Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

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Band 5

Offenbarungen

an Barbara Weigand Band 5

 

Barbara Weigand

1845-1943

 

Band 5

 

Juli 1900 – April 1904

Nr. 362-617

 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII. und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich
verbreitet werden.

 

1. Auflage 2002

Copyright © Herausgeber, Schriftleitung und Bestellung:
Wolfgang E. Bastian, Postfach 1319 in 50364 Erftstadt

Bildnachweis:
Bild Barbara Weigand: Wolfgang E. Bastian - Umschlagbild: Herz-Jesu von Leslie Benson Nr. 51, KSA Kath. Schriften-Apostolat, Postfach 1247, 88412 Ochsenhausen

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs

Einführung

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen.


362 Vigil vom Herz-Jesu-Fest 1900

„Weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.

363 Fest Sankt Peter und Paul 1900

„Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!“

364 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1900.
„Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.

365 Tag nach Magdalena am 23. Juli 1900.
„Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!

366 Untersuchung Juli-August 1900.
„Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich? 

367 Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900
„Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“

368 Ende September 1900.

369 Fest des heiligen Franziskus von Assisi 1900.

370 Am 5. Oktober 1900.

371 Am 6. Oktober 1900.

„Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.

372 Bei einer Priesterweihe.

373 Am 15. Oktober 1900.
„Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet

374 Letzte Woche im Oktober 1900.
„Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben

375 Fest Allerheiligen am 1. November 1900
Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben.

376 Am 13. November 1900.

377 Am 15. November 1900.
„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen.

378 Fest der heiligen Elisabeth 1900.
„Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern.

379 Fest Mariä Opferung 1900.
„Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir.

380 Fest der hl. Katharina am 25. November 1900.

381 Am 28. November 1900.
„Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang.


382 Am 3. Dezember 1900.
„Und weil er plötzlich gestraft wurde, der Mensch aber eine ganze Lebenszeit vor sich hat zu wählen, so läßt Gott Satans Reich neben dem Seinigen solange die Welt steht; somit ist er entschädigt.

383 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1900.
„Wenn man sich mal hingegeben zu Verdemütigungen und sich dem Opferleben preisgegeben hat, daß man keine Leiden scheut, dann fängt die Gnadenkette an.

384 Am 6. Dezember 1900.
„Diese Wunde haben deine Vorgesetzten Mir geschlagen dadurch, daß sie dich als hysterische Person darstellen.

385 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1900.
„Weil sie alle wissen sollen, daß Ich der Herr bin, und daß sie Mir unterworfen sind.

386 Am 15. Dezember 1900.
„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt habe, das habe Ich nur getan, um die Welt noch aufzurütteln vor dem großen Fall, vor dem sie steht.

387 Am 20. Dezember 1900.
„Wofür bin Ich denn im Tabernakel?

388 Am 22. Dezember 1900.

389 Am 23. Dezember 1900.

390 Weihnachten 1900.

391 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1900.

„Denn Ekstasen sind nur ein Zerschmelzen des Herzens durch die Wirkung der göttlichen Liebe.

392 Neujahrsnacht 1901.

393 Am 2. Januar 1901.

394 Fest Heilige Drei Könige am 6. Januar 1901.

395 Am 7. Januar 1901.

396 Am 15. Januar 1901.

397 Dritter Josefs-Mittwoch am 16. Januar 1901.

„Ich will aber doch, daß der jungfräuliche Stand zu Ehren gelangen soll.

398 Am 18. Januar 1901.
„So notwendig wie sie dem Mann ist für die zeitlichen Interessen und die Fortpflanzung, so notwendig ist die Frau der Kirche durch ihr Gebet und ihren guten Rat

399 Am 20. Januar 1901.

400 Fest der heiligen Agnes am 21. Januar 1901.

401 Vierter Josefs-Mittwoch am 23. Januar 1901.

„Das ist der Weg aller Auserwählten, daß ihnen alles gegen den Willen geht und sie sich durchkämpfen müssen.

402 Am 30. Januar 1901.

403 Herz-Jesu-Freitag am 1. Februar 1901.

„Weil auch die guten und besten Christen nicht mehr tun, wie Ich es haben will.

404 Mariä Lichtmeß am 2. Februar 1901.
„Ich schicke eine solche Strafe, daß sie alle miteinander nicht mehr wissen, woran sie halten vor lauter inneren Zerwürfnissen. Ich werde ihnen das Licht entziehen.

405 Am 9. Februar 1901.

406 Am 10. Februar 1901.

„Und weil Ich nicht notwendig hatte zu strafen und zu warnen, konnte Ich in Liebe mit ihr verkehren.

407 Am 11. Februar 1901.
„Lege all deine Fehler, Unvollkommenheiten und Versäumnisse tagtäglich in den Kelch des Heils in der heiligen Messe, damit täglich alles ersetzt werde.

408 Am 12. Februar 1901.
„Damit will Ich euch belehren, daß ihr so einig in der Gesinnung sein sollt, wie Wir Drei Heiligsten Personen.

409 Am 15. Februar 1901.

410 Brief an das Bischöfliche Ordinariat

411 Nach Septuagesima 1901.

412 Fest der Dornenkrone am 22. Februar 1901.

„Auf den Liebesbund setze Ich die Erneuerung der Menschheit.

413 Herz-Jesu-Freitag im März 1901.
„Wie die Christen, die mit knapper Not in den Himmel kommen, bekommt sie den letzten Lohn der gewöhnlichen Christen.

414 Am 4. März 1901.
„Durch den Wucher der Menschen sind die Gaben nicht rein, wie Ich sie wachsen lasse, sondern vermischt. Durch das Bebauen der Felder ist schon das Gift in die Pflanze hineingelegt.

415 Brief an das Bischöfliche Ordinariat
„Daß er zittern soll um seine Krone, falls er nicht dafür sorgt, daß die katholische Kirche gleiche Rechte mit der protestantischen genieße.

416 Am 8. März 1901.

417 Am 9. März 1901.

„Wer Gott liebt und Ihm dient, der braucht nicht viel.

418 Am 10. März 1901.

419 Requiem des Verstorbenen am 11. März 1901.

„Wahr ist alles, was ihr euch vorstellt vom Fegefeuer und noch viel wahrer und wirklicher, als wie ihr es euch denkt.

420 Am 17. März 1901.

421 Freitag am 22. März 1901.

„So habe Sie die sieben Sakramente mitverdienen müssen durch Ihre sieben Schmerzen

422 Mariä Verkündigung am 25. März 1901.
„Denn Ich will, daß die Mitglieder des Liebesbundes eines dem anderen helfen.

423 Am 31. März 1901

424 Am 2. April 1901.

425 Am 3. April 1901.
„Durch das, was Ich durch dich gesprochen, wollte Ich mehr eine Vorbereitung auf das Kommende als dessen Abwendung bezwecken.

426 Karsamstag 1901.
„Deswegen verlange Ich, daß Meine Mutter von den Christen recht verehrt wird, weil Sie alle Gnaden mitverdient und heute noch die Gnaden in den Menschen zu erhalten sucht.

427 Am Ostersonntag 1901.
„Da bin Ich in der Seele und die Seele ist mit Mir vereinigt, und das ist das größte Glück, das der Mensch haben kann.

428 Am Ostermontag 1901.
„Es ist ein furchtbarer Stolz, wenn ein frommer Mensch alles von sich abweist und sich selbständig durcharbeiten will.

429 Am 11. April 1901.
„Das ist euer Weg der Abtötung, der Entsagung, der Selbstverleugnung und der Buße. Nur diejenigen, die den Weg wandeln, kommen gerade auf Mich zu.

430 Weißer Sonntag am 14. April 1901.
„Wenn du alles zugleich tragen willst, so bricht die Natur zusammen.

431 Am 16. April 1901.
„Sage zu deinen Vorgesetzten, sie sollten doch Bittprozessionen veranstalten, damit nicht alles zugrunde gehe und wenigstens die ausharren, die jetzt noch treu zur Kirche stehen.

432 Brief an das Bischöfliche Ordinariat
„Ich beweine das große Unglück, das bald über die Menschheit hereinbrechen wird und weil so viele verlorengehen.

433 Am 21. April 1901.
„Die große Anhänglichkeit der Katholiken an das Heiligste Sakrament. Das haßt der Teufel derart, daß er alle seine Genossen auf die Welt gesandt, so daß die Hölle fast leer ist, um recht viele Seelen zu bearbeiten.

434 Am 29. April 1901.

435 Rückfahrt nach Mainz am 4. Mai 1901.

„Lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.

436 Nochmals am 4. Mai 1901.
„So ist es der Wille Gottes.

437 Am 5. Mai 1901.

438 Am 10. Mai 1901.
„Bedenket, was der Papst jetzt für ein gedrücktes Leben hat.

439 Am 12. Mai 1901.
„Das ist der sicherste Beweis, daß es Gott ist, daß es so angefeindet wird.

440 Vor Christi Himmelfahrt
„Aber auch mitten in der Welt kann man ein außergewöhnliches Leben führen, und zum Beweis dessen schenke Ich diesen Seelen die heilige Freude.

441 Am 18. Mai 1901. P
„Zermalmen werde Ich alle, die sich Meinen Worten widersetzen!

442 Am 19. Mai 1901.
„Wenn die Katholiken Mein auserwähltes Volk bilden, dann muß es aber auch ein Volk sein, das sich unterscheidet von den übrigen Völkern.

443 Am 25. Mai 1901.
„Ich will all eure Fehler wegbrennen mit dem Feuer Meiner Liebe.

444 Am 29. Mai 1901.
„Solange ihr zugebt, was gottlose Weltmenschen erfunden haben wollen, werde Ich euch züchtigen durch eben diese Menschen.

445 Am 4. Juni 1901.

446 Fronleichnamsprozession 1901.

„Sie wälzen sich im Pfuhl der Leidenschaft und kein guter Gedanke kann an sie herankommen.

447 Am 8. Juni 1901.
„Aber das ist Mein größter Schmerz, wenn eine Seele, die Mich wahrhaft liebt und sich alle Mühe gibt, Mir zu dienen, trotzdem zweifelt an Meiner Güte.

448 Offenbarung für die Stadt Mainz.
„Es hat eine Zeit gegeben, zur Zeit des heiligen Bonifatius, wo das Christentum eifrig war.

449 Am 10. Juni 1901.
„Sagt allen, daß es Mein Wunsch ist, daß die Liebesbundmitglieder für den Sieg der Kirche täglich einmal das Gebet: ,Zu dir, heiliger Josef, fliehen wir in unserer Not’, und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und dazu ein Vaterunser beten.

450 Fest des heiligen Antonius am 13. Juni 1901.
„Nur im einfältigen, vertraulichen Verkehr, wo man mit Gott redet, da würdigt Er Sich, uns zu nahen und uns ganz in Ihn umzugestalten.

451 Fest des heiligsten Herzens Jesu im Juni 1901.
„Meine Tochter, warum zögerst du zu schöpfen? Komme, schöpfe mit Freuden aus dieser Quelle und teile aus allen, die sich daran laben wollen.

452 Am 17. Juni 1901.

453 Am 2. Juli 1901.

454 Am 3. Juli 1901.

455 Fest der hl. Maria Magdalena am 22. Juli 1901.

„Kein Weg ist zu hart, kein Leiden zu groß, um die Herrlichkeit verdienen zu können, die eurer wartet in der Ewigkeit.

456 Vigil von Portiuncula 1901.
„So wie der böse Geist den Menschen bearbeitet und drängt, das auszuführen, was er ihm eingibt, so bearbeitet aber auch Mein Geist die Seele, mit der Ich verkehre.

457 Am 3. August 1901.
„Ich rechne aber nicht mit euren Fehlern, sondern Ich sehe nur auf den guten Willen, ob der Mensch den guten Willen hat, Mir zu gefallen und Mir zu dienen.

458 Am 4. August 1901.

459 Lourdesreise am 8. August 1901.

460 Lourdespilgerfahrt 1901.
„Wenn Ich alle Wünsche erfüllen wollte, könntet ihr die Glorie nicht schauen in dem Maße, wie Ich sie euch geben will.

461 Am 9. August 1901.

462 Am 14. August 1901.

„Alle, die sie lesen und verwerten, gelangen ganz sicher zu Mir!

463 Am 15. August 1901.

464 Am 20. August 1901.
„Dadurch wird der Sieg der Kirche erkämpft, aber die Zeit wird vorher so schrecklich, daß die Menschen glauben, der Himmel habe sich verschworen.

465 Am 21. August 1901.
„Weil der Himmel alsdann so verschlossen ist, wird man glauben, alles sei umsonst gewesen.

466 Am 24. August 1901.
„Die Gesundheit des Leibes ist das Allergeringste, die Gesundheit der Seele ist der des Leibes doch viel mehr vorzuziehen.

467 Fest Mariä Geburt am 8. September 1901.
„Sage, bin Ich nicht der größte Tor? Wie ein des Verstandes Beraubter läßt Sich der Schöpfer behandeln von Seinen Geschöpfen.

468 Sonntag am 15. September 1901.

469 Am 9. Oktober 1901.

470 Am 20. Oktober 1901

471 Am 26. Oktober 1901.


472 Am 28. Oktober 1901.
„Mein Auge ruht auf euch. Genügt euch Mein Angesicht nicht?

473 Am 31. Oktober 1901.
„Wo sind die Menschen, die sich mit Mir unterhalten?

474 Vigil von Allerheiligen 1901.
„Niemand hat eine Ausrede, das Licht des Glaubens sei ihm vorenthalten worden. Ich lasse Mein Licht allen leuchten, aber sie verdunkeln es.

475 Begräbnistag am 5. November 1901.

476 Am 8. November 1901.

„Einer Klosterfrau muß alles gleich sein, was sie auch zu tun hat, ob sie betet oder arbeitet.

477 Am 11. November 1901.

478 Am 12. November 1901.

479 Am 16. November 1901.

„Sie wird wie eine Theresia von Stufe zu Stufe steigen bis zur höchsten Vollkommenheit. Dort werde Ich sie empfangen und einführen in den Hochzeitssaal.

480 Am 18. November 1901.
„Man kann nicht irregehen, wenn man nur sucht, Mich zu lieben und Mir zu gefallen. Was immer man aus Liebe zu Mir tut, muß Ich belohnen!

481 Am 19. November 1901.
„Wenn das Fasten euch gereizt macht, wenn ihr etwas nicht leisten könnt, was über eure Kräfte geht, so laßt lieber ein Werk sein, als daß ihr der Liebe entgegenhandelt, damit nicht die Liebe darunter leidet.

482 Am 20. November 1901.
„Es kommt immer darauf an, wie es Mir gebracht wird, ob aus Liebe oder aus Zwang.

483 Am 21. November 1901.
„Aber besonders soll sie die Klosterleute zum Streben nach Vollkommenheit anfeuern, weil in vielen Seelen der erste Eifer erloschen ist zum Streben nach Vollkommenheit.

484 Am 25. November 1901.
„Wenn euch die Wahl gestellt wäre, Gott ohne Leiden in der Glorie zu besitzen oder noch in der Welt zu bleiben, wo Gott so viel beleidigt wird, so sollt ihr lieber wählen, in der Welt zu bleiben und zu leiden.

485 Am 26. November 1901.
„Am Schlusse lasse Ich es zusammenfallen und die Welt ist verschwunden mit allem Getriebe und Getreibe; aber das, was der geringste Mensch tut zu Meiner Ehre, bleibt in Ewigkeit.

486 Brief an den Beichtvater der Karmelitinnen..

487 Fest der hl. Barbara am 4. Dezember 1901.

„Jetzt, wo die Familie so zerrissen ist und die Welt ganz im Fleisch versunken ist und der Teufel seine Ernte hält in der Fleischeslust, ist es das Größte, was der Mensch tun kann, wenn er beiträgt zum jungfräulichen Stand.

488 Am 5. Dezember 1901.

489 Fest der Unbefleckten Empfängnis 1901.

„Ihr aber sollt Meinen Schmerz teilen, weil so viele Seelen zugrunde gehen. Weil Ich aber leidensunfähig bin, deshalb muß Ich Meinen Schmerz all Meinen treuen Kindern mitteilen.

490 Gottseliger Tod zweier Liebesbundmitglieder

491 Am 9. Dezember 1901.

„Alle, die bisher gewankt, werden gerettet durch diejenigen, die feststehen in all den harten Kämpfen und ihre frommen Übungen weitermachen wie seither.

492 Brief Barbara vom 11. Dezember 1901.

493 Am 12. Dezember 1901.
„Im Gegenteil, es ist nur die Menschenfurcht, die sie antreibt, es zu bekämpfen, damit die Welt nicht sagt, sie hielten es mit einfältigen, dummen Personen.

494 Am 14. Dezember 1901.

495 Am 17. Dezember 1901.

„Meine Liebe ist so unendlich groß, daß es Mir jedesmal weh tut, wenn eine treue Seele, die Mich liebt, Mich um etwas bittet, was Meine Gerechtigkeit nicht erfüllen kann.

496 Am 20. Dezember 1901.
„Im Glauben beruht die ganze Religion und das ganze Gebäude der Vollkommenheit.

497 Heilige Stunde am 19. Dezember 1901.

498 Am 22. Dezember 1901

499 Weihnachtsfest am 25. Dezember 1901.

„Meine Kirche ist nicht mehr die reine, makellose Braut. Sie ist verunstaltet, verletzt, verunglimpft in ihren Kindern. Beugt den Nacken unter die Zuchtrute.

500 Am 29. Dezember 1901.
„Diejenigen, die nichts von der Sache gewußt, bewahre Ich noch eher im Glauben als diejenigen, die spötteln und häkeln. Ich habe die langen Jahre nicht vergebens gesprochen!

501 Fest der Unschuldigen Kinder 1901.

502 Am 1. Januar 1902.

„Weil er standgehalten und die Gnade ergriffen hat, so will Ich ihm die Gnade der Unterscheidung der Geister geben.

503 Am 6. Januar 1902.

504 Am 8. Januar 1902

505 Am 10. Januar 1902.
„Eine Seele, die Mich liebt, ist bei Mir wie Bischof und Kaiser und König, bei Mir sind Papst und Bettler gleich.

506 Erster Josefs-Mittwoch am 15. Januar 1902.
„Denn was Ich euch gesagt habe, ist bereits alles in Erfüllung gegangen.

507 Am 17. Januar 1902.
„Wenn du nicht gewollt hättest, hätte Ich dir diktieren können und es wäre doch nicht geschrieben worden.

508 Brief an einen Missionar
„Darin lag die Prüfung für die Engel. Sie sollten wissen, daß sie Geschöpfe sind, die sich nicht erkühnen dürfen, in Meine Rechte einzugreifen.

509 Am 18. Januar 1902.
„Man kann nicht glauben, mit welchem Wohlgefallen Ich auf solche Herzen schaue, die mit unbeschränktem Vertrauen auf Mich schauen, trotz aller Hindernisse und aller Zerwürfnisse, die ihnen vorkommen.

510 Am 20. Januar 1902.
„Was ist im Vergleich damit der schöne Himmel, den Ich verließ, den Schoß Meines Vaters, wo Ich alles in unendlicher Vollkommenheit hatte.

511 Am 21. Januar 1902.

512 Am 22. Januar 1902.

513 Freitag am 24. Januar 1902.

„Denn gleichwie die Schriftgelehrten und Pharisäer Mir und Meiner Lehre gegenüberstanden, so stehen deine Vorgesetzten dir und dem dir aufgetragenen Werk gegenüber.

514 Sonntag am 26. Januar 1902

515 Am 5. Februar 1902.

516 Am 6. Februar 1902.

517 Am 7. Februar 1902.

518 Am 9. Februar 1902.

Barbara: Nach der heiligen Kommunion hielt mich der Herr in solch süßer Umarmung, daß ich die Schläge Seines Herzens ganz deutlich zu hören glaubte. Und Er sagte mir:

519 Aschermittwoch am 12. Februar 1902.
„Für denjenigen leiden, der so viel für uns getan und gelitten hat, ist das größte Werk, das ein Mensch tun kann.

520 Am 18. Februar 1902.

521 Angebliche Offenbarungen..

522 Ein sonderbarer Traum..


523 Am 23. Februar 1902.
„Nicht dein Kleid und nicht deine Regel haben dich Mir so gefällig gemacht, wohl aber, daß du deine Ehre Mir zu opfern verstandest

524 Josefs-Mittwoch am 26. Februar 1901.

525 Mariechens Gelübde der Jungfräulichkeit

526 Am 25. März 1902.

„Glückselig diejenigen, die es erfassen und glauben können, denn sie haben einen sicheren Weg, nach Vollkommenheit zu streben.

527 Karfreitag 1902.
„So gewiß aber für Mich auf den Karfreitag der Ostermorgen kam, wo Ich Tod und Hölle besiegte, ebenso gewiß wird auch für euch die Stunde kommen, wo ihr siegen werdet über all eure Feinde.

528 Am 11. April 1902.

529 Am 12. April 1902.

530 Brief Barbara vom 27. April 1902.

531 Am 18. Mai 1902.

„Er soll sich vor seinem Vorgesetzten recht verdemütigen und all seinen Befehlen nachkommen, aber ihm offen sagen, daß er nie seine innere Überzeugung nach außen hin verhehlen werde.

532 Pfingstmontag 1902.

533 Fronleichnamsfest 1902.

534 Fest des heiligen Antonius von Padua.

535 Fest Peter und Paul am 29. Juni 1902.

536 Pilgerfahrt nach Aachen ab 14. Juli 1902.

„Aber war der Tag zu Ende, so opferten wir dem himmlischen Vater alles auf und schlossen mit dem Tag ab, als ob es der letzte sei.

537 Vigil von Portiuncula 1902.
„Zurück zu einem tiefreligiösen Glauben und Christenleben!

538 Mariä Himmelfahrt am 15. August 1902.
„Sie sagte, ich solle Sie alle Tage begrüßen in dem Magnifikat.

539 Am 24. August 1902.

540 Wallfahrt nach Dieburg am 7. September 1902.

„Ihr sollt jetzt in der Geduld geprüft werden und die Tröstungen entbehren, denn viele und große Verdienste könnt ihr so erringen.

541 Fest Kreuzerhöhung am 14. September 1902.

542 Am 4. Oktober 1902.

„Nimm den Schild des Glaubens und bewaffne dich, wenn die Versuchung und Satan dich mutlos machen will. Hier hast du das Schwert.

543 Rosenkranzfest 1902.
„Jetzt kannst du von allen Kanzeln herab dieselben Worte hören, die Ich durch dich schon jahrelang gesprochen habe.

544 Am 1. November 1902.

545 Zwiegespräch..

546 Am 16. November 1902.

547 Fest der hl. Katharina am 25. November 1902.

„Und doch ist es wahr, daß wir in der innigsten Verbindung mit euch stehen.

548 Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember 1902.
„Wisset aber, daß es Mir leid tut um euretwillen, Deutschland so zu züchtigen, wie Ich beschlossen habe, anderen Ländern zu tun.

549 Fest des heiligen Evangelisten Johannes 1902.
„Nicht die Marter und Pein preßten Mir blutigen Schweiß aus, sondern der Undank so vieler, die Meine Wohltaten und Mein Blut mit Füßen traten.

550 Fest der Heiligen Drei Könige 1903.
„In dunklen Tagen, wo sie keinen Ausweg mehr finden in ihrem Glaubensleben, sollen sie Meinen Kreuzweg betrachten.

551 Am 15. Januar 1903.
„Sage den Bischöfen, daß die Oberhirten wie ein Paulus auftreten müssen den Feinden Meiner Kirche gegenüber, um die Rechte Meiner Kirche zu verteidigen.

552 Am 16. Januar 1903.
„Wem, glaubst du, werde Ich dann die Fehler anrechnen, die du begingst? Nicht dir, sondern denjenigen, die dir die Gnadenmittel entziehen!

553 Rück am 25. Januar 1903.

554 Am 30. Januar 1903.

„Glaubt doch nicht, daß Ich Mich umsonst in dieses Holz einschließen lasse. Nein, euer Tröster will Ich sein!

555 Mittwoch am 11. Februar 1903.

556 Samstag am 14. Februar 1903.

557 Fest Petri Stuhlfeier am 22. Februar 1903.

„Meine Kirche muß geläutert und gesiebt und viele Auswüchse entfernt werden.

558 Tod eines Liebesbundmitgliedes.

559 Am 2. März 1903.

„Sie predigen zwar von der Gemeinschaft der Heiligen, aber sie glauben nicht daran.

560 Jubiläum von Papst Leo XIII.

561 Am 12. März 1903.

„Sooft ihr betet, vereinigt euch immer mit allen Liebesbundmitgliedern und mit der streitenden, leidenden und triumphierenden Kirche.

562 Unterredung mit einem Priester im März 1903.

563 Am 5. April 1903.

„Sage es allen, die an Mich glauben und Mich lieben wollen, wie sehr Mein Herz verlangt nach Gegenliebe von Meinen Geschöpfen.

564 Karfreitag 1903.
„Dich habe Ich hinweggeführt, die Bücher, die den Inhalt Meines Willens umfassen, liegen brach und verstaubt in der Ecke.

565 Am 25. April 1903.

566 Am 27. April 1903.

„Nicht wählen will ich, sondern Deinen Willen will ich erfüllen.

567 Am 3. Mai 1903

568 Am 19. Mai 1903.
„Aber wie ein ausgetretener Strom sich immer weiter wälzt und Unheil stiftet, wird sich der Kampf gegen die Kirche von Frankreich auch nach Deutschland hinüberwälzen.

569 Pfingsten 1903.
„Jetzt ist die Zeit gekommen, wo der himmlische Vater die Ihm geraubte Ehre wieder zurückverlangt von Seinen Geschöpfen. Die Welt wird gestraft und schrecklich gestraft werden.

570 Herz-Jesu-Freitag im Juni 1903.

571 Fronleichnamsfest 1903
.

572 Fest Peter und Paul am 29. Juni 1903.
„Ich kann euch nichts ersparen, ihr müßt das Leben Meiner Kirche durchleben. Darum seid ihr von allen Seiten so eingeengt.


573 Fest der heiligen Magdalena am 22. Juli 1903.

574 Papstwahl vom 29. Juli bis 2. August 1903.

„Dies ist der zukünftige Papst. Es gibt Schwierigkeiten bei der Papstwahl. Darum vereinigt euer Gebet mit den Fürbitten eures verstorbenen Papstes Leo.

575 Am 18. August 1903.

576 Herz-Jesu-Freitag am 4. September 1903.

578 Am 11. Oktober 1903.

579 Am 6. November 1903
„Jetzt aber raffe dich auf, gehe wieder zurück nach Mainz und diene Mir, wie Ich es von dir und deinen zwei Mitschwestern verlange.“

580 Am 19. November 1903.

„Der Stolz ist eine Urlast und mit tausend Fasern in die Seele eingesenkt.

581 Mittwoch am 25. November 1903.

„Ich habe Bischof Haffner und Bischof Brück hinweggenommen. Ich werde seinen Nachfolger, wenn er Mir auch hinderlich ist in Meinem Werke, wieder hinwegnehmen.

582 Einweihung der Kapelle in Möding.

„Diejenigen, die hier am tiefsten in der Verdemütigung Meinem Sohn nachwandeln müssen, werden Ihm die Nächsten sein im Gericht.

583 Am 20. Dezember 1903.

„Daß es Mir viel lieber ist, wenn eine Seele mit Mir leidet, als wenn sie alle frommen Übungen gemütlich verrichten kann.

584 Am 24. Dezember 1903.

„Wie wenig Seelen in der Welt sind, die einen richtigen Glauben haben, wie er sein soll, weil niemand den Verkehr mit Mir mehr fassen kann.

585 Weihnachten 1903.

„Am Kreuz sterbend, mußte die erste Kirche gegründet werden. Erneuert muß sie werden auf demselben Weg, wenn auch auf verschiedene Weise.

586 Fest des hl. Johannes am 27. Dezember 1903.

„Und je mehr die Welt in der Fleischeslust versinkt, desto mehr schwindet Mein Geist aus den Herzen und bin Ich hinausgestoßen.

587 Am 11. Januar 1904.

„Jetzt verlange Ich Abbitte und Sühne für so viele Menschen, die nicht mehr an Mich glauben im Hochheiligsten Altarsakrament, und für die, die zwar glauben, aber Mich vergessen haben.

588 Am 19. Januar 1904

589 Am 20. Januar 1904.


590 Am 21. Januar 1904.

„Wo waren denn die tiefgläubigen Seelen in Meinem Leben? Meine heilige Mutter und Mein Nährvater waren die einzigen, die ohne allen Zweifel geglaubt.

591 Freitag vor Septuagesima am 29. Januar 1904.

„Meine Kinder, ein Abgrund hat sich geöffnet, der die ganze Menschheit zu verschlingen droht, auch die Gläubigen.

592 Freitag vor Sexagesima am 4. Februar 1902.

„Glauben müssen wir, daß Jesus Christus wahrhaft und wirklich unter uns wohnt, und wenn Er unter uns wohnt, warum gebärden wir uns, als seien wir Heiden, als hätten wir keinen Gott?

593 Am 6. Februar 1904.

„Und was für eine Gnade in zeitlicher und ewiger Beziehung haben alle, die glauben.

594 Am 11. Februar 1904.

595 Am 12. Februar 1904.

„Die Fastnachtsvergnügen sind Mir ein solcher Greuel, daß es Mir ist, als müßte Ich die Stadt verlassen, weil alles ins Sinnliche und Fleischliche versunken ist.

596 Freitag vor dem ersten Fastensonntag 1904.

„Ich hatte nur den Grundstein gelegt am heiligen Kreuz, und Mein Blut, das die Erde getränkt, war der Bauplatz zu Meiner Kirche. Meine Apostel aber sind die Grundsäulen, auf die sie gebaut, und sie waren alle Sünder.

597 Dienstag am 23. Februar 1904.

„Ihr sollt Mein Leben versinnbilden, und das Leben der Verachtung und Verdemütigung, das Ich geführt, nachleben, auch ihr müßt den Weg gehen.

598 Freitag vor dem zweiten Fastensonntag 1904.

Lied: Jesus, Heiland meiner Seele ...

599 Donnerstag vor dem dritten Fastensonntag 1904.

„Aus dir soll der Same hervorgehen zur Rettung dieser Stadt.

600 Freitag vor dem vierten Fastensonntag 1904.

„Noch einmal soll Meine Kirche blühen in einer Blüte, wie sie noch nicht zuvor gestanden ist, seitdem Ich die Erde verließ. Dann aber, wenn dieses Geschlecht wieder sinkt, dann ist das Ende.

601 Samstag am 12. März 1904.

„Es ist Mein Wille so, daß die treuen Seelen mitfühlen müssen, was Ich leide über die treulosen Kinder der katholischen Kirche, die nicht einmal hören auf den Ruf der Kirche, ihrer Mutter.

602 Fest des heiligen Josef am 19. März 1904.

„Man wird ihm die Hände binden, daß er mit ausgestreckten Armen am Kreuz hängt, und er wird trotz all seiner bischöflichen Macht doch nichts ausrichten.

603 Fest der Sieben Schmerzen, Mariä Verkündigung.

„Kein Mensch kann eingehen in das Reich des Allerheiligsten, der nicht erst heilig geworden ist, der sich nicht geheiligt hat hier auf Erden. Nichts Unreines wird eingehen in das Reich Gottes!

604 Am 27. März 1904.

605 Karfreitag am 1. April 1904.

„Eingehen kann jetzt die Seele, kann Besitz nehmen von ihrem Reich, von der Herrlichkeit, die ihr bereitet ist und wozu sie erschaffen ist, die Menschenseele, die das Ebenbild Meines Vaters an sich trägt.

606 Karsamstag am 2. April 1904 im Hochamt

„Sie sollen nur recht ihren Eigenwillen bekämpfen, und wenn ihnen etwas schwer wird, einfach vor Meinen Tabernakel kommen und Mir sagen: ‚Deinetwegen bin ich hierhergekommen, nun gib mir auch die Kraft!‘ Und Ich werde ihnen die Kraft geben, auszuharren.“


607 Samstag vor dem Weißen Sonntag 1904.

608 Am 14. April 1904.

„Er wird sterben nicht als Märtyrer des Blutes, sondern wie der heilige Franz Xaver, den er sich zum Vorbild nehmen soll.

609 Am 18. April 1904.

610 Am 20. April 1904.

„Deshalb sind die Gebote der Kirche denjenigen, die Ich auf Sinai gegeben, ganz gleich und sind nicht im geringsten minder, weil die Kirche Meine Braut ist und was die Braut will, muß auch der Bräutigam wollen.“

611 Donnerstag am 21. April 1904.

„Ich will dir zeigen, daß, so wie Ich auf dem Altare gegenwärtig bin und bleibe trotz all der Vergessenheit und des Undanks der Menschen, und fortwährend dennoch über die Erde Gnade und Segen ausströmen lasse.

612 Freitag am 22. April 1904.

613 Am 25. April 1904.

614 Am 30. April 1904.

615 Am 5. Mai 1904.

616 Am 6. Mai 1904.

„Haltet die heilige Stunde heute nachträglich; denn ihr wißt nicht, welch großer Segen aus der heiligen Stunde hervorgeht für die ganze Stadt, wie mancher große Sünder sich bekehrt.

617  7. Mai 1904.

„Erinnert euch an Meinen Lebensweg, ob ihr etwas Außergewöhnliches daran findet, ob ihr die Werke findet, welche die großen Heiligen getan.

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen..

Statuten des Liebesbundes.

Weihe an das göttliche Herz Jesu..

Aufopferungsgebet am Morgen..

Aufopferungsgebet am Abend.

 Inhaltsverzeichnis Band 5

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Inhaltsverzeichnis Band 5

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Inhaltsverzeichnis Band 5

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 (Band 1 und der überwiegende Teil von Band 2) auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“ Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem Lebenslauf: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung einer Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich bei längeren Offenbarungstexten eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im Juni 2002

Die Schriftleitung

 

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

Inhaltsverzeichnis Band 5

362 Vigil vom Herz-Jesu-Fest 1900

„Weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.“

 

Lied: Sei im Jubelschall ...

Barbara: „Mein Jesus, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich würdigst, herabzusteigen. Mein Jesus, wie bist Du so gut, so lieb! Ich sehe den heiligen Aloysius, den heiligen Antonius, den heiligen Johannes den Täufer, und eine unzählige Menge. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden. Ja Friede, Friede.“

Jesus: „Komme, komme, Meine Tochter! Weißt du noch, wie Ich Mich herabließ zu dir? Gelobt sei Jesus Christus! Seht, als Ich den geistigen Bund mit dir einging, als Ich Mich, was Ich wenigen Seelen zuteil werden lasse, geistigerweise mit dir vermählte an eben einem dieser Tage, da hattest du freilich keine Ahnung, was du alles noch um dieser geistigen Vermählung willen zu leiden habest. Aber wisse nun, wenn du etwas mehr zu erdulden hast als deine zwei anderen Freundinnen, deine zwei Schwestern, daß du auch noch etwas mehr Vorrecht hast als sie. So innig, so wie Ich Mich mit dir vermählte und verband, dieses Glückes können sie sich nicht rühmen, obwohl sie auch Meine liebsten Kinder sind.

Aber, Meine Tochter, weil du mit Mut und Entschlossenheit von dem Tage an, an dem du einmal angefangen hattest, Mir zu dienen, all die Einsprechungen, die Mein Geist dir zuflüsterte, befolgtest, habe Ich dich ausersehen, ein Werk durch dich durchzuführen, welches vielen, vielen zum Heile gereichen wird und soll, denn die Einführung der öfteren Kommunion ist ein Werk, das Meiner Kirche von großem Vorteil ist und zu großem Nutzen gereichen wird, aber auch zu großer Verherrlichung. Denn wie die Mitglieder einer Familie, je treuer sie zusammenhalten, je inniger sie untereinander verkehren und alles Leid und Freud zusammen tragen, die Familie um so mehr vorwärtsbringen, so wird durch all die Mitglieder der einen großen Gottesfamilie, Meiner heiligen Kirche, je inniger sie sich zusammenscharen um Meinen Tisch – denn dort ist der Familienvater, dort teilt Er Seine Räte aus und Seine Gnadenschätze über all Seine Kinder –, desto herrlicher sich die Gottesfamilie emporschwingen, desto reichlicher werden die Gaben ausfallen, welche die Kinder vom Vater erhalten, denn die Familie, die treu zusammenhält, wird auch vorwärtskommen. So wird die Kirche, die Ich gestiftet, nur dann wieder vorwärtskommen und zur Blüte gelangen, wenn die einzelnen Glieder der Gottesfamilie treu zusammenstehen, treu sich scharen um den einen großen Tisch, der da bereitet ist, den Ich Selbst bereitet habe.

Nun gibt es aber nur wenige Seelen, die es aushalten, wenn es an die Ehre geht. Freilich gibt es viel bessere Seelen und man hat Recht, wenn man sagt, eine solche Seele müsse in der höchsten Stufe der Vollkommenheit begründet sein. Wenn Ich aber Mir eine Seele nehmen wollte, die da in stiller Abgeschiedenheit von der Welt lebt, in einer Klostermauer eingeschlossen, wenn diese Klosterfrau dort sagen wollte: ‚Eine innere Stimme sagt mir, daß ich dieses oder jenes sagen soll‘, dann ist schon die Regel, daß die Oberin dem entgegentritt und sagt: ‚Der Gehorsam gebietet dir zu schweigen!‘ Und wenn dann der Beichtvater sagt: ‚Hinweg mit solchen Frömmeleien‘, dann ist es geschehen, dann hat die Seele nicht mehr den Mut, Meiner Stimme weiterhin Gehör zu schenken. Darum habe Ich Mir an der Heeresstrasse des Lebens eine Seele erwählt, um durch sie Meine Pläne durchzuführen.

Weißt du noch, wie du von deinem Beichtvater zu deinem Pfarrer geschickt wurdest und er dir sagte: ‚Gehe hin und bitte meinen und deinen Pfarrer, denn du gehörst zu einer Filiale, und ich stehe unter der Leitung deines Pfarrers und dieser muß mir die Erlaubnis geben. Ich darf dir die Kommunion nicht mehr geben, ohne daß der Pfarrer es erlaubt, und er verbietet es mir. Darum gehe du selbst hin und bitte ihn darum!‘

Weißt du noch, wie er dir antwortete? ‚Nein, und ich sage dir, daß ich erfahren habe, daß es nicht gut ist, öfter zu kommunizieren, je seltener, desto besser. Diejenigen, die selten die Kommunion empfangen, die empfangen sie gut.‘ Wenn man solche Gesinnungen findet, und diese findet man häufig, ja sehr häufig, auch unter den Priestern, da sollte es möglich sein, einer Seele zu Hilfe zu kommen, die da einen guten Weg wandeln will. Siehe, das Verlangen, das du hattest in deiner Jugend, wenn du dich arm und schwach fühltest und glaubtest verlorenzugehen, wenn du dich nach Mitteln umsehen wolltest, um neue Kräfte zu gewinnen, um den Weg weitergehen zu können, siehe, so gibt es viele Seelen in der Welt, die wirklich sich Mühe geben wollen, um den Weg der Vollkommenheit zu betreten und vorwärts zu kommen, aber sie haben nicht den Mut, ihren Vorgesetzten lange entgegenzugehen, wenn diese einmal sagen: ‚Ich erlaube es dir nicht!‘ Dann bleiben sie zurück, und dies möchte Ich verhüten. Ich möchte so mancher guten Seele zu Hilfe kommen. Darum mußt du alles durchmachen. Du mußt geprüft werden wie das Gold im Schmelzofen. Du mußt, was du schon bisher von deinen Vorgesetzten ertragen und erduldet hast, von deinesgleichen und von deinen Mitmenschen, erdulden bis zum letzten deiner Tage. Es wird nicht anders werden. Ich sage es dir schon im voraus.

Ihr aber, die ihr euch an sie angeschlossen, ihr müßt dasselbe mittragen, weil ihr auch denselben Lohn ernten sollt wie sie, obwohl Ich Mich mit ihr vermählte durch ein innigeres Band wie mit euch, denn dieses Band ist es, weshalb Ich zu ihr herabsteige, weil sie eine andere Aufgabe hat und mehr erdulden muß persönlich und geistig wie ihr, deswegen aber kein anderes Vorrecht hat vor euch. Einstens, wenn ihr eingegangen sein werdet, sollt ihr die nämliche Krone tragen wie sie und die nämliche Glorie genießen wie sie. Aber allen sollt ihr ein Vorbild werden, denn wißt, die Leiden, die ihr zu erdulden habt, haben noch gar viele zu erdulden, und viele werden sie mutlos und schwach und möchten rückwärtsgehen, weil sie auf andere schauen und mit der Welt liebäugeln wollen. Diesen allen sollt ihr zum Vorbild werden.

Denn wißt, schon viele haben gut angefangen und sind eine Zeitlang vorwärts geschritten und haben treulich Mir gedient. Auf einmal kam ein Sturm, ein Leiden und Ungemach, oder sie wollten eine sinnliche Freude sich erlauben, wenn auch noch unschuldig, und mit dieser sinnlichen Freude ging es weiter, und sie gewannen die Welt wieder lieb, und geschehen war es um sie. Sie gingen zurück und gingen zur Fahne Satans über.

So wird es aber gar vielen gehen, die nicht treu zu euch halten, die nicht den Weg gehen wollen, den ihr geht. Man sagt, es gibt noch viele, ja noch viele, es ist nicht notwendig, es so wie diese zu machen. Ja, ja, Meine Kinder, es ist nicht notwendig, Ich muß mit allen zufrieden sein, die es auch anders machen, selbst mit denjenigen muß Ich zufrieden sein, die nur am Sonntag eine heilige Messe hören, die nur alle Jahre einmal die heiligen Sakramente empfangen, die nur noch die Zehn Gebote, die Ich auf Sinai gab, halten wollen. Auch mit diesen muß Ich zufrieden sein.

Dies sind aber jene, die Ich dir gezeigt habe damals, als Ich dir Meine Leiden klagte, als Ich dir Mein Herz zeigte und alles, was in diesem Herzen vorgeht, wie Ich dir die Spaltung zeigte, die in jetziger Zeit in der Menschheit entsteht, wie Ich dir zeigte, wie die Kinder Meiner spotten, wie sie die Zunge gegen Mich herausstreckten, weil sie nicht mehr zu Meiner Fahne halten, sondern zu Satans Fahne übergegangen sind, noch ehe sie die Kinderschuhe ausgetreten haben. Dort schon zeigte Ich dir, daß eine Zeit kommt, die Zeit, in der ihr lebt, und daß nur diejenigen, die treu und eng sich an Mich anschließen, an Mich anklammern, die sich eng um Mich herumscharen, Mir zugehören, daß Ich nur auf diese zählen und rechnen kann.

Ich zeigte dir wohl, daß jene noch gerettet werden, die draußen auf dem äußersten Rand gehen, daß sie aber so nah am Abgrund stehen, daß, sobald man eine Hand wendet, umwendet, sie mit in den Abgrund hineingeraten und auf ewig verschlungen werden, auf ewig mit dem Abgrund zugrunde gehen. Um nun aber Meine Kinder eng um Mich zu scharen und ihnen Anteil an Meiner Liebe geben zu können, um sie trösten zu können in all den vielen Bedrängnissen, womit Ich sie überhäufen muß – je bevölkerter die Erde wird, desto mehr steigen die Leiden, und je gottloser die Welt wird, desto mehr steigen die Wasser der Trübsale und desto inniger wird die Liebe Meines Herzens zu denen, die noch treu zu Mir stehen, die ausharren unter all den Prüfungen, die über die gottlose Welt verhängt sind –, darum muß Ich bis hinaus ins letzte Dorf, wo noch ein Priester steht, wo Ich noch aufbewahrt werde im Allerheiligsten Sakrament, Meinen Kindern den Weg, den Zutritt zu Mir verschaffen, damit die Zahl Meiner treuen Kinder größer werde.

Siehe, wenn man dich fragt, woher du denn wüßtest, daß es der Herr sei, der in dir redet, dann sage ihnen: ‚Woher wißt ihr denn, daß es der Herr ist, der diese Kirche gestiftet, der ihr angehört?‘ Und sie werden dir antworten: ‚Weil wir es wissen von der Lehre, die Er Selbst vom Himmel gebracht, die Er Selbst durch Seine Apostel uns übertragen, und die wir lehren müssen, weil Er uns den Auftrag dazu gab.‘ Nun denn, dann sage ihnen: ‚Warum glaubt ihr dies?‘ Und sie werden dir sagen: ‚Wir glauben es, weil es der Sohn Gottes Selbst ist, der es uns gesagt hat.‘ Nun denn, wenn der Sohn Gottes Selbst es ist, der euch diese Lehre gegeben, warum zweifelt ihr, daß der Sohn Gottes Selbst es sein kann und sein muß, der eine Seele in Besitz genommen, da ihr doch selber es lehrt, daß der Heilige Geist es ist, der Seine Kirche leitet, der Seine Kirche gestiftet, und daß diejenigen, von denen ihr saget, daß sie es euch übertragen, die Apostel nämlich, doch mit dieser Übertragung eures Amtes euch dasselbe gesagt, und daß, wer euch nicht hört, dasselbe Wehe trifft wie denjenigen, der den Tempel Gottes entheiligt, denn der Tempel Gottes seid ihr.

Wenn nun jede Seele ein Tempel Gottes ist, warum wollt ihr nicht glauben, daß Ich in einer Seele wohne? Wenn sie dir weiter sagen, daß das Leben einer solchen Seele übereinstimmen müsse mit dem, was sie sagt, und du seiest noch eine unvollkommene Seele, dann sage ihnen, daß die Vollkommenheit erst im Himmel anfange, daß alle Menschen, solange sie noch auf Erden leben, unvollkommene Geschöpfe seien. Die Heiligkeit beginnt erst mit dem Tode, denn solange das Geschöpf ein sterbliches Wesen ist, so lange steht es noch in Gefahr zu sündigen, und es hat seine Unvollkommenheiten an sich wie alle Geschöpfe.

Alle, die Ich Mir erwählt, mit denen Ich auf vertraute Weise verkehrte, waren Menschen wie ihr. Und will man behaupten, niemand könne etwas Gutes herausnehmen aus solchen Seelen, weil sie nur der Spott der Leute sind, dann mögen deine Vorgesetzten bedenken, solange sie auf das Gerede der Menschen achten wollen, werden sie niemals einen Entschluß fassen können, denn die Menschen, die heute ‚Hosianna‘ rufen, rufen morgen ‚Kreuzige ihn!‘ Und die, welche ihnen heute schmeicheln, weil sie es für recht finden, sagen morgen wieder ‚Hinweg mit ihnen, mit diesen Pfaffen, was braucht man das Geschwätz von diesen.‘

Darum auf, ihr, Meine Diener! Ich sage noch einmal, was Ich euch schon so oft gesagt, und wenn ihr es müde geworden, dann sage Ich es euch wieder: ‚Haltet zu den Kleinen!‘ Seht euch um in dieser Stadt. Hätte dein Vorfahre ein entschiedenes Wort gesprochen und hätte so gehandelt wie du, es wäre nicht so weit gekommen, daß man sich getraute, in einer katholischen Stadt wie Mainz, vor einem Bischof dem Volk den Reformator vorzuführen, der längst in der Hölle begraben ist, und ihn zu bezeichnen als einen großen, erhabenen Mann, als einen Mann, den man ehren muß, dem man Ehre zollen muß. Wehe dieser Stadt! Wehe dieser Stadt! Wehe dieser Stadt, wenn die Oberhäupter es nicht über sich bringen, denjenigen entgegenzutreten, die sich da eingeschmuggelt haben. Wie lange ist es denn her, daß diese Stadt von Protestanten bewohnt ist und dazu noch von Protestanten, die mitregieren helfen? Fraget eure Voreltern, wie lange es her ist.

Und nur die Gleichgültigkeit der Katholiken und nur das stille Zurücktreten der Geistlichkeit, daß sie immer schwieg und sich alles gefallen ließ, daher kam es, daß diese Sekte die Oberhand gewinnt, so daß, wenn es noch einige Jahre weitergeht, sie selbst die Fahne tragen und ihr hintennach hinkt wie der Nachtrupp bei der Eroberung einer Stadt, ihr Katholiken. Seht hin, worauf es abgesehen ist. Seht hin auf eure Oberhäupter! Ja, ja, ihr kalten Deutschen; wird das Wörtchen einmal umgesetzt werden, daß man sagt, ihr liebewarmen Deutschen? Wenn ein Land so weit gekommen ist, daß es Mich vergessen hat und Ich es strafen muß, dann strafe Ich es so, indem Ich Mich aus seiner Mitte zurückziehe, dann überlasse Ich ihm seine Meinung, und die Meinungen der Menschen sind töricht. Ich lasse sie sinken und übergebe sie ihrem Schicksal. Daher kam es, daß viele Völker schon abgewichen sind vom rechten Weg, und daß über Deutschland ein anderes Oberhaupt gesetzt ist, ein Oberhaupt, das einer Sekte angehört, die längstens Mir mißfällt.

Wißt ihr aber, ihr Priester der katholischen Kirche, warum Ich diese Strafe verhängte über Deutschland? Weil es eine Zeit gab, wo die Spitzen der katholischen Mächte und der Geistlichkeit Dinge trieben, die Mir nie und nie gefallen konnten. Es gab eine Zeit, wo Meine Kirche reich und üppig war, wie Ich schon oft gesagt habe. Und weil sie Mich vergaßen, darum habe auch Ich sie vergessen und überließ sie ihrem Schicksal. Daher kam es, daß etliche abgefallen waren, sich an die Häupter wandten, diese aber gaben längst nicht mehr viel auf ihren Glauben, weil sie sahen, wie viele leichtsinnige Priester es gibt. Hätte in jener Zeit ein Priestertum geherrscht wie in jetziger Zeit, es wäre nicht so weit gekommen. Darum ihr, Meine Freunde, du Bischof von Mainz, du hast die Aufgabe, zu den Kleinen zu halten, die Worte zu hören, die Ich rede. Du sollst sie aber nicht für dich behalten. Du sollst sie deinen Amtsbrüdern sagen. Und ihr alle, ihr Priester, die ihr an der Spitze einer Gemeinde steht, ihr müßt mit Entschiedenheit entgegentreten denjenigen, die eure Rechte angreifen. Seht jetzt, wie weit es gekommen ist. Wer sind diejenigen, die die Festlichkeiten veranstalten? Es sind die Freimaurer, das Judentum, die Liberalisten, die nur darauf ausgehen, euch zu verderben. Glaubt ihr vielleicht, die Festlichkeiten, die veranstaltet werden, würden veranstaltet, um den Armen ein Schauspiel zu geben, um die Armen zu erfreuen und zu ergötzen? War das vielleicht das Prinzip der alten Römer, wenn sie ein Schauspiel veranstalteten und die Christen, die nicht opferten, den wilden Tieren preisgaben oder was sie alles mit ihnen anfingen? War das vielleicht, um den übrigen Armen damit eine Freude zu machen?

Nein, nein, Meine Kinder, es war abgesehen von den reichen Römern auf die Christen. Dieses abscheuliche Christentum! Denn die Christen standen ja in ihren Augen da als beständige Mahner an die Ewigkeit. Beständig sagte ihr Gewissen: Ja, es muß einen Gott geben, der belohnt und bestraft nach Verdienst. Und weil das Gewissen nicht mehr schwieg, darum häuften sie Fest auf Fest, um ja dieses Gewissen zu übertönen und um die anderen Heiden abzuschrecken, die nicht zu ihnen hielten, weil sie sie nur knechteten und sie ihnen nur Sklavendienste zumuteten. So wollten sie ihnen Festlichkeit auf Festlichkeit bieten, aber nur, um sie abzuschrecken, damit sie ja nicht den Christennamen annehmen sollten.

Seht, das ist das Prinzip der Freimaurer und Liberalisten und der Zeit, in der ihr lebt. Sie wollen das arme Volk übertönen mit lauter Sinnlichkeit und Vergnügen, weil sie gar gut wissen, daß der Weltgeist mit Meinem Geist sich nicht verträgt und daß, je mehr sich der Mensch der sinnlichen Freude zuneigt, desto mehr Mein Geist hinausgeschafft wird aus dem Herzen. Abgesehen ist es nun, das arme Volk zu verderben, um das Christentum hinauszustoßen aus den Herzen der Bevölkerung.

Darum, du Bischof von Mainz, und ihr alle, ihr Bischöfe von Deutschland, das arme Volk will Ich retten, das arme Volk. Und weil Ich das arme Volk retten will, darum müßt ihr das Kreuz auf euch nehmen, das die Armen tragen. Ihr müßt ihnen das Kreuz versüßen, wo ihr könnt, ihr müßt zu ihnen halten. Was eure Vorfahren gesündigt, indem sie zu viel mit den Reichen liebäugelten und an Festlichkeiten Anteil nahmen, wo gepraßt, gezecht, gespielt und getanzt wurde, wo der Teufel zugegen war – Satan, da müßt ihr das Entgegengesetzte tun, von allem euch zurückhalten, wo man euch nachsagen könnte, daß ihr gern dabei wäret. Ja, so sagt man, wenn man hinweggeht, wo ihr, Meine Diener, euch habt blicken lassen, da sagt man: ‚Ja, er ist auch gern dabei.‘

Seht, das will Ich verhüten, um den Armen ein gutes Beispiel zu geben. Weil sie die Zurückgesetzten sind an zeitlichen Dingen und Gütern, sollen sie wenigstens nicht die Zurückgesetzten sein in Meinem Reich. Ich will, daß in Hülle und Fülle die Gnadenströme fließen über das Menschengeschlecht. Und ihr, ihr katholischen Priester, erleichtert dem Volk, daß sie diese Gnadenfülle, die Ich ausströmen lasse aus Meinem Herzen, in Hülle und Fülle genießen können, um so, wenn sie die Schönheiten der katholischen Kirche wieder sehen, daß es doch keinen Frieden gibt außer in ihr, sich wie die guten Alten freuen, und sie die sinnlichen Vergnügen gern entbehren.

Seht eure Voreltern, wie sie sich freuten, wenn ein Festtag kam, wie sie die Kinder darauf vorbereiteten und wie man da genug sich vergnügen konnte, einem schönen Feiertagsgottesdienst beizuwohnen und zufrieden war. Jetzt aber wird alles aufgeboten, um dieses heilige Meßopfer, den Feiertagsgottesdienst, abzuschwächen. Deswegen doch nur die vielen Vergnügen, damit man keinen Geschmack mehr findet an den Gottesdiensten.

Nehmt das gute, gläubige Volk und führt es an Wallfahrtsorte, um so die sündige Welt, die fluchbeladene Erde, wieder zu heiligen, damit, wo so viel geflucht, gespielt, gezecht und getanzt wird, wo Satan so große Ernte hält durch die vielen Sünden der Unsittlichkeit, die da in der Gottesnatur begangen werden ohne Scheu und Furcht, diese fluchbeladene Erde wieder geheiligt werde durch Meine treuen Kinder, und die Andersgläubigen es sehen, mit welchem Mut und welcher Entschlossenheit die Katholiken darauf losgehen, wie sie sich nicht scheuen, ihren Gottesdienst öffentlich zur Schau zu tragen, denn eine andere Religionsgenossenschaft hat keine Prozession und hält auch keine, sie wagt es nicht. So viel Scham haben sie doch noch zu behaupten, es habe sich da der Himmel erbarmt und an einem besonderen Ort sich gnädig gezeigt.

Es wird auch, solange die Welt noch steht, niemals vorkommen, daß der Himmel sich einer anderen Genossenschaft gnädig zeigen wird – auch wenn sie sich religiös nennt –, als nur der katholischen Kirche, die da heilig ist. Da ist die Quelle, wo der Himmel sich gnädig zeigt, wo er Wunder wirkt, wo mit anderen Worten die Kinder der katholischen Kirche recht haben, wenn sie frei und offen der Welt bekennen: ‚Ja, ja, ihr Völker der Erde, wir haben das Recht hinzugehen, wo der Himmel mit Wohlgefallen auf uns herabblickt, auf uns, seine Kinder.‘

Darum, ihr Katholiken, mit Mut und Entschlossenheit ziehet hinaus an jene Orte, wo der Himmel gezeigt hat, daß er mit besonderem Wohlgefallen auf einem solchen Gnadenort ruht. Und wo ihr es nicht könnt, da schart euch doch zusammen, bekennt offen und frei euren Glauben. Seht, welch schlimmes Zeichen es ist, wenn die katholische Kirche etwas veranstaltet, wie in diesem Jahr, ein Jubeljahr, wo die Gnadenströme fließen in Hülle und Fülle, wie wenige da Geschmack finden, um hinzugehen, dieser Gnaden sich teilhaftig zu machen, hingehen aber an andere Orte, wo etwas zu sehen und zu genießen ist, wo Satan ein Fest veranstaltet, wie da alle sich mit fortreißen lassen. Da spart man keine Unkosten und keine Zeit, da wird nicht gefragt, ob die Familie zurückbleibt und hungert und darbt, da läuft man hin.

Aber wenn ein Katholik wallfahrten geht, wenn er eine Stunde Mir weiht am stillen Tabernakel oder eine heilige Messe besucht, so heißt es: ‚Die Betschwester läuft den ganzen Tag in die Kirche, versäumt die Zeit, vernachlässigt ihre Standespflichten.‘ Ja, ja, und selbst von guten Katholiken, das kann man sogar auf der Kanzel hören.

O ihr, Meine Diener, wie wenig versteht ihr, was der Zeit not tut. Wann werdet ihr anfangen zu begreifen, daß, solange ihr noch loszieht über solche, die treu zu Meiner Fahne stehen, ihr nur zu der Welt haltet, denn so macht es die Welt. Wißt ihr, daß die Kinder der Welt nicht schimpfen über diejenigen, die zu ihnen halten, die, wenn sie auch ihr ganzes Vermögen vergeudet und ihre Kinder ganz und gar an den Bettelstab gebracht, nicht schimpfen über sie, solange sie ihnen nachlaufen. Ihr aber, ihr Diener der Kirche, wollt schimpfen über diejenigen, die treu zu eurer Fahne stehen, die eure Worte beachten. Solange ihr dies tut, seid ihr nicht Meine Lieblinge.

Wißt, daß eine andere Sprache muß gesprochen werden von der Kanzel herab, daß es schlimm genug steht in Deutschland und in anderen Ländern, so weit die Sonne reicht, daß es darauf abgesehen ist, Mich hinauszuschaffen aus der Welt, daß man Meine Schöpfung sich selbst zuschreiben will, jeder sich selbst. Jeder will vorgeben, er sei der Schöpfer, weil er etwas erdacht und aufgebracht, eine Maschine hat fertiggebracht mit seinem armseligen Ameisenverstand, so glaubt man da, Gott zu sein und eine Schöpfung schaffen zu können, denn jeder, der ein Ding erschafft, glaubt schon, weit erhaben zu sein, um noch etwas zu glauben von einem Gott und dazu noch einem Gott, der auf die Welt gekommen und dreiunddreißig Jahre gewandelt unter diesem Geschlecht und dann schließlich am Kreuz gestorben ist. Einem solchen Gott noch zu glauben, das hält man unter der Menschenwürde.

Wenn es so weitergeht, ja, ja, Meine Diener, freilich ist es dann wahr, was Ich euch schon oft gesagt und worauf es abgesehen ist. Man hat es darauf abgesehen, Deutschland vollends zu vernichten in seiner Religion, Deutschland freilich zu einem Bund zu machen. Einen einzigen großen Bund will man stiften, und dieser Bund soll heißen ‚Lutherbund‘. Der Luther soll in ganz Deutschland anerkannt werden als der große Reformator, der die wahre Kirche gestiftet, wenigstens doch sie so hergestellt, daß man in ihr wohnen kann mit Lust und Liebe, denn alle ihre Anhänger behaupten, daß ihre Religion nur Lust und Liebe sei, hingegen die katholische Religion sei ein hartes Joch, eine eiserne, harte Religion. Und dieses glauben viele und lassen sich betören und verführen.

Darum, Meine Diener, habt ihr eine harte Aufgabe, diesen gegenüberzutreten und doppelt schwer ist eure Aufgabe, weil das ganze katholische Volk verdorben ist, weil weitaus die meisten Katholiken mehr jener Sekte zuneigen als zu Meiner Fahne.

O welch Schmerz für Mein Herz. Und darum merkt euch, warum Ich diese Sprache rede, warum Ich oft dasselbe wiederhole, warum Ich euch sage, haltet zu den Kleinen, schimpft nicht mehr über die Kleinen. Die Kleinen sind all die demütigen Seelen, die noch glauben, daß Ich in einer Seele wirken kann und von jeher wirken wollte in einer Seele.

Solange man über Meinen Diener Franziskus schimpfte, ihn verspottete in den Straßen von Assisi, da lief ihm freilich keiner nach, da wagte es niemand, ihm zuzuhalten, da wurde er von Straße zu Straße in Assisi verfolgt. Die Gassenbuben liefen ihm nach und schrien: ‚Seht, den Narren, der ist verrückt geworden.‘ Sein eigener Bruder spottete seiner, weil er zitternd und frierend vor Kälte in der Kirche kniete und er ihm sagte, als er aus der Kirche trat: ‚Franz, gib mir auch von deinen Schweißtropfen.‘ Solange man über Franziskus spottete und witzelte, liefen ihm die Leute nicht nach und wollten sich von ihm nicht aufnehmen lassen in seinen Orden, erst als man ihm glaubte in der Kirche, als der Bischof in der Stadt Assisi ihm sagte: ‚Mein Sohn, fahre fort und tue wie du angefangen.‘

Und als Franziskus seinem Vater das Kleid vor die Füße warf und der Bischof ihm sagte: ‚Komme, ich gebe dir ein Kleid. Fahre fort, mein Sohn!‘ Mit anderen Worten, als der Bischof einverstanden war und glaubte, daß es der Zeit not tut, daß eine Seele, die Gott zuliebe über allen Spott und Hohn hinweggeht, die gern sich mit Gott vereint im Gebet, von Gott stammen muß und man zu einer solchen Seele halten muß, statt von der Kanzel herab über sie zu schmähen, da fing das Volk an zu glauben, wenigstens die Kleinen, erst recht dann, als der Papst in Rom bestätigte, was Franziskus mitgeteilt wurde.

Ja, ja, die Kirche Deutschlands und die Kirche überhaupt sagt, daß man keine Offenbarungen annehmen solle als nur die, welche von den Aposteln der Welt geoffenbart worden seien, weil die Apostel mit Christus, mit Mir Selbst, gelebt und Meine Worte aus Meinem Eigenen Munde gehört und diese dann übertragen auf ihre Nachfolger. Nun aber, wenn das so ist, habe Ich von jeher, wenn das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, Mir Seelen erwählt, durch welche Ich andere wieder anziehen will, und immer ward das Volk gerettet durch die Tränen und die Gebete solcher Seelen. Aber solange man von allen Seiten auf solche Seelen einstürmt, wagen nicht einmal mehr die guten, treuen Kinder der Kirche zu glauben, daß es wirklich besser sei, Gott innig und treu anzuhängen, ihren Glauben offen und frei zu bekennen. Und man geht nur noch so weit mit, als man unbeachtet ist. Sobald man aber bemerkt wird und ein Spötteln und Achselzucken von einem anderen erleben muß, ist es aus mit der Frömmigkeit. Und das ist am schlimmsten in eurer Zeit, in der ihr lebt.

Darum noch einmal, wenn Meine Kirche nicht dafür sorgt, daß überall, auch im letzten Dörfchen, die treuen Seelen gefördert werden, daß man seinen Glauben offen und frei bekennt auf allen Straßen und öffentlichen Plätzen, daß man es nicht mit der großen Welt hält, so lange wird es nicht besser werden, und es wird, wenn auch das Samenkorn angefangen hat zu grünen und zu sprossen, doch gar lange dauern, bis es anders wird.

Ihr Deutschen habt Ursache euch zu rühren, rührig zu sein. Keine Schmach, keinen Hohn, keinen Spott in der Zeitung in Wort und Schrift dürft ihr scheuen. Ihr müßt geradeaus gehen, schnurstracks auf Mich los, weil ihr wißt, daß Ich euch vorausgehe, und wie es Mir ergangen ist, so wird es auch euch ergehen, und wie es Meinen Dienerinnen geht, so geht es euch allen. Wißt aber, was Ich euch schon einmal gesagt habe, das sage Ich euch heute wieder. Nehmt euch ein Beispiel an ihnen. So wie sie über allen Spott und Hohn dahingehen und sie selbst von der Kanzel herab gespottet und gehöhnt werden, gehen sie dennoch ruhig weiter, weil sie an Mein Herzblut angekettet sind, weil Mein Herzblut sie hält, ihr Blut und Mein Blut gehen ein und aus Tag und Nacht. Mein Blut läuft in ihnen, und aus ihnen leite Ich Mein Herzblut, und es strömt ein gegenseitiger Wechsel Tag für Tag in Mir und in ihnen, und in euch allen, die ihr euch anschließt, soll ein beständiger Wechsel sein und ein- und ausgehen Tag für Tag.

Mein Herzblut soll sich ergießen in das eurige, eure Leiden werden Meine Leiden und Meine Leiden werden dann eure, und dies ist die Aufgabe der Kirche Deutschlands. Sie soll bedenken, daß sie einen schlimmen Feind zu bekämpfen hat, daß sie, weil sie unter dem Oberhaupt einer anderen Religion und immer geknetet und gedrückt ist, sie viel mehr zu kämpfen hat und deswegen auch verpflichtet ist, gerade weil sie unter dem Oberhaupt einer anderen Religion steht, zu den Kleinen zu halten, denjenigen, die treu, offen und frei ihren Glauben bekennen, denn dadurch müssen die Andersgläubigen sehen, daß ein Katholik seinen Glauben hochhält. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!

Ihr aber tut, was ihr euch vorgenommen. Du, liebes Mariechen, tue, was du dir vorgenommen (nichts von dem historischen Festzug sehen zu wollen). Es wird dich nicht gereuen. Es wird dir aber auch schon hier auf Erden Rosen eintragen, nicht für dein zeitliches, wohl aber für dein ewiges Leben. Denn wisse, diejenigen, die Ich an Mich ziehe und die Mir treu dienen wollen, werden anfangs mit Rosen bekränzt. Das Kreuz, das Ich ihnen gebe, schmücke Ich mit Rosen. Nach und nach, wenn sie Mich aber einmal fest lieben, lasse Ich die Rosen abfallen und die Dornen des Kreuzes stechen. Das Kreuz kann Ich auch dir nicht ersparen, Mein Kind, aber das große Vorrecht hast du, daß du im Glauben feststehst und feststehen wirst in all den Trübsalen, die noch über dich kommen werden. Und ihr, Meine Kinder, Ich werde es euch belohnen, all die Festlichkeiten, die ihr nicht sehen wollt aus freiem Willen, wenn ihr freiwillig das Opfer bringt, all den Prunk nicht zu sehen, den Satan erdichtet. Ich werde euch durch eine solche Herzensfreude zu belohnen wissen, daß ihr überreich entschädigt seid.“

Barbara: „O Herr, schenke uns allen, die dies Opfer bringen, so viele Arme Seelen, als beim Festzug Personen sind.“

Jesus: „Ich verspreche euch, Meine Kinder, diejenigen Seelen, die in der Zeit, wo der Zug durch die Stadt geht, vor Meinen Richterstuhl abgerufen werden, um der Opfer willen, die ihr bringt und all die treuen Seelen, die sich mit euch vereinigen, sollen alle diese Seelen nicht verlorengehen und alle gerettet werden. Es sind doch viele, denn in jeder Stunde sterben einige Tausend. Ihr aber sollt wissen, daß die in letzter Zeit verstorbenen Priester euch geschenkt werden um dieser Opfer willen, so wohlgefällig ist es Mir, wenn Seelen sich abtöten und Bußgeist üben können, daß Ich ihnen keine Bitte abschlagen kann.“

Lied: Hochpreiset meine Seele...

Inhaltsverzeichnis Band 5

363 Fest Sankt Peter und Paul 1900

„Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!“

Vor einem Jahr bei der Erstkommunion ihrer Nichte Anna aus A., bei welcher Barbara anwesend war, sah Barbara, wie deren verstorbene Mutter einen Trauerflor über die Erstkommunikantin warf und Barbara wurde zu verstehen gegeben, daß sie sterben werde. Das Kind war damals nicht krank, sondern, wie die Lehrerin meinte, von den geistigen Exerzitien etwas angegriffen. Allmählich aber sah man, daß eintreten werde, was Barbara gezeigt worden war, denn alle im Laufe des Jahres angewandten Kuren halfen nichts, und zwei Tage vor dem Fest starb sie im sehnsüchtigen Verlangen nach dem Herrn. Oft erhielt sie die heilige Kommunion auf dem Krankenbett, aber nicht so oft wie sie verlangte. Am letzten Tage aber bat sie oft und immer wieder darum. „Wenn der Priester vor ein Uhr nicht kommt, bin ich nicht mehr da“, sagte sie. Weil der Religionslehrer nicht da war, wurde ihr dies Glück nur durch die Ankunft des Herrn Selbst zuteil, denn plötzlich rief sie: „Eben kommt Er“, sah freudig hinauf und verschieden war sie.

Barbara ging mit Luise zum Begräbnis, und der Religionslehrer des Instituts hielt am Grabe eine ergreifende Ansprache an ihre Mitzöglinge, worin er besonders das oftmalige Verlangen des Kindes nach der heiligen Kommunion hervorhob.

Abends, als die meisten Verwandten abgereist waren, fing das Leiden von Barbara an, und man erwartete jeden Augenblick die Ankunft des Herrn. Im letzten Moment klopft es. Ein Nachbar von Barbara, ein reicher Mühlenbesitzer mit seiner Frau, der als Freimaurer seine Religion nicht mehr betätigt, im übrigen aber ein guter Mensch war, wollte kondolieren. Barbara sagte zu Luise: „Ach, laß ihn doch nicht herein.“ Der Bruder ging hinaus und sagte: „Ich gestehe, Sie kommen sehr ungelegen. Einen Augenblick können Sie eintreten, aber ich bitte, sich gleich zu entfernen.“ Er trat ein, reichte Barbara die Hand, diese aber beachtete es nicht, sondern faltet die Hände und singt. Verblüfft läßt sich der Herr auf einen Stuhl nieder und hört in Angstschweiß und Tränen die Rede des Herrn an.

Barbara: „Ich danke Dir, o liebster Jesus, Bräutigam meiner Seele, für das Glück, daß Du mich heimsuchst in dieser heiligen Stunde. Ich danke Dir im Namen aller Geschwister und Verwandten, die hier zugegen sind und Dich lieben und Dir dienen, aller Menschen, die Dich nicht kennen und nicht lieben, aller Heiden und Juden, aber auch all der gottlosen Christen, welche Dich zwar kennen und Dir dienen sollten, aber die Dich hinausgestoßen aus ihren Herzen. Heute ist das Fest, wo unsere Oberhäupter Petrus und Paul den Martertod gelitten als Bekenntnis ihres Glaubens, als Zeichen, daß Du der einzig wahre Gott bist, der allein geliebt und angebetet zu werden verdient.

Ich danke Dir auch im Namen aller Engel und Heiligen des Himmels, aber auch in Vereinigung mit der lieben, kleinen Anna, die das große Glück hat, Dich zum ersten Mal zu schauen in der Ewigkeit. O mein Jesus, welch unaussprechliches Glück!“

(Barbara sieht die kleine Anna unter einer herrlichen Schar im Himmel. Schon beim Begräbnis wurde ihr gezeigt, wie eine Schar Jungfrauen ihr entgegenkam und wie deren verstorbene kleine Kusine am meisten mit ihr sich freute.)

Barbara: „O wie lieb, welch eine schöne Schar! Ihr alle, bittet doch auch für uns. O wie glücklich! O wie glücklich! O ihr Kinder meiner Blutsverwandtschaft, o ihr Heiligen des Himmels, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu Christi! O laßt es nicht zu, spornt an, treibt an, wenn je eines meiner Verwandten auf Abwege geraten sollte, das Unglück haben sollte, in schwere Sünde zu fallen. Ruhet nicht eher, bis ihr es zurückgeführt. O ihr lieben Kinder, welch herrliche Krone!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Schon den ganzen Tag gehe Ich um dieses Haus herum, um diesen Tempel herum, den Ich Mir erwählt, in dem Ich wohnen will, um in ihn hinabzusteigen und sie weigerte sich, sie wollte sich Meiner schämen. Ist es dir erlaubt, Meine Kleine, dich Meiner zu schämen, der Ich schon jahrelang, schon seit zwanzig, dreißig Jahren dich bearbeite, der dich herausgeführt aus deiner Verwandtschaft, aus deinem Vaterland und hineingeführt in ein fremdes Land, und habe dir so viele Beweise Meiner Liebe gegeben?

Du sollst wissen, daß du dich nicht zu schämen hast, selbst da nicht, wo man deiner spottet. Es wird die Zeit kommen, wo Ich Meine Rache über sie ausgießen werde, wenn auch nicht gleich. Aber wißt, und ihr alle sollt wissen, daß Ich ein gerechter Gott bin, daß Ich belohne und bestrafe nach Verdienst, daß Ich die Macht habe, Meine Geschöpfe Mir auszuwählen, wenn die Zeit gekommen ist, wo Ich herabsteige in Meine Geschöpfe, weil sie auf Irrwege geraten sind.

Wißt, Ich habe Mir ein Volk erwählt im Alten Bund. Als es abgewichen war vom rechten Weg und andere Götter sich gemacht und sie anbeteten, ließ Ich eine Sintflut über die ganze Welt dahinbrausen und vertilgte das ganze Menschengeschlecht. Dann aber schloss Ich einen Bund mit dem Menschengeschlecht, daß Ich nie und nie mehr eine Sintflut über das Geschlecht wolle hereinbrechen lassen. Als Ich aber sah, daß es wieder notwendig war, weil Meine Geschöpfe Mich wieder hinausgestoßen aus ihrem Herzen, wo sie den babylonischen Turm gebaut hatten, weil sie wähnten, Mir gleich zu sein, Mir vorzukommen, indem sie einen Turm bauen, der mit der Spitze an den Himmel reichte, damit, wenn sie einander nicht mehr verstehen und sich nicht mehr einigen würden, sie an diesem Zeichen erkennen sollten, daß sie doch Brüder seien, da verwirrte Ich ihre Sprache, weil Ich ihrem Beginnen nicht huldigen und es nicht genehmigen wollte.

‚Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben!‘ Deswegen erwählte Ich Mir ein Volk, und es war das israelitische Volk. Und in diesem Volk erhielt Ich Meinen Namen unversehrt, wenn es auch unter ihnen solche gab, die Mich hinausstoßen wollten. Aber ganz selten war einer, der nicht mehr an Gott glaubte. Als aber das Volk anfing, nicht mehr recht zu glauben, als es am tiefsten gesunken war in das Laster des Heidentums, da war es an der Zeit, wo Ich herabstieg und Selbst Mensch werden wollte, wo Ich die menschliche Natur annahm, um dem Menschen zu zeigen, daß Ich der Herr, euer Gott, bin, daß Ich das Menschengeschlecht erschaffen habe, und daß Ich, weil Ich es versprochen habe am Eingang des Paradieses, wo der Mensch gefallen ist durch die Sünde und hinausgestoßen ist durch die Sünde aus dem Paradies, Ich ihm doch versprach, weil Ich ein guter, barmherziger Vater bin, daß Ich es retten werde, daß eine Zeit kommt, wo Ich Selbst hinein Mich kleiden werde in dieses Fleisch, das Ich gebildet habe mit Meiner schöpferischen Hand, und daß Ich es erlösen werde.

Nun war Ich dreiunddreißig Jahre unter diesem Geschlecht und bin Tag für Tag mit ihm gewandelt. Ich habe es Meinen Bruder, Meine Schwester, Meine Mutter genannt, um zu zeigen, daß Ich alle Menschen retten will, daß Ich gekommen bin, um durch Mein eigenes Wort Selbst zu bekräftigten, was Ich durch die Propheten in dem Menschengeschlecht erhalten wollte durch die göttlichen Offenbarungen, denn Ich bin nicht gekommen, das Gesetz Moses und der Propheten aufzuheben, sondern es zur Vollkommenheit zu bringen. Und doch, sie verstanden Mich nicht. Was tat es? Es sah Mich dreiunddreißig Jahre unter seiner Mitte wandeln, drei Jahre trat Ich öffentlich auf als Lehrmeister und alle, die Mir nachliefen, mußten sich eingestehen (hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: „Sühne, Sühne, Sühne verlangt Mein Herz für das gottlose Geschlecht“), daß Ich rede wie einer, der Macht hat.

Und was tat dieses Geschlecht, nachdem es Tag für Tag mit Mir verkehrte? Wer einmal blind ist und seinen Willen abgewendet, umdreht und Satan in sich aufgenommen hat, der ist blind und taub und stumm für alles. So ist es heute noch und so war es damals, als Ich unter dem Menschengeschlecht wandelte. Diejenigen, welche das Menschengeschlecht retten sollten, die die Schrift auslegten, die vorgaben, die Auserwählten Gottes zu sein, die Priester und Pharisäer, sie allein glaubten nicht, sie verstanden Mich nicht, weil sie nicht wollten. Und wenn Ich ihnen noch so scharf ihre Fehler vorhielt und Ich hineinschaute in ihr gottloses Herz und sie als schuldbar vor aller Welt hinstellte, alles war vergebens. An das Kreuz brachte Mich dieses Geschlecht.

Und nun, Meine Kinder, ist der Übergang vom Alten zum Neuen Testament geschehen, die Kluft zwischen dem Alten und Neuen Testament, der Bund, den Ich geschlossen mit dem Menschengeschlecht, er ist übergegangen und bleibt, solange die Welt steht. Das auserwählte Volk bleibt in der Welt, solange es Völker gibt auf Erden, denn Ich habe den Menschen erschaffen und habe ihm Verstand gegeben und freien Willen. Wähle, Mein Freund, wähle!

Jetzt hast du die Wahl! Jetzt stehst du vor dir selbst. Wähle zwischen Gut und Böse, und weil Ich dem Menschen seinen freien Willen gegeben habe, darum zwinge Ich niemand und werde mit der Gerechtigkeit so lange zögern, bis Meine Barmherzigkeit erschöpft ist und das dauert solange der Mensch lebt und der Atem ein- und ausgeht. Und weil Ich wußte, daß der Mensch schwach ist, daß er zum Bösen neigt und daß, weil Satan den ersten Menschen verführte, er auch an alle übrigen sich wagen und viele, viele in sein Garn ziehen wird, darum habe Ich eine Kirche gestiftet, in welcher Ich alle Meine Heilsmittel niedergelegt habe, in welcher Ich die sieben Sakramente stiftete, die Ich auf den Berg gestellt, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen und schauen können.

Schauet, ihr Völker, schauet auf den Berg, schauet hin auf den Statthalter in Rom. Heute ist das Fest, wo Mein erster Nachfolger eingegangen ist in Meine Herrlichkeit. Er lebt aber heute noch in Rom in Meinem Statthalter in Rom. Ihr habt die Wahl, ihr alle, die ihr jetzt Meiner spottet, die ihr glaubt, euch selbst zu Göttern zu erheben, indem ihr vorgebt: ‚Ich selbst bin mir Gott, ich muß wissen, was ich zu tun habe!‘ Ihr gottlosen Menschen, deren eine Sprache nur ist: ‚Ich tue recht und scheue niemand.‘

Nein, nein, Meine Kinder, damit ist es nicht abgemacht. Ich bin der Herr, dein Gott! Du sollst dir keine fremden Götter machen, um sie anzubeten! Und alle, die das goldene Kalb anbeten, Eigenliebe, Fleischeslust, Augenlust, die haben sich einen eigenen Gott gemacht, und diesen beten sie an. Als Ich im Alten Bunde sah, daß das Volk abgewichen war vom rechten Weg, wo noch viele gläubig waren, aber doch schon anfingen, die heidnischen Sitten sich anzueignen, da gab Ich dem Volke Gottes durch auserwählte Männer, durch einen Moses, den Ich erwählte, die zehn Gebote. Diese zehn Gebote bestehen heute noch. Ich bin nicht gekommen, sie aufzuheben, sondern sie zu erfüllen. Diese hast du zu erfüllen, Mein Freund, ihr alle Meine Kinder!

Und dazu gab Ich noch im Neuen Bund in Meiner Kirche die sieben heiligen Sakramente, die so viele Gnadenquellen sind als da Sakramente sind, in denen ihr alle euch baden und waschen und reinigen könnt, und ihr alle könnt zur höchsten Stufe der Heiligkeit gelangen, wenn ihr nur wollt. Weil dieses aber in jetziger Zeit so sehr mißachtet wird, weil es in Meiner Kirche so weit gekommen ist, daß die Christen allmählich mehr liebäugeln mit der Welt und mehr hinneigen zu denen, die längst abgefallen sind und sich ausgeschieden haben und denen anhängen, die da vorgeben, die Religion Christi zu verbessern, die da als Reformator auftraten und sich eine eigene Religion bildeten nach ihren Begriffen, nach ihren Ideen, seht euch um, seht euch an, welches der Grundzug in ihnen war, weil sie nicht mehr das harte Joch des Evangeliums tragen wollten, weil sie, wie ein Luther und ein Calvin und wie sie alle heißen, gern der Fleischeslust frönten, weil sie zu viel hineinschauten in den Becher des Lebens, der Gottlosigkeit, und dann, um recht viele Anhänger zu sammeln, um nicht allein zu stehen, dem Volk die Religion leicht und süß und angenehm machten und sie dem Volke vortrugen.

Sie wußten, wie das Volk zu packen ist. Sie machten sich an die Großen der Erde, die mit zeitlichen Gütern gesegnet waren, die an der Spitze standen, die das Volk regieren sollen. Dem einen war das Weib, das mit der Ehe ihm verbunden war, nicht mehr recht. Er wollte, weil er noch ein gläubiger Christ war und er sich nicht mehr traute, so zu leben, sich Erlaubnis verschaffen durch einen solchen Reformator, und dieser machte sich an die Großen der Erde und gewann sie durch seine falsche Lehre, und um Deutschland ist es viel geschehen. In allen Herren Ländern hat er vieles angerichtet und viele, viele gewonnen. Das arme Volk mußte, ob es wollte oder nicht.

Und seht, Meine Kinder, wie es immer mehr abwärts geht in jetziger Zeit. Wie muß Ich es beklagen! Tag und Nacht wohne Ich unter euch im stillen Tabernakel und schaue zu, ob ein Mensch komme und bei Mir sich Rat und Trost und Hilfe suche, um sein gequältes Herz zu erleichtern. Ihr wißt nicht mehr, wo es euch fehlt, ihr alle fühlt den Druck, der auf der Menschheit lastet. Das Leben wird finsterer und finsterer. Alle müssen mitfühlen den Kummer, den Schmerz, den euer Gott und Herr, der unsichtbar unter euch zugegen ist, tragen muß im stillen Tabernakel, denn wohl sah Ich voraus, als Ich das hochheiligste Sakrament stiftete, als Ich Mir vornahm, weil Ich die Menschen liebte und von ihnen scheiden sollte, ein Denkmal zu hinterlassen, damit alle sich an Mir halten und mit Mir vereinigt bleiben sollten, solange der Kampf dieses Lebens währt. Damals sah Ich schon voraus, daß all dieses so kommen werde, daß aus Meinem Herzen heraus es Menschen gibt, denn alle Priester sind das Herz Meiner Kirche, Ich bin das Haupt, ihr alle seid Meine Glieder, und das Herz Meiner Kirche, das Herz dieses Meines mystischen Leibes ist das katholische Priestertum.

Sooft nun ein Priester so weit sinkt, daß er austritt aus der Kirche und dazu noch eine andere Lehre gründet, reißt er in Meinem Herzen eine solche tiefe Wunde, daß sie nie mehr zuheilt, solange die Weltgeschichte dauert. Denn wie aus einer Familie, wenn ein Vater seine Kinder eines wie das andere erzogen und Tag und Nacht sich abgemüht und abgehärmt, um für ihr zeitliches und ewiges Wohl zu sorgen, das eine heraustritt und den Vater spottend zurückläßt, indem es das Vermögen vergeudet und verschleudert und dem Vater den Todesstoß versetzt, so ist es, sooft ein Priester austritt aus der Kirche, versetzt er Meinem Herzen den Todesstoß, und alle diejenigen, die sich an ihn anklammern und seiner Lehre beitreten, sie alle versetzen Mir den Todesstoß.

Und Ich sollte nicht traurig sein in einer Zeit wie in der jetzigen, wo Mein liebes deutsches Vaterland unter der Oberherrschaft eines Oberhauptes steht, das ganz und gar an einer anderen Religion hängt, die Mir zuwider ist und alles, alles ausrotten möchte, Meine geliebte Braut knechtet und knetet Tag für Tag heimlich und versteckt, so tückisch, daß Ich nicht mehr zusehen kann. Überall geht man darauf aus, Meine Kirche zu vernichten.

Darum, Meine Kinder, wißt, daß Ich ein guter Gott bin, ein liebender, ein zärtlicher Vater, der um Seine Kinder besorgt ist, der auf der Warte steht und ausschaut, wo Er Hilfe bringen könne. Und weil Ich, obwohl mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit, lebendig im Heiligsten Sakrament wohne, doch euren Blicken verborgen bin, darum will Ich hineinsteigen in ein Menschenherz. Ich muß Mich Meiner Geschöpfe bedienen, um durch dieses Geschöpf andere zu retten, seine Mitmenschen zu retten.

Darum auf, Meine Kinder, schließt euch an! Seht hinein in die Familie Meiner Kleinen hier. Betrachtet euch ihre Geschwister und alle, die sich mit ihr vereinigen, mag es sein geistig oder persönlich in Wirklichkeit. Seht hinein, ob ihr nicht überall den Frieden findet. Ist da nicht der Himmel auf Erden? Seht, das Paradies war einmal auf der Welt, und weil der Mensch sündigte, ist es von der Erde verschwunden.

Als Ich den Menschen erschuf, da erschuf Ich das Paradies und der Mensch lebte in Unschuld dahin wie ein Kind. Er wußte nichts von Leiden, weil Ich ihn weniger vollkommen als die Engel erschuf, denn der Engel trägt nicht Fleisch und Blut. Er ist ein rein geistiges Wesen, wie Ich Selbst es bin, weil er erschaffen ist, um in Meiner allernächsten Nähe zu stehen. Weil Ich ein anderes Geschöpf erschaffen wollte, erschuf Ich erst das Weltall, dieses große Schöpfungsweltall – geht hinaus und schaut es euch an, ob da noch etwas fehlt an seiner Vollendung, ob da noch etwas zu tadeln ist – und dies alles legte Ich dir zu Füßen, o Mensch!

Du bist der König der Schöpfung, da hinein setzte Ich dich, und weil Ich den Menschen materiell erschuf, oder mit anderen Worten aus Erde und einem geistigen Wesen zusammensetzte und darum sein Leib der Erde zuneigt, wußte Ich voraus, daß er sinken und schwach sein werde, daß eine Stunde komme, wo er Meine Gebote nicht halten werde. Da war es schon, als Ich den Plan mit Meinem Vater und Meinem Geist beriet und gelegt und vor Meinen Vater trat und sagte: ‚Ja doch, erschaffen Wir den Menschen, obwohl Wir es wissen, daß er fällt. Siehe, Wir wollen unsere Liebe vervielfältigen!‘ Die Liebe ist etwas so Großes, daß sie sich vervielfältigen will. Nehmt euch selbst, wenn ihr liebt, dann treibt die Liebe euch an, euch zu vervielfältigen, daß ihr demjenigen, den ihr liebt, es beweist, daß ihr ihn liebt.

Seht, so liebten Wir Uns, Wir drei göttlichen Personen, daß Wir unsere Liebe vervielfältigen wollten. Deswegen erschufen Wir den Himmel mit den Engeln, und als Wir die Erde erschufen, da trat Ich vor Meinen Vater hin und sagte: ‚Ja, Vater, obwohl Wir wissen, daß dieses Wesen schwach wird, wollen Wir es doch erschaffen, Wir wollen recht oft diese Liebe vervielfältigen. Ich Selbst will hineinsteigen und den Menschen aus freien Stücken erlösen. Ich will ein Mensch werden und den Menschen zeigen, wie Ich ihn liebe, und den Engeln zeigen, wie Ich Meine Geschöpfe liebe.‘

Seht, da war der Augenblick gekommen, als Wir diesen Plan faßten und ihn Unserem Geschöpfe mitteilten, denn damals war noch kein Geschöpf als die Engel, die Meinen Thron umstanden und welche die Nächsten waren, die dieses mit anhörten. Da entstand der erste Streit und dieses Geschöpf schaute sich in seiner Vollkommenheit und in seinem Glanz, und es sagte sich: ‚Wir sollen einmal einen Menschen anbeten; diesem Plan huldigen wir nicht!‘ Und Luzifer trat vor die Schar hin und sagte ihnen: ‚Wer will mir folgen und es aufnehmen mit diesem Gott, der einen Plan uns vorlegt, daß Wir dereinst einen Menschen anbeten sollen? Diesen Gott in der zweiten Person sollen wir anbeten als Menschen, das wollen wir nicht, wir wollen nicht dienen!‘

Seht, das war die erste Sünde, und weil die Sünde geboren war schon im Himmel und der Engel herabgestürzt wurde, entstand von da an die Hölle. Und ehe die Welt erschaffen war, war schon die Hölle. Als Ich die Welt erschaffen hatte und Satan sich dieses Geschöpf, diesen Menschen ansah und der Zorn in ihm aufloderte, weil dieses Geschöpf so mit Mir wandelte in Unschuld und Heiligkeit und Gott mit ihm verkehrte, da wollte Satan Mir Meine Freude verderben, aus lauter Haß gegen Mich, seinen Schöpfer. Und so machte er sich an das schwache Geschöpf, an die Eva. Seht, Meine Kinder, daher kommt es nun, weil Ich doch Eva aus der Rippe des Mannes erschuf und sie die erste Verführerin des Mannes war, sie hat den Mann verführt, darum muß das Weib, solange die Welt steht, dem Mann unterworfen sein. Er soll ihr Herr sein, und die Frau soll ihm untertänig sein.

So entstand der Streit, habe Ich euch gesagt, als Ich die Pläne vorgelegt, die Ich faßte und die Meine Liebe geboren hat und nur Meine Liebe. Und alle diese Pläne scheinen jetzt vernichtet, weil die Menschen so gottlos sind in der Welt, weil jeder anfängt, sich seinen Gott überall zu schaffen. Durch die Vergnügungssucht wird das ganze Menschengeschlecht mit hineingezogen, und alles, was keimt im Menschen von Jugend auf, wird verdorben, denn die Christen, die getauft und von guten Eltern erzogen sind, haben den Glauben an einen Gott und eine Unsterblichkeit der Seele in sich, aber durch das leichtfertige Leben vieler haben sie wieder den Glauben über Bord geworfen und sich hineingeschwemmt in den Unglauben des Liberalismus und der Gottlosigkeit.

Das Kind im Mutterschoß ist schon verdorben, weil es die Milch mit hineintrinkt, welche die Mutter erzeugt, weil sie in sich keinen Glauben, keinen Gott und kein Gebot mehr kennt. Und dieses Geschlecht breitet sich aus. Der Unglaube nimmt von Tag zu Tag immer mehr überhand und Mir sollte es nicht leid sein, das ganze Geschlecht mit hineingeschwemmt zu sehen? Ich habe gesagt: ‚Du bist Petrus, das heißt der Fels, und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.‘ Ihr, Meine Kinder, steht an der Höllenpforte. Die Zeit ist gekommen, wo Ich sagen muß Meinen Geschöpfen: Ja, ja, die Pforten der Hölle sollen euch nicht überwältigen. Wenn die Not am größten, wird Meine Hilfe am nächsten sein.

Darum auf, Meine Kinder, traget hoch das Haupt! Steht zur Fahne, der ihr in der heiligen Taufe zugeschworen. Seht, noch klebt Mein Herzblut an eurer Seele, noch seid ihr eingegraben in Mein Herz, in Meine Hände seid ihr gezeichnet. Badet euch, waschet euch ab in Meinem Blut, gebt ein gutes Beispiel, damit eure Mitmenschen sehen, daß ihr noch etwas übrig habt für euren katholischen Glauben, denn man geht darauf aus, die wahre, die eine wahre Kirche zu vernichten, wenn ihr auch jetzt noch so halb und halb dahinlebt. Viele glauben, noch fromme Christen zu sein, aber durch das Jagen nach Vergnügungen geht alles verloren.

Geht hin nach Mainz, in die Großstädte. Mainz war vor einer Zeit das Goldene Mainz genannt. Ja, ja, warum wurde es so genannt? Weil die Kirche blühte in Hülle und Fülle, weil dem Goldenen Mainz in jener Zeit seine Kirche das höchste war. Jetzt ist das Goldene Mainz ein bleiernes geworden, weil man nichts mehr kennt als Festlichkeiten und ein Fest schöner als das andere sich ausmalt und ersinnt und man es darauf abzielt, die Jugend zu verderben. Geht hin, was der Ausgang ist von all diesen Festlichkeiten und ihr werdet finden, wie die Jugend so leichtsinnig und so gottlos geworden. Laßt ein paar Jährchen vorübergehen, und ihr werdet die Früchte sehen, die sie zeitigen. Solange man die Kirche knechtet und Meine Diener unterdrückt, wächst das Übel. Mein Arm wird zwar noch aufgehalten durch die vielen frommen Seelen und durch Mein Opfer, das Tag für Tag auf den Altären dargebracht wird. ‚Gottes Mühlen mahlen langsam aber fein, was mit Langmut Er verschont, holt mit Schärfe Er ein!’

Meine Kinder! Ich habe Mir dieses Werkzeug erwählt. Du, Mein Freund, du kennst sie. Sie ist in deiner nächsten Nähe groß geworden. Welche Schulen hat sie besucht, was für Arbeiten geschafft, was für Bücher studiert? Ist sie vielleicht in eine Schule gegangen, wo man ihr solche Ideen beigebracht?

Stelle du dich doch jetzt hin, Mein Freund, du hast ganz andere Schulen besucht, und denke dir, du wollest eine Rede halten, ohne vorher sie zu überlegen, was du sagen wollest. Nun sei fest überzeugt, wenn es etwas gibt, wenn es wahr ist, daß ein solches ungelehrtes Frauenzimmer unmöglich eine Stunde und noch längere Reden halten kann, von denen sie vorher, ehe Ich sie erfaßte und besessen, keine Ahnung hatte, wie ist es möglich, daß es ein anderer Geist ist als der Geist Gottes? Wisse, Mein Freund, daß Satan nicht gegen sich arbeitet. ‚Wenn Ich durch Beelzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben dann eure Kinder sie aus?‘ So habe Ich den Pharisäern zugerufen. Dasselbe sage Ich euch, denn nur zwei Geister gibt es, die um die Seele des Menschen streiten: Das ist Mein Geist – und das Recht habe Ich dazu, denn Ich habe den Menschen erschaffen und Mir verähnlicht – und der böse Geist!

Nun frage dich, wie sie gelebt, und wenn du findest, daß sie auch Früchte hervorgebracht, die wirklich gute sind, wenn der Mensch so lebt, daß er Gott liebt und seine Mitmenschen, so frage dich, welcher Geist ist nun in ihm? Ist es vielleicht der Geist, der alles in Zwietracht und Aufruhr versetzt und zum Haß gegen andere aufhetzt? Das ist der böse Geist, der, je höher das Fest ist, desto mehr Zwietracht in die Familien wirft, das ist der Geist des Antichrist. Diesen muß Ich bekämpfen, diesen bin Ich gekommen auszutreiben. Seht, als Ich durch Meinen Statthalter in Rom das Fest der Heiligen Familie einsetzte und alle katholischen Familien in den Verein der Heiligen Familie aufnehmen ließ, dies war Mein Geist, Der mit dem Papst in Rom gerade so spricht, wie hier mit Meiner Dienerin, damit Ich das Band der Familie, der Ehe wieder heilige.

Du Mann, deine Frau muß dir das Höchste sein auf der Welt, und du Frau, bist dem Mann unterworfen. Ihr beide habt die Kinder für Mich zu erziehen, die allerhöchste Pflicht habt ihr, eure Kinder Mir zu erziehen, und wenn ihr das tut, dann ist eure ganze Aufgabe gelöst. Weil Ich aber die ganze Welt retten will, auch diejenigen, die auf irregelaufene religiöse Ansichten gekommen sind, die sich abgetrennt von Meiner Kirche, und die Heiden, die nicht an Mich glauben, darum redete Ich wieder mit Meinem Statthalter und sagte ihm – denn immer nach der Zeit richtete Ich Mich, wie die Verhältnisse so kommen, so richtete Ich Mich nach den Geschöpfen –, jetzt ist die Zeit gekommen, wo Ich offen vor aller Welt angebetet wissen will Mein menschliches Herz. Denn dieses litt mit Mir und durch dieses Herz seid ihr alle eingegangen, denn ihr seid das Herzblut Meines Herzens, euer Blut ist hineingeströmt, und ihr seid ein Blut mit Mir.

Darum wollte Ich der Welt zurufen, daß Ich wünsche und verlange, daß das ganze Menschengeschlecht Meinem Herzen aufgebunden werde. Darum stiftete Ich und euer Papst in Rom im vorigen Jahr dieses ganz besondere Fest und die ganze Menschheit ward Meinem Herzen aufgebunden. Noch viel inniger bin Ich jetzt mit ihr verbunden und vereinigt.

Darum kommt und geht zu Meinem Tisch. Dort will Ich Mich euch mitteilen, Mich mit euch vereinigen, damit Mein Blut in euer Blut hinüberströme und sich verbindet mit eurem und Ich so bessere Gesinnungen in das Menschengeschlecht hineinbringen kann. Probiert es nur, Ihr werdet sehen, wie glücklich ihr werdet.

Nur ein Paradies gibt es noch, und das ist in Meiner heiligen, katholischen, wahren Kirche. Nicht als ob Ich da die Menschen verschone mit Leiden. Seht euch diese Familie an. Keines von ihnen wird verschont mit Kreuz und Leiden, aber seht, ob sie mit Murren und Fluchen und Lästern ihr Kreuz tragen.

Und ihr alle, mit Leiden will Ich euch heimsuchen, weil Ich euch retten will, und nur als Kreuzträger euch vorangegangen bin, damit ihr als solche Mir folget. Ich gehe voran mit dem schweren Kreuz. Ihr alle habt nur ein kleines Stücklein zu tragen. Wisset, daß Ich euch droben erwarte und alle, die es Mir nachtragen, sie alle sind Meine Kinder.

Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, weil aus ihm wieder ein Sprößling hervorging, der sich anschloß an die Reihe der Seligen, denn sie hat gekämpft den guten Kampf. Nun ist sie hingeeilt und sie hat empfangen die Krone des Lebens. Sie trägt den Palmzweig in der Hand als Zeichen des Sieges. Nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Lied: Großer Gott ...

Der Freimaurer trat hin zu Barbara, reichte ihr die Hand und sagte gerührt: „Ich gratuliere zu solcher Beredsamkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

364 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1900

„Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.“

Lied: Sei im Jubelschall ...

Seit dem 30. Juni mußte Barbara das Bett hüten wegen Sühnungsleiden und konnte sie sich nicht am Großen Gebet beteiligen. Ihr Körper wurde von großer Fieberhitze gequält. Einmal rief ihr eine Stimme zu: „Leide diese Hitze für diejenigen, die aus Scheu vor der Hitze in den Kirchen sich nicht am Großen Gebet beteiligen.“

Barbara: „O mein Jesus, Du Bräutigam meiner Seele, die ganze Woche habe ich Dich vermißt. O wie freue ich mich, einmal in Deiner Nähe zu weilen. Suche heim meine ausgedörrte Seele. Ich kann nicht leben ohne Dich. Komme einmal an mein Herz. Komm, himmlischer Bräutigam! Im Namen aller Deiner liebsten Kinder sage ich Dir Dank für alle Gnaden, die Du in dieser Woche ausströmen läßt. Obwohl ich mich nicht beteiligen durfte, fühle ich das Glück und die Freude, die Du fühlst, weil Dir Ersatz und Sühne geleistet wird von den guten, treuen Seelen. Ich sage Dir auch Dank im Namen derer, die all die Gnaden vorübergehen lassen, wo Du doch mit so großer Liebe weilst auf unseren Altären, bereit, alle ihre Leiden und Bedrängnisse entgegenzunehmen, aber sie bleiben zurück. Anstatt aller dieser will ich Dir meine Leiden aufopfern, die recht schmerzlich waren, weil Du mich so verlassen hingestreckt hast. Mein Jesus, ich bin wirklich zu schwach, ich kann nicht.“

Jesus: „Meine Tochter! Du bist schwach, wenn du dir überlassen bist. Wenn Ich aber in dich herabsteige, dann gebe Ich dir auch die Kraft dazu, daß du nicht schwach bist. Sei zufrieden. Siehe, Ich habe dir zwei Freundinnen zugeschickt, die auch dem Ehestand angehören. Frage sie einmal, ob sie ihre Ehepflichten aufgeben dürfen, wenn sie einmal lange genug gearbeitet, gekämpft und gelitten im Ehestand, ob der Mann zurücktritt und sagt: ‚Ja, Frau, du hast lange genug gearbeitet, ich will dich in die Ruhe versetzen.‘ Im Gegenteil sagt er zu ihr: ‚Du bist meine Frau und mußt tun, was ich von dir verlange!‘

Siehe, du bist jetzt meine Ehefrau geworden. Ich habe Mich geistigerweise mit dir vermählt und je länger du im Ehestand bist und je mehr die Kinder heranwachsen, desto mehr Last hast du zu tragen. Das Kindergewinnen fällt entsetzlich schwer für ein Eheweib, Kinder gewinnen ist keine leichte Sache für das Weib, also auch nicht für dich, die du geistigerweise Kinder gewinnen sollst.

Alles, was dir vorher leicht und süß und angenehm war, wo alles durchsäuert war von der Lieblichkeit und Süßigkeit Meiner Gnade, wird dir jetzt schwer, denn im Anfang ist der Ehegatte gar lieb, und alles ist der Gattin süß und leicht gemacht. Je mehr aber die Geschäfte sich häufen, weil die Kinder eine gute Erziehung und Vermögen erfordern und die Eltern verpflichtet sind, für das geistliche, ewige und das zeitliche Wohl ihrer Kinder zu sorgen, deswegen ist der Ehestand je länger, je härter, also auch für dich. Ich erspare dir keine Mühe, und die harten Tage dieser Woche sind Mir Honigtropfen für Mein gequältes Herz. Sie erleichtern Meinen Schmerz, weil Ich Seelen habe, die mit Mir leiden.

Seht euch um, Meine Kinder, unter euren Mitmenschen, aber zürnet nicht mehr über diejenigen, die euch hassen und verfolgen. Geht hin und sagt auch Meinen Dienern einen herzlichen Gruß, besonders dem Bischof von Mainz, er möge seinen Dienern befehlen, jetzt aufzuhören, ihren Feinden gegenüber Einwendungen zu machen, es ist genug. Wisset, daß man mit solchen Satansdienern nichts ausrichtet, wenn man tut, wie die Alten getan: Aug um Aug, Zahn um Zahn! Obwohl Ich ihnen befohlen habe, ihre Rechte zu verteidigen, die Rechte Meiner Kirche zu wahren, bin Ich schon zufrieden mit dem, was sie bisher getan. Denn es schadet Meiner Kirche jetzt mehr, als es nützt, wenn sie weiter fortfahren. Sie sollen wissen, daß sie unter dem Kreuz stehen, daß sie diejenigen sind, die nur am Kreuz siegen werden.

Als Ich dir zeigte am heiligen Fronleichnamsfest, wie die Mainzer Heiligen sich mit euch vereinigten, wie ein Kampf sich abspielte in der Luft, wo nur einige wenige kämpften gegen ein so großes Heer, da verstandest du dieses, als sei es der Glaube überhaupt und die Christen überhaupt, wie sie kämpften gegen die Mächte der Finsternis. Es war aber im engeren Sinn das gleich darauf folgende Ereignis gemeint, das sich unter euren Augen abspielte. Die paar Guten kämpfen mit den Mächten der Finsternis, mit den Freimaurern und Liberalisten der Stadt. Damit vereinigen sich die auswärtsstehenden, denn ein mächtiges Heer steht euch gegenüber, ihr seid winzig klein. O kleine Schar, fürchte dich nicht!

Wohl sind die Zeiten schlimm, und ihr alle steht in großer Gefahr, aber freuet euch, denn der Herr ist bei euch. Der Herr steht zu euch, so wie du gesehen hast am Fronleichnamsfest, daß sich die Heiligen dieser Stadt mit euch verbanden, die längst eingegangen sind, die mit euch kämpfen, und der Sieg dann gewiß war. Dies ist das Vorspiel vom jetzigen Kampf. Ihr werdet siegen, ganz gewiß. Meine Diener, ihr paar guten Seelen, treuen Seelen, ihr werdet siegen, aber nur unter dem Kreuz und durch das Kreuz. Seht, erst mußte Ich sterben am Kreuz, erst mußte Ich von der Erde gehen. Meine Feinde mußten Mir zujubeln und Mir sagen: ‚Ei, wenn Du der Sohn Gottes bist, so steige herab und hilf Dir selbst!‘ Wenn der Sohn Gottes so leiden mußte, glaubt ihr, daß ihr anders siegen könnt als euer Herr und Meister siegen mußte über Tod und Hölle? Niemals, Meine Freunde! Darum wendet das Blättchen um; werdet lieb und geduldig. Tragt euer Kreuz, all den Spott und Hohn, den man von allen Seiten euch zuschleudert, jetzt mit einer heiligen Freude. Bedenkt, daß ihr gewürdigt werdet, Schmach zu erleiden. Bedenkt, daß es Mir ebenso erging, wie es euch jetzt ergeht.

Ihr wolltet mit euren Feinden Frieden schließen, um sie auf bessere Gesinnungen zu bringen. O Ich zürne euch nicht, Meine Freunde. Ich zürne euch nicht, daß ihr euch unter Meine Feinde gemischt und ihnen zugejubelt, wie sie meinen, und teilnahmt an der teuflischen Freude, die da im Festzug zum Ausdruck kam. Nein, nein, Ich zürne euch nicht, nur Liebe und Mitleid habe Ich für euch. Aber jetzt steht ihr in der Zeit, wo ihr sagen müßt: ‚Ja, so muß es dem Sohne Gottes gewesen sein, als Er unter uns persönlich wandelte.‘ Seht, wenn Ich die Kranken heilte, ihre Toten erweckte und das arme Volk tröstete, daß es ja nicht mit schielendem Auge auf diejenigen sehen sollte, die mit zeitlichen Gütern gesegnet waren, dann verlachten sie Mich und spotteten Meiner. Wenn Ich Mich unter sie mischte, ihren Einladungen folgte, nur um ihre Gesinnung auf bessere Wege zu bringen, um sie zu überzeugen, wie gut Ich es meine, und daß Ich wirklich der Menschenfreund bin, was taten sie? Wenn Ich zu einem Gastmahl ging, tat Ich es auch, wie ihr es tut, wenn ihr am verflossenen Sonntag und an den folgenden Tagen euch unter eure Feinde mischtet. Ja, dann sagten sie: ‚Er ist bei den Sündern eingekehrt. Er liebt die köstlichen Mahle, verkehrt mit Weibern und sofort, und sofort!‘

Jetzt versetzt euch in die geistigen Leiden, die Ich da erdulden mußte, wenn Mein menschliches Herz mit anschaute, wie alles an diesem Geschlecht abprallte und verloren war, wie die dreiunddreißig Jahre, wo Ich diese Erde entsündigte durch Meine Schritte und Tritte, Meine feurigen Gebete und all die Liebe und Güte, die Ich Tag und Nacht dem Menschengeschlecht erwies, denn der Schlaf floh Mich. Ich brauchte nicht zu schlafen, zu essen und zu trinken. So trieb Mich der Seeleneifer von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Flecken zu Flecken, um alle Menschen an Mich zu ziehen und sie Meinem Vater zuzuführen. Und alles war umsonst.

Seht, als Ich hinaufstieg an das Kreuz und Mein Auge umherschweifte, schaute Ich noch einmal die ganze Welt am Kreuz. Mein Blick richtete sich nach Nord und Süd, West und Ost, denn damit wollte Ich so vieles sagen: Für die ganze Welt habe Ich gelebt und bin gestorben. Und Ich schaute da nur noch zwei, drei, vier Personen, die noch an Mich glaubten. Glaubt ihr denn, Mein menschliches Herz wollte nicht brechen über solchen Undank? Und doch mußte Ich es ertragen.

Und nun, Meine Kinder, begreift ihr, warum Ich so darauf dringe und warum Mein Statthalter in Rom darauf dringt, daß Mein menschliches Herz geehrt werde? Es hat es wohl verdient um euch, und ihr, Meine treuen Kinder, müßt euch zusammenscharen, um dieses menschliche Herz zu ehren.

Du, Meine Tochter, fürchte nicht, wenn du matt und schwach bist. Du hast ein gutes Werk gestiftet, du hast ein Werk gestiftet, bei dem Mein menschliches Herz geehrt wird, dieses Herz, das so viele Pulsschläge euretwegen schlug und fortwährend schlägt, im stillen Tabernakel. Und wenn du dich krank fühlst und schwach, werde nicht allzu ungeduldig. Glaube nicht, Ich wollte nichts von dir wissen. Nein, Meine Tochter! O sollte Ich, der beste Freund, der beste Vater, der zärtlichste Bräutigam, den je die Welt gesehen, einem Bräutigam, einem Vater, einem irdischen Freund nachstehen? Nein, nicht denkbar!

Wenn du von einem Menschen, der doch heute so gesonnen und morgen wieder anders, erwartest, daß du Anerkennung bei ihm findest, wenn du es gut mit ihm gemeint, wenn du ihm schon viel Liebe und Wohltaten erwiesen, dann erwartest du von ihm Erkenntlichkeit, und Ich sollte euch Menschen darin nachstehen? Ich lasse Mich an Großmut nicht übertreffen. Merkt es euch für all eure Lebenszustände! Wenn die Leiden kommen, wenn Ich die Familie heimsuche mit Kreuz und Elend, dann glaubt nicht, ihr seid vergessen. Im Gegenteil! Dies ist nur die überschwengliche Liebe eures Gottes, die da schon weiß, was sie tut, die da nicht Gutes mit Bösem vergilt. Leiden sind die besten Wohltaten, die Ich je einem Menschen erzeigen kann. Wäre es nicht wahr, dann wäre der Sohn Gottes nicht den königlichen Weg des Kreuzes gewandelt.

Merkt es euch, Meine Kinder! Alle diejenigen, die Mir treu dienen, müssen am meisten leiden, weil auch Ich am meisten leiden wollte, und Meine heilige Mutter, welche die reinste und heiligste und unschuldigste war, am meisten leiden mußte. Niemals ist es ein schlimmes Zeichen, wenn es einem Menschen übel geht hier auf Erden, einem guten, gläubigen Christen. Es ist das Zeichen, daß Ich ihn liebe. Ihr aber, Meine Kinder, versteht Mich nicht, nicht wahr?

Wenn du jetzt in die Kirche gehst und du kannst aus Herzensgrund dich ergießen im Gebet, wenn du dann an deine Arbeit gehst und du dich an das Glück erinnerst, das du hattest bei der heiligen Kommunion und in der Vereinigung mit Mir, so bist du fröhlich und lustig den ganzen Tag. Recht so, Meine Kinder! Singt und freut euch, wo ihr könnt, aber wißt, daß da immer noch nicht die Braut so ganz eingegangen ist in Meine Geheimnisse. Wenn sie einmal innigen Anteil nimmt an Meinen Geheimnissen, an Freud und Leid, dann muß es ihr eins sein. Sie muß tun, wie du tatest diese Woche; das war recht so, aber freilich, weil du nicht anders konntest. Du sehntest dich nicht, in die Kirche zu kommen, weil du nicht anders konntest.

So macht ihr es, ihr Menschenkinder. Aber, auch wenn solche Zeiten kommen, wo es gar nicht mehr gehen will, wo das Gemüt so abgespannt ist, wie es jetzt bei dir der Fall ist, und wie es viele fromme Seelen in der Welt gibt. Wenn sie mit Leiden heimgesucht sind, werden sie müde und abgespannt, und weil Leib und Seele miteinander verbunden sind und der Geist vom Körper abhängt und der Körper dem Geist unterworfen ist, denn alles geht da Hand in Hand, weil die Seele in Fleisch und Blut lebt, dann sind die Menschen unglücklich. Aber diese Zeit muß euch eins sein. Ihr müßt denken, daß sie vorübergeht, ihr müßt sie mit Gleichmut hinnehmen, wie die andere, wo Freuden und Leiden miteinander abwechseln. Bei dir wird es nicht mehr anders werden. Du mußt dich jetzt begnügen, wie Ich es mache. Bist du nicht zufrieden?“

Barbara: „Ja, Herr! Gib mir nur die Kraft. Ich habe schon oft gehört, daß Seelen auf der höchsten Höhe der Vollkommenheit noch gefallen sind, denn man sagt ja: „Ich sah die Zedern vom Libanon fallen.“ Gelt, da sind die Heiligen gemeint? Und ich habe große Angst, weil ich so verfinstert bin. Deswegen bin ich so ängstlich, wenn das so wochenlang dauert. Verzeih mir, ich will ja zufrieden sein, aber wir sind schwache Menschen, ich bin ja auch von Fleisch und Blut, habe Nachsicht und Geduld (Barbara lächelt). Du bist ja so gut.“

Jesus: „Ja, Ich bin wirklich gut. Du darfst auch manchmal dich ausbrummeln. Ich habe nichts dagegen, weil du ein armseliges Geschöpf bist wie alle Menschen. Ich nehme dir das nicht so übel, wie auch der Mann es der Frau nicht so verübelt, wenn die Frau gar so müde und abgespannt ist und sie ihm den Kopf vollbrummelt. Ich werde doch einem Mann nicht nachstehen. Gelt, das glaubst du doch wohl auch!“

Barbara: „O wie bist Du so gut! O komm, ich will ein bißchen an Dir ausruhen. Sag mir doch, die Leute sprechen so viel vom Krieg, wie wird es uns da noch gehen? Ist es wahr, daß von Deutschland der Glaube ganz weggenommen wird? Die Protestanten schreien so groß und erheben die Germania und sagen, daß die Katholiken am Rand des Grabes wanken. O Herr, sieh die vielen treuen Seelen. Du hast ja gesagt bei Sodoma, wenn noch fünf Gerechte da wären, wollest Du die Stadt verschonen. Du bist doch kein anderer geworden als damals. Laß uns doch das Licht des Glaubens! Mein Jesus, Barmherzigkeit! Laß doch die protestantische Religion nicht über uns hinauskommen. Siehe, die gehen mit List und Gewalt vor, und unsere Priester machen es, wie Du gesagt, sie gehen zurück und sind still, wie Du es gemacht. Sie lassen alles über sich ergehen, und so geht unsere Religion zurück, und die schlechten Katholiken lassen sich einnehmen und so wird es weniger und weniger. Mein Jesus, was sollen wir anfangen, wenn es Krieg gibt?“

Jesus: „Meine Kinder! Fürchtet euch nicht! Ich habe vorhin schon gesagt, wenn Ich bei euch bin, dann seid ihr ja geborgen. Als Ich dir zeigte, wie die Zeit ist, in der ihr lebt, wie sich die Erde vor dir spaltete und du in eine Kluft hineinschautest, in einen Abgrund, wo du nichts sehen konntest als einen ungeheuren Abgrund vor deinen Blicken, da teilten sich die Menschen in zwei Klassen, die Guten um Mich herum, wohl ein kleines Häuflein, und die anderen trennten sich immer weiter von Mir. Das muß euch euer ganzes Leben hindurch festhalten. Ihr müßt wissen, daß Ich bei euch bin, denn nicht umsonst verlange Ich die Einführung der öfteren Kommunion.

Ei ja, ihr guten, treuen Kinder der katholischen Kirche, was kümmert ihr euch um jene, die da aus freien Stücken ihren Weg verfehlen? Habe Ich nicht jedem den freien Willen gegeben und den Verstand und habe ihm gesagt: ‚Mein Freund, wähle! Es liegt vor dir der Weg. Entweder wähle den guten Weg oder den breiten Weg, der da mit Blumen bestreut ist.‘

Du hast Verstand, überlege, was dein Gott für dich getan. Tust du es nicht, dann ist die Gerechtigkeit da, und die Jahre gehen vorüber, wo die Barmherzigkeit der Gerechtigkeit Platz macht. Solange der Mensch lebt, ist Meine Barmherzigkeit über ihm; wenn Ich ihn abfordere, dann tritt die Barmherzigkeit zurück und die Gerechtigkeit tritt vor ihn und sagt: ‚Jetzt komme, du hast lange genug Zeit gehabt!‘

Und du, Meine Freundin, wenn du in deiner Verwandtschaft solche hast, und wenn es dein eigenes Kind sein sollte, das auf Abwege gekommen ist, tue, was du kannst, bete, opfere, leide für sie, denn der Arm der göttlichen Gerechtigkeit ist nur aufzuhalten durch den Arm der Barmherzigkeit und Liebe. Der Arm der Barmherzigkeit und Liebe ist in erster Linie getragen von Meiner heiligen Mutter. Er ist aber auch getragen von jeder einzelnen frommen und gerechten Seele auf Erden.

Merkt es euch! Seid nicht bestürzt, wenn ihr in eurer Verwandtschaft Mitglieder habt, die nicht den rechten Weg gehen, die abgewichen sind von Meinen Geboten, die eine Religion sich zurechtlegen, wie sie ihnen paßt. Dann grämt euch nicht darüber. Laßt euch den Frieden und die Freude des Herzens nicht verdrängen, denn Ich bin wahrhaft kein Gott, der Seine Kinder traurig und mißmutig sehen will, der sie knechten will, daß sie ihr ganzes Leben zu kämpfen haben mit Traurigkeit und Mißmut. Nein!

Wenn Ich auch Leiden schicke, dann wißt, daß Meine Liebe sie versüßt, und die Leiden, wenn auch noch so schwer in einer christlichen Familie, sind getragen von christlicher Liebe, und weil von christlicher Liebe getragen, sind sie leicht und süß und angenehm, wenn auch noch so schwer, wenn andere darunter ächzen und stöhnen, denn das Herz der Gottlosen trägt kein Leid. Es gibt sich den Strick oder stürzt sich ins Wasser, weil es nicht gewohnt ist, Leiden zu tragen. Es kennt keine Geduld. Diese habt ihr Frauen. Die Liebe ist es, die alle eure Leiden versüßt. Darum, wenn Ich die Welt strafe, was Ich schon oft gesagt, und je frecher und kecker der Feind das Haupt erhebt, der Widersacher, euer Feind, desto bälder werde Ich kommen. Ich will ihnen zeigen, wer der Herr ist. Wenn man auch im Munde führt, man glaube an einen Gott, Ihm zu Ehren wolle man sich einsetzen, für Ihn seine Soldaten in den Krieg hinausführen, für Ihn sich verteidigen.

Ja, ja, wenn dem so wäre, dann müßte man nachdenken, warum man denn eine Religion verdrängen will, die Ich Selbst gegründet, die Ich am Kreuz geboren, mit Meinem Herzblut Mir erworben, eine Kirche, die Ich stiftete, durch Mein Eigenes Blut Mir begründete. Da würde man nachdenken, warum ein Mensch, dem es nicht mehr behagt in dieser Lehre, in dieser wahren Kirche, sich berechtigt glaubt, eine andere zu gründen, so wie es ihm paßt und seiner Sinnlichkeit schmeichelt. Man würde anfangen, dieser Kirche aufzuhelfen, die man als die bedrängte sieht, ein wenig aufzuräumen mit der gottlosen Welt und dieser Kirche Platz zu machen und ihr die Herrschaft einzuräumen, wenigstens über ihre Kinder.

Weh euch, ihr Gottlosen! Weh euch, ihr Gottlosen! Weil ihr den Katholiken zu viel Gelegenheit verschafft, ihr, die ihr an der Spitze steht, die ihr die Heere führet, die ihr eine Gemeinde leitet und dieser nichts als Vergnügen verschafft und so freilich auch die Katholiken, weil überschwemmt mit Vergnügen, alles vergessen laßt, wie jene Andersgläubigen.

Die brauchen keinen Gottesdienst mehr, sie haben keine Messe, sie brauchen am Sonntag nicht in die Kirche zu gehen, sie brauchen keine Predigt, denn was man ihnen sagt, weiß jeder Hausvater und jede Hausmutter, jeder, der noch ein wenig nachdenkt, er braucht nicht studiert zu haben. Was ein Protestant oder ein andersgläubiger Prediger sagt, das weiß jeder Mensch, der Jude und Heide auch.

Darum ist diese Religion Mir verhaßt, und Ich werde kommen und aufräumen in Meiner Schöpfung. Es wird die Zeit kommen, wo es ihnen schlimm ergehen wird. Je tiefer ihr den Karren hineinschiebt, desto schlimmer wird es euch ergehen. Ihr, die ihr auf diesem Karren der Vergnügungssucht sitzt, werdet in den Abgrund hineingeschoben und auf ewig verschlungen.

Ihr aber, Meine Kinder, fürchtet euch nicht! Harret aus! Wohl steht ihr unter diesem Geschlecht, unter diesem gottlosen Geschlecht, und müßt die Strafe mitfühlen. Ich kann sie euch nicht ersparen. Ich müßte euch nur hinwegnehmen zu Mir. Aber halten will Ich an euch. Jedes Kind der katholischen Kirche, das da noch Glauben hat und zuhält zu seiner Mutter, der heiligen, katholischen Kirche, soll hören auf die Worte, die Ich schon Jahrzehnte daherrede.

Ich verlange die Einführung der öfteren Kommunion! Sagt es, Meine Priester, wenn ihr predigt und im Beichtstuhl sitzt, allen Kindern Meiner katholischen Kirche. Ihr seid aus aller Schuld, wenn man es nicht tut, habt ihr ja eure Schuldigkeit getan; denn die Zeit ist so gottlos, daß kein Christ, auch wenn er noch so gut ist, sagen kann: ‚Ich stehe fest, ich weiß, was ich zu tun habe, niemals werde ich tun wie diese.‘ Eine einzige schwache Stunde reißt dich los. Es wandelt dich eine kleine Neugierde an und drängt dich, etwas zu sehen und zu hören und fertig ist es. Du mußt dich anklammern und alle, die sich anklammern, sind diejenigen, die Ich dir gezeigt vor vierzehn Jahren am Fest des heiligen Antonius, die gerettet werden bis hinaus auf das äußerste Rändchen, wenn sie nur noch fest glauben, die Gebote Gottes halten und sich an Mich anklammern. Diese werden gerettet. Alles andere geht zugrunde.

O Meine Kinder! Es reut Mich, das Menschengeschlecht erschaffen zu haben. Aber um Meiner heiligen Kirche willen, um der guten, treuen Seelen willen, habe Ich ja große Nachsicht und Tausende und Abertausende und nochmals Millionen Tausende sollen noch gerettet werden um Meiner heiligen Kirche willen, um all der Leiden willen, die sie erduldet, um all der Liebe und Güte und Nachsicht willen, womit sie den Gottlosen begegnet sind. (Jesus blickt mit freundlichem Auge auf Frau N., die eine fromme Familie hat.) Du kannst ganz ruhig sein, Meine Tochter, deine Angehörigen sind alle an guter Stelle. Fahre fort! Die Almosen, die guten Werke, die dein Mann tut an den Söhnen des heiligen Franziskus, nehme Ich so hin, als tät er es Mir Selbst, weil sie Meine Armen sind, Meine geliebten Armen.

Ihr aber, auf, Meine Kinder! Wo ihr wißt, daß ihr nichts Gutes stiften könnt, da seid bescheiden und klug, um euch nicht unnötige Leiden und Zweifel und Ängste zu machen, denn der Mensch ist gar schwach.

Du aber, Meine Tochter, deine Schwiegermutter ist im Himmel. Der Vater hat noch zu leiden. Aber harre aus in deiner frommen Gesinnung. Bringe deinen Mann mit List und Energie dazu, auf alle deine Pläne einzugehen. Ich weiß, du hast schon die richtigen Pläne. Es ist schon gut. Das Weib versteht immer mehr, weil Ich ihm den Zug der Frömmigkeit ins Herz gelegt, und wenn es gut ist, ist es vom Herzen gut. Ich habe immer große Freude an frommen Ehefrauen, weil sie Mir Meine heilige Mutter vorstellen. Ich liebe das Menschengeschlecht, besonders das Frauengeschlecht, nur Meiner heiligen Mutter wegen, und weil Ich Sie so unendlich liebe, Sie war ja die Miterlöserin. Darum verlange Ich nichts Besseres und Schöneres und Herrlicheres, als daß Ich die Menschheit immer mehr zuführe Meiner heiligen Mutter, sie ganz unter Ihren Schutzmantel vergrabe, weil sie dort geborgen ist.

Du aber, Meine Tochter, bleibe hier. Harre aus! Harre aus, weil alles aufgeboten wird! Satan möchte sich dieser Stadt ganz bemächtigen, und je mehr dieser protestantische Glaube Anhänger und Guttäter findet, desto frecher wird sie, und die Stadt ist in großer Gefahr. Der Glaube geht so zurück wegen der vielen schlechten Katholiken. Bis ins innerste Mark hinein ist der Katholizismus dem Protestantismus zugeneigt und diejenigen, die vorgeben, aus gut katholischen Familien herausgewachsen zu sein und sich gute Katholiken nennen und als solche angesehen sind von den Priestern, liebäugeln mit dem Protestantismus, weil dieser leichter ist und alle Vergnügungen erlaubt, weil die Religion nicht sagt: ‚Abtötung, Buße und Sühne.‘ Da kann man mit sich nach Wollust verfahren den ganzen Tag. Aber Meine Religion, die verlangt Abtötung und manches erlaubte Vergnügen sich zu versagen. Darum, Meine Tochter, harre aus. Laß diese Sekte nicht ankommen an N. Es lohnt sich!“

Barbara: „O Herr, ist es Dir lieber, wenn wir im Großen Gebet bleiben oder mit der Prozession gehen?“

Jesus: „Ja, geht nur hin, es ist euch auch eine Erholung. Ihr seid zu abgespannt. Jeder Gottesdienst ist gut, auch der, wenn man sich eine Erholung verschafft. Eine ehrbare Erholung soll man sich zur rechten Zeit verschaffen, denn der Mensch ist von der Erde genommen, von Fleisch und Blut, und ist nicht unendlich. Das Gemüt ist nicht unendlich. Es wird auch einmal verbraucht. Darum muß der Mensch, solange der Atem in ihm ein- und ausgeht, dafür sorgen, daß er seine Kräfte erhält. Geh auch du mit, Mein Kind, es schadet dir nicht, es tut dir gut.

Ihr aber, auf, Meine Kinder! Nehmt eure Ehegatten und anstatt dem Vergnügen der Welt beizuwohnen, wie die Weltkinder sich hingeben, führt sie hin zu einer Erholung an einen Wallfahrtsort. Freut euch mit ihnen, und sie werden sich mit euch freuen. Seht, Ich werde es tausendfältig an euren Kindern zu belohnen wissen, denn der Keim, der in den Eltern steckt, geht auf die Kinder über. Geheiligte Eltern, geheiligte Kinder! Geheiligte Äste, geheiligte Zweige! Wißt, daß einem verdorbenen Ei kein gutes Hühnchen heraussprossen kann. So ist es auch mit den Kindern. Wo der Keim gut gelegt ist im Mutterherzen schon, wo das Kind unter dem Herzen ruht, und wenn dieser genährt und gepflegt wird, bis es großgewachsen, da ist es unmöglich, daß ein Kind auf Abwege kommt, daß es verlorengeht; und kommt es auf Abwege, so kommt es wieder zurück, und wenn es am Rand des Grabes ist.

Sagt euren Männern, wie gut Ich bin. Ihr wißt es ja, ihnen beizubringen, ihr habt dieses voraus, daß ihr schmeicheln könnt, aber ihr dürft dieses. Sage auch deinen Angehörigen einen lieben, herzlichen Gruß! Ich wäre schon zufrieden. Sie sollen nur so fortfahren, wie sie es machen. Der Friede und das Glück ihres Herzens wird so bleiben, bis sie es selbst sich durch freiwillige, schwere Sünde verjagen, aber es wird niemals vorkommen. Ich halte Meinen schützenden Arm über sie.

Sage besonders Settchen, Anna, dem kleinen Mariechen und deiner Schwägerin einen herzlichen Gruß.“

Barbara: „Mein Jesus, wie bist Du so gut!“

Jesus: „Sagt auch all euren Angehörigen und Liebesbundmitgliedern einen herzlichen Gruß. Ich habe euch schon gesagt, ihr habt viel voraus, daß ihr so religiöse Männer habt, darum wißt es auszunützen. Seid klug! Eine Frau muß klug sein. Ich habe gesagt, die Frau versteht das Schmeicheln, darum benützt es auch, auf diese Weise dürft ihr schon schmeicheln, dann gerät die Kindererziehung. Der Mann hat so Ideen; weil er viel in der Welt steht, schießt ihm manches durch den Kopf. Das muß sie ganz schön erschleichen, ihn ertappen und ablauern. Ihr könnt das schon; macht es nur so. Nehmt die großen Kinder mit hin an einen Wallfahrtsort. Da könnt ihr auch mal eine Ausgabe euch erlauben. So könnt ihr die Männer immer ganz gut erhalten. Ihr werdet die Früchte an euren Kindern schon sehen. Grüßet sie Mir recht herzlich und alle, alle!“

Barbara: „Auch diese?“

Jesus: „Es ist recht, ja.“

Barbara: „Ich meine oft, ich täte mich täuschen. Ich habe aber so eine Freude, es muß so im Himmel sein, wie es in dieser Stunde ist. Gelt, ich bin nicht getäuscht?“

Jesus: „Ja, dann wäre Ich nicht der Menschenfreund, wenn du getäuscht wärest. Freilich bin Ich unter euch, und wenn Ich bei Kindern bin, freue Ich Mich mit den Kindern. Bei Männern bin Ich männlich und rede männlich. Jetzt bin Ich bei Kindern und bin Ich Kind geworden. So müßt auch ihr sein. Bei Kindern müßt ihr Kinder werden. Bei den Männern erst recht Kinder werden, damit ihr sie auch zu Kindern gewinnt.“

Barbara: „Jetzt soll ich aufstehen und in die Andacht gehen. Mein Gott, wie bist Du so gut!“

Inhaltsverzeichnis Band 5

365 Tag nach Magdalena am 23. Juli 1900

„Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Schon seit vierzehn Tagen liegt die Schwägerin von Barbara krank darnieder und Barbara hatte das ganze Hauswesen auf sich.

Barbara: „Ich danke Dir, o süßester Jesus, Bräutigam meiner Seele, für das unaussprechliche Glück, daß Du mich heimsuchst. O wie gut bist Du! Habe ich nicht verdient, daß Du mich verläßt auf immer, weil ich die letzten vierzehn Tage so gar zu armselig war. O ja, wenn Du Dein Kreuz abstellst, dann ziehst Du das kürzeste. O verzeihe mir! Ich danke Dir, daß Du meinen Undank vergißt. Nicht wahr, die Liebe der anderen ist schuld?

Barbara: „O liebe, heilige Magdalena, du wolltest uns trotzdem besuchen? O ihr lieben Heiligen Gottes, bittet für uns!“

Jesus: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine Kinder! Ich bin ein vorsichtiger Gott, ein unendlich liebenswürdiger Gott. Wenn Ich Meine Geschöpfe prüfe, wenn Ich sie schlage, um zu sehen, was sie gelernt haben, dann ist aber Meine Liebe so mit eingemischt, gleichsam die ganze Prüfung so gesalzen, durchwürzt mit Meiner Liebe, daß, wer Augen hat zu sehen, es wohl einsehen kann, wie gut Ich bin.

Ihr, Meine Kinder, dürft nicht verzagen, wenn Ich mit Leiden komme, wenn Ich sage, daß Ich durch euch viele retten will, daß Ich ein Band schlingen will um die Menschheit, und daß alle, die sich von diesem Band umschlingen lassen, glücklich sein sollen schon hier auf Erden und noch viel tausendmal glücklicher in der Ewigkeit, doch hier auf Erden nicht so, wie viele Menschen meinen, die jetzt so gar zu versinnlicht und verweichlicht sind und glauben, da müsse man von allen Leiden befreit sein und das Paradies schon hienieden haben. Das kann Ich nicht. Ich Selbst wollte von der Krippe bis zum Kreuz einen einzigen Kalvarienberg besteigen, und alle, die Meine Jünger sein und Mir nachfolgen wollen, müssen den Weg wandeln, den Ich gewandelt bin.

Da nun der Mensch einmal so ist, daß er alles mit Augen sehen und mit Händen greifen will, so muß Ich ihm seinen Willen tun. Ich muß zu allen Zeiten Menschen erwecken und diese anderen gegenüberstellen, mit anderen Worten: Ich will Beispiele haben; wie Ich das Beispiel aller geworden bin, so will Ich in Menschen Beispiele haben, damit die übrigen Menschen sehen, was diese können, daß auch sie es tun können, wer nur einigermaßen guten Willen hat. Da Ich nun gezwungen bin, die Menschheit zu strafen, mit allerlei Plagen zu belästigen, so daß so viele das Leben bitter finden, und sie es nicht mehr ertragen können und sich selbst aus dem Wege schaffen – es sind das lauter Strafgerichte, die Mein Vater über die Menschheit verhängte, weil sie gottlos geworden ist, weil sie Mir nicht mehr dient und Meinen Willen nicht mehr tut –, so überlasse Ich sie ihrem Willen, und ihr Wille neigt zum Bösen.

Wenn nun der Mensch, weil sein Wille verdorben ist, sieht, wie alles nicht nach seinem Willen geht, wie, obwohl er nach seinen Launen lebt, er doch nicht alles nach seinem Willen richten kann, dann wird er das Leben müde, er wirft es um. Daher die vielen Erscheinungen in jetziger Zeit, von Kindern angefangen, die kaum die Kinderschuhe ausgezogen, bis hinauf zum Greisenalter, aus allen Ständen: Reiche, die im Überfluß zu leben haben, und Arme, die mit der Not zu kämpfen haben, jugendliche und ältere Leute, werden das Leben müde, weil sie den Weg verfehlt haben, weil sie nicht gelernt haben, daß der Weg, den der Mensch wandeln muß auf Erden, ein dornenvoller, ein Kreuzweg ist.

Seht, Meine Kinder, hier liegt das Geheimnis, warum Ich alle Meine guten, treuen Kinder und besonders diese Familie rechtzeitig mit Leiden heimsuche, wo Ich dann, damit du die Leiden um so schwerer fühlst, Mich ganz in dir zurückziehe und dich ganz dir selbst überlasse. Denn in den langen Jahren, wo Ich mit dir verkehre, wo du an Meiner Tafel sitzest, kannst du so viel gelernt haben, daß dein Magen auch härtere Speise vertragen kann. Nun wißt aber, Meine Kinder, daß die Zeit jetzt wieder vorüber ist, die Fastenzeit für euch, nicht wahr? Es ist für euch eine Fastenzeit, wenn Ich Mich zurückziehe. Es soll jetzt wieder eine kurze Spanne etwas gelindert werden in euren Familienverhältnissen, allen Menschen zum Vorbild.

Seht, wie gut Ich bin. Wollte doch das Menschengeschlecht Meine Stimme hören, wollte es doch verstehen, wie gut Ich bin, wie gut Ich es meine. Seht, dieser Monat ist Meinem kostbaren Blut geweiht, und die vielen Millionen und Abermillionen Menschen, die dieses kostbare Blut mit Füßen treten, die über alles hinweggehen, all die Schätze Meiner Liebe und Gnade, die Ich niedergelegt habe in Meiner Kirche, unnütz verlorengehen lassen. O ihr armseligen Menschen! Wie oft wollte Ich euch versammeln wie die Henne ihre Kücklein, aber ihr habt nicht gewollt. So werde Ich euch zurufen am Schluß der Zeiten, wo Ich aufhören werde zu reden durch dieses Werkzeug hier. O ihr armseligen Menschen, warum wolltet ihr nicht? Habe Ich euch doch schon so oft gesagt, daß ihr alle an Meinem Herzen ruhen sollt, daß ihr alle herbeikommen sollt, daß Ich Selbst euch ernähren will mit Meinem eigenen Fleisch und Blut. Wenn die Menschheit soll gerettet werden, dann muß das auserwählte Volk die Wege wandeln, die Ich es führen will, die Ich von ihm verlangen muß.

Das auserwählte Volk, die liebsten Kinder Meines Herzens, sind die katholischen Christen, alle Kinder der katholischen Kirche. Und nun, wie weit ist es gekommen in dieser Meiner Kirche? Welche Schmach für ein Christentum, das mit seinem Gesalbten so umgeht! Bin Ich nicht unter euch wie damals, als Ich noch auf Erden wandelte in Meinen Brüdern? Denn ein jeder Priester bis hinauf zum Papst in Rom ist Mein Bruder, Mein Vertreter. Und geht in die Kirche, geht an die Beichtstühle, geht in die Meßfeier, wo Ich Mich Tag für Tag durch ihre Hände zum Opfer bringe, wo sind Meine Kinder? Wo sind sie, die Meine Worte, ihre Worte, hören, die ihre Sünden bekennen sollen, die Gnadenströme hineinleiten sollen in ihr Herz, wo sind sie? Kein Wunder, wenn das Priesterherz brechen möchte vor Schmerz und Kummer, wenn es seine Gemeinde überschaut, wenn es am Sonntag durch die Kirche schreitet und anstatt der Köpfe sieht es die leeren Stühle. Wehe dem Geschlecht, das da steht in Meiner Kirche und Meine Worte nicht beachtet.

Darum, Meine Kinder, merkt es euch, ihr sollt vielen zum Vorbild sein, aber auch vielen eine Strafpredigt. Ich will, daß ihr in allem unter der Menschheit steht, wie der Mensch ist und wie Ich ihn hineingepflanzt habe in Meine Schöpfung. Du stehst in der Familie und in einem belebten Haus, damit niemand eine Ausrede hat, damit aber auch niemand sage, das Kreuz war mir zu schwer, ich konnte meine religiösen Pflichten nicht erfüllen, weil ich zu beladen bin. Nein, Mein Christ, du hast keine Ausrede. Das Leiden ist immer versüßt mit Meiner Liebe. Probiert es nur, ihr Christen, ihr alle, probiert es nur!

Ich will die Menschheit retten, und darum sagte Ich Meinen Dienern, daß sie alles aufbieten, um diesen Gnadenstrom hineinzuleiten in die Herzen der Christen, damit die Guten, die noch den guten Kern in sich tragen, das Flämmchen der Gottesliebe, den Glauben, die Wurzel aller Tugend, damit sie diesen Glauben immer mehr entfalten können und die Gottesliebe emporwachse zu einer Flamme, um durch diese einzelnen frommen Seelen, die noch hie und da stehen in der Welt, anderen ein Beispiel zu geben, damit so nach und nach das Christentum wieder anfange, ein anderes zu werden. Ferner verlange Ich von euch, daß ihr alle sinnlichen Vergnügen meidet.

Kein Mitglied dieses Hauses soll sich anschließen und deswegen bearbeite Ich alle, die hier eintreten, daß die unheilige Vergnügungssucht schnell in ihnen verschwindet, und die Kinder, daß sie gar keine Wollust in sich aufnehmen, um allen Christen zu zeigen, wie verhaßt Mir diese Vergnügungssucht ist. Wenn nun aber die Christen am Vormittag beten wollen und am Nachmittag ausgelassenen Vergnügungen nachlaufen, wo kann da der Glaube Wurzel fassen, wo kann da von einer tiefen Religion noch die Rede sein?

Darum auf, Meine Kinder! Wenn Ich wieder zu euch rede, nicht wahr, ihr merkt es heraus, die Güte, die Freundlichkeit eines Gottes, die nicht zu bemessen ist mit der Freundlichkeit aller übrigen Wesen. Warum diese Sehnsucht bei jedem Mitglied eurer Familie und bei allen, die Ich herbeigeführt? Warum diese Sehnsucht? Weil sie vom Himmel stammt. Seht, es ist ein Splitter der Sehnsucht der Seligen, die Mich schauen von Angesicht zu Angesicht.

Nun gehe aber auch hin und sage P. Bonifaz, er möge doch einmal anfangen, die Süßigkeit Meines Kreuzes zu verkosten und seinen Willen ganz Meinem göttlichen Willen zu unterwerfen in allen Dingen, und wenn er herausfindet, daß er in dir ein Beichtkind hat, daß, wenn alle Christen es so tun würden, wie du es tust ihm gegenüber, er in seinem priesterlichen Amt und in allen seinen Verrichtungen eine große Erleichterung haben würde.

Dann möge er doch auch herausfinden, daß man einmal anfangen müsse, tiefgläubig zu werden. Fange an und lebe den Tag so, als ob es der letzte wäre und sage dir jeden Morgen: Heute hast du nur zu tun, was dir vorkommt, was deine Pflicht ist, für morgen hast du nicht zu sorgen. Sorge nicht allzusehr. Wende dich nur mit deinen Brüdern an Meinen Nährvater und sende ihn mit auf Almosensammeln. Weißt du doch, daß du für Mich sammelst, daß du die Hand ausstreckst, und daß alle diejenigen, die ein Geldstück dir in die Hand drücken, es Mir in die Hand drücken, daß du statt Meiner die Hand ausstreckst. Wisse, daß viel Segen soll ausströmen über die Stadt und die ganze Umgebung bis hinaus in die Nachbarländer, denn viele werden hervorgehen aus diesem Haus zum Segen über die Menschheit. Darum, wer ein Almosen spendet, und wer um Almosen bittet für den Bau dieses Hauses und dieser Kirche, übt ein so großes Werk wie damals, wo der Tempel Salomons gebaut und das ganze israelitische Volk aufgefordert wurde, alle seine Kostbarkeiten herzugeben, weil in diesem Bau der wahre Gott sich herniederlassen werde.

Seht, hier will sich nicht nur Mein Geist niederlassen, um zu Seinem Volk zu reden wie im Tempel Salomons; hier will Ich selbst wohnen, und hier will Ich Selbst Mich vervielfältigen in diesen Meinen Brüdern, und viele, die aus diesem Haus hervorgehen, es wird später, wenn auch jetzt noch nicht, und wenn auch ihr alle es noch nicht mit Augen schauen werdet, dieses Haus umgewandelt werden zu einem Haus, in welchem viele studieren werden und das Heil hinaustragen unter die Völker. Darum habe Mut und denke daran, was Ich dir verheißen habe. Ich habe dir vor einigen Jahren gesagt, daß du einmal Guardian von Mainz werden wirst. Ich weiß, du bist Mir nicht dankbar dafür. Nein, Mein Freund, harre aus!

Nicht wahr, wenn Ich Mich zurückziehe, dann ist alles schwer. Ich ließ dir aber sagen: Iß und trink! Denn das Menschengeschlecht ist nicht mehr so beschaffen, daß Ich von ihm Fasten verlangen kann, wie es vor einigen Jahrhunderten der Fall war, und alle diejenigen, die in Blättern schreiben, die Welt sei zu verweichlicht, sie wolle nicht mehr fasten, tun Unrecht jenen Seelen gegenüber, die ihre Schuldigkeit tun der gottlosen Welt gegenüber. Die dieses hören und lesen sollten, die hören es nicht, Mein Freund, die gehen nicht in die Predigt und lesen auch solche Schriften nicht. Aber wißt, daß das ganze Menschengeschlecht schwach und armselig geworden ist, weil es seinem Untergang entgegengeht, weil die Zeit gekommen ist, wo alles vergiftet ist, und die Menschen selbst führen das Weltende herbei, so daß die Menschheit zugrunde geht vor lauter Wucher und Geiz der Gesellschaft, die mit einem Schlag reich werden will.

Darum werde Ich von diesen ein schreckliches Gericht verlangen, aber die übrige Menschheit möchte Ich retten und die Christenheit auf den rechten Weg führen. Darum muß Ich Nachsicht haben mit allen Christen, und wenn Ich sie zurückführen will auf die rechte Bahn, dann muß Ich ihnen auch die Mittel angeben, wie sie sich retten können. Darum kann Ich nicht verlangen, Fasten und Abtötungen zu üben von einer Gesellschaft, die es nicht mehr leisten kann. Dagegen aber verlange Ich um so strengere Pflichten von ihnen, andere Pflichten: Die Entsagung aller sinnlichen Vergnügen, besonders von jenen, die Mir geweiht sind und die Meine Wege wandeln wollen, die guten, treuen Christen. Deswegen verlange Ich von ihnen, um diese Last zu mildern und diese Sprache nicht gar zu hart zu finden, daß man sich eine Erholung verschaffen möge, hinauszugehen in die freie Gottesnatur und sich zu freuen an Meiner Schöpfung. Das erlaube Ich euch, Meine Kinder, allen ohne Ausnahme und Unterschied.

(Hier bekam Barbara Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne für das arme Menschengeschlecht!’)

Seht nun, um näherzukommen, um immer und immer wieder allen zu zeigen, wie gut Ich bin und wie wenig Ich verlange, seht das arme, gedrückte Landvolk, das da seufzt unter der Last der harten Arbeit, die Strafgerichte, die Ich über die ganze Welt verhängt habe, die am allermeisten aber diejenigen fühlen müssen, die Ich hingestellt an die härteste Stelle, die arbeitende Klasse nämlich, welches da sind das arme Landvolk, das jahraus, jahrein sich abmüht und abhärmt, um den Segen über das ganze Land strömen zu lassen durch seinen Fleiß, das arme Fabrikvolk, das durch die Gottlosigkeit der Reichen zu Hunderten und Tausenden zusammengepfercht wird in eine Stätte, wo es fast nicht mehr atmen kann vor lauter Dunst und Hitze, kein Wunder, wenn das Volk da sich Bahn bricht und brechen will, um sein Los zu erleichtern, seht, diese Klassen Menschen gehören zu den liebsten Kindern Meines Herzens.

Merkt es euch, ihr Priester, merk es dir du, Mein Freund N. Dich habe Ich hingestellt, diese Seele zu leiten, durch die Ich der Welt Meine wunderbare Liebe zu den Menschen kundtun will, durch die Ich eine Sprache rede, die nur die Sprache eines Gottes sein kann. Wenn Ich nun, sage Ich, dem Menschengeschlecht Leiden schicke, weil es zu gottlos geworden ist und Mich vergessen hat, denn nie und niemals sage Ich, daß alle, die gottlos sind, auch verlorengehen und gehen sollen, nein, sie sollen gerettet werden, dieses arme Volk.

Darum schart euch zusammen. Tretet in Verbindung mit dem armen, gläubigen Bauernvolk. Diese alle sind Meine Kinder. Diese alle liebe Ich, wie Ich dich liebe, du Priester, der du Mein Stellvertreter bist, und wie Ich dich liebe, du Ordensfrau, du Ordensmann, denn gleichwie du das geistige Wohl Meiner Kinder befördern sollst (hier bekam Barbara erneut Erstickungsanfälle und mußte mittendrein rufen: ,Sühne, Sühne, Sühne.’), wie Ich dich hineingestellt in Meine Kirche, um den Segen, der da ausströmt aus den sieben Gnadenbornen der sieben heiligen Sakramente, hineinzuleiten in die ganze menschliche Gesellschaft durch dein Büßer- und Sühnungsleben, das du führen sollst, du Ordensmann, du Ordensfrau und du Priester, denn jeder Priester soll in seiner Gemeinde stehen als Sühnopfer, als Büßer für seine Gemeinde, die Sünden aller seiner Untergebenen, seiner ihm anvertrauten Herde, soll er mit heißen Tränen beweinen, und als Sühnopfer sich Tag für Tag mit Mir am Altare einsetzen und Meinen Vater bestürmen, daß Er Barmherzigkeit vor Seiner Gerechtigkeit walten lasse.

So aber, Meine Freunde, gerade so, ihr Ordensleute, ihr Priester, habe Ich das arme Landvolk geschaffen, damit es den Segen, den ihr alle dem geistigen Wohl eurer Kinder zuwenden sollt, und euch sorgen sollt für das leibliche Wohl Meiner Kinder. Darum erlaubt Mir, daß Ich euch sage, obwohl ihr glaubt und in Wirklichkeit die bevorzugten Kinder Meines Herzens seid, daß Ich euch dennoch den armen Landmann an die Seite stelle und sage: ‚Siehe deinen Bruder, siehe deine Schwester!‘ Was du der armen, gedrückten Menschheit bist und sein sollst, wenn du ein Priester nach Meinem Herzen sein willst, das ist der arme Bauersmann, das arme Bauernweibchen in seiner Lage; denn viele würden Hungers sterben, wenn nicht der arme Landmann jahraus, jahrein die harten Bußübungen aushielte, die heißen Sonnenstrahlen und die bittere Winterkälte über ihn hereinbrechen. Er darbt und hungert und schafft und plagt sich ab, um seine Kinder zu ernähren, etwas zu erübrigen, damit alle Menschen leben können.

Darum: Mir sollte es nicht leid tun, um dieses arme Geschlecht, weil es abgewichen ist vom rechten Weg, weil es nichts mehr sieht als Vergnügen und wieder Vergnügen und es sein hartes Los etwas erleichtern will, daß es sich auch Vergnügen verschaffen will, die armen Fabrikarbeiter, daß sie nichts mehr wissen, als wie sie sich Vergnügen machen und nur arbeiten für das Vergnügen, weil sie nichts anderes mehr kennen?

Darum auf, ihr Meine Freunde, zu einem Bund zusammenstehen müßt ihr, ihr, Meine liebsten Kinder. Die Lasten mehren sich von Tag zu Tag, und immer schwerer wird Mein Joch, aber freuet euch, denn was Ich gesagt habe, ist und bleibt doch immer wahr, daß Mein Joch süß und Meine Bürde leicht ist; denn diejenigen, die Mir dienen, fühlen alles leicht, wenn sie auch eine Zeitlang harte Wege geführt werden, wenn es scheint, der Himmel habe sich verschworen gegen sie. Etwas ist immer dabei, das ihnen sagt, dein Gott ist es, der dieses dir schickt, dein Gott tritt ins Mittel, wenn es Zeit ist und wenn er dich erlöst durch den Tod.

Darum sollen alle, auf welchen Posten Ich sie gestellt habe, bleiben. Ihr, die Ich euch herbeigeführt teilzunehmen an den Gnadenschätzen, an der Liebe Meines Herzens, die Ich da ausgießen will in allen Lagen eures Lebens, auch wenn sie noch so drückend sind, für euch gibt es einen Schein, ein Hereinleuchten in euren Kummer, der euch immer aufrechthält und halten wird. Merkt es euch! Schart euch zusammen zu einem Bund, werdet nicht müde, wenn ihr euch auch armselig, niedergebeugt, lau und kalt findet, rafft euch immer wieder auf und fangt von vorn an wie ein ABCSchüler. Denn so, nur allmählich, jetzt noch klein und unscheinbar, so wie das Vergnügen Tag für Tag überhand nimmt, so muß Tag für Tag die Liebe wachsen in euch, die Liebe, die alles überwindet, auch die größten Beschwernisse.

Ihr dürft nicht müde werden, das Joch nicht abwerfen, keinen Anstoß nehmen. Ihr müßt immer euch sagen: ‚All diese müssen noch gerettet werden durch mein Gebet!‘ Und so muß jedes sagen von euch, jedes Mitglied des Liebesbundes. Jeder Priester, wenn er auf die Kanzel tritt und er seine ganze Kirche leer sieht, wenn er statt seiner Pfarrkinder die leeren Bänke sieht und nur hie und da eine Seele, er muß sich immer wieder sagen: ‚Ich muß meine Gemeinde retten und ich ganz allein, ich will sie retten, ich will alles für sie tun, auch wenn sie es nicht beachten.‘

Du Hausvater, du Hausmutter, du Jungfrau in der Welt, du Ordensmann, du Ordensfrau im Kloster, auch wenn alles verloren scheint, jedes muß sich sagen: ‚Ich muß viele retten, ich will meine Seele retten und viele Seelen meiner Mitmenschen.‘ Ein großherziges Vergessen, ein großmütiges Opfern und Leiden, verlange Ich von allen, die Ich herbeiführe zu euch. Ganz besonders verlange Ich dieses von den Priestern, die die Schriften mit gläubigem Herzen lesen, ein großmütiges Opferleben verlange Ich von ihnen, nichts Unmögliches, nichts, Meine Freunde, von all dem, wie ihr Begriffe euch macht. Nein, nein! Ich sage nicht umsonst, daß die Menschheit schwach ist, daß sie nicht darin ihre Zufriedenheit finden soll, wenn sie sich Fasten und Bußübungen auferlegt, daß sie unter keine Menschen tritt vor lauter Scheu, sie möchte sich versündigen.

Nein, nein, Meine Freunde, ihr alle sollt den Weg gehen, den alle Menschen wandeln müssen. Ich will keinen Menschen herauspflanzen, der eingepflanzt ist in das Erdreich, um ihn in die Lüfte zu heben, als sei er ein Engel, um in den Lüften zu schweben. Wo du stehst, sollst du stehen und als Mensch und Christ deine Pflicht erfüllen, aber dir immer wieder sagen: ‚Ich will das Kreuz, das Du mir auferlegt, mein Gott, tragen, wie Du es willst. Ich will meine Seele retten, mich selbst vergessen und die Seelen vieler, vieler retten.‘ Und so wird allmählich, wie die Vergnügungssucht überhandnimmt unter der Menschheit, unter den Gottlosen, unter den gläubigen Christen das Glaubensleben angefacht, die Liebe Gottes emporflammen in den Herzen vieler.

Man wird das Joch nicht mehr zu schwer finden und die Kirche, die so geknechtet und gedemütigt ist, sie wird wachsen und emporblühen und auf den Berg gestellt werden, von welchem sie hinweggerückt ist. Wißt, Meine Freunde, wenn Ich euch sage, daß Meine Kirche wieder auf den Leuchter soll gerückt werden, von welchem sie hinweggerückt worden ist durch die Gottlosigkeit der Völker, dann müßt ihr nicht denken, daß dieses in einem Tage und Jahre geht und vor der gottlosen Welt augenscheinlich vor sich geht, sondern ganz still und unbemerkt, nur durch euren Mut und Entschlossenheit, wie Meine Kleine, die Ich Mir erwählt, einen Mut äußert, der euch alle in Erstaunen setzt. Denn so wie sie euch die Wahrheit sagt, wie sie vor einen Bischof, ja, vor einen Papst hintritt und ihm sagt: ‚So will es der Herr, so sagt mir der Herr!‘, so sollt ihr alle sein euren Mitmenschen gegenüber, den Gewaltigen gegenüber, jenen, denen Ich die Herrschaft gegeben, die Herrschaft der Völker. Diesen müßt ihr gegenüberstehen wie Meine Kleine, und durch euren Mut und eure Entschlossenheit müssen eure Feinde zuschanden werden. Sie müssen sich machtlos bekennen, nachdem sie euch geknetet und geknechtet, nachdem sie gewähnt und geträumt, jetzt über Meiner Kirche längst den Grabhügel aufzurichten, sie müssen dastehen und staunen vor euch, vor dem Mut, den ihr ihnen entgegenschleudert. Dann wird Meine Kirche siegen, nur wenn ihr gelernt habt, das Kreuz zu tragen, euch zu verdemütigen.

Lernt, lernt, Meine Diener, besonders du, Mein Freund, den Ich hierher gestellt, den Ich dir zum Beichtvater gegeben, lerne dich demütigen. Wenn du die Demut im Herzen hast und die Demut in allen deinen Worten, du hast sie in deinen Worten, du hast sie aber noch nicht ganz in deinem Herzen, sonst wärest du nicht so wie du bist. Ich will sie dir aber herausarbeiten. Ich will dich neben Mich stellen. Du sollst auch die Süßigkeit Meines Geistes genießen. Darum sage Ich dir, wenn du das Kreuz gelernt hast zu umklammern und unter dem Kreuz zu stehen, dann wirst du siegen über alle deine Feinde in dir und außer dir.

Und ihr alle, Meine Diener, wenn ihr das Kreuz umklammert, dann werdet ihr siegen über all eure Feinde in euch und um euch, und Meine Kirche wird siegen über alle Völker der Erde, über alle Religionen, die vorgeben, ihre Religion auszubreiten über die ganze Erde, die da wähnen, einen Thron zu bauen, der nicht mehr verschwinden wird. O die Toren! Wie bald werden sie verschwunden sein! Meine Kirche aber, die Ich gestiftet, an der Mein Herzblut klebt, an der so viele Blüten hängen, als es Heilige gibt in Meiner Kirche, so viele, die da den Segen ausstreuen, das Erdreich auflockern, so viele, die da aufkeimen und aufsprossen in diesem Erdreich, sie alle sind Blüten Meines Herzblutes, die Ich gezeugt und geboren habe am Kreuz, und weil Ich Meine Kirche am Kreuze geboren, darum müssen alle Meine Kinder am Kreuz geboren werden und durch das Kreuz siegen.

Meine Kinder! Meine Freundin möchte euch mit einem Besuche beehren.“

Magdalena: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine lieben Schwestern und ihr alle, die ihr einstens die Schriften leset und euch freuen werdet an der Glorie, die mir jetzt zuteil wird. Ihr alle wißt, daß ich aber diese Glorie erst verdienen mußte. Darum werdet nicht mutlos. Ich habe zwar schon mehrmals euch mein ganzes Leben in kurzen Zügen geschildert, aber wenn man jemand liebt und gern hört, freut es einem immer wieder, ihn zu hören, wenn man auch dasselbe immer wieder hört, und wenn er dasselbe wieder sagt; dies ist der Liebe so eigen.

Aber bedenket, weil die Mutlosigkeit gar zu groß ist unter den Menschen und besonders in jetziger Zeit, daß die eurige Zeit nicht viel verschieden ist von der meinigen. Ihr steht in einer Welt, die so gottlos ist wie die Welt damals war, als ich lebte und der Herr deswegen allerlei Strafen verhängte über die Menschheit. Die guten, treuen Kinder stehen auch unter diesen Strafgerichten und müssen sie mitfühlen; denn all die großen, abwechselnden Veränderungen der Witterung, die vielen Ereignisse, die man Tag für Tag hört, sind Strafgerichte Gottes. Daß so viele eurer Brüder und Schwestern dahinsterben, dahingemartert werden in fremden Ländern, sind lauter Strafgerichte Gottes, um die guten Christen aufzurütteln, die gar zu kleinmütig sind und wenig leiden wollen, damit sie sehen, was ihre Brüder leiden müssen um des Namens Jesu willen, andererseits auch, weil durch jenes Christenblut jenes Götzenreich soll zerstört werden, denn das Blut ist nur der Same neuer Christen. Dieses Ackerfeld wird umgebaut, der Same geht auf, und jedes Tröpflein, das geflossen ist, wird neue Christen hervorbringen, und jenes Land wird bald ein liebes, dem himmlischen Bräutigam wohlgefälliges Land. Seine Kirche wird dort aufblühen, und was die faulen Christen in Europa Ihm versagen, werden jene Ihm wieder ersetzen.

Deswegen sage ich euch, es sind lauter Strafgerichte, die über euch verhängt sind. Ihr alle steht unter einem Druck, von dem ihr früher keine Ahnung hattet, lauter Strafgerichte Gottes. Aber seht, ob ich anders leben konnte, ob ich vielleicht verschont blieb? Als ich da saß zu den Füßen meines geliebten, himmlischen Bräutigams und Seine Füße mit meinen Tränen benetzte, da wußte ich wohl, daß ich Ihn liebe, daß ich für Ihn alles dahingeben werde, mein Vermögen, meinen Namen, denn solange ich ein Weltkind war, hatte ich einen großen herrlichen Namen, obwohl ich die Sünderin war. Ich war weit und breit beliebt von Großen und Mächtigen, von allen Weltkindern. Als ich anfing, meinem Jesus nachzugehen, meinen Jesus zu lieben, da war ich verachtet. Da hieß es nur noch, die Sünderin in der Stadt, stoßet sie hinaus. Das alles hatte für mich keinen Wert mehr, denn das alles opferte ich gern für meinen Jesus. Aber obwohl ich dies getan, welch harten Weg mußte ich gehen, meine lieben Schwestern, es ist leichter gesagt und gedacht, aber nicht gehalten und nicht probiert.

Denkt euch nur, ein verweichlichtes Weltkind, ein Mädchen, das in einem Schloß erzogen, von allen üppigen Freuden, von allen Höflingen umgeben, nur von Genuß zu Genuß gehüpft und getanzt, und jetzt solche Entbehrungen, solche Entsagungen. Wir wurden auf ein Schiff gesetzt von Brettern, damit wir auf dem Meere zugrunde gehen sollten. Unsere Feinde wollten uns zusehen, wie wir mit den Wellen kämpften, und als wir durch Gottes Vorsehung gerettet und hinübergebracht wurden durch Gottes Hand ans jenseitige Gestade, welche Entsagungen, welcher Hunger quälte uns, bis wir wieder auf trockenes Land kamen, und als wir ein Land gefunden, abermals welche Entbehrungen.

Das müßt ihr euch oft zu Herzen nehmen, ihr Armen, wenn ihr darben müßt. Ihr Reichen müßt, wenn ihr geben müßt, die Hand öffnen. Ihr sollt bedenken, was eine Magdalena geduldet. Nicht umsonst wurde sie auf den Berg der Beschauung getragen, denn der Herr wußte wohl, daß sie viel liebte. Er wußte auch, was sie gelitten. Eine Magdalena war unter dem Kreuz. Sein Blut träufelte auf sie. Sie sah und hörte nichts mehr als die Stimme ihres Jesus, und als diese verklungen und erloschen war im Tode, als sie diese nicht mehr hörte, da sah und hörte sie nichts um sich als Entbehrungen ... Sie hörte nur noch eine Stimme, und das war die Stimme ihres geliebten Jesus in sich. Sie fragte nur: ‚Herr, was soll ich tun?’ Und als ich mehrere Jahre unter meinen Geschwistern geweilt und wir zusammen uns ein recht schönes Heim gegründet, weil wir uns unter die Füße aller legten, da hatten wir wieder ein Heim in Frankreich gefunden, aber ich hörte immer die Stimme meines Jesus und fragte ihn: ‚Gefällt es Dir, unter meinen Geschwistern zu bleiben? Wenn Du mich auf einem anderen Weg haben willst, so führe mich hin! O ich höre so gern Deine Stimme, o überlaß es meinen Geschwistern, andere zu retten. Ich möchte nur mit Dir verkehren, o nimm mich hin! Ich habe nur noch die Liebe und die Tränen, ich kenne nichts mehr als die Liebe und die Tränen.‘

Seht, da erweichte ich das Herz meines himmlischen Bräutigams, und eines Tages, als ich wieder eine Reise gemacht hatte, und andere um mich gesammelt und zum christlichen Glauben bekehrt hatte, da kam Er mit Seinen heiligen Engeln und entführte mich der Welt. Seht, jetzt konnte ich ungestört mit Ihm verkehren, aber welche Entsagungen, welche Entbehrungen.

Glaubt ihr wohl, ich wäre ein anderer Mensch gewesen wie ihr? Glaubt ihr, die Liebe hätte mich umgeschaffen? Ich hätte kein Fleisch und Blut mehr gehabt? Und doch hatte ich noch Fleisch und Blut. Ich fühlte wohl den Schmerz meiner Glieder. Ich hatte wohl Besuche aller Art. Satan machte sich nichts daraus, mich zu quälen Tag und Nacht mit Vorstellungen. Ich aber hörte nur die Stimme meines Geliebten, ich hielt aus auf dem Berg der Beschauung. Allen Menschen sagt es: Kein Mensch, keiner von euch ist verpflichtet, so zu leben wie ich. Und es wird auch nie mehr vorkommen, denn der Herr ist eingegangen in Seine Herrlichkeit, die Kirche ist gegründet, sie steht fest wie ein Fels. Damals war sie noch in der tiefsten Tiefe der Erde versenkt, da war noch kaum der Grundstein gelegt, und es sollte Stein an Stein gefügt und das Mauerwerk sollte heraufgeführt werden und ein herrlicher Bau sich entfalten in der sichtbaren Schöpfung, in der heiligen, katholischen Kirche.

Da mußte der Herr freilich Wunder wirken, Wunder Seiner Liebe. Obwohl Er mir nicht das Gefühl genommen, aber Er gab mir die Kraft, daß ich es ertragen konnte. Ihr alle seid nicht berufen, denselben Weg zu gehen, wie ich ihn gegangen. Ihr sollt stehen auf dem Standpunkt, wo der Herr euch hingestellt. Er will euch nicht herausreißen und in die Lüfte erheben und euch hinübertragen lassen auf den Berg der Beschauung. Aber eines will Er, daß ihr feststeht in allen Stürmen. Wie ich nur eine Stimme hörte, nur immer meinen Jesus fragte und immer wieder fragte: ‚Herr, was willst Du, ich kann alles. Hier hast Du meine Liebe, mein Herz. Schaffe in mir, was Du willst, ich kann alles!‘ So müßt ihr sagen, wenn Kummer, Kreuz und Not euer Herz quält. Ihr müßt an die arme, verstoßene, verachtete Magdalena denken und euer Leben wird süß und leicht und angenehm.

Sage es deinem Beichtvater, er möge sich Magdalena vorstellen. Sage N., er soll bedenken, daß – wie damals die Kirche aufgebaut werden und Glied an Glied gefügt werden mußte durch treue Seelen, durch Christen, die da fest im Glauben stehen, fest sich anklammern an die einzige, wahre Kirche, die katholische Kirche – da jetzt wieder die Zeit gekommen ist, wo bereits die Kirche, dieser schöne Bau am Einsturz ist, wo so viele faul geworden, abgebröckelt sind. Die Männerwelt, die diesen Bau festhalten sollte, wo ist sie hingekommen? Abgebröckelt ist diese Kirche, ganz und gar zerbröckelt. Kein Wunder, daß eure Feinde sagen, die römische Kirche wankt am Grabe, sie ist am Zusammenstürzen. Eure Feinde haben recht, wenn sie euch Christen betrachten, besonders die katholischen Männer. Darum haben auch die Feinde recht.

Darum, mein Freund, und ihr alle, harret aus, besonders du Bischof von Mainz, ihr Priester von Mainz, ihr sollt das Fundament legen zu einem neuen Aufbau. Nicht, als ob die Kirche überwältigt sei, nein, nein, die Kirche steht im Innern gerade noch so fest wie sie gestanden, als der Herr hinaufgestiegen war an das Kreuz und die Kirche geboren war und die Kirche ihre ersten Blüten hervorgebracht. Aber sie ist ganz siech und matt geworden, weil ihre Glieder faul sind. Am äußeren Mauerwerk fehlt vieles, im Innern blühen doch dieselben Heiligen, derselbe Schmuck schmückt ihre Altäre, dasselbe goldene Kreuz steht darin, dieselben Altäre.

Aber das Mauerwerk ist zerbröckelt, und darum habt ihr Priester dieselbe Aufgabe, so genau dem Herrn zu folgen wie damals, als die Kirche sich ausbreiten sollte. Ihr müßt zusammenstehen. Die guten, treuen Seelen müssen leiden, wie die ersten Christen leiden mußten. Darum brauchen sie dieselbe Stärke. So dünn wie damals die guten, gläubigen Christen gingen, als ich auf Erden lebte, so dünn gehen bereits auf der ganzen Welt die guten Christen, denn all die Ordensleute und Priester der katholischen Kirche und die guten, treuen Seelen sind nur ein Quentlein dem Massenstrom der gottlosen Welt gegenüber, und wenn sie Tag und Nacht auf den Knien liegen und Blut und Leben einsetzen für den Glauben, es ist dasselbe, was es war, als die ersten Christen gemartert wurden.

Das Gut und Blut, das der Mensch einsetzt, trägt neue Früchte für die Kirche, denn aus jedem guten Werk, das eine Seele verrichtet im Stande der Gnade, gehen neue Gnaden hervor, die anderen zugute kommen; alles fließt aus dem Schatz und je mehr herausfließt, desto mehr ... Darum, wenn der Herr euch sagt, daß es Ihm leid tue um die gottlose Welt, und daß viele verlorengehen, so sagt Er doch nicht, daß alle verlorengehen. Er will sie retten, besonders die armen, unglücklichen Arbeiter, die auf gottlosen Wegen wandeln, die armen Bauersleute, sie alle stehen daneben, und um ihrer Bußübungen, um ihres Schweißes und ihrer Tränen willen sollen und werden viele Seelen gerettet. Es geht Hand in Hand.

Darum auf, ihr alle meine Freunde, ihr alle, die ihr von der armen, verstoßenen, verachteten Magdalena ja einmal gehört habt, daß das Reich Christi, meines himmlischen Bräutigams, wieder aufgerichtet werden soll und muß, denn die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Das ist die Verheißung, und ihr steht an der Pforte der Hölle. Ihr habt die Aufgabe, das Werk zu verrichten, das ich einst in Vereinigung mit den heiligen Frauen und Aposteln verrichtete.

Ihr sollt die Apostel sein, ihr Priester und Bischöfe; ihr sollt die Diener der Apostel sein, ihr Priester; ihr sollt die heiligen Frauen sein, ihr guten, treuen Seelen, und Kirchen und Klöster bauen und je schöner und herrlicher, desto mehr wird das Christentum aufblühen, die Steine, die abgebröckelt sind, sich wieder einfügen und es wird bald ein Erdreich erstehen, das anfängt zu sprossen, aber noch sehr wachsen muß, bis es ein reiches Erntefeld erhoffen läßt.

Darum, meine lieben Schwestern, werdet nicht müde in all den Bedrängnissen, die kommen. Sie haben einen zweifachen Zweck: Sie sollen euch reinigen von allen Makeln, Sünden und Fehlern, und zweitens sollt ihr dadurch euren Mitmenschen ein Vorbild werden und viele, viele Seelen retten.

Geht hin und grüßt mir alle recht herzlich durch den schönen Gruß, den ich immer gerne hörte: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Inhaltsverzeichnis Band 5

366 Untersuchung Juli-August 1900

„Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich?

Am 24. Juli 1900 bekam Barbara ein Schreiben vom H.H. Bischof, daß sie sich so bald als möglich ins Elisabethenstift begeben solle. Der Beichtvater und ein anderer Priester würden die Ekstase beobachten, und die Aufzeichnungen sollten von jetzt an unterbleiben. Ferner war Barbara jeder Verkehr mit Lieschen und Luise mündlich und schriftlich untersagt, damit Barbara, wie der Beichtvater sagte, auf neutralem Boden stünde.

Barbara begab sich am Mittwoch, dem 25. Juli 1900, zum H.H. Bischof und meldete ihm, daß sie sich anderen Tages in das bezeichnete Kloster begeben wolle. Am folgenden Tag ging sie denn auch mutig und entschlossen dorthin. Am Freitag, dem 27. Juli 1900, spürte Barbara in der heiligen Messe bei der heiligen Wandlung, wie das Leiden kommt. Wohl zu ihrer Prüfung sandte der Herr ihr heute, wo alles darauf wartete, keine körperlichen Leiden, sondern der Herr verkehrte nur innerlich mit ihr, sprach jedoch auch einiges laut. Als die Oberin es merkte, führte sie Barbara aufs Zimmer und bat sie, ins Bett zu gehen. Barbara jedoch bat sie, nur einfach ruhig sitzen bleiben zu dürfen. Obwohl der Herr laut sprach, rief die Oberin niemand. Am Tage darauf, es war Samstag, kam Pater Felix und fragte die Oberin: „War gestern nichts?“

Oberin: „Nein, sie hat so ein Unwohlsein bekommen, sie hat auch gesprochen, aber ich weiß kein Wort mehr.“

Barbara: „Der Herr hat gesagt: ,Ich bin der Herr, wenn sie sich Meinem Willen nicht unterwerfen, werde Ich Meine Sache doch durchführen!’“

Oberin: „Richtig, jetzt fällt es mir wieder ein.“

Weil die Oberin niemand gerufen, so glaubte man schon, wie Pater Felix zu Luise samstags sagte, alles sei zerfallen.

Pater Felix: (spöttisch zu Luise) „Der Heiland kommt nicht mehr, es ist alles aus!“

Am Tag vor Portiuncula (Mittwoch, den 1. August) stellte sich das Leiden dafür um so heftiger ein, daß die Herren deutlich sehen konnten, daß sich so etwas niemand selbst machen könne. In der Tat waren alle ganz erschüttert und verängstigt und getrauten sich nichts daraus zu tun. Als Barbara zu sich kam, sahen sie alle ganz verstört aus. Der Arzt, der sonst immer bleich aussah, hatte dunkelrote Augen und Wangen.

Barbara: „Sie werden wohl selbst gesehen haben, daß das keine Einbildung sein kann und man sich das nicht selbst machen kann.“

Bischof, P. Felix, Arzt: „Ach, wer denkt denn das. Nein, nein, das wissen wir, daß Sie sich das nicht machen können und daß das keine Einbildung ist.“

Der Weltpriester hatte am meisten Mitleid. In der Rede hatte der Herr die Gesinnungen von allen dreien geschildert und hatte namentlich über die Männerwelt hier in Mainz gesprochen. Der Arzt muß sich sehr betroffen gefühlt haben, denn die Tage vorher war er immer sehr freundlich; von dieser Stunde an aber war er fertig, er sah Barbara nicht mehr an und wollte nichts mehr wissen. Das dritte Mal kam das Leiden am 3. August, Herz-Jesu-Freitag. Es war diesmal so eklatant, daß der Arzt sagte, so fürchterlich habe er sich das Leiden nicht gedacht. Die Schwestern, die dabei waren, riefen alle Heiligen an, und der Arzt ließ kein Mittel unversucht, um herauszubringen, ob es nicht Krankheit sei. Er ließ ihr Tropfen eingeben, dann Rizinusöl, dann ließ er ihr ab und zu Milch einschütten, obwohl der Magen nichts annahm und sie dieselbe jedesmal wieder erbrechen mußte, weshalb der Weltpriester die Bemerkung machte: „Laßt das doch, ihr seht ja, daß es nicht geht.“

Die Herren gingen fort, um sich zu beraten. Unterdessen ließ der Arzt Barbara so viel Wasser einpumpen, bis es ihr zum Mund herauskommen wollte. Es war so schmerzlich für Barbara, daß sie bald gestorben wäre. Sie wurde eiskalt und lag da wie tot, und die Schwester rief Gott und alle Heiligen an.

Schwester: „Schwestern, Schwestern, kommt mir zu Hilfe! Jesus, Maria und Josef, steht mir bei! Heiliger Antonius, komm mir zu Hilfe! Ach lieber Gott, ach lieber Gott, sie stirbt!“

Barbara bekam fortwährend Ohnmachtsanfälle; das dauerte einige Zeit. Als sie Barbara wieder ins Bett geschafft hatten, sagte der Arzt: „So, jetzt schlafen Sie ruhig.“ Aber kaum gesagt, kam der erste der drei Stürme. Der Arzt wollte ihn verhindern und faßte ihren Kopf mit aller Kraft, um es ihm unmöglich zu machen, daß er schüttele. Aber es half nicht. Die Kraft war so groß, daß er mit herumgeschleudert wurde.

Bei dem zweiten Sturm ergriff ihr der Arzt mit aller Wucht die Arme, um sie festzuhalten, aber die Gewalt schüttelte den starken Mann mit herum. Er sprang vor sie hin und sagte:

Arzt: „Sie sind mir vom Bischof übergeben und Sie haben mir zu folgen und zu tun, was ich sage!“ Dann hielt er ihr etwas Glänzendes entgegen und schrie: „Wollen Sie mir folgen? Wollen Sie augenblicklich hierhin sehen!“ Barbara strengte alle ihre Kräfte an, die Augen jedoch waren ihr von einer unsichtbaren Macht gehalten; sie konnte sie nicht drehen und auf den Punkt richten. Desto zorniger rief der Arzt: „Heute, wenn Sie mir nicht folgen, sollen Sie was erleben.“ Er tobte wie rasend und wollte, sie solle auf einen Punkt hinsehen, konnte es aber doch nicht erreichen. Als der Arzt jedoch ein geweihtes Bild der Heiligen Familie von der Wand nahm und es Barbara vorhielt, da konnte sie sofort darauf sehen, weil die Gewalt sie verließ. Als die drei Stürme vorbei waren, sprach der Herr wie immer.

Der Weltpriester probierte Reliquien an Barbara. Sie war jedoch zu abgemattet von dem Leiden, und wiewohl die Stimme ihr innerlich zusprach, unterließ sie es, sich zu äußern aus großer Schwäche. Die ganze folgende Nacht konnte Barbara kaum Atem schöpfen, weil sie noch mit Wasser angefüllt war, und litt auch noch sehr viel. Danach sagte der Weltpriester, es habe nicht alles gestimmt mit seinen Reliquien. Nach der Ekstase sagte die Generaloberin, die auch dabei gewesen, zu Barbara:

Generaloberin: „Ach, lieber Gott, was machst du aber durch, aber glaube sicher, daß du auch einen großen Lohn bekommst in der Ewigkeit.“

Anderen Tages kam der Arzt und sagte, er könne sich nichts anderes erklären, als daß alles Hysterie sei. „Von mir aus können Sie jetzt gehen!“

Am Freitag, dem 10. August, bekam Barbara das Leiden wieder. Der H.H. Bischof sollte vorbeikommen, ließ sich aber durch Unwohlsein abhalten, und es kamen nur die beiden Priester. Als sie ankamen, war das Leiden und die Rede des Herrn schon fast vorbei.

Jesus: „Obwohl du jetzt überzeugt bist, daß Ich es bin, sollst du, wenn Meine Diener kommen, nicht tun, was Ich sage, sondern was deine Vorgesetzten sagen. Unterwirf dich jetzt ihrer Gewalt. Ich habe sie ihnen abgetreten. Wie sie es machen wollen mit dir, so laß es geschehen.“

Kaum hatte der Herr dies gesagt, da traten die Herren ein. Und weil der Arzt erklärt hatte, alles sei Hysterie, so gaben sie nichts auf die Belehrungen des Herrn, sondern verfuhren mit dem Geiste auf die unhöflichste Weise. Sie fielen ihm in die Rede, sie spotteten ihn aus und sagten: „Es ist alles nicht wahr, was du sagst, so braucht man nicht zu leben, schweig still.“ Der Geist ließ sich jedoch davon nicht einschüchtern. Wiewohl der Weltpriester viele Fragen stellte, fuhr er ruhig fort in der Rede, wie wenn nichts wäre. Nur wenn der Beichtvater sprach, so gehorchte er auf der Stelle und war ruhig. Einmal ging Barbara plötzlich das Licht des Geistes aus. Es war, wie wenn alles finster würde. Da sagte sie:

Barbara: „Eben verbietet mir mein Beichtvater weiterzusprechen.“ Er war nämlich gerade nicht anwesend.

Sonntags darauf, am 12. August 1900, kam der Beichtvater und sagte:

Beichtvater: „Jetzt haben wir es klar heraus. Wenn es der Heiland gewesen wäre, so hätte Er dreinschlagen müssen. Wir haben es Ihm ja nicht schön gemacht; wir haben Ihn schrecklich behandelt. Wenn Er es wäre, hätte Er Sich das nicht gefallen lassen.“

Barbara: „Ja, so ist es mir vorher gesagt worden.“

Beichtvater: „Das glaube ich nicht, daß unser Herr dem Bischof das nicht gezeigt hätte. Er hätte es demselben zeigen müssen, Er wäre verpflichtet gewesen dazu. Jetzt bleiben Sie noch da, bis das Offizialat beschlossen hat, was Sie tun sollen. Sie wollen Sie nochmal sonst wohin tun. Dann bekommen Sie ein Schreiben zugeschickt und dann können Sie gehen.“

Wiewohl nun in dem Schreiben stand, dasselbe sei Barbara durch ihren Beichtvater auszuhändigen, so wurde aus Versehen die Adresse an das Haus der Schwägerin gerichtet und ihr durch die Post zugesandt. Am Donnerstag, dem 16. August, kam es dort an und die Schwägerin schickte sofort Mariechen mit dem Schreiben zu Barbara ins Kloster, und Barbara hatte es kaum gelesen, als sie das Bündel packte und mit Mariechen heimging. Die Schwägerin hatte es Lieschen und Luise sagen lassen, und sie kamen, um Barbara zu sehen, welche von den vielen Leiden, die sie durchgemacht, ganz abgemagert und entstellt aussah. Anderen Tages machten alle zusammen eine Wallfahrt nach Marienthal.

Tags darauf, am 18. August 1900, kam der Beichtvater ins Kloster und war ganz erstaunt, daß Barbara fort war. Als er die Oberin fragte, wie denn das komme, sagte sie: „Auf das Schreiben hin packte Barbara ihre Sachen und ging heim.“ Er kam außer sich und sagte: „So hat es ja nicht gehen sollen, was sind das denn für Sachen!“

Der Herr ließ Barbara in dieser Leidenszeit nicht ohne Trost. Er zeigte Barbara in Bildern, wie die Untersuchung ausgehe, jedoch Barbara verstand es nicht. Am Sonntag, dem 5. August, nach der heiligen Kommunion, sah Barbara folgendes: Es kamen zwei Engel und bekleideten Barbara mit einem violetten Kleid. Es hatte die Bischofsfarbe und war mit leuchtenden Sternchen besetzt. Barbara sah still zu, verwunderte sich sehr, ließ es aber geschehen. Das Kleid schleppte hinten nach, und der Herr, der zugegen war, gab den Engeln Befehle, wie sie es machen sollten. Barbara sah den Engeln zu, und wie sie wieder auf den Herrn schauen wollte, sah sie Ihn in einiger Entfernung in einer Ecke als Ecce Homo stehend, wie Er von Pilatus dem Volke vorgestellt wurde. Er sagte:

Jesus: „Will denn eine Braut mehr sein als der Bräutigam, willst du anders behandelt werden als Ich?“

Barbara begriff das nicht und war froh, weil sie es sich anders auslegte, bis sie durch die Wirklichkeit eines Besseren belehrt wurde. Den Sonntag darauf kam der liebe Heiland und gab ihr erst ein goldenes Herz und sagte:

Jesus: „Nimm hin dies Herz. Es bedeutet Meine Liebe, wie Ich sie dir schon in so reichlichem Maße mitgeteilt, und die in den Schriften enthalten ist. Aus dem Herzen hast du all die Belehrungen. Das Gold bedeutet die Liebe, und alle Worte deiner Schriften sind daraus geflossen, und dir habe Ich sie übergeben, damit du sie austeilest allen Menschen, Gläubigen und Ungläubigen.“

Dann übergab Er mir ein Szepter.

Jesus: „Das bedeutet die königliche Macht. Herrschen sollst du über alle deine bösen Neigungen, siegen über alle deine Feinde.“

Nun übergab Er mir ein Kreuz, aber gebildet wie ein Bischofsstab; es ragte über mich hinaus.

Jesus: „Das Kreuz soll dich begleiten bei Tag und Nacht, wo du deine Schritte hinlenkst, denn du sollst eine Braut des Gekreuzigten sein.“

An vierter Stelle übergab Er mir eine goldene Krone. Als ich sie aufsetzen wollte, war es eine Dornenkrone.

Jesus: „Solange du lebst, sollst du die Dornenkrone der Schmach und Verachtung tragen; erst wenn du eingegangen sein wirst, werde Ich dir die goldene Krone entgegentragen.“

Das alles verstand Barbara nicht, bis daß es in Erfüllung ging.

Am Sonntag, dem 19. August, ließ Pater Felix Barbara eine Schrift unterzeichnen, daß sie sich den Anordnungen des Offizialates fügen wolle. Damit nicht die Meinung entstehe, Barbara erkläre selbst alles für nichtig, sandte Barbara ein Protestschreiben an das Ordinariat. Eine Dame aus Biebrich sagte zu dieser Zeit zu einem Pfarrer aus Mainz, der die Fastenpredigten gehalten hatte, im Frühjahr 1900: „Warum machen Sie denn nicht einmal eine Ende mit der Schwindelei der Barbara?“ Er habe dieser Dame erwidert, wie sie selbst einer Nichte von Barbara vorwarf: „Deshalb wollen wir es ja gerade untersuchen, um es verwerfen zu können.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

367 Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900

„Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“

In der Oktav vom Fest Mariä Geburt 1900, am 8. September 1900, nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ihr sollt euch nicht mehr voneinander trennen, bis der Tod euch scheidet; denn einen dreifachen Stab kann man nicht leicht brechen.“

Ein anderes Mal, als wir uns einige Bemerkungen über unsere Gegner erlaubt hatten, sagte die liebe Mutter Gottes:

Maria: „Zertretet doch nicht die Edelsteine.“

Am Morgen, als wir zum dritten Mal die Wallfahrt nach Marienthal machten, sagte der liebe Heiland:

Jesus: „Machet die Wallfahrt, um die Gnade zu erlangen, euch innerlich und äußerlich unterwerfen zu können. Das muß jetzt der Trost deiner (Luise) Familie sein, daß ihr für Mich eingestanden seid, und daß ihr jetzt, wie Ich Meinen Feinden unterlegen bin, so auch ihr den euren unterliegt. Wie aber Ich erhöht worden bin, so werdet auch ihr erhöht werden.

Während der drei Jahre, wo Ich öffentlich lehrte, sagte Ich Meinen Feinden die Wahrheit. Ich lobte, was zu loben, und tadelte, was zu tadeln war. Als Ich aber Meinen Feinden in die Hände gefallen war, da schwieg Ich. So macht es jetzt auch. Eure Aufgabe ist jetzt erfüllt. Sage deinen Schwestern, Luise, sie sollten nicht nach den anderen schauen, sondern fortfahren, für die Ehre Gottes zu eifern wie bisher.“

Die liebe Mutter Gottes sagte an Ihrem Gnadenort in Marienthal:

Maria: „Wenn ihr im Eifer für die Ehre Meines Sohnes beharret, so gebe Ich euch das Versprechen, daß Ich euch im Tode abhole und vor Gericht führe, ihr alle, die ihr euch anschließet, und daß ihr die Gnade der Beharrlichkeit erlanget, wiewohl kein Mensch weiß, ob er ausharre. Ihr werdet nicht mehr rückwärtsgehen in der Vollkommenheit, sondern vorwärts. Saget allen einen herzlichen Gruß.“

Als wir vom Gnadenort heimkehrten, beteten und sangen wir den ganzen Weg entlang im Coupé, und es schlossen sich auch die drei anderen Coupés an, weil es ein durchgehender Wagen war. Das gefiel dem Herrn, und Er zeigte Sich alsbald in unendlicher Liebenswürdigkeit zwischen uns stehend und segnend während dem ganzen Te Deum.

Inhaltsverzeichnis Band 5

368 Ende September 1900

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Ich gebe euch das Versprechen, daß ihr nichts verlieret dadurch, daß ihr jetzt gehemmt seid. Ich werde es euch auf andere Weise ersetzen. Ich werde sorgen, daß die göttliche Liebe in euch allen bleiben wird und Meine Worte in euch bleiben wie bisher.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

369 Fest des heiligen Franziskus von Assisi 1900

Am Morgen bei der heiligen Kommunion war die ganze Kapuzinerkirche voll mit Heiligen in großer Pracht. Es wurde Barbara gezeigt, daß das lauter Wohltäter des Kapuzinerklosters waren. Besonders hell und deutlich wurden Barbara aus dieser Schar nur der heilige Franziskus und N. gezeigt. Der heilige Franziskus sagte, sie stünde ihm in nichts nach. Die herrliche Krone aber, die sie schmückte und die Barbara so sehr anstaunte, sei ihr deshalb beschieden, weil sie weniger darauf bedacht gewesen, ihren Kindern das zeitliche Vermögen zu vergrößern als das ewige.

Auch sagte der heilige Franziskus, wir sollten so gesinnt sein wie er. Er habe dafür gehalten, daß ein Vaterunser mehr gebetet, mehr wert sei als die ganze Welt und sie aufwiege; deshalb habe er sich immer losgerissen. Barbara solle sich auch losreißen. Ihr Herz hinge noch an einem Ast. Barbara sah, wie eine Kordel von ihrem Herz ausging, die an einem Baumast hing. Das sollte bedeuten, Barbara solle am Fortgang des Vermögens ihrer Schwägerin nicht hängen. Es sei einerlei, ob ein Ästchen mehr oder weniger dran sei. Der Baum bleibe Baum. (Weil nämlich der Stock reicht, um sich zu ernähren, so solle sie gar nicht mehr darauf achten, ihn vermehren zu helfen.) Barbara meinte, es sei gar nicht auszusprechen, wie herrlich die Glorie von Mainz sei.

Inhaltsverzeichnis Band 5

370 Am 5. Oktober 1900

Jesus: „So wie Ich einen Missionar, der nach Indien geht und dort seine Gesundheit verliert und krank zurückkehrt oder stirbt, den Lohn gebe wie einem Franz Xaver, so gewiß werdet auch ihr den Lohn erhalten für das, was ihr tun wolltet, ebenso wie der Missionar, wenn er auch niemand bekehrt hat; denn Ich bin ein gerechter Gott. Sage N., er solle nur feststehen.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

371 Am 6. Oktober 1900

„Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.“

Barbara hatte vor, ihren Beichtvater zu fragen, was aus ihrem eingereichten Protest geworden sei.

Jesus: „Tue es nicht. Ich will Selbst dein Anwalt sein. Ich werde dich schon verteidigen, wenn es Zeit ist. Es schmerzt Mich sehr, daß die Bischöfe Deutschlands zugeben, daß diejenigen so unterdrückt und verfolgt werden, die sich bemühen, das innere Leben in der Welt offen und frei auszuüben. Schämen müssen sie sich, wenn sie auf ihre Gegner, die Andersgläubigen, schauen. Diese machen es anders. Man sagt, du seiest die Person nicht dazu, du habest keinen Beruf. Sie sollen aber wissen, daß Ich Mir deswegen aus dem armen Arbeiterstand eine Seele erwählte, weil Ich das arme Volk retten will.

N. soll fortfahren, Meine Werke zu verteidigen, denn es soll ihm angerechnet werden wie einem Franz Xaver, der Hunderttausende von Seelen bekehrte, weil dem Menschen nicht die Frucht seiner Arbeit, sondern nur seine reine Absicht belohnt wird. Und wenn es wirklich nicht von den Bischöfen angenommen wird und du als hysterische Person verworfen wirst, muß Ich doch die reine Absicht belohnen.

Sage auch Luise, daß es ihren Geschwistern in ihrem Wirkungskreis für Gottes Ehre nichts schaden könne, weil die Demut, in der sie dadurch befestigt werden, alles ersetzt. Eine demütige Seele kann nicht untergehen, weil sie sich niemals selbst sucht. Schwester N. möge doch mit der Meinung aus Deutschland scheiden, daß auch ihre Luise auf dem rechten Posten steht.“

Ihr Beichtvater sagte heute zu Barbara, sie könne bei ihm beichten und was das Weitere anbelange, solle sie bei ihm schweigen und es ihrem Seelenführer mitteilen und tun, was jener ihr sage.

Inhaltsverzeichnis Band 5

372 Bei einer Priesterweihe

Barbara war zugegen, und es zeigte sich ihr alsbald der Herr und winkte mit dem Finger, sie solle Ihm folgen. Er stellte sie mitten in den Chor unter die Priester und sagte:

Jesus: „Opfere Mir jetzt für diese Priester durch die Hände Meiner lieben Mutter den Schmerz, den Luise empfindet, weil eine ihrer Freundinnen rückgängig geworden ist, und opfere Mir auf die frommen Gebete und Bußübungen von Lieschen und Luise. Warum läßt sie sich denn so niederdrücken, warum wird sie denn nicht Herr über ihren Schmerz? Frage sie, ob Ich ihr nicht genüge. Ihr drei müßt fest zusammenhalten und euch an allem, was die Priester machen, nicht stören. Ihr müßt sie unterstützen und dürft euch nicht von ihnen trennen. Wer von euch kann wie Ich von sich sagen: ,Wer kann Mich einer Sünde beschuldigen?’ Und doch sagt die Schrift: ,Und Seine Jünger flohen alle.’“

Barbara: „Man verlangt Wunder.“

Jesus: „Das Allerheiligste Sakrament muß doch auch alle zwei Wochen erneuert werden, damit es nicht schimmelt, und doch glaubt ihr, daß Ich darin zugegen bin. Da wäre es doch angebracht, daß Ich auch da Wunder wirke. Ich will euch aber das Verdienst des Glaubens nicht nehmen. So auch hier. Sage N., er wird noch über alle seine Feinde Sieger bleiben.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

373 Am 15. Oktober 1900

„Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet.“

Barbara: Eine schöne Aufmunterung zum Streben nach Vollkommenheit erhielt ich am Fest der lieben, heiligen Theresia nach der heiligen Kommunion. Ich ward im Geiste versetzt in die glückseligen Räume derjenigen Seelen, die sich unter der Leitung und durch das Lesen der Schriften dieser seraphischen Heiligen zur Vollkommenheit emporgeschwungen und geheiligt hatten. Die besonders Ausgezeichneten von ihnen trugen auf der Brust ein weißes Täfelchen, worauf mit goldenen Buchstaben der Name geschrieben stand, den sie im Leben trugen. Der Herr gab ein Zeichen, das so viel bedeutete, als bestimme Er diese, mich über meine inneren Zweifel und Ängste zu belehren, die mir von meinen Vorgesetzten beigebracht werden. Es war ein lieblicher Kreis, den die lieben Heiligen um mich schlossen, so daß ich glaubte, ich gehöre ihnen an. Verwundert schaute ich umher und wandte mich an die liebe, heilige Theresia mit den Worten:

Barbara: „Heilige Mutter Theresia, ich bin zu unwürdig, in eurer Gesellschaft zu sein. Weißt du denn nicht, daß deine Töchter mich aus ihrer Gesellschaft hinausgestoßen, nachdem ich ihnen nur Gutes erwiesen, weil alle unsere Gespräche auf die Liebe Gottes ausgerichtet waren? Aber es war recht so. Ich kann mich ja auch mit den Bräuten Christi nicht messen und will es auch nicht.“

Theresia: „Bräute Jesu Christi sind alle jene Seelen, welche die Werke der Bräute Christi verrichten. Die Braut Christi ist nicht eigennützig, sie sucht Seine Liebe nicht für sich allein, sie sucht vielmehr, daß Er von vielen geliebt werde, und daß Seine Liebe in vielen sich vervielfältige. Nicht der Stand macht die Braut Christi, sondern die Werke, die der Mensch verrichtet. Es kann jemand mitten in der Welt, ja sogar im Ehestand gelebt haben und kann durch seine Werke zur Braut Christi erhoben sein, während eine Ordensfrau nur das Kleid der Braut Christi trägt, in ihren Werken aber nichts weniger als eine solche ist.“

Barbara: „Woher kommt es nur, daß die, welche Gott anhangen und Ihm treu dienen wollen, so sehr bekämpft und verfolgt werden?“

Theresia: „Dies kommt daher, weil ihr in der Zeit der Modechristen lebt. Die Christen eurer Zeit leben das Christentum eben nach der Mode, weil es eben Mode ist. Und weil sich nun auch die Vertreter und Verteidiger des Christentums von diesen Modechristen beeinflussen lassen, die Priester nämlich, so wird dann ein wahrer Sturmlauf gegen eine Seele aufgewirbelt, die es nicht mit der Mode hält. Noch niemals ist es gehört worden in der katholischen Kirche, daß die Beichtväter sich erlaubten, der Seele, die vom Geist getrieben, ein außergewöhnliches Werk verrichten wollte, zu sagen: Dies und jenes darfst du nicht tun, weil es nicht Mode ist.

Darum, meine Schwestern, harret aus. Wie werdet ihr staunen ob des Lohnes, der eurer harrt. Ihr könnt durch geduldiges Ertragen aller Leiden dasselbe verdienen, was wir jetzt besitzen. Denn wenn in eurer Zeit ein Franziskus aufstehen wollte in dem Auftritt, wie er es tat in seiner Zeit, nicht die Welt würde ihn verfolgen, die würde höchstens über ihn lachen, aber die Priester würden dies tun. Vor lauter Angst, weil dies nicht Mode ist, würden sie ihn in den untersten Kerker einsperren lassen.

Und wenn ich jetzt die Klosterstiftungen machen wollte, die ich seinerzeit gemacht habe, sie gingen zu denen, die bereit wären, Geld und Vermögen dafür herzugeben, um sie davon abzubringen. Sie gingen darauf aus, statt das Gute zu fördern, dasselbe zu hintertreiben. Darum geht es immer mehr abwärts und ihre Predigten machen gar keinen Eindruck, weil sie das tiefreligiöse Leben statt es zu fördern und es selbst zu üben, unterdrücken und vernichten wollen.

Mache dir jetzt recht zu nutzen jene Belehrungen, die der Herr an jene Gaben knüpfte, die Er dir im August nach der heiligen Kommunion anbot. Sie galten dir für die Zeit, in der du jetzt lebst. In dem goldenen Herz zeigte Er dir Seine Liebe, wie Er sie dir schon in so reichlichem Maße mitgeteilt, und die in deinen Schriften enthalten ist. Ja, tue es. Wer zu dir kommt, dem teile aus die Weisheit und die Liebe, die Er durch dich an alle Menschen gelangen lassen will, an Gute und Böse, auch an die, die nicht glauben, um ihnen die Gnade Gottes anzubieten.

In dem Szepter zeigte Er dir, daß du herrschen sollst über deine bösen Neigungen und über alle, die in deinem Streben nach höherer Vollkommenheit dir hinderlich in den Weg treten, weil der Fortschritt im Guten keinen Stillstand vertragen kann.

In dem Kreuz, das geformt war wie ein Bischofsstab, sollst du dein jetziges Kreuz erblicken, das dir gerade von deinen Vorgesetzten bereitet ist. Es war größer als du selbst, und doch so leicht wie der Stock eines Spaziergängers, und sollte dir bedeuten, daß das Kreuz, welches wir um Jesu Christi willen zu tragen genötigt sind, uns kein Kreuz sein soll, sondern ein Stab, der uns zieren soll, wie der Bischofsstab den Oberhirten, der ihm zwar auch ein Kreuz auf seinem Lebensweg ist, aber doch auch sein Schmuck und seine Zierde.

Und erst die Krone, die Er dir überreichte, diese verstandest du gar nicht. Sie war von Seiner Hand dir dargereicht als lauteres Gold, und erst, als du sie in Händen hattest, wurde sie eine Dornenkrone. Ja, liebe Schwester, merke es dir! Alle Leiden, die über dich kommen, sind als das lauterste Gold von der göttlichen Liebe dir zubereitet, und nur in deiner Hand werden sie zu Dornen, die dich verwunden und stechen, weil du ihren Wert nicht kennst und nicht verstehst. Darum auf, meine Schwestern, mutig das Kreuz umklammern, das die göttliche Liebe euch darreicht in den vielen Widersprüchen und Leiden; denn nur durch sie allein wird die Dornenkrone der Schmach sich umwandeln in die ewig unvergängliche Krone der ewigen Herrlichkeit.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

374 Letzte Woche im Oktober 1900

„Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben.“

Nach der heiligen Kommunion sah Barbara die heilige Katharina, welche zu ihr sagte:

Katharina: „Sage deinen beiden Freundinnen einen recht herzlichen Gruß. Scheuet doch den Kampf nicht. Je mehr Kampf ihr gehabt, desto größer die Glorie; denn sieh, welch ein Unterschied ist zwischen dem Himmel und jenem Himmel.“^

Dabei durfte Barbara einen Blick tun in die Wohnung der heiligen Katharina tun und in eine andere. Der Unterschied zwischen beiden war wie Tag und Nacht.

Katharina: „Sage ihnen, sie sollen sich recht mit uns vereinigen für das Fest Allerheiligen, wo unser Fest begangen wird.“

Als Barbara am 23. Oktober der heiligen Messe beiwohnte, wurde ihr folgendes gezeigt: Bei der heiligen Wandlung kam ein Engel, ein Spruchband tragend, worauf die Worte standen: „Starkmut.“ Es wurde ihr gezeigt, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man etwas im Glauben erfasse und festhalte. Der Engel verschwand, kam aber alsbald wieder mit einem anderen Spruchband, worauf das Wort stand: „Edelmut.“

Es wurde ihr gezeigt, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man sich auch nach dem Erkannten richte. Der Engel verschwand zum zweiten Mal und kehrte zurück mit dem Spruchband: „Freimut.“ Barbara erkannte, wie wohlgefällig es Gott sei, wenn man seine Meinung offen vor anderen zur Schau trage. Ein solcher werde allen anderen vorgezogen. Der Engel kam zum vierten Mal zurück und hielt schwebend eine herrliche Krone über sein Haupt. Der Herr sagte, sie werden noch alle zur Einsicht kommen, aber erst, wenn es zu spät ist.

Jesus: „Zur Erinnerung an die großen Gnaden, die Ich in den heiligen Nächten von Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Allerheiligen über euch ausgoß, versammelt euch wenigstens eine Stunde lang in diesen Nächten, Mir Dank zu sagen.“

Ein anderes Mal sagte der Herr:

Jesus: „Ihr müßt ein geistiges Martyrium durchmachen, wie die Märtyrer Gut, Blut und Leben hergegeben. Es sind auch zuweilen Märtyrer abtrünnig geworden, aber die übrigen ließen sich nicht irre machen, weil sie unterstützt waren von den Priestern. Deshalb, weil ihr nicht von ihnen unterstützt seid, rechne Ich es euch an, als ob ihr euer Blut dafür hergegeben hättet.“

Barbara: „Die Priester verlangen Wunder.“

Jesus: „Die Menschen und die Zeit sind nicht auf Wunder vorbereitet. Wenn in Lourdes ein Kranker ins Wasser steigt und geheilt wird, die Priester aber sagen würden, das ist von der Aufregung, von den Nerven, da würden die Wunder nichts dazu beitragen, den Glauben im Volke zu beleben, und die Leute würden kalt und lau im Gebete sein und keine Wunder erlangen. In Lourdes sind aber die Priester ganz anders auf Wunder vorbereitet. Wenn der Priester gläubig ist und das ‚Großer Gott‘ anstimmt, dann stimmt das ganze Volk darin ein. Weil aber die Reichen nichts glauben, so stimmen ihnen die Priester bei, die es mit ihnen halten. Ihr sollt stramm vorwärtsgehen und ein Stachel für die Priester sein. Glaubet doch nur ja nicht, daß Ich wie die Menschen bin. Ich belohne alles, was geschieht in der Absicht, Mir zu gefallen.“

In dieser Zeit hatte eine Schwester von Luise, die aus Amerika gekommen war, eine Unterredung mit Pater Felix.

Schwester: „Schadet es dem Seelenheil eines Menschen, der an die Offenbarungen glaubt?“

Felix: „Nein, durchaus nicht.“ Schwester: „Ist Barbara gehorsam?“ Felix: „Ja, gehorsam ist sie, ich habe mich selbst immer an ihr erbaut.“ Schwester: „Kann Barbara aus sich heraus diese Sachen sich einbilden?“ Felix: „Nein, Barbara ist ein dummes, dappisches Bauernmädchen, aus der nichts herauskommt.“

Schwester: „Hat Barbara denn viele Schriften gelesen?“

Felix: „Nein, auch das nicht, die hat dazu keine Zeit.“

Schwester: „Wie nehmen Sie denn das auf, daß der liebe Heiland nicht mehr an den Freitagen kommt?“

Felix: „Das kann auch natürlich sein, weil sie jetzt aus den Einbildungen herausgerissen ist.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

375 Fest Allerheiligen am 1. November 1900

„Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben.“

Barbara: Am Fest Allerheiligen war der Herr so überaus lieb zu mir nach der heiligen Kommunion. Schon in der Nacht vorher zeigte Er Sich in unserer Versammlung. Meine zwei Freundinnen und ich waren in Gebet und Betrachtung zusammen bis gegen zwölf Uhr. Mitten im Rosenkranz schaute ich plötzlich den lieben Heiland in unserer Mitte gegenwärtig, aber Er winkte nur mit dem Finger, soviel als solle ich näherkommen, Er habe mir etwas zu sagen. Ich mußte innehalten im Gebet und eine Freundin übernahm das Vorbeten. Der Herr redete nichts, aber mit einem Blick voll unaussprechlicher Süßigkeit schaute Er uns zu, wie wir die Geheimnisse des Rosenkranzgebetes nacheinander betrachteten.

So still verschwand Er auch wieder. Heute früh verstehe ich erst, was Er nachts sagen wollte, nämlich: Kommt jetzt, ihr streitenden Kinder Meiner Kirche und vereinigt euch mit euren Brüdern, die schon aufgehört haben zu kämpfen, und mit Mir jetzt herrschen und ewig triumphieren. O wie gut ist der Herr! Heute führte Er mich ein in die glückselige Versammlung der lieben Heiligen. Meine Seele schwomm in einer Wonne, die auf Erden nicht gedacht werden kann. Ich fühlte kein Unbehagen in den zweieinhalb Stunden. Nichts um mich her störte mich in meinem Glück, denn ich war verbunden mit dem einzig wahren Glück, mit Gott Selbst.

Mit unaussprechlicher Wonne kostete ich die Freuden derjenigen mit, die einst so wie wir jetzt kämpften, und der Herr stellte mich und meine zwei Freundinnen unter die Schar dieser Glückseligen. Ich fürchtete, es könne eine Täuschung sein, weil ich so unvollkommen bin, und wandte mich an alle Heiligen mit der Bitte, mir beizustehen. Da trat aus ihrer Mitte die liebe Mutter Gottes heraus und sagte:

Maria: „Fürchtet nichts, Meine Kinder! Schauet nur immer auf Mein Beispiel. Ich strebte, Gott über alles zu lieben, und die ganze Welt war nichts in Meinen Augen. Ich las die Offenbarungen, die in den Schriften der Propheten niedergelegt waren, und glaubte. Der Erzengel Gabriel kam zu Mir mit der Botschaft, daß Ich die Mutter des Sohnes Gottes werden solle, und Ich glaubte. Mein Sohn, Gottes Sohn, kam zur Welt, aber Er zeigte Mir nicht im geringsten eine Bevorzugung vor den anderen Menschen. Ich mußte Ihn sehen wie jedes andere Kind, aber Ich glaubte. Mein Sohn trat als Lehrer auf und Ich wußte, daß Er als der Eingeborene des ewigen Vaters Macht habe über alle Seine Geschöpfe, und daß Er, weil Er Gott war, durch Seine Macht und Gewalt alle Menschen an Sich fesseln könne.

Statt dessen sah Ich, wie die Menschen Ihn haßten und verfolgten und wie auch Seine Auserwählten Ihn wieder verließen, bei Seinem Leiden nämlich, aber Ich glaubte. Dieser Glaube muß euch alle ermutigen in all den Schwierigkeiten. So gewiß Ich gesiegt durch Meinen standhaften Glauben, so gewiß werdet auch ihr siegen. Welcher Schaden für die Kirche Deutschlands, daß man diesen tiefreligiösen Glauben so unterdrückt. Was werden alle deine Vorgesetzten es einmal bereuen, wenn sie vor Gericht erscheinen müssen.“

Barbara: Dann zeigte mir der Herr, wie viele Katholiken in unserer Zeit verdammt werden, weil sie nicht mehr glauben. Und ich sah eine unzählige Schar wie wütend zur Hölle fahren. Auch erfuhr ich, wie diese unter allen Verdammten am allermeisten gepeinigt werden wegen ihres Unglaubens. Dann zeigte mir der Herr den Unterschied zwischen der Seligkeit der Lauen und der Seligkeit der frommen, eifrigen Christen.

Jesus: „Zu den Lauen gehören alle diejenigen, die zwar die Gebote halten, aber niemals sich Mühe geben wollen, Mir durch eifriges Streben nach den ewigen Gütern Freude zu machen, deren Sinn und Gedanken mehr auf irdische Dinge gerichtet sind.“

Barbara: Der Unterschied zwischen der Belohnung eines eifrigen und der eines lauen Christen ist aber so gewaltig, daß Ich wünsche, jeder Christ könnte jetzt diesen Unterschied erkennen. Ich bin überzeugt, daß das Wallfahrtengehen barfuß nicht mehr verboten würde. Es ist wie das matte Frühjahrspflänzchen gegen das ausgereifte Herbstgewächs. O wie ist jener Ort beleuchtet von der Gnadensonne der göttlichen Liebe und wie matt und schwach jener der lauen Christen und darunter sind nicht nur Weltleute, sondern auch Priester.

N. läßt der Herr herzlich grüßen. Er steht mitten unter der Mittagssonne der göttlichen Liebe und viele werden ihn einst beneiden um sein Glück, die jetzt über ihn spotten.

Jesus: „Wie gerne ließe Ich alle deine lieben Angehörigen, deine zwei Mitschwestern und alle, die glauben, daß Ich durch dich spreche, herzlich grüßen, aber Ich muß Meinen Geschöpfen nachstehen.“

Barbara: Zu den obigen vier Punkten, wie Sich die liebe Mutter Gottes im Glauben bewähren mußte, gab Sie mir passende Belehrungen für das Leben, aber ich kann es nicht mehr so wiedergeben. Nur das eine: Wir sollten nicht fragen, ob diese oder jene Verheißung, sei es in Familienverhältnissen oder für die Kirche, in Erfüllung gehen werde, noch uns betrüben, wenn eine Seele von uns sich ausscheide. Dies alles habe Sie auch bitter erfahren müssen. Die Hauptsache sei, daß nichts uns abbringen könne von dem Plan, Gott zu gefallen, wenn es unser ganzes Leben auch schiene, Er beachte es nicht. Dies sei der wahre Gottesdienst und dies wolle Er uns ausdrücklich lehren, wenn Er etwas nicht nach unseren Gunsten eintreffen ließe.

Inhaltsverzeichnis Band 5

376 Am 13. November 1900

Nach der heiligen Kommunion sagte der Herr:

Jesus: „Jetzt ist der Haß aller frommen Laien gegen euch gesättigt dadurch, daß ihr zu den bedauernswerten Geschöpfen (hysterischen Kranken) gestellt seid; sie glauben, über euch triumphiert zu haben. Wenn ihr nun trotzdem ruhig weitergeht, nötigt ihr denen, die euch so behandelt haben, Bewunderung ab, wenn sie es auch nicht so an den Tag legen. Weil ihr in diesem Zustand alle Tugenden übt, blickt das Auge Gottes mit Wohlgefallen auf euch herab, und die heiligen Engel und Heiligen schauen mit Bewunderung auf euch.

Wie der Kern in der Schale liegt, so liegt ihr in Mir. Alles, was ihr tut, tut ihr in Mir, durch Mich und mit Mir. Ihr seid der Kern unter den frommen Weltleuten hier in Mainz, wo es am meisten darauf ankommt. Durch euch soll Mainz gerettet werden. Auf euch setze Ich Meine Hoffnung, und wenn ihr ausharrt, kann Ich um euretwillen viele Strafen abhalten. Wie schmerzt es Mich, daß Mainz so abwärtsgeht.“

Barbara: „Es ist nicht möglich, daß jemand sich erbaue, weil niemand was erfährt und wir nichts Außergewöhnliches tun dürfen.“

Jesus: „Das sollt ihr auch nicht; Ich verlange es nicht. Ihr habt jetzt nichts mehr zu tun, als euch selbst zu vervollkommnen. Das ist die Predigt, die Ich ihnen jetzt geben will. Ihr sollt euch um so fester miteinander vereinigen und im Glauben bestärken; so wie Ich dich immer wieder bestärke, so sollt ihr auch untereinander tun.“

Inhaltsverzeichnis Band 5

377 Am 15. November 1900

„Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen.“

Barbara: Heute morgen nach der heiligen Kommunion gab mir der Herr folgenden Auftrag:

Jesus: „Gehe hin zu deinem Beichtvater und sage ihm, der Plan, den sie gefaßt, fruchte nichts, weil das Volk tief gesunken sei. Dadurch, daß sie diejenigen, die Ich Mir erwählt, um das Glaubensleben anzufachen, unter die bedauernswerten Personen stellen, werden die Lauen nicht aufgerüttelt, sondern in ihrer Lauheit bestärkt.

Alles, was Ich in den Schriften niedergelegt, ist nur, um den kindlichen Glauben einzuführen. Um den Guten einen Halt in ihrem Streben zu verschaffen, deswegen verlange Ich die Einführung der öfteren Kommunion, weil Ich überall, nicht nur in den Klöstern und unter den Priestern, eine Rückkehr zu einem tieflebendigen Glauben verlange, sondern auch unter den Weltleuten. Und um alle, die noch ein gutes Keimchen in der Welt haben, zu halten, deshalb verlange Ich die Hebung des jungfräulichen Standes in der Welt, der voranleuchten soll den Eheleuten.

Es sollte Meinen Dienern genügen, daß diejenigen, die Ich Mir erwählt, den kindlichen Glauben anzufachen, von der Welt verspottet und verlacht werden, und es ist nicht recht, daß auch sie den Weltkindern zustehen. Sehen sie denn noch nicht ein, warum Ich zu Meinen Jüngern gesagt: ‚Seid einfältig wie die Tauben und klug wie die Schlangen‘, und jenes andere Wort: ‚Die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes!‘

Diese Worte habe Ich gesagt, weil sie für alle Zeiten, wo es notwendig ist, in Anwendung gebracht werden sollen, besonders aber in der jetzigen. Meine Diener sollen es machen wie die Andersgläubigen, die öffentlich auftreten, und anstatt diejenigen zu verwerfen, die sich Mühe geben, den kindlichen Glauben zu betätigen, sollen sie selbige unterstützen. Wenn sie es aber nicht tun, dann kommt, statt daß die Kirche zur Blüte kommt, eine Zeit, wo sie doch hinausgeschoben und verlacht und verspottet werden und wo sie um ihre ganze Existenz kommen. Schon ein ganzes Jahrhundert wurde daran gearbeitet, eine Staatsreligion einzuführen und jetzt geht man mit einer Schlauheit vor, daß sie es nicht ahnen, um den anderen Glauben zur Geltung zu bringen, denn es ist wahr, was Ich vor vier Jahren gesagt, daß man schwarze Pläne hat für die Katholiken.“

Barbara: „Unsere Religion lehrt doch die Nachgiebigkeit, und unsere Priester glauben, recht zu handeln, indem sie nachgiebig sind.“

Jesus: „Es hat eine Zeit gegeben, besonders im Anfang des letzten Jahrhunderts, wo die Priester zu gleichgültig, schlaff und lau waren. Da habe Ich Meine Hand zurückgezogen, die Menschen waren sich überlassen und haben die Lauheit in sich aufgenommen und das tiefgläubige Leben schwand, und dadurch ist es so weit gekommen, daß die Protestanten die Oberhand bekamen. Damit wollte Ich Meine Kirche strafen, weil sie es verdient hatte. Aber weil Ich Meine Kirche um der treuen Kinder willen nicht untergehen lassen will, da müßte mit Entschiedenheit Hand in Hand gegangen werden, anstatt diejenigen mit Spott zu bewerfen, die den kindlichen Glauben offen bekennen.“

Als Barbara gleich darauf in einer anderen Kirche ihre mündlichen Gebete verrichtete und der Herr wieder zu reden anfing, wollte Barbara weiter beten aus Furcht, sie fände dazu keine Zeit mehr. Der Herr verwies es ihr und sagte:

Jesus: „Meinst du, du hättest Schaden, wenn du dich Mir hingibst? Das meiste mündliche Gebet ist nur Lippengebet, wovon Ich wenig habe. Das mündliche Gebet soll ja nur bezwecken, was Ich dir jetzt geben will, die Vereinigung, die Unterredung mit Mir, und wenn du auch nichts beten kannst. So viel Zeit bekommst du noch. Durch Meine Worte wird der Eifer so angefacht, daß man dann immer Zeit findet zum mündlichen Gebet.“

(Der Herr bezieht Sich bezüglich des Planes auf eine Männerversammlung, worin die Priester aufforderten, die Kinder doch mehr auf den jungfräulichen Stand hinzuweisen und sie dem Herrn aufzuopfern. Es werde, wo nötig, geholfen werden, damit doch die Protestanten nicht so sehr die Oberhand gewinnen.)

Inhaltsverzeichnis Band 5

378 Fest der heiligen Elisabeth 1900

„Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern.“

Barbara wurde nach der heiligen Kommunion gewürdigt, in die Höhen der Heiligen des Himmels schauen zu dürfen. Sie sah die heilige Elisabeth und viele Heiligen um sie versammelt, wie wenn sie der heiligen Elisabeth gratulierten. Es wurden ihr genannt die heilige Brigitta von Schweden, deren Tochter Katharina von Rietge und andere. Die Heiligen dieses Kreises hatten alle Witwenkleider in matten Farben.

Sie durfte aber auch einen Blick tun in die Schar der heiligen Jungfrauen, die sie alle in so hell feurigen Farben sah, wie man keine Farben auf der Welt sieht. Dort war alles noch heller und viel freudiger. Barbara wunderte sich, daß die heiligen Frauen keinen Neid empfänden. Die heilige Elisabeth sagte:

Elisabeth: „Wir freuen uns in unserer eigenen Standesgnade, obwohl die Jungfrauen vorgezogen sind. Hierhin kommt ihr nicht; ihr kommt unter die Jungfrauen.

Sage Lieschen einen herzlichen Gruß, es würde von ihr nichts weiter mehr verlangt als die Beharrlichkeit. Sie brauche nicht mehr zu tun.“

Barbara: „O Herr, so gern möchten wir Dir viele Freuden machen, aber alle Bußübungen sind uns untersagt. Was sollen wir denn tun?“

Jesus: „Die Welt wendet sich immer mehr ab von Mir, los von Gott will man sein. Das Gegenteil davon ist die Hingabe. Zum Ersatz für die gottlosen Menschen gebt euch ganz Mir hin. Bei allen, die zu euch kommen, redet von Mir, daß sie sehen, daß ihr in Gott lebet. Das wohlgefälligste und größte Opfer, das ihr Mir bringen könnt und sollt, ist, daß ihr Mir ein fröhliches, freudiges Herz entgegenbringt und gegen die Vorgesetzten nichts Böses denkt. Luise soll vergessen, daß ihr die höchste Strafe angedroht worden ist, nicht mehr daran denken, was ihr gelitten und geopfert. Das Verdienst bleibt euch, wie wenn alles anders wäre. Die Vorgesetzten sind nur Werkzeuge.

Ich bin der Urheber, der dies alles geschickt, um euch zu läutern. Das ist Mir lieber als alles andere, was ihr tun könnt und wollt, diese völlige Hingabe. An deiner Familie Barbara habe Ich großes Wohlgefallen, weil sie alle so nach Vollkommenheit streben. Keiner von den Gästen, die bei euch verkehren, geht verloren; denn die Gnade, die hier ausgegossen ist, strömt auf sie über.“

(Das hat sich in den letzten Tagen bewiesen, wo zwei der gottlosesten Gäste, denen Frau Weigand oft und oft zusetzte, völlig ausgesöhnt mit Gott starben. Wie lebhaft dankte einer von beiden Frau Weigand, die ihn am Sterbebett besuchte.)

Die heilige Elisabeth durfte von den übergroßen Freuden, die ihr zuströmten an ihrem Fest, den Verehrern mitteilen. In Form von Strahlen sah Barbara die Gnaden und Gebetserhörungen sich niedersenken auf die Menschen. Die heilige Katharina winkte Barbara, sie möge sich freuen auf ihr Fest, wir sollten uns recht mit ihr vereinigen.

Inhaltsverzeichnis Band 5

379 Fest Mariä Opferung 1900

„Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir.“

Seitdem der Herr Sich nicht mehr an die Freitage bindet, würdigt Er Barbara um so öfters des vertrautesten Verkehrs mit Ihm in der heiligen Kommunion und läßt sie oft einen Blick tun in die glückselige Wohnung der Heiligen. Es ist ihr dann zumute, wie wenn eine Wohnung sich lüfte und sie hindurchschauen dürfte.

So geschah es wieder am Feste Mariä Opferung. Lange nachher fließen dann stille Tränen der Dankbarkeit über ihre Wangen und das ganze Haus, dies bemerkend, fühlt sich mächtig zum Eifer angespornt und wetteifert dann mit Barbara, dem Herrn Freude zu machen. Von dem, was Barbara geschaut im Himmel, kann sie nur weniges erzählen. Die Wonne, die sie gekostet, geht über menschliche Begriffe. Heute wurde ihr namentlich gezeigt, daß, wenn man einmal eingegangen in den Himmel, gar kein Neid, Schmerz oder Beunruhigung mehr bleibt, sondern wie der geringste Selige sich so voll und ganz gesättigt fühlt, daß er gar nichts mehr zu wünschen hat. Der Herr ließ Barbara diese Seligkeit verkosten und fragte sie dann:

Jesus: „Wünschest du noch etwas?“

Barbara sagte: „Nein, o Herr, ich habe keinen Wunsch mehr.“

Jesus: „Das ist nur die Morgenröte, der Vorgeschmack der ewigen Seligkeit, den du fühlst.“ Er zeigte ihr, wie jeder Selige sich an der Seligkeit der anderen erfreut. „Wenn ein Kind sieht, daß ein anderes ein farbiges Kleid hat, so freut es sich. Es denkt aber nicht, daß es dasselbe haben wolle. So sollt auch ihr tun und Mir ein Kinderherz entgegenbringen. Ihr sollt euch freuen an der höheren Gnade, die ihr an anderen bemerkt. Lieschen und Luise habe Ich so gestellt, daß sie Mir ohne Hindernis dienen können. Wenn Luise das viele Papier sieht, und in ihr ein Gedanke aufsteigt, so soll es ihr sein, als sei es nur ein Bogen; denn es bleibt euch das Verdienst, wie wenn ihr die ganze Welt durch die Schriften angeeifert hättet. Vergesset jetzt alles, wie wenn es nicht gewesen wäre, und dienet Mir mit freudigem Herzen. Deine Familie aber (Barbara) soll Mir fort und fort Dank sagen, weil der Segen so reichlich über sie strömt. Das verdanken sie alles der Gnade, die Ich über dich ausgieße. Habe Ich nicht Wort gehalten? Mußt du darben? Siehe, wie Ich für dich gesorgt.“

Sodann bat Barbara den Herrn für eine Person, die mit Gewalt eine zeitliche Sache vom Herrn erzwingen will.

Jesus: „Nie werde Ich einer solchen eigensinnigen Frömmigkeit den Willen tun. Sie dient Mir wie eine Herrin, die ihre Magd mit feinen Worten und Schmeicheleien bezahlt. Sie steht in Meinen Augen neben den Sündern; denn sie dient Mir nur, daß Ich ihr gebe, was sie will: Reichtum und Ehre.“

Barbara wollte nun den heiligen Messen nachgehen.

Jesus: „Das beste Gebet ist die Vereinigung mit Mir. Was tue Ich in der heiligen Messe? Ich bete mit und für euch. Dasselbe tue Ich in dir. Wenn Ich in dir bin, dann hast du alle heiligen Messen in der ganzen Welt in dir, und wenn du alle hörtest, hast du nicht soviel, wie wenn Ich in dir bin!“

Inhaltsverzeichnis Band 5

380 Fest der hl. Katharina am 25. November 1900

Am 24. November war Barbara morgens bei der heiligen Kommunion der Meinung, es sei schon das Fest der Heiligen. Der Herr aber sagte nach der heiligen Kommunion zu ihr:

Jesus: „Du brauchst heute nicht auf die heilige Katharina zu warten, sie kommt erst morgen zu dir!“

Am Abend des 24. November wurde Barbara zu wissen getan, daß sie morgen der himmlischen Gratulationsfeier beiwohnen dürfe. Heute abend durfte sie nur den Ort sehen, der für das Fest hergerichtet zu werden schien. Darin stand ein weiß gedeckter Tisch mit allerlei Zierraten geschmückt.

Am anderen Morgen nach der heiligen Kommunion durfte Barbara die Festprozession sehen, die sich nach dem gestern abend dazu hergerichteten Ort bewegte. Die heilige Katharina zog an der Spitze derselben wie eine Kaiserin majestätisch geschmückt daher. Es war eine lange Prozession aller derjenigen Heiligen, die den Namen Katharina trugen und sich in der Nachahmung ihrer Tugenden geheiligt hatten. Jedoch die heilige Katharina, weil es ihr Geburtsfest für den Himmel und zugleich ihr Namensfest war, wurde in ganz besonderer Weise vom ganzen Himmel geehrt und hatte deshalb den Vorrang, weil sie den Namen zum ersten Male zu dem einer Heiligen erhoben hatte.

Es wurde Barbara gesagt, daß so im Himmel tagtäglich ein Fest gefeiert wird, das ganze Jahr hindurch, und der ganze Himmel nimmt daran teil. Die heilige Katharina sagte zu Barbara liebe Worte, die sie aber nicht alle behielt.

Katharina: „Ihr müßt euch nicht irre machen lassen, sondern ruhig weitergehen. Das, was uns die Henker waren, das sind euch eure Freunde, die eurer Eigenliebe den Kopf abschlagen müssen. Denn die irdischen Freunde, obwohl treu, haben immer noch ihre Neigungen. Das ist aber bei uns nicht der Fall. Wir sind euch vollkommen treu.“

Jesus: „Sage der Schwester von Luise, daß Ich an ihr und all ihren Schwestern viele Freude habe. Das kann sie daran sehen, daß Ich sie auf diesen demütigen Weg geführt, um ihre Verdienste zu erhöhen; denn obwohl sie die Tugend und die Eigenschaft hatte, um Vorgesetzte zu sein, so wollte Ich ihr doch Gelegenheit zu größerem Verdienst geben. Sie soll sich nur freuen auf ihre Sterbestunde und nicht dem Gedanken Raum geben, als ob sie nicht im Stande der Gnade sei. Die Versuchungen müssen sie nicht irre machen; denn das Leiden kann Ich ihr nicht ganz ersparen; es dient nur zur Erhöhung ihrer Verdienste!“

Inhaltsverzeichnis Band 5

381 Am 28. November 1900

„Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang.“

Barbara hatte vor, ihrem Beichtvater zu schreiben, um ihm etwas auszurichten. Der Herr aber sagte nach der heiligen Kommunion:

Jesus: „Tue das nicht, was du vorhast. Das alles nützt nichts. Laß es nur gehen. Sie müssen in sich selber zur Erkenntnis kommen. Wenn du dich noch so viel weigerst und Meine Sache verfechtest, so würden sie es nicht annehmen.

Gebt ihr euch nur Mir im Advent recht hin, weil du siehst, wie wenige Priester es noch gibt, die verstehen, welche Gnaden Ich ausgieße über die Menschheit, weil sie alle nicht darnach leben wollen, sondern ein schönes, üppiges Leben führen wollen wie auch die Weltmenschen. Das ist Mir ein so großer Schmerz, daß Ich nichts mehr anbringen kann.

Jeder Priester will mit dem Neugeist mit fortgehen und nichts findet mehr Anklang. Ihr sollt den Advent ganz im Entgegengesetzten zubringen von dem, was die ganze Welt anstrebt, einen recht kindlichen Glauben Mir entgegenbringen, und um so mehr als ihr seht, daß die Priester nicht glauben, desto fester und inniger sollt ihr glauben. Alle die Widerwärtigkeiten, die euch begegnen, die euch abbringen, müssen euch Kleinigkeiten sein. Ihr müßt euch beruhigen und darüber hinausgehen. Ich bin mit euch und bin euer Verteidiger. Ich selbst werde eure Rechtfertigung sein.“

Barbara fragte, ob sie zu ihren Adventsübungen, daß sie weder Fleisch noch Wein und Bier genießt, noch hinzufügen solle: Von Allerheiligen bis Weihnachten.

Jesus: „Nein, es genügt, daß du dich mit den gewöhnlichen Speisen begnügest. Du mußt deine Kräfte zur Arbeit haben und Ich will keine Wunder wirken.“

Barbara hatte von all ihren Geschwistern sehr betrübliche Nachrichten bekommen, wie gefährdet ihr Gesundheitszustand sei. Der Herr aber tröstete sie und sagte:

Jesus: „Alle deine drei Geschwister werden noch längere Zeit ihrer Familie vorstehen!“

 Inhaltsverzeichnis Band 5

 

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Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

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Wolfgang E. Bastian

Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief zum 72. Todestag
Rundbrief zum 70. Todestag
Rundbrief 29.09.2014

 

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