Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

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Band 4

Offenbarungen

an Barbara Weigand Band 4

 

Barbara Weigand

1845-1943

 

Band 4

Juli 1899 – Juni 1900

Nr. 303-361

 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII. und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich
verbreitet werden.

 

1. Auflage 2002

Copyright © Herausgeber, Schriftleitung und Bestellung:
Wolfgang E. Bastian, Postfach 1319 in 50364 Erftstadt

Bildnachweis:
Bild Barbara Weigand: Wolfgang E. Bastian - Umschlagbild: Herz-Jesu von Leslie Benson Nr. 51, KSA Kath. Schriften-Apostolat, Postfach 1247, 88412 Ochsenhausen

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs

Einführung

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

303 Dritter Freitag im Juli 1899
„Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.“

304 Vierter Freitag im Juli 1899
„Ich habe dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Bös.“

305 Portiuncula-Fest 1899
„Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient.“

306 Erster Freitag im August 1899
„Daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert.“

307 Am 12. August 1899

308 Zweiter Freitag im August 1899
„Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber, wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch, wie Ich will.“

309 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1899
„Ja, Meine Kinder, es ist die Zeit gekommen, wo sich die Guten und Treuen zusammenscharen, wie noch nie seit aller Zeit.“

310 Dritter Freitag im August 1899
„Denn dort wohne Ich mit Gottheit und Menschheit, mit Fleisch und Blut, wie Ich dereinstens unter euch wandelte.“

311 Vierter Freitag im August 1899
„Ihr selbst sollt der andere Christus sein, der hinaufsteigen muß an das Kreuz, und der angenagelt alles an sich ziehen muß.“

312 Herz-Jesu-Freitag am 1. September 1899
„Niemand wird gerettet werden, der sich nicht entschließen kann, dieser sinnlichen Welt zu entsagen.“

313 Samstag am 2. September 1899
„Narren – Um Meines Namens willen.“

314 Montag am 4. September 1899.

315 Vigil von Mariä Geburt 1899.
„Steht fest im Kampfe, denn der Baum wird geschüttelt und alles faule Obst fällt ab, die gelben Blätter fallen weg, und was festsitzt, was den Sturm aushält, das allein ist echt und gut.“

316 Fest Kreuzerhöhung am 14. September 1899.
„Nun aber, Meine Kinder, da Ich am Kreuze sterben wollte, wollte Ich euch allen den Weg zeigen, den einzigen Weg zur ewigen Glückseligkeit.“

317 Vierter Freitag im September 1899.
„Als Ich den Himmel erschuf mit den Engeln zu Meiner Ehre und Verherrlichung, als Ich den Engeln befohlen hatte, die Schutzgeister, die Führer des Menschengeschlechtes zu sein und zu werden, da erhob sich dieser Engel gegen Meine Majestät.“

318 Fest hl. Erzengel Michael am 27. Sept. 1899.
„Die heilige katholische Kirche ist die Mutter der Wahrheit und alles, was in ihr niedergelegt ist, ist Gottes Wort.“

319 Fest des hl. Franziskus am 4. Oktober 1899.
„Und als ich betete, hörte ich die Stimme in mir reden. Es war der gute Geist, mein Engel, durch den Gott zu mir sprach.“

320 Erster Freitag im Oktober 1899.
„Denn das eucharistische Kreuz, das Ich trage, ist, daß die ganze Menschheit von Mir abgefallen ist, daß Ich unter Meinen Kindern stehe, die Mich nicht mehr kennen.“

321 Zweiter Freitag im Oktober 1899.
„Ebenso wie Satan auf sie einstürmt, so stehen Wir daneben, um an das Menschenherz zu gelangen, um, weil Wir Geister sind, mit dem Geiste zu verkehren, weil Wir nur mit dem Geiste des Menschen verkehren können.“

322 Samstag am 14. Oktober 1899.
„Wenn Ich einmal den Menschen in Besitz genommen habe, unterwirft sich der Leib instinktmäßig wie die anderen geschaffenen Geschöpfe, wie die Tiere und die Pflanzen.“

323 Dritter Freitag im Oktober 1899.
„Der alte Glaube, der da so viele Heilige gebildet hat im Mittelalter, der da so viele Märtyrer befördert hat in der ersten Zeit des Christentums, der muß erneuert werden.“

324 Donnerstag am 26. Oktober 1899.

325 Sonntag am 29. Oktober 1899.

326 Vigil von Allerheiligen 1899.
„Dieser Thron Satans wird mit jedem Tag herrlicher geschmückt. Der Thron Meines Sohnes aber, dort wo Er wohnt im stillen Tabernakel, wird mit jedem Tag armseliger.“

327 Montag am 6. November 1899.

328 Dienstag am 14. November 1899.
„Niemals aber habe Ich zugelassen und werde es zulassen in Meinem eucharistischen Leben, daß Satan sich in seiner Frechheit an Meinen heiligsten Leib wagt, denn dann stürzt das ganze christliche Leben in Trümmer.“

329 Donnerstag am 23. November 1899.
„Meine heilige Mutter war gewiß das reinste und erlauchteste Geschöpf, und doch habe Ich Sie so geprüft wie auch euch.“

330 Zweite Erscheinung am 23. November 1899.

331 Vigil von St. Katharinenfest 1899.
„Jetzt aber ist die Menschheit so verblendet, daß man anfängt, den Kreuzweg zu verderben und zu vernichten.“

332 Erster Freitag im Dezember 1899.
„Wißt, was Ich hier wirke, ist nicht so sehr für die Ordensleute und für Meine Kirche, als für das allgemeine Wohl der gesamten Menschheit, für das Familienleben, bestimmt.“

333 Fest der heiligen Barbara 1899.
„Nebst dem heiligen Schutzengel habe Ich jedem getauften Christen einen Schutzpatron gegeben, dessen Fußstapfen jeder nachgehen soll, und der beständig an der Seite des Schützlings geht.“

334 Vigil des heiligen Evangelisten Johannes 1899.
„Siehe, wer ein armseliges, irdisches Vergnügen ausschlägt, dem wird hundert- und tausendfach vergolten durch andere Vergnügen, Vergnügen die ewig dauern.“

335 Vigil vor Neujahr 1900.
„O diese Toren wissen nicht, daß sie in Meiner Hand sind wie der Topf in des Töpfers Hand.“

336 Donnerstag am 4. Januar 1900.
„Gestraft ist sie, nachdem sie im Glanz und in Üppigkeit und Reichtum gelebt, diese Meine jungfräuliche Braut, und stolz geworden ist.“

337 Fest der Heiligen Drei Könige 1900.
„Sein Blick war ein so durchbohrender, durchdringender, ein so leuchtender, daß er mir durch die Seele ging und ich wie ohnmächtig zu Boden fiel.“

338 Vigil vom Fest des heiligen Namens Jesu 1900.
„Einmal war Ich auf Erden und hatte einen Leib angenommen, aber in aller Ewigkeit werde Ich nicht mehr euer Bruder in leiblicher und sichtbarer Gestalt sein.“

339 Dritter Freitag im Januar 1900.
„Alle Menschen will Ich retten, für alle Menschen spanne Ich Meine Kreuzesarme aus, sie alle will Ich umfangen und an Mein Herz drücken.“

340 Fest Bekehrung des heiligen Paulus 1900.
„Seht zu, ob ihr noch einen tiefgläubigen Menschen findet, wo ihr noch das Evangelium findet, so wie es Mein Diener Paulus hinausgetragen, so, wie Ich es vom Himmel gebracht und die ersten Christen es auch übten.“

341 Vigil vom Herz-Jesu-Freitag im Februar 1900.
„Du begreifst nicht, wie gut Ich bin, weil Ich dich mit Leiden heimsuche. Gehe hin und klage nicht, sei still und trage dein Kreuz.“

342 Donnerstag am 15. Februar 1900.

343 Dritter Freitag im Februar 1900.
„Dieses ist das Leben aller Diener Gottes, das Leben aller Heiligen, und es war auch Mein Leben, die kindliche, heilige Einfalt.“

344 Freitag vor Aschermittwoch im Februar 1900.
„Ihr könnt euch erfreuen und ergötzen draußen in Gottes Natur; ihr könnt und dürft euch ein Vergnügen verschaffen, aber dorthin sollt ihr nicht gehen, wo der Teufel tanzt mit den Seinigen, die ihm angehören.“

345 Vigil von Herz-Jesu-Freitag im März 1900.
„Sie haben sich einen anderen Gott gewählt und diesen beten sie an; ein goldenes Kalb haben sie sich gemacht und hüpfen und tanzen darum Tag und Nacht.“

346 Zweiter Freitag im März 1900.
„Wenn das Volk Gottes, das abgewichen ist vom rechten Weg, soll zurückgeführt, in die rechte Bahn eingelenkt werden, dann müßt ihr auf die Stimme der Propheten hören, die Ich zu euch sende.“

347 Dritter Freitag im März 1900.
„Er hat sie, weil sie es so wollten, mit Blindheit geschlagen, und dies ist die größte Strafe, die Mein himmlischer Vater dem Menschengeschlecht zufügen kann.“

348 Vierter Freitag im März 1900.
„So oft nun eine Seele verlorengeht, geht das Bild der Heiligsten Dreifaltigkeit verloren durch die ganze Ewigkeit. Kein Mensch begreift den Schmerz, den Ich habe um eine einzige Seele, die verlorengeht.“

349 Fünfter Freitag im März 1900.
„Wo sind die Männer, deren ihr euch rühmen wollt? Ja, ja, abgefallen sind sie; Freimaurer sind sie geworden, Liberalisten; Sozialisten sind sie geworden.“

350 Fest der Sieben Schmerzen Mariens 1900.
„Sie soll dem Geiste folgen, der sie zieht, mag er sie zu Bußübungen treiben oder zu Werken der Nächstenliebe oder zu Beschauungen.“

351 Gründonnerstag 1900.
„Das größte Werk, was Ich errichten, das größte Wunder, das Ich wirken wollte auf Erden, ist, daß Ich Mich Selbst euch zurückließ.“

352 Vigil von Ostern 1900.
„Wer den Berg der Vollkommenheit besteigen will, der muß in erster Linie Meiner heiligen Mutter nachfolgen.“

353 Freitag vor dem Weißen Sonntag im April 1900.
„Ihr seid die unglücklichen Kinder Meiner Kirche, die stehen an dieser Pforte, denn die Pforten der Hölle sind jene Helfershelfer Satans, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, Mein Reich zu vernichten.“

354 Vigil von Herz-Jesu-Freitag Mai 1900.
„Der Weg zum Himmel ist schmal, und der Christ, der ihn wandelt, darf nicht allzu viel Gepäck haben, nicht allzu üppig leben.“

355 Zweiter Freitag im Mai 1900.
„Daß sie zwar Mein Wort verkünden, aber nichts weniger als dieses Wort an sich selbst in Erfüllung bringen.“

356 Dritter Freitag im Mai 1900.
„Auch du Priester, stehst in derselben Gefahr, denn viele, viele deinesgleichen gehen nicht die Wege, die sie gehen sollen.“

357 Fest Christi Himmelfahrt 1900.
Die Demut muß die Wurzel treiben, der Glaube treibt den Stamm empor, der Stamm treibt Äste, Blüten und Blätter bis hinein in die himmlischen Gefilde.

358 Vigil von Herz-Jesu-Freitag am 31. Mai 1900.
„Wo Glaube, da Liebe, wo Liebe, da Friede, wo Friede, da Gott, und wo Gott, da keine Not.“

359 Vigil vor Pfingsten 1900.
„Beter brauche Ich, Streiter brauche Ich, Kämpfer, Sühnopfer verlange Ich unter Meinen Kindern, unter den Christen, unter den gläubigen Christen!“

360 Vigil vom Fronleichnamsfest 1900.
„Denn solange ein Mensch sich erbaut an den Schriften und solange ein Tugendakt mehr erweckt wird von irgendeiner Seele in der Welt, und wenn es auch nach hundert Jahren noch ist, so soll euch jedesmal eine neue Freude zukommen in der Ewigkeit.“

361 Fronleichnamsprozession 1900.
„Sieg den Guten!“

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Statuten des Liebesbundes.

Weihe an das göttliche Herz Jesu.

Aufopferungsgebet am Morgen.

Aufopferungsgebet am Abend.

 

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer
Weihbischof

Inhaltsverzeichnis Band 4

 

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Inhaltsverzeichnis Band 4

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden.

Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 (Band 1 und der überwiegende Teil von Band 2) auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“

Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem Lebenslauf: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung einer Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich bei längeren Offenbarungstexten eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im April 2002

Die Schriftleitung

Inhaltsverzeichnis Band 4

 

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

 

303 Dritter Freitag im Juli 1899

„Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.“

Lied: Selig sind, die arm im Geiste ...

Barbara: „Ich bete Dich an, o mein Jesus, aus dem Abgrund meines Nichts. Ich vereinige mich mit allen heiligen Seelen, besonders Deinen Kindern in den beschaulichen Klöstern der heiligen Theresia und den Anbeterinnen hier und in der ganzen Welt, besonders meiner Schwester in A., und all den frommen Ordensleuten und Priestern, die heute leben, sowie mit allen frommen Christen auf Erden, wenn sie ihre Arbeit heiligen und Dir zuliebe verrichten, so vereinigt will ich diese Stunde zubringen zu Deiner Ehre und Verherrlichung, weil Du willst, daß ich mich losreiße. Du entreißest mir die Kräfte, daß ich an Arbeit nicht mehr denken kann. So nimm hin meine Seele mit all ihren Kräften, meinen Leib mit seinen fünf Sinnen, mein Herz mit all seinen Neigungen, und in Deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist.

O welch schöne Schattierung! Ich sehe den Herrn schwebend in der Luft. Unter Ihm ist ein Teppich ausgebreitet von Palmen, von einer Farbenpracht, wie ich sie noch nicht geschaut. Es ist dieses die Höhle der lieben, heiligen Maria Magdalena. Der Teppich sind die verschiedenen Tugenden, womit sie den Herrn zu sich herabzog. Mitten in dem Teppich sitzt die arme Büßerin, die arme Magdalena, und durch ihre innige Gottesliebe, ihre tiefe Demut, ihre Geduld, ihre herzinnige Reue, mit der sie die Sünden abbüßte, beweinte sie die Sünden des Lebens, hat sie diesen Teppich gewoben, der den Herrn zu ihr herabzieht, weil Er, die schönen Farben bewundernd, immer und immer wieder kommen muß, um Sich mit ihr zu unterhalten.“

Jesus: „Was diese Felsenhöhle ist, wohin die Engel sie getragen, diese liebe, heilige Magdalena, Meine Kinder, das sind die verschiedenen beschaulichen Orden der unbeschuhten Karmelitinnen. Ich habe euch hingeführt, Meine Kinder, um euch zu zeigen, wo Meine heilige Maria Magdalena jetzt noch wohnt, Meine geliebte Braut, die liebste zu damaliger Zeit; denn unter all den Aposteln in ihrer großen Wirksamkeit, all den lieben Jüngern und Jüngerinnen, die mit Mir zur selben Zeit gelebt, und die nachher, als Ich eingegangen war zu Meinem himmlischen Vater, das Werk der Erlösung fortsetzen mußten, die Kirche ausbreiteten in der ganzen Welt, die Seelen Mir zuführten, war Meine liebe Maria Magdalena Mir doch die liebste. Zu keinem Meiner Apostel und Jünger und Jüngerinnen fühlte Ich Mich so hingezogen, wie zu dieser einen Jüngerin, obwohl sie vorher eine große Sünderin gewesen. Warum, werdet ihr Mich fragen, Meine Kinder?“

Barbara: „O Herr, fühlst Du Dich so hingezogen zu einer einstigen Sünderin, wo doch Deine Apostel, ein Petrus darunter, dem Du die Schlüssel des Himmelreiches gabst, die Du hinausgesandt in die ganze Welt mit dem Auftrag: ,Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und alles, was ihr lösen werdet auf Erden, soll gelöst sein, und was ihr binden werdet auf Erden, soll gebunden sein’.“

Jesus: „Also mit dem höchsten Auftrag, mit der höchsten Autorität ausgestattet, habe Ich Meine Apostel gesandt. Sie waren diejenigen, die Mir die unsterblichen Seelen zuführten, und doch fragt ihr Mich: ‚Warum sagst Du, Du habest eine Maria Magdalena mehr geliebt als sie alle?’“

Barbara: „Ja, ja, mein Jesus! Es ist wahr, Du Selbst hast es ja dadurch angedeutet der Menschheit, weil Du sie so oft persönlich besucht, in ihren Beschauungen mit ihr gesprochen, und in der Entzückung Dich mit ihr unterhieltest. Man liest von keinem Apostel, daß Du ihm so oft erschienen seiest. Warum hast Du dies getan?“

Jesus: „Damit wollte Ich der Welt zeigen, Meine Kinder, daß, obwohl Ich das Menschengeschlecht erschaffen habe, um durch sie den Himmel zu bevölkern, das gefallene Engelreich wieder herzustellen, die Lücken wieder auszufüllen durch das Menschengeschlecht und Ich deswegen will, daß das Menschengeschlecht sich vermehren muß und vermehren soll, solange die Welt besteht, auf daß dieses Reich der Engel immer mehr erweitert werden kann, Ich aber doch wollte, daß dieses Reich der Engel auch schon hier auf Erden vertreten sei, und solche engelreine Seelen machen Mir mehr Freude, als alle Menschen auf der ganzen Welt zusammen. Sie ziehen Mich herab, mit ihnen muß Ich verkehren, ihnen muß Ich Meine Gnadenschätze eröffnen; durch sie will Ich zu anderen reden. Sie sind diejenigen, die Mir Abbitte und Sühne leisten, die den Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit aufhalten und besänftigen und der gesamten Menschheit mehr nützen dadurch, durch ihre Gebete, durch ihre Beschauungen und innige Vereinigung mit Mir, als alle Menschen auf der ganzen Welt zusammen; denn sie sind die Werkzeuge, in denen das Opferleben fortgesetzt und erneuert wird, das Opferleben Meiner Selbst auf den Altären.

Denn gleichwie Ich Meinen Leib Meinem himmlischen Vater in jeder heiligen Messe darbringe und dahinschlachte, indem Ich Mich demütig dem Wort des Priesters unterwerfe, so schlachten diese Opfer, diese lebenden Wesen sich Tag für Tag hin, indem sie sich lebendig begraben. Also Ich habe euch hingeführt in die Felsenhöhle Meiner lieben, heiligen Maria Magdalena, und nun wollt ihr den Zweck dieser Führung wissen.

Seht, wenn ein Kaufmann in seinem Geschäft rückgängig ist, wenn er arm geworden ist, dann wendet er sich nicht mehr an diejenigen, die ihn in diesen Bankrott hineingeführt, die die Ursache seines rückgängigen Geschäftes bewirkt haben, die ihn dann, als sie ihm den Bankrott auf die Schultern geladen, verlassen haben; er wendet sich vielmehr an diejenigen Kunden, die ihm alles bar bezahlt haben, um so das kleine Geschäft durch diese gute Kundschaft wieder emporzubringen, zur Blüte zu bringen. Staunt, Meine Kinder, wenn ihr seht, wie ein großer Gott Sich einem Kaufmann vergleichen muß. Wißt aber, daß dieses Meine Sprache war, um Mich den Menschen verständlich zu machen, als Ich auf Erden lebte, und daß Ich diese Sprache benützen muß, solange die Welt steht, um Mich dem Menschengeschlecht anzupassen.

Dieser Kaufmann bin Ich Selbst. Mein Geschäft, das Ich betreibe hier auf Erden, ist ins Stocken geraten, sehr, sehr ins Stocken geraten. Ich habe nur noch wenige, die treu bei Mir ausharren, die Mir treue Kunden sind. Ich habe einen Acker, und in diesem Acker, das ist Meine heilige, katholische Kirche, in diesem ist eine Perle verborgen, und wenige sind es in jetziger Zeit, die nach dieser kostbaren Perle forschen und suchen. Darum ist Meine heilige Kirche so herabgekommen, weil so wenige da sind, die die kostbare Perle finden möchten. Niemand ist mehr da, der nachdenkt in seinem Herzen, und Mein Acker wird verwüstet und verwüstet.

Disteln und Dornen haben all den guten Samen überwuchert, so daß er ganz vereinsamt dasteht; hie und da noch eine Ähre, die mitten unter dem Unkraut emporschießt und hundert-, ja, tausendfältige Früchte hervorbringt. Diese eine Ähre, die so vereinzelt da steht, sind jene kostbaren Seelen, die das Geschäft ihrer unsterblichen Seele allem anderen vorziehen. Es sind aber auch hie und da solche Ähren, die einen ganzen Stock emporgebracht haben, und so viele Stöcke da sind, die sich nicht überwuchert haben lassen von den Disteln und Dornen der übrigen Gesellschaft. Dieser eine Stock, der die anderen emporgebracht hat, ist das katholische Ordensleben, jene kostbaren Seelen, die sich zurückgezogen von der Welt, vereinigt und zusammenstehend nur das eine Geschäft betreiben, nicht nur, um ihre unsterbliche Seele zu retten, sondern sich auch einsetzen für die übrige Gesellschaft der Menschen, Sühne und Abbitte Mir zu leisten, damit andere Menschen noch gerettet werden können.

Darum, Meine Kinder, was Ich schon jahrelang mit euch gesprochen habe, als Ich euch zeigte, wie der Unglaube alles wie Wasser mit sich hinwegschwemmt, wie ein reißender Strom dahinbraust, und ein Damm müsse errichtet werden, um diesem Strom der Gottlosigkeit und des Unglaubens Einhalt zu tun, und Meine Diener hier in Mainz Mir geradezu entgegenarbeiten, anstatt Meine Sprache zu glauben und zu befördern, und Ich euch schon damals sagte, daß Ich sie umgehen werde und andere herbeiführe, so ist nun diese Zeit gekommen, wo Ich die Sache umgehend durchführen will. Seht, so füge Ich alles. Jeder Schritt und Tritt, den ihr tut, hat seine wichtige Bedeutung für Meine Kirche. Ich will Meine Kirche zum Sieg führen, und aus einzelstehenden Personen muß der Damm errichtet werden. Ich will die kostbaren Perlen, die da eine jede Seele ist, die in dem Acker die Perle gefunden, die Perle der Weisheit, die nur strebt, Mir zu dienen und Mir zu gefallen, vereinigen zu einem Bund.

Darum muß Ich anfangen bei den liebsten Kindern Meines Herzens, weil diese ja die gläubigsten sind. Seht, wie Ich hier, wo Ich euch hingeführt, kein Hindernis gefunden; sie hatten keine Kritik, sie dachten nicht hin und her: ‚Ja, könnte das nicht auch vom bösen Feind oder Schwindel dabei sein?‘, weil ihre Seele geläutert ist. Darum bitte Ich Meine Schwestern, daß sie sich alle Mühe geben, ihre übrigen Genossenschaften, nicht nur die Karmelitinnen, sondern auch die Karmeliterorden männlichen Geschlechtes, in Kenntnis zu setzen, daß womöglich alle Orden der Beschauung, sowie auch diejenigen, wie die Kapuzinerinnen hier in Mainz, die Dominikanerinnen und Dominikanerorden, alle die beschaulichen Orden zusammen, sich verbinden, sich dem Liebesbund einreihen und hören die Stimme ihres Geliebten, der da sie aufsucht in den Felsenritzen, um zu ihrem Herzen zu reden.

Meine Kinder! So rufe Ich euch allen zu, allen, die ihr das Glück habt, die Perle der Weisheit gefunden zu haben, die ihr euch in die Felsenhöhle Meiner treuen Dienerin Magdalena vergraben habt, kommt an Mein Herz! Kommt in Meine Arme und höret die Worte eures Geliebten. Nicht will Ich zu euch kommen, um euch zu grollen und zu tadeln über eure Fehler. Nein, nein, Meine Kinder! Was Ich hier zu Meinen Dienerinnen spreche, zu den Eheleuten spreche, zu den Priestern, die sich schon bereits dem Liebesbund angeschlossen, rede Ich auch zu euch und zu euch in erster Linie. Ihr alle quält euch ab, wenn ihr merkt, in einen Fehler gefallen zu sein. Es ist aber Mein Wille, daß diese unnötige Marter aufhöre.

Ein freudiges Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein freies Herz sollt ihr Mir entgegenbringen, ein Herz, dem Meinen ähnlich, das Sich Selbst vergißt und die Rennbahn lief, Tag für Tag, um Meinem himmlischen Vater alle Seelen vorzustellen. Ich hätte die ganze Welt durchlaufen mögen, um die lieben Worte, die der Vater Mir zusprach, Mir eingab, allen Menschen zuzusprechen. Wie liebevoll waren Meine Worte, als Ich auf Erden lebte. Nur diejenigen tadelte Ich, die stolz Mir gegenüberstanden und Meine Worte nur spottend und hohnlachend anhörten, um Mich nur zu verspotten. Zusammen will Ich führen die guten Kinder Meiner Kirche, zu einem Bund, zum Liebesbund.

Darum haltet es nicht unter eurer Würde, mit dem armen Dienstmädchen euch zu verbinden, das noch treu Mir dient, das die Pflichten seines Standes gewissenhaft erfüllt; zu verbinden mit der armen Ehefrau, mit dem Ehemann im Gebet, zu einem Gebetsverein. So wie Ich dem Ehestand zurufe, das Kreuz zu umfassen, das Ich in jede Familie hineinstelle, so rufe Ich euch allen zu, in den beschaulichen Orden wie in den anderen Orden, euch allen, Meine liebsten Kinder, denn heute rede Ich ganz besonders zu den Ordensleuten und Priestern, die Mir ganz besonders geweiht sind, daß ihr über die Kleinigkeiten hinweggeht, und wie Meine Dienerin Maria Magdalena, Mir eine Huldigung entgegenbringt.

Nur die Liebe, nur das freie Herz, zog Mich herab zu ihr. Sie beweinte zwar ihre Sünden, aber sie gab Satan kein Gehör, mochte er auch, in welcher Gestalt er wollte, zu ihr kommen, sie quälen mit Beängstigungen, mit Versuchungen. Sie hatte nur einen Zug und nur eine Aufgabe, Mich zu lieben, Mir Freude zu machen. Und so ging sie über die Fehler hinweg, die die Versuchungen ihr bereiteten. Saget Meinen Schwestern, Meinen Bräuten, daß Ich ihnen ja ihre Seelen vorgeführt durch dich, Meine kleine Dienerin, und daß sie dieses als eine große Gunstbezeugung ansehen müssen, weil sie wissen, daß Ich mit ihnen allen zufrieden bin, daß sie im Stande der heiligmachenden Gnade sind, und also Mein Wohlgefallen auf ihnen ruht.

Jede einzelne Seele aber soll durch die Beschauung und die Beschreibung der dunklen Schatten, die Ich ihnen durch dich zeigte an ihrer Seele, erkennen, wie mißfällig es Mir ist, wenn sie freiwillig so tagelang an ihren Fehlern hängen, sich abgrämen, fortwährend von ihrem Seelenführer wissen wollen, ob sie denn ruhig sein können, und dadurch das Amt dieses wahrhaften Gottesmannes sehr erschweren.

Ich will, daß ihr nach jedem begangenen Fehler euch ein wenig fasset und Mir diesen Fehler vorbringt in aller Demut und Gewissenhaftigkeit und Mich demütig um Verzeihung bittet; dann sollt ihr das Herz nicht weiter beschweren mit Nachgrübeln; denn dieses ist immer Stolz. Wisset, Meine Töchter, nur der Stolz ist es, der tagelang die Fehler euch vergrößert, und ihr wollt euch nicht verdemütigen, als seiet ihr andere Wesen, himmlische Wesen, die gar nicht mehr sündigen könnten. Wißt, daß ihr noch immer Adamskinder seid, daß ihr aber auch nebenbei Evas Gefährtinnen seid, die immer noch ein wenig Stolz von Eva geerbt und Gott gleich sein möchten. Wenn ihr einmal keine Fehler mehr begeht, dann seid ihr eingegangen in Meine Herrlichkeit.

Also, Meine Töchter, summa summarum sage Ich euch, daß Ich mit euch zufrieden bin, daß ihr von jetzt an nur mehr euch hören lasset in Lob- und Preisgesang, daß die Armseligkeiten eures Körpers, die Trockenheit des Geistes, die Leiden zu einigem Ersatz sind für die vielen und großen Leiden, die die Weltkinder sich selbst zuziehen, die doch auch gerettet werden wollen und gerettet werden müssen, daß ihr diese Leiden tragen müßt, um möglichst viele Weltkinder zu retten und euch eine recht große Glorie damit zu verdienen. Ihr alle sollt sein wie eine Theresia. Dieses sollen aber nicht nur die Glieder der beschaulichen Orden, sondern auch die, die das tätige Leben damit verbinden, mögen sie nun stehen in den Krankensälen, in den Spitälern, oder die Jugend belehren, wie alle die verschiedensten Orden in der ganzen Welt, sie alle möchte Ich verbinden zu einer Genossenschaft.

Sie alle hängen zuviel an der Selbstsucht, sie suchen nur sich, darum hängen sie auch zuviel an ihren Fehlern und wollen nicht aus sich herausgehen. Sie alle sollen wissen, was Ich vor einigen Wochen gesagt, daß das ‚Will‘ vor das ‚Ich‘ treten muß, auch alle in der Welt lebenden Christen, die schon davon gehört haben, mögen sie sein im Ehestand oder im jungfräulichen Stand. Zusammen will Ich sie alle schließen, die die kostbare Perle suchen, die im Acker Meiner Kirche verborgen ist, zusammen zu einem Bund, zusammen zu einem großen Bund, damit Mein Geschäft wieder emporgebracht werde zur Blüte. Mein Geschäft ist, Meinem himmlischen Vater Kapital auf Kapital zu häufen; die Kapitalien Meines Vaters sind die unsterblichen Seelen.

Ihr alle müßt dazu helfen, daß dieses Kapital vermehrt werde, die unsterblichen Seelen gerettet werden. Durch die ungerechten Kunden, die Ich hineingestellt in Mein Geschäft, ist es so heruntergekommen. Das sind jene Priester, die von Mir abgefallen und durch diesen Abfall viele mit sich herabgezogen, durch ihr böses Beispiel Mir Seele um Seele entrissen haben. Es sind aber auch jene Monarchen, die an der Spitze eines Reiches stehen und durch ihre ungerechte Verwaltung und Regierung das Volk so bedrücken, daß es Mir entrissen wird.

Da ist es nun anders nicht möglich, wenn Meine Kirche wieder zur Blüte gelangen soll, als daß Ich anfange bei Meinen treuen Kindern, bei Meinen treuen Kunden. Die treuen und liebsten Kinder sind Meine Ordensleute, und darunter in erster Linie die beschaulichen Orden, Meine Ordenspriester und die Priester in der Welt, und dann die Mir treu gebliebenen Seelen in der Welt, die nichts fragen, deren einzige Aufgabe ist, unsterbliche Seelen zu retten. An diese wende Ich Mich, ihnen rufe Ich zu: ‚Gehet hinweg über all eure Fehler und höret Meine Stimme. Tag und Nacht soll Mein Lob erklingen in eurem Herzen, in euren Handlungen, in all euren Worten und Werken.‘

Laßt dies, so bald wie möglich, Meine Bräute wissen, aber auch N., und dann all den Orden, wo Oberinnen stehen, die bereitwillig und ohne Kritik die Worte lesen und in sich aufnehmen. Denjenigen aber, die spötteln und lachen und sagen: ‚Wer wird uns denn belehren wollen, wir sollen uns belehren lassen von einer Frauensperson?‘, denen gegenüber müßt ihr stehen, wie Ich gegenüber den Pharisäern stand. Ich redete Meine Worte weiter an Mein gläubiges Volk und ließ die spotten, die spotten wollten. Ich sagte ihnen die Wahrheit ins Herz hinein und überließ sie ihrem Untergang. O wie vieles wäre zu retten, wenn das Priestertum zu einem Paulus würde. Gebt Mir feurige Priester, gebt Mir feurige Priester!

Ihr müßt nicht kleinmütig werden, Meine Kinder, weil Ich eure Seelen nicht so lieblich anzuschauen zeigte wie die Meiner Bräute. Es ist dieses das Zeichen, daß ihr in dieser verrohten Welt steht, jene aber in die Lieblichkeit Meines Geistes sich zurückgezogen, und Ich Tag für Tag mit Wohlgefallen auf diesen Lustgarten herabschaue; er ist Meinen Augen ein gar lieblicher Anblick. Ihr aber steht mitten in der Welt, und dieser Anblick reizt Meine Blicke zum Zorn. Feurig blicken muß Ich, wenn Ich anblicken will, weil Ich ja in diese gottlose Welt hineinblicken muß.

Siehe, du hast nun mit deinem Blick geschaut. Es soll euch aber so viel bedeuten, daß ihr Feuereifer in euch aufgenommen habt. Mit Feuereifer will Ich euch hinaussenden in die Welt. So wie ihr hineingeblasen habt ohne Rückhalt dort bei Meinen Bräuten, so sollt ihr, wo Ich euch hinsende, hineinblasen in die glimmende Kohle und das Feuer der Gottesliebe anfachen; deswegen sahen eure Seelen rötlichgelb wie Feuer aus, und müßt ihr euch nicht so sehr grämen. Ihr seid ja auch Meine Bräute, obwohl mitten in der Welt.

Ich will nicht, daß ihr euch betrübt. Warum solltet ihr Mir nicht gefallen, da ihr ja alles aufbietet, um schnurstracks der Welt entgegenzutreten? Ich bin mit euch allen zufrieden, auch mit euch, die ihr in der Familie steht, auch mit den Deinigen, obwohl so manche Zwistigkeiten vorkommen, aber sobald sie sich wieder abgewaschen im Bußsakrament, bin Ich zufrieden.

Es ist dieses das Kreuz, das du mitschleppen mußt mit ihnen und sie mit dir, um deine Glorie zu mehren und um sie von der Welt loszureißen; sie liebäugeln noch sehr mit der Welt. Pfui! Wenn Meine Kinder, die Mich doch kennen, es gar nicht fassen wollen. Sie gleichen jenen Israeliten und jenen Heiden, die, solange es ihnen bequem war, Meine Worte in sich aufnahmen, begeistert in sich aufnahmen, sobald aber die Nacht anbrach und der Hunger sie quälte, auf und davon eilten und den Häusern zu eilten. So sind diejenigen, die Meine Worte mit Begeisterung erfassen, sobald aber ein Opfer an sie herantritt, wenn sie aber müde sind und hungrig, dann eilen sie der Welt zu, auf und davon und möchten wieder ihren Hunger stillen an den Fleischtöpfen Ägyptens.

Und jetzt singt Meiner treuen Dienerin Maria Magdalena ein Liedchen und macht die Wallfahrt recht fromm. Auch du möchtest dich anschließen, dein Mann ist ja zufrieden; aber deine Kinder nehme nicht mit. Auch Meiner Dienerin, Frau N., sagt, daß Ich mit ihr zufrieden bin, sie möge sich erfreuen und die Mutlosigkeit alsogleich niederkämpfen, die sich einschleicht. Saget auch Frau N., sie möge sich beeilen, den Stein aus dem Herzen hinauszuschaffen und sich recht anschließen an Meine treuen und liebsten Kinder und für jetzt noch nicht reden bei anderen in der Stadt; denn die Damen dieser Stadt, mit denen Ich noch Vieles und Großes vorhabe, müssen langsam bearbeitet werden.

Deswegen verlange Ich von euch diese heroischen Akte der Selbstverleugnung. Ihr müßt sie erst hineinführen; ihr müßt ihnen erst zeigen, wie man die Gottesliebe lernt, wie man über sich hinweggeht, wie man es fertigbringt, wie man etwas von seinem Vermögen abbringt, um Gutes damit tun zu können. Seht, mit den Damen der Stadt Mainz möchte Ich das Kloster der Kapuziner erbauen; dieses Kloster, das Mir in späteren Zeiten noch Vieles erobern soll; denn Ich möchte in späteren Zeiten ein Asyl errichten in diesem Haus für junge Ordenspriester-Kandidaten für das Rheinhessenland. In Rheinhessen ist kein Kloster für Ordenskandidaten, und wäre es ein großer Segen für das ganze Land Rheinhessen, für das Badenländchen und das angrenzende Bayernländchen. Manches junge Kind aus Familien frommer Eltern, angezogen durch das Beispiel der frommen Mönche, würde sich diesem Haus anvertrauen, und ein großer Segen sich ausbreiten über diese Stadt; denn der erste Segen ist ja dieser Stadt, und dann über die ganze, umliegende Gegend; denn Meine Kirche muß zum Sieg gelangen, und Ich muß alles aufbieten, um diesen Sieg herbeizuführen.

Sagt aber Meinem Diener, solange er sich der Sache fernhält und tut, als glaubte er nicht, so lange kann keine Rede sein vom Bearbeiten der Damen dieser Stadt; denn nur durch das Frauengeschlecht muß Ich Klöster bauen oder stiften. Nennt Mir doch einen Mann, der sein Vermögen hergibt, im höchsten Fall ein Priestergreis, der Stiftungen macht für gute Zwecke. Sucht Mir aber, durch die Weltgeschichte hindurch, einen frommen Mann, der eine fromme Stiftung macht. Unter Tausenden kaum einer; aber viele Frauen habe Ich gefunden, die noch großherzig genug sind, fromme Stiftungen zu machen.

Solange du es nicht verstehst, das Frauengeschlecht zu gewinnen, wirst du wenig ausrichten und auch dein Nachfolger, wenn du fortgehst von hier, wenn du nun einmal fort willst, wird er nichts ausrichten, wenn er es nicht versteht, das Frauenherz zu gewinnen für Gottes Sache, für Gottes Ehre. Ihr aber, Meine Dienerinnen, ihr müßt durch euer gutes, heroisches Beispiel den Damen zeigen, wie man Geld erspart, erübrigt für gute Zwecke. Geht hin und singet und betet aus Herzensgrund. Scheuet nicht die Sonnenhitze, scheuet nicht die Beschwerden der Reise, scheuet auch nicht den Spott und Hohn eurer Zeitgenossen. Geht, wo Ich euch hinsende. Meine gute Freundin aber, deine Schwägerin und die Mädchen und deine Nichte, Ich bitte sie, verderbt euch nicht die Verdienste; denn ihr habt ja in erster Linie das Verdienst der Geduld. Durch die Geduld sollt ihr erlangen, was diese durch viele Strapazen sich gewinnen muß, und wenn ihr nicht geduldig sein wollt, dann seht zu, Ich zwinge niemanden. Ein kleineres Opfer, als Ich von euch verlange, ist nicht zu verlangen.

Darum, wenn ihr es nicht tun werdet, werde Ich Meine Dienerin von euch hinwegnehmen; laßt es euch gesagt sein!“

Barbara: „O Herr, soll die Schwester dieser Klosterfrau noch in einen Orden treten?“

Jesus: „Die hat nicht den Mut der Ausdauer. Sie hat zu viel das ‚Ich‘ vor dem ‚Will‘. Darum ist es besser, wenn sie bleibt, wo sie ist, und wenn sie ihr Herz im Geist recht mit ihren Schwestern vereinigt, ein inniges Band mit ihnen schließt und sich über alles hinwegsetzt, wie Meine kleine Dienerin hier, die ja auch in einer Wirtschaft steht.

Wenn der Herr es verlangt, dann soll sie sich losreißen; freilich wird sie dann bei ihrer Schwägerin auch nicht mehr so beliebt sein; denn die Verwandten wollen nur eine Seele haben, die ihnen auch recht behilflich ist, ihre zeitlichen Güter zu vermehren, was aber die geistigen Güter anbelangt, weil sie dieselben nicht sehen, beachten sie diese nicht. Und doch, wenn diese wüßten, welcher Segen ihnen zuströmt gerade durch die Entziehung, womit diese Seelen sich manchmal der Arbeit und dem Geschäft entziehen, würde keine Familienmutter eine Jungfrau hinaustreiben; denn der Segen, der von dieser ausgeht über die Kinder der Familie, ist nicht zu ergründen in diesem Leben; aber die Ewigkeit wird erst darüber Aufschluß geben.“

Maria: „Meine Kinder! Ich führe euch jetzt noch eure Freundinnen vor.“

Barbara: „Ich danke Dir, o meine Mutter!“

Nun waren auch die heilige Magdalena und Theresia hinzugekommen.

Theresia: „Sag nur meiner Tochter, der Oberin, sie möge doch meinen Eifer einigermaßen in sich aufnehmen und nicht so zurückhaltend sein, nicht so ängstlich in all ihren Unternehmungen.“

Barbara: „O liebe, heilige Theresia! Sie möchten so gerne wissen, deine Töchter, ob sie eine neue Stiftung machen sollen?“

Theresia: „Ei freilich! Das ist es ja, was ich meine. Sie sollen meinen Geist in sich aufnehmen, die Hindernisse auf sich nehmen, darüber hinweggehen, einen Feuereifer entfalten. Welche Hindernisse traten mir entgegen, wenn ich eine Stiftung machen wollte, und in jetziger Zeit, wo der Herr hungert nach solchen Seelen der Beschauung, ist es von großer Wichtigkeit, ein Asyl zu stiften, wo junge Seelen sich einfinden könnten. Wie hat es mich gefreut, daß sie euch so gastfreundlich aufnahmen und euren Worten lauschten. Sagt ihnen allen, besonders aber meiner Schwester Maria, einen herzlichen Gruß von mir, ihrer geistigen Mutter, der dieser Tag ein wahrer Hochgenuß für meine Seele war, daß ich mich mit ihnen gefreut, daß ich unsichtbar in ihrer Mitte weilte, wenn sie so feurig die Liedchen sangen mit euch.

Aber wie freute sich der Herr, wie war Er beglückt, weil sie es nicht unter ihrer Würde hielten, mit Weltleuten, mit feurigen Seelen, sich zu verbinden, ohne jede Kritik; und ich tadle sehr die Ordensleute, die so stolz herabschauen auf fromme Seelen in der Welt, als wären sie die alleinigen, an denen der Herr Freude habe. Nein, nein, meine Töchter! Ihr sollt jene Ordensleute nicht nachahmen, die, wenn der Herr ihnen eine Seele zuschickt, sie kalt und schroff behandeln. So frei und offen, wie ihr es tatet, sollen sie sich gegenseitig besprechen über das Heil der unsterblichen Seele, damit diejenigen, die der Herr euch zuführt, sehen, daß man heilig werden kann, daß diejenigen, die der Herr in einen Ordensstand hineinführt, auch dort noch Menschen sind und die Rechte der Natur befördern müssen, daß sie noch Fehler begehen, wie die Weltleute auch, weil sie noch in Fleisch und Blut sind. So wird der Mensch, der aus dem Kloster wieder hinaustritt in die Welt, nicht bedrängt, sondern aufgemuntert und angeeifert, weil er sieht, daß man auch mitten in der Welt, wiewohl er in so viele Fehler fällt, dennoch Gott gefallen kann, wenn er sieht, daß seine Bräute doch auch noch Menschen sind. Seht, diese gegenseitigen Ergüsse sind die wahren Freundschaften, die da aneifern und anlocken das arme Menschenherz, und so wird der Damm errichtet, von dem der Herr schon so oft gesprochen. Ihr habt recht getan, und ich belobe euch, ihr habt recht getan, meine Töchter!

Alle die beschaulichen Orden sollen so tun wie ihr, die da von den Weltleuten oder von den frommen Seelen, die hineilen, um Trost und Hilfe zu suchen, angestaunt werden, als sei dieses eine Sache der Unmöglichkeit. Sie sollen hinaustreten aus dem Kloster und mit sich fortnehmen einen Eifer, indem sie das Gute, das fromme Seelen wirken, auch mitten in der Welt befördern und nicht kritisieren, damit die Weltleute solche Seelen nachahmen; denn die Welt sorgt genug dafür, daß treue Seelen zu leiden haben, da brauchen die Priester und Ordensleute nicht dazu beitragen. Und wenn sie mein Fest wieder feiern, dann sagt ihnen, daß sie fortwährend abwechselnd beten und singen sollen, in heiliger Freude den Tag verbringen sollen; denn mein Orden wird fortbestehen, solange die Kirche besteht, wie er ja auch der älteste ist in der Kirche, obwohl die ganze Welt am allerersten diese beschaulichen Orden verderben möchte. Aber sie sind auch bestimmt, durch ihr Gebet und durch ihren innigen Verkehr mit dem Herrn den Zorn Gottes zu entwaffnen.

Und nun lebt wohl, liebe Schwestern. Ich danke euch herzlich, daß ihr der Stimme gefolgt seid, meine Töchter aufzusuchen. Ich danke aber auch meinen Töchtern, daß sie euch so wohlwollend und liebevoll in gleicher Gesinnung aufgenommen.“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Lied: Hochpreiset meine Seele den Herrn...

Als wir von hier abgefahren waren, erschien der Herr Barbara im Coupé und sagte:

Jesus: „Ich rate euch, gehet nicht zuerst auf den Marienberg, sondern geht zuerst in das Kloster.“ Dann segnete Er jede einzeln. Am folgenden Morgen nach der heiligen Kommunion sagte Er:

Jesus: „Sage Meiner Tochter, daß sie sich nicht so sehr sehne, von dieser Last befreit zu werden.“ Bei der Feier der Einkleidung sah Barbara den Herrn überaus liebenswürdig und freudig auf einem goldenen Thron sitzen, wie wenn Er Sich recht behaglich fühle. Zwei Schutzengel kamen und nahmen die Braut, die vor dem Hochaltar kniete, und trugen sie dem Herrn entgegen, und die liebe Mutter Gottes und die heilige Theresia stellten sie Ihm vor.

Die heilige Theresia schien glücklich zu sein, Ihm eine neue Braut vorzuführen. Sämtliche Schwestern umstanden den Herrn, und der Schutzengel jeder Schwester hielt, wie auf einer silbernen Servierplatte, die Seele, welche ungemein hell leuchtend und lieblich anzuschauen war. Bei einzelnen schwebten richtige dunkle Schatten auf der Seele, sie waren nicht eingeprägt, sondern lose schwebten sie auf der Seele; das bedeutet, daß es unfreiwillige Fehler sind. Auch die drei Schutzengel der Drei standen etwas entfernter und hielten deren Seelen, die mehr rötlichgelb anzuschauen waren.

Am ersten Tag der Reise machten sie abends um vier Uhr die vom Herrn gewünschte Wallfahrt. Auf dem Rückweg am Mainufer vorbei, wo viele müßige Leute saßen und umhergingen, kam ihnen reichlicher Gewinn zu, indem sechzehn- bis siebzehnjährige Straßenmädchen auf sie aufmerksam wurden, und jüngere und ältere Knaben, welche ihnen während einer ganzen viertel Stunde das Geleite gaben, um sie herumhüpfend, höhnend und spottend: „Gelt, ihr seid närrisch geworden, man muß die Polizei holen, daß sie euch einsteckt. Da wollen wir eine Weile mitziehen, das wird schön.“ und dergleichen, bis sie es endlich müde wurden, weil die Drei immerfort weiter beteten ohne aufzuschauen. Um so liebevoller und zuvorkommender wurden sie von den Klosterfrauen aufgenommen und verbrachten dort zwei Tage in gegenseitigen, herzlichen Ergüssen, in der Liebe Gottes. Und zum Abschied sangen alle aus Herzensgrund miteinander, die Klosterfrauen hinter dem Gitter und die drei vor demselben, das Te Deum.

Inhaltsverzeichnis Band 4

304 Vierter Freitag im Juli 1899

„Ich habe dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Bös.“

Lied: Selig sind ... Schon den ganzen Morgen verkehrte der Herr liebevoll mit Barbara. Deshalb sagte sie zu Ihm:

Barbara: „Du wirst wohl heute gar nicht kommen, weil Du mich schon den ganzen Morgen getröstet.“

Jesus: „Wenn deine zwei Freundinnen kommen und nach Mir verlangen, dann komme Ich trotzdem!“

Weil Lieschen und Luise sehr nach Ihm verlangten, so kam der gute Heiland, ohne die drei vorausgehenden Stürme, ganz unerwartet schnell.

Jesus: „Über alle Maßen hoch erfreut komme Ich, Meine Kinder! Denn die Großmut Meiner Kinder freut Mich manchmal mehr als ihre Treue und Liebe in glücklichen Tagen. Großmütig muß eine Seele sein, wenn sie über alles hinweggeht, über all die Hindernisse, die ihr in den Weg gestellt und gelegt werden, von seiten Satans und der verführerischen Welt. Du stehst in einer Familie, Meine Tochter, Meine Geliebte, weil du das Familienleben erneuern sollst. Ich habe dich aber auch hingeführt und mit Ordensleuten in Verbindung gesetzt, weil Ich will, daß das Ordensleben erneuert werden soll. Hand in Hand müßt ihr also gehen mit den Weltleuten und mit dem Priester- und Ordensstand, weil Ich alle zugleich belehren will durch dich, Meine arme Kleine.

Immer mehr schreit die Welt, um Meine Kirche zu vernichten, denn von allen Seiten hat Satan dies eingeleitet, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um alle Bande zu sprengen, die Ich um die Menschheit geschlungen habe durch Meine heilige, katholische Kirche; denn die ganze heutige Ordnung, die besteht, daß das Familienleben in die rechten Schranken eingetreten ist, ist die Frucht der heiligen katholischen Kirche. Nun aber hat es Satan dahin gebracht, diese Bande zu zerreißen, und so kehrt allmählich das Heidentum wieder zurück; die heidnischen Ehen werden geschlossen, und seht nur die Früchte, die diese Ehen zeitigen.

Darum muß in die Familie wieder der Glaube hinein, wieder der gute, alte Glaube; hinein in die Klöster der gute, alte Glaube, der Glaube an eine Gemeinschaft der Heiligen, der Glaube, daß Ich Mir Seelen erwähle und mit ihnen verkehre wie mit Meinen Aposteln, als Ich auf Erden lebte. Nur verlange Ich von diesen Ordensleuten, daß sie es nicht machen wie die Weltkinder, als sei dies nicht mehr Mode, als müsse man es mit der Welt halten, die da an Wunder nicht mehr glaubt und von einer inneren Heiligung nichts mehr wissen will: Nur arbeiten, das Haus scheuern, die Kinder belehren, wie sie glänzen können in der Welt, denn die meiste Schulweisheit zielt nur darauf hinaus, um als ehrenvolle Menschen dazustehen in der Welt, um gescheit und gelehrt zu sein, um Fachmänner und tüchtige Frauen heranzubilden, die dann prunken und glänzen, und der Mann sich mit seiner Frau sehen lassen kann. Das ist die ganze Schulweisheit der jetzigen Zeit.

Daß aber die Frau das Herz des Hauses ist, daß ein stilles, zurückgezogenes Leben in verborgener Klostermauer Mir mehr Freude macht, als alle Frauen in der ganzen Schöpfung, die nur glänzen und sich herausputzen wollen, davon spricht niemand mehr ein Wort. Deswegen will Ich in Verbindung mit Ordensleuten, daß dieser religiöse Geist der Beschauung in den Orden wieder gepflegt und gehoben wird, daß man jedem einzelnen Mitglied eine Stunde gönne, wo es sich in stiller Abgeschiedenheit mit Mir unterrede.

Glaubt ihr denn, Meine Kinder, der allzu große Putz in den verschiedenen Ordensgenossenschaften wäre Mir von Nutzen? Denn es gehört auch zu eitlem Tand, das allzu viele Scheuern und Putzen in den Häusern, die allzu große Hausordnung, wie man es fein nennt, sage Ich, weil man damit vorschützt, Reinlichkeit und Ordnung müsse in den Klöstern gepflegt werden, damit die Leute, die hineinkommen, einen guten Eindruck haben. Jawohl, Meine Kinder, Ordnung ist recht, aber vor lauter Ordnungsliebe den Gebetsgeist vernachlässigen, das beschauliche Leben vernachlässigen, ist für Mich von gar keinem großen Nutzen.

Euch, Meine Kinder, die Ich zurückgeführt aus dem verderbten Weltleben in die stille Klostermauer, sage Ich, daß Ich dieses nur getan, um Ersatz und Sühne zu haben, was die Welt Mir verweigert. Genug, daß man in der Welt nichts mehr weiß von einem Engels-Gottesdienst. Darum habe Ich euch hingeführt, wo Mir noch so gedient wird, wie Ich es wünsche. Wohl sind nicht alle imstande, Mir so zu dienen wie jene Klosterfrauen, weil in vielen Orden eine große Armut herrscht, und deswegen die armen Schwesterorden, die armen Männerorden ihr Brot mit der Hand verdienen müssen, oder durch Belehrung, durch Predigten und Missionen abhalten und dergleichen. Aber etwas könnte jeder von all den verschiedenen Orden lernen an jenen Klosterfrauen in W. Wie einfach, wie schlicht ist das alte Gebäude noch. Wie es erstand, so ist es noch. In vielen Orden wäre manches zu ersparen, wenn nicht auch der Luxus mit hineingedrungen wäre in die stillen Klostermauern.

Hat nicht Mein Diener Franziskus Abscheu gehabt gegen solche Religiosen, die nur in Palästen wohnen wollten? Ja, weil Mein Geist ihn leitete, wollte er nicht einmal das schöne Gebäude annehmen, das ihm dienen sollte zu seinem Aufenthalt. Er wollte immer in einem alten, halb zerfallenen Hüttchen lieber wohnen als in einem üppigen, prangenden Palast, weil schon das Haus der Welt sagen soll, daß hier die Armut wohnt, wohnen soll.

Wenn Ich nun aber erst anfangen will, Mich auszusprechen, wie auch in den verschiedenen Orden die Nonnen und Mönche, weil sie zu viel in Anspruch genommen sind von den Dingen dieser Welt, die ja noch wirklich haarklein zu den Dingen dieser Welt gehören, und deswegen Mir gar zu wenig ihr Herz schenken können, weil es abgemartert und abgespannt ist vor lauter Arbeit, wo kann Ich da noch ein Stündlein finden, wo Ich mit diesem Herzen reden kann?

Seht, dieses alles möchte Ich ändern. O wären doch Meine liebsten Kinder überzeugt von der Wirklichkeit, daß Ich Mich sehne, zu den Menschen zu kommen und mit ihnen zu reden. Es wäre bald anders in der Welt; denn die geraubte Ehre Meines himmlischen Vaters muß und soll ersetzt werden durch die liebsten Kinder Meines Herzens, und diese, die sich von der Welt zurückziehen, sind die liebsten Kinder Meines Herzens. Nun höret Mich aber auch, ihr Meine Kinder! Höret Meine Stimme! Macht euch nicht zu viel zu schaffen. Wollt ihr nicht lieber die Maria sein als die Martha? Und ihr, Meine Kinder, die ihr mitten in der Welt steht, müßt feststehen, die ihr bestimmt seid, das Familienleben zu erneuern.

Seht, wo man noch glaubt, daß es einen Gott und eine Ewigkeit gibt, da ist noch das Flämmchen der Gottesliebe, wenn es auch noch so klein ist. In dieses Flämmchen sollt ihr hineinblasen durch euer gutes Beispiel. Und Ich bitte deine Angehörigen nochmals darum, alles zu tun, was Ich dir sage und wozu Ich dich antreibe, mag es passend oder unpassend sein in der Familie. Ich habe dich für Mich erwählt und deine Angehörigen gesegnet mit zeitlichen Gütern, daß sie dich Mir schenken können, wenn Ich dich verlange, und du mußt alles dazutun, wenn Meine Stimme dich verlangt. Und du sollst mit deinen beiden Freundinnen der Welt zum Vorbild gesetzt werden. Ihr steht nicht umsonst in der Welt, weil ihr in dieser Welt euer Licht leuchten lassen sollt. In dieser Welt will Ich euch auf den Leuchter stellen und nicht in der stillen Klostermauer.

Ihr, Meine Kinder, hinter den Klostermauern, sollt auf den Leuchter gestellt werden, in stiller Zurückgezogenheit, und beten und sühnen, und den Zorn Gottes besänftigen dadurch, daß ihr die geraubte Ehre Meines Vaters Ihm zurückerstattet. Und ihr, die ihr in der Welt steht, Meine Kinder, sollt mitten in der Welt euer Licht leuchten lassen, auf den Scheffel gestellt; denn Ich Selbst will euch darauf stellen. Ihr müßt Mir nur ein williges Ohr leihen und einen guten Willen entgegenbringen. Darum verlange Ich von euch, offen und frei euren Glauben zu bekennen, der Welt zu zeigen, daß ihr Meine Jüngerinnen seid, daß ihr es nicht mit dem großen Haufen halten wollt, daß ihr die Verachtung, die Verspottung, die Schmach des Kreuzes allen Ehren dieser Welt vorzieht. Verachtet und verspottet sollt ihr hinausziehen unter die Weltkinder, euch um nichts kümmern, was man rechts oder links von euch spricht, ob man lacht oder weint; jede Woche, solange die liebe Sonne die Erde erwärmt, sollt ihr Mein Verlangen befriedigen. Gerade der Spott und Hohn ist eure Ernte.

Werdet nicht mutlos und grüßt Mir alle Meine liebsten Kinder. Grüßet Mir ganz besonders Meine treuen Dienerinnen und auch N. Meine treuen Dienerinnen sind alle die Klosterfrauen, die Ich mit euch in Verbindung gesetzt habe, deine Geschwister, eure Geschwister und die Ordensfrauen von N. in W. und alle diejenigen Priester, die mit N. die Schriften lesen. Meiner Freundin, der Lehrerin von N., sagt, sie möge bedenken, welch kostbare Perlen sie unter ihrer Verwahrung hat und welchen Segen sie ausstreut unter den lieben Kindern, die doch noch die einzigen sind in der ganzen weiten Weltgeschichte; denn die ganze Masse ist verdorben in der Welt, nur das Kinderherz ist noch unverdorben, es glaubt noch ohne Hinterhäkelchen, ohne Kritik. O die armen Menschen, die so viel kritisieren!

O daß man dieses Wörtchen nie kennengelernt hätte! Im Mittelalter und in den alten Zeiten kannte man dieses Wörtchen nicht. Dieses ist nur eine neue Erfindung, die von dem Heidentum in das Christentum wieder hineingeschleppt wird. Dieses ist das neue Heidentum, und Meine Kinder gebrauchen diese Waffe, um den guten, alten Glauben zu vernichten. Man hat nichts, als zu kritisieren. Seht, davon ist das Kindesherz befreit. Und wenn du werden willst wie ein Kind, habe Ich schon so oft gesagt, dann kritisiere nicht.

Und du, Meine Freundin N., du hast das Glück, Seelen zu leiten, die noch nicht kritisieren. Darum sprich ihnen von der Liebe Jesu, wie Ich die Kinder geliebt, als Ich auf Erden wandelte, um ja recht gute Keimchen in das Kindesherz hineinzulegen. Bleibe du nur Lehrerin, wenn auch deine Kräfte schwinden, und bringe Mir noch mehrere Jahre das Opfer der Selbstverleugnung entgegen. Ich weiß, du möchtest gern im stillen mit Mir verkehren; aber siehe, Ich werde dir noch längere Zeit schenken. Du hast noch längere Zeit zu leben und kannst Mir noch die letzten Jahre deines Lebens in stiller Zurückgezogenheit dienen.

Deinem Verwandten, dem Pfarrer in N., der sich gar zu sehr kränkt über den Priester, der da aus schnöder Sinneslust Mich verließ, sage einen recht herzlichen Gruß von Mir. Er möge sich aufraffen von seinem Kummer und darüber hinweggehen und bedenken, daß Ich ja neben Mir einen Judas duldete und ihn auch ertrug. Ich wußte, daß er freiwillig sich in die Hölle stürzte, und Ich ging darüber hinweg. Ich konnte ihn nicht halten, obwohl Ich Gott war und Gott bin. Mein Freund, warum willst du mehr sein als Ich? Willst du dir einbilden, du hättest seinen Willen beeinflussen können? Mein Freund, siehe, dann wärest du mehr als Ich; denn Ich bin Gott und habe die Geschöpfe erschaffen. Ich habe aber auch dem Menschen als Vorrecht seinen freien Willen gegeben, als Vorrecht unter allen Meinen Geschöpfen. Mit diesem freien Willen soll er wählen zwischen Gut und Böse. Also, Mein Freund, bist du auch nicht schuld an seinem Schicksal. Du kannst für ihn beten, daß er zur Einsicht kommt, aber dich nicht grämen und so deine Pflicht vernachlässigen. Raffe dich auf und komme, Mein Freund, komme in Meine Arme. Ich will dein Trost sein. Dir, N., muß auch hie und da ein Tröpfchen Wermut in dein Glück hineingegossen werden, damit deine Krone sich verschönere. Ja, du solltest eigentlich verlangen nach Wermut. Deine einzige Freude sollte sein, daß du recht viel für Mich leidest. Aber nicht wahr, du bist halt doch noch ein armer Mensch, wie alle Menschen sind, wie auch diese, Meine Freundin hier, Meine Tochter.

Wie viele der Süßigkeiten genießt sie, und doch ist sie so armselig, so schwach, wenn Ich ihr ein Tröpfchen Wermut in die Schale gieße zu dem Honig, den sie Woche für Woche einschlürft. Aber seht, dies ist es ja, warum Ich die Menschen belehren will. Alle, alle sind ja Adamskinder, alle Menschen, und Ich liebe sie mit einer göttlichen Liebe. Alle Menschen möchte Ich beglücken und glückselig machen an Meinem Herzen. Und darum, weil so viel Verkehrtes geschieht in der Welt, weil die Menschen so sehr verführt sind und auf Abwege gehen, und Ich sie mit Leiden heimsuchen muß, dieses aber die Menschen nicht begreifen wollen, weil so viele, die Mir doch treu dienen, auch noch heimgesucht werden, darum denken dann die übrigen, die Mir nicht dienen: ‚Ha, da will ich mir des Guten tun auf Erden. Diese Toren, die da einhergehen und des Guten nicht genießen, und die dazu noch nichts als Leiden, nichts als Kränkungen zu erdulden haben, da müßte ich ein Tor sein, wenn ich sie nachahmen wollte.‘

Seht, für diese alle sollt ihr verdienen. Darum, Meine Kinder, werdet nicht irre, wenn Ich ein Tröpfchen Wermut in eure Schale gieße, wenn Ich euch hie und da euren Lebensweg verbittere. Meine Kinder! Alle, alle, will Ich umfassen mit Meiner göttlichen Liebe und in Meine Arme schließen. Seht, sie alle sind Meine Kinder, und Ich möchte sie retten. Wollt ihr nicht teilnehmen an Meinem Schmerz? Wißt ihr nicht, daß ihr den eucharistischen Kreuzweg zu gehen habt, das heißt, einen geheimnisvollen Weg, den niemand begreifen will, selbst nicht diejenigen, die Ich euch gestellt habe zu Leitern eurer Seele; ja selbst diejenigen nicht, die Ich in eure nächste Nähe gestellt habe, das sind eure Verwandten und Bekannten, sie alle begreifen nicht den geheimnisvollen Weg, den Ich mit euch vorhabe. Ihr müßt ihn aber gehen, ja ihr müßt ihn gehen, Meine Kinder, weil ihr Seelen retten sollt.

Darum, Meine Freundin, Meine Schwester, wenn Ich von dir verlange, daß deine Schwester, die Ich dir zugestellt, die Ich deiner Obhut anvertraut, wenn Ich einen recht verdemütigenden Weg von ihr verlange, wenn Ich sie herausreiße aus deiner Mitte, dann zürne Mir nicht. Wenn du ihr zürnest, dann zürnst du Mir.

Ich, dein Gott, Der Ich dich aus großer Begünstigung dazugestellt, die du so viele Gnaden verdienen kannst, hier an dieser Stätte, wo Ich Meinen Geist ausgieße, weißt du nicht, daß Ich alles ersetzen kann, wenn sie sich auch hie und da losreißt und scheinbar sich der Arbeit entzieht? Siehe, Meine Freundin, das Familienleben soll erneuert werden, und im Familienleben ist der Dienstbote, die Kinder, die Frau, der Mann und alle, die damit verschwägert sind, eingeschlossen, und diese alle zusammenwirkend sollen das große Ziel anstreben, das zu erstreben ist, daß Meine Kirche zum Sieg gelangen soll. Die Familie ist das Vorbild, und solange das Familienleben nicht erneuert ist in Meiner Kirche, ist nicht daran zu denken, daß sie siegen wird auf der ganzen Welt.

Und wenn Ich nun hier anfange und zeige den übrigen Familien, daß, wo Mir treu gedient wird, wo eine Seele ist, und wenn sie Tag und Nacht auf den Knien liegt und betet, dennoch der Familie kein Nachteil erwächst, wenn Ich dieses den übrigen zeigen will, und sogar manche Familie dann in Eintracht und Liebe lebt mit ihren Angehörigen, ist dies dann nicht genug gewonnen für dich, Meine Freundin, die du das große Glück hast, dieses zuerst zu zeigen? Darum zeige es der Welt! Wenn dir jemand sagt: ‚Wie magst du diese Person dulden, die dir nichts beibringt‘, so sage: ‚Die ist mir der größte Schatz im Haus, und niemals werde ich ihr entgegen sein.‘ Dann steht die Familie verblüfft da und weiß nicht, was sie sagen will, und in mancher Familie wird Friede, wo ein Glied steht, das Ich an Mich ziehen und für Mich in eine stille Klostermauer zurückziehen möchte. Oder ist es eine Verschwägerte, weil Ich der Welt zeigen möchte, wie auch Schwäger und Schwägerinnen in Eintracht und Liebe zusammenleben können, wenn man Mir dient. Siehe, es gab eine Zeit, wo man Mir in der Einöde diente. Da war ein Einsiedler, der diente Mir vierzig Jahre bei Wasser und Brot. Er betete Tag und Nacht auf den Knien. Die wenigen Stunden, die er schlief, waren Mir geweiht, und er entzog sich nur, weil die Kräfte seines Körpers es verlangten. Und doch, am Ende seines Lebens, erfaßte ihn der Gedanke, ob er doch wohl nicht der einzige sei auf Erden, der Mir so treu diene. Da konnte Ich ihm sagen: ‚Komme, Mein Freund! Ich will dir zeigen, wo Mir noch treuer gedient wird.‘ Und Ich führte ihn in eine Familie, wo zwei Schwägerinnen zusammenwohnten, die sich gegenseitig heiligten, die ihre Fehler ertrugen, und durch dieses gegenseitige Ertragen der Fehler sich heiligten, weil ja Schwägerinnen selten, ja selten, ich betone dieses, zusammen leben können, denn die verschiedenen Ansichten und Charaktere tun selten gut.

Und wenn Schwägerinnen zusammenleben wollen, dann muß eine große Gottesliebe damit verbunden sein. Siehe, Meine Freundin, dieser Einsiedler ging beschämt zurück und dachte bei sich selbst: Niemals werde ich mir einbilden, ich sei der Beste auf Erden, ich diente Dir am treuesten; mein Gott, verzeihe mir! Siehe, nicht der Weg ist der sicherste, der mit wenig Hindernissen bepflastert ist; nicht der Charakter ist der beste, der die schönsten Anlagen hat. Wenn der Charakter so gut angelegt ist, daß alle Menschen ihn lieben müssen, dann hat jeder Mensch ihn gern, dann ist er überall beliebt. Wenn aber der Mensch einen Charakter besitzt, der manchmal etwas derb und hart und ist, dann ist er schwer zu ertragen, und dann ist der Mensch, der diesen zu beherrschen sucht, Mir lieber als derjenige, den Ich ausgerüstet habe mit Tugenden und mit guten Eigenschaften von Jugend auf. Merkt es euch alle, Meine lieben Kinder, die ihr solche Charaktere habt. Merkt es euch alle, die ihr mit solchen zu verkehren habt. Tugend auf Tugend könnt ihr häufen von Tag zu Tag.

Und nun geht hin, Meine Kinder, und fahret fort, und morgen, wenn ihr den heiligen Tag Mir wieder entgegenbringt, wenn Ich euch hinausführe über Feld und Flur zum Spott und Hohn eurer Mitmenschen, aber auch zur Belehrung jener, die Mir noch lau dienen, die aber auch doch noch guten Willen haben und ehrfurchtsvoll an euch hinaufschauen, dann bringt Mir diese Opfer mit Freuden. Singet und betet auf dem ganzen Weg, wie ihr es jedesmal ungeniert tut, ob die Leute lachen oder weinen, und fahret so fort.“

Barbara: „O Herr, wenn N. wüßte, daß sie durch eine Erholungsreise für ihre Gesundheit nichts profitiert, dann würde sie lieber zu Hause bleiben.“

Jesus: „Sage ihr nur, daß die Gottesliebe und das Hinwegschreiten über sich selbst, die Selbstverleugnung also, das einzige Mittel sei, um ihre Gesundheit wieder zu erlangen, um sich zu kräftigen. Je mehr der Mensch über sich selbst hinweggeht, desto mehr stehe Ich ihm bei mit Meiner Gnade, desto freier wird aber auch das Herz, und die Seele gewinnt Freude, Freude an Mir, und diese innere Freude kräftigt den armen Körper mehr als alle Gesundheitsmaßregeln, die die Welt vorgibt. Sage ihr, sie möge recht hübsch zu Hause bleiben, dieses Geld den armen K. schenken zum Neubau des Klosters, und Ich verspreche ihr, wenn sie Mir ihren guten Willen ganz zum Opfer bringt, daß Ich es ihr gerade so tun werde wie dir, Luise.

Wie warst du, Meine Freundin, so schwach, so elend, solange du dich fürchtetest. Jetzt aber, da du beherzt fortschreitest und mit Meinen Dienerinnen Hand in Hand gehst, fühlst du dich noch schwach und krank? Gewiß nicht mehr. Sie soll nur bedenken, daß die Sündenstrafen nach und nach müssen abgebüßt werden, daß sie dereinst frei dastehen soll, ohne alles Hindernis Mir dienen soll, wie ihr. Dazu gehört aber noch ein herzlicher Schritt, ein großmütiger Schritt. Hinweg über all die Hindernisse, hebe deinen Fuß auf und trete hinweg über Steine und Felsblöcke und gehe durch das Tal der Demut. Werde klein wie ein Kind, wie Meine Dienerinnen hier, dann wirst du groß werden vor Meinen Augen.

Ihr aber alle, Meine lieben Kinder, die ihr darum wißt, freuet euch, freuet euch an der Schmach des Kreuzes, und solange ihr euch nicht freuen könnt an der Schmach des Kreuzes, seid ihr noch nicht genug geläutert. Versteht Meine Sprache doch: Geht hinweg über all den Kummer und Seelenschmerz. Diesen müßt ihr ertragen, um Seelen zu gewinnen. Jenen Kindern aber in deiner Heimat N., die sich an dich wenden, schreibe ein kleines Briefchen; denn Ich will nicht, daß man jemand abstoße, voraus so arme, kleine Leute, die Ich ohnedies mit Kreuz und Leiden genug bedacht. Denn das arme Landvolk gehört noch zu den liebsten Kindern Meines Herzens, wenn es auch vielmals große Sünder sind, vielmals Neidische, Stolze, Habsüchtige sind, ach ja, arme Menschen, wie alle Menschen. Aber seht, davon sind auch die übrigen nicht ausgeschlossen. Haben sie aber auch doch einen gar harten Bußweg, und wenn sie es verstehen zu glauben, wenn sie durch ein liebes Wörtchen gehalten werden, o wie bin Ich so glücklich, wenn Ich ein armes Bäuerlein in den Himmel aufnehmen kann, weil es so manches Schweißtröpfchen geschwitzt, und für die Reichen, die so stolz einherschreiten, sein ganzes Leben geopfert in reichem Schweiß, in blutigem Schweiß, und der reiche Städter sieht mit Verachtung auf dieses Bäuerlein hin. Deswegen will Ich ihm ersetzen, was die Welt ihm versagt.

Sage ihnen, daß sie all die Leiden, all die Kümmernisse, die sie haben mit ihren Kindern, Mir entgegenbringen sollen, die Schweißtröpfchen, die sie schwitzten, zur Hilfe und zum Trost für ihre lieben Verstorbenen, wenn sie und ihre Kinder die heilige Messe nicht versäumen und die heilige Kommunion recht oft Mir opfern, wenn sie ihre Kinder anhalten zum Gebet, Ich ihre lieben Verstorbenen bis über das Portiunculafest hinaus zu Mir nehmen will. Ich verlange aber, daß sie Mir Dank sagen ihr ganzes Leben lang.“

Barbara: „O Herr! Ich bitte Dich für die Irrsinnige um Gnade und Barmherzigkeit.“

Jesus: „Deine N. muß dieses als Schuld und Strafe hinnehmen; sie hat es wohl verdient. Darum darfst du zwar für sie bitten, aber belästige Mich nicht allzuviel. Sie soll es in der Ewigkeit zwar nicht fühlen, aber hier in der Zeit schon. Sie hat das Licht geflohen und gehaßt, so habe Ich ihr das Licht des Verstandes genommen. Hätte sie dieses Licht gebraucht und ihren Verstand benutzt, so wäre ihr Verstand nicht verdunkelt worden. Darum muß sie jetzt büßen. Und nun lebt wohl, Meine Kinder!“

Barbara: „O Herr! Noch ein liebes Wörtchen für die Klosterkandidatin.“

Jesus: „Ja, ja, Meine Tochter! Harre nur aus in den Zuckerbrötchen. Die Leiden kommen, aber dann, Meine Tochter, sei großmütig, wenn sie kommen, habe guten Mut. Gebe ein gutes Beispiel für jetzt deiner Umgebung, und wenn Ich dich hinweggeführt, wenn du einmal versichert bist, dann, Meine Tochter, dann wird das Kreuz kommen. Die Rosen werden abfallen und die Dornen werden sich am nackten Kreuzholz hinaufwinden Tag für Tag. Dann wirst du eine Braut des gekreuzigten Jesus!“

Inhaltsverzeichnis Band 4

305 Portiuncula-Fest 1899

„Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient.“

Lied: St. Franziskus ...

Barbara: „Mein süßer Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Ich danke Dir im Namen aller Menschen, die Dir nicht danken, im Namen der gottlosen Welt, die freilich Dich vergessen und nichts für Dich übrig haben als Spott und Hohn. O mein Jesus! So nimm für all den Spott!

Siehe, Geliebter meines Herzens, ich strecke meine Arme aus, alle zu umfassen, zu umschließen, alle die Söhne und Töchter Deines seraphischen Dieners Franziskus in der ganzen, weiten Welt, und führe sie Dir vor. Siehe, mein Geliebter, wie sie alle streben, Dir recht viele Freude zu machen. O könnte ich doch die ganze Welt zu Franziskuskindern machen. In ihnen ist doch noch ein Funke Glaube und Gottesliebe, und wenn sie auch zuweilen kalt sind, sind sie doch noch die besten unter Deinen Kindern, die, wenn ein Fest kommt, sich aufraffen und Dich besuchen und sich erinnern, daß sie sterben müssen und ihr Gewissen wieder in Ordnung bringen wollen. Ich danke Dir im Namen aller treuen Seelen für die ganz große Gnade, die Du heute der Welt zugewendet hast durch Franziskus. Wie wahr sind alle die Worte, die Du zu Deinem Diener gesprochen hast. Also, mein Jesus, ich halte Dich beim Wort, daß auch wahr wird, was Du zu uns sprichst. Zwar sind wir armselige Sünder, das hast Du uns doch schon so schön aufgezeigt. (Der Herr hatte Barbara die Seelen von ihr, Lieschen und Luise gezeigt.)

O Geliebter meines Herzens! Meine Glückseligkeit ist zu groß, ich kann nichts sagen. (Barbara weint vor Freude, der Atem stockt ihr vor Wonne.) Soll ich es denn sagen, o Herr? O laß mich noch bei Dir! O himmlische, kostbaren Tränen, die Du meinem Herzen erpressest, o teurer, vielgeliebter Jesus!

O Du Bräutigam der reinen Seelen. Geh hinweg, o Herr! O ich bin ein sündiger Mensch. Ich fürchte, zu vertraut mit Dir zu sein. O mein Jesus! Ich habe diese süße Angst, ich wäre Deiner nicht würdig. O hilf mir doch! O meine beiden Schwestern, o helft mir doch! Süß ist die Angst, die ich habe, nicht würdig zu sein, mit meinem Geliebten zu reden. (Barbara wird zur innigsten Vereinigung mit Jesus zugelassen; sie streckt die Arme Ihm entgegen.) O holdseliger Bräutigam der Bräute! Ist es möglich, daß Du Dich so vervielfältigst und überall der gleiche bist? O wie holdselig bist Du heute! Ein Sträußlein auf der Brust, gar so lieblich auf meiner Seele, bist Du anzuschauen. Ich werde nicht müde, Dich zu betrachten.“

Jesus: „Meine Kinder! Nicht wahr, ihr versteht nicht die Torheit der Liebe. Ja, ja, die Liebe ist töricht, bisweilen. Auch Ich bin töricht, Mich so zu gebärden, nicht wahr, Meine Kinder! Ein so armseliges Geschöpf so zu beglücken, daß es nicht weiß, soll es weinen oder lachen. Seht, dieses ist aber das himmlische Glück, das Ich ihr mitteile, und woran ihr euch alle laben sollt. Ihr sollt wissen, daß dieser Tag, der da Meinem Diener Franziskus begegnete, allen Franziskuskindern jährlich so begegnen soll, wenn sie es nur verstehen, Mich so wie Mein Diener Franziskus zu bewirten. Mein Diener Franziskus brachte Mir drei kostbare Gaben dar, die Mich zu ihm hinzogen, und die Mich nötigten, seine Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen. Nun hatte Ich aber gespeist bei Meinem Diener, da war es nun schicklich, Ich als der Höhere, der Stärkere, dem Schwächeren, den es so viel Mühe und Anstrengung gekostet hatte, auch mit etwas zu vergüten, mit anderen Worten, ihm ein Geschenk zu überreichen. Franziskus brachte Mir entgegen drei kostbare Gaben, einen lebendigen Glauben, ein felsenfestes Gottvertrauen, eine starkmütige Liebe, eine Liebe, die stärker war als der Tod.

Er glaubte nicht nur, was die heilige katholische Kirche lehrt, er glaubte alles, was in seinem Innern vorging. Er glaubte sogar die Traumgesichte, die er hatte, die ihn erinnerten an seine höhere Bestimmung, und die er sich auslegte, wie er Mir am nächsten nachfolgen könne. Er hatte ein solch staunenswertes Gottvertrauen, daß er glaubte, wider alle Hoffnung noch hoffen zu dürfen. Er erhoffte alles von Mir, obwohl er längere Zeit die Welt genossen, ein lustiger Geselle gewesen, in seinen Jugendjahren Mir nicht gedient, hoffte er doch wider alle Hoffnung, daß Ich ihm alles großmütig verzeihe und er noch ein großer Heiliger werden könne. Seine Liebe, die schon verbunden war mit seinem großen Gottvertrauen, die Schritt für Schritt mit seinem Vertrauen ging, war stärker als der Tod.

Deswegen, wenn die innere Stimme ihn rief, verließ er seine Umgebung und zog hinauf auf den Berg in die Einöde, um dort ganz und ungestört, fern vom Geräusch der Welt, sich Mir hinzugeben, um deutlicher Meine Stimme zu hören. Glaubt Mir, Meine Kinder, daß Ich in jenen Tagen, wo er auf den Bergeshöhen verweilte, Ich Tag und Nacht mit ihm verkehrte, so wie Ich in dieser Stunde mit euch verkehre. So war es nun auch in jener Nacht, wo er sich wieder zurückgezogen und in stillen Seufzern und Gebeten Mir eine gute Weile geopfert hatte, wie ihr es ja auch hie und da tut, wenn ihr zum Beispiel hierher kommt und Mich erwarten wollt.

Seht, Mein Diener Franziskus tat es gerade so, wie ihr hier tut. Laßt euch deswegen nicht beirren, wenn man euch spottet. Ich will dieses nur einschließen. Nun war es aber auch an der Zeit, Mich ihm großmütig gegenüber zu zeigen, denn Ich lasse Mich wahrhaftig an Großmut von Meinen Kindern nicht übertreffen, wo Ich ihm für seine Gaben, die er Mir entgegenbrachte, ein Geschenk überreichen mußte. Dieses Geschenk kennt wißt ihr. Heute ist wieder der Festtag, das Jubelfest, gekommen und das Geschenk verteilt worden an alle Kinder Meiner drei Orden, ja, an alle Kinder Meiner heiligen Kirche, wenn sie auch keine Mitglieder Meiner drei Orden sind, an alle, die nur kommen wollten, um von dem Geschenk in Empfang zu nehmen.

Seht, Meine Kinder, so großmütig, wie Ich war bei Franziskus, so großmütig war Ich in allen Jahrhunderten, zu allen Zeiten, an allen Orten, wo eine treue Seele sich findet, die Mir dient, ja, die Mir großmütig dient. Die nicht achtet auf das Gerede der Menschen, auf sich selbst, ihre eigene Bequemlichkeit, noch auf die Regungen der Natur, die aus sich herausgeht, Meiner Stimme Gehör gibt und das Kreuz, das Ich ihr auferlegte, Tag für Tag Mir nachträgt. Glaubt ihr denn wohl, Ich sei minder großmütig im neunzehnten Jahrhundert als Ich im zwölften Jahrhundert es gewesen bin? Täuscht euch nicht, Meine Kinder, und sagt es allen treuen Seelen, die teilnehmen an den Gnadenschätzen, die Ich ausgießen will durch eine treue Seele, daß Ich großmütig bin, zum Erstaunen großmütig, freigebig gegen alle, die es verstehen, Meine Freigebigkeit zu gebrauchen.

Darum erzähle nur deinen zwei Freundinnen, was Ich dir gezeigt vorhin während des Rosenkranzgebetes, damit auch sie sich freuen, und damit alle Franziskuskinder in der ganzen Welt, wohin die Kunde dringt, sich freuen können.“

Barbara: „Höret nun, meine zwei Schwestern. Im dritten Gesetz vom Rosenkranz in der einen Kirche sah ich auf einmal meinen Herrn vom Tabernakel herabsteigen und in meine Nähe kommen wie eben hier. Er war so freudig, so liebenswürdig, so unendlich liebenswürdig, daß ich es mit meinen schwachen Worten nicht auszusprechen wage und nicht aussprechen kann. Ich traute mir nicht und wollte weiter beten. Er stand vor mir an meiner linken Seite, wie immer, und wollte mit mir reden. Ich hätte gern den Rosenkranz erst zu Ende gebetet, weil ich den Ablaß für die Armen Seelen noch gewinnen wollte. Er aber sprach zu mir:

,Meine Tochter! Sei doch nicht so töricht, wenn Ich bei dir bin und mit dir reden will. Ist es nicht das höchste Gebet, daß du mit Mir redest und Ich mit dir? Glaubst du denn, den Ablaß nicht zu gewinnen? Bin Ich doch Derjenige, Der sie verschenkt und verteilt!’

Ich überließ mich Seiner Liebe, und auf einmal verwandelte sich die Kirche in einen himmlischen Palast. Der Herr stand neben einem Schatz. Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll, neben einem Behälter, in den ich nicht hineinzuschauen wagte vor lauter Glanz, vor lauter Strahlen, die aus diesem Behälter heraus sich ergossen. Und als ich immer noch zögerte und meinem Geistesauge nicht traute, daß der Herr so freigebig sein sollte gegen mich, weil mein Beichtvater immer sagt, ich soll mich nicht so viel an solche Dinge hängen, wollte ich immer wieder zweifeln und zweifeln. Da rief der Herr mir zu:

,Du Tor! Greife doch zu, wenn du dich gar zu armselig fühlst und immer noch glaubst, nicht würdig zu sein, greife zu, Meine Tochter!’

Ich aber sah mich um und fürchtete immer noch Täuschung. Da trat eine große Schar heran, o mein Gott, an der Spitze die Himmelskönigin und trat an den kostbaren Behälter, an dem der Herr stand und mit dem Er gleichsam wie verwachsen war. Der Herr und dieser Schatz waren wie zusammengewachsen, anders kann ich mich nicht ausdrücken. Hinter der lieben Mutter Gottes war eine unzählige Schar Heiliger, der heilige Franziskus hinter Ihr, und es müssen lauter Heilige aus den drei Orden gewesen sein. Sie alle drängten sich herbei, um den Schatz herum, und weil ich mich so fürchtete, ich könnte getäuscht sein, wandte ich mich an die liebe Mutter Gottes und sagte zu Ihr:

,Hilf mir doch, ich bin zu unwürdig solcher Gnaden. Mein Beichtvater sagt es ja, ich bin betrogen, helft mir doch, was soll ich tun, ich will zurück, zurück! Mein Jesus, Barmherzigkeit! O ihr Heiligen Gottes, bittet für mich!’

Da reichte die liebe Mutter Gottes hinein in den Schatzkasten und übergoß mich mit dem Strahlenglanz, und mein Auge wurde wie verklärt, ich war beruhigt, alle meine Sinne schwanden. Ich sah niemand mehr als meinen Jesus und mit Ihm sollte ich Unaussprechliches schauen. Er sagte mir:

,Meine Tochter! Siehe, welche Freude Meine Kirche Mir bereitet jedesmal beim Wiederkehren solcher Feste, wenn sie so ihre Kinder herbeiführt und aneifert, doch recht die Gnadenschätze sich zunutze zu machen. Weil von allen Kanzeln der Stadt Mainz herab die Gläubigen aufgemuntert wurden, doch recht den Portiuncula-Ablaß zu gewinnen, beteiligten sich viele, und alle, die sich beteiligten, siehst du, wie sie gewaschen sind?’

Und ich, und meine beiden Freundinnen, waren ganz verzückt.

O Herr! Soll ich es sagen? Ich will es nicht sagen. Erlaube mir, o Herr; es ist nicht gut, die Leute nehmen Anstoß; denn sie kennen uns ja, welch armselige Sünder wir sind. O Herr, erbarme Dich doch unserer Schwäche. Ich will es nicht sagen.“

Jesus: „Du sollst es aber sagen, Meine Tochter! Vielen zur Belehrung, vielen aber auch zum Trost!“

Barbara: „Also höret, meine Schwestern! Wir haben den Portiuncula- Ablaß gewonnen, der Herr hat es mir gezeigt, und wir nicht allein, viele, viele in der Welt; viele, die am Abend in der K.-Kirche waren, sah ich alle in weißen Gewändern, ganz schneeweiß. Auch solche sah ich, die schon zu Hause waren in ihren Wohnungen, die der Beruf heimtrieb. Ich sah auch meine Schwägerin und die Mädchen, aber M. nicht, weil sie sich nicht beteiligte.

Viele von denen, die hier in dieser Kirche waren, waren ebenso weiß, viele aber auch nicht; doch sah ich noch mehrere andere, die minder weiß waren, minder hell. Da war das Kleid gewaschen und die Flecken wie Tintenflecken, die sich nicht auswaschen lassen. So sah ich viele dabei. Sie haben den Ablaß nicht vollkommen gewonnen, weil sie sich nicht beflissen haben, die Bedingungen zu erfüllen, die heilige Beichte nicht verrichtet, oder die heilige Kommunion nicht empfangen, die nur ein und aus gingen, aber nicht alle Bedingnisse erfüllten. Also haben diese doch, o Herr, von ihren Sündenstrafen abgebüßt?“

Jesus: „Ja freilich, freilich, aber nur zeitliche Sündenstrafen. Sie haben nicht vollkommen ihre Sünden abgebüßt, sondern bei jedem Gang nur einen Teil ihrer Sündenstrafen und auch nur einen Teil der Strafen einer Seele, der sie den Ablaß besonders zuwenden wollten, aber eben nicht vollkommen. Ganz und vollkommen hat ihn nur ein kleiner Teil gewonnen, die meisten aber nur zum Teil, und sobald sie wieder heraustreten und wieder anfangen zu sündigen, ist alles wieder dahin, weil sie sich nicht gründlich gereinigt haben. Diese aber, die du siehst, die vollkommen gereinigt sind, deren Gewänder sind weiß wie der Schnee – auch ihr seid dabei.“

Barbara: „O Herr, hat ihn N. auch gewonnen?“

Jesus: „Fragt Mich nicht so neugierig, genug, wenn Ich euch sage, was Ich will. Viel Freude haben sie Mir gemacht, die Kinder des heiligen Franziskus. Darum bin Ich heute ganz besonders getröstet und machte euch diese ganz besondere Freude, euch dieses wissen zu lassen und allen, die sich Mühe gaben, die Bedingungen zu erfüllen. Seht, Meine Kirche wünscht, Mein Statthalter in Rom, weil Ich es ihm so eingegeben habe, weil er Hand in Hand geht mit Meiner Dienerin – denn wie Ich zu dir rede, so rede Ich zu ihm –, daß ein Damm errichtet werden soll von heiligen, frommen Seelen, und Meine Kirche darauf hinarbeiten soll, daß dieser Damm von frommen Betern doch recht bald und recht zahlreich zusammengestellt und verbunden wird. Ich habe schon häufig mit euch darüber gesprochen, und Mein Diener in Rom versteht Meine Sprache. Er weiß, daß, was Ich rede mit einem so armseligen Wesen, wie Meine kleine Dienerin hier ist, nicht die Sprache eines armseligen Menschenkindes ist, daß es die Sprache jenes Gottes ist, Der Mensch ward, um die Menschheit zu retten. Also, um die Menschheit zu retten, würdige Ich Mich, zu reden durch euch und zu euch. Ich will Mich aber würdigen, zu vielen zu reden, ja Ich wollte, Ich könnte zu allen Menschen reden, und sie alle würden Mich verstehen.

Darum, Meine Kinder, freuet euch, wenn ihr Spott und Hohn erntet von Meinen Dienern. Wißt, daß sie nur die Werkzeuge sind, um aus euch Heilige zu bilden. Freilich ist es nicht immer gut, so zu tun, wie man hier in dieser Stadt tut. Dafür habe Ich aber gesorgt, daß ein Kanal Mir nicht verstopft wird, und keiner Meiner Diener wird es wagen und möchte es wagen, ihn zu verstopfen. Wißt ihr, daß Ich Meine Hand halte über ihn, deinen Beichtvater, daß er nicht weiter gehen darf, als Ich ihm die Erlaubnis gebe? Zurück zum einfältigen, kindlichen Glauben, nicht zu dem nackten Glauben, wie man sagt, das Volk auf dem einfachen nackten Glaubensweg halten. Wer läßt sich das gefallen in der heutigen, verwöhnten Welt, wo man nur liebkost, gegenseitig sich verzärtelt und nur besitzen und genießen will. Ei, ei, Meine Diener, Meine Kinder wollen auch besitzen und genießen. Warum vergällt ihr ihnen die Freude, die Ich ihnen machen will; denn ihr Besitztum bin Ich Selbst, und ihr Genuß ist Meine Tröstung, die Ich ihnen zukommen lasse. Warum wollt ihr es ihnen nicht vergönnen und sagen: ‚Man soll den gewöhnlichen Christenweg gehen, den alle Leute gehen.‘

Ja, freilich, damit alle vom Getöse der Welt übertönt und keiner Meiner Diener und Dienerinnen Meine Stimme mehr verstehen soll. Nicht wahr, wo bleibt denn der Genuß und die Tröstung Meiner Kinder, die Ich ihnen schuldig bin? Habe Ich euch nicht gesagt, daß Mein Diener Franziskus Mir kostbare Gaben entgegenbrachte: Einen lebendigen Glauben, ein felsenfestes Gottvertrauen und eine innige Liebe. Solche Seelen gibt es auch heute noch, die diese Gaben Mir entgegenbringen. Warum sollte Ich Mich einschränken lassen von Meinen Dienern, denen Ich die Würde und Meine Gewalt gegeben? Haben sie Mir vielleicht zu gebieten, haben sie vielleicht Mir Rechte zu machen, daß Ich jetzt zu keinem Meiner Kinder mehr reden darf? Aber nein, ihr müßt nicht irre werden, Meine Kinder, wenn Ich so rede.

Seht, diese Meine Diener in jetziger Zeit, stehen an dem Wendepunkt. Durch sie, durch ihren Eifer, ihren Feuereifer soll eine andere Einleitung zustande kommen, eine Umwandlung. Sie sollen den Weltgeist verdrängen, und dieser Weltgeist ist breit und dick geworden. Er ist hineingedrungen bis ins innerste Mark Meiner Kirche. Da muß erst langsam, langsam gearbeitet werden, um diesen Weltgeist zu verdrängen, und da müssen Meine Diener hart prüfen, ob nicht etwa statt Meinem Geist, der Geist der Welt vielleicht eine Seele antreibe oder gar der Geist der Finsternis. Und weil sie es selbst gar gerne mit der Welt nicht verderben möchten, um ja nicht töricht dazustehen, treiben sie es manchmal etwas bunt, aber nur zum Besten Meiner Kinder.

Seht, es ist doch noch lange kein Martyrium; ihr braucht euch nicht von wilden Tieren zerfleischen zu lassen, wenn auch hie und da durch die Zähne der Menschen ein spitzes Wort fällt über euch. Aber was Ich von euch verlange, müßt ihr tun, auch wenn ihr öffentlich von der Kanzel herab beschimpft werden solltet. Dieses sind eure Edelsteine; dieses sind die Mittel, wodurch Ich euch wasche in Meinem kostbaren Blut, womit ihr eure Sünden austilgen könnt. Wenn Ich euch sage, daß Ich über alle eure Fehler hinweggehen will, wenn ihr darüber hinweggeht, wenn ihr reumütig Mir entgegenkommt, und den geraden Weg fortgeht, als ob nichts vorgefallen sei, dann will Ich Tag für Tag eure Fehler verzeihen, und der Schritt zur Vollkommenheit soll immer weitergehen.“

Barbara: „O Herr! Ich will nicht wissen, ob recht viele Arme Seelen in den Himmel eingegangen sind; nur opfere ich noch einmal den ganzen Gnadenschatz Deiner heiligen Kirche in Vereinigung mit all den frommen Seelen, die sich Mühe gegeben haben, die Ablässe zu gewinnen, durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau, des heiligen Franziskus und aller lieben Heiligen zur Genugtuung auf, für unsere Sünden und zum Trost der Armen Seelen. O Herr, gib allen Armen Seelen die ewige Ruhe! O, daß doch keine Seele mehr im Fegefeuer zurückgehalten werde!“

Gestern abend hat sich mir eine Arme Seele gezeigt, die so schrecklich und furchtbar gebrannt hat. Aus deren Zunge ging ein Feuer aus wie eine Sonne, und sie sagte zu Barbara:

Arme Seele: „Ich gehöre zu den Seelen des Fegefeuers und kann noch lange nicht zu Gnade kommen; erflehe Mir doch nur Linderung für meine Zunge, die wegen Gotteslästerungen so vieles leiden muß.“

Barbara: „Mein Jesus, Barmherzigkeit! Du hast mir gezeigt, was eine Seele leidet, die bis zum letzten Atemzug Dich gelästert. Du hättest sie nicht verdammen können, weil unter ihrer Freundschaft eine Seele sei, die Dich liebt. Ist es vielleicht Frau F.? Mein Jesus, ich bitte Dich ganz besonders für den Bruder von Frau Z. Du hast die arme Frau doch schon hart heimgesucht. O führe doch die Tochter und Schwester zur rechten Erkenntnis, daß sie sich recht anschließen an die heilige Kirche und ihre Gebräuche und Zeremonien. Noch einmal opfere ich Dir all die Gnadenschätze für den Bruder auf. Erbarme Dich seiner, o Herr, um Deines kostbaren Blutes willen, o Herr! Ich opfere Dir den bitteren Todesschmerz, den Du für uns ausgestanden hast, den blutigen Angstschweiß, den Backenstreich und all das Weh, das Du für uns ertragen hast, die Schmerzen und Tränen Deiner Mutter und der heiligen Maria Magdalena und aller frommen Seelen auf, die dabei gewesen sind. O mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „O es gibt noch so viele andere Seelen, die Ich lieber erlösen würde als solche, die Mich nicht kannten oder Mich nur rücklings behandelten. O diese Toren! O ihr Kinder der Welt, wie töricht seid ihr! Glaubt ihr, Mir einen Schabernack zu spielen, oder Ich müßte noch vor euch ein Kompliment machen, wenn ihr einmal im Jahre die Sakramente empfanget, alle Vierteljahr einmal die Kirche besucht, und die Gebote mit Füßen tretet? Und dann, wenn ihr eingeht in Meine Gerechtigkeit, soll Ich euch doch behandeln wie die, die ihr ganzes Leben Mir gedient? Nein, nein, Meine Kinder! Ihr, die ihr Mich nicht gekannt im Leben, wartet jetzt, bis Meine Gerechtigkeit überbrückt ist. Aber diejenigen Meiner Kinder, die Mir im Leben treu gedient, die aber aus menschlicher Schwachheit doch manche Fehler begangen und nicht gebüßt haben, die empfehlet Mir, diese möchte Ich befreien.“

Barbara: „O so schenke uns die armen Bauern von S. und mir den Priester N.“

Jesus: „Ja, um all der Mühe willen, die ihr euch angetan.“

Barbara: „Schenke uns noch diese!“

Jesus: „Ja, Meine Kinder, die Zeit ist vorüber, Ich kann nicht mehr hingreifen. Jetzt ist die Zeit vorüber. Seid zufrieden mit diesen. Im allgemeinen sind ja über drei Millionen aus dem Fegefeuer befreit worden.“

Als Barbara eines Tages sich wegen Bemerkungen ihres Beichtvaters sehr ängstigte, nahte Sich ihr der Herr. Er kam vom Tabernakel her und sagte mit einer ungemein lieblichen Stimme:

Jesus: „Willst du dich nicht Mir hingeben, Meine Tochter?“

Barbara verhielt sich ablehnend und sagte:

Barbara: „Ich kann ja nichts mehr glauben, ich bin es ja selbst, die ich frage und mir die Fragen auch beantworte, ich bin ja betrogen.“

Jesus: „So, du bist es? Bist du es denn auch, der dir die Lieblichkeit in deinen Geist hineinsenkt, den Frieden, die Salbung? Was warst du denn noch vor einem Augenblick?“

Barbara sah sich überführt und gab sich Jesus hin. Er sagte:

Jesus: „Wen suchest du?“

Barbara: „Ich suche Jesum.“

Jesus: „Nun, Ich bin es, Ich bin es wahrhaftig, glaube Mir doch!“

Barbara: „Wenn ich betrogen bin, dann sind auch meine zwei Freundinnen betrogen. Ich habe sie doch nicht gesucht, Du hast sie doch mir zugeführt und bist schuld, wenn sie auch betrogen sind.“

Jesus: „Ich habe dir eben deshalb, weil du es nicht allein fertiggebracht hättest, in den Ängsten und Zweifeln standzuhalten, deine beiden Freundinnen zur Seite gestellt, damit sie dich halten. Die Priester sind heutzutage zu sehr von der Menschenfurcht geplagt. Aber aller Spott und Hohn, der euch zugefügt wird, trifft Mich zuerst, und zwar viel mehr als euch. Und wenn ihr hinauszieht auf euren Wallfahrten, bin Ich in jeder von euch, um den Spott in Empfang zu nehmen.“

Auch erschien die heilige Theresia, und sie flocht eine Dornenkrone. Barbara fragte, für wen sie gelte.

Heilige Theresia: „Für euch alle drei. Das ist die Krone des Spottes, die ihr eurem Herrn zuliebe tragen sollt auf euren Wallfahrten.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

306 Erster Freitag im August 1899

„Daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert.“

Lied: Aus Lieb verwundter Jesu mein ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, für das unaussprechliche Glück. Ich kann nicht anders, Herr, Du zwingst mich, wenn ich auch, wie mein Beichtvater meint, über alles weggehen sollte. Du zwingst mich dazu, daß ich die Ängste ablege, und daß ich ruhig weitergehe; denn jeder Mensch wäre doch gern gesund und täte lieber die Berufspflichten erfüllen, als so herumzulaufen, krank, matt und schwach, als wäre man seines Lebens beraubt.

Wie bin ich froh, wenn Du kommst; denn mit Dir kommt die ganze Lebenskraft. Ich danke Dir, daß Du mir einen Tropfen Wermut in mein armes Sünderherz hineingießest, obwohl ich es nicht wert bin. Ist es nichts anderes als ein Tropfen Ölbergangst, die Du mir alle Donnerstage ins Herz gießest, daß ich nicht so kann, wie ich will? So komme denn, rede, Deine Dienerin hört. Was verlangst Du von mir heute, Mein Jesus? Wie war ich so glücklich, die zwei Tage in Portiuncula. Wie bist Du so unendlich gut. Vorher konnte ich nicht recht beten, weil ich mich so schwach fühlte, so krank, so zerstreut und verstimmt; und dann war ich während der zwei Tage so erlöst. Wenn es im Himmel so ist, dann bin ich schon glücklich und zufrieden. Ich hatte keine anderen Gedanken, als Deine Nähe zu fühlen, und ich war so glücklich in Dir.

O, daß doch alle Menschen Dich erkennten, liebten und aus allen Kräften Dir dienen möchten. Wie wahr ist es, daß Du es bist, daß Du uns zeigst, wie glücklich diejenigen sind, die im Himmel sind, wenn schon Deine treuen Kinder auf Erden diese Festtage so mitfühlen, daß Du sie von allen Leiden befreist und ein Hereinleuchten von der ewigen Glückseligkeit sie fühlen läßt. Du allein bist mir genug. Ich brauche keine weitere Beglaubigung. Denn siehe, mein Bischof und mein Beichtvater, sobald ich etwas verlangte, was sie nicht wollten, war es aus mit der Güte, solang ich etwas von Übernatürlichem spreche, was doch wohl bei allen Deinen treuen Kindern der Fall ist. Es ist nicht wahr, daß ich mir die Krankheiten einbilde. Ich beschwöre, daß es auch nicht wahr ist, daß es von meinen beiden Freundinnen herkommt. Du allein bist es, Der mir die Gesundheit nimmt, mich schwach und hinfällig macht, so daß ich genötigt bin, mich ins Bett zu begeben. Du bist es, Der mit mir reden will, und deswegen ziehst Du mich von allem ab.

Deshalb sei gepriesen für all diejenigen, die es nicht glauben. Ich grüße Dich im Namen aller treuen Kinder Deines Herzens. Komme Geliebter, ich will Dir Ersatz und Sühne leisten mit meinen zwei Freundinnen, mit N., Deiner treuen Dienerin, mit Frl. St. und Frau Z. und N.; hier in Mainz sind ja gar wenige. Das werden sie alle sein, meine Geschwister und Schwägerin und die wenigen, die es glauben. Ich vereinige mich mit allen, die in weiter Ferne stehen, die glauben, daß Du gut bist, besonders N.

Ich bitte Dich im voraus, mache N. die Freude und mache einen Abstecher, wenn N. kommt. Ich weiß es, daß ich es nicht kann, wie ich will und meine zwei Freundinnen auch, und diejenigen, die es nicht glauben und nicht wissen wollen, sollen fortfahren, wie sie wollen. Ich will tun, was ich tun muß, sie ehren als meine Vorgesetzten. Ich will aber auch tun, was Gott mir gebietet und will annehmen, daß dieses kein Menschenwerk ist, obwohl ich glaube, daß die Kirche nicht fehlen kann, daß der Heilige Geist sie leitet. Aber siehe, mein Herr, wer war es denn, Der durch meinen Beichtvater sprach, daß ich den Einsprechungen des Heiligen Geistes recht pünktlich folgen solle. Du sprichst durch ihn, und er widerspricht sich selbst, indem er sagt, ich soll den gewöhnlichen Weg gehen und die Sache meiden; ich täte nichts als unnütz arbeiten in dem Kram, mich hineinvergraben. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Meine Kinder! Längst müßt ihr da mit euch einig geworden sein, was ihr zu tun habt. Seht, als Ich auf Erden wandelte und das Volk Mir nachströmte, die letzten drei Jahre Meines öffentlichen Auftretens und Lehramtes, da waren nicht alle gleich gesinnt. Nur das arme, kleine, ungelehrte Volk war einig mit sich. Es fühlte sich hingezogen; es konnte der Gewalt Meiner Rede nicht widerstehen, der Liebe Meines Herzens sich nicht widersetzen. Es fühlte so recht die Liebe heraus, die da in die Worte hineingelegt war.

Und doch verlangte Ich da gar nicht mehr, als Ich jetzt verlange von euch, Meinen Kindern. Ich kam, um sie zu belehren, um das Reich Gottes hineinzupflanzen in die Herzen der Menschen. Ich kam nicht, um ihnen Ehre und Ansehen zu verschaffen, ihnen Reichtümer zu geben, was alles in Meiner Hand gelegen wäre, bin Ich ja doch der Schöpfer des Weltalls. Ich kam nur, um die gebrochenen Herzen zu trösten, die gebrochenen Herzen aufzurichten, die Kranken zu heilen, die Toten zu erwecken, die Stummen reden zu machen. Und doch, wie viele, ja alle die Gelehrten, die Mich anhörten, einige, im höchsten Fall zwei oder drei ausgenommen, waren gegen Mich. Sie fanden in der Liebenswürdigkeit der Rede nur Stolz und Hochmut und ein aufgeblähtes Wesen. Und da sie Meine Abstammung für eine menschliche hielten und Mich als des Zimmermanns Sohn betrachteten, da war es mit ihrem Glauben ganz aus. Sie waren sich auch einig darin, daß von Nazareth nichts Gutes kommen könne, und diesen ihren Unglauben brachten sie überall an, wo sie nur Einfluß finden konnten, das waren die Reichen, besonders die Reichen, da fanden sie Einfluß.

Doch gab es auch Reiche, die der Gewalt Meiner Worte und der Lieblichkeit, die aus Mir sprach, nicht widerstehen konnten. Sie schlossen sich Meiner heiligen Mutter an; meistens waren es die Frauen, das Frauengeschlecht, die reichen Frauen. Diese mußte Ich denn auch haben, weil Ich ja doch ganz arm war und mit Meinen armen Jüngern ein ganz armes Leben führen wollte, und Ich doch Bedürfnisse hatte wie jeder andere Mensch. Darum machten diese Reichen Mir große Freude, die sich anschlossen an Meine heilige Mutter, und Ich liebte sie, und Ich verzieh ihnen ihre Fehler, und sie gehörten zu den liebsten Kindern Meines Herzens wie die Armen, die ganz entblößt waren, denn um dieser Armen willen bin Ich gekommen, die Welt zu erlösen, und die Reichen, die da der Erlösungsgnade teilhaftig werden wollen, müssen arm werden im Geist. Sie müssen ihren Reichtum, den Überfluß, gebrauchen zu dem Zweck, zu dem Ich ihn ihnen gab. Im übrigen müssen sie mit Meinen armen Brüdern Hand in Hand gehen, so wie es damals der Fall war.

Aber seht die übrigen, die stolzen Gelehrten, wie sie überall an Mir nur ein aufgeblähtes Wesen zu finden glaubten, Mich haßten und verabscheuten und durchbohrten mit ihren Blicken. Da Ich nun, der Ich hier rede, kein anderer bin als damals, als Ich die Welt erlösen wollte, erlösen wollte von der Sünde und dem Verderben, in das sie hineingerannt waren, so müßt ihr euch nicht wundern, wenn es euch ebenso ergeht.

Ich will Meine Diener nicht neben die stolzen Pharisäer stellen, denn sie sind ja diejenigen, die Mein Reich ausbreiten auf Erden, und die Ich hinausgesendet habe mit dem Auftrag: ,Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie.’ Meine Kirche aber will es nicht einsehen und hebt immer und immer wieder hervor, daß die Zeiten eines heiligen Franziskus eines heiligen Dominikus, einer heiligen Hildegard, Brigitta, Katharina von Siena und aller der Diener und Dienerinnen, die Ich mir erweckte, noch viel schlimmere gewesen seien als die jetzige Zeit, die sie immer hinstellen, als sei sie wunder was für eine gute Zeit, und als sei es nur damals notwendig gewesen, die Welt wieder zurückzuführen, Meine Kirche wieder aufblühen zu lassen, im Glaubensleben zu erneuern.

Nein, nein, Meine Diener, da irrt ihr euch gewaltig, und solange ihr kalt den Worten gegenübersteht, spöttelnd und höhnend, werdet ihr wenig ausrichten in eurer Wirksamkeit. Wißt, daß das neunzehnte Jahrhundert das Jahrhundert der Aufklärung ist, des Atheismus, daß man noch nie, seitdem die Welt besteht, so viele Atheisten aufzuzeichnen hat wie in diesem Jahrhundert. Geht doch an einen Biertisch, setzt euch in ein Eisenbahnabteil, wandert eine Strecke auf der Landstraße, wenn zu euch sich ein armer Handwerksbursche gesellt, und das zehnte Wort, das ihr mit ihm sprecht, ist, daß er seine Gottesleugnung euch vorbringt. Er leugnet Gott und den Himmel und die Hölle. Der Greis, der mit einem Fuß im Grabe steht, er leugnet den Himmel und die Hölle, er glaubt an keinen Gott. Der Jüngling, der noch auf der Schulbank sitzt, kaum der Schule entwachsen, er leugnet Gott und die Hölle und den Himmel, und ihr wollt euch einreden, es sei nicht notwendig, das Glaubensleben zu erneuern, einen tieflebendigen Glauben dem armen Volk, wo noch etwas zu retten ist, einzuprägen und beizubringen, das Flämmchen, das noch nicht ganz erloschen ist, anzublasen und auflodern zu machen.

Ihr wollt das Volk auf den nackten, steifen Glaubensweg hinleiten, ihr wollt diejenigen tadeln, die für ihr Volk sich einsetzen, die Werke verrichten, worüber sie nur verlacht und verspottet werden, nicht nur von der abgefallenen Volksmasse, nein, noch am allermeisten von euch selbst, die ihr nur Spott und Hohn für sie habt und sonst nichts. Wahrlich, wahrlich, sage Ich euch, niemals wird eure Wirksamkeit, auch wenn ihr glaubt, noch so viel getan zu haben, für euer eigenes Seelenheil euch etwas nützen, noch viel weniger aber für das Seelenheil anderer, die Ich euch anvertraut habe.

Ihr alle aber, ihr Meine treuen Diener, die ihr es aufgefaßt, was der Zeit not tut, fahret fort mit dem tiefgläubigen Volk, Ich sage nicht mit dem Volke, nein, mit dem Völkchen, denn es sind nur gar wenige, und doch habe Ich schon bereits angefangen, in vielen das Glaubensflämmchen wieder anzufachen. Das sind diejenigen, die im Liebesbund stehen, jene Ordensgenossenschaften, die davon wissen und sich anschließen, jene Priester, die davon wissen und es zu verbreiten suchen und die Nutzanwendung daraus ziehen.

Seht, alle, die da vorgeben, gläubige Christen zu sein, solange sie aber nicht glauben, daß Ich das Glaubensleben erneuern will in jedem Meiner Kinder, werden sie nur halb und halb zu Mir stehen. Sie werden Mir heute ‚Hosianna‘ rufen und Mir entgegenkommen und morgen wieder ‚Hinweg mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm!‘ Ihr habt Zeugnisse genug dafür, was Ich hier sage.

Darum sagt Meiner Dienerin N. einen herzlichen Gruß von Mir; sie sei diejenige, die sich wie eine Magd, eine Martha, wie eine Veronika und all die lieben Frauen, die Meine heilige Mutter begleiteten überall hin, wo Ich Meinen Fuß setzte, das Volk zu belehren, die sich anschließen soll an euch. Sagt ihr, was Ich ihr schon einmal sagen ließ, daß Ich zwar nicht Wunder wirke plötzlich und auffallend, wie dieses früher geschehen mußte, wo Ich Meine Kirche gründen mußte, daß Ich ihr aber verspreche, sobald sie sich allmählich losmachen wird von allzu großer Anhänglichkeit an den Kot und Staub der Welt, mit dieser Losschälung Hand in Hand geht das Aufblühen ihres Geistes und damit das Aufblühen aber auch ihre Gesundheit. Sie wird es noch dahinbringen, daß sie mit euch wandert, wohin Ich euch schicke; aber, Meine liebe Freundin, das kostet noch einen gewaltigen Schritt. Siehe, wen Ich aber erfasse, und wen die Liebe zu Mir erfaßt, dem ist alles eine Kleinigkeit. Ich will vor allem hier in Mainz das Glaubensleben erneuern, und da muß Ich tun, wie Ich getan habe zu der Zeit, als Ich auf Erden wandelte: Ich muß beim armen Volk anfangen und dazu diejenigen stellen, die Ich mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, die aber Mir treu dienen wollen.

Siehst du, Meine Freundin, wie viel Gutes du schon gewirkt hier in Mainz. All die Männer, die der Andacht beiwohnen, sind schon gewonnen für Mich und Meine Sache. Sie sind die Sprößlinge, die ersten Keime, wodurch das Familienleben hier in der Stadt erneuert wird; denn die Männer, die dieser Andacht beiwohnen, sind gewonnen für Mich. Sie treten dann hinein in das öffentliche Leben, und wo sie hintreten, da schwindet der Unglaube, da reißen sie, ohne es zu merken, andere mit sich fort. Weil sie feststehen im Glauben, lassen sie sich durch den Unglauben anderer nicht mehr betören, was aber früher der Fall war. Dies alles kommt aber daher, weil man überall hört, wenn auch noch im stillen Flüstern, daß Ich Mich durch eines Meiner Kinder zeige, daß Ich wirklich und persönlich zu einer Meiner Dienerinnen komme, und dieses macht einen gewaltigen Eindruck auf eine Seele, die da noch einen Funken Glauben in sich trägt. Fürchte dich nicht, zu viel zu tun. Siehe, du hast ein gutes Herz. Ich habe es dir gegeben und bereitet, damit du Großes leisten sollst. Die Ängste und Zweifel, die du hast, und die dich gar zu kleinmütig machen, sollst du tragen mit Meiner kleinen Dienerin. Diese hat sie ja noch ebenfalls, doch nicht mehr so stark wie früher. Siehe, an ihr sollst du dich immer wieder halten, fest anklammern, sie wird dich mit hineinziehen. Aber auch du, Meine Dienerin, Frau N. und N., ihr sollt noch andere herbeiführen, denn Großes will Ich durch euch wirken.

Das Priestertum, das Ich nun einmal nicht anders gewinnen kann, als daß sie die Früchte sehen, die wachsen in Meinem lieben Gärtchen. Denn seht, Meine Kinder, ihr seid der Lustgarten, in dem Ich wandeln will, und diejenigen, die Ich da hinein verpflanzt, sind all die lieblichen Blumen und Gewächse, die darin emporsprossen. Es sind jene frommen Priester, die da glauben, daß Ich die Macht besitze wie im zwölften, wie im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert, daß Ich durch einige Seelen das Glaubensleben wieder erneuern will; sie sind die Eichbäume in Meinem Liebesgärtchen, in Meinem Lustgärtchen.

Jene Familienväter und Mütter, die da glauben, daß Ich mit euch verkehre, und die danach das Familienleben ausrichten, sie sind die Blumen, vielmehr die Gewächse, die Sträucher, unter deren Schatten die Kinder ruhen und ihre Kinder für Mich gewinnen. Jene Jungfrauen, die da sich anschließen und da aufsprossen in diesem Meinem Lustgärtchen, sie sind die wunderschönen Blumen, an denen Mein Herz sich erfreut, aber auch das Herz Meines Vaters und des Heiligen Geistes, und von Tag zu Tag sich schöner entfalten diese Blümchen, und die Heilige Dreifaltigkeit sie immer mehr für Sich in Anspruch nimmt. Darum werden auch durch diesen Lustgarten, in dem die Seelen aufwachsen, allerlei heroische Tugenden geübt werden, so daß das Priestertum nicht anders sagen kann als: Ja, das ist Gottes Sache hier, hier wirkt Gottes Finger. Der Umbau des Klosters muß und soll befördert werden.

Seht, Meine Kinder, andere Häuser wurden errichtet, wie das Haus der Göttlichen Vorsehung der Schwestern von der Vorsehung, das Marienstift, und viele schöne Werke sind schon hier in Mainz errichtet worden, wie die Waisenanstalten für arme Kinder. Alles dieses wird aber mehr durch Wohltaten Meiner Diener, Meiner Priester, und anderer großherziger Seelen gewirkt und gestiftet, aber dieses Werk hier, der armen Kapuziner, soll und bleibt nur das Arbeitsfeld frommer, treuer Seelen. Da ist kein Bischof, der sich einmischt, der große Spenden dazu gibt, da ist auch kein reicher Mann, der eine Stiftung macht, weil die Männer am allerwenigsten Hilfe suchen bei den Kapuzinern. Die Frauenwelt, die arme, tiefgedrückte Frauenwelt, die noch an einen Gott glaubt, und fromme Jungfrauen, die ihr Leben Mir geweiht, wenn sie sich auch nur heiligen zwischen den vier Wänden ihres Zimmers, die nicht in einem Kloster stehen, die aber leuchten sollen durch ein stilles Tugendleben in der Welt, diesen habe Ich es vorbehalten, diesen Bau zu befördern. Denn viel Gutes soll in späteren Zeiten, wo Meine Kirche wieder aufblüht hier in Mainz, wieder auf den Leuchter gestellt sein wird, durch dieses Kloster gewirkt werden. Und nun singt Mir zum Lobpreis das Te Deum.“

Barbara: „O Herr! N. würde gern eine Priesterstiftung machen und hängt ihr Herz daran, Dir dadurch alle acht Jahre einen Priester zuführen zu können. Wenn Dir dies aber lieber ist, so würde sie ihren Willen gern dem Deinen unterwerfen.“

Jesus: „Es ist jetzt Mein Wille so. Wirkt einmal recht darauf hin, daß dieses Werk fertig wird, weil es gilt, sein Licht jetzt leuchten zu lassen, damit die Menschen es sehen und den Vater preisen, Der im Himmel ist. Meine lieben Kinder, anders kann Ich Meine Diener nicht gewinnen für Meine Sache. Im stillen wirken, wie das hier der Fall ist, gilt nichts bei ihnen. Sie wollen Früchte sehen.

Darum schart euch zusammen, stellt euch zusammen, Mann an Mann, Kopf an Kopf, ihr, die ihr Meinen Lustgarten ausmacht und freut euch, Meinen Auftrag besorgen zu dürfen. Gewinnt recht viele Seelen, auch unter der besseren Klasse der Reichen, wie deine Verwandten, die Frau J., W.N., S.N., die Ich auch schon einmal genannt habe, damit ihr recht viele Verdemütigungen für Mich erlangen könnt, aber auch recht viele Opfergaben. Wenn ihr eine Verdemütigung habt, dann wendet euch um und sagt: ‚Das war für mich, jetzt gebt mir etwas für den lieben Heiland.‘ Geniert euch nicht und fürchtet euch nicht.“

Bei der letzten Wallfahrt nach Mainz-Gustavsburg, die wir alle Samstage machen, überfiel Barbara plötzlich die himmlische Gewalt, und sie sah mit ihren Geistesaugen unsere himmlischen Freundinnen, wie sie uns begleiteten in einem Strahlenglanz.

Inhaltsverzeichnis Band 4

307 Am 12. August 1899

Bei der heutigen Wallfahrt sagte die liebe Mutter Gottes, daß unsere heiligen Engel jeden Schritt und Tritt, jedes Schweißtröpfchen, allen Spott und Hohn sammeln, damit es für uns aufbewahrt bleibe. Auch sagte Sie, wir sollten noch in die Andacht zu Ehren der heiligen Klara gehen. Dort würden wir noch etwas erfahren. Dort sagte der liebe Heiland, wir sollten der Oberin von N. zu ihrer am heutigen Tage stattgefundenen Neuwahl zur Priorin gratulieren.

Weil der Beichtvater von Barbara gepredigt, es gebe Personen, die der Teufel noch im Sterben durch falsche Erscheinungen versuche; er erscheine ihnen in Gestalt des Herrn und Seiner heiligen Mutter, nur, um sie hoffärtig zu machen, ängstigte Barbara sich anderen Tages sehr. Die liebe Mutter Gottes aber tröstete sie sehr, und sagte:

Maria: „Geh hin zu deinem Beichtvater und sage ihm, er möge sein Wort zurücknehmen, denn damit hat er Meine Macht geschmälert. Ob er denn glaube, daß bei einer Seele, die ihr ganzes Leben Gott nach Kräften gedient habe, die Macht des Teufels stärker sei als Mein mütterlicher Beistand.“

Bei der folgenden Wallfahrt nach Mainz-Gustavsburg, als wir der lieben Mutter Gottes das Lied sangen „Gegrüßet seist du Königin“, mit dem Refrain „Freut euch ihr Cherubim“, sah Barbara sofort die Scharen der Engel herbeieilen und mit uns einstimmen. Einer von ihnen trat hervor und schlug den Takt dazu und eiferte die anderen an. Als wir später der lieben Mutter Gottes das „Gegrüßet seist Du, Maria“ sangen, da zeigte Sie Sich Barbara, und sie fiel in Ekstase, und die liebe Mutter Gottes sagte:

Maria: „Meine lieben Kinder! Ich segne euch im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ich bitte euch, kommt doch recht oft hierher an diesen heiligen Gnadenort, Ich will es so annehmen, als ob ihr nach Lourdes wallfahren würdet. Singet Mir jedesmal dieses Lied und leistet Mir Sühne und Abbitte für die viele Schmach und Lästerung, die Mir angetan wird von eurem Geschlecht. Ihr sollt Mich ehren für diejenigen, die Mich verachten. Fürchtet nichts, Ich werde euch unter Meinen mütterlichen Schutzmantel nehmen, und es wird euch nichts zustoßen.

Grüßet Mir herzlich alle Meine Kinder, und trachtet, daß euer Häuflein sich mehre.“

Inhaltsverzeichnis Band 4

308 Zweiter Freitag im August 1899

„Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber, wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch, wie Ich will.“

Lied: Aus Lieb verwundter Jesu mein ...

Barbara: „O mein Gott! Alle meine Sünden sind mir leid und reuen mich, weil ich dadurch Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir ernstlich vor, Dich nicht mehr zu beleidigen, ja, jeden Gedanken und jede Gelegenheit sorgfältig zu meiden, Die Dich beleidigen könnten. Gib mir, o Herr, Deine Gnade dazu. O mein Jesus! Verzeih mir, ich habe Dir nicht gedient diese Woche, ich war so ungeduldig manchmal. Ich habe mich so geärgert über meine Umgebung. O verzeih mir! Gelt, Du magst nichts von mir wissen, weil ich so böse bin? Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Zu einer Zeit, wie heute, zu kommen, ist ein Zeichen der großen Güte und Barmherzigkeit eines Gottes. Denn Meine Kleine ist gar nicht gewillt, Mich heute zu empfangen. Sie glaubt, Ich sei auch wie sie, so unbeständig, so veränderlich. Du mußt aber wissen, daß Ich die Eigenschaft der Unveränderlichkeit, nebst vielen anderen Eigenschaften, an Mir habe. Ich bin und bleibe ewig Derselbe, ewig Derselbe gute, wahrhafte und getreue Gott, Der nicht immer gleich zürnt und nicht immer gleich straft, wie es die Menschen tun würden, wenn sie beleidigt worden sind. Allen zum Trost, die mit euch verkehren, und die es lesen: Niemals werde Ich den Baum ausreißen, wo er eingepflanzt ist, sondern Ich werde ihn stehen lassen, düngen und umgraben, damit die Feuchtigkeit eindringen kann. Versteht ihr Mich?

Niemals verlange Ich, daß die Seele, die Ich Mir erwählt habe, da beten soll, wo sie zu arbeiten hat. Jeder Mensch hat seine Berufsund seine Standespflichten; diese muß er erfüllen. Weil Ich aber wünsche, daß das Gebetsleben gehoben und gepflegt wird, und daß es viele treue Kinder gebe in der katholischen Kirche, die Mich mehr als in jedem anderen Jahrhundert anbeten, Mich vor allem erkennen und lieben, darum verlange Ich, daß der jungfräuliche Stand mehr gehoben und gepflegt wird, weil eine Jungfrau mehr sorgen muß und kann und soll für das, was des Herrn ist, während eine Verheiratete sorgen muß, ihrem Mann zu gefallen, damit der Friede in der Familie nicht gestört wird.

Wenn Ich nun das Gebetsleben befördern will, weil so viele Menschen verlorengehen durch Satans List, durch die vielen Helfershelfer Satans, und die Gnade in den Menschenherzen durch die vielen Verführungen immer mehr gehindert und hinausgedrängt wird aus den Herzen der Kinder der Kirche, darum muß es auf der anderen Seite wieder Kinder geben, die das Vaterherz Gottes bestürmen und ihm Gewalt antun, damit Er die Ungerechtigkeit Seiner Kinder vergißt und manchmal etwas übersieht. Seht, Meine Kinder, wie viele Menschen leben in den Tag hinein bis zum Ende ihres Lebens, spotten und verhöhnen die Gerechtigkeit Gottes. Nun kommt dieser arme Mensch auf das Sterbebett, und die ganze Hölle setzt alle Hebel in Bewegung, weil sie glaubt, diese Seele gehöre jetzt ihr.

Da tritt nun eine Seele vor Meinen Vater hin. Mit innigem Gebet bestürmt diese das Vaterherz Gottes, und in dem Moment des Todes, wo die Hölle schon ihren Schlund öffnet und die Seele, weil sie ihr gedient, verschlingen will, vergißt Mein Vater das ganze Unrecht der Seele, vor lauter Eifersucht, möchte Ich sagen, weil die ganze Hölle schon bereit ist, die Seele in Empfang zu nehmen, und um des Gebetes jener Gerechten willen auf Erden, die Ihn gerade in dem Augenblick drängen und Ihm sagen: „Siehe, Vater, für die Sünder setze ich mich ein; für die Sünder will ich diese Wallfahrt machen; für die Sünder will ich mir diese Abtötung auferlegen; für die Sünder will ich mein ganzes Leben mich für einen Narren, für einen Toren, für einen Wahnsinnigen behandeln lassen, vergißt Mein Vater das Unrecht dieser Seele und schenkt Gnade dieser Seele, schenkt Barmherzigkeit dieser Seele, und sie ist gerettet, Meine Kinder, gerettet für die ganze Ewigkeit!

Glaubt ihr nun wohl, daß Ich Mich da zurückdrängen lasse, wenn du mal böse geworden bist? Ich habe es wohl gesehen, und dein heiliger Engel auch. Ich schaue aber auf den Hintergrund, auf das Hinterhäkelchen bei dir. Ich weiß wohl, warum du jagst und treibst, weil du dann wieder andere Tage Mir schenken willst. Ja, Meine Kinder, so ist es; allen, die es lesen zum Vorbild und zum Trost, nicht zur Strafe und zur Warnung. Nein, nein, Ich zürne nicht, Ich vergesse die Fehler, die der Mensch aus Schwachheit begeht, sie sind schon wieder verziehen, wenn er nur im Herzen sich wieder zurechtfindet. Ich habe gesehen, wie du deiner Anna (mit der Barbara unwillig geworden) wieder zureden wolltest, wenn du es auch nicht ausgeführt, und du wolltest sie um Verzeihung bitten, während es hätte umgekehrt sein sollen. O wie wird sie es bereuen, daß sie Meine Gnade mit Füßen tritt. Aber werdet nicht irre, muß Ich ja mit allen Menschen Nachsicht haben. Ich habe dem Menschen den freien Willen gegeben. Wenn er nur noch Meine Gebote hält, dann mag er den anderen Weg gehen, der ihm viel mehr Kreuz eintragen wird, mag er dann jenes Kreuz tragen. Wenn er das Hölzchen verwirft, muß er den Balken auf sich nehmen. (Ist tatsächlich eingetroffen nach ihrem eigenen Eingeständnis.)

Aber Ich fahre fort, Meine Kinder! Da Ich nun wünsche, daß das Gebetsleben gepflegt und gehoben wird, weil auf keinem anderen Weg die Kirche siegen kann und zum Sieg gebracht werden kann, so muß Ich anfangen und viele Jungfrauen erziehen, denn der jungfräuliche Stand hat das Vorrecht, daß niemand über ihn zu gebieten hat. Er hat keinen Ehegatten, und wenn Vater und Mutter ihm weggerissen sind, steht er nicht mehr unter dem Gehorsam, also er steht frei und kann seinen Willen gebrauchen, wie er will, wenn er nicht gerade Dienstbote ist. So habe Ich dich neben die Familie gestellt. Du stehst in der Familie, aber doch neben der Familie, du hast die Verpflichtung nicht wie ein Dienstbote, obwohl du arbeitest und arbeiten mußt, um dein Brot zu verdienen. So will Ich aber, daß es viele Jungfrauen gebe in der Welt.

Ja, Ich wünschte, daß in jede Familie Ich eine Jungfrau hineinstellen könnte, die da das Unrecht der anderen auf sich nehme, die die Fehler und Sünden, die in der Familie begangen werden, wieder büßt; denn dadurch, daß eine solche Seele sich hie und da losreißt und nur Mich allein sucht, obwohl sie auch ihre Fehler hat, betet sie aber doch auch wieder viel, viel für die übrigen Geschwister, auch für die, die verheiratet sind, und die hie und da auf große Abwege und Irrwege geraten in ihrem Ehestand. Wer ist es nun, die noch betet für die Familien, die in der Welt verzweigt sind?

Wenn ein Stamm sieben Äste hat, und diese werden nach allen Gegenden hin zerstreut, und es hat jeder Ast wieder seinen eigenen Stamm gegründet, wo ist da noch eine Verbindung in der Familie? Wenn man sich auch hie und da noch gegenseitig das Leid klagt, das eine Mitglied dem anderen seine Not klagt, so hat jede Familie so viel Kreuz für sich mit den eigenen Angehörigen zu tragen, daß man an ein Beten nicht mehr denkt. Da steht nun aber in dieser verzweigten Familie eine Jungfrau, ein Priester oder Ordensmann. Ja, dieser allein hat noch Herz für die ganze verzweigte Familie, die in der Welt zerstreut ist, und diese Jungfrau setzt sich ein für all die in der Welt zerstreuten Kinder und Kindeskinder, solange sie lebt.

Warum soll ich da die Fehler einer solchen Jungfrau so gar hoch anschlagen, die sich doch nur einsetzt für andere, und wie töricht ist es, zu schimpfen und zu schmähen über solche Seelen. Seht, ihr Weltenkinder, die ihr so schmäht über den jungfräulichen Stand, wenn wirklich eine solche Seele nur schafft für die Welt, so schafft sie nur für euch, wenn sie nur gewinnen will und sich nicht losreißen kann von der Erdscholle, solltet ihr sie nicht schmähen, da sie ja alles, was sie gewinnt, für euch erspart und zurückläßt. Ich will dies nur annehmen, weil man immer schimpft über den jungfräulichen Stand.

Eine andere Seele aber, die versteht, was des Herrn ist, und daß sie Ihn zum Bräutigam hat, diese erkennt auch die ganze Größe ihres Standes, ihres ganzen Berufes. Sie weiß, daß sie dasteht, um die ganze Familie zu retten. Sie setzt sich ein für das ganze Menschengeschlecht, und diese Jungfrauen seid ihr. Diese Jungfrauen sind alle, die Mir dienen in den Klöstern, sie setzen sich nicht nur ein für die Familie, der sie angehören, sondern auch für das ganze Menschengeschlecht, seien es solche, die in den Spitälern ihren Beruf ausfüllen, in den Schulen, oder die ganz und gar sich zurückgezogen in die Höhle Meiner Dienerin Maria Magdalena, wie dieses Meine Kinder von der heiligen Theresia, die Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung, und all die verschiedenen beschaulichen Orden tun. Diese sind es, die Meinem Vater Gewalt antun, und durch welche so viele Seelen noch gerettet werden am Rand des Grabes.

Ich habe es schon einmal gesagt, daß ihr es zu eurer Lebensaufgabe machen sollt, zu beten für die Sterbenden. O sagt es Meinen Dienerinnen, die mit euch in Verbindung getreten sind, alle Tage zu beten für die Sterbenden. Über all die Kleinigkeiten, die sie so viel und so hart niederdrücken, sollen sie hinweggehen, denn in Meinen Augen ist alles nur eine Kleinigkeit, was das arme Herz bedrückt. Übergebt doch Mir eure Sorgen und tut, was Ich euch sage. Erfüllt Meinen Willen, denn alles ist Mir eine Kleinigkeit, was euch bedrückt. Wenn ihr Mir dient, wie Ich will, dann lohne Ich es, wie ihr wollt. Dient ihr Mir aber wie ihr wollt, dann lohne Ich es euch wie Ich will. Ihr Priester könnt Mir keine größere Freude machen und nichts Herrlicheres, Besseres schaffen in der Christenheit, als wenn ihr es dahinbringt, daß recht viele jungfräuliche Seelen gebildet werden, die sich einsetzen für andere. Habt doch keine Angst, daß dieses nur Streitigkeiten in die Familie bringe. Vieles ist erlogen und ersonnen durch die Bosheit der Menschen. Habt aber auch keine Angst, wenn eine neue Klosterstiftung gemacht werden soll, daß da die Hindernisse nicht zu übersteigen sind. Fangt nur an, alles ist Mir eine Kleinigkeit. Wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist, wenn alle die Fehler abgebüßt sind, dann werdet ihr mit einemmal euren Wunsch erfüllt sehen und alle eure Mühe belohnt sein. Ihr Geschöpfe habt allzuwenig Geduld. Alles soll da, wie es ausgedacht, wie es geplant ist, schon fertig dastehen. Geduld müßt ihr haben, Meine Kinder, große Geduld. Wenn hie und da eine Seele, die Ich Mir erwählt, der Ich alle Anlagen zum jungfräulichen Stand gegeben, Mir doch wieder entspringt, dann müßt ihr nicht irre werden.

Seht, wenn Satan Meine Mutter anfocht, wenn Satan gar Mich anfocht, glaubt ihr wohl, daß er den übrigen Menschen nicht zurede mit der gleichen Sinnlichkeit, voraus, daß er die schwache Seite am Menschen nicht ausnützt? O ja, überall! Er geht sogar hinein in die Klostermauern. Aber dieses ist kein Grund, den jungfräulichen Stand zu tadeln, weil so viele noch heiraten, obwohl sie schon im Alter vorgerückt sind. Der Ehestand ist ein heiliger Stand, und Ich brauche ihn und habe ihn geschaffen zur Fortpflanzung des Menschengeschlechtes, und weil er bestimmt ist, den Himmel zu bevölkern. Es gibt viele und muß viele heilige Eheleute geben, und es gibt auch recht viele heilige Eheleute. Aber, daß der jungfräuliche Stand hoch erhaben über dem Ehestand steht, könnt ihr daran erkennen, daß der Sohn Gottes nicht eher in die Welt eintreten konnte, bis Er eine Jungfrau fand, die durch ein Gelübde Sich schon in Ihrem dritten Jahr den jungfräulichen Stand gelobte, bis Er einen Nährvater fand, der jungfräulich leben wollte.

Darum sagt Meiner Dienerin, Schwester M. v. J., einen herzlichen Gruß; sie soll nicht so ängstlich sein, ob Ich mit ihr zufrieden sei. Sie soll das, was ihr jetzt abgeht an vertrautem Umgang mit Mir durch Großmut ersetzen. Sie soll mit recht gläubigem Herzen annehmen, was Ich jetzt durch dich ihr sage. Ich bin mit ihr deswegen doch nicht unzufrieden, auch wenn sie sich nicht mehr hingeben kann; denn es sind die Sorgen und Lasten, die sie auf den Schultern trägt, und die Schwachheit ihrer Gesundheit, weil Seele und Leib verbunden sind. Ich will deswegen nicht, daß eine Seele, mit der Ich innig verkehre, die Meine Stimme und Meine Sprache verstehen soll, streng faste, Strengheiten übe, wodurch ihre Geisteskräfte sehr geschwächt werden, denn der arme Mensch ist ja aus Fleisch und Blut, aus Leib und Seele zusammengesetzt. Sie soll mit aller Entschiedenheit dazu beitragen, und sie alle, die in diesen Mauern wohnen, um die geistliche Obrigkeit dahin zu bringen, daß sie in Verbindung mit ihnen eine neue Stiftung mache, und zwar dort in dem Ort, wo Schwester Al. es wünscht.

Und du, Meine Tochter, sage deiner Verwandten, die Ich mit zeitlichen Gütern so gesegnet, daß ihre Verwandten in Hülle und Fülle zu leben haben und noch nebenbei viel Gutes stiften könnten, wenn sie nur wollten, daß deswegen aber diese Jungfrau sich nicht soll einnehmen lassen von ihren reichen Geschwistern. Sie soll sich anschließen an dich. Sie wird sehen, welcher Lohn ihrer schon hier auf Erden wartet.

Denn sie gehört ja, wenn sie es tut, wenn sie Meine Worte beachtet, zu den klugen Jungfrauen, die ihre Lampen mit Öl füllen. Sie soll bedenken, daß die zeitlichen Güter, die Ich ihr geschenkt, Rost und Moder sind, der verwest und verwelkt; jetzt aber kann sie diese umsetzen, umtauschen für bares Geld, für bare Münze, für lebendige Münzen. Denn, wenn sie mit ihrem Geld, das einstens doch verstiebt in der Luft, eine Klosterstiftung macht, dann hat sie so viele lebendige Abbilder Jesu Christi, Töchter Meiner treuen Dienerin Theresia, geschaffen, wie in dieses Kloster eintreten werden.

Nicht wahr, man weiß nicht, daß bereits alle die Ordensstifter und Stifterinnen so große Heilige geworden sind. Ja, Meine Kinder, deswegen, weil in den Orden sich dann viele andere heiligten, und die Verdienste all der Kinder, die in späteren Zeiten, ja, in vielen Jahrhunderten nach dem Tode dieser Ordensstifter sich noch heiligen in diesem Orden, all denjenigen zukommen, die den Orden gestiftet haben. All die Verdienste weiß Ich ja schon bis hinaus durch die ganze Ewigkeit hindurch, die ein Mensch sich verdient und erwirbt, der da ein neues Heim wieder gründet, wo wieder Seelen sich heiligen können.

Seht, Meine Kinder, die Bedeutung des jungfräulichen Standes. Durch ihn allein will Ich die Welt retten. Durch den jungfräulichen Stand soll Meine Kirche wieder zur Blüte gebracht werden. Habt keinen Neid, schauet nicht mit neidischem Blick auf Meine Worte hin, ihr Eheleute, wisset, daß ihr alle dazu beitragen sollt, ihr seid ja die Werkzeuge des jungfräulichen Standes.

Ihr, die ihr diese Worte lest, wirkt doch in euren Kindern auf den jungfräulichen Stand hin. Sagt euren Kindern, welch hoher Schatz die Jungfrau ist in den Augen Gottes, welches Kleinod in den Augen der Engel.“

Barbara: „O Herr, ich bitte Dich um ein Geschenk zum Feste von N.“

Jesus: „Mein Geschenk ist, daß sie sich etwas verdienen kann, einen Edelstein schenke Ich ihr. Ihr wißt, Meine Kinder, daß Ich bar auszahle. Ich bin ein guter Zahlmeister. Ich zahle nichts aus mit Gold und Silber, wohl aber mit Edelsteinen, etwas für die Krone. Darum werdet nur nicht irre, wenn ihr alles getan, und es scheint, als sei alles nichts, was ihr getan. Wenn ihr also euch recht abmüht in der Arbeit und werdet manchmal unwillig, dann seid ihr verdrießlich, weil ihr glaubt, als sei alles verloren. Ich schaue aber schon auf den Hintergrund, weil nur allein die Absicht das Werk heiligt, wenn auch da mal ein übereilter Fehler vorkommt.

Ebenso, wenn ihr eure Aufgabe erfüllt, eure Wallfahrten macht, und ihr nichts als Spott und Hohn erntet von denjenigen, die euch 79 sehen, und wenn ihr in die Wohnung zurückkommt, besonders du Barbara, dann ist es, als hättet ihr einen Spaziergang gemacht, euch wohlgetan.

Seht, dies sind die Edelsteine, setzt sie nur sofort um in eure Krone. Tut, was Ich von euch verlange. Ihr seid Jungfrauen. Wenn du in der Familie bist, da heißt es zu arbeiten und fleißig zu sein, und deine Schwägerin soll dir aber auch nicht so böse sein, wenn du hie und da etwas nach deinem Willen tust, weil es auch zum Besten für sie gemeint ist. Sie soll dir aber auch nicht böse sein, wenn du Meinen Willen tust, wenn Ich dich antreibe und dir sage: ‚Tue dieses!’

Denn wißt, hinausziehen in die freie Gottesnatur, unaufhörlich singend und betend durch die Fluren ziehen, da geht das arme Menschenherz wieder auf, es denkt an Seinen Schöpfer, und wird Mir mehr Ehre geleistet, als wenn man zu Hause bleibt und den Andachten beiwohnt, weil die Seele mehr gesammelt ist durch die Abtötungen, die damit verbunden sind. Da ist keine Bequemlichkeit dabei, da ist auch viel Abtötung mit verbunden, und dieses ist alles dazu gerechnet, alle die Schritte, die Schweißtropfen werden von Meinen heiligen Engeln gezählt und aufbewahrt für andere, anderen dadurch Gnaden zugewendet, und dieses ist die Aufgabe einer Jungfrau, daß sie sich einsetzt für andere. Und wer sich beteiligt, kann nicht verlieren, sondern nur gewinnen.

Siehe, wenn deine Schwester mitzieht, oder eine andere Ehefrau, und sich Tags vorher ihre Arbeit schon zurechtmacht, sich eine Stunde länger abmüht, vielleicht einen sonstigen Spaziergang versagt und sich anschließt an euch, dann kann sie nur gewinnen für die Familie und niemals verlieren. Der Segen kommt dem Mann und den Kindern zugute. Man muß nur die rechte Art und Weise wissen. Es gibt Männer, die gar unzufrieden sind, wenn die Frau fromm ist. Dies ist aber nur die Leidenschaft des Mannes, der da das arme Weib quälen will. Für dich aber, du Ehefrau, ist dieses großes Verdienst, und du sollst dadurch die Fehler des Mannes wieder büßen. Auch du hast deine Fehler und Schwachheiten, und der Mann muß mit dir Geduld haben. Darum mußt du schweigen, wenn du Vorwürfe gemacht bekommst von deinem Mann, wegen eines guten Werkes, weil du damit die Fehler abbüßest, die du manchmal deinem Mann gegenüber begangen hast, und die er mit dir ertragen muß.

Seht, so soll alles Hand in Hand gehen im Liebesbund. Alle können sich heiligen, die es wissen und lesen. Die Eheleute, welchen Beitrag können sie tun in ihren Kindern, wenn sie recht darauf hinarbeiten, daß eines ihrer Kinder sich dem jungfräulichen Stand widmet; erstens durch inniges, anhaltendes Gebet, durch ein gutes Beispiel und besonders, daß sie nicht allzusehr der Sinnlichkeit sich hingeben, ein möglichst abgetötetes Leben führen, damit Satan sie nicht allzusehr plagt mit der Sinnlichkeit. Ein abgetötetes Leben führen alle diejenigen, die recht gern und willig die schweren Standespflichten erfüllen, die gern und willig die harten Arbeiten verrichten, die der Ehestand mit sich bringt; denn der Vater hat seinen Beruf in der Werkstätte oder auf dem Felde. Wie viele Schweißtropfen fließen da von seiner Stirn.

Wenn er nun diese Tag für Tag Mir aufopfert als Buße für seine Sünden und für die gute Erziehung seiner Kinder, glaubt ihr wohl, daß Ich seinen Wunsch nicht erfüllen werde? Das sind lauter Abtötungen, die Mir ebenso lieb sind wie jene, die der Einsiedler verrichtet, der Klostermann und die Ordensfrau. Einmütig müßt ihr zusammenwirken, Priester und Laien, Ordensleute und die in der Welt lebenden Christen zu einem Bund, damit das Gebetsleben gehoben und gepflegt wird, und nicht schämen soll sich der Christ seines Glaubens. Deswegen verlange Ich von euch, daß ihr barfuß geht, solange die Witterung es erlaubt, wenn Ich euch zu Wallfahrten schicke, nichts anderes, als ein offenes, freies Bekenntnis eures Glaubens. Und wenn alle Meine Diener euch entgegentreten werden, Ich gebiete es euch, und ihr habt Mir zu folgen, weil Mein Geist weht, wo Er will und wie Er will, und diesem Geist hat niemand zu gebieten, denn Ich bin es, Der die Herzen lenkt und leitet, und Meinen Dienern habe Ich die Bindeund Lösegewalt gegeben. Ja, aber die Herzen der Menschen gehören Mir, die Seele des Menschen ist Mein, und wenn Mein Geist Sich mit der Seele verbindet, dann lasse Ich Mir dieses nicht verbieten, von keinem Meiner Diener.

Und es ist noch nicht gehört worden, seitdem Ich Meine Kirche gestiftet, daß man einer Seele, die mit Mir verbunden ist, durch die Ich rede, der Ich Meinen Geist mitteile, daß man ihr diesen Meinen Geist wieder entreißen möchte. Deswegen führe Ich Meinen Diener wieder hinweg, deswegen hat sein Wirkungskreis keinen Segen hier in der Stadt Mainz. Besser hätte er getan, nicht auf diejenigen gehört zu haben, die ihm zugeflüstert. Da es aber nun geschehen ist, soll er wissen, daß Ich Mir nichts gebieten lasse. Wenn es Zeit ist, nehme Ich entweder den einen ganz von der Erde hinweg, Ich lasse jedem Menschen seinen freien Willen, oder Ich führe ihn an einen anderen Ort.

Es ist wahr, daß es wegen der Schwachheit der Menschen kein Glaubenssatz ist, wenn Ich Mich durch einen Menschen offenbare. Gut ist es aber von jeher gewesen, wenn diejenigen, an die Ich Meine Stimme ergehen ließ, dieser Stimme Folge leisteten; denn nie hat es jemals einem Menschen geschadet, sondern nur genützt. Man muß den Baum an der Frucht erkennen. Wenn Ich verlangen würde, daß alle diejenigen, die Mir treu dienen, und die liebsten Kinder Meines Herzens sein sollen, hinausgehen sollten auf die Tanzböden, in die Theater hinein und sich ein vergnügtes, lustiges Leben machen, alle Tage an guter Tafel speisen, sich viele Reichtümer zusammenscharren, dann könnte man sagen: ‚Ja, dieses ist eine falsche Lehre, hinaus mit diesem.‘ Solange Ich aber das Gegenteil verlange von einer Seele und durch eine Seele, da Ich nur die Mittel zur Heiligung angebe, da Ich nur trösten, heiligen, warnen und belehren will, wer kann Mir da noch gebieten? Ja, ja, fahret fort, Meine Diener, zu tun nach eurem eigenen Gutdünken!

Solange ihr nicht nach Meinem Geiste handelt, wie Ich euch sage, wird die Welt nicht gerettet werden, wird es nicht besser werden in der Welt. Seinen Glauben offen und frei bekennen und nicht die Angst haben, man würde in liberalen Blättern über solche nur spotten, die da offen und frei sich zur katholischen Kirche bekennen. Die Liberalisten und die Sozialisten spotten über euch, ob ihr so sagt oder so, ob ihr Heilige zieht oder lauter Teufel.“

Barbara: „O Herr, die Schwestern möchten so gerne wissen, ob sie eine neue Stiftung machen sollen.“

Jesus: „Ich habe es ja gesagt, sie sollen kein Hindernis scheuen und darauf hinarbeiten bei all den Verwandten, die die Mittel besitzen, daß eine solche Stiftung gemacht werden kann. Dem Mädchen, das so unentschlossen ist, soll sie zureden.“

Dann kam die heilige Theresia und sagte:

Theresia: „Sage nur meinen Töchtern, im Namen meines himmlischen Bräutigams ließ ich ihnen sagen, daß sie recht fleißig die Briefe lesen, die ich geschrieben an all die verschiedenen Personen, an die in der Welt Lebenden. Daran können sie sehen, daß auch ich mich mit der Welt verband, daß ich, obschon ich das beschauliche Leben übte und meinen Orden reformierte zu einem tiefbeschaulichen, daß es keinen zweiten tieferen gibt in der Welt, ich deswegen doch mich mit der Welt beschäftigte, um andere herbeizuführen, andere zu belehren, sie anzuziehen für unseren heiligen Orden. Es ist nicht in der heiligen Regel geboten, daß diejenigen, die im Ordensstand sind, in meinem Ordensstand sind, sich nicht mehr mit der Welt verbinden sollen, nicht mehr arbeiten sollen an ihren Verwandten. Nein, nein, meine Töchter!

Auch ich habe ja gearbeitet, daß unter meinen Verwandten mehrere dem Ordensstand sich widmeten. Glaubt ihr denn, das alles ging so glatt dahin? O wie mußte ich mich manchmal zurückdrängen lassen von manchem geistlichen Vorgesetzten und von den weltlichen Behörden. Wie wurde ich manchmal beschimpft und verspottet. Ja, mit wie vielen Hindernissen hatte ich zu kämpfen. Ja, das alles gehört dazu. Wir sind eben in der Welt, im Reiche der streitenden Kirche, und da gibt es Streit und muß gestritten werden, und alles Gute muß erstritten und erkämpft werden. Jetzt hört bei mir dieser Streit auf. Ich bin eingegangen in die triumphierende Kirche. Ich gehöre jetzt jener an, wo ich nur genieße, wo ich nicht mehr herbeiziehen kann. Ich kann nur die Fürsprachen, die an mich gerichtet werden, befördern helfen, indem ich dieses Gebet meiner Töchter unterstütze und die Gnadenwirkungen meines Gottes in einer Seele befördern helfe. Ja, das kann ich noch, aber kämpfen und streiten müßt ihr, die ihr noch der streitenden Kirche angehört.

Darum, meine Tochter, die du noch Verwandte hast, die mit zeitlichen Gütern gesegnet sind, bearbeite sie nur. Weißt du nicht, wie ich einer Tochter antwortete, die mich fragte, ob sie jene Person soll in ihren Orden aufnehmen, daß ich ihr schrieb, sie möge nur die Fehler übersehen an dieser Person, weil man zur neuen Klosterstiftung Mittel brauche.

Meine Töchter! Werdet nicht mutlos, wenn ihr euch so klein sehet, wenn ihr euch vorkommt, als übt ihr zu wenig Abtötung, als sei euer Gebet so schlecht, so armselig. Vor euch war eine, die das schönste Musterbild für euch ist, denn mehr wie sie hin- und herwankte und wackelte, wankt keine von euch. Darum Mut, meine Töchter! Hinweg mit der Griesgrämigkeit, hinweg mit dem vielen Quälen eines Beichtvaters, wenn ihr einen kleinen Fehler begangen habt. O ja, jeder Fehler ist in den Augen Gottes ein großes Mißfallen, voraus an eurer Seele. Seht, ich habe es erfleht von unserem Herrn, daß Er dieser Kleinen da, dieser Seiner Dienerin die Beschaffenheit eurer Seele zeigte, um euch aufzumuntern, um euch zu trösten. Seht, ich sagte zum Herrn: ‚Zeige meinen Töchtern, daß sie sich alle in der heiligmachenden Gnade befinden, um ihnen mehr Mut zu machen, damit der Kleinmut unter ihnen verschwinde.‘

Auf, meine Töchter, auf, mit freudigem Frohlocken eilt eurem Bräutigam entgegen, Tag für Tag, wenn auch der arme Körper, der schwerfällige Körper, euch abhält, dann müßt ihr nicht denken, es sei dieses schon ein großer Fehler. Der gute Wille und die Absicht heiligt alles; aber kein größeres und kein besseres Werk könnt ihr vollbringen, als wenn ihr die eine oder andere Stiftung noch fertigbringt, damit es Nachwuchs gebe, damit wieder andere angeeifert werden und so großmütig der Welt entsagen. Seht, es gehört dazu wirklich Großmut, und die Seele, die bei euch eintritt, ist ein besonderes Gnadenkind Gottes.

Aber die jetzige Zeit, die wirklich viele Heilige in sich birgt, das neunzehnte Jahrhundert hat viele gute Keime in sich stecken. Sie müssen nur herausgeleitet und herausgearbeitet werden aus dem armen Volk, und diese Keimchen müßt ihr durch euer Gebet befruchten und bewässern, durch inniges, anhaltendes, betrachtendes Gebet, damit die Eheleute in der Welt, die da die Keimchen hervorsprossen durch ihre Kinder, auch bereit sind, ihre Kinder dazu herzugeben zu Gebet, Sühne und Opfer. Am Feste Mariä Himmelfahrt sollt ihr noch mehr durch diese Dienerin Gottes erfahren von euren lieben Verstorbenen.“

Barbara: „Soll N. wegen ihrem Augenleiden Hilfe in W. suchen?“

Jesus: „Ja, man soll immer ärztliche Mittel gebrauchen, nur soll sie nicht allzu ängstlich sein, diese Seele, und sich mehr losmachen, mehr anschließen an Meine treuen Kinder. Ich würde ihr raten, einmal einen Besuch zu machen an einer großen Wallfahrtskirche oder sich einmal hierher zu begeben, um sich zu kräftigen. Sie hängt zu viel am Irdischen. Die Jungfrau soll wissen, was des Herrn ist und nicht allzu ängstlich sein. Ist es nicht genug, daß die Eheleute sorgen für die Welt und für die Kinder?“

 Inhaltsverzeichnis Band 4

 

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Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

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Band 1-7
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Alle 7 Bände in einem Pdf 3646 Seiten - 20,8 MB.

 

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Wolfgang E. Bastian

Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief zum 72. Todestag
Rundbrief zum 70. Todestag
Rundbrief 29.09.2014

 

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