menschengeschlecht heben. Es muß Familien geben und muß Christen geben, die anderen mit gutem Beispiel vorangehen, und darum habe Ich den Liebesbund errichtet. Ein neues Christenleben möchte Ich entflammen unter euch, in erster Linie unter all denjenigen, die Ich dem Liebesbund beigezählt. Ein kleines, unscheinbares Samenkörnlein ist der Liebesbund; aber er soll wachsen zu einem Baume. Zweifelt nicht, spöttelt und lächelt nicht. Ich habe andere Werke schon gewirkt als dieses hier.

Seht, was Ich euch gesagt habe im Anfang, als Ich zu euch redete, daß ein Damm gebildet werden muß, daß viele zusammenstehen zu einem Häuflein, und daß, wer sich nicht anschließt an den Bund, in der Gefahr steht, von dem Wasser des Unglaubens mit fortgerissen und hineingeschwemmt zu werden. Damals, als Ich dies im Anfang zu euch sagte, wußte man noch nichts in der Welt und auch nichts in der Kirche von einem solchen Vereinsleben, wie es jetzt zutage tritt.
Dies alles ist Mein Geist, der ausstrahlt aus dem Liebesbund, wenn es auch in andere Form gekleidet wird von Meinen Dienern, aber es ist das Ziel, das Ich gesteckt und gesetzt habe: Die Männer sollen zusammengehalten werden, die Jünglinge und die Jungfrauen und die Frauen und alle Klassen von Menschen zusammen, an der Spitze soll ein Priester stehen. Man soll die Unterhaltung würzen, das Leben würzen, nicht so einseitig dahingehen. Das verlange Ich nicht. Denn Ich liebe niemals ein finsteres Leben; freudig sollen Meine Diener sein, wie auch Ich es war auf Erden.
Darum, Meine Kinder, will Ich den Liebesbund gründen. Ich will die Menschen herbeiziehen und ein Band schlingen um Mein auserwähltes Volk, das da ausgeht von Meinem Herzen im Allerheiligsten Sakrament, damit Ich recht viele Teilnehmer finde, die sich an Meinem Leiden beteiligen. Denn ihr alle seid Glieder Meines mystischen Leibes, den Ich im Allerheiligsten Altarsakrament besitze. Dort wohne Ich mit allen Gliedern Meiner Kirche. Ich bin das Haupt, und alle Glieder der katholischen Kirche sind eingegliedert in dieses Haupt und tragen die Leiden mit Mir und teilen sie mit Mir. Deswegen werdet nicht irre, wenn Finsternisse, wenn Ängste und Nöte euer Herz beklemmen. Es ist dieses ein Ausfluß Meines Geistes, Meines Seelenleidens im Allerheiligsten Sakrament, weil ihr ja auch Teilnehmer sein sollt an Meiner Gottheit und Teilnehmer an der Herrlichkeit des Vaters und des Heiligen Geistes und Meiner Herrlichkeit.“
 
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 389 ff.
Wir bitten Sie von Herzen, diese wunderbare Botschaft Gottes an Seine Menschenkinder aufmerksam und mit Bedacht zu lesen und zu verinnerlichen. (Die Red.)

 

598 Freitag vor dem zweiten Fastensonntag 1904

„Die Liebe war es, die Sich vervielfältigte, um wieder geliebt zu werden. Liebe um Liebe! Liebe um Liebe! Liebe um Liebe! Ja, Liebe um Liebe!“

Barbara: „O mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir von ganzem Herzen für alle Gnaden, die Du mir erwiesen hast, besonders für das unaussprechliche Glück, daß ich doch ein Splitterchen von Deinem heiligen Leiden mitfühlen darf. O verzeihe mir alle meine Sünden, alles, was ich in meiner Jugend mich versündigt und all die Fehler und Unterlassungen, die ich in der letzten Zeit begangen. O ich bin Deiner nicht wert, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Die heilige, ernste Zeit ist gekommen, wo Meine Kinder sich unter das Kreuz scharen sollen, wo sie Mein Leiden betrachten und sich in ihrem Lebensschicksal wieder zurechtfinden sollen. Diejenigen, die Ich mit Leiden bedacht, sollen im Hinblick auf Mein Leiden sich zu trösten suchen, und diejenigen, die abgekommen sind vom rechten Weg, sollen bedenken, was Ich für sie gelitten und sollen zurückkehren und ihr Leben bessern, um sich mit Mir zu vereinigen und auszusöhnen suchen.

Deswegen wundert euch nicht, daß Ich in dieser heiligen Fastenzeit Mich wieder Woche um Woche anmelde, um euch zu überzeugen, daß Ich es bin und daß Ich nicht umsonst komme. Und wenn Ich noch einhundertzwanzig Jahre mit euch verkehrte, seid ihr immer wie Meine ungläubigen Apostel, die Mich anhörten und als ihren Herrn und Gott bekannten, die, wenn es gerade dazukam und sie ergriffen waren, vor Mir niederfielen und Mich anbeteten, und im nächsten Augenblick, wo eine Versuchung an sie herantrat, eine kleine Prüfung, sie alle davonflohen, und Geist und Herz und Verstand wieder abgelenkt war von ihrer vorherigen Überzeugung.
So sind die armen Menschen, so seid auch ihr, Meine Kinder! Aber ein langmütiger Gott, ein barmherziger Gott, ein liebenswürdiger Gott hat Nachsicht mit Seinen Geschöpfen wie ein Vater mit seinen Kindern, auch wenn sie ihn hundert- und tausendmal erzürnen, der, wenn er glaubt, sie vernichten zu mögen, sich wieder umwendet und im nächsten Augenblick alle ihre Fehler, alle ihre Bosheiten wieder vergißt, weil es sein Fleisch und Blut ist, das er ja vernichten würde. Warum sollte nicht ein Gott so handeln, wo alles Liebe atmet, wo ja Seine schöpferische Hand dieses Geschlecht nur erschuf aus Liebe, warum sollte Er den Undank Seiner Kinder nicht verzeihen? Die Liebe war es, die Sich vervielfältigte, um wieder geliebt zu werden. Liebe um Liebe! Liebe um Liebe! Liebe um Liebe! Ja, Liebe um Liebe!“

(Bei diesen Worten breitete Barbara die Arme aus wie beim Paternoster, sich vorbeugend uns entgegen und rief mit lauter Stimme, als ob der Herr alle Menschen herbeiziehen und umarmen wolle.)
„Ihr, Meine Kinder, versteht Mich. Die Liebe drängt Mich, zu Meinen Geschöpfen, zu euch zu kommen. O es kommt die Zeit, wo Ich wieder hineinsteigen will in viele Meiner Geschöpfe, die Mich vergessen und hinausgestoßen haben aus ihrem Herzen, und wie drängt es Mich, wieder mit ihnen Mich vereinigen zu können. Darum sage Ich noch einmal: Liebe um Liebe! Geliebt will Ich werden von Meinen Geschöpfen. Versteht ihr denn noch nicht, wie alles, was Ich in diesem Meinem Werkzeug ausführe, auf Mein Werk hinzielt, wie alles, was in ihr vorgeht, euch erinnern soll an das, was Ich ausführen will unter euch? Ihr sollt mitfühlen, wenn Mein Geist betrübt ist, wenn Er viel zu leiden hat von Seinen Geschöpfen, besonders von den liebsten Kindern Seines Herzens, von den Katholiken, dieses Mein auserwähltes Volk, das Ich gezogen habe. Gepflanzt habe Ich einen Weinberg, an dem Ich alles verschwendet, und doch ist dieses Geschlecht so undankbar und hat Mich hinausgestoßen und Mich vergessen. Das fühlt Mein Herz gar bitter, und gar weh tut es Mir an den Tagen, wo wieder aufs neue Meine Geschöpfe Mir entrissen werden, wie ihr in der vorigen Woche gesehen.
Darum all die Leiden, die Ich euch zuschicke. Du verstehst es nicht, Meine Tochter. Sieh, Ich will dich überzeugen, daß du in all den Ängsten selbst einsiehst, wie unnütz sie sind. Hast du in der vorigen Woche viel mehr zu leiden gehabt? Absichtlich tat Ich dieses, um dich zu überzeugen, weil Ich jetzt ganz allein Mich mit euch beschäftigen will, mit euch und den Liebesbundmitgliedern, um euch zu befestigen, wie Ich tat nach der Auferstehung mit Meinen Aposteln, wo Ich nur in ihnen arbeitete und nicht mehr mit dem Volke redete. Im geheimen, in den Kammern und draußen an dem See, wo sie alle waren, bin Ich ihnen erschienen und habe ihnen Meine Geheimnisse mitgeteilt, die sie nur allein betreffen sollten, die aber der Grundstein für Mein ganzes Reich, für die Erneuerung der ganzen Welt waren, wo der Grundstein sollte gelegt werden zur Erneuerung der ganzen Welt.
So tue Ich jetzt, Meine Kinder! Man hat Gericht gehalten über dich, man hat dich eingezogen, gefangengenommen, angeklagt und verurteilt, und das Urteil ist ausgefallen wie das Meinige. Du wurdest ans Kreuz geschlagen und begraben in der ganzen Welt. Nur noch einige fromme Seelen, die Meine heilige Mutter, die heiligen Frauen und Meine Apostel vorstellten, sind dir noch treu geblieben. Darum tut es jetzt not, euch zu befestigen. Jetzt seid ihr in den vierzig Tagen nach Meiner Auferstehung bis zu Meiner Himmelfahrt, und alles, was Ich mit euch rede, betrifft euch selbst. Jetzt will Ich euch befestigen im Glauben und in der Liebe zu Mir.
Vorige Woche fühltest du die ganze Woche körperliche Leiden und du meinst, es sei die Schuld, weil du wieder dieses außergewöhnliche Leiden mit Mir zu tragen hast, deine Magennerven seien zerrissen. Ich will dir in dieser Woche zeigen, daß alles, was in deinem Körper vorgeht, die Leiden, die du zu ertragen hast, nur im Zusammenhang stehen mit den inneren Leiden deiner Seele, weil deine Seele ganz mit Mir verbunden ist, mit Mir dasselbe fühlt und denkt und leidet, wenn auch dein Geist, dein Herz, noch viel einwirkt in deine Seelenkräfte, weil ja Geist und Leib mitsammen verbunden sind und Ich in jedem Menschen im Geiste wohne. Ist der Mensch ein Kind Gottes, vereinigt mit Ihm durch die heiligmachende Gnade, dann wohnt Mein Geist in ihm. Ist er aber besessen, hat er sich abgewendet von Mir und Meinen Geist hinausgestoßen und ist belastet mit der Todsünde, dann wohnt der Geist des Antichrist in ihm.
Beide Geister nun, mögen sie sein der Antichrist oder Mein Geist, wohnen zugleich neben dem Menschengeist, neben der Menschenseele und in der Menschenseele, sie üben Gewalt aus in ihr, und daher kommt es, daß der gute Mensch, der von Meinem Geist bewohnt ist, auch alle die Leiden mitfühlt, eingeht in die Gesinnungen Meines Geistes, und dieses wirkt auf den Körper. Ist der Antichrist in ihm ganz und gar, hat er sich ganz von ihm einnehmen und besitzen lassen, dann denkt und fühlt er wie jener. Daher kommt es, daß ihr Menschen manchmal wütend sind. Dies ist jener Geist der Finsternis, der sich all seinen Organen mitteilt.
Darum, Meine Kinder, freuet euch! Jetzt kommt die Zeit, wo Ich wieder mit vielen verbunden werde, mit vielen Meiner Kinder, die Mir entrissen sind. Jetzt betet viel, opfert und leidet viel für eure Mitmenschen, damit in recht vielen Ich wieder Einkehr halten kann, und dies soll eure Freude sein. Deswegen sage Ich euch: Freuet euch! Auch wenn nur eine einzige Seele mehr mit Mir wieder verbunden wird, dann habt ihr alle Ursache euch zu freuen, weil eine einzige Seele so viel wert hat, als Mein kostbares Blut wert ist. Seufzet und weint aber auch mit Mir über diejenigen, die sich nicht ziehen lassen, an denen alles vorübergeht, die tot sind für alles.

Ich fordere euch auf, solange jetzt die Exerzitien dauern, die Vorträge für die verschiedenen Stände, jeden Samstag eigens eine Wallfahrt zu machen, mag die Witterung schön oder schlecht sein, für die Bekehrung dieser Stadt; denn es weint und jammert Meine Braut um Ihre treulosen Kinder. Vergeßt alles, was geschehen ist, denn es geschieht doch nichts ohne Meine Zulassung.“
(Barbara wird die Stadt gezeigt; sie sieht ein großes Leichenfeld.)

Barbara: „O mein Gott, ein Jammerbild! Wie ein Leichenfeld sehe ich die Stadt voll Toten. Es sind die vielen Seelen, die sich trotz all der Mühen doch nicht beteiligen und verlorengehen. O mein Gott! Ja, da muß es erst anders kommen. O erbarme Dich unser, o mein Gott, Barmherzigkeit! Halte ein den strafenden Arm Deiner göttlichen Gerechtigkeit und erbarme Dich unser. Es gibt doch noch viele fromme Seelen. O laß doch nicht alles verlorengehen. O mein Herr und Gott, nein! Wie traurig! Es ist der Triumph der anderen über die kleine Schar. Eine Zeitlang muß sie unterliegen, dann kommt ein mächtiger Heerführer wie der heilige Erzengel Michael, der die kleine Schar herausführt aus dieser Leichenschar, aus diesen toten Leichnamen, und es beginnt ein gewaltiger Streit und besiegt ist die alte Schlange. O mein Gott, was soll das alles bedeuten für die Stadt Mainz?“

Jesus: „Beim nächsten Mal bekommst du die Aufklärung.“

Barbara: „O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Ihr, Meine Kinder, fahret fort, euer Haus so rein zu halten von jeder schweren Sünde, Mir zu dienen wie seither, mit freudigem Herzen Mir zu dienen. All eure Unvollkommenheiten will Ich vergessen. Werdet nicht müde und freuet euch auf die Tage, wo Ich euch heimsuche. Seht, wo ist in der ganzen Stadt eine Familie, die so glücklich wäre wie die eurige? Kommt ein Mißton, will die alte Schlange ihr Gift hineinspritzen, wie schnell ist es wieder hinausgeschafft. O es wäre nicht so, glaubt Mir, wenn Ich nicht in eurer Mitte wohnte. Aber Ich bin deswegen nur gekommen, um der Welt zu zeigen, wie glücklich die Familie ist, wo Mir gedient wird, wo man sich auch eine Entsagung auferlegen kann, wo man auch einer Sinnlichkeit absterben kann, wo man auch die Worte beachtet, die Stimme, die da spricht.

Glücklich wären alle Menschen, wenn sie nach dem Geist, wie Ich ihn hier eingebe, leben wollten; es könnte das Menschengeschlecht in seinem Leben und Streben ungehindert fortfahren, nur darf es Mich nicht vergessen, Mich Seinen Schöpfer, von dem ja alles ist, und dieses ist es, weil man Mich vergessen hat, weil man Mir nicht mehr gedient.
Im Alten Bund, wo die Völker abgewichen sind vom rechten Weg, hatte Ich Mir Mein Volk auserwählt, und wenn dieses Volk wieder abwich, Mir Männer daraus gesucht, durch die Ich Mich dem Volke mitteilte. So wird es sein bis zum Ende der Welt. Menschen bleiben Menschen in ihrer Schwachheit von Anfang bis zum Weltende. Sie brauchen eine Stütze, einen Halt, und wenn sie diese Stütze und diesen Halt vergessen, muß Ich sie wieder daran erinnern. Dieser Halt und diese Stütze ist durch die Geschichte des ganzen Menschengeschlechtes hindurch der Glaube an eine Gottheit, der Glaube an einen allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Und diesen Glauben will Ich erneuern und will ihn in Meiner Kirche erneuern, weil so viele Mich vergessen haben.
Deswegen will Ich sie erinnern, was Ich für sie getan, nachdem sie Mich vergessen, nachdem Ich sie den Lüsten ihres Herzens überließ und sie lange genug gebüßt hatten: wie Ich Selbst zu ihnen gekommen bin und den Glauben in ihnen befestigte, den im Paradies schon das Menschengeschlecht überkommen hatte, den Glauben, den es im Paradies von Meinem Vater empfangen hatte, und daß es nur erschaffen ist zu Meiner Ehre und Verherrlichung, und wenn es seine Prüfung gut besteht, es mit Mir ewig herrschen und triumphieren soll.
Als es diese Prüfung nicht bestand, erneuerte Ich seinen Glauben und sagte ihm schon am Eingang des Paradieses: Ich will dir einen Erlöser senden, der wieder die Schuld von dir hinwegnehmen soll. Ein Weib will Ich senden. Dieses Weib soll dir, du alte Schlange, den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen. Also Glauben verlangte Ich vom ersten Menschen bis zum letzten, und wenn dieser Glaube anfängt zu verflachen, muß Ich das Menschengeschlecht wieder aufs neue daran erinnern. Jetzt ist unter den Katholiken, unter Meinen auserwählten Kindern, der Glaube gar zu flach geworden. Man tut nur noch halb und halb, was man tun soll als Christ, phlegmatisch, wie sich die Menschen ausdrücken, aber ein inneres Leben ist nicht mehr vorhanden. Ich will aber, daß die Menschen Meiner Leiden gedenken sollen, was der Mensch Mich gekostet hat. Deswegen komme Ich alle Freitage. Du bist das Werkzeug, durch die Ich viele, viele zurückführen will zu einem tieflebendigen Glauben.“

Barbara: „O Herr, so hilf mir doch auch. Ich könnte Dir eifriger, treuer und besser dienen, wenn ich nicht die vielen Sorgen hätte mit meinen Geschwistern. Ich will doch auch nicht haben, daß die Familie jetzt so ins Elend kommen soll. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Ich verzeihe dir, weil du ein armseliges Geschöpf bist, aber tue deiner Natur Gewalt an. Sowenig eine Ehefrau verpflichtet ist für ihre übrigen Geschwister, deren Kinder es vielleicht auch nicht so gut geht wie ihren Kindern, für diese alle zu sorgen, so wenig hast du die Pflicht, für deine Geschwister zu sorgen, wenn du auch keine Ehefrau und Klosterfrau bist. Jene haben auch nicht die Pflicht zu sorgen, wie eine Mutter sie hat über ihre Kinder. Ich habe dich hingeführt, jetzt habe Ich dich zurückgeführt, weil Mein Werk dir über alles andere gehen muß.

Die inneren Beängstigungen vereinige jeden Tag mit Meinen Beängstigungen; denn auch hierin wollte Ich den Menschen ein Vorbild sein. Auch Ich hatte viele Beängstigungen für die armen Sünder. Beängstigungen am Ölberg, wo es Meiner Natur schwerfiel, sich unter das Leiden zu beugen. Dieses ist alles menschlich!“

Barbara: „Mein Herr, ich bitte Dich für alle empfohlenen Anliegen, besonders für diejenigen, die so bereit sind, Deine Ehre zu befördern. Ich armes Geschöpf kann ja nichts tun wie andere, die Du in bessere Verhältnisse gesetzt hast. Ich kann nur meine Natur Deiner göttlichen Natur unterwerfen, kann meinen Körper und meinen Geist Dir zur Verfügung stellen. Ich hadere nicht mit Dir, ich will nicht mehr, wenn ich auch nicht viel Gutes tun kann, weil ich nicht viel besitze. Darum bitte ich Dich, gib jenen, was sie verlangen, damit sie sehen, wie gut Du bist, und um so freigebiger gegen Dich sind. Für alle, die in nah und fern sich an mich wenden, bitte ich und empfehle sie Deinem göttlichen Vaterherzen, damit Du ihnen gebest, was Du für gut findest.“

Jesus: „Recht so, Meine Tochter! Was Ich für gut finde, werde Ich jederzeit auch bestätigen. Es ist dieses aber ein Tränental, und die Leiden einzelner sind wieder von großem Nutzen für viele, weil durch die Leiden einzelner Menschen die Gerechtigkeit Gottes versöhnt, die Barmherzigkeit die Oberhand gewinnt und viele, viele gerettet werden. Wenn, um euch ein kleines Bild zu geben, zum Beispiel in einem Land, wo die Missionen blühen, auf einmal eine Verfolgung ausbricht und die eifrigen Missionare und die frommen Christen, die da schon herangezogen sind zum Christentum, hinweggerafft werden von den wütenden Menschen, die da dieses Christentum ausrotten wollen, da scheint es, nicht wahr, als wäre dies doch ein großer Nachteil für Meine Pläne, und doch ist gerade dieses das rettende Mittel, wodurch viele, viele gerettet werden.
Denn durch die Leiden dieser frommen Seelen, dieser eifrigen Missionare wird die Gerechtigkeit Gottes, der Zorn Gottes, besänftigt, und Sein Auge blickt milde auf dieses Land, und viele von diesen Feinden dieser barbarischen Völker werden zum Christentum bekehrt, gerade durch die Leiden dieser Seiner treuen Diener. So ist es aber auch in guten Ländern, wo die Kirche überall verbreitet ist, wie in eurem deutschen Vaterland, wo die Christen aber abgefallen sind und verkehrte Wege gehen. Durch die Leiden einzelner Seelen, wie deine Schwester in Rück, werden viele gerettet werden. Sie hat Mir treu gedient ihr ganzes Leben lang, und jetzt scheint es, als habe Ich sie vergessen, als sei alles, was sie erduldet, unnütz gewesen. Ja, dann wäre Ich ein ungerechter Gott. Wisse, wenn sie auch manchmal dich tadelte und nicht recht handelte an deiner Person, wenn sie auch manchmal recht undankbar war, geschah dieses aber alles nur zu deinem Besten, weil Ich durch diese Leiden, die es dich kostete, auch viel erzielte an dir.
Wenn du dieses jetzt nicht verstehst, in der Ewigkeit wird alles sich aufklären. So ist es im einzelnen wie im großen und ganzen in der heiligen katholischen Kirche. Vieles versteht man nicht.“

Barbara: „O Herr, mache, daß diese Studenten im Examen durchkommen.“

Jesus: „Habt keine Angst, Meine Kinder, vertraut, habt Vertrauen! Wollet nicht allzusehr in Meine Pläne eingreifen, in Meine Allwissenheit nicht allzusehr eindringen. Ich behalte es Mir vor.“

Barbara: „Wird diese Kranke in Lourdes geheilt?“

Jesus: „Sie soll bedenken, daß sie auch leiden muß für ihre Sünden. Wenn sie nach Lourdes geht, wird sie wieder zurückgehen wie sie hingeht, weil dieses Leiden eine zeitliche Strafe für sie ist, und wenn sie diese nicht abbüßt, wird sie in der Ewigkeit härtere Strafen büßen müssen. Ihr, Meine Kinder, seid zufrieden mit kleinen Wallfahrten. Vergeßt euch und betet für andere, damit andere gerettet werden.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 432 ff.

 

599 Donnerstag vor dem dritten Fastensonntag 1904

„Und so soll in der Welt der Liebesbund sich ausbreiten. Keine Unmöglichkeit verlange Ich; alles geht so ruhig seiner Wege. Ihr müßt es nur erfassen. Seht nur immer auf Mein Beispiel.“

Jesus: „Ich habe gesagt, daß ein Heerführer das kleine Häuflein herausführt, und daß es einen furchtbaren Kampf gibt mit den Ungläubigen. Ja, ja, in jener Zeit werden diese große Rechte besitzen, weil sie eingenistet sind, aber dieser Mann muß wie ein heiliger Erzengel Michael sich an die Spitze stellen und den Ungläubigen und Irrgläubigen zurufen: Wem gehört diese Stadt? Habt ihr sie ursprünglich besessen oder wir? Er wird an der Spitze stehen, er wird ein hohes Amt bekleiden. Da müßt ihr viel beten, ihr, Meine Kinder! Darum fordere Ich euch auf, alles, was Ich in jetziger Zeit, während dieser ganzen heiligen Fastenzeit rede, gilt nur euch und den treuen Gliedern des Liebesbundes. Ihr müßt viel beten! Ihr habt gesehen, was ihr schon errungen habt.

Und so soll in der Welt der Liebesbund sich ausbreiten. Keine Unmöglichkeit verlange Ich; alles geht so ruhig seiner Wege. Ihr müßt es nur erfassen. Seht nur immer auf Mein Beispiel.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 439 ff

 

600 Freitag vor dem vierten Fastensonntag 1904

„Darum freuet euch, Ich sage es noch einmal, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, die ihr je davon höret und es glaubet, freuet euch, daß ihr erwählt seid, so Großes zu wirken in Meiner Kirche.“

Jesus: „Ihr dürft euch aussprechen, um nur nicht etwas nachzutragen, aber dann muß es beiseitegelegt sein und kein Schatten darf eindringen in die Seele. Ihr müßt euch gegenseitig lieben, wie Heilige sich lieben, und nicht wie Bruder und Schwester aus Fleisch und Blut sich lieben, nein, geistigerweise, wie die Engel sich lieben, damit Satan keinen Knoten machen kann in sein Seilchen, das er in jedes Menschenherz hineingelegt, und durch diesen Knoten hat er mehr Kraft, die Seele an sich zu ziehen. Aber hört, Meine Kinder, diese Belehrung gilt nur euch untereinander. Aber Ich rede heute abend für sämtliche Liebesbundmitglieder, wo sie auch stehen.
Darum freuet euch, Ich sage es noch einmal, und ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, die ihr je davon höret und es glaubet, freuet euch, daß ihr erwählt seid, so Großes zu wirken in Meiner Kirche. Deswegen arbeite Ich an all denjenigen, die es geglaubt und in sich aufgenommen haben. Sie alle sorgen für Meine Ehre, sie schmücken die Kirchen, sie sorgen für arme Kirchen, auch wenn sie weit, weit von ihnen entfernt sind. Mein Geist ist es, der sie bearbeitet. Denn alle diejenigen, die Meine Ehre befördern, die auch nur ein einziges Bausteinchen zu einer Kirche oder Kapelle geben, sind Liebesbundmitglieder und arbeiten an Meiner Ehre, und diese sind weitaus, weitaus nur die Frauen, ausgenommen Meine Diener, weil sie auch Jungfrauen sind. Diese sind auch Jungfrauen und gehören zu den Jungfrauen. Jene sorgen für die Zierde der Kirche, für das Priestertum.
Aber das Frauengeschlecht muß es ihnen erst in die Hand geben, dann können sie es wieder verwerten. Immer ist es das Frauengeschlecht, das Meine Diener unterstützt. Und so wird das Werk, wird die Kirche wieder hinaufgelenkt auf die Spitze, zu dem Glanzpunkt, von dem sie weggerückt ist. Darum sorgt dafür, daß es überall fromme Seelen gibt, die sich euch anschließen, auch in den Klöstern.
Niemand hat das Recht hineinzureden in die Seelen-Angelegenheiten anderer. Was du in ihnen nicht bessern kannst, gehen lassen. Und ihr alle, ihr Mitglieder des Liebesbundes, hütet euch vor allzu vielem Reden über die Fehler der Mitmenschen. Es ist recht, man darf sich vor seinem Freund aussprechen und muß sich auch aussprechen, weil die Seele so beschaffen ist, daß sie auf Gegenseitigkeit beruht. Denn Ich habe die Menschheit zusammengeführt; keiner soll allein stehen, weil das Herz so beschaffen ist, aber dann nicht bei jedem Menschen weitersagen und überall so viel daraus machen, dadurch wird die Nächstenliebe viel geschädigt.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 449 ff.

 

602 Fest des heiligen Josef am 19. März 1904

Josef: „Nur eins, nur eins, meine Kinder, warne ich euch, was der Herr euch schon so oft gesagt: Laßt fahren alles Gerede gegen eure Mitmenschen, hütet die Zungen, und alle Mitglieder des Liebesbundes sollen sich anschließen an all das, was der Herr mit euch spricht. Damit sind sie alle gemeint. Sie alle sollen wallfahrten gehen, ein Leben führen, wie ihr es führt.

Mehr verlangt der Herr nicht, aber die Sitten vervollkommnen, gegen alles Böse, was in euren Herzen ist, kämpfen, die bösen Wurzeln, die in euren Herzen noch stecken, herausreißen, mit der Wurzel ausreißen. Hütet die Zunge, hütet die Ohren, hütet die Augen, die Sinne. Seid taub, seid stumm, seid blind gegen alles, was die Welt sagt und tut. Geht ruhig dahin, denn ihr sollt heilig werden, heilig sollt ihr werden, meine Kinder.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 5 Seite 462 ff.

 

625 Am 6. Juni 1904

„Ich verlange von allen Liebesbundmitgliedern, daß sie sich recht uneigennützig für die Kirche einsetzen.“

Jesus: „Du aber sage einem jeden der Liebesbundmitglieder, wo du hinkommst, einen recht herzlichen Gruß, und wenn sie Mir Freude machen wollen, sollen sie recht uneigennützig wirken, nicht wie es zwei hier machen, sondern sie sollten ganz in Meine Interessen eingehen und die Eifersucht recht bekämpfen.

Ich verlange von allen Liebesbundmitgliedern, daß sie sich recht uneigennützig für die Kirche einsetzen. Sage N., sie mögen sich nicht so sehr betrüben über den Tod; denn er hat einen siegreichen Kampf gekämpft. Er wolle nicht zurück, wenn er auch könnte. Sie sollten dafür recht dankbar sein, daß Ich ein Glied der Familie so glücklich mache und sollten Meine Interessen recht befördern, besonders sollte N. recht in Meine Interessen eingehen und allen anderen vorangehen und ganz für Mich sorgen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 58 ff.

 

630 Fest der heiligen Magdalena am 22. Juli 1904

Magdalena: „Alle Mitglieder des Liebesbundes, die wissen, wie gut Gott ist und was Er schon alles gewirkt hat in euch, können die euch gegebenen Belehrungen jetzt am besten verwerten, wenn sie mein Beispiel recht nachahmen. Ein jedes Mitglied soll sich in die Magdalena- Höhle zurückziehen, das heißt, in das eigene Herz. Sein Herz soll es sich zu einer Felsenhöhle machen. Da hinein soll es sich immer wieder flüchten und verbergen.

Deshalb warne ich euch, daß ihr euch ja um nichts kümmert. Lasset all die zeitlichen Sorgen und die zu vielen Bekümmernisse, ihr Liebesbundmitglieder, um dieses und jenes. Das alles müßt ihr wie Gassenkot ansehen. Ich sorgte nicht und fragte nicht: Wie wird es dir später ergehen, was mag morgen kommen? Ich suchte jeden Tag, wo ich lebte, all die Versuchungen zu überwinden und meinen Jesus zu lieben, und damit gingen alle Tage herum, und um das andere kümmerte ich mich nicht.
Und so sollt ihr es machen, jedes einzelne Mitglied des Liebesbundes. Das ist für alle gesagt. Diejenigen, die allein und unabhängig für sich sind und welche Gott gesegnet mit zeitlichen Gütern, so daß sie sorgenfrei leben, müssen so leben, als wären sie in der Felsenhöhle und hätten nichts. Das Vermögen müssen sie betrachten, als hätten sie es nur für die Ehre Gottes zu befördern und das Heil der Seelen, wie auch ich alles verlassen mußte, weil es mir weggenommen wurde, um Christus gewinnen zu können.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 66 ff.

 

638 Schutzengelfest am 4. September 1904

„Das ist eine ganze Legion Engel, die Ich eigens zu eurem Dienste bestellt habe, es sind lauter höchste Engel, in die ihr eingeschlossen seid.“

Jesus: „Wohl gibt es feurige Priester und gute Klosterfrauen, aber was nutzt das für die Welt? Beispiele von Menschen in der Welt will Ich haben, und deshalb habe Ich den Liebesbund gegründet. Deshalb sollt ihr mitten unter den Weltmenschen stehen, und in den vielen Gefahren müssen die einzelnen hie und da stehen und jedes in seinem Kreis wirken. Andere begreifen nicht, woher ihr die Kraft nehmt, und sie sagen euch: ,Ihr seid uns unbegreiflich, daß ihr so lebt und kein Vergnügen an der Welt habt, sondern so eine gänzliche Weltverachtung zeigt.’
Das ist eine ganze Legion Engel, die Ich eigens zu eurem Dienste bestellt habe, es sind lauter höchste Engel, in die ihr eingeschlossen seid. Diese dienen euch, sie begleiten euch überall hin und halten die Mitglieder so zusammen und breiten ihre schützenden Fittiche über alle Liebesbundmitglieder, so daß jedes Glied, das sich anschließt, keine Freude mehr hat an der Welt. Das habe Ich so angeordnet und gemacht. Ihr aber sollt unbekümmert sein um alles andere.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 80 ff.

 

641 Am 19. September 1904

„So verlange Ich es, daß eine Gebetsvereinigung gegründet werde, daß man sich mitsammen erbaue und sich gegenseitig ermuntere und eines dem anderen zu Hilfe komme.“

Jesus: „Darum verlange Ich, daß der Stolz verschwinden muß. Der Stolz muß aus dem ganzen Liebesbund schwinden, aus den Geistlichen, den Welt- und Ordensleuten. Keiner darunter soll denken: Ich muß meine Würde wahren, man dürfe das nicht. Welt- und Ordensleute und Priester sollen miteinander in Beziehung treten. Nur, was das Sittengesetz anbelangt, da muß der Priester und Ordensmann sagen können:

,Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?‘ So verlange Ich es, daß eine Gebetsvereinigung gegründet werde, daß man sich mitsammen erbaue und sich gegenseitig ermuntere und eines dem anderen zu Hilfe komme. Ich habe eine große Freude an dem kleinen Häuflein in Aachen, weil eines für alle und alle für eines stehen. Sie erneuern in sich das Leben der ersten Christen. Ich will das Gesetz nicht aufheben, das kann Ich nicht, solange die Welt steht. Allzeit hat es Arme gegeben, aber ihr sollt in christlicher Liebe einander beistehen, besonders im Seelenleben, daß alle einander erbauen und ermuntern, daß die Seelen gerettet werden.
Bei Mir seid ihr alle gleich. Ich will, daß die Verdienste ausgeglichen werden, daß die Ordensleute sich die Verdienste der Weltleute zunutze machen, aber auch die Weltleute sich mit den Verdiensten der Ordensleute vereinigen. So soll die Gebetsarmee gegründet werden.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 85 ff.

 

660 Sonntag am 11. Dezember 1904

„Wißt, daß ihr immer auf Mich schauen sollt, daß Ich euer höchstes Vorbild bin..“

Maria: „Meine Tochter! Du hast Mich gebeten, zum Fest Meiner Unbefleckten Empfängnis ein Wort des Trostes zu hören für alle deine Freundinnen, nicht nur für diejenigen, die eng mit dir verbunden sind, sondern auch für die fernstehenden. Dieses Wort des Trostes will Ich dir sagen: Gehet alle ruhig weiter! Lasse sich keine beirren, wenn manchmal der Weg etwas dunkler wird, und wollet nicht immer getröstet sein. Wißt, daß ihr immer auf Mich schauen sollt, daß Ich euer höchstes Vorbild bin, das Vorbild für alle Jungfrauen, besonders für euch, ihr Mitglieder des Liebesbundes.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 107 ff.

 

662 Fest des hl. Thomas am 21. Dezember 1904

„Ein jedes Mitglied muß sein Ziel bei Mir stecken und Mich nicht aus dem Auge verlieren.“

Jesus: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat Meinem Vater gefallen, dir das Reich zu geben! So habe Ich einst Meinen Aposteln zugerufen, und diese Worte rufe Ich auch euch zu: Fürchte dich nicht, du kleine Herde. Ihr seid diejenigen, die wie Meine Apostel den Weg gehen müssen und sollen, wie Ich ihn gegangen, um durch das Beispiel andere aufzumuntern. Bei Mir muß euer Ziel gesteckt sein. Sage dieses jedem Mitglied des Liebesbundes, daß niemand irre werde auf dem Weg. Ein jedes Mitglied muß sein Ziel bei Mir stecken und Mich nicht aus dem Auge verlieren. Nicht ist das euer Ziel, wie die Wege beschaffen sind, sondern wie Ich euch führe auf den Wegen, die ihr zu wandeln habt, ob die Wege dahinaus kreuzen oder dorthinaus; wenn auch mit dichten Finsternissen bestreut, ist doch der Weg ein lichtheller, klarer, solange ihr euren Blick nicht von Mir abwendet.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 109 ff.

 

663 Am 26. Dezember 1904

„Die ganze Christenheit ist in Meinem Herzen geborgen wie in einem großen Palast, und jeder katholische Christ ist eine Zierde am Bau Meines Herzens.“

Jesus: „Die drei Weihnachtstage lebe noch wie im Advent, zur Sühne für so viele Menschen, die diese Tage entheiligen. Sage allen Liebesbundmitgliedern, daß sie nach jedem Hauptgottesdienst öffentlich das Krippchen besuchen zu Ehren der Verdemütigung, daß Ich Mich würdigte, Mich in eine arme Krippe legen zu lassen, zur Sühne für so viele Menschen, die als Meine katholischen Christen äußerlich in Meinem Herzen eingeschrieben sind, die aber nicht an Mich denken. Die ganze Christenheit ist in Meinem Herzen geborgen wie in einem großen Palast, und jeder katholische Christ ist eine Zierde am Bau Meines Herzens. Bei denen, die Mich verschmähen, die Mich nicht lieben, die kalt und gleichgültig sind, sind die Plätze leer. Die Zierde ist abgefallen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 111 ff.

 

683 Am 25. April 1905

„Daß der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.“

Jesus: „Was Ich Meiner Kirche durch dich mitteilen wollte, habe Ich gesagt. Für was soll Ich dich noch länger unnütz quälen, da Meine Diener jederzeit eine andere Ausrede haben. Ich werde von jetzt an dich im stillen besuchen, ohne daß es anderen auffällt, und dein Trost sein in allen Bedrängnissen dieses Lebens. Laßt kommen, was da kommen will. Nur eines merkt euch: laßt euch nicht sieben, haltet fest zusammen, ihr drei, und wenn alles gegen euch ist. Und sag es allen Liebesbundmitgliedern, daß sie feststehen im Glauben, daß Ich es bin, Der mit dir redet. Denn was Ich gesagt habe, ist und bleibt wahr, daß, wer nicht glauben kann, daß Ich die Menschen aufmerksam machen wollte auf die große Gefahr, die über allen Kindern der katholischen Kirche schwebt, der soll zittern für sich selbst; denn schaut hinüber nach Frankreich. Viele werden jetzt, wo die Stunde der Trübsal gekommen ist, mit hineingeschwemmt in den Strudel des Zeitgeistes, die kurz vorher auch noch glaubten, sie seien gute Katholiken. Denn was Ich gesagt habe, daß der Strom sich auch nach Deutschland herüberwälzen wird, ist und bleibt wahr.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 143 ff.

 

684 Am 1. und 3. Mai 1905

„Deshalb richtet an alle Liebesbundmitglieder die Forderung, daß sie sich, so viel, wie es ihnen möglich ist, von der Welt losreißen und das Entgegengesetzte von dem Leben und Streben der anderen Weltmenschen tun.“

Jesus: „Deshalb richtet an alle Liebesbundmitglieder die Forderung, daß sie sich, so viel, wie es ihnen möglich ist, von der Welt losreißen und das Entgegengesetzte von dem Leben und Streben der anderen Weltmenschen tun. Je mehr die Welt dem Vergnügen und Genießen nachströmt, desto mehr sollt ihr alle, ihr Liebesbundmitglieder, euer einziges Glück nur in Mir suchen und eure ganze Freude.

Keines der Liebesbundmitglieder aber möge sich je seinen geistlichen Vorgesetzten widersetzen, in welcher Pfarrei, Diözese oder welchem Land es auch stehen mag. Keines soll es wagen, sondern immer im Einklang mit ihnen gehen. Sobald der Priester etwas verweigert, sollen sie abstehen und jeder sich fügen in die Anordnungen des Bischofs oder Priesters, aber immer im Auge behalten, daß sie das alles ersetzen können durch die Standhaftigkeit im Glauben und in der Liebe, die ihnen niemand verbieten kann.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 144 ff.

 

685 Am 4. Mai 1905

„Sage ihnen aber, sie sollen sich anschließen an den Liebesbund, an die in der Welt lebenden frommen Christen, die auch nichts anderes suchen als die Ehre Gottes, weil Mein lieber Sohn es wünscht..“

Maria: „Sie soll jeden Abend Meinem lieben Sohn sagen: ‚Lieber Heiland, ich habe getan, was ich konnte. Wenn Du mehr haben willst, mußt du mir mehr Gesundheit geben!‘ Sie soll immer ein heiteres Gemüt pflegen, daß sie gegenseitig sich immer in der Heiterkeit und Freude ermuntern, und mit Freuden Ihm dienen; denn einen freudigen Geber liebt Mein Sohn. Sie sollen nur ruhig weitergehen und nicht so ängstlich sein, denn eine Ordensperson, die sich einmal Meinem lieben Sohn geschenkt, soll alles hinnehmen, was vorkommt in ihrem Beruf und bedenken, daß sie eine geistige Hausfrau ist, die für Ihn arbeitet und sich selbst vergißt, um Seelen zu retten.

Sage ihnen aber, sie sollen sich anschließen an den Liebesbund, an die in der Welt lebenden frommen Christen, die auch nichts anderes suchen als die Ehre Gottes, weil Mein lieber Sohn es wünscht; denn Er hat schon lang gesagt, daß die Ordensleute und frommen Weltleute sich vereinigen zu einem eifrigen Christenleben, weil das Glaubensleben erneuert werden muß. Die gelben Blätter sollen abgeschüttelt werden vom Baum der Kirche und deshalb trachtet, ein grünes Blatt zu sein und kein dürres.
Ihr alle miteinander müßt über die Unannehmlichkeiten weggehen, das muß euch Nebensache sein, und all die Leiden und Widerwärtigkeiten und Vorkommnisse müßt ihr zu den Sühnungsleiden rechnen für die Bekehrung der Welt.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 146 ff.

 

702 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1905

„Das Glöcklein, das jedes Glied in der Hand hatte, bedeutet die heilige Freude, womit all die Seelen wirken. So vergessen sie ihr Kreuz und haben in ihrem Innern immer einen gewissen Trost, den andere nicht haben.“

Jesus: „Alle diejenigen, die die Schriften lesen, genießen die heilige Freude. Das kommt daher: Vor vielen Jahren zeigte Ich Mich dir einmal mit einem langen Kreuz auf dem Rücken, und das Kreuz war so lang, wie Liebesbundmitglieder sich vorfanden und sich darunter stellten, und jedes Glied hatte ein Glöcklein in der Hand. Das war die Vorbedeutung, und Ich wollte damit andeuten: Das lange Kreuz ist Meine jungfräuliche Braut, die Kirche. An die Kirche muß sich jedes Liebesbundmitglied treu halten. Das bedeutete das lange Kreuz, es muß darunterstehen, nämlich unter dem Kreuz, da sie immer meinen, die Liebesbundmitglieder wollten einen sonderbaren Weg gehen. Sie werden immer verschrien, als wollten sie einen Extraweg gehen. Das ist aber gerade das Gegenteil.

Das Glöcklein, das jedes Glied in der Hand hatte, bedeutet die heilige Freude, womit all die Seelen wirken. So vergessen sie ihr Kreuz und haben in ihrem Innern immer einen gewissen Trost, den andere nicht haben. Diese sind es, die die Kirche zum Siege führen, weil sie ganz allein die Verdemütigungen, die auf der Kirche lasten, mitertragen, weil sie von den Vorgesetzten immer angesehen werden, als hätten sie eine übertriebene Frömmigkeit. Und nur auf diesem Weg kann die Kirche wieder zum Sieg geführt werden, auf einem tieflebendigen Glaubensleben. Daß Ich es aber gefügt, daß der Liebesbund jetzt schon soll ausgebreitet werden, habe Ich dadurch angedeutet, daß Ich gesagt: Euch habe Ich an den Wendepunkt gestellt, ihr sollt die Kirche zum Siege führen! Was bedeutet aber ein Wendepunkt für den Wanderer? Ist er unterwegs und sieht er, daß er auf dem Irrweg ist, so sagt er ihm, daß er umkehren, zum früheren Ziel zurückkehren muß.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 172 ff.

 

704 Am 20. August 1905

Jesus: „Alle Liebesbundmitglieder sind geistige Bräute Christi, mögen sie sein, wer sie wollen. Die Liebkosungen hören auf, und es kommt die ernste Zeit des Hauswesens. Nach der Vermählung ist die Frau eingetreten in die Rechte des Mannes und in seine Herrschergewalt; sie darf mitregieren und mitherrschen. So dürfen auch Meine geistigen Bräute mitregieren und mitherrschen. Herrschen sollt ihr über eure bösen Neigungen und bedacht sein auf Meine Interessen, auf die Meiner Kirche.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 177 ff.

 

708 Heilige Ursula am 22. Oktober 1905

„Ich will, daß der Liebesbund sich ausbreite in der ganzen Welt, daß womöglich alle Jungfrauen der ganzen Welt sich anschließen.“

Jesus: „Diese sind die Erstgeborenen, und ihr seid die jüngeren Schwestern. Was diese einstens getan, das müßt ihr jetzt tun, und was diese einst erlangt, das werdet auch ihr erlangen. Ich will, daß der Liebesbund sich ausbreite in der ganzen Welt, daß womöglich alle Jungfrauen der ganzen Welt sich anschließen. Denn er ist das Schifflein der hl. Ursula, womit ihr die Gefahren des Unglaubens der Welt durchschiffen sollt, denn die Gefahren des Unglaubens sind so groß wie zur Zeit der hl. Ursula und noch viel größer, weil die Christen alle miteinander schon angesteckt sind vom Geist des Unglaubens und es noch viel seltener ist, daß noch eine Seele gläubig ist, wie zur Zeit der hl. Ursula.

Das Schifflein der hl. Ursula, womit sie ihren Glauben und ihre Tugend retten wollte, und worin sie die Jungfrauen sammelte, das ist für euch der Liebesbund. Im Liebesbund kann sich Glauben und Unschuld erhalten und retten. Alle die Jungfrauen, die sich anschließen und treu festhalten, Ich verlange ja so wenig, kein Blutvergießen, sondern nur ein sittenreines Leben, sind alle gerettet, und das sind die Seelen, durch deren Gebet und Beispiel und fromme Übungen die Kirche emporkommt. Deshalb wünschte Ich, daß man in der ganzen Welt davon wüßte, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 186 ff.

 

711 Allerheiligen 1905

Jesus: „Diese alle gingen keinen anderen Weg. Er ist derselbe. Diejenigen, die hinausziehen in die Missionen, um die Heiden zu bekehren, müssen dort ihr Heil wirken und arbeiten für Gott, und diejenigen, die Er so hineingestellt wie euch, das ist eins und hat ein und dieselbe Bestimmung. Ihr alle miteinander, ihr Liebesbundmitglieder, die ihr dabei steht, ihr müßt die Krone euch aufsetzen durch euren Glauben, ihr müßt sagen: Ich glaube, ich glaube!“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 191 ff.

 

715 Am 9. bis 15. November 1905

Jesus: „Deshalb sollen sich die Liebesbundmitglieder unter das Kreuz stellen, was Ich schon oft gezeigt, und allen, die sich fest angeschlossen, gebe Ich von Zeit zu Zeit die Gnade, einen Tropfen aus dem Kelch Meines Leidens trinken zu dürfen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 196 ff.

 

731 Brief Barbara an Beichtvater vom 6. Jan. 1906

„Und je mehr sich unter dieses eucharistische Kreuz stellten, desto bälder und um so glänzender werde der Sieg der Kirche sein.“

Jesus: „Jedes Mitglied solle am Morgen die gute Meinung machen, sein von Gott ihm auferlegtes Kreuz mit Ergebung zu tragen in Vereinigung mit den Leiden Seiner heiligen Kirche. Mit dieser guten Meinung stelle man sich täglich unter das schwere Kreuz, das Seine heilige Kirche schleppe. Und je mehr sich unter dieses eucharistische Kreuz stellten, desto bälder und um so glänzender werde der Sieg der Kirche sein. Die Leiden, die Er jedem zugeschickt, zu vereinigen mit den Leiden Seiner Kirche, sei ein Akt der selbstlosesten Liebe zu Ihm und Seiner Kirche und man könne auf diesem Wege ein Märtyrer der Liebe werden.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 222 ff.

 

746 Am 15. März 1906

„Denn die Gründung des allergrößten Werkes, die Erlösung des Menschengeschlechtes, stehe auf keinem anderen und habe nur einen Weg, den Kreuzweg.“

Jesus: So war es in der ersten Kirche zur Zeit der Apostel. Dort gab es Reiche und Arme, wie im Liebesbund auch. Und so wie damals alle nebeneinander glücklich waren, weil ihre Gesinnungen zusammen harmonierten und in Gott, ihrem höchsten Ziel, gipfelten, so muß es bei euch sein. Es darf kein Unterschied bestehen. Alle, alle, wo Ich sie auch hingestellt habe, sollen sich beteiligen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 222 ff.

 

747 Am 18. März 1906

„Eure Parole sei: Jedes Mitglied nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach.“

Barbara: „Denn die Gründung des allergrößten Werkes, die Erlösung des Menschengeschlechtes, stehe auf keinem anderen und habe nur einen Weg, den Kreuzweg. Deswegen lasse Er solche Schwierigkeiten kommen, um diejenigen zu läutern und zu reinigen von der Eigenliebe, die Er Sich erwählt habe, für das Wohl Seiner Kirche zu arbeiten. Da müsse das Herz gereinigt sein von der Selbstsucht.

Ein solches Werk soll auch der Liebesbund sein, der mehr ein Verein des Gebetes und anderer Gott wohlgefälliger Werke der Frömmigkeit sein soll. Er soll beitragen zur Förderung und Erhöhung des Sieges Seiner Kirche über den Unglauben der neueren Zeit. Darum muß er auf dem Fundament tiefer innerer Verdemütigung und Selbsterniedrigung aufgebaut werden.“

Jesus: „Und Ich betone noch einmal, was Ich gestern dir gesagt habe: Jedes Mitglied muß ein treues, anhängliches Mitglied der heiligen katholischen Kirche sein, sei es im Kloster, sei es in der Welt, Priester oder Laie, verehelicht oder nicht. Jedes soll den Posten gut ausfüllen, an den Ich ihn gestellt habe. Dieses soll den Damm bilden, den Ich dem Zeitgeist entgegenstellen will. Da gibt es keinen Vorzug als den: Sich auszuzeichnen in der Geduld bei den Leiden und Widerwärtigkeiten; der Sanftmut bei Kränkungen, sei es von Vorgesetzten oder seinesgleichen oder von denen, mit welchen ihr aufs innigste verbunden seid; der Demut, indem ihr eure einzige Ehre dareinsetzt, für nichts in dieser Welt geachtet zu sein, damit Gottes Ehre überall unter Meinen Kindern gefördert werde. Eure Parole sei: Jedes Mitglied nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 249 ff.

 

748 Fest des heiligen Josef am 19. März 1906

„Alle, die sich anschließen an den Liebesbund, sollen von dem schlechten Zeitgeist unberührt bleiben, weil die Liebesbundmitglieder gehalten sind, öfter zu kommunizieren.“

Jesus: „Es ist so, Meine Tochter! Und weil du die Leiden nicht verschmäht, hast du Gewalt über Mein Herz. Allen, die sich dir angeschlossen, sollen die Worte, die Ich mit dir rede, zum Troste gesprochen sein, denn noch nie, seit Ich zu Meinem Vater zurückgekehrt bin, habe Ich die Menschen so inbrünstig gebeten, doch die Worte zu beachten: ,Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid’, als Ich es hier tue.

Sonst, wenn Ich Mich offenbarte, waren die Werkzeuge, deren Ich Mich bediente, heilige Menschen. Aber hier bediene Ich Mich eines so unvollkommenen Werkzeuges. Einzig und allein, weil Ich dadurch zeigen will, warum Ich Mich so tief erniedrigte, um als kleines, unscheinbares Brot unter Meinen Geschöpfen zu verweilen, um zu ihnen kommen zu können, um Mich ihnen mitteilen zu können und um ihnen alle Furcht zu nehmen. Kein Mensch hat eine Entschuldigung. Darum sagte Ich schon vor mehreren Jahren: Alle, die sich anschließen an den Liebesbund, sollen von dem schlechten Zeitgeist unberührt bleiben, weil die Liebesbundmitglieder gehalten sind, öfter zu kommunizieren.
Im stillen soll sich der Liebesbund ausbreiten, im verborgenen wirken, und verschmäht und verachtet, wie ihr himmlischer Bräutigam, treu zur heiligen Kirche stehen. Und einmal werdet ihr alle sehen, daß dieses verachtete und verschmähte Pflänzlein dem Garten der Kirche auch eine schöne Zierde abgibt.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 251 ff.

 

750 Am 24. März 1906

„Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eine Gesellschaft von Christen seien, die sich in den Armen Meiner Vorsehung selbst vergessen, um für ihre Mitmenschen zu leiden, zu beten und zu sühnen..“

Barbara: Heute, als ich zur heiligen Beichte mich vorbereitete und während der heiligen Messe recht inständig zum Herrn gefleht hatte, ob ich mich nicht anzuklagen hätte, gegen den Gehorsam gefehlt zu haben, hörte ich in mir deutlich die Worte:

Jesus: „Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eine Gesellschaft von Christen seien, die sich in den Armen Meiner Vorsehung selbst vergessen, um für ihre Mitmenschen zu leiden, zu beten und zu sühnen und auf diese Weise sich selbst heiligen und die Kirche unterstützen, um auf diese Weise anderen zu nützen. Ob du das darfst, brauchst du nicht zu fragen. Dieses ist keine Sünde gegen den Gehorsam, weder der Gebote Gottes noch gegen die Kirche.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 256 ff.

 

751 Fest Mariä Verkündigung am 25. März 1906

„Und Ich will sie beschützen, auch wenn alles sich auflöste und in Trümmer ginge.“

Barbara: Am Feste Mariä Verkündigung gab mir der Herr die tröstliche Versicherung:

Jesus: „Alle aber, die sich an euch anschließen, sind und gehören zu den treuesten Kindern Meines Herzens, und Ich verspreche ihnen, wenn sie ausharren und stehenbleiben im Liebesbund, sie unberührt bleiben werden von dem schlechten Zeitgeist. Und Ich will sie beschützen, auch wenn alles sich auflöste und in Trümmer ginge.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 257 ff.

 

754 Ostersonntag am 15. April 1906

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu vervollkommnen.“

Jesus: „Dieses ist der Grund, warum Ich so viel mit dir rede. Niemand braucht sich vor Mir zu fürchten, denn für alle Menschen bin Ich da in eurer Mitte geblieben, und die den Liebesbund ausbreiten, erfüllen nur Meinen Willen. Niemand hat eine Entschuldigung, weder Priester noch Ordensfrau, Dienstmagd oder Ehefrau, denn hier rufe Ich allen zu, wie Ich einst den Juden gesagt habe: Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu vervollkommnen. So sage Ich auch hier zu allen, die Mir einwenden wollen: ‚Wir haben unsere Ordensregel, wir haben unsere Standes- und Berufspflichten zu erfüllen.‘ Ja, das sollst du auch als Mitglied des Liebesbundes. Nur der Stolz ist es, der solche Ausreden erfindet. Denn gleichwie Harmonie und Ordnung in dem zeitlichen Bestehen der menschlichen Gesellschaft nur da bestehen kann, wo jeder den Posten, auf den er gestellt ist, ausfüllt, und der auf dem Throne sitzt anerkennt, daß der arme Bauersmann oder Straßenkehrer gerade so notwendig sind, um das Wohl der gesamten Gesellschaft zu fördern wie er, so ist es auch im Reiche der Gnade und der Kirche.

Das Gebet des armen Dienstmädchens, die Tränen der gedrückten Ehefrau, die Opfer einer Jungfrau in der Welt, müssen mit dem Gebetsleben der Ordensleute vereinigt, den Vorstehern Meiner Kirche, eines wie das andere gleichbedeutend, wert- und nutzbringend sein für das Gedeihen des Friedens in Meiner Kirche. Das Band der Liebe, das aus Meinem Herzen entspringt, soll in gleicher Weise alle umschlingen, denn der Liebesbund soll nichts anderes sein, als daß jedes Mitglied seine Gebete, seine Leiden und Verdienste zu einem Gesamtgut aller macht. Und in dem Gebete, das die Mitglieder jeden Tag verrichten sollen: ‚Geh hin, mein heiliger Schutzengel ...’ fließen die Verdienste des einzelnen Tag für Tag zusammen in den Schatz der heiligen Kirche.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 260 ff.

 

757 Am 30. April 1906

„Aber Meine Kirche ist und bleibt bestehen, und wenn alle ihre Kinder sie verlassen bis auf drei. Dann will Ich mit diesen dreien die Macht der Hölle besiegen.“

Jesus: „Damit aber die Mitglieder des Liebesbundes vor dieser Gefahr bewahrt bleiben, müssen sie auch tun, was Ich ihnen angeraten habe, nämlich sich flüchten unter den Schutzmantel Meiner heiligen Mutter. Der Mantel Meiner heiligen Mutter bedeutet aber für euch nichts anderes, als ihren Tugendbeispielen nachfolgen. Wo Ehre zu ernten war, da findet ihr Sie nicht, aber unter dem Kreuz, da findet ihr Sie. Jetzt, wo Meine heilige katholische Kirche so bedrängt ist, da müssen sich viele Seelen finden, die das Beispiel Meiner heiligen Mutter nachahmen, nämlich das ihnen auferlegte Kreuz in Vereinigung mit den Leiden Meiner heiligen Kirche tragen, so wie Meine Mutter Mein Kreuz tragen half, indem Sie Mich begleitete. Jetzt kommt der Maienmonat. Tue es allen Mitgliedern zu wissen, daß nur dann die Verheißungen an jedem einzelnen sich erfüllen, wenn sie Meine Mutter ehren und Ihrem Beispiel folgen, nämlich ihre Leiden Tag für Tag vereinigen mit den Leiden Meiner Kirche.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 266 ff.

 

760 In Aachen am 18. Mai 1906

„Alle, die Ich dir zuführen werde, gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens, und es ist nur ihr Eifer anzufachen und ihre Liebe zu Mir zu entflammen; denn der Liebesbund soll der Gegensatz sein vom Freimaurerbund.“

Jesus: „Beunruhige dich nicht, denn Ich bin es, Der dich hierher geführt, daß du alle die Seelen bestärkest und ermunterst. Beunruhige dich auch deshalb nicht, daß du dich so offen ausgesprochen hast. Denn alle diejenigen, welche die Worte hören, werden zur Liebe entflammt und ihr Eifer vermehrt, denn es sind ja alle die liebsten Kinder Meines Herzens, wie Ich dir schon längst gesagt habe. Alle, die Ich dir zuführen werde, gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens, und es ist nur ihr Eifer anzufachen und ihre Liebe zu Mir zu entflammen; denn der Liebesbund soll der Gegensatz sein vom Freimaurerbund. Wie diese dem Einfluß Satans folgen und in ihren Vereinigungen Christus und Sein Reich zu zerstören trachten, so will Ich, daß ihr euch unterhaltet in gegenseitiger Liebe, um Mein Reich zu fördern und den Glauben aufs neue zu beleben. Und das geschieht hier, indem Ich die Guten alle sammeln will zu einem Bund.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 270 ff.

 

762 Am 20. und 21. Mai 1906

„Ich kann keine Leiden mehr erdulden, weil Ich im heiligsten Sakrament nur im Zustand der Verklärung bin.“

Jesus: „Ich kann keine Leiden mehr erdulden, weil Ich im heiligsten Sakrament nur im Zustand der Verklärung bin, und da muß Ich Mich an Meine treuen Kinder wenden. Das schreckliche Übel, das eingedrungen ist in die Welt, kostet noch vielen, vielen Kampf, bis Ich Mich mit der Menschheit wieder versöhnen kann. Es müssen sich überall Seelen einsetzen, damit Ich die Bosheit der Menschheit überbrücken kann. Deswegen will Ich den Liebesbund ausgebreitet haben, weil nur die treuen Seelen noch mit Mir verbunden sind, und durch die treuen Seelen kommt es, daß die Kirche sich wieder hebt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 273 ff.

 

764 Am 25. Mai 1906

„Ich habe große Freude an den Liebesbundmitgliedern, weil hier wenig gesprochen wird über andere und dann nur die Hauptsache, um einander aufzuklären, aber man spricht nicht ein zweites Mal davon.“

Jesus: „Alle Gnadenmittel sind dazu bestimmt, den Menschen zur Heiligkeit zu bringen. Wo das Leben gut ist, da bin Ich zufrieden, das ist die Hauptsache. Sie ist die richtige Person für den Liebesbund. Sie soll sich Mühe geben, wo sie Seelen finden kann und sie Mir herbeiziehen, aber auch hie und da walten wie eine Ordensfrau, die ab- und zugeben kann wie eine Vorsteherin. Ich habe große Freude an den Liebesbundmitgliedern, weil hier wenig gesprochen wird über andere und dann nur die Hauptsache, um einander aufzuklären, aber man spricht nicht ein zweites Mal davon.

So will Ich es auch in N. haben. Die Mitglieder sollen einander ertragen, und ihr sollt nicht ängstlich sein, wenn ihr Schwächen seht. Das muß sein, und sie müssen ertragen werden, wie Ich die Fehler Meiner Apostel ertrug, und dann überlaßt Mir alles. N. soll ihre Zweifel ablegen, ob das auch wahr sein könne, was ihr in der letzten Zeit mitgeteilt worden ist. Sie soll überdenken, daß sie Klosterfrau ist, und daß die Aufgabe einer solchen ist, sich unter den Gehorsam ihrer Oberin zu stellen, daß sie nur zu folgen hat, und wenn es Mir gefällt, tue Ich es ihr kund durch ihre Oberin, ob sie wieder nach N. komme. Sie kommt noch einmal hin, aber jetzt nicht. Sie soll erst ihren Eigenwillen ablegen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 279 ff.

 

774 Am 10. Juli 1906

„Siehe, das ist der Ehrenvorzug aller treuen Mitglieder des Liebesbundes, daß sie sich, mögen sie im Ordensstand leben oder mitten in den Gefahren der Welt, betrachten sollen als Schlachtopfer Meiner göttlichen Liebe.“

Jesus: „Das Menschengeschlecht ist am Absterben und hat nicht mehr in sich die Kraft, schwere Bußen, wie es das Fasten ist, zu üben, und Ich will nicht, daß Meine Diener von der Kanzel herab dies für Verweichlichung hinstellen und fromme Seelen damit ängstigen. Zweitens bist du ein Schlachtopfer Meiner göttlichen Liebe, und wenn Ich von einer Seele, die Mich liebt, ein Opfer verlange, das sie am schmerzlichsten empfindet, dann ist es das, daß Ich Mich von ihr zurückziehe, daß Ich sie verlasse. Siehe, das ist der Ehrenvorzug aller treuen Mitglieder des Liebesbundes, daß sie sich, mögen sie im Ordensstand leben oder mitten in den Gefahren der Welt, betrachten sollen als Schlachtopfer Meiner göttlichen Liebe.

Man sagt im gewöhnlichen Leben, dieser oder jener habe sich geopfert für seine Familie. So sind die Liebesbundmitglieder Opfer geworden für Meine große Familie, für die heilige katholische Kirche. Pater Ludwig (langjähriger Seelenführer von B.W. die Red.) ist ein Schlachtopfer geworden. Er hat sich geopfert für Meine Interessen. Sage dem belgischen Dominikaner-Pater, er möge tun, was er sich vorgenommen habe; denn dazu habe Ich Mich der Menschheit in diesen letzten Zeiten durch dich, arme Kleine, geoffenbart.
Er soll es in Belgien und Frankreich verbreiten, aber so wie durchs Hinterpförtchen, weil Ich Meine Gewalt abgetreten habe an Meine Diener und das Domkapitel in Mainz die Erlaubnis, das heißt die Bestätigung, noch nicht gegeben hat. Aber Ich will, daß man es überall Meinem armen Volk verkünde, wie nah Ich ihm bin. Und mit welchem Mitleid die triumphierende Kirche auf euch, die ihr diesen furchtbaren Kampf als Glieder der streitenden Kirche zu führen habt gegen die Mächte der Finsternis, herabsieht, könnt und müßt ihr daran erkennen, daß Meine Mutter, die für die Ihrigen das größte Mitleid hat, schon vor fünfzig Jahren geweint hat bei Bernadette in Frankreich.
Siehe, das ist das Licht des Glaubens, in dem er und alle diejenigen wandeln, die sich anschließen an den Liebesbund. Ihr Glaube ist ein kindlicher, und ihre Herzen sind noch unberührt von dem unglücklichen Zeitgeist, wovon alles zerfressen ist. Man soll in all den Ländern, wo die Kirche so sehr unterdrückt und verfolgt wird, um so freudiger seinen Glauben bekennen und durch dieses offene, freie Bekenntnis ein Schlachtopfer der göttlichen Liebe werden für seine Mitmenschen.
Alle sollen sich flüchten unter den Schutz Marias, Meiner heiligen Mutter. Sie hat nicht umsonst mit Tränen in Lourdes gesagt: ,Mein Sohn wünscht, daß man hierher im Pilgerzug kommen soll!‘“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 296 ff.

 

779 Am 24. Juli 1906

„Es müssen Seelen sich vereinigen, die das Gegenteil tun von dem, was die gottlose Welt tut.“

Jesus: „Denn die Aufgabe des Liebesbundes ist, daß die Mitglieder sollen in kindlich-demütigem Glauben ein sündenreines Leben führen, Ihn oft in der heiligen Kommunion empfangen, und der jungfräuliche Stand soll durch den Liebesbund mehr gehoben und gepflegt werden.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 305 ff.

 

781 Fest der heiligen Anna am 26. Juli 1906

„Die Liebe ist es, die euch das Dasein gab, und wer diese Liebe zu erwidern versteht, der hat seine ganze Lebensaufgabe erfüllt.“

Jesus: „Deswegen, wenn du Mich fragst, was ihr tun sollt, um etwas beizutragen, daß die gottlose Welt Mich wieder erkenne, dann sage Ich dir: Tut, was Ich euch angebe! Dies ist ja der einzige Zweck des Liebesbundes, warum Ich den Liebesbund gegründet, damit die guten, treuen Seelen wie ein schützendes Dach die Arme ihres Gebetes ausspannen über alle Menschen, besonders über diejenigen, die am meisten in Gefahr sind, verlorenzugehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 308 ff.

 

785 Priesterweihe am 12. August 1906

„Denn der Liebesbund hat ja die Aufgabe, die ganze Welt in Christus zu erneuern.“

Jesus: „Das Priestertum allein kann nicht mehr viel ausrichten, weil die Menschen sie nicht hören. Sie gehen ja in keine Predigt mehr. Es muß viel geopfert, viel gelitten und viel gebetet werden. Längst schon wäre auch der Zorn Meines Vaters über Deutschland hereingebrochen, wenn du nicht um so viel Mich anbettelst und nicht so viele treue Seelen sich vereinigten, um durch Gebet und Sühne Meinem Herzen Gewalt anzutun. Die geraubte Ehre Meines Vaters verlangt Ersatz und Sühne. Darum sollen die Wallfahrten, welche die ungläubige Welt durchaus ungern sieht, aber auch nur im Geiste der Buße gemacht werden. Damit bricht das gläubige Volk dem Unglauben die Spitze ab.

Und Ich verspreche euch, sooft ihr wallfahrten geht und mit den Armen eures Gebetes die ganze Welt umfaßt, um für die geraubte Ehre Meines Vaters Genugtuung zu leisten, Anteil an allen heiligen Meßopfern, die an selbigem Tage gelesen werden, Anteil an allen verdienstlichen Werken der Missionare und Ordensleute habt. Denn der Liebesbund hat ja die Aufgabe, die ganze Welt in Christus zu erneuern, und darum sollen die Guten zu noch größerem Eifer angespornt, die Lauen aufgerüttelt und die Sünder zur Buße geweckt und ermahnt werden durch solche Wallfahrtsgänge.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 319 ff.

 

798 Am 8. bis 20. Dezember 1906

Jesus am 8. Dezember 1906: „Es ist jetzt die Zeit gekommen, wo das
Gebet der Gerechten die Wolken nicht mehr durchdringt, wie Ich in der Information an die Bischöfe gesagt habe. Die Sünden mehren sich und rufen die göttlichen Strafgerichte herab. Aber, ihr Liebesbundmitglieder, betet doch weiter. Seht nicht rechts und nicht links, sondern tröstet Mich jetzt wie gute, brave Töchter und verlangt nicht immer getröstet zu sein. Kümmert euch um nichts, sondern geht still und ruhig eure Wege, bekümmert euch nur um den Fortschritt eurer Seele. Kümmert euch nicht um das Gerede der Menschen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 338 ff.

 

799 Weihnachtsfest am 25. Dezember 1906

Maria: „Mein Sohn ist verkannt, ist hinausgestoßen von Seinen Kindern wie von den Bethlehemiten, hinaus in einen elenden Stall. Deswegen komme Ich, um euch aufzurichten. Ihr, Meine Kinder, haltet fest stand in all den Trübsalen. Laßt euch nicht beeinflussen von dem gottlosen Weltgeist, dem Geist des Antichrist. Sagt es allen Meinen Kindern, den Bräuten Meines Sohnes; denn alle die treuen Liebesbundmitglieder, mögen sie stehen in der weiten Welt, wo sie wollen, im Kloster oder im Ehestand oder als Jungfrau in der Welt, sind Bräute Meines Sohnes. Sie müssen die Last des Hauswesens tragen. Darum werdet nicht irre, wenn Finsternis euer Herz beklemmt, wenn ihr nicht wißt, woher es kommt und wo der Weg hinaus soll, weil er ganz verstellt und verdunkelt ist, so daß ihr keinen Ausweg mehr zu finden hofft. Ihr müßt verdienen, Seelen retten, Kinder der heiligen Kirche gewinnen; denn gar so viele sind abgefallen von Meinem Sohne, von dem Glauben an Ihn.“

Maria: „Der Liebesbund muß auch geprüft werden, er muß alle Prüfungen bestehen. Bei denjenigen, die sich sieben lassen wollen, war es kein fester Ernst, denn der Liebesbund soll eine Gebetsarmee sein und wie so viele, die alles aufbieten, um diese Gebetsarmee zustande zu bringen, wie der heilige Vater in Rom auf jedes gute Werk und Gebet einen Ablaß legt, nur um diesen Gebetskreuzzug zu fördern, dieses ist nichts anderes als der Liebesbund. Der Liebesbund ist der erste Gebetskreuzzug, und er soll durch die ganze Welt gehen. Wer da irre werden will, wenn scheinbar nicht etwas nach den Launen der Menschen zutrifft, der war nicht fest begründet.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 339 ff.

 

808 Am 15. Februar 1907

„So ist der Liebesbund die Krone aller Vereinigungen.“

Jesus: „Ich habe dir Meine Dienerin geschickt zum Troste, um dir zu zeigen, was durch den Liebesbund bewirkt wird. Die Krone, die du sahst, das ist der Liebesbund, der sich nur aufbaut auf Tugenden und guten Werken. Wenn ein Kaiser einzieht in seine Stadt, so errichtet man ihm Triumphbogen und dazu braucht man nebst dem Gerüst, dem Stamm und den Stangen Gesträuche und Blattwerk und Blumen. Ihr seid das Gerüst, worauf sich die guten Werke aufbauen. Um den König aber besonders zu ehren, setzt man auf den Triumphbogen an dem Portal, wo er einzieht, eine eigene verzierte Krone auf. So ist der Liebesbund die Krone aller Vereinigungen, die man ins Leben ruft und die darauf abzielen sollen, die Menschen zum Besseren überzuleiten, sie zum Guten anzuleiten und die Kirche zur Blüte zu bringen. Alle diese Vereinigungen sind vielfach zu verweltlicht. Der Liebesbund aber befördert alle seine Mitglieder in der Ausübung guter Werke und ist nur aufgebaut von innig frommen Seelen auf Tugenden; denn alle streben nur nach Selbstverleugnung und Abtötung, zu denen sie der Liebesbund anleitet. Dies wollte Ich dir zeigen durch die Krone, die Ich dir zeigen ließ. Meine Kirche gleicht sich immer aus. Es gibt viele Christen, die dasselbe Tugendleben geführt haben wie die Seligen, aber der Welt verborgen geblieben sind, und wovon nichts ans Tageslicht dringt. Ich bin aber ein gerechter Gott und Meine Kirche ist immer ein und dieselbe, die leidende, streitende und triumphierende. Was die streitende Kirche versäumt, ersetzt die triumphierende Kirche doppelt. Der Glanz einer Seele strahlt heller an denen, die auf der Welt verborgen waren, als an denen, die schon auf der Welt glänzten und auch drüben.

Weil Meine Diener Mein Werk nicht befördern, habe Ich hier zu den Wahlen Meinen Segen nicht gegeben wie anderwärts, wo Mein Geist hin dringt.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 355 ff.

 

810 Am 1. März 1907

„Noch viel inniger als das Band der Ehe ist eure Verbindung durch die Vereinigung mit Mir.“

Jesus: „Ich stelle Mich Meinen Dienern nach. Weil euer Bischof nicht will, daß etwas hinausdringen soll, so sollt ihr nichts mehr hinausgelangen lassen. Aber für euch bin Ich kein verborgener Gott. Ihr sollt einen Leib bilden, so einig sollt ihr miteinander sein, noch viel inniger als das Band der Ehe ist eure Verbindung durch die Vereinigung mit Mir. Das Band der Ehe steht einem Band, das zwischen Mir geknüpft ist, bei weitem nicht gleich, obwohl die Ehe auch im Plane Gottes eingesetzt ist zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes; aber ausgeschlossen ist die sinnliche Begierde, die Gott nicht will. Weil aber bei den meisten Ehen die Sinnlichkeit der Grund des Eheschließens ist, so gleicht das Band nicht im entferntesten dem Band, das Ich eingehe mit einer Seele wie bei Ordensleuten.

Später werdet ihr es erfahren, welche Bedeutung es hat, daß Ich Mich geoffenbart, und wie groß Ich in dem Werk erscheine. Darum sollt ihr euch nicht ängstigen und nicht kümmern um all das, was kommt, sondern ruhig eure Wege weitermachen, was Ich euch angebe, und alle, die sich anschließen, sind darin einbegriffen, denn mit allen habe Ich den Bund geschlossen. Geht, sobald es die Witterung erlaubt, zusammen wallfahrten, damit die Welt sehe, wie einig ihr seid und wie fest ihr zusammenhaltet, und daß euch nichts abbringen kann.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 357 ff.

 

815 Am 2. April 1907

Jesus: „Ja, es ist wahr, aber die Verheißungen, die Ich dem Liebesbund gemacht, sind an Bedingungen geknüpft. Um ihrer teilhaftig zu werden, muß man danach leben und sich darauf vorbereiten. Gleichwie die Erbsünde an jedem Menschen haftet, so haften auch die Schatten der Sünde, die in der Verwandtschaft begangen werden, auf jedem Mitglied der Familie. Solange die Unordnung herrscht, wo sie mitten heraus starb, ruht der Schatten auf ihr. Die Familie kann ihr am besten helfen, wenn sie ein recht ordentliches christliches Leben führen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 362 ff.

 

824 Kreuzauffindung am 3. Mai 1907

Jesus: „Ich verbiete unter euch die ketzerische Einbildung, man brauche nur Mitglied eines Vereins oder Bundes zu sein und könne tun, was man will. Diese täuschen sich sehr. Große Verheißungen gab Ich seinerzeit dem hl. Franziskus für seine Brüder, und doch gibt es genug solche, denen weder das Kleid noch die Klostermauern diese Verheißungen zugänglich machen. So auch der Liebesbund. Wenn Ich dir aber die schenken will, für die du bittest, müßt ihr morgen früh eine Wallfahrt nach Marienborn machen, nicht scheuend die Witterung.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 374 ff.

 

833 Am 29. Mai 1907

„Ich zähle nicht, Ich wäge nicht, Ich verzeihe, und die Güte Meines Herzens ist so groß, Ich rechne nur mit der Liebe.“

Barbara: Als ich von der Kommunionbank zurückkam, war ich von der achttägigen Krankheit so matt und schwach, aber noch ehe ich niederkniete, sprach der Herr schon so überzeugend, daß ich denken mußte, es ist der Herr:

Jesus: „Ängstige dich nicht wegen deiner sonderbaren Krankheit, die vergeht wieder, wie die Zeit vorüber ist, denn du sollst wissen, daß du mitfühlen mußt, und ihr alle, daß ihr mitfühlen müßt die Leiden Meines mystischen Leibes, denn die Kirche feiert in dieser Zeit das Fest Meines heiligen Fronleichnams, das ist das Fest Meines Fleisches und Blutes, und das wird von Millionen von Menschen zertreten. Da muß es Glieder Meines Leibes geben, die das mitfühlen. Daß du dein Blut in beständiger Wallung fühlst, das ist nur das Mitgefühl von Meinen Leiden.“

Barbara: „O Herr, ist es denn möglich, daß Du, der große Gott Himmels und der Erde, zufrieden sein kannst mit solchen Geschöpfen, wie wir sind, mit all den Unvollkommenheiten, die wir an uns haben?“ Darauf sagte der Herr so beruhigend und lieb:

Jesus: „Recht hast du schon, erwecke nur einen Akt der vollkommenen Reue. Es ist wahr, Ich habe vieles an euch zu rügen, aber wo soll Ich Mich hinwenden? Ich zähle nicht, Ich wäge nicht, Ich verzeihe, und die Güte Meines Herzens ist so groß, Ich rechne nur mit der Liebe. Die Liebe hat euch Menschen in das Dasein gerufen, und um geliebt zu werden, habe Ich euch erschaffen. So sind alle Menschen, wie ihr seid. Wo soll Ich Mich also hinwenden? Ich verlange von euch eine tiefe Demut, daß ihr euch immer recht verdemütigt. Und jetzt glaube, was Ich dir sage: Sage es allen Meinen Dienern und Dienerinnen, die mit euch in Verbindung stehen, daß das, was Ich dir gestern abend in der Maria- Andacht gezeigt habe, Ich dir heute abend wieder sage, daß dies der Damm ist, den Ich bilden will mit dem Menschengeschlecht. Seid nicht so engherzig und so kleingläubig. Erweitert eure Herzen, wenn ihr auch nichts erfahrt und die Sicherheit von keinem Priester kommt. Ihr erfahrt es von der Kanzel und vom Heiligen Vater, daß die ganze Christenheit zum Gebet aufgefordert wird. Das muß euch genügen. Es ist mit dem Gebet der Gerechten, wie Ich dir gestern abend gezeigt habe, wie wenn ein Haus in Flammen steht und die Feuerwehr stellt sich ringsherum und gießt Wasser in die Flammen. Ist das Haus auch nicht zu retten, so dämmen sie doch das Feuer ein, und es bricht in seinem Herd zusammen. So ist es, wenn viele gerechte Seelen den Zorn Gottes zu beschwichtigen suchen. Lassen diejenigen, die den Zorn Gottes heraufbeschworen, sich auch nicht mehr retten, so werden doch wenigstens diejenigen gerettet, die sich noch retten lassen wollen, und das Feuer der Leidenschaft kann nicht mehr weiter um sich greifen, um auch andere Seelen zu verführen.
So ist es mit dem Werk. Wer sich anschließt und auf Meine Stimme achtet, der läßt sich von dem Feuer der Leidenschaft, welches Satan angeblasen hat, nicht ergreifen; er bleibt unberührt davon. Auch diejenigen, welche dasselbe anstreben wie ihr, sind unbewußt dabei. Nur diejenigen, die hartnäckig sagen: ‚Ich glaube an übernatürliche Dinge nicht, ich lebe fromm und mache es, wie ich will‘, die rechne Ich nicht zu dem Werk, weil ein Akt des Glaubens dabei sein muß, der Glaube, daß Ich es angegeben, daß das heiligste Sakrament verherrlicht werden und dadurch die Menschheit gerettet werden soll.
Das habe Ich durch euch angeregt, und wer sich aus Eigensinn und Bosheit entzieht, ist nicht mit einbegriffen und hat die Gnade nicht. Seid nicht ängstlich, wenn auch Pater Ludwig nicht dabei ist. Ihr seid im Rahmen der Kirche und befolgt das, was die Kirche befolgen soll, um das Feuer der Leidenschaft zurückzudämmen, welches die Hölle angeblasen hat und wozu sie all ihre Helfershelfer Tag und Nacht anstachelt. Durch das Gebet wird es zurückgedämmt, wie bei einem großen Brand, wenn sich die Feuerwehr darumstellt und fortwährend Wasser hineingießt. Wenn auch die Gegenstände vernichtet werden, das Feuer kann nicht fortschreiten. So ist es mit dem fortwährenden Gebet der Gerechten.
Sie dämpfen fortwährend die Bosheit der Hölle und der Leidenschaften ein; sie können nicht, wie sie wollen, sie sind gehalten. Daher sind sie nicht so kühn wie in früheren Zeiten. Schreibt den Klosterfrauen, wer noch nicht dabei ist, soll sich dazu tun. O könnte Ich alle Ordensleute und Priester sammeln bis hinauf zum Stuhl Petri und herab zur letzten Ehefrau oder Jungfrau in der Welt, die Mich noch zu lieben suchen im Liebesbund, damit durch die ganze Welt, bis hinauf zum Throne Meines Vaters, nur eine Stimme erschalle: ‚Verschone, o Herr, Dein Volk‘, und ‚O Herz Jesu, wir wollen Dich trösten und lieben für alle, die Dich betrüben und nicht lieben!‘ Sage Meiner Tochter, sie möge sich umsehen nach einer klugen, demütigen Nachfolgerin, die es verstehe, den Frieden und die Einigkeit zu wahren unter den Schwestern, denn Ich werde sie bald abrufen und an der Goldenen Pforte ihr entgegenkommen mit all den jubelnden Schwestern, die ihr vorausgeeilt und Mich schauen, wie Ich bin. Sie brauche nicht ängstlich zu sein. Durch das vereinigte Gebet wird Mir immer Ersatz und Sühne geleistet. Die Katholiken scharen sich zusammen, mag der Feind toben und wüten, er kann nichts machen. Ich habe schon oft bei dir Zeugnis gegeben, was die Macht des Gebetes und eines Löwenmutes vermag bei deinen Vorgesetzten, wie Ich dich an der Hand genommen und aus ihrer Mitte herausgenommen und vogelfrei hingestellt, und wenn es nicht anders ist, nehme Ich sie hinweg.
Siehe, wie sie alle geschlagen sind, wenn du ein entschiedenes Wort redest. Das ist für die ganze Kirche ein Zeichen, wie sie es machen sollen. Wenn die treuen Katholiken mit Mut und Entschlossenheit den Glauben bekennen und hinausziehen unter die gottlose Welt, mögen sie auch noch so sehr schreien, kein Mensch kann darüber hinaus. Niemand kann über Meine Macht, und ihr habt unter euch die höchste Macht. Ihr habt Mich Selbst. All die ängstlichen Seelen, die so kleinlich sind und nicht über sich hinwegkommen, sollen beherzigen, was Ich gesagt. Ich bin mit allen zufrieden, die nur einigermaßen guten Willen haben. Schauet auf diese Meine Dienerinnen; sie sind so unvollkommene Menschen, wie alle unvollkommene Geschöpfe sind, und doch freue Ich Mich, in eurer Mitte zu sein. Dasselbe gilt für all die Seelen, wo sie stehen, für alle Meine Bräute und alle treuen, gottliebenden Seelen, die Mir noch dienen wollen. Sie sollen jetzt auf Meine Worte hören und nicht sich selbst suchen und ihre eigene Befriedigung, sondern sie sollen sich alle erfreuen in Meinem göttlichen Willen, wie Ich ihn auch heute wieder kundtue. Das Gebet ist auch die Ursache, daß das Wort Gottes feuriger verkündet wird, und daß sie alles aufbieten, das Volk herbeizuziehen. Ihr Wort allein brächte nichts fertig, wenn es nicht unterstützt, betaut und begossen wird mit dem Gebet der Gerechten. Das Wort zündet, aber das Gebet erlangt die Gnade des Verständnisses und der Erkenntnis in den Seelen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 386 ff.

 

851 Wallfahrt nach Marienborn

Jesus: „Euer Leben ist das Leben der Kirche. Die blutigen Verfolgungen habt ihr jetzt überstanden. Danach mußte die Kirche im Innern mit den Sekten kämpfen, das sind die inneren Kämpfe im Liebesbund mit denen, die nicht recht glauben. Geht nur ruhig weiter. Ihr habt ja in der Predigt gehört, daß die Verfolgungen sogleich die Beglaubigungen der Kirche sind; das muß euch trösten. Und heute morgen hast du im Evangelium gehört: ,Das hat dir nicht Fleisch und Blut geoffenbart, sondern Mein Vater, Der im Himmel ist.’ Dasselbe gilt euch. Daß ihr das erkennt, daß die Leiden das Beste auf dieser Welt sind, diese Erkenntnis kann nur von Gott kommen. Also braucht ihr euch nicht zu ängstigen. Wer nicht glauben und austreten will, den lasset nur ruhig gehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 419 ff.

 

852 Herz-Jesu-Freitag am 5. Juli 1907

Jesus: „Ich habe in deinen Schriften gesagt, der Liebesbund soll sich ausbreiten über die ganze Erde, soweit katholische Christen wohnen, von der letzten Stallmagd bis hinauf zum Stuhle Petri. Die guten, treuen Kinder Meiner Kirche müssen sich zusammenscharen im Gebet, um den Gefahren der Zeit einen Damm entgegenzustellen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 420 ff.

 

857 Brief Barbara aus der Pfalz vom 19. Juli 1907

„Die Zeit ist jetzt gekommen, wie Ich dir gezeigt, wo Meine heilige Kirche ein schweres Kreuz schleppt, das sich durch die ganze Welt dahinzieht. Unter dieses Kreuz sich zu stellen, ist die Aufgabe aller treuen Kinder Meiner Kirche.“

Jesus: „Ich schicke dich nicht in die Welt hinaus unter Meine treuen Kinder, um etwa durch Meine Mitteilungen ihre Neugierde zu befriedigen, auch nicht, daß sie sich angenehm damit unterhalten, wie die Kinder der Welt sich unterhalten in den Tagesneuigkeiten, die sie aus den Zeitungsblättern herauslesen. Nein! Ich schicke dich und habe dich auch hierhergeschickt, um das Reich Meiner Liebe zu erneuern. Die Liebe ist erkaltet, und die Eisdecke liegt über der ganzen Menschheit, wie Ich dir schon vor vielen Jahren gezeigt habe.

Die Zeit ist jetzt gekommen, wie Ich dir gezeigt, wo Meine heilige Kirche ein schweres Kreuz schleppt, das sich durch die ganze Welt dahinzieht. Unter dieses Kreuz sich zu stellen, ist die Aufgabe aller treuen Kinder Meiner Kirche. Deshalb will Ich ein Band schlingen um die Menschheit, ein Liebesband, das Ich Selbst bin. Ich will Meine treuen Kinder in der ganzen Welt zusammenscharen unter dieses Kreuz. Auch hier in dieser Gemeinde habe Ich treue Seelen gefunden und Ich will, daß sie sich anschließen.
Das Glaubensleben in dieser Gemeinde ist zwar nicht erloschen, aber erkaltet und gleichgültig geworden sind gar viele. Deswegen rede Ich heute zu euch, Meinen treuen Kindern, und habe Meine Kleine zu euch geschickt. Ihr sollt auch unter diesem Kreuz stehen mit dem Glöcklein in der Hand, denn auch hier will Ich das Reich Meiner Liebe wieder erneuern. Euch allen gebe Ich ein Glöcklein in die Hand, wie Ich ihr vor Jahren einmal gezeigt. Dies Glöcklein soll sein das gute Beispiel, womit ihr auch die Lauen und die Mich verlassen haben, wieder anziehet. Fürchtet euch nicht, wenn andere achselzuckend und spöttelnd auf euch herabsehen, denn auch Ich habe den Spottmantel getragen und mühsam das Kreuz auf den Kalvarienberg geschleppt, um in der größten Schmach und Verachtung daran zu sterben.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 430 ff.

 

866 Wallfahrten vom 3. bis 12. August 1907

„Befolge die Regel, die Ich dir schon oft angegeben: Tue das, was dir am schwersten fällt.“

Jesus am 9. August 1907: „Es ist ja wenig, was Ich von euch verlange, aber tut das Wenige mit Freuden. Wisset, daß es doch Früchte trägt und daß viele in der Welt sind, die sich an den Wallfahrtstagen mit euch vereinigen, und gerade durch das vereinigte Gebet wird Mein Arm immer noch aufgehalten, daß es nicht zum Blutvergießen kommt. Das kommt vom Liebesbund her, weil viele mit euch in Verbindung stehen, die sich beständig im Gebet mit euch vereinigen. Besonders leistet Mir Abbitte und Sühne für die verirrten Priester, die Mir so viel Schmach antun, und für so viele Ordensleute, die Mir nur mit Mißmut dienen und sich ihr ganzes Leben in sich selbst vergrämen, anstatt Mir fröhlich und heiter zu dienen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 444 ff.

 

867 Vigil vom Fest Mariä Himmelfahrt

Maria: „Der Herr wünscht und verlangt, daß alle religiösen Orden Mitglieder des Liebesbundes werden, das heißt, wer Mitglied ist, wo das Oberhaupt Mitglied des Liebesbundes ist, werden sie auch alle Schwestern anleiten zum Empfang der täglichen Kommunion, zum kindlichgläubigen Gebet für den Sieg der heiligen katholischen Kirche. Dieses ist der Damm, der errichtet werden soll, wie der Herr angegeben, und diejenigen Oberen, die es nicht glauben, werden sich vieler Gnaden berauben und es in der ganzen Ewigkeit zu bereuen haben, durch die ganze, lange Ewigkeit.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 446 ff.

 

875 Marienthal am 9. bis 13. September 1907

Jesus: „Dies sind die Schutzengel der Seelen, die hier ihre himmlische Mutter verehren. Es herrscht eine große Freude im Himmel, wenn die Christen sich so vereinigen im Lobpreis Meiner Mutter, daß sich der ganze Himmel unaussprechlich darüber freut und sich mit vereinigen muß. Daß jetzt in der ganzen Gegend so ein Aufschwung des guten, katholischen Glaubenslebens vor sich geht, ist immer noch der kernige Boden, der sich hier findet durch das viele Gebet und die vielen heiligen Gebeine, die hier ihre Ruhestätte gefunden und sich hier geheiligt. Solange die Welt steht, ist eine solche Gegend gesegnet, wenn es auch Zeiten gibt, wo das Glaubensleben so sehr verflacht und eine Zeitlang von der Erdoberfläche ganz verschwunden ist. Sobald aber wieder eine Anregung kommt, wie durch dieses Werk, flammt das Glaubensleben viel lieblicher und frischer empor als in anderen Gegenden, wo keine Heiligen gelebt haben. Deshalb ist es Mein Wille, daß der Liebesbund sich recht ausbreitet, und Ich will alle diejenigen segnen, die ihn befördern. Diese erstarken im Glaubensleben und lieben Mich viel feuriger.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 462 ff.

 

883 Am 23. November 1907

„Ich verlange aber von den Liebesbundmitgliedern, daß sie sich eines außergewöhnlichen, christlichen Lebens befleißigen.“

Jesus: „Das sind die gerechten Seelen auf der Welt, und die in dem Triangel stehen, sind alle diejenigen, die sich dem Liebesbund angeschlossen haben. Der Liebesbund treibt zu allen guten Werken an und spornt seine Mitglieder an, überall dazuzuhelfen, wo etwas zu leisten ist. Deswegen geht der Triangel aus Meinem Herzen aus, und jede Seele ist Meinem Herzen zugewandt, weil sie auf einem sicheren Wege wandelt. In dem Triangel standen aber einige wie schwach und ohnmächtig und verkrüppelt. Das sind diejenigen, die zwar Liebesbundmitglieder sind, aber meinen, damit sei auch alles abgemacht. Man brauchte sonst nichts zu tun und käme damit in den Himmel. So sind sie aber nicht mehr als andere Menschen auch. Ich verlange aber von den Liebesbundmitgliedern, daß sie sich eines außergewöhnlichen, christlichen Lebens befleißigen und daß sie sich an allem beteiligen, wo sie können.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 473 ff.

 

898 Pfingstmontag am 8. Juni 1908

„Ich verlange einen demütigen, kindlichen, selbstlosen Glauben.“

Jesus: „Ich war gestern zu bedrängt durch die vielen Todsünden und konnte dir, obwohl das Röhrlein etwas gelockert ist, nichts mitteilen.

Heute aber sollst du wissen, warum Ich die plötzliche Heilung von N. nicht gewähren konnte. Ihr müßt euch jetzt in der Geduld bewähren. Das geht euch alles nichts an, ob etwas so oder so geschieht. Die einzelnen müssen noch mehr von der Selbstsucht geläutert werden. Niemand soll sich hervortun im Liebesbund. Ich habe den Liebesbund für die Armen gegründet. Es war auch noch zu viele Bequemlichkeit und zu wenig Opfer dabei.
Das ist kein Glaube, der Wunder verlangt und sagt: Wenn ich Wunder sehe, dann will ich glauben! Ich verlange einen demütigen, kindlichen, selbstlosen Glauben. Euretwegen hätte Ich es getan, aber ein solcher Glaube gefällt Mir nicht. Geht darüber hinweg, wenn euch etwas mißlingt. Seht auf das Leben Meiner Kirche und auf Mein Leben. Gerade diejenigen, denen Ich die größten Wohltaten erwiesen, stellten sich nachher um und redeten gegen Mich. Die Liebesbundmitglieder dürfen nicht obenan sein wollen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 6 Seite 504 ff.

 

900 Fronleichnamsprozession 1908

„Heute ist der Tag, wo Ich den Liebesbund unter euch gestiftet habe und Ich kann diesen Tag nicht überschlagen, Ich muß dich heute heimsuchen.“

Jesus: „Heute ist der Tag, wo Ich den Liebesbund unter euch gestiftet habe und Ich kann diesen Tag nicht überschlagen, Ich muß dich heute heimsuchen. Wenn es auch so gemacht ist, mache Ich heute eine Ausnahme. Willst du Mich anhören oder willst du lieber Mich äußerlich verehren und singen und beten?“

Der Liebesbund ist bestimmt, um in der Welt das Christentum zu durchsäuern und das tieflebendige Glaubensleben zu erhalten, denn die ganze Welt jauchzt dem Heidentum zu, und nur diejenigen sind davon befreit, die glauben, was Ich sage. Diese nähern sich auch Meinem heiligen Fronleichnam und lassen sich nicht wegschwemmen vom Modernismus, und deshalb will Ich haben, daß der Liebesbund verbreitet wird.
Die Mitglieder sollen nur weiterarbeiten. Demjenigen Priester aber, der es mit gutem Herzen aufnimmt und sich nicht beeinflussen läßt vom Gerede derjenigen, die ihr Gewissen beschwichtigen wollen mit der Phrase, es sei Hysterie, was weiter nichts ist als ein Deckmantel für ihren Unglauben. Sie wissen recht gut, daß es keine Hysterie ist; nur sind sie alle angesteckt vom Modernismus der Zeit. Demjenigen Priester aber, der es gläubig annimmt und es wirklich glaubt, wie es geglaubt werden soll, verspreche Ich, daß er viele harte Sünder bekehren und seine Wirksamkeit viel ergiebiger sein wird als desjenigen Priesters, der nur nach seinem Sinne handeln will. Und was will Ich erst demjenigen Priester in der Todesstunde einen großen Lohn versprechen, der sich so demütigen kann. Man bedenke, daß der Weg zum Himmel nicht so leicht ist, und was die früheren Heiligen sich für eine Gewalt angetan, um einen hohen Lohn sich zu erringen. Was haben die Einsiedler gefastet und die ganze Welt verschmäht, und es waren mitunter Menschen, denen alles zu Gebote stand; sie aber verschmähten es und führten ein so armes Leben. Alle Heiligen haben etwas Besonderes tun müssen, um zu der Glorie zu gelangen. Gewiß weil das ganze Menschengeschlecht so verarmt ist, äußerlich und innerlich, weil Ich die Bußwerke nicht mehr verlangen kann, so muß Ich doch Ersatz verlangen für die Buße, und das ist die Verachtung und die Verdemütigung, die den einzelnen Seelen, auch den Priestern, zukommen.
Nur deshalb hat Pater Ludwig eine solch hohe Glorie. Ist es der Himmel nicht wert, um sich öffentlich zu Mir zu bekennen?“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 51 ff.

 

901 Am 24. Juni 1908

„Deshalb rufe Ich allen Liebesbundmitgliedern zu: Helfet Mir, entzieht euch keiner Beschwerde, geht über alles hinweg, wenn Ich Leiden schicke!“

Jesus: „Ich will im Hinblick auf deinen Seelenführer, der es dir erlaubt, wieder mit Mir zu verkehren, einige Worte zu dir reden. Es ist Mir angenehmer, wenn ihr die Reise verschiebt bis nach dem Großen Gebet, denn wenn Ich gesagt habe, nach der Oktav sollt ihr reisen, so wißt, was Mir gelegen ist an der Sühne, und wenn ihr auf der Reise seid, geht vieles verloren, und es hängt doch so vieles davon ab. Nutzet die Tage gut aus, schont euch nicht in dieser Oktav. Die Menschheit hat gar keine Kraft mehr zum Widerstehen. So viele lösen sich los von Meinem mystischen Leibe, viele legen Hand an sich und schaffen sich fort vom Leben, weil die Menschheit keine Kraft mehr hat zum Leiden. Es kommt das alles vom Geist des Antichrist, des Unglaubens, der das ganze religiöse Leben vernichtet und zerfressen hat, daß niemand mehr die Kraft hat zu widerstehen, wenn ihm ein Leid zustößt.
Es ist Mir viel angenehmer, wenn ihr jetzt die Tage in Meiner Umgebung zubringt. Versäumt keine Andacht. Wenn eine Sühneandacht gehalten wird am Herz-Jesu-Fest, wohnet ihr treulich bei und tut alles zu Ehren Meines heiligsten Herzens, das so sehr blutet und so voller Schmerz ist um des Verlustes so vieler Seelen, die Mein heiliges Blut mit Füßen treten. Ich schicke dir Leiden. Das, was Ich so schicke, sende Ich dir nur, daß du mitfühlen sollst, was Mein Herz leidet über den Undank der Christen in heutiger Zeit.
Deshalb rufe Ich allen Liebesbundmitgliedern zu: Helfet Mir, entzieht euch keiner Beschwerde, geht über alles hinweg, wenn Ich Leiden schicke! Es ist nur Meine Liebe, die Meine Liebe mit euch teilt und Meine Leiden. Deshalb ist es Mir lieber, wenn ihr wartet bis nach der Gebetswoche, weil die Fronleichnamsoktav und das Große Gebet von der Kirche deshalb eingesetzt sind, um Meinem mystischen Leibe im heiligsten Sakrament Sühne zu leisten für den Undank und die Lauheit der Christen. Fürchtet nicht um das, was Ich mit euch und in euch gewirkt habe. Es ist das größte Werk, das Ich noch in der Kirche durch ein so unwürdiges Werkzeug durchgeführt habe. Und es kommt zur Durchführung! Nutzt die Reise gut aus und ermuntert alle zur Liebe Gottes.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 53 ff.

 

902 Herz-Jesu-Fest 1908

„Denn beide Werke dienen nur zur Verherrlichung Meiner heiligsten Menschheit, während das, was Ich durch dich durchführen wollte, der ganzen Menschheit viel, viel nützen soll.“

Jesus: „Meine Tochter! Du hast soeben gehört von der Einführung des Fronleichnamsfestes und wie Ich der Welt die Verehrung Meines heiligsten Herzens mitteilen wollte. Zu beiden Werken bediente Ich Mich zweier weiblicher Personen, zweier Jungfrauen. Was Ich aber durch dich durchführen will, ist ein viel segensreicheres Werk als die der anderen beiden. Denn beide Werke dienen nur zur Verherrlichung Meiner heiligsten Menschheit, während das, was Ich durch dich durchführen wollte, der ganzen Menschheit viel, viel nützen soll und Mir viel mehr Verherrlichung daraus erwächst als aus den zwei anderen Festtagen. Weil Ich ja, um in die Menschenherzen hinabsteigen zu können, den Himmel verließ und Mensch wurde und euer Bruder geworden bin – und wenn auch hier in Mainz so getan wird, als seiest du gar nicht im Spiel und wirst als eine törichte, närrische Person hingestellt, so ist es aber doch nicht vergebens, daß Ich Mich deiner zwölf Jahre lang bediente und dir dadurch so viele Verdemütigungen und Leiden verschaffte, denn Ich mußte jemand dazu benutzen, um die großen Werke auch vorbereiten zu können. Du mußtest erst mitverdienen, auch wenn es so aussieht, als wäre es vom Papst allein. Später wird es die Welt erfahren.
Ich will nicht, daß ihr euch zu lange auf der Reise aufhaltet. Ihr sollt niemand zur Last fallen. Verrichtet eure Geschäfte und geht weiter. Es ist nicht ratsam, daß die Mitglieder vom Liebesbund sich allzu große Erholungen gestatten. Nur das sollt ihr annehmen, wo die Ehre Gottes und das Heil der Seelen befördert wird. Die Mitglieder des Liebesbundes sind bestimmt zum Leiden. Sie müssen gewissermaßen ersetzen, was die anderen an Vergnügen zu viel tun, was Ich ja auch von Meinen treuesten Kindern verlange, von den Ordensleuten. Ihr werdet nicht hören, daß es ihnen gestattet wird, sich viel zu erholen, außer die höchste Not verlangt es. Danach müßt ihr euch richten. Sage N., sie werde bald alles ablegen, was Ich noch an ihr zu tadeln habe. Ich habe doch große Freude an ihr. Was Ich ihr von allem Anfang an versprochen habe, wird jetzt in Erfüllung gehen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 54 ff.

 

918 Am 7. Februar 1909

„Der Liebesbund und dessen Mitglieder sind bestimmt, den Weg zu gehen, den Ich habe gehen müssen.“

Jesus: „Darum sollen alle, die andere zu leiten haben, immer und immer wieder aufmuntern zur geistlichen Freude, zu fröhlichen Scherzen, oft in die freie Natur hinausgehen, der lieben Mutter Gottes ein fröhliches Liedchen zu singen. Der Herr hat Seine Freude, wenn Seine guten Kinder sich in Ihm erfreuen.
Sage allen Mitgliedern des Liebesbundes in Aachen: Der Liebesbund und dessen Mitglieder sind bestimmt, den Weg zu gehen, den Ich habe gehen müssen. Es ist besser zu schweigen und ruhig das hinzunehmen, um sie nicht zu weiteren Artikeln zu veranlassen. Sie sollen denken, daß man mit der Sanftmut mehr erreicht, als wenn man sich wehrt gegen das Unrecht. In den acht Seligkeiten heißt es, daß die Sanftmut das Erdreich besitzt. Mit Sanftmut und Geduld müßt ihr den Kampf jetzt durchfechten, euch demütigen und nicht ein Tüpflein vom „i“ ablassen von euren frommen Übungen, hoch die Stirne tragen und sich nichts darum kümmern, alles, was einem kränkt, unterpflügen, weil so das Unkraut des Herzens ausgerottet wird und der Dünger die Saat befruchtet.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 101 ff.

 

920 Am 21. Februar 1909

„Durch ihr unblutiges Martyrium müssen die Liebesbundmitglieder der Kirche viel helfen, weil verkannt von allen, die sich nicht dazustellen wollen.“

Jesus: „Ja, das ist recht, aber mit Vereinen, die nur mit Theater und Konzerten gewürzt sein müssen, ist Meiner Kirche nicht geholfen. Diese können ihr nicht zum Sieg verhelfen. Sie sind wohl dafür noch gut, die Katholiken zusammenzuhalten und daß der Glaube nicht ganz erlischt. Aber das Erdreich der Kirche muß auch befruchtet und betaut werden, wie Ich Selbst es betauen mußte, und darum habe Ich den Liebesbund gegründet; denn er muß mitten unter den Lauen stehen, unter denen, die auch noch Christen sind und sein wollen. Die Liebesbundmitglieder aber müssen sich unter das Kreuz Meiner Kirche stellen und es mitschleppen helfen und den Weg gehen, den Ich gegangen bin!

Die Kirche muß beständig befruchtet und betaut sein durch ein Martyrium; ist es kein blutiges, dann ein unblutiges. Dazu habe Ich den Liebesbund ausersehen. Durch ihr unblutiges Martyrium müssen die Liebesbundmitglieder der Kirche viel helfen, weil verkannt von allen, die sich nicht dazu stellen wollen.

Sage Meiner Dienerin, es wäre doch ein viel größeres Glück, was Ich ihr bereitet, indem ihr Mann sich so bekehrt und sich seiner Religion zugewandt, aber in der Ewigkeit wird sie es erkennen, wie gut Ich es mit ihr gemeint.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 103 ff.

 

921 Vorabend vor Fastnacht am 22. Februar 1909

„Und Er schämte Sich nicht, mit den Allerletzten, ja, mit Sündern zu verkehren, und ein Band der Liebe und Freundschaft mit ihnen zu schließen.“

Jesus: „Und sage den Aachenern und allen, die auch gewürdigt wurden, um Meinetwillen verkannt und als einer ketzerische Lehre anzuhängen verfolgt werden: Dies sei der Anteil aller, die treu mit Mir verbunden, und niemals werde die Pestluft des Unglaubens und der Sittenlosigkeit ein treues Mitglied des Liebesbundes mit dem Strom des Zeitgeistes hinwegschwemmen. Auch will Ich, daß alle es hören sollen: Es ist keine Schande für Priester, viel weniger für Ordensleute, dem Liebesbund beizutreten. Für Priester sei es ein Zeichen, daß der moderne Weltgeist sie noch unberührt gelassen. Und für Ordenspersonen sei es das sicherste Kennzeichen, daß jener gefährliche Feind, der geistige Hochmut, der so viele gefangenhält, die glauben, sie gehörten allein zu den Auserwählten, sie noch nicht berührt und eingenommen hat. Dieser geistige Hochmut ist die Ursache, warum so viele gottgeweihte Seelen nichts wissen wollen von einem Liebesbund, der von Weltleuten ausgehen soll und sie auffordert, sich anzuschließen.

Ich aber sage ihnen: Wer war höher geweiht als der eingeborene Sohn des Ewigen Vaters? Und Er schämte Sich nicht, mit den Allerletzten, ja, mit Sündern zu verkehren, und ein Band der Liebe und Freundschaft mit ihnen zu schließen. Man schützt vor, eine geistliche Würde gestatte es nicht. Ich aber sage ihnen: Die Hochachtung vor dem Stand der Gottgeweihten tritt nur dann recht ein, wo Demut den Ordens- oder Priesterstand beherrscht.
Alle aber, die feststehen in der Wahrheit, daß Ich es bin, Der Seine Kinder trösten und ermuntern will in dieser schrecklichen Zeit, sollen vieles vor anderen voraushaben. Besonders sage den Gelehrten, die offen und frei dafür einstehen, wie N. und N. und N. und N., daß es Mich sehr gefreut und sie vielen ihresgleichen drüben vorausgehen, daß Ich es ihnen in der Ewigkeit zu lohnen wisse.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 104 ff.

 

929 Am 4. Mai 1909

„Wo er eine treue Seele findet, die Mich noch liebt, soll er nicht zurückhaltend sein, denn jetzt ist die Zeit gekommen, wo der Damm des Gebetes, der dem Unglauben entgegengestellt werden soll, errichtet werden muß.“

Jesus: „Sage N., daß er das Werk mit Mut und Entschlossenheit übernehme, um es weiterzuführen. Er möge sich alle Mühe geben, den Liebesbund weiter zu befördern und einzelne Seelen zu gewinnen. Wo er eine treue Seele findet, die Mich noch liebt, soll er nicht zurückhaltend sein, denn jetzt ist die Zeit gekommen, wo der Damm des Gebetes, der dem Unglauben entgegengestellt werden soll, errichtet werden muß. Ich verlange nicht nur ein besonderes Anstürmen von den Klosterleuten und Priestern, sondern daß auch eine Armee Beter unter den Weltleuten gebildet werde. Und fürchtet euch nicht, wenn man euch vorwirft: Die frommen Faulenzer, die den ganzen Tag herumlaufen! Denn um zeitliche Güter zu sammeln und sich Vergnügen zu verschaffen, dazu braucht es keine Ermunterung, aber Seelen, die sich selbst vergessen und sich für andere einsetzen, damit Mir die geraubte Ehre ersetzt werde, solche gibt es wenige, und besonders unter den Weltleuten. Deshalb ist es so wichtig, daß Seelen, die Ich dazu gestellt, das Gebetsleben üben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 121 ff.

 

933 Am 17. Mai 1909

„Die Mitglieder des Liebesbundes sollen nicht haschen nach sinnlichen Freuden. Die Reichen und Besitzenden sollen nicht allzu kostspielige Erholungen sich erlauben.“

Jesus: „Ich möchte, daß eine ganze Armee solcher Seelen gebildet werde durch den Liebesbund. Vieles habt ihr schon dazu vorbereitet. Die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, die Warnung vor der modernen Zeitrichtung, der viele unter allen Ständen huldigen wollen, sind nur Vorbereitungen, daß den treuen Kindern Meiner Kirche dazu verholfen wird, daß das Feuer der Gottesliebe, die Ich vom Himmel gebracht, zu einer so mächtigen Flamme werde, daß die Eisdecke des Unglaubens und der religiösen Gleichgültigkeit wieder schmelze, wenigstens in Meiner heiligen katholischen Kirche.
Die Mitglieder des Liebesbundes sollen nicht haschen nach sinnlichen Freuden. Die Reichen und Besitzenden sollen nicht allzu kostspielige Erholungen sich erlauben. Anstatt Wochen und Monate in Bäder zu gehen, wo nur Weltgeist und sündhafte Zerstreuung gepflegt wird, sollen die Mitglieder eine Erholung suchen in der Gottesnatur. Wer Geld und Zeit hat, soll einen Gnadenort besuchen und die Armen unterstützen, Überfluß und Reichtum verwenden für gute Zwecke.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 126 ff.

 

936 Pfingsten am 30. und 31. Mai 1909

„Durch den Liebesbund, durch die einzelnen Seelen, die überall stehen, auf die Ich noch bauen kann, weil sie nichts Irdisches suchen, wird Mir noch viel Ersatz geleistet.“

Barbara: Ich war entzückt von der Schönheit, die mir gezeigt wurde, aber ich kann kaum etwas wiedergeben. Wir waren alle drei wie auf einem Dreieck, und jede war in eine Person der heiligsten Dreifaltigkeit hineingestellt, nicht als ob Sie in uns seien, sondern wir waren in Ihnen. Ich freute mich um so mehr, als ich sah, daß der Herr all unsere Armseligkeit vergißt und wir in Ihm leben. Ich konnte die ganze Welt übersehen und besonders deutlich wurden mir die Liebesbundmitglieder gezeigt. Ich sah, wie der Herr Seine Freude ausgoß über alle, die gläubig annehmen, was in den Schriften niedergelegt ist, und wie Er all die kleinen Fehler und Unvollkommenheiten vergißt und hinwegnimmt. Und der Herr zeigte mir die Seelen; sie waren so rein und ohne jedes Fleckchen, daß ich mich auf das höchste mit Ihm freute. Ich wurde inne, daß die ganze heiligste Dreifaltigkeit, mit dem Göttlichen Sohne vereinigt, Sich freut an diesen reinen Seelen, um derentwillen die ganze Welt noch verschont wird. Und der Herr sagte:

Jesus: „Sage N., nicht der Stengel soll er sein von Kleeblättchen, sondern ein Pfeiler, ein starker Pfeiler, der eine schwere Last zu tragen fähig ist und sich nicht nach links und rechts hinbeugt bei jedem Sturmwindchen. Er soll eine Säule werden, auf der ein großes Gebäude ruhen und auf die viele sich stützen sollen, und er soll nicht ängstlich sein, sondern das alles bekämpfen, was ihn beunruhigt. (Und ich sah N. stehen wie einen Felsen und viele bei ihm Schutz suchen.)
Vereine werden verfallen und sich auflösen, wie sie gekommen, weil ihre Mitglieder zu viel Weltliebe haben, aber der Liebesbund wird fortbestehen, weil seine Mitglieder die Verachtung der Welt und Verleugnung ihrer selbst sich an die Stirne geschrieben. Durch den Liebesbund, durch die einzelnen Seelen, die überall stehen, auf die Ich noch bauen kann, weil sie nichts Irdisches suchen, wird Mir noch viel Ersatz geleistet. Bei all den Vereinen, womit man nur das Volk zusammenhalten und zusammenscharen will, ist noch so viel Armseligkeit, daß mit dem ersten Ruck, wenn ein Strafgericht kommt, sie in sich zerfallen und zerstieben; alsdann hat jeder mit sich zu tun. Wenn Ich auch noch schone und zurückhalte, so ist doch die ganze Weltlage dazu angetan, daß Ich Meinen Zorn über die Völker ausgießen muß.
Darum ist jetzt nichts so wichtig und nötig, als daß es viele Liebesbundmitglieder gibt, die sich selbst vergessen, und das sind meist die jungfräulichen Seelen. Das kann Ich nur von Jungfrauen in der Welt und Priester und Ordensleute verlangen.“

Barbara: „O Herr, ist es möglich, daß Du all unsere Unvollkommenheiten vergessen kannst?“

Jesus: „Das ist alles wieder gutgemacht mit jeder Beichte und jedem guten Werk, das ihr verrichtet, damit sind die Fehler wieder gebüßt. Laßt euch nicht irremachen. Geht ruhig weiter. Du brauchst nicht ängstlich zu sein. Wo ihr nur ein gutes Keimchen findet und solche Seelen, da helfet voran. Die zwei Studenten geben noch würdige Priester, und für die anderen sorge Ich, daß sie der Welt nicht zum Spott sind. Alles Irdische ist nicht der Mühe wert, daß man es aufhebt. Es ist eine Last, womit sich der Mensch oftmals die ewige Seligkeit verscherzt. Du sollst nie einen Armen abstoßend behandeln, weil darunter noch viele reine Seelen sind. Es ist sehr gefährlich mit dem Reichtum. Ich will es allen zu wissen tun, was das für eine Gnade ist, arm auf die Welt zu kommen und nicht viel zu besitzen. Die Armen haben vieles denen voraus, die Ich mit irdischen Gütern gesegnet habe. Wer recht in den Reichtum hineingesetzt ist, für den ist es oft eine Strafe und eine Last, denn wer es nicht versteht, den Reichtum zu dem zu gebrauchen, weswegen Ich ihm denselben gegeben, hat eine große Gefahr zu bestehen, daß es mit seiner Glückseligkeit auf dieser Welt abgemacht ist und er in der anderen Welt nichts zu erwarten hat. Denn auch derjenige Reiche, der nur die goldene Mittelstraße einhalten und nicht mehr tun will, wie ein gewöhnlicher Christ tun muß und auch tut, hat bei all seinem guten Willen und Streben nur so viel erreicht, daß er in den allergeringsten Grad der Seligkeit gelangt, den auch der Arme erreicht, der nur ganz gewöhnlich lebt und nur mit Ach und Krach die Gebote gehalten hat, weil der Arme Mein Nachfolger in der Armut ist und weil er all seine Fehler auf dieser Welt damit abbüßt.
Ein Reicher, der die goldene Mittelstraße geht, erreicht nicht mehr als ein Armer, der mit knapper Not die Christenpflichten hält. Aber erst der Reiche, der nichts tut, der sein Geld nur aufhäuft und immer wieder aufhäuft, um sich und seinen Kindern ein vergnügtes Leben zu machen, auf diesen nehme Ich keine Rücksicht in der anderen Welt. Das sind die Armen drüben und werden von Mir hören: Ihr habt euren Lohn dahin!“

Barbara: Ich genoß eine Freude und eine Glückseligkeit im Geiste, nicht wie anfangs teilte es sich dem Gefühle mit, alles ist wie geistig, und das Gefühl tritt ganz zurück, das aber nicht zu beschreiben ist. „O Herr, wenn Du es zulässest, daß Meine Vorgesetzten so verfolgt werden wie Pater Ludwig, so soll es mir das Zeichen sein, nicht mehr auf die innere Stimme zu hören.“

Jesus: „Dann haben andere und auch Du das Verdienst nicht. Ist der Knecht mehr als der Meister? Wer ist glücklicher, der Christ, der glauben kann, oder derjenige, der nicht glaubt, daß Ich so gut bin?“

Barbara am Pfingstmontag: „Bei der heiligen Wandlung sah ich den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, und es ergoß sich das Licht über die ganze Stadt, weil gerade Firmung war.“

Jesus: „Sage N., Mein Geist ist es, der das alles in euch wirkt. Woher hättet ihr es? Seht die ganze Welt und seht in euch hinein, was ihr sucht, und laßt euch von niemand beirren.“

Barbara: Dienstag früh, als ich um Erleuchtung bat, um die Briefe an meine Oberen zu schreiben, sagte der Herr:

Jesus: „Schreibe, Ich will deine Hand führen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 130 ff.

 

941 Am 20. bis 30. Juni 1909

Jesus: „Nach eurem Glauben und nach eurer Hoffnung und eurem Vertrauen werdet ihr alles erhalten. Pater Felix muß nur energisch vorgehen und nichts scheuen und nicht ruhen, bis es nach Rom durchgedrungen ist. Ihr seht ja, wie not es tut, wie sonst ja der Unglaube überall vordringt. Die Guten müssen sich zusammenscharen, und durch den Glauben einzelner Seelen muß der Glaube wieder zum Sieg gebracht werden. Der Liebesbund muß das zustande bringen, denn er umfaßt gerade die tiefgläubigen Seelen. Hier geht der Liebesbund nicht durch, weil kein Priester dabeisteht. In Aachen konnte er tiefe Wurzeln fassen durch Pater Ludwig. Dieser gute Keim ist noch da, weil die Gläubigen sich sagen können: ‚Es war ein Priester dabei!‘ Wenn ihr hinkommt, macht eine Wallfahrt zusammen und ermuntert alle. Hier glauben die Leute, sie seien von der Kirche abgefallen, weil kein Priester dabeisteht. Gut wäre es, wenn ihr für die hiesige Gegend einen Priester suchet, der sich hervortut wie Pater Felix und sich einsetzt. Dieser muß mit Entschiedenheit sagen: ‚Ja, es ist so!‘ Dann wird es einen Aufschwung geben. Versäumt keine öffentliche Prozession zum Bekenntnis des Glaubens.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 147 ff.

 

943 Am 16. Juli 1909

„Alle, die mit lebendigem Glauben sich im Liebesbund betätigen, fest auf Meinen Schutz vertrauen, soll kein Haar gekrümmt werden, sollte auch alles in Trümmer gehen.“

Jesus: „Schmach und Verachtung war Mein Lebensgang von der Krippe bis zum Kreuz. Schmach und Verachtung darf Mein Jünger nicht fliehen, sonst kenne Ich ihn nicht. Wie Ich dir aber früher schon mitgeteilt habe, das bekräftige Ich heute erneut: Alle, die mit lebendigem Glauben sich im Liebesbund betätigen, fest auf Meinen Schutz vertrauen, soll kein Haar gekrümmt werden, sollte auch alles in Trümmer gehen. Zwar wird ihnen die Angst nicht erspart bleiben, aber Meine Hand wird sie schützen gegen alle ihre Feinde. Die Statuten seien so abgefaßt, daß nichts mehr zuzufügen sei, als nur noch bei § 5: Schmach und Verachtung geduldig tragen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 152 ff.

 

954 Am 8. September 1909

„Deine Aufgabe ist nicht, Wunder zu wirken. Die Welt soll zurückgeleitet werden in das Mittelalter, in ein tiefreligiöses Glaubensleben.“

Jesus: „Deine Aufgabe ist nicht, Wunder zu wirken. Die Welt soll zurückgeleitet werden in das Mittelalter, in ein tiefreligiöses Glaubensleben. Deshalb teile Ich Mich so mit an den Kirchenfesten. Die Kirche ist ein Abbild vom Himmel und in dir bestätige Ich, daß alles wahr ist. Morgen ist alles wieder ganz anders. Darum sei nicht so kleinmütig. So wie wir dich heute eingeführt haben, so werden wir dich einführen und euch alle, wenn der Leib abfällt, und dann kommen wir und holen euch heim. Damit alle sehen, wie das Leben der Christen sein soll und wo die christliche Familie ihre Freude haben soll, deshalb offenbare Ich dir immer besondere Gnaden an den Festen. An den Wallfahrtsorten, wie hier, wird allen denen, die sie besuchen, jeder Schritt und Tritt eingetragen in das Buch des Lebens. Es ist eine Verminderung der sündhaften Schritte und Tritte. Die Sünde wird dadurch gesühnt. Es muß Menschen geben, die Sühne leisten. Paulus hat gesagt: ‚Ich ersetze an meinem Leibe, was an den Leiden Christi noch fehlt.‘ So muß es bleiben, solange die Welt steht. Ich habe zwar die Welt erlöst, aber die Menschen versperren den Weg wieder. Deshalb will Ich, daß der Liebesbund durchdringt, daß es Menschen gibt, welche die Wege wieder aufräumen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 168 ff.

 

958 Rosenkranzfest am 3. Oktober 1909

„Schlachtopfer sind alle jene Seelen, die zur Ausbreitung des Liebesbundes sich einsetzen, Spott und Hohn so erlangen wie andere Ehre und Ansehen.“

Jesus: „So wie ihr seht, daß Ich Mich alle Jahre erweichen lasse, trotz der Bosheit Meiner undankbaren Kinder, die Früchte der Erde in solcher Fülle wachsen zu lassen, daß keiner zu darben braucht, der sich bemüht, sein Brot sich zu verdienen, auch wenn es scheint, es sei alles verloren, so geht das geistliche Leben in Meiner Kirche allmählich wieder besseren Zeiten entgegen. Nur dürfen Meine Kinder die Arme nicht sinken lassen. Mit Mut und Entschlossenheit müssen Volk und Priester um die Freiheit der Kirche kämpfen. Damit ihre Arbeit Gedeihen erlange, müssen aber viele Sühn- und Schlachtopfer der göttlichen Gerechtigkeit dargebracht werden.
Sühnopfer sind alle jene öffentlichen Kundgebungen seines Glaubens, wie dies geschieht bei Prozessionen und Wallfahrten. Schlachtopfer sind alle jene Seelen, die zur Ausbreitung des Liebesbundes sich einsetzen, Spott und Hohn so erlangen wie andere Ehre und Ansehen. Denn wie in den ersten Zeiten der Kirche Märtyrerblut den Boden der Kirche betauen und befruchten mußte, um Gedeihen hervorzurufen, so muß das Erdreich der Kirche, die dem Neuheidentum entrissen werden soll, betaut und befruchtet werden, daß viele unblutige Märtyrer gebildet und erzogen werden. Das ist die Aufgabe des Liebesbundes. Diese Sprache verständen freilich sehr wenig Menschen. Aber diejenigen, denen Er die Gnade gegeben habe, diese Sprache, wie sie niedergelegt sei in den Schriften, auch zu verstehen, müßten daran glauben und, soweit ihr Stand und Beruf es gestattet, darnach zu leben sich bemühen, trotz aller Widersprüche der Welt und der eigenen sinnlichen Natur. Diese seien Seine auserwählten Schlachtopfer, da sei niemand ausgeschlossen; Weltleute, Priester und Ordensleute, alle für eins und eins für alle zu beten, damit alle gerettet werden.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 176 ff.

 

963 Am 28. und 31. Oktober 1909

„Die äußere Ordnung aber muß von innen kommen, deshalb müssen sie die Herzen regieren. Keine äußere Ordnung ist möglich, ohne daß die innere erhalten wird, denn sie muß die äußere Ordnung vorbereiten.“

Jesus: „Sage Pater Felix, daß er dafür sorgt, daß es an die Kirchenfürsten kommt, daß jetzt die Zeit gekommen ist, wo sie hintreten müssen vor die Großen der Erde und müssen ihnen Meine Strafgerichte vorhalten, und daß mit dem Sturz der Altäre auch der Sturz der Throne folgt. Sie sollen sich so entschieden wehren gegen das Vorgehen des weltlichen Staates, daß sie bereit sind, Blut und Leben einzusetzen für die Rechte der Kirche; denn sie sind ebenso gut gesetzt von Gott, die Menschheit mit zu regieren wie die Staatsmänner, welche für die äußere Ordnung zu sorgen haben. Die äußere Ordnung aber muß von innen kommen, deshalb müssen sie die Herzen regieren. Keine äußere Ordnung ist möglich, ohne daß die innere erhalten wird, denn sie muß die äußere Ordnung vorbereiten.
Deshalb müssen sie ihr Recht behaupten und einstehen für die Rechte und das Vermögen der Kirche; denn es handelt sich um das Eigentum der ganzen katholischen Kirche. Sie müssen protestieren beim höchsten Gericht, beim Kaiser, daß er dafür sorge, daß sie zu ihrem Recht gelangen, denn sie haben dieselben Rechte wie alle Untertanen als Vertreter der Katholiken und als Vertreter der inneren Staatsordnung in den Herzen der Menschen. So gut wie die Regierung im Äußeren sein muß, so gut muß die Regierung auch im Innern sein. Wenn das nicht befolgt wird und der Kaiser nicht Hand in Hand geht mit ihnen und der Presse Einhalt gebietet, die das ganze Volk aufhetzt, um die Revolution einzuführen, so wird man ein Geschlecht erleben wie im Heidentum, wo nichts mehr gilt, kein Gesetz und kein Gebot. Nur auf diesem Wege kann dem Übel noch vorgebeugt werden und ist noch etwas zu erzielen. Deshalb habe Ich aufgefordert zum Gebet und Zusammenschluß aller noch guten und getreuen Kinder der katholischen Kirche und feurige Priester verlangt. Das ist der ganze Zweck des Liebesbundes und der Grund, warum Ich so lange gesprochen habe. Die Katholiken sollen mit offener Stirn ihren Glauben bekennen durch Wallfahrten und Bittgänge und jetzt um so mehr, trotz der Kämpfe, die unvermeidlich sind.
Ich kann nicht anders, Ich muß die Menschheit Meine Zuchtrute fühlen lassen. Je mehr aber die guten gläubigen Christen sich vereinigen im Gebet und ersetzen, was die anderen verabsäumen, desto besser geht die Prüfungszeit vorüber, wie Ich immer gesagt habe. Ein jeder Kirchenfürst, der an der Spitze steht, der die Regierung einer Diözese zu vertreten hat, und ein jeder Priester, der einer Gemeinde vorzustehen hat, ist gleich dem Landesfürsten und muß sich sagen und auch den weltlichen Behörden gegenüber darauf bestehen:
‚Ich stehe im gleichen Rang mit dir. Du bist vom Volk erwählt, um die Rechte des Volkes zu wahren und zu schützen und von Gott dazu eingesetzt, ich aber bin von Gott und Seinem Stellvertreter, dem Papst in Rom, gewählt, um die Seelen zu beschützen und so das Amt vorzubereiten, das die weltlichen Oberhäupter bekleiden, denn ohne die innere Ordnung der Menschen ist die äußere Ordnung nicht denkbar.‘

Darum müssen Meine Diener protestieren gegen das Verfahren, welches die Regierung der Presse erlaubt gegenüber der katholischen Kirche, und in sich gewillt sein, Blut und Leben einzusetzen, um die Rechte der Kirche zu wahren und zu beschützen. So muß auch jeder Kaplan, der eine Gemeinde zu bewahren hat, gewillt sein, Blut und Leben zu verlieren. Alle müssen mit solcher Entschiedenheit dastehen, daß die Feinde sprachlos sind, und Volk und Priester müssen zusammenstehen und ihre Wege weitergehen, indem sie öffentlich ihren Glauben bekennen und öffentliche Kundgebungen des Glaubens veranstalten. So müssen sie sich durcharbeiten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 183 ff.

 

965 Patrozinium St. Quintin am 10. November 1909

„Und da alle Liebesbundmitglieder zu Meinen Auserwählten gehören sollen, verlange Ich auch besondere Treue und besondere Opfer von denselben.“

Jesus: „Von Meinen Auserwählten verlange Ich eine besondere Liebe und Treue, mehr als von gewöhnlichen Christen. In dieser Liebe und Treue zeichneten sich die heiligen Märtyrer aus, indem sie Blut und Leben hingaben zu Meiner Ehre und Verherrlichung, und indem sie so Zeugnis für ihren Glauben ablegten, gaben sie ihren Mitmenschen das herrlichste und nachahmungswürdigste Beispiel. Jetzt, wo Meine Kirche in der ganzen Welt ausgebreitet ist, verlange Ich von Meinen Auserwählten andere Opfer. Und da alle Liebesbundmitglieder zu Meinen Auserwählten gehören sollen, verlange Ich auch besondere Treue und besondere Opfer von denselben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 187 ff.

 

966 Am 16. bis 18. November 1909

Jesus: „Ja, das könnt ihr, die Welt mit eurer Liebe umspannen, wenn ihr das Gebetchen recht oft wiederholt: ‚O Herz Jesu, gib uns Seelen‘, und die anderen Ausrufungen, wie ihr sie auf euren Wallfahrten macht. Da ist die ganze Welt mit einbegriffen. Es tut Mir so wohl, wenn ihr so betet.

Sage allen Liebesbundmitgliedern, sie sollten sich recht aufraffen und ihre hohe Aufgabe recht erfassen, damit Ich auf diese Seelen, die mitten in der Welt stehen und vom Feuer der Leidenschaft und dem Unglauben so umgeben sind, denn gleichsam unter Wölfen müssen sie leben, wie die Welt jetzt ist, mit Wohlgefallen herabschauen kann und Meinen himmlischen Vater damit besänftigen kann, indem Ich Ihn hinweise auf die einzelnen Seelen, die, in der Welt lebend, sich so Mühe antun müssen, um den Glauben in sich lebendig zu bewahren und zu erhalten. Ich hätte längst schon zugeschlagen, denn der Himmel kann nicht mehr zusehen. Aber das hält Mich immer wieder zurück. Zwar kann Ich mit all der Liebe und Güte, wie ihr es meint, den strafenden Arm nicht ganz zurückhalten, aber doch könnt ihr erreichen, daß die Strafgerichte beschleunigt werden, und daß noch viele gerettet werden. All ihr treuen Seelen des Liebesbundes, laßt nur nichts in euch aufkommen, daß etwas anderes ist als Ich, und daß Ich euch zusammengeführt und berufen habe, daß eines das andere in der Liebe zu Gott unterstützen muß.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 188 ff.

 

967 Am 19. November 1909

Jesus: „So wie diese alle jetzt Meinem Diener Franziskus danken, so werden einmal alle Mitglieder des Liebesbundes, wenn ihr eingegangen seid in Meine Herrlichkeit, auch dir und deinen zwei Freundinnen danken, daß ihr euch nicht zurückschrecken ließet bei all den vielen Verdemütigungen und Verleumdungen, die euch zuteil wurden. Sie werden alle euch umstellen, euch beglückwünschen und ihr werdet euch zusammen freuen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 189 ff.

 

968 Am 24. November 1909

„Das sei das sicherste Kennzeichen, daß der Liebesbund das Werk Gottes ist, weil er seinen Weg über Kalvaria nehmen müsse.“

Jesus: „Sage nur allen, daß sie feststehen. Leiden ist das Kennzeichen Meiner Auserwählten, und wenn ein anderer Weg zu finden sei, der sicher in den Himmel zur ewigen Belohnung führte, dann wäre Ich Selbst ihn gegangen und Meine heiligen Eltern mit Mir. Weil aber der Mensch dies nicht begreifen will, wird er mutlos und braucht andere, die ihn aufrichten und unterstützen. Dazu soll nun der Liebesbund dienen, damit Meine treuesten Kinder sich gegenseitig ermuntern und aufrichten. Alle, die dagegen arbeiten, vernichten Meine Pläne. Denn alle, die Ich euch zuführe und mit Glauben und Vertrauen annehmen, was Ich mit dir rede, sind in dem Streben nach Vollkommenheit auf derselben Stufe wie die, mit denen Ich Mich würdige zu reden. Ich will den Liebesbund gründen, um die guten, treuen Kinder zu sammeln zu gemeinsamem Streben. Denn wer festhält daran, bleibt verschont vor Verirrungen. Sein Glaube bleibt immer in Jugendfrische, und wenn alles sich zersplittert, werden sie feststehen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 191 ff.

 

971 Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember 1909

„Siehe, das Werk, das Ich dir auftrug, ist so groß, daß es zurückreicht bis ins Paradies hinein.“

Jesus: „Siehe, das ist der Lohn schon hier auf Erden für diejenigen, die glauben, daß Ich es bin, Der mit dir redet, daß sie auch teilnehmen an der Freude, die Ich ausgieße vom stillen Tabernakel aus über Meine Kinder. Denn der opferfreudige Glaube ist eine Belohnung, die Ich ausgieße über alle Mitglieder des Liebesbundes, für alle jene aber, die das Wehen Meines Geistes nicht verstehen wollen, eine Strafe, die ihren Verstand verdunkelt, so daß sie zu der Gnade, die Geister zu unterscheiden, nicht gelangen können.

Siehe, das Werk, das Ich dir auftrug, ist so groß, daß es zurückreicht bis ins Paradies hinein. Ich will der Menschheit zeigen, wie vertraut Ich damals schon mit dem Menschen umging, so auch heute noch in Meiner wahren heiligen katholischen Kirche. Warum hat man noch nicht gehört, daß Ich an einem Juden, Heiden oder Irrgläubigen solche Dinge wirke? Und wollte jemand etwas dergleichen nachäffen außerhalb Meiner Kirche, so ist es ein Zerrbild ohne Vernunft und Verstand.
Die Mitglieder des Liebesbundes müssen ihre Augen höher richten als nach diesen vergänglichen Dingen, nicht mutlos werden, wenn die Bitte nicht gewährt wird.
Als Ich auf Erden weilte, war viel Elend unter den Menschen, und doch waren es wenige, die Ich von ihren Leiden befreite, weil das nicht Meine Aufgabe war und nur zur Bestätigung Meiner göttlichen Sendung dienen sollte. So auch hier. Der Liebesbund hat die Aufgabe, Seelen für den Himmel zu gewinnen durch geduldiges Ertragen all dessen, was andere Menschen für ein Unglück ansehen, und durch die Geduld und das opferfreudige Glaubensleben solcher werden viele ja noch im letzten Augenblick gerettet.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 196 ff.

 

973 Weihnachten 1909

Jesus: „Der Liebesbund ist aber herausgewachsen aus Meinem Herzen und führt zu Meinem Herzen zurück. Darum, wenn auch jetzt noch bekämpft, wird einst die Zeit kommen, wo alle Mir danken werden für eure Standhaftigkeit, daß Ich euch immer wieder die Kraft verlieh auszuharren.

Ihr seid die Jünger. Ihr sollt sein, was die zweiundsiebzig Jünger waren, die Ich hinaussandte in die Welt. Meine Apostel waren die Bischöfe. Zweiundsiebzig Jünger habe Ich Mir auserwählt, um das Volk zu vertreten. Diese zweiundsiebzig Jünger sind jetzt die Liebesbundmitglieder. Sie sollen, so viel es ihnen nur möglich ist, in der Welt nach Vollkommenheit streben, und wie die Ordensleute im Kloster ihre Regeln halten, so soll der Liebesbund seine Regel halten, jeder an seinem Posten sein Kreuzlein tragen und feststehen im Glauben und in der Liebe und wissen, was Ich ihm versprochen habe.
Ein Liebesbundmitglied muß erst auch ein rechtes Liebesbundmitglied sein und werden wollen. Es muß schon einen tieflebendigen Glauben besitzen, sonst wäre es kein Liebesbundmitglied, denn alle, die Ich herbeiführe, gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens. Versteht es nur!“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 202 ff.

 

974 Fest des heiligen Johannes am 27. Dezember 1909

Jesus: „Er soll eine Leuchte werden und durch seinen Eifer auch andere Priester erbauen und mit fortreißen und darauf hinarbeiten, daß die Priester erkennen, daß der Geist, der die Liebesbundmitglieder beseelt, vom Geiste Gottes geleitet ist. Denn wo Opfersinn gepaart ist mit Gottes- und Nächstenliebe, ist kein Zweifel mehr zu lösen. Gerade dadurch, daß sich Pater Felix vor der Mainzer Geistlichkeit gezeigt, daß ihre Verachtung und Verdemütigung ihm erwünschte Speise sei, gewann er ihnen Ehrfurcht ab. Sie schämten sich, daß sie als Feiglinge ihm gegenüberstehen.“
 „Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 209 ff.

 

975 Am 16. und 24. Januar 1910

„Ich will, daß ihr keinen Brief fortschickt, ohne daß ihr dreimal den Namen JESUS an die Spitze setzt. Denn im Himmel soll dies das Abzeichen der Liebesbundmitglieder sein.“

Jesus: „Ich will, daß ihr keinen Brief fortschickt, ohne daß ihr dreimal den Namen JESUS an die Spitze setzt. Denn im Himmel soll dies das Abzeichen der Liebesbundmitglieder sein. Wenn ihr euch begegnet, sollt ihr euch mit dem Gruß grüßen: ‚Gelobt sei Jesus Christus!‘ Und wirket darauf hin, daß in der Litanei vom heiligsten Altarsakrament immer Mein Name JESUS zugefügt werde: erbarme dich unser, o Jesus. Wenn Mein Name ausgesprochen wird, ist es eine Freude für Mich und für euch ein großes Verdienst.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 212 ff.

 

981 Karfreitag am 25. März 1910

„Der Priester, der das Kreuz umklammert und der am Fuße des Kreuzes steht, auf dem ruht der Sieg.
Betende Priester will Ich, betende Priester!“

Jesus: „Nein, um des Gebetes der Liebesbundmitglieder willen und um des Gebetes Meiner treuen Ordenskinder willen und der frommen, wahrhaft frommen Priester willen, kann Ich es nicht zulassen, aber sage Pater Felix, wenn ein Bischof seine Diözese und ein Pfarrer seine Pfarrei retten will vor dem Verfall des Glaubens, muß er sich mit lebendigem Glauben an Mein Herz wenden und mit felsenfestem Vertrauen hoffen, daß Ich seine Diözese und seine Pfarrei nicht verlassen kann, und wenn er in beiden sich doch täuschen könnte, soll er mit solcher Liebe Mein Herz umfangen und sagen: ‚Und wenn ich mich in meinem Glauben getäuscht habe und meine Hoffnung vergeblich sein soll und wenn beides schwindet, kann die Liebe nicht schwinden. Um meiner Liebe willen mußt du meine Diözese erhalten.‘ Das heißt, Ich verlange ein tiefgläubiges Priestertum. Wenn die Gelehrsamkeit das Volk rettete, müßte die Kirche schon viel mehr blühen und voran sein, denn mehr als jetzt gepredigt wird, ist noch nie gepredigt worden.
Also, viel beten! Der Priester, der das Kreuz umklammert und der am Fuße des Kreuzes steht, auf dem ruht der Sieg. Betende Priester will Ich, betende Priester! Weder die Wissenschaft noch die Gelehrsamkeit bekehrt das Volk, auch wenn man einen Glanz nach außenhin verbreiten will. Damit ist der Sieg nicht zu befördern, aber mit demütigen, betenden Priestern. Das Salz der Erde muß wieder tiefgläubig werden und sich zum Gebet wenden.
Siehe, wie Ich trösten kann. Übertrifft das nicht alle Leiden der Fastenzeit, und wie oft habe Ich dir gesagt, daß Ich Mein Volk erinnern will, wie glücklich die Seele ist, welche die Kirchenfeste mitlebt. Darum erinnere dich daran, wenn wieder andere Zeiten kommen. Erwäge, was dein Erlöser getan hat, und wie ist es Ihm ergangen? Willst du denn einen anderen Weg gehen? Wer hat die Dunkelheit jetzt weggenommen? Und wer gibt dir den Trost und die Süßigkeit, die du jetzt hast? Sowenig wie das Christentum emporkommen konnte dadurch, daß Reiche dazugetreten sind, wo andere denken konnten, der ist reich und wird ein Christ, denn nur durch das Blut der Märtyrer und das demütige, tiefgläubige Leben der ersten Christen, die ihr Blut vergossen haben, ist das Christentum so schnell ausgebreitet worden, so wenig wird durch den äußeren Glanz, wenn sie noch so viele Priester und gelehrte Prediger erziehen, die Kirche zum Sieg gelangen, wenn nicht das tieflebendige Glaubensleben und das Gebet gepflegt wird. Der Sieg der Kirche muß verdient werden durch die treuen Kinder. Diese müssen die Kirche emporbringen, gerade wie zur ersten Zeit.
Niemals teilt Gott Seine Gnade aus, wenn Ihm nicht Opfer entgegengebracht werden. So wie Ich die Welt erlösen wollte durch das allerschrecklichste Opfer des Kreuzestodes, so ist es nicht anders möglich. Die Gerechtigkeit Gottes verlangt zu jeder Zeit Sühne für die Verbrechen der Menschen, und in solchen Zeiten, wie sie jetzt sind, verlangt sie außergewöhnliche Opfer. Da muß es Seelen geben, die außergewöhnliche Werke tun. Darum habe Ich den Liebesbund gegründet, weil Priester und Ordensleute, die mehr abgeschlossen von der Welt leben, nicht genügen. Es muß mitten aus der Welt Seelen geben, die mitten in der gottlosen Welt ein Gott wohlgefälliges Leben führen wie diejenigen, die in der Abgeschiedenheit leben, und die sich für ihre Mitmenschen einsetzen und opfern. Darum lasse Ich es alle diejenigen fühlen, die gegen den Liebesbund arbeiten und suche sie heim wie N.N., weil sie Meinem Willen entgegenarbeiten.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 219 ff.

 

988 Pfingstfest am 15. und 16. Mai 1910

„Das ist der Unterschied zwischen denen, die tieflebendig glauben, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch bin.“

Jesus: „Das sind auch gute Christen, aber weil sie keinen rechten Halt haben und weil die Gefahren der Jetztzeit so entsetzlich groß sind, sind sie schwankend und jeden Augenblick der Gefahr ausgesetzt, daß sie sich hin- und herreißen lassen, wie wenn sie jeden Augenblick tief fallen wollten. Das ist der Unterschied zwischen denen, die tieflebendig glauben, daß Ich wirklich und wahrhaft unter euch bin. Diese richten ihr Leben danach ein, empfangen Mich in der heiligen Kommunion, sie sind mit dem Band der Liebe eingeschlossen, und die Welt kann nicht an sie heran. Aber von den anderen weiß niemand, ob er sich nicht beeinflussen läßt vom Geist der Welt, weil die Gefahren zu groß sind und der Unglaube zu frech. Deshalb will Ich, daß der Liebesbund sich ausbreitet und so viele täglich kommunizieren und viel für die Wankelmütigen beten.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 231 ff.

 

1008 Am 29. November 1911

„Das Schicksal eines ganzen Volkes liegt oft in der Hand eines einzigen Gerechten, der sich mit seinen Gebeten dem Arm der göttlichen Gerechtigkeit so entgegenwirft und gleichsam den Zorn Gottes aufhält und Seinen Arm bindet..“

Jesus: „Sage Meinen Dienerinnen, sie sollten nicht säumen und in Amerika eine andere Niederlassung suchen. Ihr wißt oft nicht, woher es kommt, daß bei eintretenden Gefahren manchmal eine Wendung in einem ganzen Volk eintritt. Das Schicksal eines ganzen Volkes liegt oft in der Hand eines einzigen Gerechten, der sich mit seinen Gebeten dem Arm der göttlichen Gerechtigkeit so entgegenwirft und gleichsam den Zorn Gottes aufhält und Seinen Arm bindet, bis Sein Zorn entwaffnet ist, und wenn dann viele sich vereinigen und sich anschließen an das Gebet einer solchen Seele, wird oft ein ganzes Volk gerettet, und wenn in Deutschland viele sich dem Liebesbund anschließen und das ausführen, was Ich angegeben, so geschieht dies auch in Deutschland, und Deutschland wird gerettet sein.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 269 ff.

 

1009 Am 22. Dezember 1911

„Deutschland soll von Rom losgelöst, die katholische Kirche vernichtet und eine gemeinsame Gesellschaft mit der lutherischen Kirche bilden.“

Jesus: „Die Schrift (Flugblatt eines protestantischen Predigers), die Ich dir gestern abend in die Hand spielte, soll dir zeigen, warum Ich mit dir rede, warum Ich die Einführung der täglichen Kommunion verlangte, denn das ist der Liebesbund, den Ich mit Meinen treuen Kindern schließen will. Alle, die sich von diesem Band umschlingen lassen, bleiben ihrem heiligen Glauben treu, und sie sollen gerettet werden für eine glückselige Ewigkeit. Die übrigen werden, wenn auch nicht alle zum Abfall kommen von ihrer katholischen Kirche, doch wie ein Rohr hin- und herschwanken. Beim Lesen der Broschüre hast du gesehen, wie wahr es ist, was Ich dir in den sechsundzwanzig Jahren mitgeteilt habe. Deutschland soll von Rom losgelöst, die katholische Kirche vernichtet und eine gemeinsame Gesellschaft mit der lutherischen Kirche bilden, anstatt des Papstes, der deutsche Kaiser die gesamte Kirche regieren.

Dies ist geplant von allen, die Mich als ihren Gott und Schöpfer aller Dinge nicht mehr anerkennen. Aus Haß gegen Mich haben sie sich verschworen, nicht eher zur Ruhe zu kommen, bis diese ihnen so verhaßte Kirche aus der Welt hinweggefegt sei, weil nur in dieser Kirche Mir noch die schuldige Ehre und Verherrlichung zukommt, das Ankämpfen gegen das Zentrum in den Reichstagswahlen, das Ausschalten alles Religiösen aus den Schulen, die laxe Moral, die bis ins letzte Dörfchen hinein zutreibende und immer mehr überhandnehmende Vergnügungssucht, alles das gehört von den Gotteshassern zu dem einzigen Plan, den sie sich gesetzt, und der von der Hölle ausgeht, um die vom Herrn gestiftete Kirche aus der Welt zu schaffen.
Ein Priester soll und muß zu Zeiten, wo der heiligen katholischen Kirche Abfall droht, mit Mut und Entschlossenheit diejenigen Männer nachzuahmen suchen, welche die Abgefallenen so sehr hassen, wie einen heiligen Karl Borromäus, Ignatius, Canisius und überhaupt alle, die kämpften für die Kirche und ihre Rechte. Die Laien sollen treu zu ihren Priestern stehen durch Gebet, durch Opfer, Priester ausbilden helfen, und wie Ich dir immer sagte, feurige Männer aufstehen, die wie mit einem zweischneidigen Schwerte die Rechte der Kirche verteidigen.
Darum bitte deine Vorgesetzten, daß sie dir erlauben, an alle, die glauben, daß Ich mit dir rede, die Aufforderung ergehen lassen zu dürfen, jeden Tag den ganzen Psalter Mariens zu beten, bis die Reichstagswahlen ganz abgeschlossen seien. Dann vereinigt Sich Meine Mutter mit dem ganzen himmlischen Hof, um euch zu Hilfe zu eilen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 270 ff.

 

1011 Am 21. Januar 1912

„Ich lasse die Gottlosen eine Zeitlang herrschen. Das Häuflein der wahren Katholiken wird so klein gemacht, daß man nicht mehr weiß, ob es überhaupt noch Katholiken gibt auf der Welt.“

Jesus: „Siehe, auf der ganzen Welt, von Süd bis Nord und von Ost bis West, werde Ich hinausgejagt aus den Herzen Meiner Kinder. Ein Fremdling bin Ich geworden. Wo soll Ich Mir eine Zufluchtsstätte suchen? Sage es allen treuen Liebesbundmitgliedern, daß Ich ein Fremdling geworden bin und daß sie Mich aufnehmen, wenn Ich anpoche an ihren Herzen. Am christlichen Volk, das Mir entfremdet wird, kann Ich Mich nicht mehr halten. Ich kann Mich nur noch an einzelne Seelen halten, die hie und da zerstreut sind. Meine Kirche hat jetzt eine harte Zeit durchzumachen. Die Welt wird sehr geläutert und gesiebt. Die Kirche wird bedrängt von allen Himmelsgegenden. Ihr müßt gerade alles kommen lassen, was kommt. Ich lasse die Gottlosen eine Zeitlang herrschen. Das Häuflein der wahren Katholiken wird so klein gemacht, daß man nicht mehr weiß, ob es überhaupt noch
Katholiken gibt auf der Welt.
Dann steht ein Mann auf, sammelt die einzelnen Guten, die glauben, daß Ich doch alles vorausgesagt habe und treu geblieben sind. Denn alle, die das nicht glauben können, werden von dem Strom mit fortgerissen. Dann tritt ein Mann auf, läßt mächtig seine Stimme erschallen, holt das Werk hervor, sammelt die Mitglieder und der Liebesbund wird bestätigt und das Christentum wird aufgebaut und erneuert.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 273 ff.

 

1012 Fest des heiligen Ignatius am 4. Februar 1912

„Und der Liebesbund wird bestätigt, und durch seine Mitglieder die Kirche zu neuem Leben geweckt und erneuert werden.“

Jesus: „Laß Mich ein in die Wohnung deines Herzens, überall werde Ich vertrieben. In Meinem Eigentum werde Ich verjagt und hinausgestoßen. In der ganzen Welt will die Bosheit Meine Kirche jetzt vernichten, darum dieses Ringen und Kämpfen gegen sie. Ja, die Zeit ist gekommen, wie Ich sie in den Schriften kennzeichnete, wo Meine Kirche geläutert und gesiebt wird. Niemand wird dem Kampf entrinnen können. Weil die Hölle wähnt, ihr Reich jetzt auf Erden aufrichten zu können, so stachelt sie ihre Helfershelfer von Nord bis Süd, von Ost bis West auf. Überall der gleiche Kampf gegen Meine heilige Braut, die heilige katholische Kirche.

Und weil der Unglaube und die Gottlosigkeit so große Fortschritte machen, ekelt Mich die ganze Menschheit an, und Ich überlasse sie den Gelüsten ihres Fleisches. Aber der rächende Zorn Meines Vaters wird die Menschheit züchtigen, die Kinder der heiligen katholischen Kirche werden kaum mehr zu unterscheiden sein von anderen: Juden, Heiden und Irrgläubigen. Dann aber, wenn die Menschheit zermalmt sein wird unter den Schlägen des Zornes Gottes, werde Ich einen Mann erwecken, der die verstaubten Bücher hervorholen wird und der Welt sagen: ‚Tretet ein in den Liebesbund!‘ Und der Liebesbund wird bestätigt, und durch seine Mitglieder die Kirche zu neuem Leben geweckt und erneuert werden.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 273 ff

 

1016 Fastnachtdienstag am 20. Februar 1912

„Meine Kirche muß den Menschen wieder ein Paradies werden.“

Jesus: „Meine Kirche muß den Menschen wieder ein Paradies werden. Dafür ist sie von Mir gestiftet. Als Wir den Himmel erschufen, schmückten Wir ihn aus mit vielen Uns ähnlichen Geistern, an denen Wir Unsere Liebe vervielfältigen wollten. Aber noch mehr wollte Gott der Vater tun, um Seine Liebe zu vervielfältigen. Er schuf noch einen zweiten Himmel, das irdische Paradies. Und als die Sünde Ihm diese Freude zerstörte, sandte Er Seinen Sohn, der Ihm Seinen Lustgarten wieder aufbauen und herrichten sollte. Dies tat Sein Sohn! Er ist und bleibt in diesem Lustgarten Seines Vaters, solange die Welt steht. Es ist Seine heilige katholische Kirche. Und je mehr die Bosheit der Hölle bemüht ist, diesen zweiten Himmel an sich zu reißen und den Menschen, der doch nur zu Meiner Ehre und zu Meiner Freude erschaffen ist zu verderben, um so freigebiger muß Ich dann sein gegen das Geschöpf, das nicht so vollkommen erschaffen ist wie die Engel, die Tag und Nacht tun, was ihr in diesen Tagen tut. So wie eure Zeit dem Heidentum zu vergleichen ist an Gottlosigkeit, Sünden und Laster, so bin Ich aber auch gleichsam genötigt, um Meine Verheißungen erfüllen zu können, Meine treuen Kinder zu schützen und zu entschädigen. Darum verlange Ich, wo solche Zeiten vorhanden sind, jetzt die Einführung des Liebesbundes. Ein Band, das Ich Selbst bin, soll sie alle umschlingen. Diese sind es, die aber auch überaus gesättigt werden und getränkt durch Meine Liebe, so daß sie nicht die leeren Freuden der Welt brauchen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 279 ff.

 

1025 Am 7. Januar 1915

„Nicht umsonst ist der Liebesbund in Deutschland entstanden, nicht umsonst soll als äußeres Zeichen des Liebesbundes die Sieges- und Friedenskirche in Deutschland erbaut werden.“

Maria: „Nun, so glaube auch, daß die deutschen und österreichischen Soldaten siegen werden! Nicht umsonst ist der Liebesbund in Deutschland entstanden, nicht umsonst soll als äußeres Zeichen des Liebesbundes die Sieges- und Friedenskirche in Deutschland erbaut werden. Deutschland und Österreich verdanken ihre bisherigen Siege nur jenen Männern, die euch Mein Sohn zugeführt hat, und die dafür sorgen, daß der Liebesbund sich rasch verbreitet. Ich will dir aber auch die Schar derer zeigen, die mitkämpfen.
Diese sind es, die unsichtbar mit euren Soldaten kämpfen. Soll aber die Strafe abgekürzt werden und ein dauernder Friede gesichert sein, dann bleibt noch viel zu tun übrig. Die Menschen sind noch nicht gebessert. Ich meine nicht jene, die absichtlich in ihrer Bosheit verharren wollen. Ich meine vielmehr das arme, gläubige Volk, das die Hand Gottes am meisten fühlen muß und das die göttliche Gerechtigkeit noch retten will. Und dazu muß der Liebesbund helfen! Das ist seine Aufgabe. Die Priester, die sich demütigen können, um den Liebesbund den Mächtigen der Erde zu unterbreiten, und die Fürsten und Heerführer, die sich demütig vor ihrem Gott und dessen gerechter Züchtigung beugen, werden ihr Volk wieder in Vereinigung mit den Dienern der katholischen Kirche zu einem kindlich-demütigen Glauben zurückführen. Diese sind es, auf deren Seite der Sieg sich neigt. Das muß aber erkämpft werden. Darum wendet sich der ganze Himmel mit Mir an euch, Meine Kinder. Schreibe, was Ich dir heute mitgeteilt, gewissenhaft auf und sende es deinem Seelenführer. Dieser soll an alle Priesterfreunde Meine Worte gelangen lassen, demütigen muß sich die Menschheit, wenn der Zorn Gottes besänftigt werden soll. Und glücklich diejenigen, die den angeborenen Stolz aus sich herausarbeiten können, daß sie sich den Demütigungen unterziehen und selbst freiwillig aufsuchen. Sie tun mehr als solche, die hinausziehen in ferne Länder, um Heiden zu bekehren, denn diese werden bewundert wegen ihrer Großmut, jene aber nicht. Jetzt ist die Zeit, in der die Menschheit zur Umkehr gebracht werden kann. Geschieht das nicht, dann wehe den Völkern! Unumwunden sollen die Kirchenfürsten dafür sorgen, daß der Liebesbund überall in seinem Entstehen Eingang finde, damit dem Laster der Glaubens- und Sittenlosigkeit entgegengearbeitet werde. Seht euch nur um, ob da, wo die Gegner gegen das, was Mein Sohn von dir verlangt, arbeiten, die Religion die Oberhand gewinnt. Seht nur in Deutschlands Bischofsstadt! Darum vertraue und glaube, daß alles noch zum guten Abschluß kommt. Kein Gebet bleibt unerhört. Alle, die sich fest anschließen und glauben, sollen auch an der Freude teilnehmen, die Mein Sohn verheißen hat.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 300 ff.

 

1026 Brief Barbara an Beichtvater (auszugsweise) v. 10. Januar 1915

„Aber wie weit wäre Meine wahre Kirche gekommen, wenn der Heilige Geist, den Ich ihr bei ihrer Gründung gegeben, nicht immer und immer wieder durch Menschen diese Offenbarung bekräftigt und neu belebt hätte.“

Jesus: „Ich verlange Anerkennung von ihnen. Daß bis jetzt der Sieg sich neigte auf Österreichs und Deutschlands Seite, geschah, weil mehrere Bischöfe in Deutschland und Österreich und Ungarn den Liebesbund einführten, indem sie seine Statuten bestätigten, und das gläubige Volk in Verbindung mit frommen Priestern und Ordensleuten beteten und Mich anriefen um der Verheißungen willen, die Ich dem Liebesbund gegeben habe. Soll aber die strafende Gerechtigkeit versöhnt und die Strafe abgekürzt werden, dann muß folgendes geschehen:

1. Die katholische Kirche ist Mein auserwähltes Volk auf der ganzen weiten Welt, wie im Alten Bund Israel. Es ist Mein Augapfel. Darum kann Ich an ihm nichts dulden, was Mir an ihm mißfällt. Ich sagte dir immer in den fünfundvierzig Jahren, wo Ich mit dir redete, Schäden sind eingerissen in Meiner Kirche, die entfernt werden müssen. Einer der größten Schäden ist, daß das Angesicht Meiner Braut ganz entstellt ist. Das Angesicht ist Mein Priestertum. Es liebäugelt mit der Welt! Das mußtet ihr, Meine treuen Kinder, in Mainz schon hart und bitter fühlen. Darum verlange Ich, daß die Schmähartikel, die katholische Priester in Zeitungen veröffentlichten, widerrufen werden, damit vor allem der Unglaube im Priestertum aufhöre, der so gekennzeichnet ist in dem Artikel der ‚Augsburger Postzeitung‘ und im ‚Aachener Piusblatt‘. Dieser Priester schreibt in öffentlichen Zeitungsblättern, die von vielen Katholiken gelesen werden: ‚Der Liebesbund des Eucharistischen Heilandes sei eine Ketzerei und die ihn ins Leben gerufen, seien seine Ketzer.‘ Sieben bis acht Bischöfe von Ungarn und Österreich und deutsche Bischöfe haben die Statuten des Eucharistischen Liebesbundes geprüft und bestätigt. Dann hätten diese acht Kirchenfürsten nach Aussage dieses Aachener Priesters eine Ketzerei bestätigt. Ferner bezeichnete dich die ‚Augsburger Postzeitung‘ als Schwindlerin, warf dir ungesunde Frömmigkeit vor, verrücktes Gehirn und stellt den vertrauten Umgang einer Seele mit Gott vor der Öffentlichkeit hin als Schwärmerei und Phantasiegebilde. Und wie viele Priester stellen sich auf die Kanzel und sagen: Christus war der letzte Prophet und nach Ihm und mit Ihm sind alle Prophezeiungen abgeschlossen. Alles, was nach Christus als göttliche Offenbarung ausgegeben wird, braucht niemand zu glauben. Und man schweigt. Keine Rüge, kein Tadel! Obwohl andere gläubige Priester und Laien Proteste einreichten, bleiben alle Widerrufe unausgeführt. Und der Prediger auf der Domkanzel, der die Sühne-Predigten hielt, hatte die Ehrlichkeit, es einzugestehen: ‚Wir sind Kinder dieser Zeit! Wir alle sind vom Unglauben angefressen, auch ich!‘ Und wenn ihr, Meine Diener, das eingesteht, daß alles vom Unglauben zerfressen wird, auch ihr, dann glaubt doch, daß Ich nicht schweige, wenn alle schweigen, mitlächeln, liebäugeln mit dem Geist der Welt, da darf Ich nicht schweigen.
Und Ich rede im Neuen Bund noch wie im Alten Bund. Als Mein himmlischer Vater die Pforten des Paradieses schloß, verhieß Er der gefallenen Menschheit den Erlöser. Als aber die undankbare Menschheit diese Verheißung mit Füßen trat und ihren Lüsten nachging, erweckte Ich Mir unter ihnen Menschen, denen Ich Meinen Geist mitteilte, und die Meine Verheißungen aufrechterhalten mußten, damit der Glaube an einen Gott erhalten bliebe. Dieses war Mein auserwähltes Volk. Diese armseligen Adamskinder sind aber, nachdem die Verheißung erfüllt war, dieselben wankelmütigen Menschen geblieben! Dies seht ihr ja an den vielen Irrlehrern, die alle nach ihren Lüsten sich ihren Glauben machen. (Der Herr redet hier nur von der wahren Kirche, die Er kennzeichnen will.)
Wohl habe Ich alles geoffenbart, was Mein Vater Mir zu offenbaren befohlen und die Apostel der Welt verkündeten. Aber wie weit wäre Meine wahre Kirche gekommen, wenn der Heilige Geist, den Ich ihr bei ihrer Gründung gegeben, nicht immer und immer wieder durch Menschen diese Offenbarung bekräftigt und neu belebt hätte. Und wenn Ich jetzt in dieser gottlosen Zeit, wo man Mich in Meiner Kirche vernichten will, aus den Menschen Mir ein Werkzeug erwählte und jahrzehntelang darf sie nichts Neues, sondern was Ich der Menschheit vom Himmel gebracht, wiederholen. Wer von euch, Meine Diener, wagt es noch zu sagen und zu schreiben: ‚Ungesunde Frömmigkeit!‘ Nein, sagt offen dem Volke: ‚Wir glauben selbst nicht mehr, was Christus gelehrt. Deshalb wollen wir durch ein armseliges Menschenkind, das Er Sich erwählt hat, nicht gestört sein.‘

2. Der große Weltkrieg ist die Strafe für die Menschheit, weil sie ihren Schöpfer vergessen und nur ihren Lüsten frönen will. Die katholische Kirche aber ist die allein wahre von Christus gestiftete Heilsanstalt, in der Er alle Schätze niedergelegt und durch die Er der Welt beständig zeigen will, daß in keiner anderen Kirche das wahre Glück zu finden sei. Mit dieser hat Er Sich am Kreuze vermählt, sie ist Seine Braut. Sie ist zwar in allen Weltteilen verbreitet, aber durch die Gleichgültigkeit ihrer Kinder wurde sie gestraft. Die aus ihrer Mitte ausgearteten und ausgetretenen Irrlehrer verdunkelten ihr Ansehen und gewannen die Oberhand, in Deutschland wie in anderen Ländern. Von diesen wird jetzt überall Meine wahre Kirche unterdrückt und geknechtet. Aber Ich lasse es zu als Strafe für den Übermut so vieler Meiner Kinder. Dieser Weltkrieg, der so viele unschuldige Opfer verschlingt, soll aber Meiner wahren Kirche zu dem Ansehen wieder verhelfen auf der ganzen Welt, das ihr gebührt. Sie soll auf den Leuchter gestellt werden, wo sie von allen Menschen gesehen und entdeckt werden kann, die guten Willens sind. Darum verlange Ich, daß von Rom aus Halt geboten wird allen jenen Priestern, die gegen den Eucharistischen Liebesbund arbeiten. Und du, Mein Sohn, sorge dafür, daß der Päpstliche Nuntius in München unterrichtet wird. Mit der Bestätigung der Statuten des Liebesbundes wendet euch, Meine Diener, dann an den Fürsten!

3. Und dies ist der dritte Auftrag, den Ich Meiner Kirche zugehen lasse: Meine Diener müssen dem Kaiser von Österreich, den Generälen wie Hindenburg, die Ursachen klarmachen, daß bisher der Sieg immer auf ihre Seite sich neigte, und diese den Kaiser von Deutschland zu überzeugen suchen, welch wichtige Bedeutung dieser Weltkrieg auch für Deutschland hat. Und wenn er als guter Kaiser seinen katholischen Untertanen nicht gleiche Rechte einräume wie den Protestanten, so daß die katholische Kirche ihre Ordensleute, die aus Deutschland hinausgeworfen seien, ungehindert zurückrufen könne, und die katholische Kirche in Deutschland nicht wie ein Sklave, sondern wie Freie behandelt werde, käme auch die Verwüstung noch über sein Land! Sieht das der Deutsche Kaiser ein, dann verspreche Ich, soll das Blutbad ein Ende nehmen. Das Resultat dieser schrecklichen Geißel soll sein, daß die Geschöpfe ihren Schöpfer wieder anerkennen. Der Päpstliche Nuntius in München soll sich ebenso auch beim Ministerium verwenden, daß die Kirche in Schippach, die als Symbol und Siegeszeichen über den Unglauben unserer Zeit einstehen soll, ruhig und ohne Störung vom Bezirksamt und von keinem Unterbeamten weitergebaut werden kann. Denn am Tag der Einweihung dieser Kirche wird die schönste Zierde die sein, daß Fürst und Volk den Friedensbund dort schließen und ein dauernder Friede für lange Zeit geschlossen wird. Sinkt Mein Volk aber nach dieser langen Friedenszeit wieder in die alten Laster zurück, dann geht es allmählich dem Ende zu. gez. Barbara Weigand.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 302 ff.

 

1028 Am 8. März 1915

„Dies lasse Ich zu, weil so viele Priester stolz und hochfahrend das Wehen Meines Geistes nicht anerkennen, Ihn vernichten wollen. Darum entziehe Ich ihretwegen Meinen Segen.“

Jesus: „Sage den Priesterfreunden, man möge sich umsehen, ob die Welt trotz aller Züchtigungen, womit Ich die Welt heimgesucht, ob die Menschen in sich gehen. Im Gegenteil, man wird finden, daß gerade in Großstädten, wo katholische Priester so sehr entgegenarbeiten gegen das, was Ich in dir rede, die Geilheit, die Unzucht, aber auch die Hab- und Genußsucht nicht ab-, sondern zunehmen. Dies lasse Ich zu, weil so viele Priester stolz und hochfahrend das Wehen Meines Geistes nicht anerkennen, Ihn vernichten wollen. Darum entziehe Ich ihretwegen Meinen Segen. Ihre Predigt, ohne Wirksamkeit, beachte Ich nicht, weil auch sie Meinen Worten kein Gehör schenken!

Was hat Meine Kirche im Mittelalter so groß und stark gemacht? Nicht Reichtum, nicht Ehre und Ansehen, einzig und allein die Freiheit des Geistes, infolgedessen jede Seele als Kind, nicht als Sklave behandelt wurde. Der tieflebendige Glaube war dann die zweite Ursache, daß der Priester sich nie getraut hätte, das Wehen Meines Geistes in den Seelen aus purer Willkür vernichten zu wollen, wie dies bei dir geschieht. Fünfundvierzig Jahre benütze Ich deinen Geist; weil du Meinen Worten Gehör schenktest, gab Ich dir die Gnade, sie auch zu verstehen. Ich bin es, der die Einführung der öfteren, ja täglichen Kommunion verlangte und dir befahl, ob gelegen oder ungelegen, es Meinen Dienern zu sagen.

Ich habe auch gesehen, was du deswegen zu erdulden hattest. Ich habe gesehen und gehört, wie Bischof Haffner, als jener gut katholische Arzt dem Bischof seine Überzeugung berichten wollte, daß bei Barbara Weigand keine natürliche Krankheit vorliege, sondern daß hier Theologen zu untersuchen hätten, dem lieben, gläubigen Arzt durch Frl. Hannappel sagen ließ, er sei ein Esel.
Ich nahm diesen Bischof, wie Ich ihm durch dich sagen ließ, hinweg, nachdem Ich ihn überführt hatte durch den Abfall von Professor Schieler, dessen Abfall Ich durch dich ihm lange vorher sagen ließ. Bischof Brück unterstellte dich bei der Untersuchung gar einem ganz ungläubigen Arzt, der kein Mittel unversucht ließ und sogar Zaubermittel anwandte, wie Hypnose, die ihm aber mißglückte, weil Ich es nicht zuließ, um den beiden anwesenden Priestern sagen zu können: ‚Es ist Hysterie!‘
Den beiden Priestern zur Strafe, die beiden waren in ihrem Innern überzeugt, daß es keine Krankheit sei, zeigte Ich, was Hysterie ist an ihren eigenen Familienangehörigen: Dem Beichtvater Pater Bonifaz an seiner leiblichen Schwester, die sich in demselben Haus, wo du ein Jahr vorher eingesperrt wurdest, aus lauter Hysterie und Verrücktheit das Leben nahm. Und wie Ich Dr. Hubert heimsuchte an seinem eigenen Bruder, der durch sein unsittliches Leben mit mehreren Frauen so in Schulden geriet, daß er, wie die Zeitung es verkündete, zweihunderttausend Mark unterschlagen und sich vergiftete und im Krematorium verbrennen ließ, ist stadtbekannt. Da aber alles zugedeckt wurde und nicht als Strafe von der Mainzer Geistlichkeit angesehen wurde, sondern nur blinder Zufall sein soll, verlange Ich, daß du es an die Oberbehörde gelangen lassest.
Diese soll dafür sorgen, daß jene Priester gewarnt werden, die, anstatt die Gläubigen zu Buße und Besserung zu mahnen, jetzt wo Ich Meinen Zorn ausgieße über die Völker, Unglaube, Neid und Zwietracht säen, und in öffentlichen Blättern den Verkehr einer Seele mit Gott in pharisäischer Heuchelei als Ausgeburt eines hochmütigen, ketzerischen Geistes hinstellen, den Bau der Kirche, den Meine treuen Kinder Mir bauen sollen als Zeichen der Liebe und Dankbarkeit für die Einführung der öfteren Kommunion und sogar eine Darstellung über dem Hochaltar verlangte, wodurch die Dekrete von Pius X. verewigt sein sollen, jene Priester hinstellen als erdichtete Lügen. Und diese Zeitungen, gezeichnet von Oberpfarrer Baier in Aachen, werden überall hingeschickt in Deutschland, um den Kirchenbau zu hintertreiben.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 306 ff.

 

1029 Fest des heiligen Josef am 19. März 1915

„So muß jede Erneuerung des Glaubenslebens in der sündigen Menschheit durch fortgesetzte Miterlösung opfernder Menschen verdient werden.“

Jesus: „Ich will, daß die Kirche trotz der vielen Schwierigkeiten weitergebaut werde. Daß Ich aber von Meinen treuen Kindern dieses Dankesdenkmal in dem schrecklichen Weltkrieg zu bauen verlange, soll allen guten und treuen Kindern, die so bereitwillig ihre Gaben spenden und Meinen Willen erfüllen, ein Denkmal des Friedens werden. Ich Selbst will als Friedensfürst in ihnen wohnen schon hier auf Erden und durch die ganze Ewigkeit. Denjenigen, die sich so hartnäckig und mit bösem Willen Meinem Werke widersetzen, soll die Kirche als Leuchtturm des Sieges gelten und eine Mahnung für jene sein, die unberufen Meine Pläne vereiteln wollen, auch wenn es Führer Meines Volkes, des Volkes Gottes sind. Sie werden Meinen Arm fühlen müssen.

Die Schwierigkeiten, die von allen Seiten gemacht werden, lasse Ich jedoch zu, weil das ganze Werk den Weg gehen muß, den Ich und Meine Braut, die heilige katholische Kirche, gehen müssen, und weil es einen Weg der Läuterung durchmachen muß, ehe es Mir Ehre und den Menschen Heil und Segen bringen kann. Eine Erneuerung des Glaubens und der Sitten soll der Liebesbund sein und alle, besonders jene, die sich durch Opfergaben beteiligen, oder wie Meine Diener in Wort und Schrift den Kirchenbau und Mein Werk fördern, helfen den Sieg beschleunigen.
Wie Ich einst die Erlösung der Menschen durch blutigen Kreuzestod verdienen mußte, so muß jede Erneuerung des Glaubenslebens in der sündigen Menschheit durch fortgesetzte Miterlösung opfernder Menschen verdient werden. Dein anhaltendes Gebet schon seit deiner Jugend auf, dein beständiges Opferleben in so schlichten, einfachen Verhältnissen hat Mein Herz gerührt. Darum soll jetzt mit dem Blutbad und all den Geißeln, die damit verbunden sind, auch die sühnende Kraft einsetzen, die die Menschen bessern und die Wunde wieder heilen soll. Die sühnende Kraft, die Ich zwar am Kreuz für alle Menschen verdient habe, soll und wird aber doch für die undankbar sündige Menschheit in Zeiten, wo die Menschheit ihre eigenen Wege geht, wie in den letzten Jahrhunderten, sehr verstopft und aufgehalten. Zu solchen Zeiten brauche Ich Sühnopfer, Menschen, die durch ein Leben, das dem Meinen ähnlich ist, den verstopften Kanal wieder aufräumen. Die sühnende Kraft bin Ich, der Kanal ist der Liebesbund.
Der furchtbare Krieg und seine beiden Gefährten, Krankheit und Hungersnot, sind die Arme der zürnenden Gerechtigkeit. Mit dieser Züchtigung soll die Versöhnung Hand in Hand gehen. Die Sakramentskirche in Schippach, ein Leuchtturm des Friedens, eint die sündige Menschheit und ist ein Zeichen des Sieges der Barmherzigkeit über die zürnende Gerechtigkeit. Jedes Fest, das in dieser Kirche gefeiert wird, soll ein Widerstrahl jenes siebenfarbigen Regenbogens sein nach der Sündflut und ein Zeichen, daß Ich mit der Menschheit Friede geschlossen habe.
N. soll N. sagen, er möge in der Welt Umschau halten, ob er noch jemand fände, der vorgibt, es müsse dem Herrn ein Denkmal gesetzt werden aus Dankbarkeit für die Einführung der öfteren Kommunion. Wenn derselbe aber niemand finde, dann soll er das, was er hier durch die Schriften in Händen hat, von Gottes Geist kommend erkennen. Er soll den Liebesbund bestätigen, jenen Priestern, die in Blättern dagegen arbeiten, Einhalt gebieten, und den Kirchenbau in Schippach nach Kräften zu fördern suchen und soll bedenken, welche Ehre ihm übertragen wird durch die Übertragung des Baues und sich wohl hüten zu handeln wie N., damit ihm nicht ähnliches widerfährt. Ich will, daß alle guten Christen, auch die Priester dazu beitragen, daß Mir hier ein herrliches Denkmal gesetzt werde. N. soll sorgen, daß die Regierung bald die Pläne bestätigt, und wenn er sich nach München wenden muß.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 308 ff.

 

1039 Fronleichnam am 3. Juni 1915

„Für die Sakramentskirche und den ganzen Liebesbund soll Paschalis als Schutzpatron aufgestellt werden.“

Jesus: „Längst wären die Schwierigkeiten gelöst, die das Bezirksamt macht, wenn euer Dechant in Elsenfeld begeistert wäre für Meine Ehre. Da er aber nur zeitliche Vorteile sucht, kann er nicht verstehen, wessen Geistes Kind er sein soll. Neid und Ehrsucht ist die Triebfeder, die man aber in ein Bedauern kleiden möchte. Man hätte, sagt man, mit dieser luxuriösen Verschwendung anderswo in armen Gemeinden bei Kirchenbauten helfen können. Bei dieser Ausrede überlegen sie aber nicht, daß Ich es bin, Der hier wirkt. Man hindert ja auch jene nicht, die Geld für unnütze Dinge verschwenden.
Für Schippach bleibt Antonius Schutzpatron; für die Sakramentskirche und den ganzen Liebesbund soll Paschalis als Schutzpatron aufgestellt werden, weil dieses Denkmal aus dem Liebesbund herausgewachsen und alle Mitglieder des Liebesbundes an Paschalis ihr Vorbild sehen und Mir, wie er, ihre Anbetung darbringen sollen, so demütig-gläubig und ohne Menschenfurcht.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 324 ff.

 

1042 In Gutenbrunnen am 22. September 1915

„Darum will Ich Mir aus dem Priesterstand heraus eine Schar treuer Streiter zusammenscharen. Das sind die, die sich mit Maria vermählt haben. Diese werden treu aushalten in allen Kämpfen, die da kommen werden.“

Jesus: „Sage Pater Felix in Bornhofen, er soll weitermachen mit den beiden Vereinen, die aus dem Liebesbund herausgewachsen sind: Den Bund der Priester und der Kreuzesbräute. Sie wären von großer Wichtigkeit für die kommende Zeit. Ich Selbst habe in ihm die Gedanken dazu schon angeregt. Die Menschheit bessert sich nicht. Dieser Krieg ist eine Strafe für die Menschheit. Was Ich schon Jahrhunderte vorausgesagt habe und durch dich erneut voraussagen ließ, ist jetzt eingetroffen, aber die Menschheit wird noch schlimmer statt besser, und was Ich erzielen wollte, nämlich daß die Regenten die Rechte Meiner Kirche anerkennen sollen und dieselbe frei machen, daß sie ihre Rechte ungehindert ausüben kann auf ihre Kinder, wird nicht angenommen. Darum will Ich Mir aus dem Priesterstand heraus eine Schar treuer Streiter zusammenscharen. Das sind die, die sich mit Maria vermählt haben. Diese werden treu aushalten in allen Kämpfen, die da kommen werden. Der Kreuzbund ist dazu bestimmt, die Priester zu unterstützen. Der Priester soll dann genügsam sein und denken, daß er auch mitleiden muß, um den Sieg zu erringen, und damit dies ginge, kein Wohlleben suchen. Die Kreuzesbräute sollen die Maria und Martha vertreten und tun, wie diese es gegenüber dem Heiland getan haben.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 330 ff.

 

1045 Am 26. November 1915 (Liebesbund)

„Ja, jetzt will Ich einen Bund schließen und glücklich jene, welche sich zu diesem Bunde bekennen. Ich will sie einführen in die Arche Meines Herzens.“

Jesus: „Ja, Mein allerbarmendes Erlöserherz schaut mit Erbarmen dem Treiben dieser armen, von blindem Wahn verblendeten Völker zu, die der Geist der Finsternis gefangen hält, und die immer mehr der Verstocktheit anheimfallen. Gleich einer Sündflut schmachtet die Menschheit in den Banden der eitlen Weltlust und Meine warnende Hirtenstimme, die Ich über diese schuldbeladene Erde rufe, sie verhallt inmitten des Jagens nach eitlem Götzentum, und darum habe Ich Meine Getreuen eingeladen zu einem neuen Bund Meines göttlichen Herzens, den Ich zum letzten Mal schließen will, bevor jener große Tag erscheint, wo der Erdball erzittern wird und das Weltenende kommt.

Ja, jetzt will Ich einen Bund schließen und glücklich jene, welche sich zu diesem Bunde bekennen. Ich will sie einführen in die Arche Meines Herzens. Einen Tempel des Friedens habe Ich gewünscht, in den diejenigen einziehen, die ganz nach Meinem Willen handeln. Ja, aber ach, wie furchtbar rütteln die Pforten der Hölle an diesem Tempel, und doch sage Ich heute ganz entschieden, daß alle, welche nicht den Bau dieser Arche Meines göttlichen Herzens befördern, furchtbar heimgesucht werden. Sechs Zornesengel stehen bereit. Diese werden, einer nach dem andern, die Erde heimsuchen und furchtbares Wehklagen wird den Erdkreis erfüllen. Alle aber, welche bereits sich mit ganzem Herzen zu Meinem göttlichen Herzen bekennen, werde Ich wunderbar von vielen Plagen verschonen.
Wenn dann die bisher so blinde Menschheit wird einsehen, daß nur in Meiner heiligen Eucharistie wahres Heil zu finden ist, dann erst wird Meine Arche das Fest des wahren Friedens sehen. Ja, dann werden Meine wahren Anhänger sich versammeln, um Mein hochheiliges Sakrament zu verehren, und ein Band der Liebe wird dann Meine Getreuen vereinen. Dann werde Ich ausgießen Meinen Geist über alles Fleisch und herrliches, übernatürliches Leben wird erstehen und mit Freuden werden dann alle schöpfen aus dem Wunderquell des eucharistischen Lebensquells.
Ja, Meine geliebte Braut, dieses nun Gesagte sei eine Warnung für jene Seelen, die Ich bereits zu Meinen Getreuen zähle, die aber immer noch zweifeln an Meinen Verheißungen. Ja, Ich werde noch manche Seele zu dir führen, und alle, welche Ich für befähigt finde, diese Meine Worte zu fassen, ihnen mußt du sie kundtun, damit sie sich stärken auf die kommenden furchtbaren Zeiten, die diesem Weltenbrande folgen. Ja, jetzt schon schaue Ich voll tiefer Besorgnis nach Meinen Getreuen, die wie Lämmlein unter Wölfen sich befinden und so oft von diesen überfallen werden. Ja, ein Heilmittel steht allen bereit, aber dieses Heilmittel der heiligen Eucharistie, es wird verschmäht und darum müssen die Menschen geheilt werden durch furchtbare Zuchtruten, die Mein himmlischer Vater über diese so widerspenstigen Kinder verhängt. Ja, glücklich alle, welche diese Meine Warnungen zu hören das Glück haben, aber nicht bloß hören, sondern danach handeln.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 335 ff.

 

1061 Am 19. Februar 1916 (Kulturkampf)

„Alles Edle und Hohe, das ewig dauert, wird als Wahnsinn betitelt, und alles Niedrige und Natürliche als Tugend.“

Jesus: „Eine zweite Art der Mir so teuren Opferseelen will Ich dir heute zeigen, in deren Kreis auch du gehörst, und die dazu bestimmt sind, zum Sieg der heiligen Kirche mitzuhelfen. Wie innig liebe Ich diese Seelen, denn Meine geliebte, heilige Kirche, Meine teure Braut auf Erden, was hat sie gekostet, bis sie von Meiner Seite aus so gebildet war, und jetzt, was steht ihr nun bevor? Welche furchtbaren Verheerungen darf nun Satan auch in ihr anrichten? Und erst wenn sie völlig verwüstet ist, dann wird sie glorreich auf Erden erstehen. O liebe Braut Meines Heiligsten Sakramentes, darum tue, was du kannst zum Heile Meiner Seelen, und bilde nun besonders jene, die durch ihre Opfer und Gebete bestimmt sind, den Sieg der heiligen Kirche zu beschleunigen. Ja, alle Opfer, die im stillen gebracht werden und für die Bedürfnisse der Kirche geleistet werden, werden tausendfältige Frucht bringen. Alle Mitglieder des Liebesbundes müssen nun lebendige Glieder am Leib der Kirche werden, die einen durch Gebet und stille Opfer, die anderen durch apostolisches Wirken als Laienapostel; denn wie viele Seelen schmachten noch in der tiefsten Finsternis der Unwissenheit, und bald muß nun allen Gläubigen wenigstens die Tatsache nahegelegt werden, daß sie sich auf die Verwüstung eines religiösen Weltkrieges gefaßt machen müssen und daß dieser gerade wie der politische Weltkrieg furchtbar sein wird.
Besonders die Opferseelen müssen nun täglich das Brot der Engel genießen; denn sollen sie standhalten in diesen schweren Zeiten und treu und fest im Glauben bleiben, dann müssen sie sich stärken mit diesem Brot. Denn wahrlich, Ich sage euch, diejenigen, die diese Kraft der heiligen Eucharistie nicht besitzen, werden von den Gewalten der Natur erfaßt und elend zugrunde gehen. Und die Natur wird ersterben, um nachher im eucharistischen Lichte neu zu erblühen, und so das gesamte Menschengeschlecht, dieses Geschlecht, das sich zum Tier herabgewürdigt hat und an Rache und Habgier der wilden Sorte von Wölfen gleicht. Alles Edle und Hohe, das ewig dauert, wird als Wahnsinn betitelt, und alles Niedrige und Natürliche als Tugend.
O arme Menschheit, wie weit bist du ins Irdische gesunken! O welch tiefe Klagen soll Ich aber erst über Meine Christen aussprechen, die Meiner heiligen Kirche angehören, deren Gnaden genießen und tote Glieder sind! Wenn ein Glied am Leibe abstirbt, dann muß es abgenommen werden, wenn nicht der ganze Leib absterben soll, und so muß Ich nun alle diese toten Glieder von der Erde wegschaffen, wenn Mein innerer Kirchenleib nicht auch noch absterben soll. O Meine Klagen sind unendlich. Ich weiß es. Aber ihr würdet sonst Meinen Schmerz nicht begreifen.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 359 ff.

 

1066 Am 26. Februar 1916

„Die Natur ertötet alles Edle und Hohe, sowohl in einzelnen Menschen als auch im Gesamten; sie muss wieder dem Geiste Gottes Platz machen.“

Jesus: „Ja, die ganze innere Religion, sie erscheint Mir wie eine Wildnis, und die edelste Blume, die reine, übernatürliche Liebe, sehe Ich so selten mehr erblühen. Mein Gebot, liebet einander, wie Ich euch geliebt habe, o wie ist es erloschen und im Gefühl der Erkenntnis der Sünde wird so manches Gute unterlassen, nur weil die übernatürliche Liebe noch nicht dieses Gefühl veredelt. Ja, Meine Liebe, die wie ein Band Meine Getreuen vereinen sollte, es schlingt sich nur um vereinzelte Seelen, und gerade da, wo dieses belebende Licht Meiner übernatürlichen Liebe hineinleuchten sollte, da wird es zurückgedrängt unter der Furcht der Sünde.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 366 ff.

 

1073 Am 13. März 1916

„Ja, der Liebesbund Meiner heiligen Eucharistie, seine Blütenzeit wird nun erscheinen und herrliche Früchte wird er zeitigen..“

Jesus: „Eine überaus wichtige und ernste Mitteilung ist es heute, die Ich durch dich kundtun will, und Ich wünsche, daß diese sofort an den Leiter Meiner Druckerei des seligen Canisius übersandt wird. Ich wünsche, daß die neue Evangeliendruckerei vorzüglich dazu verwendet wird, daß nach Bestätigung des Heiligen Stuhles die Schriften, die Ich durch Meine geliebte Dienerin Barbara Weigand kundgetan habe, dort gedruckt werden und diese dann durch den Mund der heiligen Kirche Meinen noch guten Gläubigen öffentlich gemacht werden. Oder habe Ich diese Worte, die Geist und Leben atmen, gesprochen, daß sie vergraben werden? Ich muß nun die strengste Strafe androhen, wenn Meine heilige Kirche diese Meine Liebe nicht genug würdigt und Meine Worte, die allein wieder das innere Leben zu wecken imstande sind, verwerfen und nicht billigen und auch die, die es glauben, dieselben verbergen.

Also sage Ich durch diese Schrift, daß Ich dringend wünsche, daß diese Meine Worte befolgt werden. Ja, das innere Leben, welches schlummert, Ich will es aufs neue wecken, und zwar durch Meinen Geist, der aus diesen Worten spricht. Es soll das Evangelium Meines göttlichen Herzens sein für diese letzten Zeiten, und weil noch Strafen kommen, wie die Welt sie noch nie geschaut, darum ist es nötig, daß Meine Gläubigen Meine darin angedrohten Worte vernehmen und die wahrhaft Guten dann erwachen zu einem heiligen Eifer, die Sünder aber zu neuem Leben in Gott.
Was soll denn die sündenbetrunkene Welt wecken? Nichts mehr ist imstande als Strafen, und um diese Strafen im wahren Vertrauen durchzukämpfen, muß der Glaube neu belebt werden und zu diesem Zweck ließ Ich diese Schriften erstehen. Auch durch dich, geliebte Braut Meiner heiligen Eucharistie, wird ein Evangelium, welches der heiligen Kirche im Sturm zum Siege verhilft und welches nur in öffentlichen und geheimen Sitzungen der heiligen Kirche bekannt wird. Jeder hat eine Rolle im Heilsplan der Neuerstellung des Reiches des göttlichen Herzens, und soll der endgültige Sieg der heiligen Kirche bald anbrechen, dann müssen alle guten Glieder derselben lebendig werden und Früchte bringen, sowohl durch Apostolat im Priester- und Laienstand, als auch durch Gebet und Sühne.
Ja, der Liebesbund Meiner heiligen Eucharistie, seine Blütenzeit wird nun erscheinen und herrliche Früchte wird er zeitigen.
O Hölle, du wirst vergebens gegen Meine Werke arbeiten! Meine liebe Mutter Maria wird dein Werk endgültig zerstören. Ja, aber viel Gebet und Sühne braucht es, und um dieses zu bewirken, muß der Glaube lebendig werden und zu diesem Zwecke sollen vorher besagte Schriften dienen. Dies ist der Anfang vom Ende, denn immer rätselhafter wird alles werden und niemals würde Ich Selbst so viel in Meiner Kirche arbeiten, wenn nicht die furchtbare, gefährliche Lage es erforderte. Also, laß alle Vorurteile fahren, prüfe diese Schrift, und Ich werde euch die Gnade geben, es zu fassen. Tut nicht länger Meinem Herzen wehe, das vorher blutete vor tiefem Schmerz, und laßt Mein letztes Evangelium so in die Herzen der Gläubigen hineinfließen, wie wenn Ich es sagen würde; denn nicht mehr lange wird es dauern, bis Ich Selbst mit großer Pracht und Herrlichkeit kommen werde in den Wolken, Ich, der Ich Mich jetzt hinter so unscheinbaren Werkzeugen verberge. Ja, dann werdet ihr glänzen wie die Sterne, die ihr mit ganzem Glauben Meine Wünsche erfüllt habt. Seid alle gesegnet von Eurem göttlichen Meister, und besonders dieses Unternehmen soll Meinen Segen und den Schutz der lieben Himmelskönigin und des heiligen Josef erfahren.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 377 ff.

 

1078 Am 28. März 1916

„Meine liebe Mutter Maria wird ein Band um euch schlingen und dieses Band soll niemand mehr lösen können.“

Jesus: „O wie brennt heute Mein liebendes Herz, Sich dir mitzuteilen. Dies soll auch ein Freudentag sein und bleiben. O teure Seelen, die ihr heute in tiefem Glauben und Demut hier versammelt seid an Meinem eucharistischen Throne, den Ich Mir Selbst zurechtgemacht habe. Ja, hier soll der Brennpunkt Meiner Liebe bleiben; denn von hier aus werde Ich mit dem ganzen Feuer Meiner Liebe wirken, und dieser Same, den Ich durch diese Meine unfaßliche Liebe euch ins Herz lege, er wird erblühen und herrliche Früchte tragen. Nun ihr, Meine drei teuren Seelen, die ihr hier in tiefem Glauben vor Mir versammelt seid, o höret die Worte, die Ich durch die Braut Meiner heiligen Eucharistie zu euch spreche. O wie verlangte Mein Herz nach dieser Stunde, wo ihr hierherkommen solltet, um hier Meinen Willen zu erfahren. Ja, nun höret, was Ich euch in erster Linie nahelege: O stützet Meine teure Braut, denn groß und schwer ist ihre Aufgabe und ihr drei seid diejenigen, die mit diesem Meinen Apostel Meines göttlichen Herzens am meisten arbeiten sollt. O kommt noch öfter hierher, Ich, Euer göttlicher Meister, bin ja hier mitten unter euch. Ja freuet euch, denn so wie ihr hier nun im Glauben versammelt seid, werdet ihr das hohe Glück genießen, am Friedensfest in Meinem Friedenstempel ebenfalls gegenwärtig zu sein. Nicht umsonst sollt ihr gekämpft haben, und nun fordere Ich euch nochmals auf, o stützet einander, ermutigt einander.

Meine liebe Mutter Maria wird ein Band um euch schlingen und dieses Band soll niemand mehr lösen können. Immer mehr solche auserwählte Seelen werden hierherkommen, bis die Familie so weit angewachsen ist und es dann ein Hirt und eine Herde sein wird. Schauet unverwandt auf den Fels Petri, und ihr werdet glücklich das Gestade des Friedens erreichen nach schwerem Kampf.

Ich segne und schütze euch alle, und Meine liebe Mutter Maria und der heilige Josef stehen euch bei.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 384 ff.

 

1081 Am 17. April 1916

„Es werden aber nur die gerettet werden, die Mich ganz und voll bekennen und ausharren im festen, unerschütterlichen Glauben in den noch kommenden furchtbaren Zeiten.“

Jesus: „Nun höre, Meine teure Braut Meiner heiligen Eucharistie, die Worte, die Ich durch dich an den geliebten geistigen Sohn richten will: Also höre, Mein lieber, teurer Sohn und Jünger Meines göttlichen Herzens, mit inniger Sehnsucht verlangt Mein liebendes Herz, Sich dir durch deine geistige Mutter kundzutun, denn Ich, Euer Herr und Meister, habe euch Selbst miteinander verbunden, und nicht Welt noch Hölle soll dieses Band lösen können. Du hast, Mein lieber Sohn, die Worte vernommen: Sohn, siehe deine Mutter! Ja, Ich, dein göttlicher Meister Selbst, habe dir diese Mutter gegeben. Sie hat dich gelehrt, Mich zu lieben, und nun bewahre diese Liebe und höre Meine Wünsche: Dein Apostolat für das Reich Meines Heiligsten Herzens soll nun beginnen, und zwar sollst du Mir Seelen näherführen und diese sollst du hineinschauen lassen in die unergründlichen Geheimnisse der nun angebrochenen Zeit. Tiefe geistige Finsternis lagert über den blutigen Schlachtfeldern, und in so manchem Soldatenherzen liegt ein Samenkorn von Mir verborgen.

Ich bitte dich, laß nun deine glühenden Gefühle, welche du für Mich birgst, hineinleuchten in diese armen Herzen und hineinleuchten in diese tiefe Finsternis. O sage ihnen, wie Mein Herz nach diesen Soldatenherzen verlangt und wie sie diese Heimsuchung des Krieges im Geist der Buße tragen sollen. Ich weiß es, wie traurig es aussieht und immer tiefere Nacht es in den einzelnen Seelen wird, aber Ich ließ diese Nacht hereinbrechen, um der Erde ein neues Licht zu schenken, das Licht, das Ich Selbst bin. Arme Menschheit, wie lange suchst du noch den verderblichen Götzen der eitlen Weltlust? Ich werde nun Meinen Kreuzestod noch einmal wiederholen im geistigen Sinne. Es werden aber nur die gerettet werden, die Mich ganz und voll bekennen und ausharren im festen, unerschütterlichen Glauben in den noch kommenden furchtbaren Zeiten.
Darum, Mein lieber Sohn, sei nun ein Apostel in deiner Umgebung. Bekenne öffentlich deine inneren Gefühle und suche die finsteren Seelen zu erleuchten mit dem Lichte, das in dir so hell schon leuchtet. Die Vorsehung wird dich wunderbar führen und du wirst es bald fühlen, daß Ich deine Worte, die du sprichst, segnen werde. Gehe also diesmal als Apostel hinaus und erfülle den innigen Wunsch deines Herrn und Meisters. Gesegnet sollst du sein und glücklich sollst du wieder zurückkehren, wenn du diese Meine Wünsche befolgst. Nimm zum Schlusse die Versicherung Meiner innigen Liebe entgegen und sei auch des Schutzes der himmlischen Mutter und des heiligen Josef versichert.“

„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 387 ff.

 

1093 Am 12. November 1918

Jesus: „Der Liebesbund ist etwas Gutes. In ihm sollen die guten Gläubigen sich zusammenscharen, damit nicht auch sie vom Strom des Unglaubens und der Sittenlosigkeit mit fortgerissen werden. Der Kirchenbau in Schippach ist etwas Gutes; denn nirgends in der Welt verkörpert sich Meine streitende, leidende und triumphierende Kirche so sichtbar wie in einer großen Wallfahrtskirche. Da müßten die Menschen die vier Kennzeichen Meiner wahren Kirche erkennen. Und dies sollte für Deutschland der Rettungsanker für viele Andersgläubige sein.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 399 ff.

 

1095 Schippach am 2. Dezember 1918

„Um einer einzig liebenden Seele willen übersehe Ich vieles; hätten sie doch Meine Ratschläge befolgt und alles im Liebesbund vereinigt.“

Jesus: „Die verzweifelnden Worte der Menschen verzeihe Ich wegen der großen Not. Ich habe euch ja Meinen ganz besonderen Schutz versprochen. Die Kirchen haben Meine Diener hergegeben, ohne sich zu wehren, und die Theater und Kino sind offen geblieben, damit das Volk dorthin gehe. Um einer einzig liebenden Seele willen übersehe Ich vieles; hätten sie doch Meine Ratschläge befolgt und alles im Liebesbund vereinigt. Warum sollte Ich nicht um einer Vereinigung von vielen willen alles Böse abhalten können vom Land? Jetzt können die Bischöfe einsehen, was sie gemacht haben, indem sie das gläubige Leben unterdrückten. Die Kirchen werden immer leerer, und das Gute tritt immer mehr zurück. Der Kaiser hat erst öffentlich auf der Flucht nach Holland gesagt: Hätte ich doch meinen Katholiken gefolgt und gehört auf die Mahnungen aus der Geisterwelt und nicht auf die Worte der Freimaurer und Höflinge, dann wäre vieles anders gekommen.“
„Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 401 ff.

 

1103 Freitagnacht am 31. Januar 1919

„Der Liebesbund soll alle umschlingen bis hinauf zum Stuhl Petri, und Ich erneuere noch einmal alles, was in den Schriften steht. Es ist die Wahrheit, es ist Mein Geist, Der in dir spricht.“

Jesus: „Ihr aber, Meine Kinder, werdet nicht irr. All eure Fehler will Ich mit Meiner Liebe bedecken. Haltet zusammen! Haltet euch an Mein liebendes Gottesherz, bis Ich auch eines noch von euch wegnehme und dann das dritte sich vorbereite auf seinen Einzug in den ewig schönen Himmel. Dort werdet ihr euch freuen durch die ganze lange Ewigkeit. Ich habe dich hierhergeführt und hier sollst du sterben bei deinen Verwandten, weil Ich der Welt zeigen will, daß man nicht in die Einöde zu gehen braucht, daß man sich retten kann mitten in der Welt. Die Welt will Ich retten. Ordensleute, Priester, all die frommen Christen mitten in der Welt will Ich mit dir verbinden.

Der Liebesbund soll alle umschlingen bis hinauf zum Stuhl Petri, und Ich erneuere noch einmal alles, was in den Schriften steht. Es ist die Wahrheit, es ist Mein Geist, Der in dir spricht. Eine ernste Sprache muß Ich reden, nicht wie du Mich früher geschaut in Meiner Glorie, du sollst Mich sehen als einen erzürnten Gott, weil alles nichts hilft. Soll Ich die Menschen vertilgen? Soll Ich eine Sündflut senden? Ich habe es aber geschworen der Menschheit, daß Ich sie nicht mehr vertilgen werde. Ich muß aber andere Strafen senden, andere Strafen. Die Menschheit wird so zermalmt werden, wenn man Meine Worte nicht beachtet und nicht widerruft, was man in die ganze Welt hinausposaunt aus lauter Stolz, weil man sich nicht beugen will.“
Offenbarungen an Barbara Weigand“ Band 7 Seite 408 ff.

   Inhaltsverzeichnis

 

Barbara Weigand von Schippach

MEIN LEBEN FÜR GOTT

„Darum wurde ich vom Herrn aufgefordert niederzuschreiben,
wie solche Ungerechtigkeiten vom lieben Gott bestraft werden“.
„Wer es fassen kann, der fasse es.“

Beginn der handgeschriebenen Niederschrift MEIN LEBEN von
Barbara Weigand:

Am 10. Dezember 1930 bin ich 85 Jahre alt.

Die vielen und großen Gnadenerweise Gottes, die ich Unwürdigste in diesen langen Jahren vom lieben Gott empfangen, mußten auf Befehl des hochwürdigsten Herrn Bischof in Mainz aufgeschrieben werden. Dieser hochwürdigste Herr Bischof war so überzeugt, daß es der liebe Heiland sei, Der in mir wirkt und spricht, denn er sagte zu Fräulein Hannappel (die in den Ekstasen alles aufschreiben mußte), „daß dies der Heiland ist, Der da wirkt und spricht, sehe ich ein. Wie können wir vor der Öffentlichkeit mit ihr landen? Es ist ja so ein armes, ungebildetes Bauernmädchen. Wir müßten uns ja schämen. Ich habe Theologie studiert und bin Bischof; wenn ich aber predigen will, muß ich mich erst darauf vorbereiten. Diese da hält eine Predigt, da kann der Theologe daran studieren. Das muß der Heiland sein.“ Ein anderes Mal sagte er zu meiner Freundin, Fräulein Hannappel: „Sie müssen Stenografie lernen, damit alles vom Mund weg kann aufgeschrieben werden. Ich will wissen, was dieser Geist eigentlich will.“ Er selbst kaufte ihr ein Buch zu diesem Zweck. Wieder einmal sagte er: „Schreiben Sie Ihrem Herrn Bruder nach Aachen“, der mein Seelenführer damals war, „ich erlaube ihm, er darf die Bücher überall verbreiten. Sie können nur Gutes stiften.“

Aber der Heiland verlangte die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, damit die guten treuen Kinder einen Halt hätten, weil der Unglaube und die Gottlosigkeit immer mehr um sich greifen, auch Seine guten, treuen Kinder mit hineingezogen würden. Er Selbst müsse ihr Halt und ihr Führer sein. Aber da der hochwürdige Herr Bischof den Willen des lieben Heilandes nicht zu erfüllen sich Mühe gab, mußte ich ihm sagen: „Binnen einer Jahresfrist werde Ich ihn hinweg nehmen.“ Dies geschah buchstäblich! Im darauffolgenden Jahr vor Allerheiligen wurde ich zum ersten Mal vor ein geistliches Gericht gerufen und verhört, und in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen starb der hochwürdigste Herr Bischof Haffner. Über 8 Jahre war Pater Alfons, Provinzial der Kapuziner in Mainz, wo ich 30 Jahre bei meinen Verwandten mich aufhielt, mein Beichtvater. Diesem mußte ich immer sagen, er möge doch dem hochwürdigsten Herrn Bischof Haffner sagen: „Der liebe Heiland verlange die Einführung der täglichen Kommunion“. Als er mir sagte: „daß dies der Heiland ist, Der in dir wirkt und spricht, das sehe ich auch. Aber wie viele, meinst du, sind hier in Mainz, die noch an so etwas glauben?

Hier glaubt man so etwas nicht mehr. Wir Kapuziner sind hier vom Ordinariat angenommen. Wenn ich nun käme, und wollte diesen Herren Vorschriften machen und sagen, Ihr müßt die tägliche Kommunion einführen – das kann ich nicht, und das darf ich auch nicht.“ Auf Befehl vom lieben Heiland mußte ich ihm dann sagen, daß er binnen einer Jahresfrist schwer gestraft werde, wenn er den Wunsch des lieben Heilandes nicht erfülle und es seinem Bischof nicht sage, daß der Heiland die öftere Kommunion eingeführt haben wolle. Was sich auch dann erfüllte. „Es wäre eine große Schande für seinen Orden, wenn es an die Öffentlichkeit gekommen wäre.“ Ein junger Pater verfehlte sich gegen die Sittlichkeit mit einem von unseren Dienstmädchen. Als ich ihm diese Schande mitteilte und ich ihm einen Brief, den dieser junge Pater an das Dienstmädchen schrieb, und meiner Schwägerin in die Hände kam, die ihn sodann aufmachte und mir zu lesen gab, ging ich ins Kloster und ließ Pater Provinzial rufen, gab ihm den Brief und sagte: Hochwürden, das ist Ihre Strafe, die der liebe Heiland vor einem Jahr ankündigte! Am darauffolgenden Sonntag predigte er noch einmal im Dom und Tags darauf kam der Hausbursche der Kapuziner und sagte in großer Aufregung: „Eben ist der Provinzial umgefallen beim Mittagessen und ist tot.“ Dr. Müller sagte zu meiner Schwägerin: „Ich habe gestern während seiner Predigt gemerkt, daß er nicht lang mehr mitgeht.“ Der Kummer brach ihm das Herz und die Voraussage des Herrn war erfüllt: „Binnen einer Jahresfrist wird er schwer gestraft sein.“

Bereits 6 Jahre war ich Beichtkind vom hochwürdigen Herrn Bischof Kirstein. Während dieser Zeit verlangte der Heiland einmal, daß der erste Freitag jeden Monats zu einem Gebetstag gemacht werde und Ihm dadurch Abbitte und Sühne geleistet werde. Dieses geschah auch. Hochwürdiger Herr Pfarrer Forschner gab seine Kirche dafür her, und es wurde den ganzen Tag abwechselnd darin gebetet. Abends kamen die Männer, wenn die Fabriken geschlossen waren, und die Kirche war dicht gefüllt mit Männern, und sie sangen und beteten, daß ich weinen mußte vor Freude. Aber das dauerte nur einige Monate.

In der Kirche St. Christoph predigte einmal ein Domkapitular. Ich saß gerade unter der Kanzel. Da sagte er: „Da kommt eine in unsere Stadt herein und will eine neue Herz-Jesu-Andacht einführen. Ihr Anhang wird immer größer. Ich sage Euch, meine lieben Zuhörer, bleibt von dieser Person weg. Die begeht Todsünde auf Todsünde. Die kommt aus der Todsünde nicht mehr heraus.“ Nach der Predigt kam eine Dame zu mir und sagte: „Was der Prediger sagte, das sind Sie gemeint, und lachte mir spöttisch ins Gesicht.“ Ich weinte Tag und Nacht.

In meiner Beichte sagte ich es dem hochwürdigsten Herrn Bischof: Sie wissen, hochwürdigster Herr, wer in St. Christoph die Abendpredigt hält“, und ich fragte: Ist es eine Todsünde, wenn ich glaube, daß der Heiland nicht nur mit Gott und für die Menschheit im Altarsakrament gegenwärtig ist, und daß Er aber auch die Macht hat, mit uns zu reden? Ist das eine Todsünde? „Nein“, sagte er, „tausendmal nein! Das ist keine Todsünde. Sie haben jetzt lange genug gegen Sie gepredigt, ich will Ihnen sagen, daß ich Ihr Bischof bin. Sie werden von jetzt an nichts mehr hören.“ Von da an hörte ich nichts mehr von der Kanzel herab.

Im Jahre 1905 ging mein hochwürdigster Herr Beichtvater, Bischof Kirstein, nach Rom und weilte dort 6 Wochen. Als er zurückkam, wurde von allen Kanzeln in Mainz verkündet, daß die öftere Kommunion eingeführt wird in der ganzen Welt. Wer sich frei von Todsünde hält, mag er verheiratet sein oder ledig, im Kloster oder in einem weltlichen Stand, kann mit Erlaubnis seines Beichtvaters alle Tage kommunizieren. Dies war 1905. 1906 bekam ich aber auch die Anweisung durch den Herrn, daß ich meinen geistlichen Vorgesetzten sagen muß: „Er verlange aber auch, daß die Menschheit Ihm ein Denkmal für die große Gnade, die Er ihr erwiesen hat durch die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, und das soll sein in deinem Heimatdörfchen Schippach, eine Kirche! Arme Fischer habe Ich Mir erwählt zu Meinen Aposteln. Die unscheinbarsten Orte suche Ich Mir aus, wo Ich Meine Heiligtümer errichtet haben will. Keine Großstädte, wo die Menschen nur hingehen, um die Städte zu sehen.“

Mein hochwürdigster Herr Beichtvater, Bischof Kirstein, sagte mir: Alles, was in mir vorgeht in den Ekstasen, soll ich ihm aufgeschrieben zuerst bringen. Dies befolgte ich auch. Aber nur einmal sagte er mir:

„Ich habe ihre Sachen gelesen, und gut durchgelesen, und habe es zu den übrigen Akten gelegt.“ Als ich aber sonst niemals mehr eine Antwort von ihm bekam, war ich sehr ängstlich. Und als ich nun einmal wieder einen Auftrag bekam vom lieben Heiland, sagte ich: Mein Herr, Du siehst ja, daß mein hochwürdigster Herr Beichtvater mir auf alles, was Du mir gesagt, gar keine Antwort gibt, suche Dir doch eine andere Person, eine Klosterfrau oder einen Priester, wo es auch angenommen und gelesen wird. Da gab Er mir zur Antwort: „Ja, es ist wahr! Die beiden Ordinariate Mainz und Würzburg wollen Meinen Geist in dir austreiben. Ich lasse Mich aber nicht austreiben.“

Die öftere Kommunion war in der ganzen Welt eingeführt und der Kirchenbau war genehmigt von der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit, und 1914 wurde angefangen zu bauen. Alles Material zum Kirchenbau war da und so viel Geld kam aus aller Herren Länder, daß die Kirche und sogar ein Kloster dazu gebaut hätten können und alles wäre davon bezahlt worden. 1916 an Mariä Himmelfahrt wurde ich ins Pfarrhaus gerufen und wurde mir gesagt: Der Kirchenbau ist verboten, die Kirche darf nicht gebaut werden. So liegt bis heute der Trümmerhaufen dort. Das Geld ist 1924 durch die Inflation verfallen; vieles Material wurde gestohlen und der schöne Kirchenbau wäre, wie der Architekt zu meinem Bruder sagte, in nur noch zwei Monaten unter Dach und Fach gestanden, statt dessen liegt, zum Ärgernis aller guten Gläubigen, die ihr sauer erspartes Geld dazugegeben hatten, alles in Trümmern.

Ein sehr frommer und gelehrter geistlicher Herr sagte einmal zu mir:

„Die Verantwortung, die derjenige auf sich hat, der schuld ist, daß der Kirchenbau verboten wurde, möchte ich nicht auf mir haben.“ Darum wurde ich aber auch innerlich aufgefordert niederzuschreiben, wie solche Ungerechtigkeiten bestraft werden vom lieben Gott.

In Mainz ließ einmal Generalvikar Engelhart ein Dienstmädchen zu sich kommen, das ihm alle Dienstmädchen angeben mußte, die mit Barbara Weigand verkehren. Alle diese Dienstmädchen bekamen eine Zuschrift von ihm, daß sie an dem Datum, das der Generalvikar angab, bei ihm zu erscheinen hätten, um etwas zu unterschreiben. Zwei Tage vorher, wo er die Dienstmädchen bestellt hatte, sagte er abends zu seinen beiden Dienstmädchen: „Ich will mir ein Bad nehmen“. Der Generalvikar Engelhart ging in sein Badezimmer und kam nicht zurück. Als die Mädchen nachsehen wollten, wo ihr Herr so lange bleibt, lag er in seiner Badbütt und war tot. Und an dem Tag, wo er die Dienstmädchen zu sich bestellt hatte, wo sie ihm unter einem Handgelübde versprechen sollten, daß sie mit der Barbara Weigand nicht mehr verkehren dürfen, war sein Begräbnistag.

Das Buch, das von einem Würzburger Geistlichen (Dr. Vitus Brander ) geschrieben wurde, war auch in Mainz sehr verbreitet worden. Zwei Mainzer Domkapitulare machten sich daraufhin auch daran, ähnliche Schriften zu verfassen. Der Herr Domkapitular Fecher wurde eines Tages von Herrn Domkapitular Landig zurechtgewiesen mit den Worten: „Ich sage Dir, laß Deine Hand davon, haben wir nicht schon alles getan, um diese Sache zu unterdrücken? Ist es von Gott, machen wir nichts daran, ist es nicht von Gott, wird es in sich selbst zerfallen. Laß Deine Hand davon!“ Zwei Tage danach mußte Herr Domkapitular Fecher in einer Kutsche ins Spital überführt werden, weil er schwerkrank war. Seine Haushälterin besuchte ihn alle Tage. Am letzten Tag, wo sie ihn besuchte, sagte er zu dem Mädchen: „Maria, bleibe diese Nacht bei mir, ich fühle, daß ich diese Nacht sterbe.“ Die Haushälterin blieb die Nacht bei ihm. Von Zeit zu Zeit habe er immer einen tiefen Seufzer geholt und gesagt mit lauter Stimme: „O der gute Landig, der allein hat mich davor zurückgehalten, wie dankbar muß ich ihm dafür sein.“ Acht Tage nach seinem Begräbnis kam seine Haushälterin sehr aufgeregt zu meiner Freundin, Fräulein Hannappel und sagte: „O Fräulein, mein Herr war heute Nacht bei mir. Es war ein Gepolter im Hause, als würden alle Möbel durcheinander geworfen, ich konnte nicht schlafen. Auf einmal stand mein Herr da vor meinem Bett, die rechte Hand erhoben und sagte: „Schau her, meine Hand“, und sagte: „Bete, bete viel für mich! Ich habe viel zu leiden“, und verschwand. Seine Hand sei ganz schwarz gewesen, wie schwarze Kohlen.

Im Oktober 1925 kam ein Brief von Fräulein Hannappel an mich, wo sie mich bat, doch nach Mainz zu ihr zu kommen. Sie habe mir eine Mitteilung zu machen, die sie sehr beunruhige. Als ich zu ihr nach Mainz kam, erschrak ich, als ich ihr ins Gesicht schaute. Sie sah aus, als hätte sie eine schwere Krankheit durchgemacht. Ich sagte: Ei Luischen, was siehst Du so schlecht aus, was ist denn mit Dir? Sie erzählte mir nun, daß hochwürdigster Herr Generalvikar Dr. Selbst sie hätte rufen lassen, um etwas zu unterschreiben. Als sie in sein Zimmer eingetreten sei, sah sie neben ihm auf seinem Tisch einen großen Haufen geschriebener Schriftstücke und Dr. Selbst hätte zu ihr gesagt: „Sehen Sie, Fräulein Hannappel, sehen Sie: diese Schriften werden wieder in die Welt hinaus und an die Front für die Soldaten zum Lesen geschickt“; es war doch in den Kriegsjahren 1914-1918. „Ich will doch einmal sehen, ob das Schippach nicht zu vernichten ist.“ Dabei legte er Fräulein Hannappel eines der geschriebenen Hefte auf den Tisch, und sagte: „Dieses müssen Sie unterschreiben. Es handelt und ist darin aufgezeichnet, daß die vielen Bücher, die überall verbreitet und gelesen werden, nicht von Barbara Weigand, sondern von Luise Hannappel diktiert und aufgeschrieben sind, wollen Sie das unterschreiben?“ Fräulein Hannappel fuhr den Herrn Generalvikar Dr. Selbst an, und sagte: „Herr Generalvikar, wollen Sie mich zu einer Lüge zwingen, das ist doch gelogen.“

Der Generalvikar antwortete: „Wollen Sie unterschreiben oder nicht?“ Darauf Fräulein Hannappel: „Ich unterschreibe nicht! Ich war 900 Mal dabei, wo unser lieber Heiland durch Barbara Weigand gesprochen hat, und Sie wollen mich zu der größten Lüge zwingen, die auf der Welt je begangen würde?“ Darauf der Generalvikar: „Wollen Sie dies Schriftstück unterschreiben oder nicht? Tun Sie es nicht, dann werden Sie aus der Kirche ausgeschlossen.“ Bei dieser Drohung fuhr Fräulein Hannappel zusammen. Sie hatte nämlich fünf Geschwister, die Ordensleute waren, eine davon sogar Generaloberin in Amerika und die in Amerika allein neunundzwanzig neue Ordenshäuser gegründet hat. Als der Kulturkampf in Deutschland wütete, war Schwester Bernada Oberin in dem Franziskaner Kloster Nonnenwert und mußte mit ihren Töchtern nach Amerika flüchten. Um ihren Geschwistern diesen Schmerz zu ersparen, entschloß sich Luise Hannappel, die größte Lüge (sie hätte die Bücher diktiert) zu unterschreiben, sagte aber zu dem Generalvikar Dr. Selbst:

„Ich unterschreibe, aber Sie haben die ganze Verantwortung.“

Als Fräulein Hannappel unterschrieben hatte, brachte der Generalvikar seine Schriften in die Dombuchhandlung und sagte zu dem Buchhändler dort: „Die Schriften sofort abdrucken lassen. Sie werden wieder in alle Welt hinaus gesandt. Das Schippach muß mit aller Energie verfolgt werden.“ Vier Tage danach kam der Buchhändler heim zu seinem Dienstmädchen in die Küche und sagte: „Denk dir, Generalvikar Dr. Selbst ist gestorben.“ Da sagte das Dienstmädchen: „Herr, wo ist jetzt seine Energie, mit der er die Sache von Barbara Weigand verfolgen und vernichten wollte! Dieser Generalvikar Selbst war der größte und stärkste Mann, wie ich im Leben keinen zweiten kennengelernt und gesehen habe. Er muß an einem Schlaganfall gestorben sein.“ Seine Putzfrau war zu jener Zeit im 5. Stock des Hauses, oben im Speicher, beschäftigt, da hörte sie seine Stimme: „Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner.“ Dieser entsetzliche Angstschrei war sein letztes Wort. Diese Putzfrau war auch die Putzfrau von Fräulein Hannappel, der sie das Geschehene alles erzählte.

Unter der Regierung des hochwürdigsten Herrn Bischof Brück mußte ich mich einmal vier Wochen zu einer Prüfung in das Kloster der Göttlichen Vorsehung zurückziehen. Alle Freitage, sobald die Ekstase auftrat, mußten die Oberin des Klosters, ein Arzt und zwei Priester, Pater Bonifaz, der damals mein Beichtvater war, hochwürdigster Herr Professor Hubert und die Oberin des Klosters, Schwester Sebastiane, zugegen sein. Außer diesen vier Personen durfte sonst niemand dabei sein. Einmal an einem dieser Freitage kam kein Priester, keine Oberin, nur der dazu bestimmte Arzt Dr. Ebner, zu mir. Dieser trat an mein Bett, und sagte:

„Heute bin ich Ihr Vorgesetzter. Ich bin auch vom hochwürdigsten Herrn Bischof dazu bestimmt.“ Ja, sagte ich, was wollen Sie denn?

„Alles, was ich von Ihnen verlange, müssen Sie tun“, sagte er mir sodann. Dabei trat er zurück an die Türe, hob die rechte Hand in die Höhe und schrie: „Aufschauen!“ Ich schaute auf und sah in seiner Hand ein gelbes Blech. „Mich anschauen“, schrie er wieder. Ich schaute ihn an und erschrak, als ich diese Augen sah. Es schien, als wollte er mit diesem Blick mich durchbohren. Ich rief die liebe Mutter Gottes um ihren Beistand an und meinen heiligen Schutzengel, denn ich dachte, er wolle an mir seine Wollust ausüben. Da war es, als wenn mich zwei Hände erfaßten und drehten mir den Kopf um, ganz nach dem Rücken. „Wollen Sie den Kopf umdrehen“, schrie er wieder. Ich tat alles, um den Kopf ihm wieder zuzuwenden. Aber alles war umsonst. Der Kopf stand wie in Eisen hineingezwängt. Er sprang an mein Bett und er faßte mit beiden Händen den Kopf und wollte ihn umdrehen. Alles vergebens. Der starke Mann hatte mich aus dem Bett herausgerissen. Aber den Kopf konnte er nicht umdrehen. Ich fing an zu weinen, weil ich glaubte und dachte, wie unglücklich bist du jetzt, wenn ich den Kopf gar nicht mehr umdrehen kann.

Nun sah er doch ein, daß hier eine höhere Gewalt obwalte, und daß er hier nicht ausführen kann, was er im Sinn hatte.

Über meinem Bett hing ein Bild an der Wand, die Heilige Familie (die Oberin sagte mir später, es sei vom Heiligen Vater selbst geweiht. Ihr Hausgeistlicher habe es ihr von Rom mitgebracht). Dieses Bild riß der Arzt von der Wand und legte es mir auf die Brust. In dem Augenblick durchwehte meinen ganzen Körper ein so wohliges Gefühl, und ich konnte augenblicklich den Kopf wieder umdrehen. Als der Arzt dieses Wunder sah, merkte er, daß hier eine höhere und stärkere Hand walte, als die seine. Er hängte das Bild wieder an seinen Platz und deckte mich schön mit meiner Bettdecke zu, und sagte: „Heute habe ich Sie müde gemacht. Schlafen Sie jetzt“, und lief zur Tür hinaus. Als der Arzt fort war, fing ich an zu weinen, weil ich überzeugt war, daß der liebe Gott ein Wunder wirkte. Den nächsten Tag erfuhr ich erst, was Dr. Ebner an diesem Tag mit mir machen wollte. Er wollte mich hypnotisieren. Dies sei Zauberei und wäre eine Todsünde für jeden Katholiken, der sich damit abgibt. Deswegen blieben an diesem Tag die Oberin und die zwei Priester weg. Als der Doktor zur Tür hinaus war, kamen die Priester und die Oberin. Und als sie mich so bitterlich weinen sahen, fragten sie:

„Warum weinen Sie so sehr?“ Ich sagte: Wo waren Sie heute? Sie sind vom H. H. Bischof dazu gestellt. Warum lassen Sie den Doktor allein?

„Was wollte er denn mit Ihnen machen?“, sagte sie. Die beiden Priester und die Oberin wußten wohl, daß der Arzt an diesem Tag mich hypnotisieren wollte. Weil es eben streng von der Kirche verboten ist, gingen sie nicht in mein Zimmer, bis der Doktor fort war.

Hören wir nun aber auch, wie sie für ihre Feigheit und Menschenfurcht Gott bestrafte.

Vor meiner Entlassung aus diesem Haus kam eines Tages Herr Professor Hubert und ließ mich und die Oberin ins Sprechzimmer rufen. Hier wurde ich über alle Zustände hin und her ausgefragt. Dann sagte er:

„Fräulein, wir alle sind fest überzeugt, daß ihre Sache ganz übernatürlich ist. Es ist auch Natürliches dabei. Das ist eben bei allem so. Auch bei den größten Heiligen kommt dies vor.

Die heilige Katharina von Siena sagt gerade das Gegenteil, was die heilige Brigitta sagt. Bei ihrer Seligsprechung wurde dies beanstandet. Eines von beiden könne nicht echt sein. Und da habe der Heilige Vater den Ausspruch festgelegt: Dies läßt der liebe Gott zu, damit die Menschen die Privatoffenbarungen nicht über die stellen, die Sein Sohn uns überliefert oder diesen gleichstellen. Ihre Sache ist ganz übernatürlich.“ Als aber vom geistlichen Gericht beschlossen war, mich als hysterisches Weib zu erklären, reiste Professor Hubert ab. Und ich glaube, daß er dies tat, weil er seinen Namen nicht unter dieses Resultat schreiben wollte und sich selbst Lügner strafen wollte, da er doch zu mir gesagt hatte:

„Wir sind alle überzeugt, daß Ihre Sache ganz übernatürlich ist.“ Beide Priester wurden irrsinnig und starben 1918 im Oktober. Der eine in Davos in der Schweiz, der andere in einer Irrenanstalt in einer Stadt am Rhein.

Solange ich in diesem Kloster eingesperrt war, durfte kein Mensch mich besuchen, und ich durfte nur in die heilige Messe und kommunizieren, und sonntags um 11 Uhr kam mein Beichtvater und hörte meine Beichte. Am letzten Sonntag vor meiner Entlassung sagte mir der Beichtvater, es war Pater Bonifazius: „Hören Sie einmal: heute müssen Sie mir versprechen, daß Sie kein Wort sagen, was man mit Ihnen hier in diesem Haus gemacht hat. Unter einer Todsünde verbiete ich es Ihnen.“ Ich mußte ihm unter einem Handgelübde versprechen, und nochmals sagte er: „Jedesmal begehen Sie eine Todsünde, wenn Sie ein Wort sagen, was man hier mit Ihnen gemacht hat.“ Ich gab ihm ein Handgelübde, und er entließ mich. Das war eine harte Zeit für mich. Ich weinte Tag und Nacht. Mein ganzes Wesen sträubte sich, ob ich nicht zu einem anderen Beichtvater gehen solle. Ich fing eine neuntägige Andacht an und bat um Erleuchtung.

Am letzten Tag bei meiner heiligen Kommunion sagte ich: „Lieber Heiland, sag mir doch, zu welchem Beichtvater ich jetzt gehen soll.“ „Zu Pater Bonifaz!“, war die Antwort. Ich bereitete mich vor, stand auf und kniete mich an seinem Beichtstuhl. Er muß selbst erschrocken sein, denn er fragte mich: „Was wollen Sie?“ „Ich will beichten,“ sagte ich und fing an, meine Sünden zu bekennen. Als ich damit fertig war, fing er an und sagte: „Jetzt aber sag ich Ihnen: bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung! Es ist der Heiland, der in Ihnen wirkt und spricht. Bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung, und wenn alle Bischöfe und ganz Deutschland gegen Sie gehen. Bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung, und wenn alle Teufel aus der Hölle gegen Sie gehen.“ Und er gab mir die Absolution, und ich blieb sein Beichtkind, bis der liebe Gott Selbst eingriff. Pater Bonifazius hatte eine Schwester, die sich auch in Mainz aufhielt. Wegen Geisteskrankheit kam dieselbe in das kleine Krankenhaus zu den Schwestern der Göttlichen Vorsehung. In einer Nacht stieg diese Person auf den Speicher und hob sich ein Dachfenster auf und stürzte sich durch das Fenster auf das Straßenpflaster, brach sich das Genick und wurde tot aufgefunden. Es kam aber nicht an die Öffentlichkeit und sie wurde begraben, als sei sie einen gewöhnlichen Tod gestorben. Dieser Vorfall mag auch dazu beigetragen haben, daß Pater Bonifazius in einem Irrenhaus sterben mußte.

Nach meiner Entlassung aus dem Kloster der Schwestern der Göttlichen Vorsehung wurde Professor Hubert zum Direktor der Schwestern der Göttlichen Vorsehung erhoben und Schwester Sebastiane, die seitherige Oberin, wurde zur Generaloberin gemacht. Diese Schwester Sebastiane mußte mich Tag und Nacht überwachen, solange ich zur Prüfung in ihrem Kloster bleiben mußte. Sie mußte mir das Essen bringen, und von meinem Zimmer ging eine Tür in ein anderes Zimmer, wo nachts die Tür halb offen stand und ich von Zeit zu Zeit hörte, daß jemand in diesem Zimmer sich aufhielt. Ich öffnete bei Tag die Türe und sah nach. Da stand ein Bett da. Ich nehme an, daß Schwester Oberin sich da aufhalten mußte, weil der hochwürdigste Bischof zu mir sagte:

„Die Oberin, Schwester Sebastiane, wird Tag und Nacht um Sie herum sein. Mit ihr können Sie sich über alles aussprechen.“ Einmal kam sie in mein Zimmer, wo ich da saß und weinte. Sie fragte: „Warum weinen Sie!“ Ich sagte: „Liebe Schwester Oberin, als die Vorladung kam, daß ich auf vier Wochen mich in Ihr Kloster zu einer Prüfung begeben mußte, lag meine Schwägerin im Sterben. Der Arzt und die Krankenschwester sagten beide, sie sei verloren, sie würde sterben. Hier sitze ich und weiß nicht, ob sie noch lebt, oder sie schon gestorben ist, und meine Nichte muß sich mit ihren Dienstmädchen nun allein um alles kümmern. Und hier? Man macht doch, was man will! Ich hatte auch schon gehört, daß man bei mir alles für Hysterie erklären wollte, was dann auch geschah. Als hysterisches Weib mußte ich das Haus verlassen.

„Liebes Fräulein“, sagte die Oberin, „wenn man Ihre Sache verwerfen wollte, müssen wir alle Legenden der Heiligen auf den Scheiterhaufen werfen und verbrennen. Ihre Sache ist ganz übernatürlich. Ich hole Ihnen ein Buch von der heiligen Luitgard. Da lesen Sie andere Sachen wie bei Ihnen. Was da drinnen steht, würde heute in Deutschland nicht mehr geglaubt werden.“ Sie gab mir das Buch zum Lesen, und ich dachte oft beim Durchlesen: Schwester Sebastiane hat recht, wenn sie sagt: So was glaubt man bei uns Deutschen nicht mehr.

Als aber die Prüfung abgeschlossen wurde und jeder von denen, die der hochwürdigste Herr Bischof zu dieser Prüfung zugesellt hatte, sein Urteil abgeben mußte, sagte diese Oberin: „Ich nehme an, daß diese Barbara Weigand eine solche hochmütige Person ist, daß sie sich einbildet, sie sei eine Heilige.“ Das war Mutter Sebastiane, die zu mir gesagt hatte:

„Wenn unsere geistlichen Vorgesetzten Ihre Sache verwerfen, müssen wir alle Legenden der Heiligen verbrennen.“

Und hören wir aber auch weiter: Zwanzig Jahre, nachdem ich in Mainz diese Zeitperiode durchzumachen hatte und ich in meine Heimat zurückgekehrt war, bekam ich einen Brief von Fräulein Hannappel. Sie lud mich ein, nach Mainz zu kommen. Eine Schwester von der Göttlichen Vorsehung wolle mich einmal sprechen. Ich reiste sofort nach Mainz ab und Fräulein Hannappel ging mit mir zu Schwester Luzina, die Oberin im Marien-Hilf-Stift war, und diese erzählte mir: „Es sind jetzt zwanzig Jahre her. Ich war damals als Novizin noch im Kloster, wie Sie bei uns vier Wochen eine so harte Prüfung zu bestehen hatten. Wenn unsere Oberin uns Schwestern alles erzählte, wie der Dr. Ebner mit Ihnen umgeht, weinten wir Schwestern alle mit ihr. Und dieselbe Oberin gibt am Schluß der Prüfung ihr Zeugnis dahin ab, sie nehme an, die Barbara Weigand bildet sich ein, sie sei eine Heilige. Nun sollen Sie aber wissen, wie dieselbe von Gott gestraft wurde. Als Generaloberin bekam sie auf einmal eine Krankheit, die kein Arzt in der ganzen Stadt Mainz ergründen und heilen konnte. Sie aß nicht mehr, sie fraß. Ihr Leib bekam einen Umfang, daß die Schwestern zwei Betttücher zusammennähen mußten, um den dicken Körper bedecken zu können. Sie schrie und machte einen solchen Spektakel, daß man sie in den 4. Stock in ein Dachstübchen verbringen mußte. Liebes Babett‘chen, ich wäre sehr begierig zu sehen, was sie machen würde, wenn Sie sie sehen würden. Gehen Sie doch einmal mit mir, ich will Sie hin begleiten.“ „Ach nein, sagte ich, Schwester Luzina, hingehen will ich nicht. Ich verzeihe allen, die mir Unrecht getan. Und der liebe Gott soll ihr beistehen, aber sehen will ich sie nicht.“ Die Ärzte nannten ihre Krankheit Elefantiasis. Sie ist aber vor einigen Jahren gestorben.

Jetzt will ich noch den unvorhergesehenen Tod von Fräulein Hannappel beifügen. Im Jahre 1923 im Oktober, wo sie vom Generalvikar Dr. Selbst gezwungen wurde zu unterschreiben, daß sie die Schriften der Barbara Weigand nicht nur aufgeschrieben, sondern auch diktiert hätte, ich möge doch nach Mainz zu ihr kommen, sie hätte etwas tun müssen, was sie sehr beunruhigen würde. Ich reiste von Aschaffenburg nach Mainz und sie erzählte mir, wie hochwürdigster Herr Generalvikar sie gezwungen hatte, zu unterschreiben, daß sie (selbst) die Bücher nicht nur geschrieben, sondern auch diktiert hätte. Sodann im November ging es mit ihr immer schlimmer und am 15. Dezember, nachmittags 5.00 Uhr, war sie tot. Als sich in der Stadt verbreitete, daß Fräulein Hannappel im Sterben liege, füllte sich das Haus mit Freundinnen. Der hochwürdigste Herr Bischof Hugo war doch 3 ½ Jahre mein Seelenführer und ließ mir durch seine Schwester sagen, ich solle ganz von ihrem Bett wegbleiben und nur in ein Nebenzimmer gehen, was ich befolgte. Da kamen die Mädchen in mein Zimmer, und sagten: „Gehen Sie doch einmal hinein zu ihr. Sie sagt in einem fort, das ist eine Strafe.“ Sie meinte damit, ihr Tod sei eine Strafe. Ich ging an ihr Bett. Da streckte sie die Arme nach mir aus, schlang sie mir um den Hals und zog mich an sich. „Babett‘che, es ist eine Strafe“, und sonst kein Wort, als „es ist eine Strafe.“ Dann sagte sie dreimal „Jesus, Jesus, Jesus“, und hauchte ihre Seele aus.

Nach ihrem Begräbnis ließ mich der hochwürdigste Herr Bischof Hugo in seinen Palast rufen und sagte: „Sie bleiben in meiner Diözese und gehen mit H. H. Pfr.. nach Kelsterbach,“ was ich auch tat. Da kam bald ein Brief von Mainz. Da schrieb man mir: „Jetzt wissen wir auch, warum Fräulein Hannappel in ihrer Sterbestunde immer sagte: „Es ist eine Strafe“. Sie mußte sterben, weil sie sich vom Generalvikar Dr. Selbst zwingen ließ, die Lüge zu unterschreiben, sie habe die Bücher diktiert. Möge doch in unserem armen Deutschland das übernatürliche Glaubensleben mehr geübt und gepflegt werden.“

In Eibingen sagte der Bischof von Limburg: „Warum haben wir in unserem Vaterland seit zweihundert Jahren keine Heiligsprechung mehr? Ich will euch sagen, warum: Wo eine Seele auftaucht, die mehr betet, die heiligen Sakramente mehr empfängt als gewöhnliche Christen, da wird sogleich zusammengedrückt von allen Seiten und beschworen, sowas darf nicht aufkommen! Ich sage Euch, meine lieben Herren Pfarrer: geht in Eure Pfarrgemeinden zurück und führt das übernatürliche Glaubensleben wieder ein. Dann bekommen wir auch wieder Heilige.“

Im Jahre 1916, als der Kirchenbau schon verboten war, wollte ich zu meinem Bruder nach Aschaffenburg. Als ich in Obernburg umsteigen mußte, kam ein vornehmer Herr auf mich zu, und sagte: „Frau, Sie kommen von Schippach, nicht wahr?“ Ich sagte: „Ja, ich bin von Schippach.“ Da fing er an: „Frauchen, ich habe heute die Reise von Würzburg nach Schippach gemacht, um mir den Kirchenbau einmal anzusehen. Was für eine Schmach, diesen Kirchenbau zu verbieten, der so weit schon ausgebaut und so notwendig für Rück-Schippach gewesen wäre. Ich und meine Freunde in Würzburg freuten sich, und wir sagten uns: Da gehen wir oft hin, da haben wir in unserer Diözese eine schöne Erholung in den Spessartwäldern und auch eine Labung für die Seele. Frau, wenn Sie zurückkommen, gehen Sie zu Ihrem Bürgermeister und sagen ihm, er soll zwei Männer nach Würzburg schicken zum hochwürdigsten Herrn Bischof und sagen: Hochwürdigster Herr Bischof, wir verlangen, daß die Kirche in Schippach fertig gebaut wird. In Würzburg wurde vor Jahren die St. Albanus-Kirche gebaut. Als sie fertig war, ging ich zum hochwürdigsten Herrn Bischof und sagte: „Bischöfliche Gnaden, für die neue Pfarrei der Albanus-Kirche, bitte nehmen Sie den Hochwürdigen Herrn Pfarrer.. Dieser war nämlich ein frommer, seeleneifriger Priester. Da sagte Herr Bischof zu mir: „Das kann ich nicht, da warten schon ältere Pfarrer darauf.“ „Herr Bischof“, sagte ich, „wer zahlt, darf auch mitreden. Wer hat den Kirchenbau bezahlt? Ich verlange, daß dieser Kaplan Pfarrer in dieser Pfarrei wird.“

Als wir am Südbahnhof anlangten, sagte ich: „Ich danke Ihnen, mein Herr, für Ihre lehrreiche Unterhaltung. Ich will Ihnen auch sagen, wer ich bin. Mein Name ist Barbara Weigand, ich bin die Person, die diesen Kirchenbau befördert und das Geld herbeigeschafft hat. Man hat mich als hysterisch erklärt und deswegen wurde der Kirchenbau verboten.“ Da fuhr der Herr zusammen, und sagte: „Sie sind diese Barbara Weigand?“ Ich sagte: „Halten Sie mich für ein solches Weib?“ „Nein, tausendmal nein, Sie sind also diese Barbara Weigand, von der mir Herr Ulrich aus, der mit mir eine Reise nach Jerusalem machte und mir viel erzählte von dem Kirchenbau in Schippach und auch von Ihnen. Er sagte mir: „Sie ist eine ganz einfache, bäuerliche Person, aber charakterfest und fromm.“ Ich erzählte dies, als ich zurückkam nach Schippach unserem Herrn hochwürdigen Herrn Pfarrer. Der sagte zu mir: „Wissen Sie auch, wer dieser Herr war? Dies war der Herr Oberpräsident von Würzburg, der war an diesem Tag auch hier in Schippach.“

Ich glaube ganz sicher, daß wir in Deutschland die Zustände nicht hätten, wie sie jetzt anstehen, wenn man den vom Heiland verlangten Kirchenbau nicht verhindert hätte. Alles Material war da und war bezahlt. Und so viel Geld kam aus aller Herren Länder, daß wir zwei Kirchen hätten bauen und bezahlen können. Von 1916 bis 1924, wo der Staat bankrott war, wäre die schöne, große Kirche innerlich und äußerlich ausgebaut gewesen, und der Heiland würde darin angebetet. So wahr es ist, daß Er durch mich Armseligste die Einführung der täglichen Kommunion verlangte, so wahr ist es aber auch, daß Er diesen Kirchenbau verlangte. Diese Kirche soll stehen bis zum Ende der Welt als Warnungstafel für die, die es wagen wollen, an dem Kommuniondekret von Papst Pius X. zu rütteln. Aber auch als Siegeszeichen für jene, die ein gutes Werk fördern und errichten wollen und dafür verfolgt und unterdrückt werden, daß: Wenn sie ausharren und ihr Vertrauen auf Mich setzen, Ich es doch noch zum guten Abschluß führe. Ja, mein Herr und mein Gott, auch ich setze mein ganzes Vertrauen auf Dich. Du wirst meine geistlichen Vorgesetzten noch einsehen lassen, daß es ein Unrecht war, den Kirchenbau zu verbieten und mich als hysterisches Weib und als Ketzerin zu beurteilen. Ich bin ein armes, sündiges Menschenkind, wie wir alle. Aber eine Ketzerin und ein hysterisches Weib bin ich nicht. (Hochwürdiger Herr Dr. Vitus Brander schreibt nämlich in seinem Buch: sie hört Stimmen, aber was für Stimmen; Männerstimmen hört sie). Ein solcher Theologe, der eine Seele so beurteilt, die er gar nicht kennt, vor allen Menschen, die dies lesen in seinem Buch. Herr verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit. Amen.

Nachtrag: Heute Nacht fiel mir noch ein, daß ich ein paar wichtige Punkte aufzuschreiben habe: Als der hochwürdigste Herr Bischof Haffner von Mainz Fräulein Hannappel gesagt hatte, sie soll ihrem Bruder, dem Guardian im Kapuzinerkloster in Aachen schreiben, er dürfe die Schriften von Barbara Weigand überall verbreiten, nur nicht in Mainz, weil er mit seinem Domkapitel nichts zu tun haben wolle, tat er dies dann auch. Die Schriften wurden von anderen abgeschrieben und verbreitet und überall gelesen.

So kam eines Tages ein Herr aus Köln und wollte mich sprechen. Dieser geistliche Herr war Professor an der Universität in Köln und seine Ferienreise war des öfteren auch nach Mainz, um mich zu besuchen. Einmal reiste er sogar nach Schippach, um den Bauplatz zu sehen. Ein Verwandter von ihm war mit ihm gleichen Ranges und auch angestellt an der Kölner Universität. Der erste, von dem ich sagte, daß er mich oft besuchte, wurde weiterbefördert von hochwürdigsten Herrn Erzbischof, seinen Vetter. Und dies erregte Neid und Eifersucht bei seinem Vetter und so schwärzte er ihn beim Erzbischof so sehr an, daß dieser diese Verleumdung auch gla