Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

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Band 3

Offenbarungen

an Barbara Weigand Band 3

 

Barbara Weigand

1845-1943

 

Band 3

 

 

April 1898 – Juli 1899

Nr. 230-302

 

Gemäß den Dekreten von Papst Urban VIII. und der Heiligen Ritenkongregation wird erklärt, daß diesen veröffentlichten Darlegungen keine andere als die zuverlässig bezeugte menschliche Glaubwürdigkeit beizumessen ist und nicht beabsichtigt ist, in irgendeiner Weise dem Urteil der Heiligen katholischen und apostolischen Kirche vorzugreifen.

Das Dekret der Glaubenskongregation (A.A.S.N. 58-18 vom 29. Dezember 1966), daß die Canones 1399 und 2318 aufhebt, wurde von Papst Paul VI. am 14. Oktober 1966 gebilligt und auf seine Anordnung veröffentlicht. Auf Grund dieses Dekretes ist es nicht verboten, ohne Imprimatur Schriften über Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen oder Wunder zu verbreiten.

 

Alle Bände dieses Werkes dürfen nur unentgeltlich
verbreitet werden.

 

1. Auflage 2002

Copyright © Herausgeber, Schriftleitung und Bestellung:
Wolfgang E. Bastian, Postfach 1319 in 50364 Erftstadt

Bildnachweis:
Bild Barbara Weigand: Wolfgang E. Bastian - Umschlagbild: Herz-Jesu von Leslie Benson Nr. 51, KSA Kath. Schriften-Apostolat, Postfach 1247, 88412 Ochsenhausen

 

 

Inhaltsverzeichnis

Begleitwort des Weihbischofs

Einführung

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

230 Montag in der Karwoche 1898.

„O soll Ich sie denn verdammen, sollen die Seelen zugrunde gehen, die nach Meinem Ebenbild erschaffen sind?“

231 Gründonnerstag 1898.
„Mein Geist ist es nicht, Der eine Seele beängstigt, die Mir dient, aber wohl ist es der Geist Meines Widersachers.“

232 Karfreitag 1898.
„Sie alle sollen prüfen, ob es einen anderen Weg gibt zur Rettung der Menschheit, als denjenigen, den Ich angegeben habe in all den Abschriften.“

233 Karsamstag Nacht 1898.
„Wunder verlangt das neunzehnte Jahrhundert, und wenn es sie sieht, glaubt es dennoch nicht.“

234 Erster Freitag im Mai 1898.
„Wenn alle mit den Priestern vereinigt gläubig sich niederwerfen vor dem Allerheiligsten Sakrament, nur dann werden die Feinde kleinlauter.“

235 Dienstag am 10. Mai 1898.
„Denn steil ist der Weg nach oben, und schmal ist der Weg, der zum Himmel führt, und wenige sind es, die darauf wandeln.“

236 Zweiter Freitag im Mai 1898.
„Wie man trotz all der Leiden und inmitten der großen Trübsale ein Paradiesleben haben und führen kann.“

237 Vigil von Christi Himmelfahrt 1898.
„Durch lebendigen Glauben, durch kindliches Vertrauen, durch innige Liebe, will Ich dem Menschen das Paradies auf Erden sein in seinem heiligen katholischen Glauben.“

238 Dritter Freitag im Mai 1898.
„Auch wenn es euch scheint, als könne dieses nicht von der gütigen und allweisen Schöpfungshand herrühren, ist es doch von Ihr.“

239 Vierter Freitag im Mai 1898.
„Denn diese, die ja Mich als ihre Mutter verworfen haben, können auch nicht Anteil haben an Mir und Meinem lieben Sohn.“

240 Vigil vom Pfingstfest 1898.
„Meine Diener, ihr Fürsten der Kirche, ihr Priester des Herrn, es ist notwendig, daß das Volk belehrt werde auf außergewöhnliche Weise, weil es euren Worten nicht mehr glauben will.“

241 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1898.
„Sie alle müssen teilnehmen an den Leiden, die Ich erdulden muß Tag für Tag unter den Menschen.“

242 Vigil von Fronleichnam 1898.
„Darum bittet nicht mehr, daß der strafende Arm aufgehalten werde, bittet vielmehr um die Gnade der Beharrlichkeit.“

243 Fronleichnamsprozession 1898.

244 Zweiter Freitag im Juni 1898.

245 Fest des Heiligsten Herzens Jesu 1898.

„Es ist die Zeit der Verwirrung und Zersplitterung in allen Schichten der Menschheit. Was der eine aufbaut, reißt der andere nieder.“

246 Tag nach dem Herz-Jesu-Fest 1898.

247 Fest des heiligen Johannes des Täufers.
„Abgewichen vom rechten Weg, vom wahren Christentum sind selbst die Kinder der katholischen Kirche.“

248 Erster Freitag im Juli 1898.
„Hinter den Gottlosen steht ein Engel der Finsternis und schürt und hetzt an seinem Opfer.“

249 Erster Montag im Juli 1898.
„Ist das Priestertum nach Meinem Herzen beschaffen und nicht verweltlicht, dann steht es gut um die Völker.“

250 Zweiter Freitag im Juli 1898.
„Fürchtet euch nicht ihr Kleinen, ihr Demütigen, ihr von der Welt zurückgestoßenen, zurückgesetzten Seelen.“

251 Dritter Freitag im Juli 1898.
„So muß Ich auch strafen, ganz schrecklich strafen und ganze Völker vertilgen von der Erde, um zu zeigen, daß ich Anerkennung und Liebe verlangen muß von Meinen Geschöpfen.“

252 Vierter Freitag im Juli 1898.
„Besser ist es aber, tausendmal besser, sich zurückzuziehen von der gottlosen Welt, um sich ganz dem Dienst Gottes weihen zu können.“

253 Fünfter Freitag im Juli 1898.
„Eine Seele, die Mir zuliebe noch lebt und leben will, eine Seele, die Mich sucht und ihr ganzes Sein und Wirken darauf hinrichtet, Mir zu gefallen, kann nicht irregehen; denn niemals werde Ich sie aus Meiner Hand lassen.“

254 Vigil von Mariä Himmelfahrt 1898.
„Viele Glieder der heiligen katholischen Kirche sind faul geworden und mit hineingeschwemmt in den Strom der Zeit, und wenn diesem Strom kein Einhalt getan wird, wird er alles verschlingen.“

255 Erster Donnerstag im September 1898.
„Niemand in der Welt kann dir den Frieden geben, niemand kann ihn dir aber auch nehmen, wenn Ich ihn dir gebe.“

256 Erster Freitag im September 1898.
„Denn jeder Mensch hat einen furchtbaren Kampf zu bestehen, weil zwei Geister streiten um seine Seele, um seine Seligkeit.“

257 Fest Kreuzerhöhung 1898.
„Meine Kirche wird nicht gelobt werden. Sie wird hineingestellt in die Welt nackt und bloß, auf sich allein angewiesen, auf Meine Macht. Ans nackte Kreuzesholz wird man sie schlagen.“

258 Dritter Freitag im September 1898.
„Glaubt wohl, meine Kinder, daß ich niemals zu der Stufe gelangt wäre, auf der ich jetzt stehe, wenn ich meinen niederen Neigungen gefolgt oder auf die Reden meiner Mitmenschen geachtet hätte.“

259 Fest des heiligen Erzengels Michael 1898.
„Gottlos wie noch nie ist die Welt geworden und niemand ist da, der Rettung schaffen kann und will.“

260 Am heiligen Rosenkranzfest 1898.

261 Fest des heiligen Franziskus 1898.
„Denn viel schlimmer als der Kampf, der mit eiserner Waffe gekämpft wird, der blutig erkämpft wird, viel schlimmer, sage ich, ist der innere Kampf, der mit den Geistern und durch die Geister gekämpft wird.“

262 Erster Freitag im Oktober 1898.
„Ihr aber sollt hinausgehen aus dem lieben ‚Ich‘, ihr sollt euch vergessen und an andere denken, an eure Brüder und Schwestern.“

263 Zweiter Freitag im Oktober 1898.
„Aus Liebe zu Gott erduldete Leiden sind das beste Material, womit der Sieg der Kirche errungen und aufgebaut werden kann und werden muß.“

264 Dritter Freitag im Oktober 1898.

265 Vierter Freitag im Oktober 1898.
„Jedem Menschen habe Ich auch sein Kreuz auferlegt, und wer dieses Kreuz Mir nachträgt, der ist Mein Bruder, Meine Schwester!“

266 Vigil vor Allerheiligen 1898
„Je mehr eine Seele Ihn liebt, desto mehr verlangt sie nach Leiden, und je mehr eine Seele für Ihn leidet, desto mehr kann sie Ihm dadurch Seelen zuführen.“

267 Allerheiligen 1898.

268 Am 2. November 1898.

269 Am 3. November 1898.

270 Freitag am 25. November 1898.

„Ich bin ein gehorsamer Gott, und Ich werde nicht eher wieder zu euch reden, als bis Mein Diener das Band löst, denn Ich habe Meinen Dienern Meine Gewalt übertragen.“

271 Vigil vor Weihnachten 1898.

272 Vierter Freitag im Januar 1899.
„Ich habe angefangen, die besten Meiner Kinder vom Weltgeist abzuziehen und an Mich zu ziehen.“

273 Herz-Jesu-Freitag im Februar 1899.
„Ein tiefgläubiges Leben muß man führen, ehe Mein Sohn eine Seele benutzen kann.“

274 Zweiter Freitag im Februar 1899.
„Darum mußt du die Worte sprechen, die Ich dir in den Mund lege, einerlei, ob es Meinen Dienern gefällt oder nicht.“

275 Dritter Freitag im Februar 1899.
„Seht, wie wenige es gibt, die mit Mir den Kreuzweg gehen, die sich Meiner Schmerzen erinnern.“

276 Zweiter Freitag in der Fastenzeit 1899.
„Denn die Priester der katholischen Kirche sind die einzigen in der ganzen Schöpfung, die die Welt vom allgemeinen Verderben zurückführen sollen.“

277 Erster Freitag im März 1899.
„Der jungfräuliche Stand soll gehoben werden, damit durch die Jungfrauen überall das Flämmchen der Gottesliebe wieder neu angefacht wird.“

278 Freitag am 10. März 1899.
„O ihr Priester, stehet doch ab von euren Unternehmungen, Seelen zu vernichten, mit denen Ich verkehre.“

279 Dritter Freitag im März 1899.
„Nicht viele große Werke verlangt der Herr, aber im Kleinen treu zu sein, Ihn standhaft zu lieben in allem, was kommt.“

280 Freitag vor der Karwoche 1899.
„Gott wollte aber auch, daß die Menschen den Engeln ähnlich seien; deshalb erschuf Er den jungfräulichen Stand.“

281 Gründonnerstag 1899.
„Ich bin und muß euch in diesem Leben ein unbegreiflicher Gott sein. Eure Prüfung ist, Mich im Schleier zu schauen, so lange ihr lebt. Deshalb spreche Ich nie so deutlich, daß nicht noch ein Zweifel übrig bleibt.“

282 Heilige Osternacht 1899.
„Denn ihr sollt wissen, daß Ich unbegreiflich bin im Versöhnen und Verzeihen.“

283 Freitag vor dem Weißen Sonntag 1899.
„Er möge alles gut durchlesen, ohne Anstoß an Kleinigkeiten zu nehmen, wo er Anstoß nehmen könnte, was er aber kindisch finde und mangelhaft, das solle er ruhig streichen.“

284 Am 14. April 1899.
„So weit wie der Himmel von der Erde, so hoch steht der jungfräuliche Stand über dem Ehestand, denn die Jungfrau steht über den Engeln.“

285 Dritter Freitag im April 1899.
„Allen Priestern, die Mich als ihre Braut betrachten, gebe Ich das Versprechen, daß Ich ihnen alles ersetzen will, was ihnen mangelt.“

286 Fest des heiligen Josef am 23. April 1899.

287 Letzter Freitag im April 1899.

„Denn alle die Gnaden, die verlorengehen an den Christen, die sich nicht beteiligen am heiligen Meßopfer, fängt Meine Mutter auf und verschließt sie in den Gnadenschatz der Kirche.“

288 Erster Donnerstag im Mai 1899.
„Im Herzen, im innersten Herzen, da findest du Mich, Mein Christ, dort wohne Ich in deinem eigenen Kämmerlein, dort suche Mich, räume hinaus, was nicht hineingehört, und du wirst Tag für Tag Trost finden.“

289 Zweiter Freitag im Mai 1899.
„So wahr Ich bin und deine Seele an Mich ziehen will, so wahr ist es aber auch, daß Satan um deine Seele streitet.“

290 Vigil vor Pfingsten 1899.
„Einer nach dem anderen wirft sich auf in der Kirche und gibt vor, eine Erneuerung, eine Kirchenerneuerung herzustellen, einen Schafstall und eine Herde zu bilden, aber nur, um seine Interessen an den Mann zu bringen.“

291 Vierter Freitag im Mai 1899.
„Alles, was Ich hier wirke, ist nicht eine Neuerung, ist nichts Neues, ist nur eine Bekräftigung der Lehre Meiner heiligen katholischen Kirche.“

292 Vigil vom Fronleichnamsfest 1899.
„Wenn einmal die Menschheit reif geworden ist, werden viele zur Einsicht kommen, und man wird die verstaubten Schriften hervorziehen und wird sie lesen.“

293 Erster Freitag im Juni 1899.
„Ich bin dieses lebendige Wasser. Ich bin die unendliche Liebe, die nie erschöpft werden kann und nie zu erschöpfen ist.“

294 Herz-Jesu-Fest am zweiten Freitag im Juni 1899.
„Dann leset die Bulle, die Mein Stellvertreter (Leo XIII.) an euch alle ergehen ließ, und ihr werdet in kurzen Zügen zusammengefaßt finden, was Ich hier schon jahrelang gesprochen habe.“

295 Fronleichnamsprozession in der Stadt
„Mach Mir Platz in deinem Herzen, denn es ist alles so kalt.“

296 Dritter Freitag im Juni 1899.
„Habe Ich nicht den Armen wie den Reichen erschaffen und ist nicht der Arme mein Liebling ebenso wie der Reiche, der Mir mit freudigem Herzen dient?“

297 Vierter Freitag im Juni 1899.
„Wenn der arme Mensch zu Mir kommt und um Verzeihung bittet, dann habe Ich vergessen und verziehen, und kein Fehler wird nachgezählt, wievielmal der arme Mensch gefallen ist.“

298 Fest St. Peter und Paul 1899.
„Daß ihr in euch alle Fehler ausrottet, so daß die Liebe sich in euch vollends entfalten kann.“

299 Großes Gebet in der Pfarrkirche von Barbara.
„Gebt Mir feurige Priester, gebt Mir feurige Priester!“

300 Großes Gebet in der Pfarrkirche am 3. Juli 1899.
„Magst du Fehler begangen haben in deiner Jugend und dein ganzes Leben wie Sandkörner am Meere, sobald du dich in die Arme Meines Sohnes wirfst, demütig, reumütig um Verzeihung flehend, ist alles vergessen, alles verziehen.“

301 Erster Freitag im Juli 1899.
„Staunen wird die Welt, die Nachwelt, wenn sie liest, wie in einem armen Dorfmädchen Ich die Weisheit einer ganzen Weltgeschichte niedergelegt.“

302 Zweiter Freitag im Juli 1899.
„Aus dem Blut der Märtyrer ging der Samen des Christentums auf. Aus dem Blut und dem Opfer Meiner treuen Seelen muß Meine junge Kirche erstehen.“

Nachwort

Einige Bemerkungen zur Frage nach den Privatoffenbarungen

Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu

Weihe an das göttliche Herz Jesu

Aufopferungsgebet am Morgen

Aufopferungsgebet am Abend

  

 

Begleitwort des Weihbischofs

Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der „Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“

Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte.

Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.

Im September 2001

Helmut Bauer

Weihbischof

Inhaltsverzeichnis Band 3

Einführung

In seinem Abschlußdokument zum Heiligen Jahr 2000 „Novo Millennio ineunte“ in Nr. 32 ff. hat der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. dem Bedürfnis nach Gebet und Spiritualität sein besonderes Augenmerk gewidmet. „Ist es nicht vielleicht ein ‚Zeichen der Zeit’, daß man heute in der Welt trotz der weitreichenden Säkularisierungsprozesse ein verbreitetes Bedürfnis nach Spiritualität verzeichnet, das größtenteils eben in einem erneuten Gebetsbedürfnis zum Ausdruck kommt? Da uns die Gnade gegeben ist, an Christus zu glauben, den Offenbarer des Vaters und Retter der Welt, haben wir die Pflicht zu zeigen, in welche Tiefe die Beziehung zu ihm zu führen vermag, zu unsagbarer Freude, die von Mystikern als ‚bräutliche Vereinigung’ erlebt wurde und als Leidenschaft der Gefühle, bis hin zu einer richtigen ‚Liebschaft des Herzens’.“

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand von Schippach, das von tiefen mystischen Erfahrungen erfüllt war, gibt Zeugnis von einer schlichten Gottsucherin. Ihr schriftlicher Nachlaß, der in interessierten Kreisen unter dem Titel „Schippacher Schriften“ schon früher einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte, ist eine Fundgrube für jeden, der nach spirituellen Werten tief christlicher Prägung sucht. Das hohe geistliche Niveau dieser Schriften läßt sich nicht auf eine „rein natürliche Begabung“ der „Seherin von Schippach“, wie sie einmal in einem Buchtitel bezeichnet wurde, zurückführen. Schließlich war sie nur ein einfaches Landmädchen aus dem armen Spessartdorf Schippach.

Das Geheimnis ihres Lebens ist in ihrem brennenden Verlangen nach dem häufigeren Empfang des Leibes Christi in der heiligen Messe begründet. Ihr halbes Leben lang rang sie um dieses Gnadenprivileg, bis es endlich im Jahr 1905 durch die Kommuniondekrete vom heiligen Papst Pius X. allen Gläubigen gewährt wurde. Geheimnisvoll zog Jesus Barbara Weigand in seine vertrauensvolle und zugleich unbegreifliche Nähe, als Er beim Beten des Kreuzweges in der Mainzer Kapuzinerkirche, wie sie selbst berichtet, plötzlich vor sie hintrat und sie nach ihrer Leidensbereitschaft fragte: „Meine Tochter, bist du bereit, mit mir zu leiden?“ Erst nach einem dreitägigen Ringen mit sich selbst, gab sie, nicht leichten Herzens, ihr Jawort zu einem Leben, das von vielen meist leidgeprägten, mystischen Erlebnissen bestimmt war.

Ihre vielen visionären Begegnungen mit ihrem Herrn und Heiland Jesus Christus, ihrem „Seelenbräutigam“, seiner Mutter Maria und vielen Heiligen, vollzogen sich meist in Form von sogenannten „Laut-Ekstasen“, die für die Umstehenden hörbar wurden und mitgeschrieben werden konnten. In Mainz, wo sie in den Jahren von 1885–1915 lebte und in der Gastwirtschaft ihres Bruders als Küchengehilfin diente, ereigneten sich die meisten ihrer mystischen Eingebungen, die heute auf Grund ihrer besonderen Aktualität mehr und mehr den Stempel des Übernatürlichen und Glaubwürdigen erkennen lassen. Hier wird man an das augustinische Wort „Ereignis und Prophetie zugleich“ erinnert. Da ihre mystischen Erlebnisse meist mit inneren und äußerlich sichtbaren „Leidensstürmen“ verbunden waren, kann die Weigandsche Mystik sicherlich als „Leidensmystik“ bezeichnet werden.

Die Mystik, die „Krone aller theologischen Disziplinen“, erfordert Einfühlungsvermögen. Dies gilt auch für die hier vorliegenden Aussagen, zumal sich manche Textpassagen der Weigandschen Mystik nicht leicht und gänzlich erschließen lassen. Das Entstehen und Niederschreiben der „Schippacher Schriften“ zog sich über mehrere Jahrzehnte hin und war manchen Eingriffen und Einschränkungen durch die Mainzer Bischöfe Haffner (†1899), Brück (†1903) und Kirstein (†1921) unterworfen. Eine gewisse Erschwernis beim Lesen dieser Schriften ergibt sich aus einem Verbot durch Bischof Haffner, der das Mitschreiben von Namen solcher Personen untersagte, die sich rat- und hilfesuchend an Barbara Weigand wandten, eine Schutzmaßnahme, die mittlerweile gegenstandslos geworden ist. Anstelle der einzelnen Namen, die heute nur noch teilweise zu identifizieren sind, wurde jeweils ein „N.“ gesetzt. Personen, die im ständigen Kontakt mit Barbara Weigand standen, werden meist unter ihrem eigenen Namen aufgeführt. Einen breiten Raum in ihren Aufzeichnungen nehmen ihre zahlreichen Begegnungen mit Verstorbenen ein, die teils der triumphierenden Kirche des Himmels, teils der leidenden Kirche, dem „Fegefeuer“, angehörten.

Die beiden Jungfrauen Lieschen Feile und Luise Hannappel waren mit Barbara Weigand eng befreundet. Sie wurden mit ihrem Vornamen genannt. Luise Hannappel hat den Großteil der sog. „Laut-Ekstasen“ mitstenografiert. Die Beichtväter Pater Alfons OFM Cap. und Pater Bonifaz OFMCap. sowie die Seelenführer Pater Ludwig Hannappel OFMCap. und Pater Felix Lieber OFM., denen sich Barbara Weigand während ihres Mainzer Aufenthaltes anvertraute, wurden hingegen überwiegend – wie alle andere Personen – mit N. aufgeführt, manchmal aber auch namentlich genannt. Auch andere Beteiligte wurden gelegentlich mit ihrem vollen Namen angegeben. Orte wurden mit ihrem Anfangsbuchstaben abgekürzt.

Von 1894 bis 1903 geschahen 297 Visionen, die sich in „Laut- Ekstasen“ vollzogen. In der späteren Zeit (bis weit in die zwanziger Jahre) waren ihre Eingebungen oft ohne innere Schauungen. Die Mystikerin selbst sagt von ihrem Zustand, daß „alles jetzt wie geistig ist und das Gefühl ganz zurücktritt“; sie kann es aber nicht näher beschreiben. Diese späteren Eingebungen, die am ehesten als „Auditionen“ zu bezeichnen sind, wurden ebenfalls, oft aus ihrem Gedächtnis heraus, mit einer eigenen Numerierung (Audition 1–346) niedergeschrieben. Es ist auffällig, daß nicht wenig unvollendete Sätze (sog. Anakoluthe) vorkommen, wie sie auch für die biblischen „Gelegenheitsschriften“ charakteristisch sind. Da innerhalb der beiden Zählreihen Mehrfachzählungen unter einer Hauptnummer vorkommen, wurden die Offenbarungen in der vorliegenden Gesamtausgabe vom ersten bis zum siebten Band aufsteigend neu durchnumeriert. Wer zu kirchlichen oder wissenschaftlichen Zwecken auf die Urschriften zurückgreifen möchte, findet durch die Tagesangabe der Vision oder Audition eine stets eindeutige Identifizierung der einzelnen Offenbarung.

Einmal hörte die schon hochbetagte Barbara Weigand den Herrn sagen: „Die Schriften sind nicht für deine Zeit bestimmt, sondern für eine spätere.“ Diese Aussage macht manches heute verständlicher, was damals noch rätselhaft und dunkel erscheinen mußte. Sollten die „Schippacher Schriften“, die nun erstmals komplett und unverändert im Druck in sieben Bänden vorgelegt werden, tatsächlich für unsere Zeit bestimmt sein, worauf manches hinweist, verdienen sie große Beachtung. Dann wird sich auch ein Wort des Herrn aus dem Munde Barbaras, die er öfter als „Mein Sprachrohr“ bezeichnete, bewahrheiten: „Die Anziehungskraft meiner Worte und die darin liegende göttliche Kraft erweicht die Herzen“, und zu den Schriften selbst sagt er: „Der Geist ist von Mir, die Form von dir!“

Nachdem ihre Sendung als Mahnerin und Wegbereiterin für die Rückkehr zur urchristlichen Praxis des regelmäßigen, öfteren Kommunionempfangs erfüllt war, wurde sie vom Herrn mit dem Bau einer Sakramentskirche in ihrer Heimatgemeinde Schippach als Denkmal des Dankes für die Gewährung der sogenannten „Oftkommuniondekrete“ vom heiligen Papst Pius X. und mit der Gründung des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ beauftragt. Dieser verbreitete sich rasch und erhielt in acht Diözesen das kirchliche Imprimatur.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ hat in ihrem Archiv eine Fülle von Briefen, Zeitungsartikeln und andere schriftliche Unterlagen aus dem langen Leben der „Seherin von Schippach“ zusammengetragen und nach zeitgeschichtlichen wie auch besonderen Dokumentationskriterien archiviert. Das Hauptverdienst für die Aufbewahrung und den Erhalt der „Schippacher Schriften“ gebührt dem ehemaligen Heimatseelsorger von Barbara Weigand, DDr. Wilhelm Büttner, der das Leben und Wirken seines Pfarrkindes Barbara Weigand in Büchern und Broschüren gewürdigt und verteidigt hat. Er selbst hat seine ganze priesterliche Autorität in den Dienst der im Ruf großer Frömmigkeit stehenden Barbara Weigand gestellt und dafür viele persönliche Opfer gebracht und die „Schippacher Sache“ ganz zu seiner eigenen gemacht. Von ihm stammt auch ihre von der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. veröffentlichte Lebensbeschreibung „Im Dienste des Eucharistischen Königs“.

Papst Johannes Paul II. schreibt in seinem Grußwort zur ‚Salzburger Hochschulwoche’ 1993: „...es ist notwendig, im kirchlichen und religiösen Leben ein neues Verständnis im Sinne der klassischen Mystik zu entdecken.“ Später beklagte er einmal, daß es „heute einen echten Mangel an Mystik in der Kirche gibt“. Im eingangs erwähnten päpstlichen Lehrschreiben „Novo Millennio ineunte“ (Nr. 33) spricht er voll Hochachtung vom gnadenhaften Weg der Mystiker, die in unsagbarer Freude zur „bräutlichen Vereinigung“ zugelassen wurden.

Von daher bieten sich uns die „Schippacher Schriften“ als ein echtes Geschenk an für die Erneuerung der eucharistischen Frömmigkeit in der Kirche. Lesen wir darin nach der Weisung des heiligen Apostels Paulus: „Prüfet alles, was gut ist behaltet!“ (1 Thess 5, 21). Eine letzte Beurteilung über die Echtheit der mystischen Aussagen ist freilich dem kirchlichen Lehramt vorbehalten.

Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Daß Gott durch Visionen und Privatoffenbarungen so vertraut zu seinen treuesten Freunden spricht und ihnen seine Geheimnisse offenbart, ist weder neu noch ungewöhnlich. Ja, beinahe alle Heiligen, insbesondere die Ordensgründer, sind mit göttlichen Visionen und Offenbarungen ausgezeichnet gewesen, wie wir z. B. in den Lebensbeschreibungen eines heiligen Benedikt, eines heiligen Bernhard, eines heiligen Dominikus, eines heiligen Franziskus und anderer lesen; in diversen Büchern werden unzählige Visionen, Offenbarungen und andere göttliche Gunstbezeigungen berichtet, welche der Herr entweder den Stiftern selbst oder einigen ihrer Schüler erwiesen hat. Es ist darum nicht zu bezweifeln, daß Gott vertraulich mit seinen Freunden spricht und besonders jene mit Gnaden beschenkt, die Er zu großen Werken auserwählt hat. Ja, wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Barbara hört den Heiland am Vigiltag von Christi Himmelfahrt 1898 sagen:

„Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. Da so viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben, und diesen Glauben durch gute Werke zu betätigen. Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, d. h. an Mich selbst, der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament.“

Ebenso am Feste Pauli Bekehrung 1900: „Es gibt doch noch viele gute Christen, die sich zur Aufgabe gesetzt haben, das Reich Jesu Christi wieder herzustellen, all ihr Sein und Leben einzusetzen, um die Christen wieder zurückzuführen zum guten alten Glauben, indem sie überall das eucharistische Leben anfachen. Durch den öfteren Empfang der heiligen Kommunion wird neues Leben in die Christenheit eingegossen werden. Ein neues Leben wird wieder beginnen. Die ganze Welt muß erneuert werden dadurch, daß zuerst die Kirche erneuert wird, aber das kann nur geschehen auf dem Wege, den Ich, Jesus, selbst gegangen bin.“

Am Gründonnerstag 1898 mahnt der Heiland: „Schließt euch an die Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weichet von ihr ab.“ Ebenso am Fronleichnamsfeste 1897: „Niemals kann eine Seele, die sich lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung des Priesters wandelt, den rechten Weg wandeln. Sie wandelt den Weg der Eigenliebe und des Hochmutes.“

Oder die Mutter Gottes am 2. Freitag im Oktober 1897: „Der Gehorsam geht über alles bei einer Seele, die mit meinem Sohn verbunden ist. Diese ist dem Gehorsam unterworfen und soll nur gehorsam sein ihren sichtbaren Vorgesetzten. Dies ist das sicherste Zeichen, daß sie nicht irregeht.“

Das ganze Schrifttum der Barbara Weigand hat zum Ziel: Die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie und die Annahme seines Kreuzes, wozu er uns immer wieder einlädt. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang, zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn selbst gewünschte Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden: Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes.

So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Um diesen Liebesbund ins Leben zu rufen, wurden Statuten erstellt, die im Jahr 1914 die kirchliche Anerkennung erhielten. Es sollen daraufhin bis zu 60.000 Mitglieder beigetreten sein.

Die Aufnahme geschieht durch die einmalige und innige Bitte nach der heiligen Kommunion an Jesus, er möge sich würdigen, daß man in diesen Liebesbund aufgenommen werde. Dabei kann man sich eines in den Statuten aufgezeichneten Weihegebetes bedienen. Das Aufopferungsgebet am Morgen richtet sich an Jesus, als den Bräutigam der Seele, mit der Bereitschaft, alle Leiden und Widerwärtigkeiten anzunehmen, auf daß bald eine Herde und ein Hirte werde. Das Aufopferungsgebet am Abend richtet sich zunächst an den heiligen Schutzengel und dann an die Mutter Gottes, daß sie alles, was mangelt, ersetzen und es in dem Kostbaren Blut Jesu reinigen und vervollkommnen möge, mit einem besonderen Gedenken an den Heiligen Vater, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.

Die „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“, Elsenfeld-Schippach, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken an diese Frau zu bewahren und die „Schippacher Schriften“ der Barbara Weigand zu erhalten und bekannt zu machen. Ermutigt durch die Weisung von Papst Paul VI., der während des II. Vatikanischen Konzils das Recht der Gläubigen, ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen, bestätigt hat, soll nun allen Interessierten dieser „geistliche Schatz“, der lange unbeachtet blieb, geringgeschätzt wurde und fast vergessen war, zugänglich gemacht werden.

In seinem Vortrag anläßlich der Feierstunde des Theresienwerkes in Luzern am 24. September 1983 kommt der Bamberger Erzbischof Dr. Karl Braun zu einer für die Wege der Mystik keineswegs überraschenden Schlußfolgerung, nämlich, – daß „der Weg der Liebe, den uns Christus zutraut, kein bequemer Spaziergang ist. Nicht immer gelingt uns auf Erden dieses Lieben, da die Schwierigkeiten uns oft den Mut nehmen. Im Himmel jedoch, wo wir das ganze Leben überschauen, werden wir entdecken, daß wir manchem schwierigen Menschen dafür zu danken haben, daß er uns ,Schleifstein zur Vollendung’ war“ (aus „Ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden“ – Begegnung mit Therese von Lisieux – Johannes-Verlag, Leutesdorf 2. Auflage 1987). Für die Schippacher Mystikerin Barbara Weigand war ihr Lebensweg keineswegs ein leichter Weg, aber erfüllt von der Liebe zu ihrem Herrn und Meister.

Beten wir nun voller Hoffnung, daß die Schriften der Barbara Weigand zur Vertiefung und weiteren Verbreitung des göttlichen Willens beitragen und die Verehrung der heiligen Eucharistie und eucharistischen Anbetung in allen katholischen Kirchen, insbesondere in der Friedens- und Wallfahrtskirche in ihrem Heimatort Schippach, gepflegt werde.

Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Elsenfeld-Schippach

Der Vorstand

Inhaltsverzeichnis Band 3

Entstehungsgeschichte der Aufzeichnungen

Von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner wissen wir erfreulicherweise recht genau, welchen Schicksalsweg die „Schippacher Schriften“ genommen haben. Zum besseren Verständnis derselben soll er hier nachgezeichnet werden. Mit den folgenden Worten beginnt Barbara Weigand im Jahre 1894 ihre inneren Erlebnisse aufzuzeichnen: „Nachdem ich arme und unwürdige Magd des Herrn vom Jahre 1886 bis 1894 in der Stadt Mainz unaussprechlich viele Gnaden vom Herrn empfangen habe, will ich aus Dankbarkeit gegen Ihn wenigstens dieses Jahr 1894 anfangen, einiges aufzuschreiben, daß ich die Danksagung nicht vergesse“. Von da an schrieb sie bis herauf in ihr Greisenalter Notizen über ihr Leben und ihre seelischen Zustände. Im Jahre 1895 hatte sich der Schippacher Jungfrau eine sehr gebildete Mainzer Dame angeschlossen, Fräulein Luise Hannappel, welche nun ihrerseits den Hauptteil der Aufzeichnungen machte, die unter dem Namen „Schippacher Schriften“ bekannt geworden sind.

Urschriften und Abschriften

Leider stehen die meisten ihrer handgeschriebenen Zettel nur in Abschriften zur Verfügung, da die Urschriften anläßlich der behördlichen Untersuchungen an die kirchlichen Vorgesetzten eingeschickt oder von diesen eingefordert wurden und sich daher unter den Ordinariatsakten von Mainz und Köln und beim Heiligen Offizium in Rom befinden. Die Akten des Ordinariats Würzburg wurden am 16. März 1945 ein Raub der Flammen.

Die Abschriften fertigten zumeist Luise Hannappel, also eine Augen- und Ohrenzeugin, Frau Zulauf, Frl. Stahl und ein Herr Schweratt an; sie tragen die eigenhändige Unterschrift von Barbara Weigand und sind damit den Urschriften gleichzustellen.

Einen guten Überblick über ihre Erlebnisse bis zum Jahr 1896 gibt das Heftchen „Leben“ (84 Seiten), das sie im Jahre 1896 auf Veranlassung ihres damaligen Seelenführers Pater Ludwig O.Cap. anfertigte. Diese in Band 1 S. 38-76 übernommenen Aufzeichnungen sind in schlichter Form verfaßt, ohne streng eingehaltene zeitliche Aufeinanderfolge. Inhaltlich bringen sie offen und aufrichtig Gutes und weniger Gutes über die Schreiberin zum Ausdruck und sind damit ein ehrliches Selbstzeugnis. Die Schreiberin schließt mit dem Bekenntnis: „Dieses ist mein Leben und einige der Gnaden, die ich glaube, daß der liebe Gott sie in mir gewirkt hat.“

Die Gnadenerweise seit dem Jahre 1887 schrieb sie auf Befehl ihres Beichtvaters Pater Alphons O.Cap. nieder, dem sie diese Aufzeichnungen regelmäßig zu überbringen hatte. Darin erwähnt sie: „Als ich diesem von meinen übernatürlichen Dingen gesagt hatte, wies er mich anfangs barsch ab. Später aber befahl er mir, alles aufzuschreiben, und ihm zu bringen. Dies tat ich auch mehrere Jahre hindurch, bis kurz vor dem Tode meines Bruders“ († 5. April 1892). An anderer Stelle bemerkt sie, daß sie drei Jahre lang dem Pater ihre Aufzeichnungen gebracht habe.

Wiederum schreibt sie im Jahr 1893: „Sechs Jahre vorher hatte mir derselbe Beichtvater befohlen unter Gehorsam, nichts zu verschweigen von meinen übernatürlichen Gnaden, ihm stets alles aufrichtig zu sagen, und weil ich im Beichtstuhle nicht alles sagen konnte, befahl er mir, es aufzuschreiben und ihm zu bringen, und wenn es noch so schlecht geschrieben war, weil ich meistens bei der Nacht und im kalten Zimmer schreiben mußte und mich deswegen entschuldigte, sagte er jedesmal beruhigend: ,Kümmere dich nicht, ich kann es lesen.’“ Diese Aufzeichnungen sind im Kapuzinerkloster zu Mainz nicht mehr vorhanden.

Auch später, als die Aufzeichnungen während der Ekstasen bereits von anderen Personen vorgenommen wurden, kam es öfters vor, daß Barbara Weigand nach Rückkehr in den natürlichen Zustand noch eigenhändig ihre Erinnerungen niederschrieb. Ferner stammen von Barbara Weigand die meisten Aufzeichnungen nach 1900 und aus jenen Zeiten, in denen der Freundin das Aufschreiben von der geistlichen Behörde untersagt worden war. Nach 1910 finden sich nur noch gelegentlich Einträge von ihr, ebenfalls aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Über die Zeit von 1907 bis 1909 gibt es eine aufschlußreiche Bemerkung in einem Brief Barbara Weigands an den Generalvikar von Mainz vom 5. März 1909, worin sie schreibt:

„Nach dem Tode des P. Ludwig († 12. Juni 1907) richtete ich mich nach dem Willen meines Beichtvaters, den ich aus wichtigen Gründen nicht angebe, so daß ich lange Zeit nicht einmal Briefe beantwortete, bis er mir sagte: ,Ich erlaube Ihnen, nun einen anderen Seelenführer zu wählen; denn die Freiheit des Geistes ist jedem Christen gestattet.’ Darauf sah ich mich um nach jemand und erhielt die Erlaubnis, die Gnaden aufzuschreiben; aber nur einmal dürften sie aufgeschrieben und ihm zugeschickt werden. So wird es auch gehalten in letzter Zeit.“

Noch in ihrem höchsten Greisenalter schrieb sie innere Erleuchtungen auf und brachte sie ihrem Beichtvater. Dazu glaubte sie sich durch die innere Stimme gedrängt, wie sie z. B. im Jahr 1904 ihrem Beichtvater berichtet: „Am Anfang der Woche sagte der Herr: ,Diese Woche schreibe auf, was Ich dir sage, und richte dich, es bis Samstag deinem Beichtvater einzuhändigen.’“

Begonnen hatte alles am Dreifaltigkeitssonntag 1880. Da hörte sie die Worte: „Siehe, alle Fehler, die du begangen und beweinst, will Ich dir verzeihen, wenn du oft kommunizierst!“

1901 versichert sie in einem Brief an das Ordinariat Mainz: „Alles, was ich schreibe, tue ich, weil ich innerlich dazu aufgefordert werde.“

Aufzeichnungen der Luise Hannappel

Der weitaus größte Teil der Aufzeichnungen stammt jedoch von Luise Hannappel, die bis zu ihrem Tode am 15. Dezember 1923 in unverbrüchlicher Freundschaft zu Barbara Weigand stand und Freud und Leid mit ihr teilte. Wie sie mit ihr bekannt wurde, mag uns Luise Hannappel mit ihren eigenen Worten erzählen, wie sie in ihrem Bericht an den Bischof von Würzburg niedergelegt sind:

„Da noch nicht lange meine Mutter gestorben war, ließ ich nicht nur viele heilige Messen lesen, sondern bat auch meine Haushälterin, die mit vielen frommen Personen bekannt war, mir einige ihrer Bekannten zuzuführen, um ihnen ein Melcherskreuz zu geben mit der Bitte, für meine liebe Verstorbene einmal den Kreuzweg zu beten. Auf diese Weise lernte ich Barbara Weigand kennen. Denn eines Tages kam meine Haushälterin und sagte: ,Ich weiß aber noch eine gute Beterin, die ist die frömmste in der ganzen Stadt!’ Sie führte mir dann gleich darauf, meinem Wunsche entsprechend, Barbara zu. Doch blieb das bei einer kurzen Gebetsempfehlung, die aber dann so oft wiederholt wurde, als ich Barbara bei einem Kirchgang traf.

Da es nun vorkam, daß ich sie lange nicht mehr sah und ich, nach dem Grunde fragend, hörte, daß sie krank sei, erkundigte ich mich nach ihrer Adresse, ging hin und fand sie an einem Freitagmorgen acht Uhr zwischen vier Wänden in Ekstase mit himmlischen Wesen laut redend. Meine Seele war davon derart erschüttert, daß ich, noch ehe die Ekstatische zu sich kam, zu meinem und zugleich zu ihrem Beichtvater (P. Alphons O.Cap.) lief, ihm davon Kenntnis zu geben.

,Wenn so etwas sein kann’, sagte er, ,so kann das hier echt sein; denn ich beobachte die Person schon seit acht Jahren und ich habe noch niemals jemand so andächtig den Kreuzweg beten sehen wie diese.’“

Nachdem sie dann auf den Rat des Paters hin noch die Meinung ihres Bruders, Pater Ludwig O. Cap., eingeholt und über Barbara Weigand sorgfältige Erkundigungen eingezogen hatte, worüber abermals „einige Monate“ vergingen, nahm sie zu Barbara fortan eine positive Haltung ein. Auch glaubte sie sich schon damals von Jesus zum Aufschreiben seiner Offenbarungen ermuntert, als Er durch Barbara Weigand zu ihr sprach: „Meine Tochter! Willst du bei Tag und Nacht bereit sein, wann immer Ich dich rufen werde, Meine Stimme zu hören und sie der Menschheit zu übermitteln? Die Kraft dazu werde Ich dir geben.“ Das war im Frühjahr 1895, wie wir von Pater Alphons wissen, dessen Beichtkind Barbara Weigand seit 1887 war. Auch andere Zeugnisse bestätigen dieses Datum. So gibt es ein von Luise Hannappel im Jahr 1907 geschriebenes Blatt, in dem sie den Vorwurf abwehrt, sie „mache“ die Sache. Darin redet sie von einem „Bekanntwerden Barbaras mit mir 1895“, und wiederum: „Als Lieschen (gemeint ist die andere Freundin) 1894 vom Herrn herbeigeführt wurde, um Babett (Barbara Weigand) im Leiden beizustehen, da blieb sie von da an Zeuge, also ein Jahr vor mir.“

Luise Hannappel besaß nach ihrer eigenen Aussage eine besondere Gewandtheit im Schnellschreiben und versuchte, mit dem Redestrom der Ekstatischen gleichen Schritt zu halten, was ihr aber, wie sie später selbst gesteht, nicht immer gelang. So bemerkt sie im Anhang zum „Leben“, sie habe anfangs nicht alles zu Papier bringen können, sondern „fast die Hälfte ausgelassen“, bis sie sich nach und nach hineingeschult habe. Am Schluß der kleinen Selbstbiographie nennt sie „Ende 1895“ als Beginn des regelmäßigen Mitschreibens. Somit sind alle Aufzeichnungen der Jahre 1895–1897 auf diese noch unvollkommene Weise entstanden. Anfang 1897 erlernte sie die Stenographie, wozu ihr Bischof Haffner selbst ein Lehrbuch zur Verfügung stellte, so daß sie seit „Ende 1897 Wort für Wort, wie es aus dem Munde von Barbara fließt, aufzeichnen kann, ohne etwas zu verändern oder auszulassen, indem sie mit dem Diktat gleichen Schritt hält.“

Einige Einträge in den Schriften stammen von der Schwägerin Barbaras und ihren Dienstmädchen, wie eine Bemerkung vom 31. März 1897 besagt: „Das Leiden begann in der Nacht auf den Sonntag, Schlag Mitternacht. Es war niemand dabei wie ihre Schwägerin, die nur wenig aufschreiben konnte, weil sie dem schnellen Redefluß nicht folgen konnte, darum nur Bruchstücke“; ebenso vom 11. April 1897: „Diesmal machten sich Frau Weigand und die beiden Dienstmädchen daran und schrieben um die Wette auf, und dieses stellte dann die Schreiberin zusammen und Babett fügte dann noch, soviel sie behalten hatte, aus ihrem Gedächtnis dazu, doch ist es bei weitem nicht vollständig.“

Auch ist vermerkt, daß „die Schwägerin dem schnellen Redefluß nicht folgen und deshalb nur weniges aufschreiben kann.“ Von einem authentischen Text kann man deshalb hier nur sehr bedingt sprechen.

Kirchliche Hindernisse

Im Jahr 1896, „gleich nachdem einige Bücher der Mitteilungen voll waren“, brachte Luise Hannappel diese Schriften ihrem Beichtvater Pater Bonifaz O. Cap. mit der Bitte, sie dem Bischof vorzulegen, was der Pater jedoch ablehnte. Infolgedessen glaubte Hannappel, „wegen der freundschaftlichen Beziehungen“, diesen Schritt selber tun zu dürfen. Aber der Bischof untersagte ihr das weitere Aufschreiben. Als Luise Hannappel später den Bischof um Aufhebung des Verbots bat, sagte er nach ihrem Bericht: „Tun Sie von jetzt an, was Ihr Beichtvater sagt“, und sie fügt hinzu: „Dieser erlaubte mir, wieder aufzuschreiben.“

„Unterdessen teilte ich immer dem Bischof das Neueste mit und er empfing mich stets mit Wohlwollen. Wir hielten dann eine Novene zur Unbefleckten Empfängnis, damit die liebe Muttergottes bewirke, daß der Bischof sich klar ausspreche. Und siehe da, als ich in dieser Novene wieder zu ihm kam, sagte der Bischof in ganz feierlichem Ton: ,Von heute an erlaube ich Ihnen aufzuschreiben, und Frau Zulauf darf Ihnen helfen abzuschreiben. An P. Ludwig können Sie es senden, nur hier in der Stadt lassen Sie mir alles ruhig’.“

Das scheint Ende August gewesen zu sein, denn es heißt in einem Eintrag vom 3. September 1896: „Von hier an wurde wieder aufgeschrieben.“ Luise Hannappel ergänzt diese Bemerkung durch eine Notiz in ihrem „Lebenslauf“: „Seit der Zeit brachte ich dem Bischof bis zu seinem Tod alle acht bis vierzehn Tage das Neueste und nahm das Alte mit zurück, um es ihm dann später gebunden von neuem zu überreichen.“

Als Luise Hannappel am 27. Oktober 1899 wegen der Bußwallfahrten nach Gonsenheim (bei Mainz) vor eine bischöfliche Kommission gerufen wurde und sich auf die obige mündliche Erlaubnis des Bischofs berief, konnte sich der Bischof daran nicht mehr erinnern. Schon fünf Tage später starb er.

An der tatsächlich erteilten Genehmigung zweifelte aber auch der Kommissionsvorsitzende Domkapitular Dr. Brück nicht, wie seine Äußerung ersehen läßt: „Der Bischof will nichts mehr von der Erlaubnis wissen; es muß aber wohl so sein, sonst hätte er Ihnen die Bücher nicht abnehmen dürfen, die er mir zur Prüfung übergab.“ Dagegen wurde 1898 ein abermaliges Verbot von dem neuen Beichtvater ausgesprochen, das jedoch schon bald mit der Versetzung des Paters erlosch.

Das Schicksal der Hefte war ein sehr bewegtes. Im Jahr 1900 mußten alle erreichbaren Exemplare an Bischof Brück (Mainz) ausgeliefert werden. 1909 ging eine Ausgabe an das Ordinariat in Köln, im Dezember 1915 wurden die Heften vom Ordinariat Würzburg zur Berichterstattung an die Päpstliche Nuntiatur eingefordert und am 5. Januar 1916 dem Ordinariat übergeben.

Schon damals scheinen so gut wie keine Hefte mehr im Umlauf gewesen zu sein; denn als der dem Kirchenbau sehr abgeneigte Vorstand des Bezirksamtes Obernburg durch die Polizei nach den Schriften fahnden ließ, konnte diese trotz eifriger Nachforschungen kein Exemplar mehr auftreiben. Nur Barbara blieb im Besitz einer Ausgabe. Die Schriften enthalten zugleich ihren Lebenslauf und den ihrer weitverzweigten Verwandtschaft. Sie haben damit auch familiengeschichtlichen Wert.

Authentizität der Schriften

Bilden die Schriften die zuverlässige Wiedergabe dessen, was Barbara Weigand in ihren Ekstasen tatsächlich gesprochen und in ihren Visionen geschaut hat? Oder haben sie daran Änderungen vorgenommen, vielleicht Teile des Gesprochenen unterschlagen oder Eigenes hinzugefügt?

Soweit die Aufzeichnungen von Barbara Weigand selbst stammen, wissen wir, daß sie erst nach den Ekstasen entstanden sind. Trotz ihres sehr guten Gedächtnisses kann man nicht davon ausgehen, daß sie alles wortwörtlich wiedergeben konnte, was sie vorher gesehen, gesprochen oder gehört hatte. Sicher aber wird die göttliche Gnade sie bei den Aufzeichnungen unterstützt haben.

Auch wenn während der Visionen noch regelmäßig andere Personen anwesend waren (Lieschen Feile, Maria Weigand, Dienstmädchen und andere), stammen doch die weitaus meisten Aufzeichnungen von Luise Hannappel. Sie war eine äußerst gewissenhafte und auch gebildete Frau, der diese Aufgabe von der göttlichen Vorsehung zugeteilt war. Wir können schwerlich unterstellen, daß sie das Gehörte absichtlich anders aufgeschrieben hat, als es an ihre Ohren drang, oder daß sie das ursprünglich Aufgeschriebene bei der Reinschrift entsprechend „zurechtfrisiert“ hätte.

Gegenüber der geistlichen Behörde in Mainz wie auch 1921 gegenüber dem Ordinariat Würzburg erklärte sich Luise Hannappel bereit, einen Eid abzulegen: „1. daß sie die schöne Form nicht hinzugetan, 2. überhaupt keine Form und nichts Wesentliches, sondern daß die formvollendeten Vorträge ganz das Werk der Barbara Weigand sind, 3. daß sie nichts nach eigenem Ermessen abgeändert, erweitert, verschärft habe, 4. daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit alles so aufgeschrieben habe, wie das Diktat an ihr Ohr gedrungen sei.“

Wohl sei es möglich, daß bei dem schnellen Diktat und wegen oftmaligen Straßenlärms hie und da ein Wort, ja halbe und ganze Sätze ausblieben, was sonst jede Zweideutigkeit ausgeschaltet hätte. „Durch einen Tadel des Herrn veranlaßt, habe ich hie und da ein einziges Wort, das einen offenkundigen Fehler enthielt, oder ein Bindewort wie ,und’, wo es fehlte, beigefügt oder ein unrichtig placiertes Zeitwort an seine Stelle gesetzt.“ Wenn die Ekstase vorbei war, habe sie mit den Hausgenossen, mit Frau Weigand und den drei Mädchen, mit größter Ehrfurcht die Sache noch einmal durchgegangen, um zu prüfen, ob alles genau mit dem Gesprochenen übereinstimme und ein oder das andere Wort, das sie zusammen noch wußten, beigefügt. Seitdem sie geläufig habe stenographieren können (Ende 1897), habe sie ohnehin alles wörtlich aufnehmen können.

Die Gewissenhaftigkeit der Luise Hannappel beim Aufzeichnen des Gehörten wird „an Eidesstatt“ in einer feierlichen Erklärung auch von Maria Weigand bezeugt, die den Ekstasen ihrer Tante regelmäßig beiwohnte, und auch von Pater Felix Lieber O.F.M. bestätigt, der seit 1909 die Seelenleitung Barbara Weigands innehatte. Pater Felix schrieb wörtlich:

„Gleich zu Anfang, als meine Wenigkeit 1909 die Seelenleitung der Barbara Weigand übernahm, forderte ich von der Schreiberin, Fräulein Hannappel, Rechenschaft über die Art und Weise, wie sie niederschrieb. Ich muß hiermit offiziell bezeugen, daß sie das mit der größten Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit tat, ohne von dem ihrigen ein Wort beizufügen oder etwas eigenmächtig auszulegen oder zu erklären. In zweifelhaften Fällen fragte sie (selbst in meiner Gegenwart) die Barbara Weigand, wie sich der Herr oder die Mutter Gottes ausgedrückt hatte; und was nicht mehr zu ermitteln war bei späteren Mitteilungen, ließ sie es eben dabei, so daß ich sagen muß: Sie war beim Niederschreiben der Mitteilungen durchaus gewissenhaft, ich möchte fast sagen skrupulös, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten in der Zeit meiner Seelenleitung feststellen konnte.“

Es liegt also kein Grund vor, die Ehrlichkeit der Schreiberin in Zweifel zu ziehen. Daß Luise Hannappel gewissenhaft handelte, mag man auch daraus ersehen, daß sie Aussprüche, die offenbar nicht übernatürlichen Ursprungs waren, nicht unterschlagen hat, was ihr doch ein Leichtes gewesen wäre. Wo Luise Hannappel stenographisch mitschrieb, dürfte somit der Text den Anspruch auf größtmögliche Authentizität besitzen.

Man darf allerdings nicht übersehen, daß sie bis Ende 1897 nicht stenographierte, sondern die Aufzeichnungen handschriftlich, teilweise auch nur bruchstückhaft vornahm, oder gar nicht schreiben konnte oder daß an ihrer Stelle nur die Schwägerin und die Dienstmädchen in ihrer unbeholfenen Art schrieben. In all diesen Fällen kann man nicht von einer wortgetreuen Wiedergabe ausgehen. Selbst Luise Hannappel gibt wiederholt ausdrücklich zu, wegen des starken Redestroms Barbara Weigands nicht mitgekommen zu sein: „Am Feste Christi Himmelfahrt war der Redefluß so gewaltig, daß nicht mitzukommen war und vieles verlorenging“ oder „Der Redefluß war heute so stark, daß die Schreiberin mehrmals einen Satz fahren lassen mußte, um gleichen Schritt halten zu können.“ Auch von Auslassungen redet sie ausdrücklich, daß sie „oft nicht zu schreiben imstande war“ ob der großen Zärtlichkeit des höchsten Herrn oder „heute hat Schreiberin sehr vieles ausgelassen, so daß sogar der Zusammenhang fehlt.“

Dennoch muß man das allermeiste in den Schippacher Schriften als getreue Wiedergabe des während der Ekstase Gesprochenen anerkennen. Entsprechend hat sich Barbara Weigand auch zeitlebens zu ihren Schriften bekannt.

Betrachten wir andere Offenbarungen, so können wir denen an Barbara Weigand sogar eine besondere Verläßlichkeit zubilligen, weil die göttliche Vorsehung bei ihr den Weg der Laut-Ekstase wählte und damit anderen Anwesenden das Mithören und Mitschreiben ermöglichte, während bei anderen Offenbarungen das innerlich Geschaute und Vernommene erst nach dem Geschehen aus der Erinnerung aufgeschrieben werden konnte.

Von den Offenbarungen der heiligen Gertrud wissen wir z.B., daß das erste Buch und der Schlußteil des fünften Buches nicht von ihr selbst, sondern von einer ihrer Mitschwestern verfaßt wurde; und dem Schreiber der heiligen Brigitta wird vom Heiland ausdrücklich gestattet, „um der Schwachen willen beizufügen, was notwendig und nützlich sei.“ Der heiligen Hildegard wurde in einem Gesichte aufgetragen, ihre Offenbarungen aufzuschreiben, aber die Form von einem anderen feilen zu lassen.

Drucklegung

1990 holten die damaligen Vorstandsmitglieder der Barbara- Weigand-Gesellschaft e.V. die „verstaubten“ Oktavhefte der „Schippacher Schriften“ aus dem gerade entstehenden Archiv, und Frau Rita Seithel aus Aschaffenburg begann, die in alter deutscher Sütterlin-Schrift verfaßten Handschriften auf einer elektrischen Schreibmaschine abzuschreiben. Sie schrieb in knapp fünf Jahren 4.062 Seiten und einige Anlagen. Bei den letzten Seiten angelangt verstarb sie.

1996 haben die von der Barbara Weigand Gesellschaft e.V. mit der Schriftleitung verantwortlich betrauten Personen damit begonnen, diese Schreibmaschinenseiten einzuscannen, um daraus Textdokumente für den Buchdruck zu erzeugen. Die Schrifterkennung wies jedoch zu viele Fehler auf, so daß der größte Teil der Texte ein weiteres Mal abgeschrieben und Wort für Wort verglichen wurde, was nochmals fünf Jahre in Anspruch nahm. Aus diesen Textdokumenten entstand die vorliegende Gesamtausgabe der „Schippacher Schriften“.

Zunächst erschien jedoch Band 1 der „Schippacher Schriften“ und eine separate „Lebensbeschreibung der Barbara Weigand“, letztere verfaßt vom Msgr. DDr. Wilhelm Büttner, dem großem Kenner und Förderer der Barbara Weigand. Diese Schriften sind in kürzester Zeit verteilt worden, so daß ein Nachdruck notwendig geworden wäre.

In dieser Situation wurde dank der göttlichen Vorsehung die Schriftleitung auf Wohltäter aufmerksam gemacht, die Druck und unentgeltliche Verbreitung der Gesamtausgabe der „Offenbarungen an Barbara Weigand“ ermöglichen.

Zur Druckvorbereitung wurden die Texte von einem Korrektor einer weiteren Kontrolle nach alter deutscher Rechtschreibung unterzogen. Da die Aufzeichnungen zum Teil aus langen, vielfach verschachtelten Sätzen bestehen, sind manche Abschnitte nicht ganz leicht zu lesen. In Einzelfällen ist deshalb der innere Zusammenhang des Satzes durch vorsichtige Änderung von Satzstruktur und Zeichensetzung, auch durch Einfügung oder Verschieben von einzelnen Hilfswörtern, sichtbarer gemacht worden. Inhalt und Sprachstil wurden dabei nicht berührt. Am Fronleichnamsfest 1897 (Bd. 2 Nr. 175) sagte der Heiland dazu:

„Es soll alles, wie es ist, wie Ich Mich offenbare, abgeschrieben werden, und wo ein Fehler vorkommt, woran die ungeschickte Sprache Meiner Dienerin schuld ist, oder großen Anstoß erregen könnte, soll er verbessert werden. Aber alles, was die Belehrungen anbelangt, soll geschrieben werden, denn es ist nicht für ein Jahr und nicht für diese Zeit allein, es ist für die Zukunft geschrieben.“

Jede Offenbarung wird mit einer laufenden Nummer und dem Tag gekennzeichnet, an dem sie stattgefunden hat. Daran schließt sich eine Kernaussage an, die wörtlich aus dem nachfolgenden Text entnommen wurde und eines der angesprochenen Themen einprägsam zusammenfaßt. Diese Kernaussagen wurden auch in das Inhaltsverzeichnis übernommen, das seine Funktion dadurch noch besser erfüllen kann. Auf ein Sachwortregister wurde verzichtet.

Allen Freunden, die an der Erstellung und Herausgabe dieses Gesamtwerkes der „Schippacher Schriften“ mitgewirkt oder dazu beigetragen haben, danken wir sehr herzlich. Besonders gilt unser Dank der Stiftung „Fond der Barmherzigen Liebe“ in Weihungszell und dem „KSA Kath. Schriften-Apostolat“ in Ochsenhausen.

Friedrichsdorf, im Januar 2002

Die Schriftleitung

 Inhaltsverzeichnis Band 3

 

Zur größeren Ehre Gottes und zur Verherrlichung der unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter Maria

 

230 Montag in der Karwoche 1898

„O soll Ich sie denn verdammen, sollen die Seelen zugrunde gehen, die nach Meinem Ebenbild erschaffen sind?“

Lied: Wo eilst du, Jesus, hin?

Gegen 11 Uhr nachts bekam Barbara furchtbare Schmerzen. Sie wußte jedoch nicht, daß ihr Leiden beginne, sondern meinte nur, es sei wegen der Karwoche. Deshalb rief man niemand. Es wäre auch keine Zeit dazu gewesen, denn plötzlich fing Barbara zu singen an, nachdem sie, wie schon einmal an diesem Tag, die liebe Mutter Gottes tiefverschleiert an ihr Bett herantreten sah, um ihr eine Stärkung zu reichen, und alsbald ließen die Schmerzen nach. Als der Herr anfing zu sprechen, machten sich die zwei Nichten und die zwei Mädchen daran, alles aufzuschreiben, doch konnten sie nicht alles erfassen. Hier folgen nun bruchstückhafte Aufzeichnungen. Auch sah Barbara vorher schon den lieben Heiland als Ecce Homo so entsetzlich entstellt, daß sie sich fürchtete. Er drückte ihr namentlich Seinen Zorn aus über diejenigen Einwohner der Stadt, die so zahlreiche Gnaden unbenutzt vorübergehen lassen.

Jesus: „Meine Kinder! Ihr müßt wissen, daß Ich ein gar getreuer, guter Gott bin, ein gar süßer Freund, Der nichts vergißt, Der an Großmut Sich nicht übertreffen läßt. Darum wundert euch nicht, wenn der Herr kommen will in einer Stunde, da ihr es nicht vermutet. Du aber, Meine Kleine, hast Mir in der heiligen, österlichen Zeit viele Freude gemacht mit deinen beiden Freundinnen. Es hat manche Seele in dieser heiligen Zeit den Frieden des Herzens wiedergefunden. Du hast Mich vorhin gesehen und geschaut, wie Mich die Sünder zugerichtet haben. Du hättest eine gar schlimme Nacht gehabt, wenn Meine Mutter dich nicht getröstet hätte. Darum danke Ihr dafür! Ich will nicht, daß du arbeiten sollst für dich, sondern für Mich! Du sollst leiden und sühnen in dieser heiligen Woche. Opfere Meinem himmlischen Vater dieses kostbare Blut auf für alle Sünder.

O soll Ich sie denn verdammen, sollen die Seelen zugrunde gehen, die nach Meinem Ebenbild erschaffen sind? Ihr aber, Meine Kinder, arbeitet gar viel und freuet euch auf das heilige Osterfest; denn Ich will durch das, was Ich hier wirke, viele Seelen retten, Sünder die abgewichen sind vom rechten Weg, zu Gott zurückführen. Durch euer Gebet habe Ich die Priester unterstützt und durch die feurigen Worte der Priester haben sich viele Seelen bekehrt. Die Priester sollen Meine Worte hinaustragen unter Mein Volk. O seht doch den Untergang so vieler Seelen. Weh ihnen! Weh ihnen!“

Barbara: „O mein Gott, verzeihe ihnen! Habe Nachsicht, warte noch, sie werden noch Buße tun. Barmherzigkeit, mein Jesus, Barmherzigkeit! Ich meine manchmal, mein Leiden sei Einbildung, ich sehe aber, daß Du mich auch dann rufst, wenn ich gar nicht daran denke. Mein Jesus, alles für die Sünder! Ich will gern meinen Leib zum Verbrennen hingeben für die Sünder; wenn Du willst, daß ich im Bett bleiben soll, so nimm alles hin für die Sünder. O schließe den Schlund der Hölle, der sich auftut, um sie zu verschlingen. O Jesus, Barmherzigkeit für die Sünder! O ich vereinige mich mit allen frommen Seelen! Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Meine Tochter! Du hast schon viel hineingeschaut in Mein Herz, du mußt aber wissen, daß du die Liebe und Güte eines Gottes noch nicht kennst. Du kennst aber auch den Zorn eines Gottes nicht, wenn Er losbricht, um sie alle zu zerschmettern. Mit einem Blick zerschmettert Er die Sünder und wirft sie zu Boden.

Sieh, hier in dieser Stadt, wo Ich in der heiligen, österlichen Zeit Meine Gnaden so verschwendet, gibt es noch so viele Sünder, die Meine Gnaden nicht benützen, aber um der Buße der bußfertigen Sünder willen und um des Gebetes der treuen Seelen willen, will Ich die Strafe noch zurückhalten. Aber weh jenen, die die Gnadenzeit nicht benützen; es soll ihnen schlimmer ergehen als den Juden beim Untergang Jerusalems. Die Berge werden zusammenstürzen. ‚Ihr Berge fallet über uns, und ihr Hügel bedecket uns‘ werden sie rufen. Ich aber werde über ihren Untergang nur lachen!“

Barbara: „O mein Jesus! Du bist ja so zornig. Ich kann Deinen Blick nicht ertragen. O liebe Mutter, komme mir zu Hilfe! Gedenke, o gütigste Jungfrau, es sei noch nie erhört worden. Breite Deinen Mantel aus, laß uns alle unter Deinem Schutzmantel stehen. Der Zorn Deines Sohnes muß besänftigt werden.“

Eben tritt die liebe Mutter Gottes hin vor den ewigen Vater und bittet Ihn um Gnade für die Kinder.

Maria: „Ja, Meine Tochter, wenn du glaubst in allen Stücken, dann kannst du noch manche verirrte Schäflein zurückführen durch dein Gebet in Vereinigung mit deinen zwei Mitschwestern. Fahret fort, Ihm zu dienen, und der Lohn wird dir nicht ausbleiben für die Tage, die du jetzt hier verbringst. Unendlich tausendmal wird dir alles vergolten werden.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

231 Gründonnerstag 1898

„Mein Geist ist es nicht, Der eine Seele beängstigt, die Mir dient, aber wohl ist es der Geist Meines Widersachers.“

Lied: Düster sank der Abend nieder ...

Barbara: „Ich danke Dir, mein Jesus, o allersüßester Bräutigam meiner Seele, für die glücklichen Stunden, die Du mir bereitet, für die süßen Worte, die ich aus Deinem Munde vernehme. Ich danke Dir im Namen aller, die Nutzen ziehen aus Deinen Worten, meiner lieben Geschwister und Hausangehörigen; denn sie alle sind Dir sehr ergeben und besser als ich. O darum beglücke sie alle für all die Liebe, die sie mir erwiesen, weil ich so unwürdig bin. Ich danke Dir im Namen meiner Geschwister, die das Glück nicht haben, Deine Stimme zu hören, besonders meiner lieben Schwester in Augsburg, die so gerne ein liebes Wörtchen hören möchte. O gib ihr auch einen Trost und allen, die hier zugegen sind, um Deinen Trost von Dir zu empfangen, besonders meinen zwei Freundinnen und die Geschwister derselben.“

Jesus: „Meine Kinder! Seht, es wiederholt sich der Augenblick, wo Ich unter Meinen Freunden weilte, wo Ich Abschied von ihnen nehmen sollte für immer aus dieser Welt. Es wiederholt sich, sage Ich, unter euch der glückliche Augenblick, wo Ich Mich wieder so recht lebhaft versetze nach Jerusalem in den Speisesaal, wo sich Meine Getreuen, Meine Liebsten um Mich versammelten, um zum letzten Mal das Ostermahl mit Mir zu halten, und Worte des Lebens, des Friedens und der Liebe von Mir zu empfangen. Es wiederholt sich der Augenblick, wo Ich der Menschheit bezeugen wollte, daß Ich wahrhaft in diese Welt gekommen bin, um den Frieden zu bringen, um Frieden zu schließen mit der armen, sündigen Menschheit; denn in diesem Augenblick stiftete Ich ja das Denkmal Meiner Liebe, das hochheiligste Sakrament Meiner Liebe.

Seht, so wie Ich dort unter Meinen Jüngern weilte und Ich großen Trost empfand, sie so um Mich versammelt zu sehen, so ist es Mir jedesmal, wenn Ich Mich zu euch herablasse, in eurer Mitte gegenwärtig sein kann; denn obwohl Ich im Tabernakel verweile, Tag und Nacht um euretwegen, so ist dieses nur zu dem Zweck, um das zu erreichen, was Ich hier in euch erreicht habe.

Seht, in Menschenherzen will Ich wohnen, nicht im hölzernen Tabernakel dort. Dort habe Ich Mich niedergelassen, um die Menschen an Mich zu ziehen, um Mich mit einzelnen Menschenseelen zu vermählen, und dieses habe Ich in euch verwirklicht. Darum wundert euch nicht, wenn Ich zu euch sage wie zu Meinen Aposteln: ‚Kinder, sehnlichst habe Ich danach verlangt, mit euch dieses Ostermahl zu essen!‘ Wundert euch aber auch nicht, wenn euch die Menschen nicht glauben wollen, wenn sie euch hinausstoßen als Sonderlinge, wenn sie und sogar die liebsten Kinder Meines Herzens, Meine Diener, euch verachten und verspotten und andere abhalten wollen zu glauben, daß Ich es bin, Der mit euch verkehrt.

Seht doch, sollt ihr ja Mein Beispiel nachahmen, Mein Ebenbild werden, und haben sie Mich verfolgt, warum sollen sie nicht auch euch verfolgen? Eintausendneunhundert Jahre sind bereits verflossen, wo Ich dieses Tränental verließ und wieder einging zu Meinem Vater. Vieles und Großes wird gewirkt in der Gegenwart durch dieses Allerheiligste Sakrament; Vieles und Großes soll noch in der Zukunft gewirkt werden, denn Ich bin der Mittelpunkt, das Zentrum von allem in der ganzen Schöpfung, und um dieses Zentrum herum habe Ich Meine Kirche gestellt; Meine Kirche allein besitzt dieses Zentrum der Liebe. Sie, Meine makellose Braut, ist es, welche die Menschen herbeiführt zu Mir und herbeiführen soll!

Meine Kinder! Ich habe euch dieses Jahr eine große Freude vorbehalten und zugedacht, die ihr mit Mir teilen sollt. Denn wisset, daß ihr bestimmt seid, das Leben Meiner Braut mitzuleben im engsten Anschluß an sie, das Leben Meiner Kirche, wie Ich es allen Dienern Gottes, allen treuen Kindern der Kirche, zugedacht habe. Die heiligen Märtyrer, die vergossen ihr Blut für Mich.

Seitdem aber die Kirche mehr im Frieden lebt, müssen alle die Kinder, die sich eng anschließen wollen an die Kirche, ein anderes Martyrium bestehen, das Martyrium der Liebe. Und um ihnen dieses Martyrium zu verschaffen – weil es länger und anhaltender ist als das Martyrium des Blutes, und bei manchen Menschen eine lange, lange Lebenszeit in sich schließt, und der arme Mensch dazu mehr Kraft, Stärke und Mut bedarf – darum muß Ich diese mit Leiden bedenken und im Anschluß an Meine Kirche so ganz Mein Leben in ihnen verwirklichen lassen. Sie müssen alle die Gefühle, die Mein Herz beseelt, Meine Herzensgefühle, mit Mir teilen.

Feiert nun die Kirche ein Fest, das sich auf Mein Leiden bezieht, oder wo sie ihre abgewichenen Kinder wieder herbeiführen möchte in Meine Vaterarme, dann benutze Ich die treuen Kinder Meines Herzens, um mit ihnen Meine Gefühle zu teilen. Sie müssen Mir dann ihre Leiden darbringen in Vereinigung mit Mir, sie müssen ihre Gebete und Opfer in Vereinigung mit Mir darbringen, um so das Herz Meines Vaters zu besänftigen, oder um das Herz Meines Vaters und mit Ihm alle die himmlischen Bewohner wieder recht zu erfreuen und zu ergötzen.

Denn sooft ein Fest wiederkehrt in Meiner Kirche, das sich auf die Freuden oder Leiden Meines Lebens bezieht, erneuert sich in Meinem himmlischen Vater und dem ganzen himmlischen Hof wieder dasselbe Schauspiel, das Ich Ihm vorgeführt, als Ich auf Erden weilte, und hiermit wird all der Schaden ersetzt, der Ihm zugefügt wird von den gottlosen Kindern der Welt. Er vergißt sodann Seine Gerechtigkeit, und Seine Barmherzigkeit und Seine Liebe tritt dafür in Kraft.

Darum wundert euch nicht. Laßt Meinen Geist wehen, wo immer Er will und wie Er will in euch, nur schließt euch Meiner heiligen Kirche an, und nicht um Haaresbreite weichet von ihr ab. Dann mögen Kieselsteine auf euch regnen von Schmähungen und Beschimpfungen, dann mag man von allen Kanzeln euch verspotten, ihr könnt ruhig weitergehen, weil ihr wißt, daß es all Meinen treuen Kindern so ergangen ist, weil ihr wißt, welchem Herrn ihr nachfolgt. Du aber, Meine Kleine, Ich wiederhole dir Mein Versprechen, daß alle deine Geschwister teilnehmen werden an den himmlischen Segnungen, die Ich über dieses Haus ergieße.

Seht doch, ihr alle, die ihr hier zugegen seid, und ihr alle, die ihr die Schriften leset, seht doch und bedenket, von wo aus euch mehr Trost und Freude entgegenkommt, als hier aus Meiner lieblichen Gesellschaft, in der Ich wirklich und wahrhaft verkehre. Wenn euch Zweifel aufkommen, dann nehmt die Heilige Schrift und das Evangelium und bedenket, ob nicht das ganze Leben der heiligen katholischen Kirche doch gar manche Stelle in sich einschließt, die dem Menschen dunkel und unverständlich ist und bleibt. Dieses ist so, weil es Meiner Weisheit so gefallen hat, weil es ein gar großer Lohn ist, mit einem Gott zu herrschen die ganze Ewigkeit hindurch, und dieser Lohn von dem armseligen Menschen, der einstens Mir ähnlich werden soll, und der ewig und ewig mit Mir herrschen soll, doch einigermaßen muß verdient werden.

Darum hinweg mit den Zweifeln, mit dem Kritisieren! Schließt euch den treuen Kindern an, die da nicht kritisieren und nicht kritisiert haben, die da sind die Heiligen, die euch schon vorausgegangen. Seht, ob diese da lang hin und her genörgelt haben. Im Gegenteil: Sie haben alles erfaßt, was sie in nähere Beziehung zu Mir hat bringen können und nicht erst gefragt: darf, soll oder muß ich das tun? Heilige will Ich bilden, dazu habe Ich den Liebesbund gegründet, Heilige, nicht nur Selige. Zur Seligkeit sind alle Menschen berufen, aber um zur Seligkeit zu gelangen, muß der Mensch heilig werden wollen.

Diejenigen, die nur auf dem äußersten Rand des Schiffleins Petri gehen, kann Ich nicht hinausstoßen in die äußerste Finsternis, weil sie ja noch in Meiner Kirche sich befinden und die Gebote Gottes und der Kirche halten. Diejenigen aber, die recht nah bei Meinem Herzen verweilen wollen, an Meinem Tisch sich niederlassen dürfen dereinst, die müssen mehr tun, die müssen nach Heiligkeit streben, müssen suchen ihre Lust zu beherrschen, nicht allzusehr den Ergötzungen der Welt nachzugehen, mit einem Wort, wie Ich es euch schon oft erklärt habe, sie müssen ein Opferleben führen.

Wenn nun Meine Diener auf der Kanzel stehen und sagen: Es ist nicht notwendig, daß man übertrieben fromm ist, die übertriebene Frömmigkeit, hinweg mit ihr, dann bedenket, daß Ich dieses Wort nicht in ihr Herz hineingelegt, daß, obwohl es Gottes Wort sein soll auf der Kanzel, doch auch ein Menschenwort mit einschleicht, das sie aufgenommen haben, um so der Menschheit zu gefallen.

Merkt euch, daß derjenige, der Mir nachfolgen will, absolut auch den Weg gehen muß, den Ich gewandelt bin. Da gibt es keine übertriebene Frömmigkeit, da darf man nicht auf andere schauen, ob diese oder jene auch heilig werden wollen. Da heißt es, in sich hineinschauen und sich sagen: ‚Ich will, ich muß heilig werden! Ich will, ich muß meinem Herrn gefallen; ein paar Wörtchen wird man doch ertragen können.‘

Seht, eintausendneunhundert Jahre sind vergangen, als Ich am heutigen Abend bei Meinen Jüngern saß und das letzte Liebesmahl mit ihnen verzehrte. Mit gleicher Liebe habe Ich sie alle geliebt, mit gleicher Liebe alle umfangen, und doch war einer unter ihnen, den Ich nicht gewinnen konnte, der trotz all Meiner Liebe, obwohl er Priester und Apostel Meines Herzens war, doch verstockt blieb. Im übrigen aber nehmt die andere Gesellschaft, die sich um Mich versammelt hatte, die vielen, die Ich belehrt, denen Ich Wohltaten spendete, und diejenigen, die Mir treu blieben, die Mir nachfolgten auf dem Weg, den Ich gewandelt bin, wie lange sie sich jetzt schon bei Mir erfreuen, wie alles vorübergegangen ist, Mein Leiden, obwohl es so schmerzlich war, und das Leiden aller derjenigen, die mit Mir lebten zur selben Zeit.

Aber ihr Lebensgang war kein anderer als der eurige, sie hatten mit Leiden, Sorgen und Kummer zu kämpfen wie ihr auch. Sie hatten Verfolgungen auszustehen, anders als ihr, aber sie stellten sich beständig das Ziel vor Augen, das Ich ihnen nun einmal gesetzt hatte, und von dem Ich ihnen so oft gesprochen hatte. So müßt ihr tun. Wenn der Mut sinken will, aufwärts die Herzen!

Wenn Ich einmal unter euch erscheine und sage: ‚Ihr müßt Mir euer ganzes Vermögen zum Opfer bringen, ihr müßt eure Frauen und Kinder verlassen oder eure Familie und müßt ein Büßerleben führen wie die Einsiedler in der Wüste‘, dann könnt ihr sagen: ‚Das ist ein hartes Wort, das kann ich nicht hören‘, wie Meine Jünger sprachen, als Ich unter ihnen weilte und ihnen zum erstenmal von dem großen Wunderwerk erzählte, das Ich unter ihnen wirken will, daß Ich nämlich ihnen Mein Fleisch und Blut zum Essen geben werde.

Da gingen sie hinweg, kopfschüttelnd, und sagten: ‚Diese Rede ist hart, wer kann sie hören!‘ So aber, Meine Lieben, komme Ich zu euch und rede eine Sprache, die euch allen verständlich ist, und die euch alle nur trösten und ermutigen kann. Ich verlange nicht, daß ihr Mir Opfer bringen sollt, euer Vermögen, nein, keinen Pfennig Vermögen verlange Ich, aber ein bereitwilliges, gutmütiges Herz, das sich anschließt an Meine heilige Kirche, die Ich gestiftet habe, an das Liebesmahl, das Ich am heutigen Tag unter euch eingesetzt habe, daß ihr euch umschlingen lassen sollt von dem Liebesband, das da ausgeht aus Meinem Herzen, und das Ich am heiligen Fronleichnamsfest euch gezeigt habe durch Meine Dienerin, euch, die Ich retten will von der Sintflut der Zeit.

Seht, eine wahre Sintflut hat die Welt überschwemmt von Ungerechtigkeit, von Unsittlichkeit, Gottlosigkeit und Unglauben. Die Seele, die Meine Worte hört und sie in sich aufnimmt und die zurückkehrt, und die sich umschlingen läßt von dem Band der Liebe – nichts verlange Ich von euch – weder von dir, du Familienvater, noch von dir, du Familienmutter, noch von dir, du Jungfrau, magst du sein im Kloster oder mitten in der Welt – als daß du dich anschließest an den Liebesbund, daß du öfter dich nahst Meinem heiligen Tisch, dich mit Mir vereinigst, damit Ich in dir lebe und du in Mir.“

Dann singt Barbara mit innigster Andacht:

Barbara: An des Mahles nahem Schlusse, nahm Er segnend Brot und Wein, weihte beides zum Genusse und zum Liebesdenkmal ein. Brüder, rührt euch Jesu Liebe, ist euch heilig Sein Gebot, o so kommt aus reinem Triebe, kommt und feiert Seinen Tod. Jesus ist in unserer Mitte, Jesus bricht uns heut das Brot, reicht Sein Fleisch und Blut voll Güte, wie Er‘s tat vor Seinem Tod. Zum Gedächtnis Meines Leidens, führet fort, was Ich getan, ehrt den Abend Meines Scheidens, ewig, ewig denkt daran!

Jesus: „Damit du aber, Meine Kleine, nicht glaubst, du habest etwas versäumt oder du seiest im Nachteil, weil du die ganze Zeit Mir zuliebe das Bett hüten mußtest, siehe, daß du nichts versäumt hast, mußt du in dir selbst fühlen, in deinem eigenen Gewissen ist dein Zeugnis. Hast du je in deinem ganzen Leben eine Zeit aufzuzeichnen, in der du dich so wenig beunruhigt fühlst, wie in dieser Zeit?“

Barbara: „Nein, mein Jesus! Ich danke Dir, daß Du mir die Kraft verliehen, daß ich ausharren konnte. O es war manchmal schwer, besonders die letzten Tage, wo ich Dich so gern besucht hätte in der Kirche, um die heilige Messe zu hören, die heilige Kommunion zu empfangen, da war es mir entsetzlich schwer, besonders gestern und heute. Aber ich danke Dir, daß Du mir die Kraft gegeben, daß ich Deiner Stimme folgen konnte.“

Jesus: „Siehst du, Meine Kleine, Ich habe dir schon so oft gesagt, daß Ich dich belehrt, und daß durch dich viele andere belehrt werden sollen. Weil es nun so wenig Menschen gibt in jetziger Zeit, die noch hören auf die innere Stimme, die zwar, was Meine Kirche lehrt, glauben wollen – ja, es gibt viele unter Meinen Dienern, die zwar das Wort auf der Kanzel und im Beichtstuhl bekräftigen, was Ich in ihr niedergelegt habe, daß Ich in Meiner Kirche wohne und bleibe, aber auch in einer Seele, die Mich liebt, die im Stand der heiligmachenden Gnade sich befindet, und daß Ich in ihr rede, und daß man diese innere Stimme nicht übertönen soll – aber wie viele gibt es unter ihnen, die nicht einmal darüber nachdenken und probieren wollen, ob dieses so sein kann.

Siehe, und weil es so wenige gibt, die noch nachdenken in ihrem Herzen, die noch glauben, was Ich lehre durch Meine Kirche, und deswegen so viele, viele Menschen zugrunde gehen, darum will Ich das Glaubensleben in allen Schichten der Kirche, Meiner Kirche, erneuern, sowohl unter den Priestern als auch unter den Klosterleuten inmitten der Welt. Darum muß Ich eine Seele finden, die jedes Meiner Worte beachtet.

Und merk es dir wohl: solange du in dir nicht merkst, daß die Stimme, die dich leitet und führt, dich auf Abwege bringen will, indem sie dich hinwegzieht von der Lehre Meiner Kirche, solange mußt du wissen, daß es Mein Geist ist, Der in dir spricht, und du mußt dich unbedingt unterwerfen. Ich spreche in jedem Menschenherzen Selbst, und wenn du dich blindlings diesem Gehorsam unterwirfst, dann unterwirfst du dich in erster Linie dem Willen Gottes, den Ich in jedem Menschenherzen niedergelegt habe. Ich spreche auch oft zu dem verworfensten Sünder, hie und da rufe Ich ihm zu, daß er umkehren möge von seinem verkehrten Weg.

Auch habe Ich viele ausgesendet, die Mein Wort verkündigen – meine Priester nämlich – und solange in dir der Geist nicht spricht, was gegen die Lehre Meiner Kirche verstößt, brauchst du nicht zu zweifeln, daß du irregehen kannst, auch wenn dir dein eigener Beichtvater entgegentritt.

Nun habe Ich dir aber das Gebot, das Ich dir gegeben im Anfang der heiligen Fastenzeit, durch den ersten Meiner Diener von der Kanzel herab verkündigen lassen (Jesus bezieht sich auf den Hirtenbrief über das heilige Sakrament) und dann bekräftigt durch deinen Seelenführer. Was bist du da noch ängstlich und glaubst, du hättest eigenmächtig gehandelt?

Umsonst dein Kritisieren! Laß ab! Gehe ruhig weiter und erwarte eine andere Sprache in dir. Wisse, daß Mein Widersacher und dein Widersacher neben Mir einhergeht und beständig deiner Seele zusetzt durch Beängstigung. Mein Geist ist es nicht, Der eine Seele beängstigt, die Mir dient, aber wohl ist es der Geist Meines Widersachers, der gerade so um deine Seele streitet wie Ich. So sehr wie Ich eifere, daß der Liebesbund sich ausbreitet, so ist er erbittert, dieses alles zu vernichten - und zu zerreißen das Band, das Ich um die Menschheit schlingen will.

Und nun, Meine Kinder, lebt wohl. Geht hin und verwertet die Worte, die Ich zu euch gesprochen. Freuet euch (ein Bruder von Barbara und eine Nichte sind gemeint, die von A. gekommen waren), daß Ich euch gewürdigt habe, teilzunehmen an den süßen Unterredungen, nach der so manche Seele hungert und beiwohnen möchte, wenn sie das Glück haben könnte. Euch aber ist es beschieden.

Darum geht hin und nehmt das Kreuz und traget es weiter, euer Kreuz, durch das ihr euch den Himmel sollt verdienen, Miterben sollt ihr werden in Meinem Reich! Darum sorgt dafür, daß eure Lebensaufgabe gut verfließe, und schaut nicht nach rechts und links, was diese oder jene von euch denken und sagen. Geht einfältigen Herzens wie die Jünger und Meine ersten Christen einher, und dann werdet ihr deren Leben in euch aufnehmen, und man wird sagen: ‚Seht doch diese, wie sie einander lieben‘, wie man ja doch gar oft schon in eurer Heimat sich zugeflüstert ‚Seht doch diese Familie, wie sie einander lieben‘. So soll in der Nachbarschaft, wo ihr steht, wo Ich euch hingeführt, da soll man sagen: ‚Seht diese Familie, die so einig‘.

Mehr verlange Ich nicht von euch, als daß ihr als Hausvater und Hausmutter in eurer Familie das Band der Einigkeit und Liebe so fest knüpft, daß nichts es zerreißen kann, weder Trübsal, noch Ängstlichkeiten, noch alles, was Ich in euch hineinschicken werde zu eurem Besten.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

232 Karfreitag 1898

„Sie alle sollen prüfen, ob es einen anderen Weg gibt zur Rettung der Menschheit, als denjenigen, den Ich angegeben habe in all den Abschriften.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Barbara: „Mein Jesus! Ich sehe Dich am Kreuze hängen, erblaßt, von Blut überronnen. Es ist, als ob kein Lebenszeichen mehr in Dir ist. O mein Gott! So weit hat Dich unsere Sünde gebracht! O die schreckliche Sünde, die Bosheit der Sünde, daß Du am Kreuz verblutest, den letzten Tropfen Herzblut für uns hingibst. O ich danke Dir im Namen aller Menschen für die große Schmach und das entsetzliche Leiden, das Du am heiligen Karfreitag für uns gelitten und erduldet hast. Nimm hin die Tränen, die Deine treuen Kinder Dir heute noch nach eintausendneunhundert Jahren entgegenbringen; die frommen Seufzer, die Bußwerke, die wir im Anschluß an die heilige Kirche, und unter dem Gehorsam der heiligen Kirche, diese heilige Fastenzeit hindurch verrichtet haben, und die besondere Buße, die wir übernommen haben zur Danksagung für all die unverdienten Gnaden, die Du uns gegeben.

O mein Jesus! Sieh doch, wir sind dankbar und wollen es wenigstens sein. Nicht wie die Juden wollen wir es machen, die all die Wohltaten hingenommen und sich dann von Dir abgewandt und wieder zu Deinen Feinden hielten, und nachdem sie ‚Hosianna‘ gerufen, dann ‚ans Kreuz‘ riefen. Wir wollen nicht zu Deinen Feinden halten, wir wollen Dir aus treuer Liebe anhängen, wenn auch die Welt uns zuruft: ‚Kreuzigt, kreuzigt Ihn!‘ Siehe, wie es allen Anhängern Deines lieben Herzens ergeht: Jeder Schritt und Tritt wird umlauert, und wir werden beschimpft von allen Seiten. Ist es nicht eine süße Freude für uns, so auf diesem Weg Dir nachfolgen zu können?

Darum nimm hin den Dank dafür am Tage Deiner Verherrlichung; denn, obwohl ein Tag der Schmach und der Beschimpfung, war es doch auch der Anfang zu Deinem Sieg. Und wie wir an Deiner Schmach teilnehmen dadurch, daß wir Dein Leben nachahmen und uns für Sonderlinge halten lassen, die nicht zu den jetzigen Zeitverhältnissen passen, so sicher sind wir in der Hoffnung, daß Du uns zum Sieg führen wirst.

Nimm hin den Dank Deiner Kinder, daß Du Dich gewürdigt hast, uns so an Deiner Schmach und Erniedrigung teilnehmen zu lassen, aber auch an der Freude, die dieser folgt. Ich danke Dir im Namen aller Menschen, die so wenig Deiner Leiden gedenken. Mein Jesus! Siehe, das ist mir der größte Schmerz, daß es eine Zeit gab, wo auch ich nicht daran dachte, wo ich zwar mich anschloß an die heilige Kirche, aber in der Jugendzeit ist man so leichtsinnig. Wie ist Dein Leiden so leicht vergessen; man hat sich nur daran beteiligt, weil man so gelehrt worden war. Deshalb habe Mitleid mit all den Menschen, denen es ebenso erging wie mir.

Nimm hin die Tränen, die ich von jener Zeit an geweint, wo Du Dich mir zu erkennen gabst, bis auf diese Stunde; denn ich erinnere mich nicht von meinem fünfundzwanzigsten Lebensjahre an, daß nochmals ein Karfreitag vorüberging, wo ich nicht bittere Tränen geweint um Deines Leidens willen. Nein, Herr, o laß nicht zu, daß eine Seele getäuscht sein kann, die sich mit aller Entschiedenheit zu bessern sucht und sich Mühe gibt, ihre Jugendsünden abzubüßen.

O laß nicht zu, daß in den kommenden Zeiten, in all den Widerwärtigkeiten, die uns bereitet werden von den Dienern Deiner Kirche, die ja gegen uns sind, wir uns abwendig machen lassen von Dir und dem engen Anschluß an Dich. Ich bitte Dich auch für alle, die sich im Geist und in der Wirklichkeit uns angeschlossen, daß auch sie nicht abwegig gemacht werden durch die Bitterkeiten, die uns bereitet werden; denn es ist ein gar süßer Trank, sie aus Liebe zu Dir recht zu ertragen. Ich bitte Dich darum für all die Schwachen, die noch nicht so feststehen, daß sie bedenken, daß sie Dir nur nachfolgen können, wenn sie den Weg des Kreuzes gehen.“

Jesus: „Meine Kinder! Es geht Mir zu Herzen, daß es allen Meinen Auserwählten nun einmal von Meinem himmlischen Vater so zugedacht ist, daß es keinen anderen Weg gibt, zu Mir und zu Ihm zu gelangen, als den, den Ich Selber gehen mußte.

Und es war Mir dieses nicht etwa der geringste Teil der Angst, die Ich am Ölberg erduldete, als Ich sah, daß es allen Meinen Auserwählten von Anfang bis zum Weltende gerade so ergehen werde wie Mir, daß sie alle und ohne Ausnahme gerade von jener Seite her, wo sie Schutz und Hilfe finden sollten, niedergedrückt und unterdrückt werden. Es ist dieses nun einmal so im Ratschluß Gottes beschlossen, damit die Tugend erprobt und geprüft werde, damit die gläubige Seele recht verdienstvoll leiden könne, um dereinst um so herrlicher und siegreicher allen denen gegenüberzustehen, die Ich als Geißel jener Seelen benutzte, die Ich zum ewigen Gastmahl bestimmt habe.

Habt ihr denn nicht gesehen, und fällt euch denn nicht jedesmal auf, wenn ihr in einer Predigt hört oder einem guten Buch leset oder darüber nachdenkt, warum denn gerade zu Meiner Zeit, als Ich unter der Menschheit erschien, diejenigen, die das Gesetz Gottes verkündeten, die den Willen des himmlischen Vaters der Menschheit darlegten, Mir am erbittersten gegenüberstanden, gerade Demjenigen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben für alle Menschen, in erster Linie aber für diejenigen sein sollte, die der Herr bestimmte, Sein Volk zu leiten?

Darum wundert euch nicht, wenn ähnliches euch vorkommt, und glaubt ja nicht, ihr seid abgewichen vom rechten Weg, es sei dieses eine übertriebene Frömmigkeit, weil nicht alle Leute es euch nachmachen wollen, und weil man ängstlich ist, es möchten viele sich euch anschließen. Nehmt das Leben der Heiligen, aller Meiner Diener in die Hand, und haltet es jenen vor, die euch diese Vorwürfe machen. Sagt ihnen, wie Meine heiligste Mutter lebte, obwohl wenig von Ihr geschrieben steht und man immer sagt: Im stillen Häuschen zu Nazareth sei die Arbeitsamkeit am besten geübt worden, und alle Familien sollten auf Sie schauen. Ihr müßt aber auch wissen, daß mit der Arbeitsamkeit Meiner heiligsten Mutter ein solcher Gebetsgeist Hand in Hand ging, daß Sie bereits mehr Stunden dem Gebet widmete als der Arbeit; denn Sie sorgte niemals dafür, um Schätze anzuhäufen, oder um für spätere Nachkommen ein Vermögen zu sammeln. Wenn Ich nun zu allen Zeiten Seelen gebrauche, die dem Leben Meiner Mutter nachzufolgen sich Mühe geben, so ganz besonders in der jetzigen Zeit.

Darum, wie ist es zu beklagen, wenn Meine Diener den Gebetsgeist, anstatt zu heben und zu pflegen, diesen verhindern wollen unter dem gläubigen Volk, und ihnen sagen: Wenig beten und viel arbeiten sei besser, als viel beten und weniger arbeiten, um keinen Anstoß zu erregen unter den Mitmenschen.

Seht, zu einer Zeit, wo die ganze Welt überflutet ist mit Habsucht, wo die drei Hauptfeinde, die dem Menschen nachstellen, am allermeisten vertreten sind, wo die ganze Welt darniederliegt in der Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens, da ist es am allermeisten nötig, daß Seelen sich zurückziehen von der Allgemeinheit, von der großen Masse und das Leben Meiner heiligen Mutter vertreten.

Nehmt ferner das Leben der heiligen Einsiedler, der großen Diener Gottes, alle, wie sie euch vorgestellt werden, ausgenommen die Prediger, die Ich bestimmt habe, das Volk zu unterrichten, sie alle ohne Ausnahme führten ein unnatürliches, ein sonderliches Leben, nur mit dem Unterschied, daß zu jener Zeit das Volk gläubiger war, und der Anstoß und die Ärgernisse nicht so groß waren, weil das gewöhnliche Volk nicht so tief herabgesunken war wie zur jetzigen Zeit.

Da es nun aber der Wille Gottes ist, daß alle Menschen gerettet werden sollen, und daß zu allen Zeiten und in allen Zeitverhältnissen es unbedingt Seelen geben muß, die an ihrem Leibe ersetzen, was an Meinem Leiden noch fehlt, damit so die Menschheit im wahren Glauben erhalten, die Schwachen ermuntert, die Guten bestärkt, die Sünder bekehrt werden, so ist es nicht anders möglich, als daß Ich mitten in der Welt Seelen erwecke, die leben wie die heiligen Einsiedler, Mönche und Klosterfrauen in ihren Zellen. Denn gerade durch dieses Ärgernis, das andere an ihnen nehmen, sollen sie sehen, wieviel ihnen noch fehlt, sie sollen angestachelt werden durch ihr böses Gewissen. Ihr böses Gewissen soll ihnen ein fortwährender Stachel sein, der ihnen sagt: wenn man so leben muß, wie diese leben, dann muß mein derzeitiges Leben ein Leben sein, das zur Hölle führt.

Dieses böse Gewissen, das ihnen Tag und Nacht keine Ruhe mehr läßt, bewirkt aber auch, daß sie die verfolgen, die Ich Mir auserwählt, und die Mir nachfolgen. Auch stacheln sie dann Meine Diener an, überall wo sie wissen, daß das Leben dieser von Mir Auserwählten bekämpft und unterdrückt wird.

Freuet euch, Meine Kinder, daß ihr gewürdigt seid, mitten in der Welt, mitten in euren Zeitverhältnissen zu stehen als ein Stein des Anstoßes, an dem alle sich stoßen, und die euch aus dem Weg räumen möchten. Stehet fest, Meine Kinder, und um so fester, je mehr man euch hin- und herstoßen und beschimpfen wird.Alle aber, welche die Schriften lesen, sollen sich freuen, daß sie teilnehmen an den Gnaden und Segnungen, die Ich über euch ausgieße; sie alle sollen prüfen, ob es einen anderen Weg gibt zur Rettung der Menschheit, als denjenigen, den Ich angegeben habe in all den Abschriften und Abhandlungen, die Ich ihnen in die Hand spiele. Sie alle sollen wissen, daß Mir viel an ihnen gelegen ist, und daß Ich sie retten will, und sie sollen sehen, daß da, wo andere rechts und links abfallen vom rechten Weg, vom wahren Glauben abirren, sie feststehen werden.

Sie alle, die jetzt hinschauen auf die Zeitverhältnisse und sich danach richten wollen, die halb und halb Mir zuäugeln und halb und halb der Welt, mögen sie Personen sein im Kloster oder Priester in der Welt, oder als Laie inmitten der Welt stehen, sie alle sind in großer Gefahr, weil sie nur halbwegs feststehen, weil jetzt alles ruft: ‚Hinweg mit dem Wunderglauben, man muß jetzt mit der Zeit gehen, sich nach den jetzigen Zeitverhältnissen richten‘; weil sie selbst das Leben der alten Diener Gottes – die jetzt glänzen wie die Sterne am Himmel der Kirche und funkeln wie kostbare Edelsteine – bemäkeln und behämmern möchten, indem sie vorgeben, in die jetzigen Zeitverhältnisse passe ein solches Leben der Heiligen nicht mehr, und also auch ein solches Leben nicht mehr, das diese Heiligen nachahmt, und diejenigen, die diesen nachfolgen und dieses Leben nachführen, seien überspannte, närrische Personen.

Ach, seht doch, wie schlimm es aussieht, wie sehr Ich beklage und bedauere, wenn unter Meinen Dienern solche sind, die dieses Wort ihrem gläubigen Volk predigen. O weh! O weh! O weh, Meiner Kirche!

Ihr alle, Meine treuen Diener, die ihr noch zu Mir haltet, seid nicht die Nachfolger Meiner Apostel, die im Leiden und Sturm von Mir flohen, die Mich verließen, als Ich am Kreuz erhöht werden sollte; ihr alle, Ich bitte und beschwöre euch, Meine treuen Diener, steht fest im Kampf, stellt euch unter das Kreuz, weicht nicht nach rechts und links, stehet fest, damit ihr nicht fallet zur Zeit der Versuchung, steht fest und schauet auf Mich! Mitten unter euch bin Ich erschienen, aber wie bin Ich erschienen?

Am Kreuz mußte Ich unter euch erscheinen, vom Kreuz herab mußte Ich Meine junge Kirche gründen, mußte Ich euch alle an Mich ziehen. Ihr, die ihr bestellt seid, die neue Kirche zum Sieg zu führen, ihr wollt noch das Kreuz fliehen, ihr wollt noch diejenigen von euch stoßen, die Ich erwählt habe, euch zu stützen und zu helfen? O weh euch!

Nein, Meine Diener, kehrt um! Haltet fest an denjenigen, die mit euch Hand in Hand gehen, die euch helfen sollen, die Welt zu überwinden und die Kirche zum Sieg zu führen, aber zum Sieg zu führen durch das Kreuz. Ihr aber, Meine Kinder, steht fest im Kampf, mag auch der Sturm toben, euch umtoben, so schrecklich er will, wisset, daß es euch genügen muß, wenn Ich euch sage, daß viele, viele um euretwegen sollen gerettet werden, und daß ihr von Mir beschützt, von Meiner Hand geleitet durch dieses Tränental hindurchwandelt wie auf glühenden Kohlen, die euch aber nicht verbrennen und nicht versengen werden eure Füße.

Auf glühenden Kohlen sollt ihr wandeln, das heißt, ihr sollt durch beständige Widersprüche hindurchwandeln, die euch freilich zusetzen werden; denn auch Mir haben die beständigen Widersprüche Meiner Feinde und Gegner gewaltig zugesetzt. Ein beständiges Feuer umzingelte Mein Leben, Meinen Leib; denn auch Ich hatte eine menschliche Natur wie ihr und alle Menschen. Freilich – mit der Gottheit ausgerüstet und bewaffnet – konnte Ich leichter ertragen all die feindseligen Gesinnungen, den Undank all derjenigen, die Mir zu großem Dank wären verpflichtet gewesen.

Ihr aber, weil ihr bloße Menschen seid und dieses Leben, diese Widersprüche euch hart zusetzen, müßt wissen, mit welcher herrlichen Krone von Diamanten ihr dereinst sollt geziert und geschmückt werden, und wie Ich euch mit Stolz Meinem Vater zuführen und sagen werde: ‚Siehe Vater, die Du Mir gegeben, die Du Mir zu drei Personen gegeben und doch eine Wesenheit bilden sollen und gebildet haben‘, wie Ich mit Stolz Meinem Vater sagen werde, ‚siehe, wie sie eins geblieben sind in der Gesinnung, obgleich verschieden in drei Personen; siehe, wie Ich sie bewahrt habe und Dir vorführen kann‘, wie dann das Wohlgefallen Meines Vaters euch alles ersetzen wird, was ihr erduldet habt in diesem Leben. Freuet euch, freuet euch, denn selig, die um Meinetwillen Verfolgung leiden; freuet euch und frohlocket, denn ihrer ist das Himmelreich. Freuet euch, denn euer Lohn ist groß im Himmel.“

Maria: „Meine lieben Kinder! Um noch zu ergänzen, komme Ich zu euch, daß ihr – die ihr beständig angeleitet werdet von Meinem lieben Sohn, Meine Stelle auf Erden zu vertreten in der heiligen katholischen Kirche, Meine Nachfolgerinnen zu sein – doch beständig euch an die Liebe und Güte erinnern sollt, mit der Ich euch begleite.

Seht, Tag und Nacht will Ich Mich mit euch beschäftigen, und mit allen denjenigen, die Meine Worte glauben, die Mein Sohn an euch und durch euch zu dem Menschengeschlecht spricht. Alle, sie alle, sollen ganz besonders Meinen Schutz erfahren und unter Meinem Schutzmantel verborgen sein; sie alle lasse Ich freundlichst und herzlichst grüßen, besonders aber die Diener der Kirche, welche die Schriften mit gläubigem Herzen lesen, die sie in sich aufnehmen und Frucht bringen lassen. Sie alle seien herzlich und inniglich von Mir gegrüßt als ihrer allerreinsten Braut, Die sie begleiten wird auf Schritt und Tritt, im Beichtstuhl und auf der Kanzel, und Ich verspreche ihnen, daß sie nie auf die Pfade des Irrwegs und des Unglaubens kommen werden, worauf andere kommen, die auf ewig, ewig zugrunde gehen.

Sie sollen aber im Monat Mai, was der Wille Meines Sohnes ist, und was Ich sie heute wissen lasse, ganz besonders Mich als ihre jungfräuliche Braut verehren. Und weil es der Wille Meines Sohnes ist, sollen sie Mir recht viel Freude zu machen suchen, indem sie ihre Untergebenen, ihre anvertrauten Seelen, recht anhalten, Mich kindlich zu verehren.

Überall, wo ein Gnadenbild hängt oder ein Bildstock von ihrer himmlischen Mutter steht, sollen sie dafür sorgen, daß treue Herzen, gutmütige Seelen, wie es ja überall solche gibt, solche Bilder schmücken und zieren, damit dann die anderen recht gottlosen Kinder der Welt doch wenigstens daran erinnert werden, daß Ich die Mutter Gottes, also auch die Mutter aller Menschen bin, besonders aber die Mutter aller gläubigen Christen.

Es sollen im Monat Mai von den Priestern die Christen angehalten werden, daß nach getaner Arbeit, wenn es auch spät am Abend ist, doch – von gläubigen Christen zusammengerufen – eine kurze Andacht Mir zu Ehren gehalten wird; denn wer Mich ehrt, der ehrt Meinen göttlichen Sohn, und wer Mich sucht, der wird auch Ihn finden. Sagt dieses allen den Dienern der Kirche, welche die Schriften lesen, damit bis zum Ende dieses Monats April sie alle vorbereitet und ausgerüstet seien.

Durch die himmlischen Lobgesänge, die da in die Nacht hinaustönen, besonders draußen unter dem Landvolk, o wie erquickt es das Herz Meines Sohnes, wie freuen sich die Engel, o wie erbaut es die Katholiken, die da an einem Bildstock oder in einer kleinen Kapelle die himmlischen Lobgesänge ertönen lassen, wie vereinigen sich die Engel mit diesen frommen Christen, und wie ertönt der Widerhall im Himmel und auf Erden.“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Ich möchte doch auch so gern dem Priester N. die Schriften schicken; ach gib ihm das nötige Licht.“

Maria: „Liebes Kind! Deine Meinung ist zwar gut, du mußt aber wissen, daß ein Priester, der nicht durch ganz besondere Fügung Meines lieben Sohnes auf besondere Weise eingeweiht ist und es der Wille Gottes so fügt, daß er vom Anfang bis zum Ende alles weiß, die Sache nicht gut aufnimmt, daß überall da, wo es Widersprüche gibt, die niemals fehlen, die Sache nicht gut aufgenommen wird. Das muß von anderer Seite kommen, und darum der Lohn der Priester, welche die Schriften unter ihren Mitbrüdern verbreiten, ein unendlich großer ist. Dereinst werden sie am Himmel der Kirche glänzen, wie Ich dir schon öfter gezeigt, weil durch ihre Mitwirkung und durch ihre Bemühungen mancher Priester im Licht des Glaubens befördert wird und dabei der Eifer bestärkt, die Hoffnung fester begründet und die Liebe viel höher aufflammt unter all denjenigen Priestern, die wissen, wie gut der Herr ist und es erfahren durch die Schriften.

Diejenigen aber, die nur hie und da etwas erfahren, können sich die Sache nicht erklären, und es wird mehr verdorben als gutgemacht. Es muß dieses allmählich gehen und wird noch weitere Verbreitung finden, aber jetzt noch nicht. In Fulda wird es sehr bekämpft und überall, wo solche Widersprüche sich ergeben, da wird die Sache bekämpft werden.

Grüßet Mir alle recht herzlich die frommen Priester und die gläubigen Kinder der Kirche, die darum wissen, besonders aber Meine Freundin, die Oberin von N. mit allen ihren lieben Schwestern. Sie sind bestimmt, viele Seelen zu Gott zurückzuführen, weil sie Tag und Nacht vor dem Angesicht Meines lieben Sohnes, vor dem Heiligsten Sakramente knien und beten für die Sünder.

O möchten sie doch recht reichlich ihre Tränen fließen lassen, besonders im Monat Mai, weil sie ja Meine Stelle vertreten und sich gegenseitig unterstützen können, weil zu einer Genossenschaft vereinigt, und sie am ersten gewürdigt wurden zu erfahren, was Ich in unscheinbaren Seelen wirke, die an Mich glauben und fest zu Mir halten. Ihr aber, Meine Kinder, stehet fest, haltet zusammen, und wenn man euch noch so sehr einschüchtern will, laßt euch nicht beirren! Niemals wird euch ein Haar gekrümmt werden, und die Spottreden müssen euch sein wie kostbare Edelsteine; denn sie alle werden die Engel sammeln und in eure Krone als Edelsteine einfügen.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

233 Karsamstag Nacht 1898

„Wunder verlangt das neunzehnte Jahrhundert, und wenn es sie sieht, glaubt es dennoch nicht.“

Lied: Freue dich, du Himmelskönigin ...

Barbara: O heilige, glorwürdige Nacht! Sei gegrüßt von uns allen, die wir hier zugegen sind, von allen, welche die Schriften lesen; denn sie alle bereiten sich mit voller Freunde auf die heilige Osternacht vor und haben den Karfreitag schmerzlich mit Dir gelitten, im Geist wenigstens, und Dich hinausbegleitet nach Kalvaria und in die stille Grabesgruft. Darum begrüße ich Dich im Namen aller meiner lieben Angehörigen und aller derer, die mit Freude diese heilige Nacht ersehnen. Ich sehe das hochheilige Grab, worin der heilige Leichnam verschlossen ist, zwei Engel bewachen das Grab. Und in der Nacht sehe ich dahinschleichen zwei Jünger und ihnen folgen drei Frauen. Sie suchen den Herrn.

Dann sang Barbara: ‚Alleluja, Alleluja! Den du einst trugst in deinem Schoß, er ist vom Tod erstanden ...‘

Dort geht Sie hin vor die Stadt, und jetzt kommt Er daher. O welche Majestät! O mein Gott! Mein Gott und mein Herr! Sie kniet vor Ihm nieder. Ihm folgt eine lange, lange Schar heiliger Gestalten.

Mein Jesus, es ist Deine glorreiche Auferstehung! Es sind die heiligen Engel, die Dich begleiten, es sind die heiligen Altväter, die frommen Juden, sie alle sollen vorerst, ehe ihnen das Tor geöffnet wird zum Eingang in den Himmel, Seine heilige Mutter schauen, Diejenige begrüßen als ihre Königin, Die ja die Miterlöserin und die Mithelferin zu ihrer ewigen Glückseligkeit ist. O wie freuen sie sich, da sie die Mutter sehen, die Mutter ihres Erlösers, ihres Gottes und Herrn, Der sie jetzt einführen will in Seine Herrlichkeit. O ihr heiligen Engel! O ihr heiligen Altväter! Ihr alle, ihr frommen Israeliten! Viertausend Jahre sind verflossen, seitdem die Welt steht; viele, viele Seelen befinden sich in den Räumen der Vorhölle.

O welch ein Jubel! Auf einmal öffnet sich das Tor, und sie nehmen ihre Plätze ein. Die Engel, die vorausgehen, sind die Schutzengel dieser Seelen, dieser Heiligen und Gerechten, die der Herr aus der Vorhölle befreit. Und wie sind sie so geschäftig. Es ist, als ob ich eine Welt sehe von unermeßlicher Ausdehnung, und in diese Welt, in diese neue himmlische Stadt, werden sie eingeführt.

„O mein Gott! Welch ein Jubel, welch eine Freude! Mein Jesus! Mein Jesus! O mein Jesus, ist das die Osterfreude? Ist das die heilige Osternacht?“

Maria: „Ja, Mein Kind, dies war die erste Osternacht. Du sollst aber auch die heutige Osternacht sehen, die heutige, eine ebenso glückliche, wie die erste es war, wie die erste sich gestaltete. Mein Kind! Du mußt wissen, daß Ich mit all den lieben Heiligen sehr beschäftigt war diese heilige Fastenzeit. Ich habe recht eifrig eure Gebete unterstützt und sie täglich vor den Thron Gottes gebracht in Vereinigung mit all den lieben Heiligen und Schutzengeln.

Denn wisset, daß die Kirche Gottes in diesem Jahr einen neuen Triumph erlebt und zu einem neuen Sieg sich emporgeschwungen, und daß dieser ein ganz besonderes Alleluja heraufgezaubert hat im himmlischen Jerusalem. O, daß es alle Erdbewohner hören könnten, die Freude, den Jubel, die Glückseligkeit, die heute Mein göttlicher Sohn feiert mit all den Glücklichen, die da mit Ihm eingegangen sind seit den eintausendneunhundert Jahren; denn was Mein Sohn auf Erden gesprochen, und was Er spricht durch Seine Kirche, durch Seine Diener, ist und bleibt ewig wahr: Daß über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt und Buße tut, mehr Freude ist im Himmel als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

Und weil in diesem Jahr durch die Bemühungen der Diener der Kirche und durch das fromme Gebet der Gläubigen, die da die Seelen herbeigeführt und durch ihr Gebet unterstützt, viele zurückgekehrt sind zum Gnadenthron, der da ausströmt aus dem göttlichen Herzen Meines Sohnes, denn so wie es hier in der Stadt gewesen ist, so war es in allen deutschen Gauen. Die Bischöfe von Deutschland haben sich auf besondere Weise ausgezeichnet in diesem Jahr, ihre Diener aufzufordern, all ihre Kräfte einzusetzen, um die Seelen aufzurütteln, anzueifern und zur Buße zurückzuführen. Darüber ist heute eine große Freude im Himmel.“

Barbara: „Alleluja! Alleluja! Liebe Mutter! Wie freue ich mich mit Dir, wie danke ich Dir für das Glück, die Osternacht zu schauen, wie sie im Himmel ist, wie sie dort begangen und gefeiert wird.“

Maria: „Meine Tochter! Du sollst aber noch Größeres sehen. Es ist dir versprochen schon seit längerer Zeit von Meinem lieben Sohn, daß du eine große Freude erleben wirst in dieser heiligen Nacht, und in was soll sie denn bestehen?“

Barbara: „In nichts anderem, meine Mutter, als daß ich mich ganz dem Willen Deines göttlichen Sohnes unterwerfe, daß ich nichts will als Seine Verherrlichung, daß es viele Menschen gibt, die an Ihn glauben, ja, daß die ganze Welt nur ein Schafstall und eine Herde werde, und alle Christen sich so gläubig zu Ihm hinwenden, wie die ersten Christen es getan, daß es nicht mehr so viele gibt, die alles zerschneiden und haarscharf wissen wollen, die so viel kritisieren, sondern daß es viele gibt, die sich mit gläubigem Herzen wieder unterwerfen. Nichts anderes verlange ich, als daß die Kirche im Glauben verharre, in dem Glauben, in dem die Väter geglaubt, unsere Väter, unsere Großeltern in all den vergangenen Jahren und Jahrzehnten; denn damals wußte man nicht, daß der Wunderglaube sollte aus der Welt geschafft werden.

Siehe, liebe Mutter, hie und da hört man Reden, sogar von frommen Priestern, daß das gläubige Volk nicht mehr glauben soll, was die heilige Kirche lehrt, nämlich, daß es Heilige gab, in denen Er auf besondere Weise wirken und zu Seinen Kindern reden wollte, in denen Er Seine Macht gezeigt. O halte ab von der heiligen katholischen Kirche – und dieses erflehe ich mir zur Freude des Festes von Dir, weil Du mich aufforderst, eine besondere Gnade zu verlangen – jede Abirrung vom Glauben. Gib, daß die heilige katholische Kirche verharre in dem alten, guten Glauben, in dem unsere Väter und die frommen Priester vor uns gewandelt sind; denn ich fürchte sehr, nachdem ich schon so oft gesehen und gehört, wie Dein lieber Sohn erzürnt ist, daß es so viele laue und kalte Menschen, Christen gibt, ja sogar Diener der Kirche, durch die das gläubige Volk verwirrt wird. Verhüte, o liebe Mutter, dieses Unglück.

Laß dem armen gläubigen Volk seinen guten, alten Glauben, der heiligen Kirche Friede und Einigkeit, daß ihre Hirten alle Hand in Hand gehen miteinander, ihre Bischöfe sowohl mit den Priestern und die Bischöfe mit dem Papst ein Herz und eine Seele untereinander seien, und mit dem guten, gläubigen Volk gehen, das Gute befördern, indem sie zugeben, daß zu allen Zeiten, wie vom ersten Tage an, wo Dein lieber Sohn auferstanden ist von den Toten, bis in unsere Zeit, es Seelen gibt und geben muß, die auf besondere Weise von Deinem Sohn ausgezeichnet und geliebt wurden. Und weil sie Ihm ihr ganzes Sein und Denken und Wollen entgegenbrachten, und Er sie darum auch wieder mit besonderer Liebe lieben mußte, und daß die Kirche in diesen Tagen auch dieses zugibt und zugeben muß, daß es ganz besonders in unserer Zeit Seelen geben muß, die Deine Kirche unterstützen, wie Du es getan, durch ihren Seeleneifer, durch ihr frommes, eifriges Gebet, durch strenge Abtötungen und Bußwerke, um den Himmel zu besänftigen, den Sündern nachzuhelfen, wo sie es nicht tun, daß sie an ihrem Leibe ersetzen, damit der arme Sünder nicht verlorengehe.

Ich weine, wenn ich daran denke in dieser heiligen Osternacht, wo ich mich doch freuen sollte, und sieh, ich muß weinen, wenn ich bedenke, daß Seelen sollen verdammt werden, Seelen, die ich doch liebe und unter meine Freunde und Bekannten zähle.

Nein, dafür habe ich mich hingeopfert und alle, die mit mir hielten die heilige Fastenzeit und die ganze letzte Zeit meines Lebens, Seelen will ich retten, für Seelen will ich mich einsetzen, und weil es mit mir viele tun, darum bitte ich Dich um die einzige Gnade, daß unsere Priester, die Stellvertreter Gottes, mit uns Hand in Hand gehen, das Gute in uns befördern, und nur dann uns strafen und tadeln, wenn wir abweichen wollen vom rechten Weg, und so in ganz Deutschland Friede geschlossen werde unter dem gläubigen Volk und dem Priestertum.

Denn wenn es fortfahren wird, von der Kanzel herab die Frömmigkeit zu bekämpfen – denn man sagt, es sei eine übertriebene Frömmigkeit unter dem Volk – dann werden sie es dahin bringen, daß niemand mehr sich bestreben wird, sie auszuüben, daß es freilich ein Schlag Menschen geben wird, einen soliden Glauben, aber dieser wird sich bald zu einem kalten umgestalten, und niemals wird die Welt dadurch gerettet werden.

Diese eine Gnade erbitte ich mir heute abend von Dir, das mußt Du mir erflehen von Deinem göttlichen Sohn, und ich verspreche Dir, daß ich sterben will für meine Brüder und Schwestern, die es mit mir halten wollen. Ich habe vom ersten Tag an, als ich mich entschlossen, meinem Jesus auf dem Kreuzweg nachzufolgen, mich bemüht, Ihm Freude zu machen, und Er hat mir diese Freude belohnt. Er hat mir dafür alles gegeben, was ich nur von Ihm verlangt für meine eigene Person. Er hat mich in eine Familie hineingeführt, die ganz und gar mit mir übereinstimmt, die alle dasselbe anstreben wie ich. Welchen Dank bin ich Ihm dafür schuldig!

Er hat mich in eine Stadt geführt, wo ich ohne Mut und Opfer all die Gnaden erlange, die ich von Ihm erflehe. Siehe, nun habe ich so viele Brüder und Schwestern draußen stehen, die alle guten Willens sind.

Ich weiß aber auch, wie es frommen Seelen geht, deren Priester dieselbe Gesinnung nicht haben, wenn sie wissen, daß sie etwas mehr Mühe mit einer solchen Seele haben sollen. Dann werden viele gute Keime erstickt, vieles Gute wird unterlassen. O ich bitte Dich, für diese meine Brüder und Schwestern habe ich mich eingesetzt, und ich verspreche Dir, daß ich mein Leben lassen will, nur um Seelen zu retten.

Liebe Mutter! Gib mir Seelen! Ich habe hineingeschaut in dieses liebe, göttliche Herz, ich habe gesehen, wie es gleichsam geweint und mir gesagt hat: ‚Siehe, Mein Kind, diese alle soll Ich verdammen, siehst du die Kinder, wie sie sich gegen Mich wenden, wie sie Mir die Zunge strecken, wie sie Mir sagen, ich will Dich nicht, ich brauche keinen Gott. Das ist die gottlose Schule. Ich habe Dir gezeigt, wie es eine Kluft gibt in der Menschheit, wie es eine Spaltung gibt, wo sie alle von Mir weichen, wo sie immer weiter und weiter von Mir abtreten und ihre eigenen Wege gehen und verlorengehen, siehe Mein Kind!‘

Meine Mutter, um dieser Seelen willen habe ich mich eingesetzt. Ich habe aber auch gesehen, wie sich die Seelen, die sich um Ihn scharten, immer enger und enger an Ihn anschlossen und wie Dein göttlicher Sohn mir zurief: ‚Meine Tochter! Du mußt Mir helfen, Ich habe dich ausersehen, um jene wieder herbeizuführen!‘ Dieses habe ich getan und will es tun, solange ein Tropfen Blut in meinen Adern sich regt und sollte ich für das Bekenntnis meines Glaubens, für das Bekenntnis meiner Liebe, mein Leben zum Opfer bringen müssen.“

Maria: „Meine Tochter! Dies alles wird dir gewährt. Es sei dir gewährt die Bitte! Wer, meinst du wohl, hat diese Erkenntnis und diese Liebe und diesen lebendigen Glauben in dich hineingelegt? Der Wille Meines Sohnes ist es und der Geist Gottes ist es, Der in dir all dieses gewirkt vom ersten Augenblick an, als du heraustratest aus der großen Masse von Menschen. Wisse aber auch, daß, wenn der Herr sagt, daß kein Sperling vom Dach fällt ohne Seinen Willen, und daß Er jedes Würmchens gedenkt, das unter euren Füßen kriecht, daß Er jedes Gräslein wachsen läßt aus dem Boden, Er aber noch vielmehr das, was Er einmal in eine Seele niedergelegt und ihr gegeben, auch zum Ziel führen wird, wo so vieles davon abhängt, wo so viele unsterbliche Seelen gefördert sollen werden in der Liebe Gottes, in der Erkenntnis der göttlichen Güte, der Großmut, der Langmut Gottes.

Und sage nur all denjenigen, die sich an dich wenden mit einer Bitte (Verlangen eines Priesters), die da Wunder verlangen von Meinem göttlichen Sohn, daß dies alles unnütze Dinge sind, die hierher nicht gehören. Hier ist es an der Zeit, den Glauben zu erneuern, den Glauben in sich zu erneuern. Jeder, der davon hört und liest, der soll in sich nachdenken und die Güte Gottes preisen, soviel in seinen Kräften steht dazu beitragen, daß auch andere dieses erkennen und tun, damit das Erdreich erneuert werde, und nicht Wunder soll man verlangen.

Wunder verlangten die Juden von Meinem göttlichen Sohn, und als Er Wunder wirkte, glaubten sie Ihm dennoch nicht. Wunder verlangt das neunzehnte Jahrhundert, und wenn es sie sieht, glaubt es dennoch nicht. Nur gläubige Seelen glauben an Wunder, denn alle Tage geschehen Wunder vor ihren Augen. Jetzt aber komme, Meine Tochter, und siehe, wie sich die Osterfreude am heutigen Abend wieder erneuert, wie am ersten Ostertag.“

Barbara: „Eben sammelt sich die Schar derer, die in dieser Nacht aus dem Fegefeuer befreit werden. O gib mir den armen Landmann, der sich so abgequält, er war recht gläubig. O gib mir ihn! Ich opfere dir all die Leiden, die ich in dieser heiligen Fastenzeit erduldet, all die heiligen Meßopfer auf, auf daß Du sie vor den Thron Gottes bringst, für all die Armen Seelen, die meinem Gebet empfohlen sind, und die am meisten nach der Anschauung Gottes verlangen, die am verlassensten sind, die allerbetrübtesten und trostlosesten, an die kein Mensch denkt hier auf Erden, die für Sünden zu leiden haben, die wie die meinigen sind. O sie alle empfehle ich Deinem mütterlichen Herzen, ganz besonders all die Armen Seelen, die hier und in meinem Dörfchen gestorben sind. O gib sie uns alle, besonders die Schwestern, die gestorben sind in C. und B. und F. O bedecke alle ihre Fehler mit Deinem mütterlichen Schutzmantel, besonders den Priester N. All die Priestersegen, die er erteilt, opfere ich Dir auf durch Deine reinsten Hände. Tauche sie alle ein in das kostbare Blut und verbessere all die Mängel, die er aus Schwachheit begangen. Gib ihn mir! Befreie sie alle, ganz besonders die armen, kleinen Leute, die Tag und Nacht zu tun haben mit ihrer Haushaltung, die Klosterleute, die sich ganz Dir geopfert, die Priester.

O Herr, gib sie mir! Mein Jesus, um der Schmerzen willen, die Du am heiligen Kreuz gelitten hast, um Deiner dreistündigen Todesangst willen, wo Du am harten Kreuz gehangen. O sooft, sovielmal opfere ich Dir all die Leiden als Menschenherzen schlagen, als Tröpflein Wasser im Meer, als Sandkörner am Meer, als Blätter an den Bäumen. O gib sie mir alle! O mein Jesus! Du hast zur heiligen Gertrud gesagt, daß, wenn eine Seele Dir Gewalt antut, Du ihr nichts abschlagen kannst. Du hast gesagt: ‚Suche Mich im Tabernakel oder im Herzen Meiner Gertrud!‘

Siehe, Du hast schon so oft gesagt, daß es Deine Freude ist, bei uns zu sein, daß Du gerne mit uns verkehrst. Sieh nun, wir wollen mit unserer Bitte nur Dir Freude machen. Gib sie uns alle, die uns empfohlen sind. Barmherzigkeit, mein Jesus! O ihr heiligen Schutzengel alle, ich grüße euch durch das süßeste Herz Jesu, o helfet mir bitten, sammeln, herausführen.

Da sehe ich Vinzenz. Ich danke Dir! O vergiß auch unser nicht! Wie schwingt er sich empor! O welche Freude! Und ich sehe eine große Schar. Ja, ich kenne die Leute nicht. Die Schwestern N.N. die sehe ich und das Gretchen. Gib uns auch H.N. Jetzt sehe ich, wie das Blut Jesu durch uns hinüberfließt bis ins vierte Glied unserer Verwandten.

O wie wunderbar ist das! Ich sehe das Herz Jesu, und daraus fließt ein Strom Blutes, und das fließt in jedes von uns hinein. Jedes bekommt einen besonderen Gnadenstrom von Seinem Herzen, das teilt sich unserem Blute mit. Das ist die Vereinigung, wie wir durch den Glauben vereinigt sind mit der heiligen katholischen Kirche zu einem Band. So sind wir Glieder Gottes am Leibe Jesu Christi, also strömt Sein Blut in jedes einzelne Glied und durch dieses Blut, so Sich mit unserem Blut vereinigt, können wir unser Blut mit dem Blut Jesu auf alle unsere Familienmitglieder hinüberleiten bis ins vierte Glied. Das ist eine geistige Gemeinschaft.

Ich sehe es nun, wie das geschieht. So wie das Blut sich mitteilt in der leiblichen Verwandtschaft, so daß, wie es oft vorkommt, wir die Fehler der Eltern und Großeltern erben, weil dieses dem Blut sich mitteilt, so gehen die geistigen Güter über bis ins vierte Glied hinein, die Frömmigkeit, so aber auch das Gebet und das Verdienst des Gebetes. Dieses teilt sich jenen bis ins vierte Glied hinaus mit, und ich sehe am Ende von der Blutstraße eine Seele, die habt ihr erfleht.

Jedes hat eine Seele erfleht durch die Gebete und durch die frommen Übungen dieser heiligen Fastenzeit, die dadurch gerettet ist, sowohl eine Seele, die sonst verlorengegangen wäre, die jetzt noch am Leben ist, und ihr habt sie gerettet, ebenso auch eine Arme Seele befreit. Jetzt laßt uns aber auch mit einstimmen in den Lobgesang, den sie singen.

Dann sang Barbara feierlich das „Hochpreiset meine Seele den Herrn ...“

Und ich sehe eine Tafel, nicht so hoch wie unsere Tische, sie ist niedriger, sie schimmert wie lauter Silber und Kristall von tausendfachen Strahlen, die fließen aus diesem Tisch. Auf ihm steht ein schneeweißes Lamm und hat im rechten Fuß ein Fähnchen. Dieses ist das Lamm Gottes, das da ist geschlachtet worden und jetzt verherrlicht wird durch die ganze Ewigkeit. Dieses Lamm steht auf einem Buch, deshalb ist es so niedrig. Ich kann das nicht unterscheiden. Das wird wohl das heilige Meßopfer bedeuten. O mein Jesus! Und jetzt fallen sie alle vor Ihm nieder, durch das heilige Meßopfer sind sie alle eingegangen in die ewige Freude, und nur durch das heilige Meßopfer; denn all unser Verdienst hat nur dann Wert, wenn es eingetaucht ist in das kostbare Blut Jesu Christi. Ach, wie armselig sind wir, wie winzig ist all unser Streben im Leben, wie unscheinbar sind da die Werke. O wie sehe ich die Menschen, wie unscheinbar, wie armselig, daß man sie fast nicht ansehen kann gegen die Verklärten, die jetzt soeben erst befreit worden sind. Ach, mein Gott, da bin ich auch dabei!“

Maria: „Meine Kinder! Geht hin und feiert ein recht fröhliches, freudiges Osterfest. Aber damit ihr nicht irre werdet, wenn ihr die Freude nicht verspürt und genießt, wie ihr annehmet, sie doch jetzt genießen zu können; nachdem ihr so viel gesehen und gehört habt, sollt ihr wissen, was Mein Sohn vor acht Tagen euch sagte, daß das Leben eines jeden Menschen eine Karwoche ist. Ihr seid noch in der Karwoche, und erst dann, wenn ihr einmal zum vollen Besitz der Herrlichkeit gelangt, dann erst hört die Karwoche auf, und es fängt die ewige Osterfeier an. Jetzt aber ist immer noch ein Teil der Karwoche in euren Herzen, jetzt ist immer noch Karfreitagsstimmung in euch, weil ihr armselige Menschen seid.

Darum wundert euch nicht, wenn neben eurer Freude ihr finster und trostlos seid, weil ihr noch hienieden wandelt im Tränental, aber vertraut, glaubt und hofft, und werdet nicht müde zu hoffen. Seht, die Ewigkeit ist ja gar zu lang und soll nie mehr enden, und wie winzig ist dann die Spanne Zeit, in der ihr die Karwoche zugebracht.“

Barbara: „O liebe Mutter, gib doch N. jetzt ein, wie sie handeln soll, ob sie es dem hochwürdigsten Bischof sagen soll oder nicht.“

Maria: „Sie soll jener Stimme folgen, die der Herr Selbst in ihr redet, die am lautesten zu ihr spricht, dann geht sie nicht irre, ebenso auch der Priester, der sich an euch wendet, der soll bedenken, daß Ich Mich zu den Unmündigen herablasse und zu den Armen, nicht aber, daß Ich durch diese Unmündigen und Armen die Reichen belehren will. Ich will die Armen belehren und nicht die Reichen; er wird Mich wohl verstehen.

Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich! Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen! Selig sind, die Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden! Selig seid ihr, die ihr um Meinetwillen gehaßt und verfolgt werdet; freuet euch und frohlocket, denn euer Lohn im Himmel ist groß! Sagt dieses jenem Priester! Und nun, lebt wohl, Meine Kinder, lebt wohl!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

234 Erster Freitag im Mai 1898

„Wenn alle mit den Priestern vereinigt gläubig sich niederwerfen vor dem Allerheiligsten Sakrament, nur dann werden die Feinde kleinlauter.“

Lied: Freue dich, du Himmelskönigin ...

Barbara: „Mein Jesus! O du süßester Bräutigam meiner Seele! O wie danke ich Dir, daß Du Dich würdigst, zu mir zu kommen nach so langer Abwesenheit. Wo warst Du denn solange? O verzeihe mir, daß ich Dir so untreu war und den Zweifeln nachgab. Sieh, Du hast mich auch so sehr verlassen, ganz und gar. Wo warst Du denn so lange, wo warst Du denn?“

Jesus: „Meine Kinder! Vor allem muß Ich dir deine Frage beantworten, dir, Meine Kleine. Du fragst, wo Ich gewesen bin. Ei, bei dir, bei dir war Ich mitten in deinem Herzen, wie Ich bei allen guten, treuen Seelen bin, mitten in ihrem Herzen! Ich schaute zu, was du alles anfangen werdest. Ich gab dir allerlei Prüfungen, Prüfungen jeglicher Art, Prüfungen von seiten der Menschen, Prüfungen von seiten deiner Vorgesetzten. Meinst du, Ich habe es nicht gesehen, wie du seufztest nach deinem Beichtvater, wie du ihn gern einmal während deiner Krankheit an deinem Bett gesehen hättest; meinst du, Ich hätte nicht gehört alle die Reden, die dir weh getan. Aber das alles sollte nur die Prüfung vergrößern, verschönern, veredeln.

Sieh, Ich hatte dir versprochen, erst dann, wenn der Monat Mai sei angebrochen, solltest du erfahren, was diese deine letzte Krankheit zu bedeuten hätte. Heute will Ich es dir sagen, was sie zu bedeuten hat, damit du dich danach richtest, wenn Ich Ähnliches über dich ergehen lasse.

Wisse, daß Ich große Freude habe hier in der Stadt Mainz, und zwar an euch, Meinen Kindern, und an allen, die sich an euch halten. Große Freude habe Ich besonders an den treuen Priestern, an den treuen Dienern Meiner Kirche, denen es nicht zu klein ist zu glauben, was Ich in einer unmündigen Seele wirke. Und darum, weil ihr Mir große Freude bereitet in der heiligen, österlichen Zeit, wollte Ich dich aber diese Freude nicht allsogleich fühlen lassen. Du und deine beiden Freundinnen sollten eine recht harte Prüfung bestehen. Sie sollten dir beweisen, daß sie dich liebten, und das hast du gesehen und erkennen können, wie sie um dich weinten und sich um dich sorgten, als du krank darnieder lagst und Ich dich zudem nicht aufsuchte; wie sie um dich weinten ob deines Zustandes.

Und zweitens wollte Ich dir zeigen, daß ihr jetzt eingegangen seid in den heiligen Ehestand. Ihr seid nicht mehr Brautleute, die Flitterwochen sind längst vorüber, ihr steht in der Haushaltung, und da muß es manchmal ernst hergehen, wenn der Mann wichtige Geschäfte zu besorgen hat, und er hat in seinem Herzen eine Freude, und er möchte sie so gern seiner Ehehälfte mitteilen, aber vor lauter Drängen und Treiben in seinen Tagesgeschäften, vor lauter Eile findet er nicht die Zeit, verschweigt er seine Freude und wartet, bis eine passende Gelegenheit sich bietet, damit er die Freude verdoppeln könnte und sie sich gegenseitig dann um so mehr freuen können miteinander.

Seht, so habe Ich getan. Mein Herz hatte noch dringende Geschäfte zu besorgen, hatte noch gar viele Kinder, die draußen stehen, herbeizuführen; denn es gibt so viele Glieder Meines Leibes, die Mich verachten, die Meiner spotten. Und Meine Kirche, Meine Braut, harrt und wartet, steht auf der Warte und schaut aus nach ihren verirrten Kindern.

O ihre Osterfreude ist noch gar zu trüb und welk. Sie ist noch nicht aufgebrochen die volle Rose, an der sie sich erfreuen könnte, es sind noch nicht herbeigeeilt ihre Kinder, ihre Herzenskinder, denn die kranken Kinder sind ja die Herzenskinder Meiner Kirche, Meiner jungfräulichen Braut.

Seht, alle ihre lieben Kinder, all ihre treuen Seelen vergißt sie, Meine jungfräuliche Braut, und steht auf der Warte und schaut aus nach den verirrten Seelen, nach ihren Schmerzenskindern, ob nicht das eine oder andere sich aufraffe und wieder zurückkehre in ihre Mutterarme. Und ihr, die ihr so treu haltet zu Meiner jungfräulichen Braut, ihr, die Ich erwählt habe, so große Dinge durch euch der Welt mitzuteilen, wundert euch nicht, wenn ähnliche Stunden wieder über euch kommen, wenn Ich euch Meine Schmerzen und die Meiner jungfräulichen Braut mitteile.

Seht, dies war die Ursache, warum Ich diese Krankheit über dich kommen ließ, wovon dich kein Arzt und keine Arznei heilen konnte als nur Ich Selbst, wie Ich dir gesagt habe, und Meine liebe Mutter; denn nur auf Ihre Fürbitte hin habe Ich dein Leiden abgekürzt. Sie war es, die vor Mich hintrat und deinen Kummer vorbrachte; denn dein Kummer und der Kummer aller derer, die zu dir halten, ist der Kummer Meiner lieben Mutter.

Und Sie stellt Sich vor Mich hin und trägt ihn Mir vor, als wäre es Ihr eigener Kummer. Und was kann Ich Meiner lieben Mutter versagen? Nun ist die Krankheit vorüber, alles ist erfüllt, wie Ich dir gesagt, und Meine Mutter.

Was zweifelst du jetzt noch, wenn Mein Diener, der Stellvertreter Meines Herzens, der Mir die Lämmer auf die Weide zu führen hat in der Diözese Mainz, wenn er dir allerlei lächerliche Reden zuschleudert? Was brauchst du dich zu betrüben? Sieh, dies alles steht ihm zu, und er muß es auch so tun, weil er der Oberhirte der Seelen ist. In seinem Herzen denkt er anders. Er muß aber seine Gedanken vor euch verbergen, weil alles das, was Ich in euch wirke, eine große und wichtige Bedeutung hat auch für ihn. Und wenn er dann und die Welt in ihm sieht, wie er kalt, ja abstoßend allem gegenüberstand, und Ich doch alles so, was Ich eigentlich wollte, durchführte, dann muß die Welt sagen: Ja, hier ist der Finger Gottes im Spiel.

Und auch die leichtfertigen, die unbändigen und die hartherzigen Seelen, die alles haarklein zerschneiden und zersplittern wollen, müssen dann schweigen und stumm werden, weil sie nichts mehr finden zu kritisieren und zu zerschneiden.

Für jetzt aber geht ruhig weiter, und wenn der Bischof von N. dich wieder rufen läßt, Mein Kind, dann stehe fest, wie du getan vor einigen Tagen. Du stehst ja im Recht Meiner Kirche, du sprichst ja nicht für deine Sache, für deine Ehre, noch für die Ehre einer deiner Schwestern, du sprichst ja für Meine Ehre, für deinen heiligen Glauben. Und da mußt du dir den heiligen Paulus vorstellen, wie er vor dem König stand, und wie er vor dem jüdischen Rat stand, wie er nichts fürchtete. Das Erdreich soll erneuert werden, der Glaube soll zur Blüte gelangen, wie er stand nach den Tagen des blutigen Martyriums, wo Kaiser Konstantin das Kreuz aufpflanzen ließ auf seinem Thron, und wie dann das Kreuz von allen Zinnen der Kirchen in der ganzen Welt herniederglänzte, so soll eine neue Zeit eintreten, wo von allen Zinnen der Kirchen in der ganzen Welt das Kreuz wieder erglänzen soll in Meiner heiligen katholischen Kirche.

Aber diese Meine Diener sind es, die dieses Kreuz aufrichten müssen, die dieses Kreuz, das für jetzt noch von Holz gearbeitet ist und unscheinbar dasteht in der Weltgeschichte, mit Gold belegen sollen. Meine Diener sind es, die dieses Kreuz belegen müssen mit dem Gold der Liebe.

Darum Hand in Hand gehen: Die Bischöfe mit dem Papst, der Papst mit den Bischöfen, die Priester mit dem armen, gläubigen Volk, fest und entschieden von allen Kanzeln herab, fest und entschieden den Glauben hineintragen in die Herzen der Menschen, feststehen bei dem einen Zentrum, bei dem einen Punkt, der ihr Zentrum sein soll, feststehen bei Mir im Tabernakel, alles Volk herbeiführen zu Meinem Thron, zu Meinem Tabernakel, und nur dann, wenn alles Volk eines Herzens und eines Sinnes erscheint am heiligen Tisch, wenn alle mit den Priestern vereinigt dieses Zentrum Meiner Liebe anbeten, gläubig sich niederwerfen vor dem Allerheiligsten Sakrament, nur dann werden die Feinde kleinlauter werden.

Ich habe ihnen zur Mitgehilfin Meine heilige Mutter gegeben. Sie hat ihnen Selbst den Auftrag gegeben, Sie recht zu verehren im Monat Mai, weil Sie weiß, daß es Mein Wille ist, und daß sie Meine heilige Mutter ehren müssen, wenn sie Mein Herz erfreuen wollen. Aber dies alles nur, um das eine hohe Ziel zu erstreben, das Ich gesteckt habe, und das Ich durch euch der Welt verkündige: Die Welt, die christkatholische Welt, soll zurückgeführt werden zum ersten Christentum, sie soll gemeinschaftlich an Meinem Tisch sich einfinden, ein Herz und eine Seele untereinander bilden am heiligen Tisch. Meine Kinder!

Jetzt geht ruhig nach Hause und erwartet den Gast, der kommen will. Saget ihm einen freundlichen Gruß von Mir, daß Ich gekommen sei, weil Meine Dienerin doch allzusehr litt unter dem Druck, womit ihre Seele behaftet war; denn wenn Ich Mich anmelde, empfindet ihre Seele eine solche Freude und Liebessehnsucht, daß sie krank wird vor Liebe, und diese Krankheit teilt sich dann dem Leibe mit, und der arme Körper, der da noch abgemattet ist von der Krankheit, konnte es nicht länger ertragen. Darum mußte Ich Mich einfinden; denn Ich bin ein gar guter Gott.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

235 Dienstag am 10. Mai 1898

„Denn steil ist der Weg nach oben, und schmal ist der Weg, der zum Himmel führt, und wenige sind es, die darauf wandeln.“

Barbara: „O wie danke ich Dir, mein herzallerliebster Jesus, für das unaussprechliche Glück, das Du mir bereitet hast so unerwartet, so unendlich liebevoll und unendlich herablassend. Ich danke Dir nach all den trüben Stunden. Gelt, Du verzeihst mir, daß ich so armselig war, weil ich Deine Sprache nicht verstehe. Warum hast Du mich in solcher Weise bedacht? Deine liebe Mutter und Du, Ihr habt mir doch versprochen, daß Ihr am Nachmittag erst kämet. (Der liebe Heiland hatte gesagt am Freitag: „Ich verspreche, daß am Nachmittag, wenn der Priester kommt, Meine Mutter erscheinen wird.“ Barbara hatte geglaubt, das müsse Freitag schon sein, und war deshalb sehr in Angst, sie sei getäuscht. Nun kam der Priester aber erst dienstags und deshalb auch die liebe Mutter Gottes erst am Dienstag, also am Nachmittag, wo der Priester kam.)

Und ich habe geglaubt, ich sei getäuscht und habe mich so geäußert. O ich war so widerwärtig, weil ich glaubte, ich sei getäuscht. Du hast mich aber nie getäuscht. O wie freut sich meine Seele, wie sehnt sie sich, einzugehen in Dein liebendes Herz. Nicht wahr, Du bist eingegangen in mir und ich in Dir?“

Jesus: „Meine Kinder! Es war wieder ein Prüfstein, den Ich euch gab. Seht, wie vieles noch fehlt an eurem Glauben, bis ihr euch messen könnt mit dem Glauben Meiner heiligen Mutter. Ja, wenn nicht sogleich das Wunder da ist, dann seid ihr verdrossen. Ein zweiter Jonas bist du. Wenn die Stadt nicht sogleich untergeht, dann ist alles Täuschung gewesen. Dann grämt er sich, sich Mir hingegeben zu haben, Meine Wünsche ausgeführt zu haben, und er setzt sich unter die Kürbisstaude und wartet und trauert, weil er sieht, daß Ich Mein Versprechen nicht gehalten. So bist du, und so sind alle armseligen Menschen. Sie wollen alles gleich haarscharf zerschneiden können, sie wollen mit Mir allwissend sein und alles durchschauen können, dann würden alle Menschen glauben.

Siehe, Ich muß Meine Auserwählten harte Wege führen, damit sie Auserwählte sein können und ja auch sein müssen. Berufen habe Ich alle Menschen mit Mir zu herrschen und zu triumphieren, aber nur diejenigen, in denen Ich guten Willen finde und von Ewigkeit voraussah, sind Meine Auserwählten, die Ich dann freilich auch zur Auserwählung bestimmte.

Denn Ich habe jedem Menschen seinen freien Willen gegeben, und er kann diesen gebrauchen zum Guten oder zum Bösen. Derjenige aber, der seinem freien Willen Gewalt antut und ihn unter Meine Botmäßigkeit bringt und unterwirft – sehe Ich doch als allwissender Gott, als wahrhaftiger und getreuer Gott, schon von Ewigkeit her diesen guten Willen in dem Menschen – den zähle Ich darum auch zu Meinen Auserwählten.

Da es aber Mir zusteht, über diese Auserwählten manchmal ein Dunkel auszubreiten, das nicht alle Menschen und auch nicht sie selber durchschauen können, so müßt ihr armselige Menschen deswegen doch nicht glauben und gleich dem Vorurteil nachgeben, als sei es eine Täuschung, oder als hätte Ich die liebsten Kinder Meines Herzens Selbst Täuschungen hingegeben, Ich hätte sie Selbst getäuscht.

Nein, nein, Meine Kinder! Ich will nur euren Glauben prüfen und euch zeigen, daß Mir das Recht zusteht als ewiger Gott, Meine Geschöpfe in Meine Pläne nicht allzu tief hineinschauen zu lassen, denn ihnen muß immer etwas übrig bleiben zu grübeln und zu kritisieren, weil es besser ist für sie, wenn Ich ihnen recht viele Verdienste zukommen lasse.

Diejenigen nun, die nicht lang hin und her kritisieren und ihren Verstand dem Glauben unterwerfen, vermehren dadurch jedesmal ihr Verdienst, und Mein Auge ruht jedesmal mit größerem Wohlgefallen auf ihnen. Denjenigen aber, die so viel kritisieren, wenn eine Kleinigkeit vorkommt, wenn Ich euch eine Prüfung auferlege, sagt nun, ob es vielleicht auch in Meiner Allwissenheit ein Fehler gewesen ist und an Meiner Wahrhaftigkeit, daß Ich einen Apostel aufnahm, die doch alle das Apostolat ausüben sollten, der ein Teufel werden sollte? Könnt ihr da nicht auch sagen, daß Ich Selbst in Meinem Leben manchmal etwas tat, woran andere sich stoßen können und sagen: Ja, das hätte Er doch wissen müssen, wenn Er Gott sein will!

Und doch heißt es von Mir, daß Ich nie das Böse will, also wäre darüber gar viel zu kritisieren, wäre Ich ja doch Selbst schuld an der Verdammnis dieses Judas; denn wäre er in der Welt geblieben, hätte Ich ihn als Meinen Apostel aufgenommen, dann wäre es gewiß nicht zu der Tat gekommen, die er in seinem Apostolat beging.

Trotzdem sah Ich doch von Ewigkeit her, daß er diese Tat begehen würde, daß er ein Verräter werden würde, aber er hatte ja seinen freien Willen, und Ich ließ die ganze Zeit, wo er bei Mir zubrachte, an Milde und Güte nichts fehlen von Meiner Seite aus. Aber weil er nicht glauben wollte, weil er gar so viele Häkchen und Hinterpförtchen hatte, so war dies die Ursache, daß er, obschon er Zeichen genug sah, doch nie an Meine Gottheit glauben konnte. Er suchte nur sich und seine Pläne, die alle, alle nur auf ihn hinauszielten und auf dieses armselige Leben hienieden.

Nun habt ihr ein Bild, warum Ich so manches vorkommen lasse bei all dem, was Ich in dir wirke, weil die Herzen und Gedanken vieler sollen offenbar werden, weil Ich bei vielen das Verdienst des Glaubens mehren will. Bei denjenigen, die nun gar so viel kritisieren, die alles zerschneiden wollen, die sollen sich nur wohl erinnern an das, was Ich dir gesagt zu Meinen Aposteln.“

Barbara: „Meine liebe Mutter, sei mir von Herzen gegrüßt! O wie danke ich Dir für all die Gnaden, die ich erlangt. Ist es denn möglich, daß Dein lieber Sohn Sich so herabläßt? O trete doch noch einmal vor Ihn und bitte für mich. Sage Ihm, Er möge mir verzeihen, daß ich Ihn beleidigt habe mit meinen Grübeleien.“

Maria: „Er hat dir schon verziehen, Meine Tochter, hat Er ja auch deine Tränen gesehen, größtes Mitleid mit dir und deiner Angst im Herzen. Aber sieh, Ich bin gekommen, um euch zu trösten. Wenn es ja gar nichts zu bedeuten hätte für die heilige katholische Kirche, was Mein Sohn in dir wirkt und durch euch wirken will in der Geschichte der Kirche, so wäre es doch für euch keine Beschämung am letzten Gerichtstage, und niemand würde euch tadeln, wenn dereinst einmal die Schuppen von den Augen aller Menschen fallen und sie die Gedanken und Wünsche und Ergießungen des Herzens lesen können.

Wie viele heilige, fromme Wünsche, Gefühle und Ergießungen des Herzens gibt es nicht in dieser heiligen Stunde, und das soll auch noch strafwürdig sein und bestraft werden? Nein, Meine Kinder, strafwürdig ist nur die Sünde und alles, was zur Sünde führt. Seinen frommen Wünschen und Begierden und Ergießungen des Herzens freien Lauf zu lassen, kann aber weder zur Sünde führen, noch viel weniger sündhaft sein; also hinweg mit der Furcht, die immer wieder in dir sich zeigt, und wenn es wirklich, wie Meine Diener, wie die Diener der Kirche es sagen, Einbildung wäre, so sollen sie aber auch sagen, welcher Geist denn die frommen Einbildungen gibt, ob dieses der böse Geist sein könne.

Der Menschengeist ist es nicht, weil ja der Menschengeist das Ebenbild Gottes ist, und sobald die Taufe, das Taufwasser ausgegossen ist über das Haupt des Menschen, ist der Mensch ein Kind Gottes geworden und seine Seele ist ein Ebenbild Gottes, sein Geist ist mit dem Geiste Gottes auf das Innigste verwandt. Bei der Seele nun, die in der heiligmachenden Gnade lebt, was doch alle Diener der Kirche annehmen müssen von einer Seele, die nichts sucht als Gott allein, kann also von einem bösen Geist keine Rede sein, also auch keine Einbildung sein, was der Herr in einer Seele wirkt, die guten Willens ist. Sein Geist ist es, Der die frommen Einbildungen gibt, Sein Geist ist es, Der die frommen Entschließungen durchführt, Sein Geist ist es, Der alles so leitet und lenkt, was freilich die Menschen in ihrer Kurzsichtigkeit, noch mehr aber in ihrem Eigendünkel, nicht verstehen.

Und wundert euch nicht, daß man auch unter den liebsten Kindern der Kirche, unter den Priestern, so viel Kurzsichtigkeit sieht und erfahren muß. Sind sie ja auch alle Söhne der Zeit, Menschen, arme, gebrechliche Menschen, und leben in einer Zeit, die nun einmal gar so glaubenslos geworden ist.

Schwergläubig ist die ganze Welt, schwergläubig sind auch die Diener der Kirche. Freilich ist es auch notwendig, und ihr müßt euch all die Prüfungen gefallen lassen von den vielen, die da kritisieren, weil es gar viele Betrüger gibt, die aber doch auch unterschieden werden müssen von wahrhaft guten und frommen Christen. Einen jeden Baum erkennt man an der Frucht. Damit ihr aber nicht zu ängstlich seid und damit diejenigen, die mit gläubigem Herzen die Schriften lesen und das, was sie Gutes finden, für sich verwerten, sich auch trösten und sehen können, daß sie doch den besten Teil erwählt haben, so schaut doch hin auf Mein Leben.

War es nicht schon eine lange Zeit her, wo Gott, der Vater, den Menschen den Erlöser versprochen hatte, und die Menschen geradeso wie jetzt, immer mehr und mehr von diesen Offenbarungen abhanden gekommen waren und darum es ein großes Glück war für eine Seele, die sich nicht mit der großen Masse fortwälzte, die in stiller Verborgenheit, in Armut des Geistes sich zurückzog und glaubte, nicht wie die anderen, an eine Offenbarung, daß der Herr einstens Sein Wort erfüllen werde.

Was in jener Zeit der Glaube für Mich war, das ist in eurer Zeit der Glaube für alle guten Christen. Hätte Ich einen Augenblick gezweifelt an den Offenbarungen, die der Herr dem Menschengeschlecht gegeben, wäre Ich niemals zu dieser Würde gelangt. Nun nehmt aber Meinen heiligen Bräutigam, Meine frommen Eltern und einige andere, gleichgesinnte Menschen, die nicht so begnadigt waren wie Ich, weil Ich ja den Erlöser gebären sollte und deswegen ohne Makel der Sünde ward empfangen und geboren.

Jene aber nicht, sie mußten nur einfach ihren Glauben den Offenbarungen unterwerfen, daß es Gott möglich sei, und daß Er auch dies alles zu Seiner Zeit in Erfüllung gehen ließe. Waren diese nicht viel besser daran als all die gelehrten, stolzen Pharisäer, die zwar hochgelehrt die Schriften studiert, alle Offenbarungen vom Anfang der Welt bis auf die Stunde, wo der Erlöser der Welt hereintrat in die Welt, wußten, aber in ihrem Eigendünkel so verblendet waren, daß sie sich einen Erlöser zurechtdenken wollten nach ihren Begriffen, nicht aber nach den Absichten Gottes.

Seht, so tun alle diejenigen, die da hin- und her kritisieren und alles zerschneiden und beobachten wollen, ob du die Sache dir erdenkst, oder ob du krank seiest und in deiner Phantasie solche irrtümliche Dinge aussagst, oder die gar dich zu einer Schwindlerin machen und sagen, es sei alles nur darauf aus, um andere Menschen zu verführen, Geld zu gewinnen oder deinen Stolz durchzuführen, etwas aus dir zu machen.Freilich haben diese alle die heilige Pflicht, nicht sogleich und absolut alles gleich zu glauben, denn sie haben deine Seele in der Hand und müssen sie vor Gott dereinst verantworten. Darum mußt du dich nicht allzusehr grämen, wenn man dir allerlei nachredet. Ihnen ist es keine Sünde, solange es nicht aus Bosheit und aus bösem Willen geschieht.

Jene aber, die draußen stehen, welche die Sache nicht zu prüfen haben, und denen das Recht zu prüfen nicht zusteht, die würden alle besser daran tun, es zu halten mit Meinen heiligen Eltern, Meinen Freunden und Verwandten, mit Meinem heiligen Bräutigam, dem heiligen Josef. Sie alle sind nur um ihres lebendigen Glaubens willen und um ihrer festen, unbegründeten Hoffnung willen Heiligen geworden, denn manchmal waren die Zeiten so, daß sie hoffen mußten wider alle Hoffnung.

Der Mensch, der hofft wider alle Hoffnung, der glaubt, ohne zu häkeln, ohne zu zweifeln, was ihn im Glaubensleben und in der Liebe zu Gott befördern kann, nur der Mensch allein kann sich emporschwingen auf die höchste Stufe der Vollkommenheit; denn steil ist der Weg nach oben, und schmal ist der Weg, der zum Himmel führt, und wenige sind es, die darauf wandeln.

Merkt es euch, ihr alle, die ihr die Schriften leset, die ihr Mich liebt, die ihr Meinen Sohn anbetet, besonders aber ihr, ihr Priester, merkt es euch, was euch in der Liebe zu Gott befördern kann, kann von keinem bösen Geist herrühren, wenn es euch auch manchmal etwas kindisch vorkommt; denn ihr habt es nicht mit einer gelehrten Person zu tun, und Mein Sohn nicht und Ich nicht. Wenn Mein Sohn Sich würdigt, die Unmündigen aufzusuchen und durch sie zu Seinen Kindern zu sprechen, dann muß Er Sich auch diesen anpassen, damit dieses armselige Wesen Ihn verstehen kann. Ihr müßt euch aber auch Meinem Sohn anpassen, Der es nicht verschmäht, zu den armen Kleinen zu kommen. Also müßt ihr arm und klein werden, dann könnt ihr auch glauben.

Nehmt nur euer Evangelienbuch und nehmt den heiligen Glauben von Anfang bis zum Weltende, und ihr müßt fortwährend an euren Zweifeln abschneiden, nicht wahr? Denn vieles ist da unverständlich für armselige Menschenherzen, für diesen Ameisenverstand von euch allen, auch wenn ihr die Gelehrten seid, die gelehrten Professoren auf der Hochschule, habt ihr doch noch dem allmächtigen Gott, Meinem Sohn, gegenüber einen winzigen Ameisenverstand.

Und weil nun in der heiligen, katholischen Kirche und ihrer Lehre vieles ist, wovon es heißt, du mußt deinen Verstand dem Glauben unterwerfen, so macht es auch hier so. Die Hauptsache ist, daß ihr befolgt, was einer euresgleichen vor euch getan und gesagt hat: ‚Prüfet die Geister, und was gut ist, behaltet!‘

Du aber, Meine Kleine, werde nicht mutlos. Sieh, alle deine Fehler und Armseligkeiten will Ich überbrücken und bedecken mit Meinem mütterlichen Herzen; denn alle die Tugenden, die du in diesem Herzen bewunderst, mache dir zu eigen. Wisse, daß du ja Mein Kind bist, Meine liebe Tochter. Was grämst du dich? Ein Marienkind darf sich nicht grämen, und das sind alle diejenigen, die gläubigen Herzens in Meine Fußstapfen eintreten, besonders aber die Jungfrauen. Die jungfräulichen Seelen sind ja Meine Vertreterinnen, mögen sie sein männlichen oder weiblichen Geschlechtes, sie alle sind Meine Vertreterinnen hier auf Erden, ahmen Mich nach, und diese sollte Ich vergessen?

Grüßet Mir recht herzlich Mein gutes Lieschen, N. und alle die frommen Priester, die mit gläubigem Herzen sich anschließen und diejenigen, die tun, als glaubten sie nicht, die aber im Herzen doch glauben, sie alle lasse Ich herzlich grüßen; denn Ich bin ja die Braut der Priester.“

Barbara: „Meine liebe Mutter! Ich gäbe mir gern die Mühe, diesen Protestanten und N. zu gewinnen, aber ich möchte nicht gern unnötig meine Zeit damit verbrauchen.“

Maria: „Laß dies, Mein Kind, diese Leute stecken zu tief, sie wirken nicht genug mit. Die Gnade fehlt keinem Menschen, aber der gute Wille der Menschen fehlt, und wo dieser fehlt, da ist alles umsonst. Aber gräme dich nicht, tue deine Schuldigkeit, wo du kannst. Dein Verdienst bleibt dir, ob du die Seele gewinnst oder nicht.“

Barbara: „O hilf mir doch, jene gewinnen.“

Maria: „Du mußt ihr einmal schreiben, und in ein paar freundlichen Worten die Schönheit der heiligen katholischen Kirche und die Lieblichkeit der Kirche vor Augen stellen, wo man Mich seine Mutter nennen kann und dieses Keimchen wieder wecken. Im übrigen hat es dir nichts geschadet, das, was du mit gutem Glauben und gutem Willen getan an all den Seelen, die du schon bearbeitet, bleibt dir doch dein Verdienst, wenn sie auch nicht demselben entsprechen, wie du geglaubt. Ihr aber, Meine Kinder, seid fest überzeugt, daß diese heilige Stunde niemals euch zum Nachteil, zum Schaden gereichen kann, weder euch, noch jemand anders, der es glaubt und der sich an euch anschließt.“

Ein Bischof, der zum Erzbischof von Freiburg erhoben wurde, kam durch unsere Stadt, um mit unserem hochwürdigsten Herrn Bischof am anderen Tag in seine neue Diözese einzuziehen. Aber gleich nach seiner Ankunft wurde er krank und starb noch in derselben Nacht. Am Donnerstag, den 12. Mai 1898, am gleichen Tag, wo er initiiert werden sollte, wurde er, wie Barbara sah, im Himmel aufgenommen, wie sie nachfolgend berichtet:

Bei dem Seelengottesdienst des verstorbenen Erzbischofs kniete ich, ganz in mich gekehrt, in einer Ecke und betete mit großer Innigkeit für dessen Seelenruhe. Als die Leiche durch den Dom hinaufgetragen wurde, sah ich dicht um den Sarg herum Engel, die gleichsam Spalier bildeten. Hinter dem Sarg ging die Himmelskönigin als allerreinste Braut der Priester. Ich dachte, als ich dieses sah, dieser Bischof muß die Mutter Gottes in seinem Leben sehr verehrt haben. Als die Leiche aufgebahrt war, stellten sich die heiligen Engel um die Leiche herum wie beim Einzug, und die liebe Mutter Gottes setzte Sich an seinem Haupt auf einen Sessel nieder. Als der zelebrierende Priester die heilige Kommunion empfangen hatte, sah ich einen neuen Zug himmlischer Geister von oben herabkommen, an deren Spitze der heilige Erzengel Michael war, die sich alle an die anwesenden Engel anschlossen.

Als aber die Messe beendigt war, setzte sich der himmlische Zug in Bewegung, aber nicht mehr den Domgang zurück, sondern aufwärts in die Höhe, der heilige Erzengel Michael wieder an der Spitze, unter großem Jubel und entzückender Freude. Inmitten des Zuges erblickte ich jetzt den verklärten Bischof in unaussprechlicher Wonne, welcher um einen halben Meter über die Engel hinausragte. Neben ihm ging die Himmelskönigin.

O glückselige Trauerklänge, wie habt ihr euch heute verwandelt in himmlische Jubel- und Freudengesänge. Meine Seele schloß sich dem Zuge an, und ich durfte einen Blick hineintun in den glückseligen Ort, der ihn aufnehmen sollte, und der mir schon einmal gezeigt wurde beim Tode von N. Alle Bewohner dieses Ortes verließen ihre Throne, die von lauter Elfenbein zu sein schienen, mit lauter kleinen Türmchen, wie an Altären, geziert, um ihren neuen Bruder zu begrüßen. Der Zug bewegte sich aber durch diesen Raum hindurch und dort, wo er sich hinbewegte, durfte ich nicht sehen. Aber der Geist, der mich belehrte, sagte mir, daß er vor allem der Allerheiligsten Dreifaltigkeit seinen Dank abstatte.

Nach einiger Zeit kehrte der Zug wieder zurück. Als dann dem Verstorbenen sein Thron angewiesen wurde, sah ich ihn wieder. Ich hatte während des ganzen Gottesdienstes inständig gebetet und aufgeopfert, mit allen Priestern mich vereinigt, mit allen frommen Christen meine Leiden und Verdemütigungen mit dem Leiden Christi ihm geschenkt, und am Schluß diesen Trost erhalten. Die ganze Zeit während des Gottesdienstes fühlte ich die Nähe meines himmlischen Bräutigams und wandte mich darum flehend an Ihn, mich doch nicht zu täuschen. Er aber sagte:

Jesus: „Wenn jemand sich wundert, ob dies möglich sein könne, dann soll er wissen, daß dieser Bischof ein Mann war nach Meinem Herzen, und daß er eine große Liebe hatte zu Meiner heiligen Mutter. Seine Krone war voll, sie sollte ihm jetzt zuteil werden, nachdem er vorher noch das Opfer bringen mußte, seine geliebte Herde zu verlassen. Wisset aber, daß die Priester, die in jetziger Zeit leben und Mein Leben in sich recht ausprägen, alle desselben glorreichen Todes sterben wie die heiligen Märtyrer, weil sie – wie jene für den heiligen Glauben, so diese für die ihnen anvertrauten Seelen – ihr Gut und Blut, Leben und Streben einsetzen.

Gleichwie aber durch die Standhaftigkeit der heiligen Märtyrer und durch ihren siegreichen Tod das Christentum zur herrlichen Ausbreitung gelangt, so sind diese diejenigen, durch deren Opferleben und Tod das Erdreich der Kirche wieder soll erneuert und Meine Kirche zum herrlichen Sieg geführt werden. Trauert also nicht, freuet euch vielmehr!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

236 Zweiter Freitag im Mai 1898

„Wie man trotz all der Leiden und inmitten der großen Trübsale ein Paradiesleben haben und führen kann.“

Lied: Gott Vater, schau auf deine Kinder ...

Maria: „Grüß euch Gott, Meine lieben Kinder! Du tust recht, wenn du jedesmal, wenn du die Nähe Meines Sohnes fühlst, vorerst eine herzliche Reue erweckst; denn trotz der vielen und großen Gnaden und Begünstigungen, womit Mein Sohn dich überhäuft, bist du ein gar armseliges Geschöpf und verwickelst dich in mancherlei Dinge und Geschäfte und begehst viele Fehler, und es mißfällt Meinem Sohn, und wenn Er dir auch nicht Seine Gnade entzieht, so schwächst du in dir den Glanz der Gnade, der heiligmachenden Gnade.

Sei vorsichtig im Reden, noch mehr aber im Handeln, in all deinen Gedanken, Worten und Werken; denn du bist doch das Werkzeug, durch das viele sollen belehrt werden, und vielen soll der Weg gezeigt werden durch dieses Tränental, wie man auch mitten im Leiden und in den Stürmen des Lebens – besonders aber in den kommenden Stürmen, in den vielen Bedrängnissen, die über diese jetzige Menschenklasse kommen werden und sie umtoben werden – sich verhalten soll, wie man trotz all der Leiden und inmitten der großen Trübsale ein Paradiesleben haben und führen kann.

Wisset, Meine Kinder, daß die Gnade und das Glück, das ihr besitzt, ein so großes ist, daß es von keinem Menschen recht erfaßt wird, von all denen, welche die Schriften lesen, doch nur vorübergehend aufgegriffen wird. In der Ewigkeit erst, wenn der Schleier fällt, werden diejenigen, die das Glück haben, teilzunehmen an den Gnaden, erst einsehen, wie manches sie hätten noch viel besser machen können, wenn sie mehr geglaubt, mit recht lebendigem Glauben die Schriften gelesen, in sich aufgenommen und verwirklicht hätten, in erster Linie aber ihr, Meine Kinder. Wisset, daß das Glück so groß ist, daß viele euch beneiden würden, wenn sie es so recht wüßten und erkennen könnten.

Das Kreuz und der Kreuzweg, den alle Menschen gehen müssen, wird zwar von keinem, auch nicht von euch weggenommen, ihr alle müßt und sollt den Kreuzweg gehen wie alle Menschen. Ihr alle müßt und werdet mit Kreuzen bedacht.

Das Kreuz wird in die Mitte der Familie gestellt, wo ihr euch befindet, in dieser Familie auf diese Art, in jener Familie auf eine andere Art. In jeder Familie aber, auch wenn sie Gott noch so treu dient, wird das Kreuz nicht hinweggenommen, weil es der Wille Gottes so ist, weil der Himmel verdient werden muß; denn Gott ist gerecht, und Er wäre kein gerechter Gott mehr, man müßte diese Eigenschaft Ihm streichen, wenn Er nicht eines behandelte wie das andere Seiner Geschöpfe. Er hat die Engel erschaffen, und sie sind Geschöpfe wie ihr Menschen; Er hat den Menschen erschaffen, und sie sind Geschöpfe wie die Engel. Jene aber verstieß Er um einer einzigen Sünde willen auf ewig von Seinem Angesicht. Mit den Menschen hat Er so viel Nachsicht und will sie den Engeln gleichhalten, auch wenn sie ein ganzes Leben hindurch Ihn beleidigt.

Darum muß der Mensch eine Prüfung bestehen, und es steht nur Ihm zu, diese Prüfung den Menschen sein ganzes Leben hindurch fühlen zu lassen. Nun aber hat Er euch das Kreuz, das Er euch aufgeladen, und den Kreuzweg, den Er euch bestimmt, und womit Er euch zum Himmel führen will, so erhellt, den Lebenspfad so erhellt, das Kreuz euch so erleichtert, daß es euch scheint und vorkommen muß, als lebtet ihr im Paradies.

Das Paradies habt ihr auf Erden; denn kaum ist ein Tag vorüber, kaum sind acht Tage vorüber, und nicht einmal dies, könnt ihr euch wieder sehnen nach der glückseligen Stunde, wo der Herr euch besuchen will, wo der Herr Seinen Paradiesgarten besuchen will, wo Er Sich in euch vergnügen und erfreuen will. Seht doch, wie im Paradies der Herr mit den ersten Menschen Tag für Tag wandelte, wie es Seine Lust war, Sein Lieblingsgarten, Seine Lieblingswerkstätte, in der Er arbeiten, in der Er Sich vergnügen wollte, so kommt Er zu euch in dieser heiligen, glücklichen Stunde, um in euch zu arbeiten, zu schaffen, viele, viele Menschen zu beglücken, zu erfreuen durch euch, durch den Verkehr mit euch. Wie muß dieses all diejenigen, welche die Schriften lesen, trösten, daß der Herr um ihretwillen, um ihre Leiden zu versüßen, um ihren Kreuzweg zu erhellen, um ihr Kreuz zu erleichtern, reden will zu ihnen. Kaum sind einige Tage verflossen und der arme Mensch hat wieder vergessen, was der Herr ihm sagen ließ, ist die Stunde schon wieder gekommen, wo Er von neuem Seinen Garten wieder betritt, bewässert und begießt, von neuem Keimchen aussät, hineinlegt in diesen Seinen Gottesgarten, neue Tugendkeimchen, die dann durch das Bewässern, Betauen wieder aufsprossen sollen und zur herrlichen Blüte in diesem Seinem Gottesgarten heranwachsen sollen.

Seht, Meine Kinder, in all euren Herzen, denn das ist der Gottesgarten, in dem der Herr lustwandeln will, verkehrt Er geradeso wie hier in diesem Herzen, denn durch dieses trägt Er Seinen Samen aus in eure Herzen. In sie alle streut Er Sein Wort hinein, will euch ermuntern, euch helfend zur Seite stehen. Ist es nicht ein großes Glück, eine große Freude, mitten in der Trübsal zu wissen, daß es so der Wille Gottes ist, daß der Tag schnell dahin ist und der Herr wieder von neuem denkt, wie Er Sein Kind wieder heimsuchen, erfrischen und trösten kann und will.

Meine Kinder! Dieses Zimmer, in dem Mein Sohn und Ich sooft Sich würdigen, hernieder zu steigen, soll euch eine Lieblingsstätte sein, ein Lieblingsort, aber hütet euch, daß ihr nicht auf verkehrte Weise miteinander redet; denn heilig soll der Ort sein, heilig wie derjenige ist, wo Er Tag und Nacht verweilt im stillen Tabernakel. Kein ungeziemendes Wort soll hier gesprochen werden. Deswegen hast du gesehen, wie Mein Sohn erst, bevor Ich dich besuchte, einen Engel sandte, der im ganzen Zimmer wie zu reinigen und zu säubern, geschäftig umherging. Dieses ist das Sinnbild, wie der Ort sein soll, wo der Herr Sich würdigt, manchmal zu verweilen.

Seht, wie in diesem Haus eine ganz besondere Freude herrscht, ein Friede über diese Familie ausgegossen ist, der selten zu finden ist in Familien, wo verschiedene Familien zusammengesetzt, wo die Mitglieder der einzelnen Familien aus verschiedenen Familiengliedern zusammengesetzt sind. Denn jedes einzelne Glied hat seine eigenen Fehler, die es aus seiner Familie mitbringt, und diese einzelnen Glieder so im Frieden zusammenzuhalten, wie hier in diesem Haus, ist ein Zeichen, daß da nur Gott allein walten kann, daß alle die einzelnen Glieder alle dasselbe anstreben, ist ein Zeichen, daß Gottes Geist es sein muß, Der die Herzen lenkt und leitet. Wenn, wie überall, weil es Menschen sind, sich etwas einschleicht und der Feind alles Guten, der alles aufbietet, und Tag und Nacht ums Haus herumkriecht, ob er eine Lücke finden kann, das heißt, die Laune eines einzelnen erwischen kann, dann benutzt er sie, um Zwietracht hineinzutragen in die Familie.

Aber seht, ob es lang dauert, höchstens einige Stunden, und alles ist wieder aufgeheitert und vergessen und wieder Licht und Friede in den einzelnen Gliedern. So wird es sein in allen Familien, welche die Schriften mit gläubigem Herzen aufnehmen und lesen, die glauben, daß es eines Gottes würdig ist zu tun, was Er will, Seinen Geist wehen zu lassen, wo Er will, daß Er nicht erst ein Geschöpf zu fragen hat, welches das würdigste Seiner Geschöpfe sein soll. Nein, nein, Er hat zu bestimmen und kann bestimmen, wie Er will, Seine Pläne kann Ihm niemand durchkreuzen, auch nicht, wenn es ein Seraph wäre, ein Seraph der Liebe. Alle, welche die Schriften lesen und mit gläubigem Herzen in sich verwerten, sollen dasselbe Glück in ihre Familie hineintragen, wie es in dieser Familie ist. Keines ihrer Kinder und Hausgenossen wird sterben ohne Gott und verlorengehen auf ewig.

Das Gebet und der lebendige Glaube, der in der Familie herrscht, soll all den einzelnen Gliedern zugute kommen. Und ist es denn zu wundern, ist es vielleicht nicht möglich, weil viele sagen: ‚Torheit, Albernheit, Einbildung!‘ Denn schaut hin auf Mein Leben! War es denn anders? Nur der Glaube, wo er tief verwurzelt ist, kann alle Hindernisse beseitigen, nur die gläubige Seele weiß von keinen Einbildungen, Zweifeln und Ängsten, und wenn sie solche hat, besiegt sie dieselben durch ihren lebendigen Glauben.

Dieses war ja die einzige Richtschnur Meines ganzen Lebens, Mein lebendiger Glaube. Er machte Mich zu dem, was Ich jetzt bin, zur Mutter Gottes, und nicht nur einen Tag, nicht nur eine Stunde nützte Mir dieser lebendige Glaube. Nützte er Mir etwa nur in der Stunde, wo der Engel zu Mir kam und Mir die frohe Botschaft brachte von der Würde, Mutter Gottes zu sein?

Nein, nein, Mein ganzes Leben war ein beständiger Prüfstein Meines lebendigen Glaubens; denn von der Krippe bis zum Kreuz hin führte Mein Sohn ein Leben, daß beständig, wenn Ich auch nur im geringsten die Fähigkeit einer Sünde in Mir gehabt hätte, hätte in Mir Zweifel erwecken können an Seiner Gottheit, denn wo sah man je einmal etwas an Ihm, menschlich gesprochen, das Seine Gottheit hätte verraten können?

Im Gegenteil, geboren als kleines Kind, mußte Ich Ihn ernähren und erziehen mit großer Sorgfalt und Mühe wie alle anderen Mütter. Er fing an zu stammeln und zu reden und Sich zu entwickeln wie alle anderen Kinder. Niemals, menschlich gesprochen, ließ Er nach außen hin einen Schein Seiner Gottheit sehen, einen Abglanz Seiner Gottheit. Nur Meinem innerlichen Auge, dem Auge Meiner Seele war es sichtbar, und sah Ich Seine verklärte Gottheit beständig in Ihm.

Also merkt es euch, Meine Kinder, wie der Glaube sein muß, und wie wir glauben müssen. Mit dem Auge der Seele müssen wir die Gottheit schauen, müssen wir sehen unseren Gott, und wenn wir Seine Nähe fühlen, fest ergreifen und festhalten in uns mit lebendigem Glauben, nicht zweifeln, ob dieses auch möglich sei. Aber nicht nur eine Stunde; nicht nur in der Stunde, wo der Herr wirklich mit euch spricht und verkehrt, sondern auch in der Zeit, wo Er Sich zurückzieht; lebendigen Glauben müßt ihr jederzeit entgegenbringen, dann wird das Paradies erneuert werden in euch und eurer Familie.“

Barbara: „Meine liebe Mutter, hilf mir doch, diesen N. für deine heilige Kirche zu gewinnen. Meine liebe Mutter! Ich grüße Dich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und bitte Dich auch für N.N. Man nimmt meine Mahnungen sehr übel auf; wenn ich es noch so gut meine, ich bin bitter und derb. Du kennst mich ja, wenn auch der Kern gut ist, aber meine Schale ist rauh. Sie sind ja fromm und gut, aber laß sie doch erkennen, daß man durch Sparsamkeit auch für sein zeitliches Fortkommen sorgen muß.“

Maria: „Laß das nur, Meine Tochter, kümmere dich nicht allzusehr um unnötige Dinge, du bist Mir gar zu ängstlich. Die haben jetzt ihre Fehler, der Mann ist nachgiebig, und deine Schwester kennst du ja. Beide sind ja doch guten Willens, wenn sie auch manches noch abzulegen haben, wie du auch. Beruhige dich über die Dinge und gehe darüber hinweg.“

Barbara: „Ich bitte Dich, o liebe Mutter, für die anderen alle. O laß nicht zu, daß eines von den Kindern auf Abwege kommt in dieser gottlosen, glaubenslosen Welt.“

Maria: „Ich habe dir ja eben gesagt, daß bei allen, welche die Schriften lesen und mit gläubigem Herzen in sich aufnehmen, kein Glied der Familie verlorengeht; denn man lernt das Kreuz umfangen, man lernt das Kreuz tragen und Geduld üben und in Geduld ausharren. Freue dich, freue dich!

Siehe, du verstehst die Sprache Gottes nicht. Die ganze Zeit, wo du im Finstern tapptest, mußtest du noch Seelen gewinnen, und ihr mit, Meine Kinder. Jetzt aber, wo doch alles vorüber ist, wo die Kirche wieder in eine andere Zeit eintritt, jetzt sollt ihr euch freuen, freuen mit der Kirche, nicht mit der gottlosen Welt. Die Seelen, die absolut wollen verlorengehen, die sich absolut nicht wollen retten lassen, braucht ihr nicht zu betrauern; denn zu ihrem Untergang wird der Herr lachen.

Also fort, jetzt fort mit all denjenigen, die absolut nicht gerettet werden wollen, und suchet eure Freude in anderen Dingen, in jenen, die es mit euch halten, die sich wollen retten lassen. Wenn ein Sünder, dem ihr oftmalig und gar jahrelang zugesetzt, eure Worte nicht beachtet, dann seid nicht traurig darüber, dann laßt euch eure Freude niemals rauben. Dies sei auch gesagt besonders den Priestern, die oft gar keinen Gewinn sehen, die oft jahrelang in einer Gemeinde stehen und Gut und Blut an ihren Untergebenen angewendet und alles vergebens scheint. O freuet euch, freut euch doch! Niemals hat ein Diener Gottes zu bereuen, auch wenn er gar keine Früchte sieht!“

Barbara: „Ich bitte Dich auch, daß dieses junge Mädchen in seinem Entschluß, den jungfräulichen Stand zu wählen, nicht wankelmütig wird.“

Maria: „Sie soll niemals dem Feind Eingang lassen in ihr jugendliches Herz, der ihr sehr zusetzt. Sie soll all die Hindernisse beseitigen, die Versuchungen niederkämpfen. Sie soll wissen, daß Ich keine harten Prüfungen mehr an sie herantreten lasse. Wenn sie einmal den ersten Schritt getan, soll sie doch bedenken, wie glücklich sie ist, eine Tochter Meines liebenden Mutterherzens zu sein, unter Meinem Mantel geborgen zu sein. Möge sie doch bedenken, wie vielen Gefahren sie entronnen, die in der Welt ihr überall entgegentraten, und wieviel sie dann einwirken kann auf ihre Familie.

Grüße dieses Kind recht herzlich von Mir. Grüße Mir auch recht herzlich N. und N. Er möge die Zweifel ablegen, er möge mit gläubigerem Herzen sich beugen, und dann erst wird er den Frieden finden, den Frieden und die Ruhe des Herzens. Grüße Mir auch recht herzlich die Oberin des Klosters N. und sage ihr Meinen Dank, daß sie Meinem Sohn so viel Freude bereitet in diesem Monat Mai mit ihren Töchtern.“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für diese Familie, daß Du ihr helfen wollest, auch in ihren zeitlichen Bedrängnissen.“

Maria: „Sie sollen im Glauben nicht wanken, feststehen im Glauben, denn noch gar viele Familien sind in der Welt, die noch viel mehr Leiden durchzumachen haben, wie Frau N. Am Ende werden alle ihre Kinder versorgt und in die Bahn eingelenkt werden, die sie dem rechten Ziel zuführt, wo sie ihr letztes Ziel und Ende finden sollen. Die Leiden und Drangsale, die sie hat mit ihren Kindern, haben alle Eltern, alle Mütter. Darum in Geduld ausharren.

Dieses ist das Kreuz, das in ihre Familie gestellt ist, hat sie ja doch sonst viele Vorzüge, die andere nicht haben, obwohl sie Witwe ist und das Auge Gottes mit Wohlgefallen auf ihr ruht und sie deswegen viele Gnaden voraus hat vor anderen Eheleuten, die der Herr nicht frühzeitig auseinanderriß. Aber die Fehler und die Sünden, die alle Menschen an sich kleben haben, müssen auch an ihr abgebüßt werden, und darum, um in den schönen Himmel einzugehen, muß der Mensch leiden, wenn er auch Mir und Meinem Sohn noch so treu dient und nachfolgt. Hatte Ich doch auch viele Leiden zu ertragen, mußte Ich doch auch einen Weg gehen wie sie und andere Menschen. Darum Geduld, Vertrauen! Ausharren und nicht gleich alles haarscharf sehen wollen, wie das und jenes sich gestaltet. Ich werde mit ihr sein und alles noch zum guten Ziele führen.“

Barbara: „O liebe Mutter, ich bitte Dich für diese N.N. Klosterfrauen, daß Du sie im Eifer für die Ehre Deines Sohnes immer mehr entflammen wollest.“

Maria: „O ja, sie sind Mir treue Nachfolgerinnen, und Ich weiß ihren Eifer auch zu schätzen. Sie sind in Meinem Herzen eingeschrieben und haben nichts zu fürchten. Vieles habe Ich schon gewirkt durch sie und mit ihnen manches gute Keimchen in die Herzen ausgestreut. Alles, alles werden Edelsteine für ihre Krone bilden. Alle die Kinderherzen, die sie bearbeiten, die ja doch, wenn sie hinaustreten aus ihrem Haus, früher oder später zu Früchten reifen, und alle diese guten Keime, die sie da legen, sollen in der Ewigkeit sie erfreuen. Grüße sie herzlich von Mir!“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für N.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

237 Vigil von Christi Himmelfahrt 1898

„Durch lebendigen Glauben, durch kindliches Vertrauen, durch innige Liebe, will Ich dem Menschen das Paradies auf Erden sein in seinem heiligen katholischen Glauben.“

Lied: Heut ist gefahren Gottes Sohn ...

Barbara: „Mein Jesus! Ich danke Dir für die unaussprechliche Güte und Herablassung, die Du mir armen Sünderin erzeigst. O alle meine Sünden sind mir von Herzen leid, weil ich dadurch Dich, das höchste, beste, liebenswürdigste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle Sünden und nehme mir ernstlich vor, nie mehr zu sündigen, ja, jeden Gedanken, jedes Wort und jede Handlung sorgfältig zu meiden, alles, was Dich beleidigen könnte. Gib mir dazu Deine Gnade! Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Meine Kinder! Ich komme in eure Mitte, um Mich mit euch zu unterhalten, um euch Meine Liebe, Meine Güte kundzutun. Kommt mit Mir in eine andere Versammlung, die ebenso wie ihr zusammengekommen waren auf Mein Geheiß. Teils waren die Gefühle von großer Freude beseelt, andererseits wieder recht schmerzlich, weil sie wußten, daß sie Mich zum letzten Mal schauen sollen.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich komme! Barbara setzt sich auf und betrachtet aufmerksam, was ihr gezeigt wird. Es ist ein runder Hügel, ein Berg, ungefähr wie in meiner Heimat der Armberg, so rund, aber kleiner rundum. Wie wenn Schippach und Rück im Tale liegen, so liegt im Tale hier Jerusalem. Dort fließt ein Fluß; hier auf dem Berg ist die Versammlung wohl von den heiligsten Personen, die damals lebten. Ich sehe allerlei Gesichter, jüngere und ältere Leute, aber alle so voller freudiger Erwartung, und doch auch so schmerzlich ist der Ausdruck ihrer Gesichter.

Wie hängen all die Blicke an dem Einen, an ihrem allesgeliebten Herrn, an meinem süßen, lieben Jesus, an dem Bräutigam meiner Seele. O wie bist Du so lieb! Noch einmal überblickt Er die ganze Menge, jedem wirft Er einen besonderen Blick zu, wie wenn Er jedem etwas Besonderes sagen wollte. Ja, keine Träne sehe ich. Es ist nicht, wie wenn jemand von uns Abschied nimmt auf Wiedersehen oder auf nie mehr Wiedersehen. Da gibt es Tränen, weil wir Menschen sind. Hier aber sehe ich keine Träne, weil sie ein überirdisches Wesen vor sich haben.

Gespannt sind all die Züge in Erwartung dessen, was jetzt kommen soll. Wohl ist der Schmerz ausgeprägt, weil Er ihnen gesagt hat, daß dieses das letzte Mal ist, daß Er jetzt auffährt zu Seinem Vater und zu ihrem Vater. Mein Jesus! O mein Jesus! Ist das ein Augenblick! Die ganze Menge kniet sich nieder, und Er breitet die Arme aus über sie und segnet sie. Er segnet Seine Kinder. Jetzt öffnet sich der Himmel und eine unabsehbare Schar kommt herab. Mein Jesus, mein Jesus! Er erhebt Sich! Ihm schauen nach Seine liebe Mutter, Seine Apostel, die frommen, heiligen Frauen, alle die Jünger, die hier zugegen sind, ja unverwandten Blickes. Alle sind sie in Entzückung; unverwandt ist ihr Blick; sie haben das Irdische vergessen. Wie haftet ihr Blick an ihrem geliebten Meister. O wenn ihr erst sehen könntet, wie der Himmel geöffnet ist, wie die Schar heiliger Engel Ihm entgegenkommt, wie der Vater und der Heilige Geist Ihn erwarten, ja, wie Sie in Vereinigung mit dem ganzen himmlischen Hof Ihn jetzt empfangen.

O welch ein Entzücken! O welche Freude! O mein geliebter Herr, o mein Jesus, o mein Jesus! Ich bete Dich an! Ich lobe und preise Dich mit allen Engeln und Heiligen, die Dich jetzt in Freude und Frohlocken umringen. Und eine Wolke zieht unter Ihm her, und der Himmel ist den Blicken der glücklichen Menge verschlossen. Starr ist ihr Auge, sie bringen es nicht mehr abwärts, o sie alle, sie alle wünschen – in allen Herzen sehe ich den einen und denselben Wunsch, daß sie mit Ihm ziehen könnten. O laß mich doch auch mitziehen!

Jesus: „Nein, du darfst heute nicht mit!“

Barbara: „Warum denn nicht?“

Jesus: „Meine Tochter! Siehe, für dich und für alle schlägt einst die Stunde, wo du auffahren wirst zu deinem und zu Meinem Vater, für dich und für alle, die mit gläubigem Herzen sich anschließen an Meine heilige katholische Kirche, die mit gläubigem Herzen die Feste mitfeiern, die in Meiner Kirche dasselbe sind, was Ich dir im besonderen bin. Siehe, alles, was Ich in dir wirke, hat nur einen Zweck, und der Zweck ist, daß Ich das Leben Meiner Kirche wieder erneuern will. So wie Ich alle Wochen an den Freitagen zu dir komme, so wie Ich all die höheren Feste auf besondere Weise zu dir komme, und ganz auffallend, so will Ich nur die Kinder der heiligen katholischen Kirche aufmerksam machen, wie sie und auf welche Art und Weise sie ihr Leben einrichten und das Leben Meiner Kirche mitleben können, damit das Erdreich Meiner Kirche wieder erneuert werde.

Nicht umsonst geschieht, was hier geschieht. Du bist ein armseliges Menschenkind wie alle anderen Menschen, aber das hält Mich nicht ab, dich zu erwählen, um viele, viele Starke zu beschämen, du unmündiges Werkzeug in Meiner Hand. Ich habe dich erwählt, weil es Meine Sitte ist und Mein Gebrauch, daß Ich das Schwache erwähle, um das Starke zu beschämen.

Wer da glaubt, es sei nicht notwendig, er glaube ja schon, was die heilige Kirche lehrt und was sie zu glauben vorstellt, der möge nur ein bißchen Umschau halten in seinem eigenen Herzen und nachschauen, wie es da aussieht mit seiner Frömmigkeit, mit seiner tiefinnigen Frömmigkeit, wie der Glaube doch nur noch ein gar so kleines Flämmchen in ihm hat, der Glaube, aus dem die Gottesliebe herauswachsen soll. Denn nur da, wo noch lebendiger Glaube ist, da ist auch noch innige Gottesliebe, und da viele abgewichen sind und Mich hinausgeworfen haben aus ihrem Herzen, tut es sehr not, einen lebendigen Glauben zu haben in sich und diesen Glauben durch gute Werke zu bestätigen.

Wie geht dies aber anders als nur dann, wenn der Christ sich wieder eng anschließt an das Leben Meiner Kirche, das heißt, an Mich Selbst, Der Ich unter euch wohne im Allerheiligsten Sakrament. So wie Ich zu euch komme und ihr mit Sehnsucht Meine Ankunft erwartet von Woche zu Woche, von einem Fest zum anderen, so soll der gläubige Christ die heiligen Feste, die heiligen Zeiten erwarten, die da immer wiederkehren, und die deswegen so angeordnet sind von Mir Selbst und von dem Heiligen Geiste, weil Wir wissen, wie schwach der arme Mensch ist, wie da die Gottesliebe so schnell wieder verloschen und der Mensch sich ganz dem Irdischen zugekehrt hat. Ja, kaum ist ein Tag verflossen, an dem er die größte Wohltat erlangt hat, so ist sie auch schon wieder vergessen. Kaum ist ein Tag verflossen, eine Woche, einige Monate, so ist die größte Wohltat, die Ich der Menschheit erweisen konnte, schon wieder vergessen.

Darum sind die Feste angeordnet, um die armen Menschenherzen immer und immer wieder an die großen Wohltaten zu erinnern, die Ich ihm erweisen wollte; daß Ich Mensch wurde, daß Ich dreiunddreißig Jahre unter diesem Menschengeschlecht wandelte, daß Ich für dieses Geschlecht am Kreuz gestorben bin, sind unendlich große Gnaden und Wohltaten für jedes einzelne Menschenherz. Wo sind aber diejenigen, die sich dieser Wohltaten noch erinnern?

Es sind nur noch die treuen, die allerbesten Kinder Meines Herzens. Und ja, es sei geklagt euch und allen, die noch an Mich glauben, und ach, wie wenig, wie wenig finde Ich auch bei diesen, bei den besten Kindern Meines Herzens noch Gegenliebe. Mit welcher Kälte und Gleichgültigkeit blickt man dem Tag entgegen, der die Menschheit wieder erinnern soll an Mich, an ein großes Werk, das Ich vollbracht auf Erden. Man denkt nur an das Irdische, wie man den Staub und Asche vermehren könne, wie man den kommenden Tag, der da Mir geweiht sein soll und geweiht ist, in Saus und Braus, in irgendeinem Vergnügen zubringen könne, und selbst diejenigen, die alles dieses nicht anstreben, die nur Mir gefallen wollen und tatsächlich Mir auch gefallen, selbst diese erinnern sich wenig und beschäftigen sich wenig mit den Geheimnissen des Tages, des Festes, das da in Meiner Kirche begangen wird.

Seht, dies soll und muß anders werden, wenn das Christentum wieder aufblühen soll in der Welt, wenn Meine Kirche wieder emporsteigen soll auf den Gipfel der Vollkommenheit; denn Meine Braut ist unvollkommen geworden, unvollkommen in ihren Gliedern. All die einzelnen Glieder Meiner mystischen Braut, Meiner heiligen Kirche, sind armselig, sind schwach geworden. Sie sollen aber stark werden, einander aufhelfen in der Liebe, in der Kraft der Liebe, und diese Kraft der Liebe finden sie an all den hohen Festtagen, an all den Tagen, die sie erinnern an Mich, an Mein Leiden oder an die Ereignisse, die mit Mir und Meiner heiligen Mutter zusammenhängen. An diesen Tagen sollen sie sich einfinden an Meinem heiligen Tisch. Da sollen sie die Kraft der Liebe wieder schöpfen, um sich aufzuraffen aus dem Alltagsleben, das da so vergänglich ist.

Ihr, Meine Kinder, die ihr das Glück habt, aus erster Quelle Meine Worte zu hören, o werdet nicht müde. Freuet euch, ja freuet euch, denn durch euch und mit euch sollen viele sich freuen, viele sollen wieder begreifen lernen, wie gut Ich bin!“

Barbara: „Mein Jesus! Ich habe Dich heute nicht erwartet, obwohl Du schon heute früh Dich zeigtest in meinem Leibe. Warum dies ist, kann ich nicht begreifen, und wie dieses nur kommt. O erkläre mir es, da doch niemand es begreift und niemand es weiß.“

Jesus: „Ja, die Seele ist die Herrin des Leibes, und wenn Ich deine Seele in Besitz nehme, dann poche Ich an deinem Leib an. Dein Herz, das der Sitz der Seele ist, vielmehr die Seele, die im Herzen sich befindet, ist dann wie liebeskrank. Weil deine Seele Mich schaut, ist sie gar beschäftigt in sich und mit Mir und kann sich so dem Herzen und dem Leibe, dem Körper nicht mitteilen.

Es gibt dann Stockungen in den verschiedenen Pulsen deines Körpers, und dieses führt das Unwohlsein herbei. Daher kommt es, daß du gefühllos wirst und ohnmächtig wirst. Die Ohnmachten rühren her von Stockungen des Blutes. Darum merke dir, wenn du spürst, magst du sein, wo du willst, daß solche Stockungen deines Blutes sich einfinden, dann halte dich nicht unnötig auf der Straße oder in der Kirche auf, weil du da mehr Störungen verursachst, als du Gutes wirken könntest; denn andere Menschen begreifen es nicht, wie geheimnisvoll, wie unsichtbar und doch sichtbar Ich in einer Seele wirke, die Ich in Besitz und Beschlag genommen.

Ihr aber, Meine Kinder, seid fest überzeugt, daß ein Gott auch Herr ist über Seine Geschöpfe, daß Er alles lenkt und leitet, wie Er will; daß Sein Geist weht, wo Er will. Und wenn es andere nicht verstehen, und sollten es die Diener Meiner Kirche sein, niemand hat Mir zu befehlen. Niemand kann sich Mir aber auch widersetzen. Mein Wille geschieht und wird geschehen, auch wenn sich alle Meine Geschöpfe widersetzen sollten.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich für Frl. N. Siehe, ihre Mutter nimmt sich Deiner Sache an. O ich bitte Dich, nimm Du Dich auch ihrer an, ihres Kindes und all ihrer Geschwister. Führe sie alle auf den rechten Weg, gib ihr den Frieden des Herzens. Ich bitte Dich recht für sie, weil Du sie so hart heimgesucht. Ich bitte Dich auch für den Mann, der sich aus lauter Gewissensbisse ums Leben brachte. Ist es möglich, daß er verloren ist, und wenn er nicht verdammt ist – denn ich weiß wohl, daß ein Selbstmörder nicht in den Himmel kommt – aber vielleicht hat er es doch noch bereut. O so bitt ich Dich, nimm ihn zu Dir, und den Herrn N. und die Armen Seelen, die auf mein Gebet warten. O würdige Dich doch, mir ein Wörtlein des Trostes zu sagen für diese unglückliche Familie.“

Jesus: „Diese Familie wäre gar nicht unglücklich, wenn sie nur erkennen wollten, wie gut Ich bin; denn dieses kurze Erdenleben, diese paar Tage, wo sich die Frau so abgrämt, wie schnell sind sie dahin. Ließ Ich ihr nicht schon sagen, wie gut Ich es mit ihr meinte, daß Ich ihr den Mann von ihrer Seite wegriß, weil Ich in ihr ein gutes Herz gefunden und sie retten will, weil Ich sie zur Vollkommenheit bestimmt habe, weil sie die ganze Ewigkeit mit Mir besitzen soll, was sie hier verloren.

Dieses Kind aber soll Satan nicht nachgeben, sonst ist sie gefangen. Sage ihr nur, Ich warne sie und habe Mitleid mit diesem unerfahrenen Wesen, weil sie sonst doch ein ganz unverdorbenes Kind ist, aber gar zu sehr verwöhnt, und weil die Mutter viel Mitschuld hat, ebenso der Vater des Kindes, darum er auch länger büßen und leiden muß und die Mutter die Schuld mitfühlen muß, daß das arme Kind nicht besser in der Jugend erzogen wurde, und ist jetzt für sie selbst ein großer Schaden, ein großer Nachteil.

Aber seid deswegen nicht allzu betrübt. Schätzt euch glücklich, daß Ich euch in Verbindung gesetzt habe mit Seelen, durch die Ich euch Meinen Willen kundtue und wo ihr alle gerettet werden sollt. Es geht einmal nicht anders. Der Kreuzweg ist der Weg zum Himmel, den Ich vorausgegangen, den Meine heilige Mutter auch gewandelt ist.

Den Kreuzweg müssen alle diejenigen gehen, die Mir nachfolgen wollen, die dereinst mit Mir herrschen und triumphieren sollen durch die ganze Ewigkeit. Darum, o ihr alle, die ihr Meine Worte hört und die Schriften leset, umfaßt das Kreuz, das Ich in eure Mitte gestellt, jeder in seiner Familie. O seid doch glücklich. Seht, wenn ihr eure Schuldigkeit getan, wenn ihr die Sünden aus eurem Herzen herausgeschafft, dann gibt es kein Kreuz mehr.

Die Sünde allein ist das Kreuz, das Ungeheuer, das drückt, das den Menschen niederbeugt. Alles andere ist kein Kreuz mehr, und ihr habt das Paradies auf dieser Welt. Die Leiden, die euch so sehr quälen, und womit Ich euch nur herbeiführe und anhalte, wie herrlich, wie herrlich sollen sie dereinst euch belohnt werden. Wie sollen die Tränen funkeln in eurer Krone, die ihr weint hier auf Erden, zu Edelsteinen sollen sie sich umwandeln.

Darum versteht es doch, warum Ich manchmal in der Familie etwas hereinbrechen lasse, wodurch die einzelnen Glieder der Familie so niedergedrückt sind, warum Ich es manchmal zulasse, daß eines das andere nicht versteht; weil ihr den Kreuzweg wandeln sollt, weil ihr durch dieses Wandeln, durch diese Tränen, die dieses Kreuz euch auspreßt, eure Krone verschönern sollt. Jede Träne ist ein Edelstein in eurer Krone. Darum ihr alle, höret doch die Stimme eures Gottes, höret doch, wie gut Ich bin. Retten will Ich euch, kommt nur herbei. Laßt euch umschlingen von dem Liebesband und zweifelt nicht mehr.

Seht nur hinein in jene Familien, ja seht doch in eure Familie, in eure Gemeinschaft, in eure Genossenschaft, wo überall ihr euch befindet, wenn die einzelnen Glieder derselben in der heiligmachenden Gnade leben, somit in Meiner Liebe leben, ob es da noch Leiden gibt? Nein, nein, da gibt es keine Leiden, denn alle Leiden, sie sind versüßt durch himmlische Freuden, die da an jedem Festtage, an jedem Kommuniontage ihnen immer und immer wieder zukommen und zuströmen. Dieses ist das Paradiesleben hier auf Erden. So wie Ich dereinst mit den ersten Menschen verkehrte, so will Ich mit jedem verkehren, der Mir treu dient, aber nicht so persönlich und nicht fühlbar, aber doch unsichtbar durch seinen Glauben.

Siehe, was der erste Mensch an Mir hatte, weil er Mich in sichtbarer Gestalt sah und mit Mir redete und umging wie ein Kind mit seinem Vater, das will Ich jedem gläubigen Christen sein in seinem lebendigen Glauben. Durch lebendigen Glauben, durch kindliches Vertrauen, durch innige Liebe, will Ich dem Menschen das Paradies auf Erden sein in seinem heiligen katholischen Glauben.

Darum, Meine Kinder, seid zufrieden, dann seid ihr glücklich hier auf Erden, wenn ihr auch alles das nicht durchschauen könnt, was Ich euch zuschicke; dem einen habe Ich Armut zugedacht, dem anderen Krankheit, dem dritten ungeratene Kinder oder Verwandte, Brüder oder Schwestern, alles das empfiehl du Meinem Herzen und sei zufrieden. Weißt du, daß Mein Auge dich sieht, und daß von Tag zu Tag Meine Stimme dir zuruft, harre aus, Mein Lieber, Meine Liebe, nur noch eine kurze Zeit und du wirst mit Mir erhoben werden. So wie Ich heute aufgefahren bin zu Meinem Vater und zu deinem Vater, so wirst du, so gewiß Ich heute in den Himmel aufgenommen wurde, so gewiß wirst auch du eingehen in Meine Herrlichkeit.“

Barbara: „Mein Jesus! Hilf doch auch Frl. N. in ihren Nöten und Sorgen, weil sie doch schon gar so viel ausgestanden, und verleihe ihr doch die Gnade, sich enger an Dich anzuschließen.“

Jesus: „Gar nicht notwendig, daß sie sich Sorgen macht. Diese Jungfrau könnte Mir dienen in der Einfalt ihres Herzens, in Liebe und Treue, wie so viele andere, die unbekümmert Mir dienen. Gar viele gibt es in der Welt, die Ich in die Verhältnisse nicht gesetzt wie sie. Sie hat schon vieles durchgemacht, deswegen halte Ich sie in Meiner Hand, aber sie hängt gar zu viel mit tausend Fäden an diesem irdischen, vergänglichen Staub. Möge sie einmal ablegen diese Ängstlichkeit und Kleinlichkeit, und Ich will ihr alles sein.“

Barbara: „O Herr! Erleuchte doch N., daß sie erkenne, ob diese schriftlichen Arbeiten zu Deiner Ehre gereichen, damit sie nicht trotz ihrem guten Willen die Zeit verliere.“

Jesus: „Alles, was die Mädchen und die Kinder nicht in der Liebe Gottes befördert, gefällt Mir nicht, wenn es auch scheint, als sei es notwendig für die Zeitverhältnisse. Aber allzu Großes, zu viel Wissenschaft, zu viel unnützes Tun und Treiben zieht den Menschen ab von Mir und Meiner Liebe. Darum gehet hin und verkündet allen, wie gut Ich bin, und verkündet allen den Frieden, den Frieden des Herzens. Sie alle sind es, sie sollen den Frieden besitzen, alle, die sich euch anschließen, alle, die dasselbe anstreben wie ihr. O grüßet Mir alle recht herzlich und alle eure Verwandten und Bekannten.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich grüße Dich noch einmal durch das Herz Deiner jungfräulichen Mutter und bitte Dich um Gnade und Barmherzigkeit für alle, die sich an uns anschließen. O stehe ihnen bei in allen Trübsalen, Verhältnissen und Kümmernissen. O gib den Familien, Vätern und Müttern, Segen in der Erziehung ihrer Kinder. Laß nicht zu, daß eines der Kinder verlorengehe von all denen, welche die Schriften lesen. Gib, daß sie in der Liebe gefördert werden, und laß nicht zu, daß eines ihrer Kinder auf Abwege kommt und dem Unglauben anheimfällt.

O ich bitte Dich für all meine Verwandten, daß sie den Glauben nicht verlieren, für die Geschwister meiner Schwäger und Schwägerinnen, weil sie doch alle nicht recht glauben. O erschließe doch auch ihnen das Geheimnis, wie gut Du bist, und laß sie teilnehmen an den großen Gnaden, die Du ausgießest über unser Haus. Laß nicht zu, daß der Glaube je wanke bei uns und denen, welche die Schriften lesen. O befördere doch fort und fort durch ein liebes Wörtchen immer wieder die Herzen derjenigen, die sich mit uns vereinigen, so daß das kleine Samenkörnlein aufwachse zu einem großen Baum, unter dessen Schatten sich viele flüchten und Früchte suchen, ich meine unter dem Gebete, daß alle sich an all den Festtagen anschließen und erinnern, wie gut Du bist und mit uns warst. Ich bitte Dich auch für all die Priester in den Diözesen N. und N. O laß nicht zu, daß Kinder von ihnen auf Abwege kommen, und diejenigen, die den Glauben verloren haben, daß sie zurückkehren, und für die armen Ungläubigen; ganz besonders für die, die mir schon weh getan. Ich bitte Dich auch für meine Vorgesetzten, den H.H. Bischof, Beichtvater und alle, die mir je genutzt haben zum Heile meiner Seele.

Alle Menschen empfehle ich Deinem süßesten Herzen und bitte Dich, zu dem Himmelfahrtstag mir doch eine Bitte zu gewähren, daß alle, die sich an mich wenden, daß ich für sie bitte, Du doch ihre Bitten gewähren mögest, wenigstens dann, wenn es dem Heile ihrer Seele nicht hinderlich ist und sie zu Deiner Ehre gereichen. Gib den Armen Seelen, die mir empfohlen wurden, die ewige Ruhe. O ihr heiligen Schutzengel, helft mir doch bitten, o vereinigt euch mit uns. O schenke uns N.N.

Ewiger Vater! Ich opfere Dir auf das kostbare Blut Jesu Christi, die unendlichen Verdienste Seines Leidens und Sterbens und alle guten Werke, die Dir je dargebracht wurden, zur Genugtuung für alle diejenigen, die unserem Gebet empfohlen sind.

Liebe Mutter! All die Andachten, die guten Werke, Entschlüsse, die zu Deiner Ehre dargebracht wurden, opfere ich Dir auf und bitte Dich, Du möchtest um dieser willen Deinen Sohn bitten für die Armen Seelen. O ich möchte die ganze Welt umfassen, all die armen Menschen, die je gelebt, jetzt leben und noch leben werden; keiner soll ausgeschlossen sein von meinem Gebet, und weil Du so unendlich gut bist, mit uns zu verkehren, so habe ich Vertrauen, daß Du mir meine Bitte nicht abschlagen wirst. N.N.N., ich sehe sie. Schenke uns Schwester V. und N. und N. Da sind sie. Schenke uns auch alle die Seelen, die Du uns früher abgeschlagen, die wir jetzt vergessen, alle, für die wir gebetet haben.“

Jesus: „Ihr sollt sie haben! Seht, wie gut Ich bin!“

Barbara: „Und es kommt eine Prozession daher. Gib uns auch den Pfarrer N.“

Jesus: „Um Meiner Mutter willen, im Monat Mai und Oktober, da muß Ich freigebiger sein, weil Ich Meiner Mutter viel Dank schulde und Ihr alle Ehre erweisen möchte. Darum will Ich die Menschenkinder immer mehr daran erinnern, wie gut Ich bin, um Ihretwillen seien sie euch alle, alle geschenkt, ausgenommen Seelen, die im Leben Mich von sich gestoßen, die nicht oder nur wenig Meiner gedachten. Diese habe auch Ich jetzt vergessen. Diese müssen bezahlen ihre Schuld, wenn sie auch im letzten Augenblick noch zu Mir zurückkehrten, aber ihre Strafen müssen sie erst abbüßen, und das Gebet und die guten Werke und Opfer, die ihre Verwandten ihnen nachschicken, die schenke Ich, denen Ich sie geben will. Denn Ich bin ein gerechter Gott, und dort herrscht Meine Gerechtigkeit über Meine Barmherzigkeit.

Merkt es euch, ihr Menschenkinder! Hier aber herrscht Meine Barmherzigkeit über die Gerechtigkeit! Darum freuet euch, ihr Christen, die ihr Meine Barmherzigkeit benutzt hier auf Erden, die ihr euch flüchtet unter Meine Barmherzigkeit, unter Meine barmherzigen Arme, die ihr einseht, daß ihr arme Geschöpfe seid, aber deswegen doch mit Vertrauen auf Mich wartet, ihr werdet nicht vergebens hoffen.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

238 Dritter Freitag im Mai 1898

„Auch wenn es euch scheint, als könne dieses nicht von der gütigen und allweisen Schöpfungshand herrühren, ist es doch von Ihr.“

Lied: Gegrüßet seist du ...

Barbara: „Ich danke Dir, o liebe Mutter, o meine Königin, und danke Deiner himmlischen Begleitung. Wer sind sie denn, die mit Dir kommen? Ja, ich danke euch! Es sind meine lieben auserwählten Patrone, die heiligen Barbara, Elisabeth, Agnes und Katharina; meine lieben Schwestern, und auch du, mein lieber heiliger Schutzengel.

O ich grüße euch alle durch das allersüßeste Herz Jesu Christi und danke euch für die unendliche Liebe, Güte und Herablassung. O vereinigt euch mit uns, die wir den Herrn loben, Der gestern Seine Himmelfahrt gefeiert, damit wir dereinst mit euch vereinigt im Himmel Ihn loben und preisen durch die ganze Ewigkeit. Gelobt sei Jesus Christus.“

Maria: „Meine lieben Kinder! Laßt es euch nicht gereuen, einige Stunden Mir zu schenken und Meinem lieben Sohn. Seht, so saß Ich mit Meinen heiligen Freundinnen, mit Lazarus, Martha und Magdalena, mit den anderen Verwandten, mit Meinen lieben, heiligen Verwandten, gar manche Stunden in stiller Einsamkeit, im häuslichen Familienkreis und wartete, bis Mein Sohn wieder zurückkomme von irgendeiner Reise oder von irgendeiner Belehrung, die Er Seinem Volk gegeben hatte. Meistenteils waren wir dabei, schlossen uns der Menge an, ja drängten uns, recht nah bei Ihm zu sein, um alle die süßen, lieben Worte zu hören aus Seinem honigfließenden Mund.

Da war hinweg die Zweifelsucht, der Kleinmut, der Unglaube. Da wußten wir, daß Derjenige, Der da spricht, der Sohn Gottes sei, der Sohn des himmlischen Vaters, des Ewigen Vaters. Da wußten wir, daß Er gekommen ist, um alle Menschen zu retten und glücklich und selig zu machen. Da waren aber auch hinweg von unseren Herzen alle Gedanken an irdische Dinge, losgelöst war das Herz, befreit von allem törichten Weltsinn.

Seht, Meine lieben Kinder, ihr sollt Meine Stellvertreterinnen sein, wie Ich und Mein Sohn euch schon oft gesagt haben. Es gibt so viele Menschen in der Welt, die an allem möglichen arbeiten; arbeiten an der geistigen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft; an der körperlichen Entwicklung und an der geistigen, um dem Menschen dieses Dasein zu erleichtern, und um es glücklich zu machen, wie sie alle vorgeben.

Es arbeiten so viele, viele Menschen, ja die meisten, um sich ihr Brot zu verdienen, um Geld zu verdienen, um dann wieder genießen zu können. Es gibt auch Seelen, die im rechten Sinn arbeiten, weil Gott es so von ihnen verlangt, und das sollt auch ihr tun. Aber die Stunde, die der Herr Sich erwählte, in der Er die Menschheit belehren will, soll euch die wichtigste Aufgabe eures Lebens sein.

Hinweg mit all der Menschenfurcht, der Kleinmütigkeit, den Zweifeln, hinweg mit dem Hang an irdischen Dingen. Da sollt ihr, wie Ich und Meine heiligen Freundinnen, wie die Apostel und Jünger des Herrn Seinen heiligen, beglückenden Worten lauschen.

Meine Kinder! Ich will euch heute auffordern, euch recht mit Mir zu vereinigen. Deswegen habe Ich euch dieses zum Vorspruch und zur Einleitung gegeben, wie Ich tat in Meinem sterblichen Leben. Es ist eine gar schlimme Zeit, und der Mensch, der auch noch ein bißchen nachdenkt, steht zitternd und voll banger Erwartung vor den Tagen der Zukunft, und mit Recht. Aber, Meine lieben Kinder, obwohl Ich euch sagen muß, daß es viel Jammern und Klagen geben wird in diesem und in den folgenden Jahren, so laßt euch doch die heilige Freude nicht nehmen, betet viel und unterstützt Meine Fürbitte, vereinigt euch Tag um Tag, um das Herz Gottes zu besänftigen, den Zorn Gottes, den die Sünder heraufbeschworen.

Aber seid unbekümmert um alle die Dinge, die da kommen werden, die da hereinbrechen über das Menschengeschlecht. Wißt, daß es so kommen muß, und daß anders das arme Menschengeschlecht nicht kann gerettet und zurückgeführt werden. Es werden freilich harte Tage kommen, die auch ihr nicht ohne Mitgefühl vorübergehen seht, auch ihr müßt sie fühlen, aber da ihr doch den Trost habt, daß es so der Wille Gottes ist, und daß es nur Seine liebende Vaterhand ist, die den Menschen züchtigt, so könnt ihr auch, unbekümmert um all das Traurige und Bittere, das ihr erfahren werdet, doch heiter und zufrieden dahingehen.

Seht, als Ich einmal wußte, welch hohes Ziel, welch hohe Aufgabe der Herr Mir zugedacht hatte, da war es auch festgestellt in Meinem Innern, daß Ich in allem Mich Seinen heiligen Fügungen unterwerfen werde und unterwerfen müsse. Obwohl Ich ohne Makel der Erbsünde empfangen und geboren wurde, und darum von Unruhe und Ängstlichkeit bei Mir keine Rede war, weil die Unruhe und Ängstlichkeit doch nur Strafe der Sünde ist, und als der Herr Mir einen Engel schickte, um Mir die Botschaft zu bringen, daß Ich Mutter Gottes werden sollte, war dieses alles sehr gewinnend und überzeugend für Mich.

Doch stand vor Mir ein langes Leben voller Mühen und Arbeiten, und die Tröstungen, die Mir zuteil geworden waren, hatten auch nicht immer Nachklang in Meinem Herzen. Oft war Mein Herz so betrübt, so traurig, wenn Ich daran dachte, daß dieser Mein Sohn doch gar nicht erkannt und geliebt werde von den Menschen, da Er doch den Himmel verließ und aus Liebe zu ihnen Mensch wurde, und erst dann, wenn Ich bedachte, welchen Todes dieser Gottmensch sterben werde, dieser Mein Sohn, Mein innigstgeliebter Sohn, da hatte Ich manche traurige, bittere Stunde und Mein Herz war oft tief betrübt, aber trotzdem übergab Ich Meinen Willen dem heiligen Willen Gottes und ließ Mir nie die innere Herzensfreude und den Herzensfrieden stören, nie in Meinem Leben. Wenn wir dann zusammenkamen, als Ich einmal Meinen Sohn nicht mehr unter Aufsicht hatte, als Er ins öffentliche Leben

hinausgetreten war, um jetzt zu den Menschen Selbst zu reden, da war Meine liebste Beschäftigung, Meine Freundinnen aufzusuchen, um mit ihnen über den Beruf Meines lieben Sohnes zu reden. Wir freuten uns, wenn Er heute Erfolg hatte, wir trauerten mit Ihm, wenn wir sahen, daß Er halsstarrige Köpfe vor Sich hatte, wo alle die Worte umsonst verklangen.

So sollt ihr tun. Fest stehen in all den Stürmen, die da kommen, die Worte, die der Herr spricht an Sein Volk, gut aufnehmen und an andere gelangen lassen, soviel in euren Kräften steht. Dann aber, ja dann dürft ihr euch freuen, das dürft ihr schon, wenn sie gut aufgenommen werden, wenn recht viele sich euch anschließen. Je mehr sich anschließen, je mehr der Gefahr ins Auge blicken, die da jedes Menschenherz bedroht in jetziger Zeit, und sich so vorbereiten, umso mehr können auch dem Sturm widerstehen, denn viele, viele Menschen werden in kommender Zeit von dem Sturm entblättert und zu Boden geworfen werden.

Wenn es aber nicht gut aufgenommen wird, ja, wenn es viele gibt, die spötteln und lachen, weil sie das, was der Herr an sie richtet und durch euch ihnen verkünden ließ, nicht sogleich in Erfüllung gehen sehen, laßt euch dann die heilige Freude nicht nehmen und unterhaltet ihr euch froh und freudig miteinander und nehmet hin die beständige Abwechslung, die euer Leben ja so sehr versüßt, und die euch sehr trösten muß: die beständige Abwechslung zwischen den lieblichen Unterhaltungen Meines Sohnes und den höheren Festen, die da die Kirche euch immer wieder vorführt. Seid ihr ja doch treue Kinder dieser Kirche und habt Muße, euch zu freuen mit ihr.

Wißt, daß Mein Sohn sehr zufrieden ist mit euch und mit allen, die so leben, wie ihr lebt, die unbekümmert über das Toben und Treiben der Welt dahingehen, einzig und allein ihr höchstes und letztes Ziel im Auge haben, die suchen, ihren Beruf auszuführen und auch andere herbeizubringen, herbeizuführen, damit auch sie ihr letztes Ziel und Ende erkennen mögen. Seid nicht ängstlich, als ob ihr zu wenig tut.

Seht, der Mensch besteht aus Leib und Seele. Der Leib hat auch seine Bedürfnisse, und wenn er nicht übermäßig gehegt und gepflegt wird, braucht der Mensch sich nicht zu kümmern, als ob der Herr ihm sein Leben und Wohlergehen nicht vergönne. Nein, nein! Der Herr hat Seine Gaben ausgestreut, Sein Manna! Jeden Tag streut Er es aus unter Seine Kinder, damit sie es einmal einsammeln und genießen.

Genießt die Gaben, die Gott euch geschenkt, denn so tat auch Ich und Meine heilige Familie. Mein lieber Sohn Selbst tat so und alle Menschen, an welche die Worte gelangen, können sich ja nun trösten und aufmuntern, wenn sie hören und sehen, wie gut der Herr ist, daß Er jedem das Seinige, schon hier in diesem Leben, gönne, wenn er nur dabei sein ewiges Ziel nicht vergißt. Nur vergeßt eure armen Mitbrüder nicht, und das tut ihr ja alle. Glücklich die Seele, die sich bemüht und bestrebt ist, Mir nachzufolgen auf dem schmalen Weg, der zum Himmel führt.

Seid aber auch nicht zu kleinlich, als ob ihr doch nicht genug tätet, als ob der Herr unzufrieden sei mit jedem von euch. Nein, nein, der Familienvater und die Familienmutter hat zu sorgen für ihre Angehörigen, und es genügt, wenn sie nur ihr tägliches Kreuz Ihm nachträgt. Es genügt, wenn sie nicht unzufrieden ist, wenn ein Schicksalsschlag über sie kommt. Schicksalsschläge, sage Ich euch, gibt es nicht; die Welt bezeichnet dies nur so.

Das Schicksal hat der Herr in Seiner Hand. Seine weise Hand ist es, die euch züchtigt und schlägt. An euch liegt es nur, daß ihr es gut aufnehmt. Auch wenn es euch scheint, als sei es noch so verkehrt, als könne dieses nicht von der gütigen und allweisen Schöpfungshand herrühren, ist es doch von Ihr. Rätselhaft muß es euch sein und wird es euch sein, sonst hättet ihr ja kein Verdienst davon. Rätselhaft war auch Mein Leben. Auch Mir verbarg Sich der Herr in gar vielen Stücken, und es war nur an Mir gelegen, daß Ich so ohne allen Schaden davon kam; denn Ich nahm alles auf von dieser allgütigen Vaterhand Gottes, und kein Schicksal schlug Mich nieder, kein Kreuz, selbst das Meines Sohnes brachte Mich nicht außer Fassung.

So, Meine Kinder, mußte Ich durchs Leben gehen und vielen ein Beispiel werden, besonders jenen Seelen, die gläubigen Herzens sind. Ihr sollt ihnen voranleuchten durch euren Glauben. Obwohl es scheint, als sei alles Torheit und Narrheit, wie es euch schon gesagt wurde, müßt ihr glauben. Obwohl es scheint, als sei alles umsonst, all die Leiden und Trübsale, die ihr deswegen auf euch genommen, besonders du, Mein Kind, das du jetzt so herausgerissen bist aus deinem Versteck.

Und da viele Menschen sich an dich anklammern, besonders die Armen, mußt du die Fassung nicht verlieren. Sie alle wollen ein liebes Wörtchen hören, sie wollen aufgerichtet sein, das bedrängte Herz; viele auch verstehen nicht, den Kreuzweg zu wandeln und gehen einen verkehrten Weg und suchen, sich diesen Weg zu erleichtern durch allerlei Schwenkungen. Diese letzten wirst du alsbald erraten und durchschauen können, im ganzen aber nie den Mut und die Fassung verlieren.

Seht, so war es, als Mein lieber Sohn eingegangen war in Seine Herrlichkeit und Mich noch zurückließ auf dieser armseligen Erde, da kamen gar viele und schlossen sich an Mich an, aber meistens nur die armen Jungfrauen. Niemals hatte die Welt Jungfrauen gesehen, aber von dem Tage an, wo Ich unter dem Kreuz die Mutter aller Menschen geworden bin, da war Ich ganz besonders die Mutter der jungfräulichen Seelen.

Viele schlossen sich Mir an und führten ein Leben, wie Ich es geführt. Darum hatte Ich dann auch wenig Ruhe. Tag und Nacht war Ich umringt von den Aposteln des Herrn, die sich Rat bei Mir holten, oder von den Armen, die in ihrer Bedrängnis ein liebes Wörtchen hören mochten. Freut euch, Meine Kinder, daß ihr gewürdigt seid, so hohe Vorbilder nachahmen zu dürfen. Nicht umsonst hat Mein Sohn und Ich euch längst zuvor darauf aufmerksam gemacht, daß die Priester das gläubige Volk recht aufmuntern und auffordern sollen im Maimonat, sich an Mich anzuschließen.

Seht, Ich wußte die Gefahr und wußte, was das arme Volk alles zu erwarten habe. Wüßten doch die Menschen, wie Mein Mutterherz jammert, wenn Ich die Menschen so bedrängt sehe. Vor einem halben Jahrhundert bereits habe Ich Mich armen, unmündigen Kindern mitgeteilt und ihnen nicht nur die großen Ereignisse gesagt, die da kommen sollen über die Menschheit; Ich habe sogar mit ihnen gejammert und ihnen gesagt, daß das Brot mangeln werde, daß die Armen viel Hunger ausstehen müßten, aber alles dieses sei eine Strafe für die Gleichgültigkeit der Menschen, und Mein Mutterherz ist nicht stumpfer geworden. Es ist noch dasselbe milde, süße Mutterherz, das mit Seinen Kindern das größte Mitleid hat.“

Barbara: „O Mutter, Du weinst ja. Warum weinst Du denn, o liebe Mutter?“ Barbara weint mit der lieben Mutter Gottes.

Maria: „Ja, es jammern Mich Meine Kinder, besonders die Kinder, die trotz ihrer Armut und ihres Elendes auf Erden noch ewig, ewig sollen verlorengehen. Sieh, es ist so, die Menschheit muß gezüchtigt werden. Das Kind, das einmal den Zorn seines Vaters heraufbeschworen, es muß gezüchtigt werden. Es muß, obwohl der Vater ihm schon wiederholt verziehen hat, doch erst seine Strafe fühlen lassen, damit es einsieht, daß es einen Vater vor sich hat, der Recht hat über dieses Kind. So ist es jetzt.

Seht, Meine lieben Kinder, die Welt hat den Zorn Gottes des Vaters heraufbeschworen, er droht loszubrechen, obwohl der Vater um des Gebetes, um der Tränen Seiner treuen Kinder willen längst schon wieder verziehen hätte dieser gottlosen Welt. Um aber die ungeratenen Kinder fühlen zu lassen, daß Er der Herr ist, daß Er der gerechte Gott ist, aber auch der liebende Vater, Der das Recht hat, Sein Kind zu züchtigen, darf Er Sich diesen Respekt nicht herausreißen lassen. Er muß Gebrauch machen von Seiner Vaterwürde. Aber seht, ihr Menschenkinder, die liebende Sprache einer Mutter!

Seht aber auch die Liebe eines Gottes! Nicht um euch zu verderben, will Er euch züchtigen. Seht hinein in die schönen Tage des Maimonats, wo ihr so viel aufgefordert worden seid, zu beten, die Maialtärchen in Ehren zu halten. Seht, wie dieser Maimonat verfließt und verläuft, wo Tag für Tag eine Strafrute geschwungen wird, und es droht dem armen Menschengeschlecht eine harte, harte Zeit, wenn es sich nicht eingesteht, daß es gefehlt; wenn es nicht zurückkehrt zu seinem Gott und mit euch und mit allen frommen Christen vereint das Herz Gottes beschworen wird, wird es schlimm ergehen am Ausgang dieses Jahres. Aber, Meine Kinder, tröstet euch mit dem Gedanken, daß Ich alles euch voraussage, damit ihr nicht unvorbereitet überfallen werdet, damit ihr nicht kleinmütig sein möchtet. Freuet euch vielmehr über die Liebe eines Gottes.

Denn nur kurz sind noch die Tage, noch wenige Jahre habt ihr zu wandern, zu kämpfen und zu streiten, und im Dunkeln und Rätselhaften zu wandeln; denn auf einmal fällt der Schleier, und es wird heller Mittag, wo ihr alles durchschauen könnt, was euch jetzt dunkel bleibt. Grüßt Mir alle die Kinder, die Töchter und Söhne Meines liebenden Mutterherzens, besonders die Priester, die sich im Geist oder in Wirklichkeit euch anschließen, besonders jene, die recht tiefgläubigen Herzens sind.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

239 Vierter Freitag im Mai 1898

„Denn diese, die ja Mich als ihre Mutter verworfen haben, können auch nicht Anteil haben an Mir und Meinem lieben Sohn.“

Lied: Hochpreiset meine Seele ...

Barbara: „Ich danke Dir, o hehre, hohe Himmelskönigin, o meine süßeste Mutter, für das unaussprechliche Glück, daß Du zu uns herabsteigst. Ich danke Dir, o liebe Mutter, für jedes Wort, das aus Deinem honigsüßen Mund entströmt. O drücke doch ein jedes Wort in mein Herz, in mein armseliges Gemüt, die Gefühle, die Dich beseelten, als Du mit den Aposteln beisammen weiltest und die Novene hieltest zur Vorbereitung auf das heilige Pfingstfest. Ich bitte Dich, flöße meinem Herzen die Ehrfurcht ein, die Du hattest in Vereinigung mit Deinen Aposteln gegen Deinen lieben Sohn und ebenso auch gegen die Apostel, welche die Vertreter Deines liebsten Sohnes sein und von jetzt an werden sollen.

O erwecke und befördere in uns die Liebe zur heiligen katholischen Kirche, zu Deinem allerliebsten Sohn, damit wir so wie Du, wenn auch nicht in dem Maße wie Du – denn Du bist die allerreinste und heiligste Jungfrau und Gottesgebärerin –, aber soviel es einem armseligen Menschen hier auf Erden möglich ist, emporsteigen zur höchsten Stufe der Vollkommenheit. O wie war ich so armselig, gerade in einer solchen Gebetswoche, wo ich mir recht Mühe hätte geben sollen, war ich so armselig. O ersetze Du, was mir abgeht an meiner Vorbereitung auf das heilige Pfingstfest. Ich empfehle Dir auch meine beiden Freundinnen N.N., alle, die es gut mit uns meinen, daß Du auch ihre Fehler und Armseligkeiten ersetzen mögest und ihnen eine rechte Pfingstfreude erflehest.

Gegrüßet seist Du, Maria...“

Maria: „Meine Kinder! Wie freue Ich Mich mit euch an dem hochheiligen Pfingstfest, daß ihr die Apostel sein sollt, in deren Mitte Ich weilen will, die Ich belehren will und ermuntern. Wie Ich damals vor neunzehnhundert Jahren das Zentrum war unter den neu aufblühenden, christlichen Gemeinden, so will Ich das Zentrum sein in eurer Mitte und in der Mitte aller derer, die an Meinen Sohn und an Mich glauben. Ganz besonders will Ich sein das Zentrum und die Freude aller derjenigen, die wissen, daß Ich mit euch verkehre, und daß Mein Sohn das Glaubensleben – durch euch und alle, die daran teilnehmen, und diejenigen, denen es vergönnt ist, und die Mein Sohn Sich auserwählte, um Sein Volk zu leiten und zu regieren – zurückführen möchte zu einem recht einfachen, kindlichen Glauben.

Möchten sie doch bedenken und Umschau halten in der Welt, in der Herde Jesu Christi. Ich will nicht sagen und gar nicht erinnern an die Gottlosigkeiten, die überall unter den anderen, die nicht Katholiken sind, vorkommen; denn diese, die ja Mich als ihre Mutter verworfen haben, können auch nicht Anteil haben an Mir und Meinem lieben Sohn. Sie sind nicht zuzurechnen den Kindern der katholischen Kirche, also auch nicht berechtigt, teilzunehmen an den Gnaden und Segnungen dieser Kirche.

Sie, die draußen stehen, können zwar selig werden, wenn sie recht handeln, aber nicht in dem Grade wie ihr, das auserwählte Volk. Aber da sie keinen Vermittler haben, keine Vermittlerin, und da sie keinen Fürsprecher haben am Throne Gottes, weil sie nicht in der Gemeinschaft der Heiligen stehen, sind sie sich selbst überlassen und unaussprechlich unglücklich. Wie haben sie zu kämpfen und zu streiten, bis sie das Ziel erreichen, zu dem alle Menschen berufen sind. Glücklich, tausendmal glücklicher darum die Seele, die im Geist katholisch ist, die den katholischen Glauben in sich trägt; denn diese sind es, die dann zum Glauben gelangen, die Ich herbeiführe zur Herde Jesu Christi.

Aber Ich will heute sprechen zu den Christen, die alle stehen unter einem gemeinsamen Oberhaupt, dem römischen Papst, und die unter der Leitung eines Oberhirten stehen, eines Bischofs, und unter der Leitung von Priestern. Möchten doch die Bischöfe und Priester sich umschauen in der Welt, unter der Herde Jesu Christi, wie der Glaube abnimmt, wie da die Herde zerstiebt ist, wie alles abhanden gekommen ist, was an Religion und an Sittlichkeit anknüpft und erinnert, wie der Weltgeist alles hinwegschwemmt, was an ein ewiges Ziel und Ende erinnern könnte.

Wo ist nun da zu helfen, wo ist da die Rettung der Seele möglich, anders möglich, als daß die Kinder der katholischen Kirche wieder zurückkehren zum heiligen Glauben, zu einem kindlichen, demütigen Glauben. Wenn das Volk Gottes abgewichen war vom rechten Weg, sandte der Herr einen auserwählten Mann unter Sein Volk, der ihm die Strafgerichte Gottes vorhalten mußte. Und es wurde ihm geglaubt. Die Völker, obwohl sie spotteten und diejenigen steinigten, die der Herr zu ihnen schickte, die Bessergesinnten glaubten dennoch und wandten sich zur Buße, und die Strafgerichte, wenn sie auch hereinbrachen, sie wurden doch abgekürzt und das Volk Gottes ging siegreich wieder aus all dem hervor, aus den Armseligkeiten, in die es sich verwickelt hatte.

Und nun, da Mein Sohn erschienen war auf Erden, da Er den letzten Tropfen Herzblutes dahingegeben hatte für dieses Geschlecht, und dennoch die Christen, die jetzt das auserwählte Volk bilden auf Erden, auf solche Abwege geraten, daß sie dem Heidentum ähnlich werden, sollte es Ihm nicht erlaubt sein, und sollte Ihm weniger an der unsterblichen Seele gelegen sein als im Alten Bund? Im Gegenteil, um so teurer ist Ihm das Menschengeschlecht, weil Sein Herzblut und Seine Tränen an ihm kleben.

Sollte nun Ich, Seine heilige Mutter, Die, wie Sie im Leben alles, Seine Züge, Seine Gesinnungen, Seine Gedanken studiert hatte, Die alles aus Seinem Herzen herausgelesen und bei Sich erwogen hatte, um Ihm ja möglichst viel beistehen zu können und zu unterstützen in Seinen Plänen, sollte dies anders geworden sein, da Sie nun wieder mit Ihm vereinigt, aber nicht in diesem leidensfähigen Leben, sondern in der Unsterblichkeit im Himmel mit Ihm herrscht und um so mehr erkennt den Wert einer unsterblichen Seele? Sollte Mir das Mittleramt nicht mehr zustehen? War Ich ja die Vermittlerin aller Gnaden schon bei Lebzeiten Meines lieben Sohnes.

Sage darum dem Bischof von Mainz und allen, die es wissen wollen, daß Mein Sohn Sich sehr freue an der Tätigkeit, die sie entfalten, und sage ihm Meinen Dank, daß er eines der besten seiner Kinder so behandelt habe, wie es sich für einen Bischof gezieme, der ja doch gesetzt ist, die Herde auf gute Weide zu führen, das Gute zu befördern, und nur da entgegenzutreten, wo Gefahr für die unsterbliche Seele vorhanden ist. Sage ihm Meinen Dank, und daß er recht handle. Er möge nur fortfahren, so zu tun, klug zu sein, die Klugheit vorauszuschicken.

Er möge aber nicht zulassen, daß die Sache vernichtet werde, der Glanz vermindert werde in der Umgebung, unter anderen. Er möge vielmehr darauf hinarbeiten, daß alle seinesgleichen, alle, die der Herr gesetzt hat zur Leitung der Seelen, zu einem recht kindlichen Glauben zurückkehren, und alle die Priester, die jungen Priester, die herangebildet werden, und die Priester seiner Diözese zum kindlichen, einfachen Glauben zurückführen, in ihren Predigten keine geschwollenen Worte gebrauchen, nur die Schönheiten der heiligen katholischen Kirche und die Freude und die Ehre aller derjenigen, die gekämpft und eingestanden sind für ihren Glauben, recht preisen, um so das gläubige Volk, das da noch hängt an Meinem lieben Sohn, zu bestärken in ihren guten Vorsätzen und ihrem guten Willen.

Wißt, daß das gläubige Volk auf euch schaut und hört auf jedes Wort, das ihr vorbringt auf der Kanzel, daß es ein scharfes Ohr hat für eure Worte. Wenn nur das geringste, leichtfertige Wort dabei herauskommt, der leiseste Spott gegen fromme Gebräuche und fromme Sitten einiger, dann merkt es das gläubige Volk und nimmt daran Anstoß, weil jede Seele diese Worte auf sich bezieht und dabei denkt: Ja, dieser meint es nicht so gut mit der Frömmigkeit, also muß nicht viel dahinterstecken, und der Glaube, anstatt zuzunehmen, nimmt ab auch in den besten Kindern der katholischen Kirche.

Darum auf, Meine Söhne, auf ihr Priester der katholischen Kirche, Hand in Hand legt Zeugnis ab für die Einheit der Lehre Jesu Christi, für die Einheit des Wunderglaubens, daß Wunder der Herr wirkt auch im neunzehnten Jahrhundert, Wunder der Gnade und Liebe, daß es dem Herrn möglich ist, ja ein leichtes ist, aus einem Saulus einen Paulus zu bilden, eine gottlose Welt, die da ins Heidentum zurückgesunken, in ein blühendes Christentum umzugestalten.

Ja, ja, ihr Meine Diener, ihr seid diejenigen, die der Herr gestellt an den Wendepunkt. So wie das achtzehnte Jahrhundert abgelaufen in Gottlosigkeit und Unglauben, so soll das neunzehnte Jahrhundert beginnen mit einem neuen Aufschwung von Liebe und Ergebung zur heiligen katholischen Kirche. Einen Glanz soll sie verbreiten über die ganze sichtbare Schöpfung, daß die Feinde, die draußen jetzt euch gegenüberstehen, spottend und lachend, dann zähneknirschend, staunend und stutzig euch gegenüberstehen und ohnmächtig in sich zusammenbrechen. Dies könnt ihr aber nur dann, wenn ihr selbst in euch recht befestigt einen demütigen, einfältigen, kindlichen Glauben.“ Babara: „Meine liebe Mutter! Es ist doch Pfingstfest, und ich habe mich das ganze Jahr schon gefreut auf die heiligen Pfingsten. Es ist mir dies das größte Freudenfest im ganzen Kirchenjahr, und doch habe ich jetzt die letzten Tage gar keine Freude. O erflehe sie mir doch, die heilige Freude!“

Maria: „Meine Tochter! Du mußt aber wissen, daß du gesetzt bist, um Meinen Sohn zu unterstützen, du und deine zwei Freundinnen und alle, die sich mit euch vereinigen, daß ihr auch anderen nutzen sollt. Wenn ihr nur einzig und allein euch freuen könntet, wo blieb dann euer Verdienst? Darum muß eure Freude immer gemischt sein mit Bitterkeit, damit ihr auch anderen nützen könnt. Denn das ist euer Verdienst: Leiden erdulden und doch dabei festhalten an dem, was ihr anstrebt, weil ihr vielen voranleuchten sollt, die sich noch an euch anschließen, und die sich schon an euch angeschlossen haben.

Seht, ihr steht ja in der Welt, und der Herr hat nicht umsonst euch aus der Welt herausgezogen und wieder mitten in die Welt gestellt, im Leben und Treiben der Welt Seelen auserwählt, durch die Er der Welt Seine Liebe und Barmherzigkeit erschließen will, weil ja der Herr zu der Welt reden will, zu Seelen, die in der Welt ihre Seligkeit suchen und verdienen wollen, nicht im Ordensstand.

Seht, die Ordensleute sind nicht in Gefahr, weil sie ja entronnen sind dieser gottlosen Welt. Nur ein Erneuern des Glaubens ist hie und da notwendig, daß sie den Weltgeist hinausschaffen, der auch mit ins Kloster hereingedrungen ist von den neuen Ankömmlingen, die da von der Welt heraus ins Kloster gehen. Aber Ich sage euch, Mein Sohn will die Welt erneuern, ganz besonders auch das Familienleben. Aus der Familie heraus tritt der Priester, der Ordensmann, die Klosterfrau.

Aus der Familie heraus treten die Erzieher, die Vorgesetzten der Kinder; die Jungfrauen und Jünglinge; wie vielen Gefahren sind sie ausgesetzt in dieser gottlosen Welt, und diese alle sollen sehen an euch, daß man all diesen Gefahren entrinnen kann, und daß sie alle auch dem Menschen nichts anhaben und nichts schaden, wenn er festhält an einem kindlichen, demütigen, einfältigen Glauben, wenn er tut, was die Kirche lehrt, wenn er die Gebote Gottes hält und seine Standespflichten treu erfüllt, wenn er die Mittel anwendet, die ihm geboten sind in der heiligen Kirche, daß er dann ein Heiliger werden kann und zur höchsten Stufe der Vollkommenheit gelangen kann, wenn er nur ernstlich will. Dieses will der Herr durch euch der Welt lehren.

Das Familienleben, das mit so vielen Leiden und Widerwärtigkeiten heimgesucht und gemischt ist, ist kein Hindernis, um heilig zu werden, um der Heiligkeit abträglich zu sein. Nein, die Arbeiten sind kein Hindernis, und die Zerstreuungen des Lebens, in denen jeder Mensch sich hingeben muß und bewegen muß, der in der Welt lebt, sind durchaus kein Hindernis, zur Heiligkeit zu gelangen. Dieses wollte Ich der Welt zeigen durch Mein Beispiel. Darum schloß Ich Mich nicht an eine Genossenschaft, wie sie damals schon bestand zu Meiner Zeit, die eine Art klösterliche Genossenschaft war.

Deswegen, weil Ich der ganzen Welt zum Vorbild werden sollte, wollte und mußte Ich in den Ehestand treten, ein Familienleben führen, um so allen Geschlechtern und Menschen voranzuleuchten, daß man überall sich heiligen könne, überall nach Heiligkeit streben könne. Und das will der Herr in euch wieder zeigen, weil die Kirche zur Blüte gelangen soll und darum viele zusammenwirken müssen und einstehen müssen in den Bund, den der Herr gründen will in Seiner Kirche.

Alle und alles, was sich zur Aufgabe gestellt hat, das Glaubensleben zu erneuern, Bruderschaften zu errichten, um das Volk herbeizuführen, alles dieses ist mit einbegriffen in den Bund, den Mein Sohn gründen will. Sie alle, sie alle sind Mitglieder des Liebesbundes, wenn sie nur in ihren Statuten und Regeln streben und ihre Mitglieder anhalten, die öftere Kommunion zu befördern und das Gebetsleben aufzufrischen.

Seht nun, wenn sie auch vielen unbekannt, ja den meisten Menschen unbekannt sind vor der Welt, und niemals ihre Tugend an den Tag kommen wird hier auf Erden, niemand sie bewundert, weder offen, noch im stillen, so sind sie doch Heilige. Magst du sein ein Familienvater oder Mutter, eine Jungfrau oder ein Jüngling in der Welt, wenig geachtet und beachtet vor euren Mitmenschen, aber in den Augen Gottes bist du ein Heiliger und du strebst und wirkst mit, um das große Ziel zu erreichen, das da gesteckt ist, um die Kirche zum Sieg zu führen.

O es tut sehr not. Wie viel Energie, wie viel Mannesmut brauchen die Diener der Kirche, um dem Strom der Zeit Einhalt zu tun, um die Unbotmäßigkeit der Kinder zu zügeln. Aber habt Vertrauen! Mit Mut und Entschlossenheit fahret fort zu wirken wie seither und haltet zu den Kleinen, zu den Verachteten und befördert ihre Sache, damit recht viele gebildet werden, die dasselbe tun wie sie, die unter die anderen treten, unter die gottlose Welt hinaustreten, um sie herbeizuführen zu der Herde. Ja, haltet zu den Kleinen, haltet zu den demütigen, gläubigen Seelen, und wenn auch langsam, aber doch allmählich werdet ihr sehen, wie sich das Erdreich erneuert. Wenn ihr es auch nicht seht mit diesen Fleischesaugen, mit euren Geistesaugen werdet ihr bewundern von der Höhe des Himmels herab, was ihr geleistet. Und nun lebt wohl, Meine Kinder, und freut euch auf die heilige Pfingstnacht, wo Mein Sohn kommt.“

Barbara: „O liebe Mutter, rette doch auch diese Seele!“

Maria: „Das Gebet einer Mutter geht nicht verloren. Ihre Mutter kann sie noch gewinnen, aber durch vieles Gebet und Tränen!“

Barbara: „O liebe Mutter, ich möchte gern auch diese Protestantin gewinnen, aber ihrer Verwandten halber hatte ich noch nicht den Mut dazu.“

Maria: „Das ist eine gute, einfältige Seele. Gehe du nur an dieses arme Mädchen, trage ihr die Süßigkeit vor, die ein Kind Mariens kosten kann. O wie ist Mein Herz zerschmolzen für alle Meine lieben Kinder! Wie tut es Mir leid, wenn eine Seele Mich nicht kennt, wenn Ich sie nicht bergen kann unter Meinem Schutzmantel, eine unsterbliche Seele; wie vieles ist an ihr gelegen!

Darum, wenn ihr alle Unannehmlichkeiten auf euch nehmt, ja, wenn du, Mein Kind, vor lauter Umgebung und Störung nicht mehr aus dir herauskommen kannst, dann verzage nicht. Wisse, daß du Mir große Freude machst, wenn du ein liebes Wörtlein sprichst zu einer Seele, die Mich nicht kennt. Gehe nur hin und preise Meine Liebe, Meine Güte, denn Mein Sohn wünscht es!“

Inhaltsverzeichnis Band 3

240 Vigil vom Pfingstfest 1898

„Meine Diener, ihr Fürsten der Kirche, ihr Priester des Herrn, es ist notwendig, daß das Volk belehrt werde auf außergewöhnliche Weise, weil es euren Worten nicht mehr glauben will.“

Lied: O Heiliger Geist ...

Jesus: „Komme, Meine Tochter, vergiß alles, was dich beängstigt und beunruhigt, deine Armseligkeiten und die Schwachheiten, in denen du dich verwickeltest in dieser Woche, aber auch ihr alle, Meine lieben Kinder (die Hausangehörigen, das heißt die Schwägerin und ein Bruder von Barbara, der aus Bayern gekommen war), die Tochter, die zwei Mädchen und Lieschen und Luise, vergesset eure Armseligkeiten, die Sorgen und Bekümmernisse dieses armseligen Erdenlebens. Schwingt euren Geist mit Mir empor in die Lichthöhe, wo die ewige Gottheit wohnt. Kommt mit Mir, Meine Kinder, neunzehnhundert Jahre zurück in denselben Speisesaal, wo Ich vor kurzer Zeit mit Meinen Jüngern das Letzte Abendmahl genossen habe. Kommt mit Mir!

Dieselbe Gesellschaft seht ihr wieder wie damals, aber nicht in solcher Traurigkeit wie damals, denn heute erwarten sie ein anderes Schauspiel. Dort erwarten und befürchten sie, daß Ich von ihnen scheiden werde und in so gar schmerzlicher Weise von ihnen scheiden mußte. Heute aber erwarten sie einen Anderen, Meinen Geist, Den Ich ihnen versprochen hatte. Seht, ob dasselbe Schauspiel, was sich jetzt ereignet in diesem Augenblick, sich nicht immer und immer wieder ereignet in Meiner heiligen katholischen Kirche.

Sieh, Meine Tochter, diese armen Männer, diese ungelehrten Fischer, die Ich zu Meinen Aposteln erwählte, diese habe Ich bestimmt, Mein Reich aufzurichten, sie zu Fürsten, zu Königen Meines Reiches zu machen. Sie sollen Mein Volk regieren durch die ganze Ewigkeit. Alles habe Ich in ihre Hände gelegt, Meine ganze Gewalt, all die Gnaden und Gnadenmittel, die Ich vom Himmel gebracht, die Ich der Menschheit zuwenden will, alles habe Ich in ihre Hände niedergelegt.

Und heute ist der Tag angebrochen, wo Ich Mich mit Meiner jungfräulichen Braut vermählen wollte. Heute soll der Grundstein, der da gelegt ist am heiligen Karfreitag, wo Ich hinaufgestiegen bin ans Kreuz, heute soll er eingesenkt werden in die Menschheit, und sollen die ersten Bausteine gelegt werden auf diesen Grundstein.

Siehst du diese armen Fischer hier? Sie haben keine Bücher studiert. Hast du nicht schon oft nachgedacht über die einfältigen, kindlichen Reden, wenn sie so um Mich versammelt waren, manchmal auch die ungläubigen Reden, wenn sie so ungläubig fragten und nicht begreifen konnten, daß Ich vom Himmel könnte gekommen sein, und die Wunder, die sie Mich von Tag zu Tag wirken sahen, konnten ihren Unglauben nicht erschüttern und hinwegbringen. Immer fragten sie wieder, und fragten und fragten.

Sieh, das ist der armselige Menschenverstand, der ohne die Gnade Gottes nichts vermag aus sich, als Armseligkeiten erzeugen. Der Mensch aus sich ist nichts als Armseligkeit; Armut, Armut des Geistes ist in ihm; denn er ist ja genommen aus diesem materiellen Leben, und ohne Meinen Geist vermag er sich nicht aufzuschwingen, also auch nichts zu begreifen, auch wenn es ihm fortwährend gepredigt und vorgesagt wird. Mein Geist muß in den Menschen kommen und in ihm wirken. Und nun seht diese armen Fischer! Vor einer kleinen Weile haben sie noch die Türe verriegelt und verschlossen; um keinen Preis der Welt hätte sich auch nur einer von ihnen blicken lassen unter den Pharisäern und Schriftgelehrten, ja nicht einmal unter dem Volk.“

Barbara: Und jetzt sehe ich viel Volk zusammenströmen um das Haus herum. Es muß doch etwas Merkwürdiges vorgehen. Ja, das Brausen des Windes ist so gewaltig, daß die Häuser erschüttert werden und das Volk springt und läuft, jeder will sehen, was ist. Man fürchtet sich, die Leute sind voll Schrecken, deswegen versammeln sie sich um dieses Haus, das da steht auf einem eigenen, freien Platz, denn man sieht etwas Außergewöhnliches von diesem Haus und auf dieses Haus herabkommen. Und der ganze, große Platz, der ungefähr so groß ist wie der Markt am Dom, ist angefüllt mit Menschen, Kopf an Kopf.

Jesus: „Ja, Meine Tochter, Ich habe dir gesagt vorhin, dasselbe Schauspiel, was sich hier ereignet, spiegelt sich Tag für Tag wieder in Meiner Schöpfung, in Meiner heiligen katholischen Kirche. Siehst du, wie diese Männer hinaustreten unter das Volk? Vor einer halben Stunde hatten sie sich noch verschlossen und schieben den Riegel vor, vor lauter Furcht, es möchte jemand hereindringen und sie bemerken. Und nun, hörst du jetzt, wie diese ungelehrten Männer eine lange Predigt halten, wie sie sich nicht fürchten vor den Großen und Mächtigen der Stadt. Siehst du, was der Geist Gottes wirkt in dem Menschen? Ja, da gibt Er ihm die Gabe der Prophezeiung, die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit, der Gottesfurcht. Dieses alles wirkt der eine und derselbe Geist, Mein Geist!

Nun frage Ich euch, ob Ich nicht Pfingstfest halte bei euch, sooft Ich komme? Sooft Ich zu dir komme, Meine Kleine, und in eure Mitte, ist jedesmal das Pfingstfest angebrochen. O du armes, ungebildetes Dorfmädchen aus der untersten Schicht der Menschheit, wie möchtest du dich erdreisten und dir einbilden, eine Rede zu halten für gebildete Menschen, für solche, die viele Bücher gelesen und studiert haben?

Und doch tue Ich es und geschieht es durch dich, um die Menschheit, um Meine Priester zu überzeugen, daß Ich noch dasselbe wirke, was Ich in dem armen, ungelehrten Fischervolk dereinst wirkte. Du hast keine Zeit und Gelegenheit, um dich vorzubereiten auf eine Predigt oder lange Rede, und wenn du auch noch so lange dich abmühtest, eine Rede zu halten und vorbereiten wolltest, woher hättest du denn die Gewandtheit genommen, dieser Rede auch einen Sinn und Geschmack zu geben und zu verleihen? Also mußt du erkennen und müssen Meine Diener erkennen, daß hier eine höhere Hand waltet, daß das arme Dorfmädchen die Gewandtheit aus sich nicht besitzt, um einen Vortrag zu halten.

Seht nun, wenn ihr nun überzeugt seid, daß hier eine höhere Hand walten muß, dann glaubt doch auch, was Ich zu euch sage, was Ich durch sie euch belehren will. Meine Kinder, ihr Meine Diener, ihr Fürsten der Kirche, ihr Priester des Herrn, es ist notwendig, daß das Volk belehrt werde auf außergewöhnliche Weise, weil es euren Worten nicht mehr glauben will. Es sind nur noch gar wenige, die noch glauben, und diese wenige will Ich zusammen zu einem Häuflein scharen und geschart wissen. Einen Bund will Ich schließen mit Meinem Volk, damit nicht das wenige Gute, das noch vorhanden ist, überwuchert wird von dem Unkraut des Unglaubens, hinweggeschwemmt wird von dem Zeitgeist.

Die Welt ist so weit gekommen, daß man die Gottheit leugnet, daß der Gott, Der diese Schöpfung ins Dasein rief, aus dem Gedächtnis ausgewischt und verschwunden ist. Ich will aber der Welt zeigen, daß Ich noch lebe, daß Ich die Erstlingsfrüchte verlange von Meinem Volk. Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine fremden Götter neben Mir haben und du sollst kein geschnitztes Bild anbeten! Der Mensch, er betet an einen Gott, mag er sein, wer er will, und wenn er noch so ungläubig einem Gott dient, er dient doch, und zwar dem Gott, den er sich gemacht und eingebildet.

Da es nun so viele gibt, die sich ihre Götter selber machen und an Mir keinen Teil mehr haben, darum will Ich diejenigen, die Mich noch anbeten, die Mir im Geist und in der Wahrheit noch dienen, zusammen zu einem Häuflein verbinden, zu einem einzigen Bund, dem Liebesbund. Alle Genossenschaften der ganzen Welt, sie mögen zusammen wohnen in einem Kloster, alle Bruderschaften und frommen Vereine der ganzen Welt, sie alle sollen zusammentreten in den Liebesbund.

Sie sollen Mir entgegenbringen ein einfaches, gläubiges, demütiges Herz, wie diese armen Fischer und wie ihr alle, die ihr hier versammelt seid. Ich verlange keine höhere Weisheit, keine Gelehrsamkeit. Ich verlange nur die Demut, die Demut des Kreuzes, die Demut und die Liebe, ein gläubiges, demütiges Herz, das in Liebe aufblickt zu Meinem Herzen, das sein Kreuz trägt mit Geduld. Ein Herz, das da weiß, daß dieses Leben hienieden ein Kampf ist, der errungen werden muß, und auf diesen Kampf ein Preis gesetzt ist, ein hoher, hoher Siegespreis, daß dieses Leben kurz ist, voll Mühsal und Beschwerden, der Kampfpreis aber, den es erringen soll und erringen darf, ewig dauert, daß diese Siegeskrone, womit dieser Kampfpreis gekrönt wird, ein unendlich großer ist, der niemals von einem Geschöpf kann erdacht und ausgedacht und ermessen werden.

Darum verlange Ich so wenig von Meinen Geschöpfen, von denjenigen, die da anschließen sich an den Liebesbund, daß alle, alle braven, guten Christen können Mitglieder dieses Bundes werden. Ich will darum, daß Meine Diener die Schönheit der Religion, die Schönheit der heiligen katholischen Kirche Meinem Volk, soviel ihnen nur möglich ist, verkünden, daß sie Meinem Volk Meine Liebe verkünden, daß sie ihm die Bürde erleichtern, besonders dem armen Volk. Wer sind es denn, die noch mit ihnen halten? Es ist das arme, gläubige Volk, besonders das gute Landvolk und das gläubige, arbeitende Volk in den Städten, wenn auch manche gute Familie noch dabei ist, die dem besseren Stand angehört; weitaus die meisten Reichen sind abgewichen vom rechten Weg und haben längst sich andere Götter gemacht und beten dieselben an. Seht, obwohl viel zu beklagen ist, daß auch unter der arbeitenden Klasse gar große Auswüchse von Unglauben und Sittenlosigkeit herrschen – aber dieses alles stammt nur von den Reichen, von der üppigen Welt, von der sie nichts anderes sehen können und sehen konnten.

Dem Armen wurde der Glaube interesselos und gottlos gemacht, er mußte verweltlichen, weil man ihn ganz wie eine Maschine benützte. Darum arbeitet er jetzt auch nur noch maschinenmäßig, und weil dieses arme Volk nicht die Ursache ist, daß es auf eine so schlimme Bahn geraten, darum muß Ich als ein gerechter Gott alles aufbieten, um das Volk wieder in die rechte Bahn einzulenken. Spart keine Mühe und keine Opfer, um den Weg zu erhellen, der wieder zu Mir führt. Es ist in dieser Stadt um einiges besser geworden, aber noch nicht viel. Ihr habt eure Schuldigkeit getan, und Ich muß alle Meine Diener loben und ihnen Meinen Dank entgegenbringen, daß sie so Hand in Hand mit ihrem Bischof wirken zum Wohl des Volkes.

Manche Seele, die da in Lauheit nur noch halbwegs Christ war, hat doch wieder mehr Begriff von ihrer heiligen Religion in letzter Zeit, die Verehrung Meiner heiligen Mutter hat Aufschwung genommen im letzten Jahr, das alles verdanke Ich dem Eifer Meiner Diener. In ganz Deutschland wurde doch sehr geeifert für die Verehrung und Liebe Meiner heiligen Mutter im Monat Mai. Fahret fort, Meine Diener, denn Sie ist die einzige Vermittlerin der Gnaden, Sie ist der Kanal, durch die euch alle Gnaden zufließen sollen und zufließen, denn Sie ist ja eure jungfräuliche Braut geworden.“

Barbara: „Gelobt sei Jesus Christus! Meine liebe himmlische Mutter! Morgen feierst Du und die Kirche mit Dir Dein Hochzeitsfest mit Deinem Bräutigam, mit Gott, dem Heiligen Geist. O welche Gnade! Du bist ja die Braut eines Gottes geworden. Morgen feiert die Kirche dieses Fest, das hochheilige Pfingstfest. Es ist nicht der Tag, wo Du vermählt wurdest mit Gott dem Heiligen Geist; denn dieses war in dem Augenblick, wo Dein lieber Sohn in Deinem jungfräulichen Schoß Fleisch annahm, aber Dein Hochzeitsfest feiert die Kirche am heutigen Tag.

O ich vereinige mich mit allen frommen Christen auf der ganzen Welt, Dir zu danken, Dich zu loben und zu lieben. O liebe himmlische Mutter, ich empfehle Dir alle, die hier versammelt sind. Gib ihnen allen einen besonderen Beweis Deiner Mutterliebe und Deiner mütterlichen Sorgen mit, wenn sie von uns scheiden. Ich empfehle Dir alle ihre Kinder und Kindeskinder, daß keines verlorengehe, ganz besonders die Verwandten meiner Schwägerin, daß sie doch alle auch glauben, daß der Herr mit mir verkehrt, daß Er Sich würdigt, mit einem so armseligen Wesen zu verkehren. O es ist nicht möglich, daß sie es glauben können, daß Er mit einer so großen Sünderin verkehrt.

O erflehe mir doch Gnade und Barmherzigkeit von Deinem lieben Sohn, daß ich Ihn nicht mehr beleidige und betrübe. Dann werden alle Menschen glauben, daß Er so gut ist, daß es Ihm doch zusteht, mit einem so armseligen Geschöpf zu verkehren, daß Er das Recht dazu hat; denn Er ist unser Gott und wir sind Seine Kinder, und hat denn der Vater nicht das Recht, mit Seinem Kind zu reden? O erflehe mir doch die Gnade einer wahren Buße und Besserung, dann werden alle meine Verwandten und Bekannten, die darum wissen, es glauben und sich an uns anschließen und so Deine Sache verbreiten und ausüben in ihren Familien.

O liebe Mutter, ich empfehle Dir die ganze Diözese Mainz und Würzburg und alle Priester der ganzen Welt, ganz besonders aber den Heiligen Vater und alle Bischöfe. O erleuchte sie mit dem Heiligen Geist, mit Deinem Licht. Erleuchte sie, daß sie die Wahrheit des heiligen katholischen Glaubens dem Volke recht verständlich machen und recht lieb mit dem armen Volk umgehen, damit sie sich doch nicht so sehr fürchten, denn meistenteils ist doch die Kleinmut schuld, daß so viele Menschen nicht ein frommes Leben führen, weil sie sich einbilden, es sei dieses nicht möglich für arbeitende Menschen.

Sieh, gerade die arbeitende Klasse hat am wenigsten Mut. Weil sie sich so ganz in die Erde vergraben müssen, glauben sie, man müsse, um Gott zu lieben und Dir zu dienen und nachzuahmen, viel beten, ein zurückgezogenes Leben führen. O meine liebe Mutter, das alles mußt Du erflehen von Deinem lieben Sohn, daß Er die Priester recht erleuchte, daß sie es den Armen ermöglichen und leicht machen; denn gar oft hat Dein lieber Sohn zu mir gesagt, daß nichts ein Hindernis ist, Ihn zu lieben und ein Mitglied des Liebesbundes zu werden, und daß Er nichts verlangt, als nur ein gläubiges und sündenfreies Herz Ihm entgegenzubringen. Alles andere will Er ersetzen.

Darum empfehle ich Dir alle die vielen Landleute in der ganzen Welt, die noch an Dich glauben, daß Du sie alle unter Deinen besonderen Schutz stellst, damit der Glaube wieder wachse und zunehme, und der Unglaube, der in den Städten und unter den hochgebildeten Menschen so eingeschlichen ist, wieder hinausgeschafft und eingeschüchtert werde; denn je mehr das Volk sich schart um Dich und Deinen lieben Sohn und die Hände zu Dir emporhebt, desto mehr muß der Unglaube schwinden, denn wenn wir frei und offen unseren Glauben bekennen vor der Welt – und wenn es Mächtige und Große sind – dann können sie ihre Achtung nicht versagen, auch wenn sie äußerlich spotten über uns. Darum empfehle ich Dir die ganze katholische Welt, die ganze Christenheit, alle, die guten Willens sind.“

Maria: „Meine Kinder! Es freut Mich sehr, daß ihr euch zusammengefunden und Ich auch ein liebes Wörtlein mit euch sprechen kann. Geht hin und glaubt fest, was ihr gesehen und gehört und setzt es in die Tat. Nicht viel verlangt der Herr von euch. Er verlangt nur ein demütiges, gläubiges Herz, und das habt ihr alle, die ihr hier versammelt seid, daß ihr euer Kreuz, das Kreuz, das Er euch auferlegt, mit Geduld tragt bis an euer Lebensende. Seht, wie Ich euch ein Vorbild geworden bin. Ich wollte ja um euretwillen in den Ehestand eintreten, ein Familienleben führen wie ihr alle, um allen Familien Meiner Nachkommenschaft ein Vorbild zu sein. Seht euch aber in Meinem Leben um, ob Mir das Kreuz erspart blieb.

Das Kreuz, das Mein Sohn besteigen mußte an Seinem Lebensabend, das begleitete Mich von der Wiege bis zum Grab. Ich mußte ein armes Leben führen, arbeiten wie ihr, mit Furcht und Zittern Mein göttliches Kind erziehen, denn man strebte Ihm ja nach dem Leben. Das alles kommt euch nicht vor. Ihr braucht nicht zu fürchten, daß man eure Kinder morden will, nur erzieht sie für Gott und ihre ewige Bestimmung. Alle die Kinder, die der Herr unter eure Obhut gestellt, sind Kleinodien des Himmels. Ihr sollt sie erziehen für den Himmel; denn gar kurz ist dieses vergängliche Erdenleben. Darum fürchtet euch nicht, glaubt und betet und tragt eure Leiden, die Gott euch auferlegt, geht recht oft zum Tisch des Herrn, und holt euch wieder neue Kraft, dann könnt ihr ruhig das Haupt niederlegen, wenn der Herr kommt. Komm, Meine Tochter, Ich will dir zeigen das hochheilige Pfingstfest, wie es im Himmel begangen wird.“

Barbara: Ich sehe die liebe Mutter Gottes, wie Sie herbeigeführt wird, umringt von tausend Engeln, ja tausend und abertausend Engeln, wie Sie eingeführt wird in einen Kreis, den ich nicht durchschauen kann. Sie wird vorgeführt der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Ja, da sind auch eure Plätze, da sollt auch ihr einstens hin.

„O mein Gott! Ich danke Dir für alle die Gnaden, die Du mir in dieser Stunde wieder geschenkt, für all die Gnaden und Tröstungen, die Du durch uns wieder andern zukommen lässest. Was bedeutet denn das, daß ein Strom, ein Bach fließt aus dem Herzen Mariä?“

Jesus: „Es ist der Gnadenstrom, der durch Sie der Menschheit zugewendet wird, durch diese neue Art und Weise, wie der Herr mit euch verkehrt. Es ist die heilige Freude, die durch Sie hineingeleitet wird in die heilige Kirche; denn gar viele Seelen, die es hören und lesen, werden in sich aufnehmen die heilige Freude. Sie werden nicht mehr so schwermütig das Joch tragen, das der Herr ihnen auferlegt, denn durch Maria, durch Meine liebe Mutter, fließt der Gnadenstrom in der heiligen Kirche.“

Barbara: „Mein Jesus! Meine liebe Mutter! Ich empfehle Dir auch meine Geschwister, die nicht beiwohnen können, und die Armen Seelen im Fegefeuer, besonders N. O nimm ihn doch gleich auf, o erflehe mir doch heute abend, daß er in die ewige Freude eingehen kann, weil doch seine Frau gar zu betrübt ist und doch so fromm, so einfach und gläubig, so recht tiefgläubig ist. Befreie ihn heute abend aus den Peinen des Fegefeuers. Sieh, was ich in meiner Armseligkeit nicht kann, o erbarme Dich um des Gebetes frommer Seelen willen. O gib ihn uns, den armen Mann, er ist ja verbrannt, sieh an, den schmerzlichen Tod, den er gelitten.“

Jesus: „Ja, Mein Kind, er war aber kein Mitglied Meiner heiligen katholischen Kirche.“

Barbara: „Er war es aber doch im Tode; denn im Tode hat er sich an die Kirche angeschlossen, an die Religion seiner Frau. O erflehe doch Gnade und Erbarmen für ihn. O gib ihn doch heraus, o mein Jesus! O wie streckt er die Arme mir entgegen. O mein Gott! Gegrüßet seist Du, Maria...“

Armer Mann: „Sage meiner Frau, daß sie sich nicht allzu sehr anklammere an die Kleinigkeiten, mit denen sie sich so abgrämt.“

Barbara: „O mein Jesus, Barmherzigkeit für diesen Mann. Er war ja ein Protestant und war auch nicht so tiefgläubig, aber doch ein guter Mann und hatte viele gute Eigenschaften und hat seine Frau nicht behindert in ihrer Religion und niemals gespottet. O gib ihn doch heraus! Ewiger Vater! Durch die reinsten Hände der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria opfern wir Dir auf das kostbare Blut Jesu Christi, die Tränen und Schmerzen des lieben, heiligen Vater Josef und alles, was Dir heute dargebracht wird zur Genugtuung für diese Seele. O Herr, gib ihm die ewige Ruhe! Gegrüßet seist Du, Maria...“

Maria: „Ja, wenn sie mir verspricht, daß sie fortfahren will, daß sie nicht im Eifer nachlassen will, nachher wie vorher...“

Barbara: „Meine liebe Mutter, ganz gewiß, sie wird nicht nachlassen, denn ich kenne sie doch schon ein Jahr.“

Maria: „Einmal wie das andere Mal hängt sie sich so an das Irdische.“

Barbara: „Das sind Nachwehen, Du kennst ja uns armselige Menschen. Ich laß Dich nicht fort, Du mußt mir ihn herausgeben. Ich opfere Deinem liebsten Sohn all Deine Verdienste. Du hast mir gesagt, daß ich immer meine Zuflucht zu Dir nehmen und Deine Verdienste zu den meinigen machen soll. Jetzt mache ich Deine Verdienste zu den Verdiensten dieses Mannes. Seine Familie liebt Dich, o erbarme Dich seiner! Gegrüßet seist Du, Maria...“

Ich sehe Sie hintreten vor Ihren lieben Sohn und Sie bittet Ihn.

„O mein Gott! Mein Jesus, Barmherzigkeit! O gib ihn doch heraus!“

Jesus: „Für heute noch nicht!“

Barbara: „O warum denn nicht? O gib ihn uns um Deiner lieben Mutter willen, Sie ist ja die Braut des Heiligen Geistes. O Heiliger Geist, ich bete Dich an aus dem Abgrund des Nichts. O schenke uns diesen Mann.“

Jesus: „Nein, noch nicht!“

Barbara: „O Ewiger Vater, o schenke uns doch den Mann um des kostbaren Blutes Deines Sohnes willen, um Deiner lieben Tochter, der allerseligsten Jungfrau, unserer himmlischen Mutter willen. Gegrüßet seist Du, Maria...

Ich danke Dir! Wir beten, wie der heilige Wille Gottes ist, Du weißt am besten, wann der liebe Gott ihn zu Sich nehmen kann.“

Maria: „Meine lieben Kinder! Wer im Leben Mich nicht gekannt und sich nicht bemüht, Gott zu dienen, der muß dann auch warten, den kennt der Herr nicht in der Ewigkeit, der muß warten, bis der letzte Heller bezahlt wird.“

Barbara: „Dauert es denn noch gar so lange, bis der letzte Heller bezahlt ist? O sie dauert mich so sehr!“

Maria: „Solange sie sich nicht ganz dem Willen Gottes fügt und ihrem Mann freudig zum Opfer bringt, solange kann er nicht zur Seligkeit gelangen. Sie soll ihren Willen ganz dem Willen Gottes unterwerfen, dann wird ihm bald geholfen sein. Lebt wohl, Meine Kinder, bis Ich wiederkomme.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

241 Herz-Jesu-Freitag im Juli 1898

„Sie alle müssen teilnehmen an den Leiden, die Ich erdulden muß Tag für Tag unter den Menschen.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Preisen will ich Dich aus meinem ganzen Herzen. Alle Deine Wunder will ich erzählen, rühmt euch im Namen des Herrn. Es freuen sich all diejenigen, die den Herrn suchen. Mein Herz ist entbrannt in mir, und in meiner Betrachtung ist mir ein Feuer aufgegangen. O mein Jesus! O Du süßer Bräutigam meiner Seele! Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts. Ich danke Dir für alle Gnaden und Wohltaten. Ich bitte Dich um Gnade und Barmherzigkeit für mich arme Sünderin. O verzeihe mir alle Sünden und Nachlässigkeiten, deren ich in meinem ganzen Leben, besonders aber in der letzten Woche, mich schuldig gemacht habe. Ich bitte Dich um Verzeihung, daß ich so nachlässig war im Gebet, so kalt und unbeständig, so zerstreut. O wie armselig ist doch der Mensch. Wenn Du ihn nicht erhebst aus dem Staube, kann er sich nicht erheben, nein, ich kann mich nicht erheben.

O alle meine Sünden sind mir von Herzen leid und reuen mich, weil ich Dich, das höchste Gut, beleidigt habe. Ich hasse und verabscheue alle meine Sünden und nehme mir vor, Dich niemals mehr zu beleidigen. Gib mir Deine Gnade dazu. Amen. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Recht so, Meine Kinder, daß ihr euch einfindet und Ich in eure Mitte herabsteigen kann. Zwar komme Ich zu euch in der Brotsgestalt, aber darin komme Ich zu jedem einzelnen, und es freut Mich nichts so, als wenn ihr zu dritt oder noch mehr beisammen seid; denn wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen. Jetzt aber in dieser Stunde, wo alles gespannt ist, alle Kräfte eurer Seele auf Mich gerichtet sind, wo ihr das Erdreich eurer Herzen aufgelockert und zubereitet habt, um nur einzig allein Meine Stimme zu hören, Meine Worte in euch aufzunehmen, komme Ich mit Freuden zu euch. Freilich seid ihr armselige Menschen, wie alle Menschenkinder sind; denn es gab nur ein Herz, das ganz rein Mich aufnahm in sich ohne Makel und Gebrechen.

Aber alle anderen Menschen gleichen sich in derselben Art und Weise, weil sie Adamskinder sind, sie alle tragen Adamsschuld an sich, und wenn sie sich auch Mühe geben, Mir zu gefallen, sind sie immer noch armselige Menschen. Ich schicke dieses voraus, damit ihr nicht kleinmütig werdet ob eurer Gebrechen, ob eurer Mängel und Fehler, die ihr an euch erblickt und die anderen, die euch nahe- oder fernstehen, euch überall zuwerfen; denn das Böse sieht der Mensch immer mehr als das Gute. Ihr dürft das nicht übel nehmen, denn alle Menschen tragen Adamsschuld an sich. Der Stolz ist in jedem Menschen.

Alle wollen Gott gleich sein, und jeder will sich über den anderen erheben, darum auch die besten Kinder Meines Herzens. Mit neidischem Herzen und scheelen Augen blicken sie auf ihren Mitbruder, an dem sie mehr Gnaden und mehr Wirkungen der göttlichen Liebe gewahr werden. Das muß euch nicht irremachen.

Seht, Ich ertrage ja auch eure Fehler wie die Fehler jener. Ich liebe ja auch jene, weil auch sie Mir treu dienen wollen und auch treu dienen. Ich liebe alle Menschen, aber besonders die Mir geweihten Seelen, die sich ganz Mir angeschlossen haben, mögen sie im Kloster oder in der Welt leben, ist Mir ganz gleich.

Die in der Welt lebenden Christen haben manchmal einen härteren Kampf als jene hinter stillen Klostermauern. Darum liebe Ich sie gerade so, die Mir treu dienen in der Welt, wie jene, und darum kann Mir kein Mensch vorwerfen und seinen Mitbruder beneiden, daß Ich gerade solche Seelen Mir erwähle, von denen sie es am wenigsten erwarten, weil Ich ja ihr Gott bin und der Schöpfer aller Dinge, weil Ich alleiniger Herr bin und tun und lassen kann, was Mir gefällt. Niemand hat Mir zu befehlen und niemand Meine Werke zu tadeln. Ihr aber, Meine Kinder, müßt euch nicht stören. Heute habe Ich Mir ganz besonders vorgenommen, euch zu belehren über die Armseligkeit, mit denen auch noch die besten Kinder der katholischen Kirche zu kämpfen haben, worunter auch ihr seid.

Meine Kinder, wenn Ich eine Seele Mir erwählen will und mit besonderer Gnade überhäufen will, dann kann Ich sie aber doch nicht aus der Welt herausnehmen und ins Paradies versetzen. Sie muß in den Umständen und in den Kreisen, in denen sie sich bisher bewegt hat, bleiben, damit diejenigen, mit denen sie bisher gelebt, auch sehen sollen die Gnadenwirkungen der göttlichen Liebe.

Deswegen sind sie aber doch immer Menschen und bleiben Menschen, und die Seele, die Ich Mir erwähle, ist und bleibt ein Mensch, und wenn sie noch so viel Mir zuliebe geopfert und erduldet hat während der Zeit ihres Lebens. Darum, weil sie ihre Fehler noch hat und Ich sie ihr auch lasse zu ihrer Verdemütigung, und damit die Welt eine solche Seele auch sieht als bloßen Menschen, tue Ich es so. Es ist aber nur Mein Wille und Meine weise Absicht, um die Wirkungen Meiner göttlichen Liebe und Meiner Gnaden in umso helleres Licht zu stellen vor den Menschen.

Die Gnade, die Ich über eine Seele ausgieße, ist nicht das Werk dieser Seele, sondern das Werk der göttlichen Liebe, und das ist es, was die Menschen anerkennen sollen und anerkennen müssen, nicht aber, daß sie auf die Fehler des Menschen sehen, durch den Ich die Gnaden wirke. Merkt es euch! Alle Heiligen, wie sie jetzt am Thron Gottes stehen, waren Menschen wie ihr, waren dieselben Menschen, und sie hatten ihre Fehler und Armseligkeiten, wenn diese auch nicht aufgezeichnet sind. Woher kam es denn, daß sie so vielfach verfolgt wurden? Und alle Heiligen, die noch leben werden, werden denselben Weg gehen müssen, den auch ihr wandeln müßt.

Durch Verfolgungen, durch Zurücksetzungen, durch Enttäuschungen und Leiden aller Art müssen sie denselben Weg gehen und müssen sie ihn gehen wie ihr auch. Wundert euch also nicht, wenn ihr so viele Enttäuschungen findet unter euren Mitmenschen, und wenn eure Mitmenschen euch nur auf eure Fehler aufmerksam machen. Denn wißt, daß dieses noch kein schlimmes Zeichen ist. Daß Ich deswegen Meine Gnade nicht entziehe, müßt ihr sehen an dieser Meiner Dienerin.

Armselig ist der Mensch und bleibt der Mensch, bis Ich seine Seele von ihm wegnehme. Aber was Ich durch eine Seele wirke und durchführen will, führe Ich auch durch. Glückselig diejenigen, die es erkennen und einsehen, und den Gnadenstrom über sich ergehen lassen, der da ausfließt durch solche Seelen über andere Menschen. Ihr aber dürft nicht irre werden, besonders du, Mein Kind, wenn du überall Enttäuschungen findest. Wo soll Ich dir denn Leiden verschaffen, wenn nicht auf diese Art? Ich habe dir ja dein Leben so eingerichtet, daß du Mir dienen kannst, und daß du vor anderen leuchtest in zeitlicher und in ewiger Beziehung.

Diejenigen nun, die mit anderer Absicht dich besuchen als den rechten Weg zu finden, werden dich gar manchmal enttäuschen. Dies ist aber kein Grund und keine Ursache, um traurig zu werden, um sich zu beklagen. Siehe, Mein Kind, auch Ich wurde gar oft enttäuscht. Ich verschwendete alles, was in Meinem Besitz war, an die Meinigen, all Meine Gaben und Liebe, und doch fand Ich nichts als Enttäuschung. Ich verschwendete Meine ganze Gewalt an sie, Ich heilte ihre Kranken, Ich erweckte ihre Toten, Ich ließ ihnen die Schuld nach, falls sie Mich nur bitten wollten, Ich verzieh ihnen alles. Ich hätte Meinen größten Feinden verziehen, wenn sie sich nur reumütig an Mich gewendet hätten.

Alles dieses verschwendete Ich mit freigebiger Liebe an sie, und doch war alles umsonst, nichts als bittere Enttäuschungen, menschlich gesprochen, fand Ich in dem armen Menschengeschlecht. Ich stieg wieder hinauf zu Meinem Vater und konnte Ihm sagen: ‚Vater, Ich habe Deinen Willen getan, Deinen Willen vollzogen, wo ist aber die Frucht? Wo sind die Früchte, die Garben, die Ich jetzt in Dein himmlisches Vaterhaus einbringen soll?‘

Und doch, und doch reiften die Ähren, und doch freut Sich Mein himmlischer Vater jetzt mit Mir, daß Ich Seinen Willen vollzogen, daß Ich dreiunddreißig Jahre diesem undankbaren Geschlecht gegenüberstand und alles an ihm verschwendete; denn immer und immer wieder gibt es Seelen, die zu den vollen Ähren zählen, die dreißig-, sechzig-, hundertfältige Früchte einheimsen in das himmlische Vaterhaus.

Meine Kinder, dazu sollt ihr gezählt werden. Ihr sollt einzelne volle Ähren sein im himmlischen Vaterhaus, und da müßt ihr unter dem Unkraut aufwachsen, ihr müßt heranreifen unter derselben Sonne, welche die Guten und die Bösen bescheint und beleuchtet, und müßt nicht irre werden, wenn neben euch dieselben Halme aufschießen und Ähren treiben und Körner ansetzen und dann sich der Fäulnis hingeben; wenn taube Ähren neben euch stehen, die zerstieben in der Luft, sobald Mein himmlischer Vater sie berührt, erfaßt und die Körner abpflücken will für Sein himmlisches Vaterhaus, weil sie nichts für Ihn gearbeitet und gelitten, weil sie sich keinen Enttäuschungen hingegeben unter ihren Mitmenschen, weil sie – mit anderen Worten – ein Leben führten, das zwar dem äußeren Schein nach auch gut zu sein schien, inwendig aber war alles leer und nur heuchlerisch vollbracht.

Das sind alle diejenigen, die vorgeben, die Welt zu beglücken, die in der Welt stehen, auch unter den Christen, und scheinen und leuchten, die auch viel Gutes wirken, aber alles nur dem Schein nach, um zu scheinen ihren Mitmenschen gegenüber, die aber nicht an Mich glauben und in ihrem Herzen die größten Verbrechen aufhäufen. Diejenigen aber, die neben euch stehen und dasselbe tun wie ihr, die Mir dienen und euch doch manchmal Leiden bereiten, das muß euch nicht irremachen, und ihr müßt nicht denken, und niemand muß denken, daß der eine oder der andere von Mir bevorzugt ist. Ich liebe alle Menschen gleich, die Mir dienen und Mir zu gefallen suchen.

Aber eben deshalb, weil sie alle Mir dienen wollen, müssen Leiden folgen, und die Leiden, die von den Treuesten und Nächsten euch bereitet werden, sind doch diejenigen, die der Seele am meisten Schmerz verursachen. Wundert euch also nicht, wenn ihr von euren Vorgesetzten verachtet und zurückgesetzt, allerlei Reden euch anhören müßt, die euch nicht gefallen. Wundert euch nicht, wenn andere, die dasselbe Gute anstreben wie ihr, die Mir treu dienen, euch nicht glauben wollen. Deswegen sind sie doch Meine Kinder und ihr seid Meine Kinder, aber die Gnadenwirkungen, die Ich in einer Seele wirke, stehen ganz frei und haben nichts gemein mit den Verfolgungen und Leiden, die man dieser Seele bereitet, nichts gemein mit den Fehlern, die man ihr vorwirft.

Das alles muß so kommen und muß so sein und nur das bildet eure Krone und ist euer Verdienst, wenn ihr euch gerade so Mir gegenüber verhaltet in den Tagen, wo ihr seht, daß viele sich euch anschließen, wie in den Tagen, wo man euch verspottet und verlacht. Ihr müßt Mich erwarten in guten wie in schlimmen Tagen, ihr müßt Mich erwarten, ob eure Laune euch beherrscht oder nicht, ob sie euch antreibt oder abhält; denn das ist die Heiligkeit eines Christen, wenn er sein Auge immer aufwärts gerichtet hält und ruhig durch all die Verhältnisse hindurchgeht, die Ich ihm zuschicke und zuführe auf seinem Lebensweg. Wie mancher Priester in seiner Gemeinde steht und bietet alles auf, um seine Gemeinde in ein blühendes Christentum umzuschaffen, und er findet nichts als Enttäuschungen.

Wie manche Klosterfrau und Ordensmann ist in den Ordensstand eingetreten, um sich dort zu heiligen, und indem er glaubte, dort lauter Heilige zu finden, findet er nichts weniger als Heilige und glaubt dann, sein Ziel verfehlt zu haben, in der Welt sei er doch gläubiger gewesen und hätte Mir treuer gedient, weil Ich ihm dort noch mit Meiner Gnade zusetzte und Ich ihn noch die Süßigkeit Meines Dienstes kosten ließ. Jetzt aber, da er eingegangen ist in den geistigen Ehestand mit Mir und die Haushaltung Gottes führen helfen soll, wie es einer Ehefrau zusteht, denn alle treuen Kinder der katholischen Kirche – mögen sie stehen, wo sie wollen: Priester, Laien, Ordensmann, Ordensfrau, oder mitten in der Welt: Ehefrau, Ehegatte, oder Jungfrau in der Welt – sie alle, die Mir treu dienen, sind geistigerweise mit Mir vermählt und stehen im Haushalt Gottes, um die Lasten und Mühen des Tages mit Mir zu tragen. Sie alle müssen teilnehmen an den Leiden, die Ich erdulden muß Tag für Tag unter den Menschen; denn auch Ich stehe unter diesem Geschlecht im Allerheiligsten Sakrament als Hausvater in der großen Gottesfamilie, und alle Meine treuen Kinder müssen mit Mir die Haushaltung führen.

Das arme Menschengeschlecht, das jetzt auf so tiefe Abwege gekommen ist, weshalb so viele Seelen verlorengehen, soll wieder zurückgeführt werden. Da heißt es Hand in Hand gehen, zusammenstehen, zu dem Vater halten, um das Brot, das himmlische Gnadenbrot zu verdienen, damit es ausreiche, für so viele Kinder der katholischen Kirche; denn so viele Menschen, die da leben in jetziger Zeit, haben sich dem Müßiggang ergeben und sehen sich nicht mehr um, ihr Brot ehrlich und rechtschaffen zu verdienen, ihr himmlisches Gnadenbrot nämlich, und da müssen der Vater, die Mutter und all die übrigen Hausgenossen Gottes um so fleißiger arbeiten, damit die übrigen, die nichts arbeiten, nicht verhungern müssen.

Viele verhungern doch trotz der Mühe und des Schweißes, der von der Stirne der treuen Kinder rinnt, weil sie sich absolut entziehen dieser himmlischen Haushaltung, und diesen sagt Lebewohl, wie auch Ich es tue, wenn sie am Rand des Grabes und wenn sie eingegangen sind in jene Räume, wo erst euer Glück oder euer Unglück beginnen wird. Dann sagt ihnen Lebewohl und denkt nicht mehr an sie, wie auch Ich es tue; denn auch Ich lache zu ihrem Untergang, weil sie inmitten des Gnadenbrotes verhungerten und verhungern wollten. Solange sie aber unter euch und neben euch stehen, müßt ihr triefend und tropfend mit Schweiß überronnen arbeiten, um das tägliche Brot, das Gnadenbrot zu verdienen. Wenn sie es dann nicht essen, ist es nicht eure Schuld.

Merkt es euch also, Meine lieben Kinder, warum so viele Unannehmlichkeiten euren Lebenspfad bestreuen und treffen. Über all dieses hinweggehen sollt ihr, gehen und so gehen, als hättet ihr Freude und Frieden vollauf mit allen Menschen. Der Schmerz und die Bitterkeit, die euch verursacht wird von anderen, hat nichts gemein mit euch; deswegen ist der Friede doch nicht gestört, wenn auch das Herz manchmal bitter seufzt. Auch Ich seufzte, als Ich auf Erden wandelte, über den Undank der Menschen.

Siehst du, Meine Kleine, und ihr alle, die ihr verzweigt seid in dieser Familie, Ich habe es gesehen und weiß, durch wen Ich diese Person beglückte, und doch wird es euch nicht gelohnt und gedankt. Aber dies alles muß so kommen, weil Ich euch dadurch heiligen will.

Diese Familie hat auch ihr Gutes und Ich liebe sie und Mein Auge ruht mit Wohlgefallen auf ihr, aber doch geht sie einen anderen Weg, und das muß so sein, um Leiden über dich zu bringen. Siehe, weil Ich diese Familie retten wollte, deswegen sandte Ich dich hinein in die Familie, und es muß dich nicht schmerzen, wenn deine Schwägerin es nicht einsieht, daß von der Zeit an Ich ihr Gnade zukommen ließ, wo du eintratest in die Familie. Niemals, niemals wäre sie so gesegnet, wie sie jetzt gesegnet ist, obwohl auch sie in ihrer Familie ein Mitglied zählt, das Mir treu dient und Mir nachfolgt.

Du aber sollst die Schmach ersetzen, die sie Mir und dem ganzen himmlischen Hof dadurch zugefügt, daß sie ihre Krone abwarf und eine andere zu verdienen suchte. Jetzt aber will Ich Einigkeit und Friede herstellen. In Einigkeit und Friede sollt ihr euch verbinden; deswegen führte Ich diesen Mann hinein. Er sollte noch einmal den Gnadenstrom fließen sehen. Wenn sie sich nun nicht beteiligen wollen, dann geht dich dieses nichts an. Wer die Gebote Gottes und Meiner Kirche hält und glaubt und danach lebt, kommt auch in den Himmel. Wer Mir aber treuer dienen will und Mir gefallen will, der nimmt auch die Wirkungen der göttlichen Liebe mit Freuden auf, die Ich durch manche Seele der Menschheit zukommen lasse. Wißt ihr nun, was Ich euch heute lehren wollte?“

Barbara: „Ja sieh, mein Jesus, wenn ich die Gaben an Unwürdige verschwende, dann mache ich mir den Vorwurf, daß ich mit den Gaben mehr für Dich ausgerichtet hätte, wenn ich klüger und vorsichtiger gewesen wäre, während so die Gaben ohne Frucht geblieben sind.“

Jesus: „Deine Absicht heiligt das Werk, nur die Absicht. Setze dich darüber hinweg. Hatte Ich ja doch einen Judas in Meine Gesellschaft aufgenommen und all die Gnaden an ihm verschwendet. Daß er verlorenging, war wahrhaftig nicht Meine Schuld. Ich wollte ihn auch nicht zur Verdammnis bringen. Das muß jedem Christen zum Beispiel dienen, wenn man ihnen Vorwürfe macht. Wenn manches bei dir vorkommt, was sie nicht verstehen, besonders Meine Diener nicht, dann sollen sie bedenken, daß Ich nicht umsonst einen Judas aufnahm, um der Menschheit zu zeigen, daß bei Gott dem Menschen gegenüber immer ein Rätsel sein muß. Dem Menschen gegenüber muß Gott immer ein Rätsel sein und bleiben, rätselhaft Seine Werke, Seine Fügungen, weil Er Gott ist und ihr alle Seine vielen Geschöpfe.“

Barbara: „O lieber Jesus! Man bittet mich, ich möge zu dieser Protestantin kommen.“

Jesus: „Geh nur hin, geh du nur hin! Allen Menschen bin Ich gekommen, Gnade anzubieten und allen Menschen dieselben Gnaden zuzuwenden. Wenn man sie nicht annimmt, ist es nicht die Schuld der Überbringer oder Überbringerin, auch nicht Meine Schuld. Der Schwester N. aber, die dich bittet, Mich zu fragen, ob Ich mit ihr zufrieden bin, sage, daß Ich mit ihr sehr zufrieden bin, und überhaupt mit diesem Haus.“

Barbara: „Und ich sehe ein Licht. Das Haus steht ganz in Feuer, und es steigt auf das Feuer bis an die Wolken. Mein Jesus, was bedeutet denn das?“

Jesus: „Weil in diesem Haus keine einzige Seele ist, in der der Feind herrscht, in der der böse Feind wirken kann; sie alle sind erleuchtet von übernatürlichem Licht. Sie haben die wahre Weisheit der Kinder Gottes und wandeln im Licht, und dieses Licht, das vom Himmel stammt, verbreitet sich in der Stadt, und viele Seelen werden durch ihr Gebet, durch ihre Opfer und Leiden gerettet. Mit ihnen vereinigen sich alle die frommen, treuen Katholiken dieser Stadt, die ihre Anbetungsstunde dort halten.

Sie alle nehmen teil an diesem Licht und sind Mitglieder, geistige Mitglieder dieses Hauses; denn dieses Haus ist das einzige (in dieser Stadt), wo Mir Tag und Nacht gedient, wo Ich angebetet werde, wo Mein Herz verehrt und geliebt wird, wo Mir Ersatz und Sühne geleistet wird.

O möchte doch die Welt erkennen, was Großes es ist um das Gebet, um das Sühnegebet. In jedem kleinen Dorf, wo nur eine Kirche steht, würde man darauf hinarbeiten, daß es solche Engel, Engel im Fleische gibt, die Tag und Nacht vor Meinem Angesicht liegen und für die sündige Menschheit Mir Ersatz und Sühne leisten...

O grüßet Mir alle, grüßet Mir alle, die das Glück haben, in den Stand gesetzt zu sein, recht viel vor Mir zu knien und zu beten. Denn dem König der Herrlichkeit gebührt aller Ruhm und alle Ehre von Seinen Geschöpfen, und diese Seine Geschöpfe verachten Ihn, sie haben Ihn hinausgestoßen aus Seinem eigenen Reich.

Darum kann dieses Geschlecht nur noch bestehen, solange es Anbeter gibt, die das ersetzen, was andere versäumen. Geht hin und tut in diesem Monat, was Mein Geist euch eingeben wird. Mein Geist ist es, Der fortwährend zu euch redet, was ihr zu tun habt. Über all das, die Unannehmlichkeiten aber, die jedem vorkommen, mag sein wer er will, geht hinweg. Diese müssen euch nicht irremachen, ihr müßt ruhig weitergehen, ein Tag um den anderen.“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für jene, daß Du sie recht an Dich ziehest und sie von ihrer Angst befreiest.“

Jesus: „Sie soll sich recht an dich anschließen und treu mitwirken, wenn Ich etwas von euch verlange. Sie kommt nicht so weit (wie sie fürchtet). Dies sind Leiden, die sie erdulden muß und Prüfungen, womit Ich ihren Geist prüfe, ob es ihr auch ernst ist, ob sie Mir auch Opfer bringen will. Sie soll nur die Schuhe ausziehen und sich entblößen. Verstehst du Mich?

Diejenigen, die auf dem engen Pfad, auf dem Ich gewandelt bin, Mir nachfolgen wollen, müssen mit bloßen Füßen Mir folgen, das heißt sie müssen über Steine und Stöcke, über Disteln und Dornen hinweggehen, wenn sie sich auch verwunden und aufritzen, aufsteigen, aufwärts klettern, all den eigenen Willen, den Hochmut ablegen, all die Lieblosigkeit gegen ihre Mitmenschen, und die Lieblosigkeit, die sie von anderen erfahren, in Geduld ertragen und nicht rechts und nicht links schauen auf alle die übrigen, die neben ihnen gehen, und die Mir auch dienen und dienen wollen, die aber mit Schuh und Strümpfen wandeln. Seht, daran muß sich eine Seele kennzeichnen, die Mir nachfolgen will, daß sie barfuß geht, weil auch Ich barfuß gegangen bin.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

242 Vigil von Fronleichnam 1898

„Darum bittet nicht mehr, daß der strafende Arm aufgehalten werde, bittet vielmehr um die Gnade der Beharrlichkeit.“

Lied: Herr und Gott, du Schöpfer aller ...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im hochheiligsten Sakrament. Ich bete Dich an aus dem Abgrund meines Nichts, ich danke Dir für alle empfangenen Gnaden und Wohltaten. Ach komme, suche heim Dein armes Kind, die Wohnung, die Du Dir bereitet hast. Erst muß ich Dich um Verzeihung bitten für all die Treulosigkeit, die ich trotz der Liebe, mit der Du Dich herablässest, begehe und Dir so kalt und lau diene. Barmherzigkeit, mein Jesus! O verzeihe mir und uns allen, die wir hier zugegen sind.

Mein Jesus! Mein Jesus! (Barbara erhebt sich zu sitzender Stellung und streckt dem Herrn die gefalteten Hände entgegen.) Was bedeutet Dein Schweigen? Willst Du die Zuchtrute schwingen über Dein Volk, o Herr, weil Du nicht mehr sprichst? Mein Jesus, Barmherzigkeit! Siehe, wie freuen sich all die guten, treuen Kinder der katholischen Kirche auf das hochheilige Fronleichnamsfest. Wie haben sie sich alle gerüstet und erwarten den Tag, wo Du heraustrittst aus den Gotteshäusern und unter Deinem Volk herumziehst. O mein Jesu, sprich nur ein Wort, sprich o Herr! Ich arme, elende Sünderin! Wohl habe ich verdient, daß Du nicht mehr zu mir sprichst, aber siehe, wie viele gibt es doch, die treuer Dir dienen, die würdiger sind als ich, und die alle warten mit Schmerzen auf ein liebes Wörtlein von Dir. Mein Jesus, sprich nur ein Wort.“

Jesus: „Meine Kinder! Schon lange ist es her, daß Ich mit dir rede, daß Ich Mich dir offenbare und durch dich der Menschheit erschließe die Geheimnisse Meiner Liebe. Um Mich mit Meinem Volk zu verbinden, mit den treuen Kindern Meines Herzens Mich zu verbinden, habe Ich dir diese Aufgabe gegeben. Dich habe Ich bestimmt, um viele Menschen wieder herbeizuziehen und mit Mir zu vereinigen auf das Innigste beim Gastmahl Meiner Liebe. Es ist noch nicht so lange her, wo Ich auf dieselbe Weise wie mit dir, mit einer anderen Person verkehrte, mit einer Schwester, und ihr die Geheimnisse Meines Herzens erschloß und von ihr verlangte, daß das hochheilige Fronleichnamsfest sollte eingesetzt werden in Meiner Kirche. Es war der Triumph Meiner Liebe, der dieses Fest verlangte; denn das heilige Fronleichnamsfest ist ein Triumphfest Meiner Liebe.

Aber größer ist es, was Ich von dir verlange, und was Ich durch dich der Welt offenbaren möchte: Menschenherzen sind es, die Ich mit Mir vereinigen möchte durch das Liebesgeheimnis, das Ich dir kundtue. Auf das Innigste mit Meinen Kindern verbunden, kann nur die Welt noch gerettet werden, aufs Innigste mit den treuen Kindern Meiner Kirche. Wundert euch nicht, daß Tag für Tag die Verbrechen überhandnehmen, die Gottlosigkeit auf offener Straße zur Schau getragen wird, von Tag zu Tag mehr. Furchtbare Dinge werdet ihr noch erleben, so daß kein Mensch sich mehr getraut, zur Nachtzeit über die Straße zu gehen.

Aber alles dieses wird nicht beachtet. Man denkt nicht darüber nach über die Ursache all der schrecklichen Dinge, und je mehr der Unglaube überhandnimmt und sich ausbreitet, desto mehr häufen sich die Verbrechen, desto eifriger sollen aber auch die treuen Kinder der Kirche sich an Mich anschließen und an Meine Feste, an die Feste der heiligen Kirche.“

Barbara: „Mein Jesus, ist es denn möglich, daß es nicht zu erbitten ist, daß der strafende Arm der göttlichen Gerechtigkeit abzuhalten ist von der Welt, von der sündigen Menschheit, wenn die Menschheit, die Guten zusammenstehen und mit einem Mund Dich loben und preisen, so daß die Ehre Dir ersetzt wird, welche die gottlose Welt Dir raubt? Hast Du doch gesagt, daß, wenn fünf Gerechte in der Stadt wären, Du die Stadt verschonen wollest. Gibt es denn keine Gerechten mehr? Gibt es doch so viele treue Seelen, hast Du schon Selbst oft gesagt, und wenn sie zusammenstehen, kann dann der Arm Deiner göttlichen Gerechtigkeit nicht aufgehalten werden?“

Jesus: „Ja, wenn alle Kinder der katholischen Kirche, die sich noch Katholiken und gute Christen nennen, die noch mit Glaube und Liebe zur heiligen Kirche halten, wenn diese so treu, wie Ich es von euch verlange, und ohne jegliche Rücksicht und Menschenfurcht offen und frei ihren Glauben bekennen, sich an Mich anschließen, so daß Ich Tag für Tag in die Herzen vieler einsteigen kann, oder doch, wenn einheitlich an den Sonntagen die Christen an dem Kommuniontisch sich einfänden, und in der Art und Weise die Regel beobachten, die Ich ihnen angebe, die alle Liebesbundmitglieder beobachten sollen – daß sie ihre Leiden geduldig tragen, ihren Mitmenschen gegenüber den Glauben offen bekennen und sich nicht fürchten, vor keinem Menschen, auch nicht vor dem größten Feind, der ihnen nachstellen könnte, in der Familie Einheit und Frieden halten, aus Liebe zu Mir ihre Kinder erziehen, oder in den klösterlichen Genossenschaften, wenn nichts mehr geredet und gedacht würde als nur an das Ziel, zu dem Ich sie bestimmt habe, die Menschheit, daß dieses Ziel erstrebt werden muß und nur dann erstrebt werden könne, wenn sie alle treu zusammenstehen – ja dann, sage Ich euch, könnte freilich der Sturm aufgehalten und der strafende Arm verkürzt, die Zeit, sage Ich, abgekürzt und der strafende Arm der göttlichen Gerechtigkeit eingehalten werden.

Darum freut es Mich sehr, daß in dieser Stadt doch viele gläubige Christen noch sind, die sich euch anschließen. Ja, es freut Mich, daß das Priestertum alles aufbietet, um die Menschen zum Glauben zurückzuführen, zu dem guten, alten Glauben, wenigstens diejenigen, die einiges Verständnis haben von den Begriffen der Zeitverhältnisse, was all die Zeiten in ihren Verhältnissen mit sich bringen. Die Zeitverhältnisse, das sind die Menschen, wie sich die Menschen verhalten in der jetzt lebenden Zeit.

Und je mehr sie der Menschheit dieselben schildern, desto eifriger und inniger steigt das Gebet empor aus den Herzen der treuen Kinder der Kirche. Die Gefahr, auf die sie aufmerksam gemacht werden, die sie wohl auch mit Augen sehen, geht manchem doch zu Herzen, und sie schicken sich an, mit mehr Eifer ihre religiösen Pflichten zu erfüllen.

Aber, Meine Kinder, aufzuhalten ist doch nicht alles, weil die Welt so gottlos geworden ist. Darum bittet nicht mehr, daß der strafende Arm aufgehalten werde, bittet vielmehr um die Gnade der Beharrlichkeit. Viele werden abfallen, auch von denen, die jetzt noch feststehen, in kommenden Zeiten, weil der Mensch, wenn er sich einmal daran gewöhnt hat, den Weg des Schlendrians zu gehen, lau und träge wird in allem, besonders aber lau und träge in seinen religiösen Pflichten. Und wenn der Mensch das Gebet unterläßt zur Zeit der Trübsal, dann ist es um ihn geschehen. Darum steht zusammen, nicht als ob ihr die Welt bekehren wollt, als ob ihr bestimmt seid, wie Missionare auszuziehen – steht zusammen, eins für das andere, jedes aber für sich, um sein Heil zu erwirken. Jedes sei ängstlich um seine eigene Person.“

Barbara: „Mein Jesus! Ist doch morgen Fronleichnamsfest, und Du sagst mir kein Wort von dem schönen Fronleichnamstag. Habe doch immer in früheren Jahren so große Freude gehabt, warum denn nicht mehr dieses Jahr? Hab gar keine Freude mehr. Mein Jesus, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! Siehe, viele schließen sich doch an, wenn auch manche es für Schwindel halten. Aber viele freuen sich doch und schließen sich enger an Dich an. O laß mir doch auch ein Wörtchen des Trostes zukommen von diesem schönen Fest. O zeige mir doch, wie im Himmel der Tag gefeiert wird.“

Jesus: „Nein, Meine Tochter! Du sollst heute diese Freude nicht erleben, weil Mein Herz so sehr bedrückt ist. Du sollst, und ihr alle sollt mit Mir neben der Freude dieses Festes doch auch den Schmerz mit Mir teilen. So viele Seelen gehen zugrunde, so viele Seelen fallen Satan in den Rachen, und Ich sollte nicht traurig sein? So viele Seelen, an denen Mein kostbares Blut klebt!“

Barbara weint bitterlich!

Barbara: „Ist das mein Geschenk, o Herr?“

Jesus: „Ja, ja, dies ist dein Geschenk, und dies ist euer aller Geschenk, und alle, welche die Schriften lesen, sie sollen wissen, daß Mein Herz mit Bitterkeit erfüllt ist und mit Schmach gesättigt.“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich für die Klosterfrau in N., die der Oberin so viele Sorgen und Kummer macht. Erbarme Dich ihrer, führe sie wieder zurück ins Kloster, damit sie doch dem Kloster keine Schande bereitet.“

Jesus: „Sie soll ihr nur befehlen, daß sie entweder das Ordenskleid ablege oder zurückkehre, wohin sie gehört, mit aller Entschiedenheit; denn eine Ordensfrau gehört nicht in die Familie hinein, sie gehört in ihr Mutterhaus, dem sie sich anvertraute. Der Oberin aber sage einen freundlichen Gruß, daß Ich mit ihr zufrieden bin mit der Leitung ihres Hauses. Und auch deinem Schwesterchen einen recht herzlichen Gruß. Sie soll aber, wenn sie wieder dir einige Zeilen schreibt, nicht mehr so kindlich sein; das könnte ihr übel aufgenommen werden. Das darf sie mit Mir oder am stillen Tabernakel, aber nicht in die Welt hinaus. Ich verstehe sie, und du verstehst sie auch, aber nicht alle Menschen verstehen es. Sie braucht aber nicht ängstlich zu sein, daß Ich mit ihr unzufrieden bin. Sie ist einmal in Meinem Reich deine Zwillingsschwester.

Nur aufwärts die Herzen, aufwärts, nicht mutlos sein, bei allem, was vorkommt. Auch ihr, Meine Kinder, auch ihr, den Mut nicht verlieren, aufwärts die Herzen; wenn Mutlosigkeit sich einschleicht, ist es nicht von Meinem Geist, ist es ein anderer Geist. So viele euresgleichen, die das Glück nicht haben, das ihr habt, denn nicht darauf kommt es an, welchen Weg der Mensch gehen muß, sondern darauf kommt es an, wie er denselben geht, wie er ihn wandelt. Wenn er einen noch so unebenen Pfad wandelt, der durch Hecken und Sträucher führt, über Felsen und Steine und Gestrüpp, daß er unbeirrt und festen Schrittes darüber steigt, darauf kommt es an, über all die Hindernisse weggehen.

Seht, die Hauptsache ist, daß ihr den festen Entschluß gefaßt habt, Mir treu zu bleiben, Mich zu lieben und Mir zu dienen, und daß ihr fort und fortwährend doch wieder eine Aufmunterung dieses eures Zieles habt, von Zeit zu Zeit. Sage N. einen herzlichen Gruß und auch deinen Schwestern, allen deinen Geschwistern, allen, die sich euch anschließen und zu euch halten, wenn auch nur dem Geiste nach. Denn allen, die sie lesen, Meine Worte, wenn auch nur aus Neugierde, kommt doch immer wieder ein neues Flämmchen Gottesliebe in ihr Herz, und sie fassen wieder neue Entschlüsse, Mir zu dienen. Sie alle lasse Ich herzlich grüßen. Mögen sie doch arbeiten dem großen Ziele zu, das Ich euch gesteckt habe und allen, die es mit euch halten, daß der Liebesbund sich ausbreite, die öftere Kommunion gefördert werde und die Leiden und Trübsale, die da von Tag zu Tag zunehmen, die Ich keinem Meiner Kinder ersparen kann, mit Geduld ertragen werden.

Daß Ich dir aber die Schönheit des Festes nicht zeigen kann, ist, weil du teilnehmen sollst an Meiner Schmach, an Meiner Trübsal. Ich kann Mich nicht freuen, obwohl Meine Kinder alles aufbieten, die treuen Kinder der katholischen Kirche, weil Ich alle Menschen erschaffen habe und durch Meine Schuld kein Mensch sollte verlorengehen. Allen Menschen gebe Ich hinlängliche Gnaden, daß sie selig werden können, und so viele, so viele haben Mich hinausgestoßen aus ihrem Herzen.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes!

Barbara: „Liebe Mutter! O bete Du meinen Herrn an statt meiner. Doch nur ein einziges Wort des Trostes, ein einziges Wörtlein sage Du mir. (Die liebe Mutter Gottes schweigt, Barbara weint.) Bin ich denn schuld? Warum denn, o Mutter? Und Sie wendet Sich um, und die liebe Mutter Gottes verhüllt Ihr Angesicht, als weinte Sie. O liebe Mutter, soll denn das das letzte Fronleichnamsfest sein, welches wir so feierlich mitfeiern können, weil Ihr alle Beide euch so abwendet? O wir arme, arme Menschen. Gegrüßet seist Du, Maria ...

O soll es denn vielleicht bis nächstes Jahr so schlimm sein, daß wir den schönen Tag nicht mehr feiern können? Laß doch nicht zu, daß das Heiligste Sakrament aus unseren Kirchen hinausgeschafft wird.“

Maria: „Ihr werdet bald sehen, Meine Kinder, warum Ich heute so traurig bin. Steht einmütig zusammen, wie Mein Sohn euch gesagt vorhin, eines für das andere, und jedes für sich. Versteht wohl diese Worte, betet füreinander, aber betet jedes für sich, daß es feststehe; denn es werden Tage über euch hereinbrechen, wo die Wellen der Trübsale über eurem Haupte zusammenschlagen und euch alle zugrunde zu richten drohen werden. Dann wird es gut sein, beten gelernt zu haben. Glückselig der Mensch, der da noch beten kann, und durch das Gebet der Gerechten werden die Tage abgekürzt. Aber es wird ein großes Jammergeschrei sich erheben, dergleichen in vielen Jahrhunderten noch keines ist gehört worden auf Erden.

Meine Kinder! Haltet diese Tage nicht in übermäßiger Freude. Bedenkt wohl, was Ich heute abend euch gesagt, und seid nicht allzu lustig (zu den zwei anwesenden Mädchen sagte Sie dies), obwohl es keine Sünde ist. Aber bedenket die traurigen Zeiten, die da kommen werden und die Gefahren, die euch bedrohen. Rafft euch auf, daß ihr, so viel ihr losbringen könnt, die Tage, wo das kostbare Blut Meines lieben Sohnes verehrt wird, beiwohnen könnt, um mit den anderen vereinigt, dieses kostbare Blut anzubeten, denn es wird eine Zeit kommen, wo ihr es nicht mehr tun könnt. Und betet recht für die Wahl (Reichstagswahl), für die Männer, die an die Wahlurne treten, daß doch wenigstens die treu bleiben, die noch treue Kinder der katholischen Kirche sind.“

Barbara: „O liebe Mutter, erflehe uns doch nur den Trost, daß wir auch in jenen schrecklichen Tagen uns irgendwo versammeln können, um mit Dir und Deinem liebsten Sohn zu verkehren.“

Maria: „Fürchtet euch nicht. In den Tagen tut, wie die Apostel taten, als der Herr von ihnen geschieden war. Flüchtet euch in ein einsames Haus und harrt aus im Gebet.“

Barbara: „Ach liebe Mutter, bezeichne uns doch das Haus näher.“

Maria: „Die Zeit kommt, wo Ich euch näher das Haus bezeichnen werde. Für jetzt haltet fest zusammen im Gebet. Zweifelt nicht, nicht im geringsten. Glückselig der Mensch, der im Glauben alles erfaßt, was ihn seinem Ziel näherbringen kann, der nicht nachhängt der gottlosen Welt, denn nur die fleischlich gesinnte Welt zweifelt, häkelt, das wäre nicht Gottes Wille, daß Er die Menschen aufmerksam macht, wenn große Gefahren drohen, nein – jederzeit! Gottes Wille ist es, daß Er euch aufmerksam macht auf die großen Gefahren, die euch bedrohen von allen Seiten, und so wie Er immer getan, wird Er Seine treuen Kinder beschützen.

Nehmt nur Lot, der unter den gottlosen Sodomitern wohnte, wie er durch einen Engel herausgeführt wurde aus diesen gottlosen Städten, er, der einzige mit seiner Familie, und bedenket, ob der Herr im Neuen Bund minder gut sei. Hat Er dieses im Alten Bund getan, wenn Er auch Sein Volk züchtigte, hat Er es doch immer wieder beschützt und in seine Rechte nach getaner Buße eingesetzt, so wird Er auch all den treuen Kindern der katholischen Kirche tun, wenn sie auch um alle ihre Rechte kommen sollten. Er wird aber nicht lange das Recht in den Händen Seiner Feinde lassen, Er wird ihnen das Szepter aus der Hand reißen und sie damit zerschlagen, und alle Seine treuen Kinder wieder einsetzen in ihre Rechte. Dies sollen alle glauben, die jetzt darüber spotten, aber sie werden es hart und bitter fühlen müssen. Tut, wie Mein Sohn euch befohlen.“

Barbara: „O erflehe uns doch schönes Wetter für die Prozession.“

Maria: „Es wird die Fronleichnamsprozession morgen gehalten. Seht euch nicht um, ihr, die ihr mitgehen könnt, gebt der gaffenden Menge das Zeugnis, daß hier nicht zu gaffen, sondern anzubeten sei, wenigstens tut ihr es, und diejenigen, die sich nicht daran beteiligen können, sollen im Geist die Prozession mithalten und sich innig in ihrem Herzen mit Mir unterhalten. Ich will dann mit euch allen zufrieden sein.“

Barbara: „O liebe Mutter! So einen traurigen Tag habe ich noch gar keinen gehabt. Was ist denn das? So ist es mir diese Woche schon einmal gegangen, wie ich für den Mörder gestern betete, warst Du auch so traurig. O liebe Mutter, was ist denn los? Du hast mir ein so dunkles Gefühl eingeflößt, daß ich mich gefürchtet habe.“

Maria: „Weil Ich dir zeigen wollte, Meine Tochter, daß dieses die Vorboten sind, wußte Ich ja doch, daß du wieder für einen frischen Sünder beten könntest, da dasselbe schon wieder in Mainz sich ereignet habe, und weil Ich weiß, daß dieses noch gar oft sich ereignen wird, darum war Ich so traurig.“

Barbara: „O ich kann heute nicht singen.“ An diesem Tag beglückte der Herr Barbara sehr nach der heiligen Kommunion. Da beklagte sich Barbara bei Ihm, daß Er Sich nach der heiligen Kommunion jetzt so selten ihr liebreichst mitteile, wie Er dies doch früher getan habe. Da sagte der Herr:

Jesus: „Du bist Mir auch nicht so treu wie früher, du läufst Mir immer davon! Sei du nur wie früher, denn Ich bin nicht anders geworden. Du läufst Mir immer davon.“

(Weil sie nämlich, obwohl sie die Vereinigung mit dem Herrn fühlt, in eine andere Kirche geht, um eine Segensmesse mitzunehmen.) Dann fügte Er noch hinzu:

Jesus: „Bei der Fronleichnamsprozession schließt euch nur aneinander an und vereinigt euch innig mit Mir und erhebt kein Auge, um die Gaffer zu beschauen. Es sollten zwar alle so tun, dann wollte Ich den Undank und die Lästerungen der übrigen nicht beachten, und Mir wäre der Schmerz versüßt. Ihr aber sollt Mir den Undank und die Treulosigkeit der Menschen ersetzen, und Mir Sühne leisten und den anderen ein gutes Beispiel geben.“

Am heiligen Pfingstfest zeigte der Herr Barbara ihre Seele in Gestalt eines schneeweißen Stück Tuches, das glänzte, und sagte:

Jesus: „Du sollst wissen, daß Ich deine Seele heute wieder in die Taufunschuld zurückversetze.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

243 Fronleichnamsprozession 1898

Als das Allerheiligste aus dem Dom herausgetragen wurde, fühlte Barbara, wie ihre Seele in Gestalt eines kleinen Kindes Jesu zulief. Während der ganzen Prozession sah sie, wie Jesus zwischen uns dreien einherging, aber gar nicht so freudevoll, wie Er dies in den früheren Jahren tat, sondern sehr traurig. Als der Segen auf der großen Bleiche gegeben wurde, kam von oben herab eine unzählige Menge himmlischer Geister, die Ihn umringten, voran der heilige Franziskus. Auch sah Barbara viele verstorbene fromme Seelen der Stadt, von denen einige einen großen Glanz verbreiteten und weithin leuchteten. Der Geist, welcher sie belehrte, sagte, daß das Fronleichnamsfest ein Sühnefest sei, um dem lieben Heiland die Unbilden zu ersetzen, und weil die jetzigen lebenden Christen sich so wenig daran beteiligten, so kämen die in die Herrlichkeit eingegangen Seelen herbei, um dieses zu ersetzen, und anstatt ihrer Verwandten Jesus anzubeten.

Inhaltsverzeichnis Band 3

244 Zweiter Freitag im Juni 1898

Lied: Aus Lieb verwundeter Jesu mein ...

Barbara: „Lobpreis und Dank sei jetzt und ohne End, dem Allerheiligsten, göttlichen Sakrament! Mein Jesus! Wie danke ich Dir für Deine unendliche Liebe und Herablassung zu uns armen Sündern. Mein Jesus! Wie bist Du so unendlich gut. Am Mittwochabend warst Du so ernst. Alle Züge und alle Gefühle Deines liebevollen Herzens, wie Du Dich mir mitteiltest, waren ernst, drohend und strafend. O mein Jesus! Halte ein den Arm Deiner göttlichen Gerechtigkeit. Siehe, wie Deine Kinder sich aufraffen und sich an Dich anschließen. Siehe, wie es doch den Menschen so leid ist, wenn Du züchtigen willst, wie sie sich doch fürchten vor der Strafrute. Wie das Kind, wenn es seine lieben, guten Eltern gekränkt und beleidigt hat, vor Furcht zittert und weint, so tun die Kinder der katholischen Kirche, weil sie sehen und immer wieder hören von allen Seiten, und weil auch die Zeichen so auffallend sind, als ob Du wirklich strafen wolltest, so fürchten sich doch alle Leute.

O Barmherzigkeit für uns arme Sünder! Ich vereinige mich mit allen frommen Christen auf Erden, die Dir Tag und Nacht Abbitte und Sühne leisten vor dem Allerheiligsten Sakrament, besonders mit den Anbetern des Heiligsten Sakraments, den Eucharistinern und Anbeterinnen und mit allen frommen Weltleuten, die sich Mühe geben, Dir Abbitte zu tun. Ich empfehle Dir alle meine lieben Geschwister und alle, die sich im Geist mit uns vereinigen, besonders meine beiden Mitschwestern. Du hast uns zusammengeführt, daß wir die Heiligste Dreifaltigkeit in uns versinnbilden sollen, so innig sollen wir leben, eins sein, obwohl dreifach in Person und in verschiedenen Familien, doch eins in der Wesenheit und in unserem Willen.

O ich bitte Dich, laß nicht zu, daß wir getrennt werden, daß Satan etwas in uns vermag. Ich empfehle Dir auch alle christlichen Familien, besonders die arme Frau, die mir heute abend so geklagt hat. O lenke doch das Herz dieses Kindes, daß er ein Dir wohlgefälliger Diener der heiligen katholischen Kirche wird, wenn er dazu Berufung hat. Ich empfehle Dir auch meine Schwester in N. und die ganze Genossenschaft, meinen Beichtvater, besonders den H.H. Bischof von Mainz, daß er den rechten Geist in den Schriften findet.

Sieh, ich will mich ganz seinem Willen unterwerfen, und wenn Du es bist, und ich glaube fest, daß Du es bist, dann lenke doch das Herz meines Bischofs, dem ich unterworfen bin, daß die Schriften bald gedruckt werden, Deine Worte, damit recht viele Seelen sehen, wie gut Du bist, wie Du mit jedem zufrieden bist, wenn er nur guten Willen Dir entgegenbringt, damit recht viele sehen, besonders die Armen und Notleidenden, wie reichlich Du belohnen kannst für das wenige Gute, wenn sie in Eintracht und Liebe zusammenleben und sich an Dich anschließen, Du ihnen es tausendfach vergelten willst. Darum nicht mir, sondern Dir alle Ehre.

Ich suchte gewiß nichts anderes als nur Deinen heiligen Willen, Dein Wohlgefallen in allen Dingen. Darum bitte ich Dich, solange ich lebe in diesem sterblichen Leben, laß nicht zu, daß jemals etwas vorkomme, wo ich mich über andere erhebe, auch nicht im leisesten Gedanken. Die Letzte will ich sein und bleiben, und mache auch, daß andere dies von mir denken und glauben. Dann aber, was Du in mir wirkest, bitte ich, daß es verbreitet wird, daß es mein Oberhirte genehmige, besonders das Priestertum; denn Du siehst, wie das arme, gläubige Volk sich aufrafft, wenn es ein liebes Wörtchen hört, daß Du wirklich und wahrhaft unter uns wohnest, daß dies nicht nur die Kirche lehrt und wir zum Glauben angehalten werden, sondern wir auch hie und da ein Zeichen Deiner wahrhaften Gegenwart und Deines Wohnens unter uns erhalten.

Deswegen bitte ich, daß Du die Priester in Mainz in Einheit und Frieden zusammenführst und haltest, daß sie in Eintracht und Liebe zu ihrem Bischof stehen und das Werk fördern, das er begonnen; denn er hat im Hirtenbrief alle Kinder seiner Diözese aufgefordert, daß alles, was die Ehre des Heiligsten Sakramentes vermehrt, doch recht gefördert werde, alle die Vereine, die darauf hinzielen, das Heiligste Sakrament zu verehren, alle Kinder herbeizuführen zu Seinem heiligen Tisch. Gib, daß auch alle die Priester die Gesinnung ihres Bischofs teilen, und die Mühe nicht scheuen, daß ihnen die Opfer nicht zu schwer werden, die sie bringen müssen, weil sie mehr Last haben. Segne auch alle ihre Mühe, damit sie nicht müde werden. Gib ihnen die notwendige Kraft, die Leibes- und Körperkräfte, damit sie ausharren in ihren vielen Arbeiten, die sie haben mit ihrer anvertrauten Herde. Mein Jesus, Barmherzigkeit für uns alle. Gelobt sei Jesus Christus!“

Jesus: „Ja, Meine Kinder, Ich muß euch schon eingestehen, daß Ich heute nicht gesonnen bin, eine Strafrede zu halten, euch in Furcht und Schrecken zu versetzen wie am Mittwoch. Ich bin nicht immer ein zürnender Gott, und der strafende Arm Meiner göttlichen Gerechtigkeit läßt sich leicht aufhalten, wenn Er nur guten Willen sieht, wenn nur Sein Volk umkehrt. Auch wenn sich nur die Gesinnung ihres Herzens wendet, bin Ich schon bereit, ihnen zuvorzukommen, alle ihre Sünden und Ärgernisse, die sie an Mir verübt, ihnen zu verzeihen. Ja, Ich versichere euch, kein Vater ist in der Schöpfung, der so viel Nachsicht hat mit seinen Kindern, auch wenn er der beste ist, wenn er alle guten Eigenschaften in sich vereinigt, wie Ich euer Gott und Herr. Habe Ich euch doch erschaffen zu Meiner Ehre und Verherrlichung, gewiß nicht zu eurem Verderben. Denn wenn Ich euch verderben wollte, hätte Ich ja euch zu Meiner Schande und Schmach erschaffen; dann wäre Ich ja ein ungerechter Gott.

Darum sollt ihr wissen, daß Mich die Kinder der katholischen Kirche, besonders die der Stadt Mainz, recht erfreuten. Wo zu loben ist, da muß Ich loben; wo zu tadeln, da muß Ich tadeln; und wo zu strafen ist, auch wenn Ich es noch so ungern tue, wo es nicht anders geht, da muß Ich strafen. Aber weh tut es Mir, unendlich weh, wenn Ich strafen muß. Denn wenn ein Vater sein Kind schlägt, schmerzt es ihn mehr, als es dem Kinde wehe tut, wenn es ein rechter Vater ist. Wenn dieses so ist bei einem irdischen Vater, warum nicht bei Mir, Der Ich der beste aller Väter bin.

Aber seht doch, Meine Kinder, seht doch, Meine Diener – wenn ihr nicht begreifen wollt, daß es wahr ist, daß Ich euch ermahnen will, daß Ich euch ermuntern will durch ein unmündiges Werkzeug –, ob es nicht wahr ist, daß Meine treuen Kinder eure Worte beachten, wenn ihr ihnen mit lieben Worten die Schönheiten Meines Herzens, die Liebe Meines Herzens vortragt, wenn ihr – anstatt zu spötteln und von Frömmelei zu reden auf der Kanzel – die Schönheit der Kirche preist, die Liebe Meines Herzens verkündet und die Gemeinschaft der Heiligen erhebt. Und wenn ihr das Volk hinweist und hinführt, daß es nicht allein steht, in dem heißen Kampf nicht verzagen soll, daß diejenigen, die ihnen vorausgegangen, ihnen beistehen, und wenn ihr das arme, gläubige Volk zusammenhaltet, zusammenführt zu einem Bund, der da ist und geschlossen ist im Heiligsten Sakrament, wie dann das arme gläubige Volk lauscht euren Worten und glaubt, wie es dann diesen Glauben zum Ausdruck bringt, wenn es gilt, Meine Ehre zu befördern, den Glauben offen und frei zu bekennen, wie dieses am gestrigen Tag wieder der Fall war.

Ja seht, wer sind sie denn, die sich beteiligen, wie Ich euch schon oft gesagt, die unter eurer Kanzel stehen, wenn ihr predigt, das heilige Opfer feiert? Es sind die Armen, das arme, gläubige Volk. Wenn auch hie und da ein Gebildeter sich einschleicht, sieht er sich nach rechts und links doch um, ob er noch einen seinesgleichen sehe und schämt sich. Dieses Volk aber scheut sich nicht, und deswegen habe Ich Meine Freude an ihm, und Ich möchte es retten.

O die armen Kleinen, das arme, verwaiste Volk! Verwaist ist es, es ist hinausgestellt aus dem Vaterhaus in die Fremde. In der Fremde muß es sein Brot verdienen. Die Fremde, das sind die gottlosen Werkstätten und Schulen, wo überall der Unglaube gepredigt wird. Wo kann da das arme Volk noch guten Boden fassen in seinem Herzen, wo das Erdreich immer mit Unkraut besät und schlechter Samen hineingeworfen wird. Und darum, weil das arme Volk in der Fremde steht, fern vom Vaterhaus, habe Ich Mitleid und ganz besonders Mitleid mit ihm und Ich habe ein Mittel ersonnen und möchte dieses von allen angewendet wissen, die sich noch zurückführen lassen.

Dieses Mittel ist, was Ich euch schon oft und oft gesagt, das Band, das Ich um euch schlingen will in der heiligen Kommunion. O kehre zurück, du armes Volk, ins Vaterhaus, damit Ich Mich mit dir wieder freuen kann. Bringt Mir die Kleinen wieder herbei; ihr Väter und Mütter, bringet Mir eure Kinder wieder, wie ihr sie Mir gebracht, als Ich auf Erden wandelte unter euch.

O am Abend will Ich sie euch noch segnen und sie euch zurückgeben mit Meinem Segen ausgerüstet, und keines wird verlorengehen. O führet sie Mir doch zurück!

Die gottlosen Schulen! O wäre es doch möglich, daß die Christen so vieler Regenten wieder bewirken könnten von ihren Vorgesetzten, daß Meine Kirche wieder so viel Gewalt erhalten würde, daß sie die Schulen in die Hände bekäme, daß die konfessionslose Schule aufhören würde, und die Kinder von dem Glauben an Mich, an Meine Gottheit, vom Glauben an Meine heilige Mutter beseelt, aus der Schule heraustreten würden in die Werkstatt Leben, in das öffentliche Leben, ja dann, ja dann würde eine andere Zeit kommen.“

Barbara: „Dieses, Gott sei Dank, wird ja angestrebt, mein Jesus. Siehe, wie sich die Priester alle Mühe geben. Soviel ich schon selbst vernommen, wird sehr darauf hingearbeitet, um die Kinder gut zu erziehen, die Schulen christlich zu machen. Gib Du nur Deinen Segen dazu und die Kraft, daß sie vor die Mächtigen treten, und es wird gewiß eine andere Zeit wieder kommen.

Mein Jesus! Du hast am Mittwoch so drohend gesprochen, wir fürchteten uns vor der Rede, wenn wir es bedenken, daß so schreckliche Zeiten über uns kommen sollen. O ich getraue mich nicht mehr zu beten um Abwendung der Strafgerichte und doch, wenn ich daran denke, entschlüpft mir ein leiser Seufzer, und ich muß immer und immer wieder bitten.

O wenn wir zusammenstehen, hast Du doch gesagt, wenn in Sodom nur fünf Gerechte wären, würdest Du die Stadt verschonen. Sieh doch, es gibt doch in Mainz und so auch überall viele fromme Seelen. In Frankreich und überall rafft sich das Volk so auf, und es sei eine Begeisterung in der Welt, es gibt also noch viele Gerechte. Hast Du mir doch schon oft gesagt, wenn der Mensch seine Sünden bekennt und sich an Dich anschließt, Du mit ihm zufrieden seiest, und Du ihm dann alles ersetzen wollest.“

Jesus: „Ja, seht Meine Kinder, aber im großen ganzen ist doch die Welt gar so gottlos; dies sind nur einzelne Personen, wie du Mir soeben gesagt. Ja, das ist wahr, aber wie viele, wie gar so viele gibt es gegen dieses kleine Häuflein. Siehe dir die Mächtigen und Großen der Erde an, sieh dir all die an, die an der Spitze stehen, die das Gute befördern sollen. Siehe an den Schulen, den Universitäten die gottlosen Lehrer, die da aus dem armen Volk, den Jugendlichen, jeden Keim herausarbeiten, und wehe einer Familie, auch wenn sie die beste ist, die gläubigste, wenn sie einen Sohn in die Hochschule schickt, an Universitäten, er ist verloren, auch wenn der Keim noch so gut gelegt ist. Bis er aus der Schule heraustritt in die Welt und er seine Lebensaufgabe lösen soll, ist er ein ungläubiger Mensch geworden.

Das Gift, das hineingeträufelt ist, breitet sich dann aus im Mannesalter, und daher kommt es, daß bereits alle die Staatsmänner, die Großen, nichts mehr in sich haben, als nur die Furcht vor dem Umsturz. Wenn sie Meinen Dienern nachgeben, ist es nur noch die Furcht vor ihrem eigenen zeitlichen Verderben. Sie wollen nur den Thron nicht einbüßen und das Szepter und die Stellung, die sie bekleiden. Alles andere kümmert sie wenig. Um Religion kümmert sich niemand mehr, und dieses sind doch diejenigen, denen Ich Mein Volk anvertraute, die Mein Volk beherrschen und regieren sollen. Sie vertreten Meine Stelle hienieden, und doch dienen sie und führen sie Mein Volk einem ganz anderen Herrn zu, einem anderen Herrscher.

Darum spreche Ich so drohende Worte, und solange es nicht einige wenigstens gibt, wie zu allen Zeiten, die Mir mit gläubigem Herzen dienen, kann Ich nicht zufrieden sein mit Meinen Geschöpfen. Das Kaiserreich Österreich war ein gutes, treues Kind der katholischen Kirche; das Königshaus Bayern war ein gutes, treues Königshaus der katholischen Kirche. Das Kaiserreich Frankreich ebenso, und nun, Ich muß es sagen, es ist ganz anders geworden; gestürzt habe Ich das Kaiserhaus in Frankreich, weil es Mir nicht mehr diente. Stürzen werde Ich alle diejenigen, die Mir einst angehörten und Mir jetzt nicht mehr angehören. Weil sie Mir nicht dienen wollen, sollen sie auch nicht herrschen über Mein Volk, und gestraft muß das Volk Gottes werden, damit es wieder glaube und bekenne, daß Ich der alleinige Herr bin, ihr Gott.“

Barbara: „Mein Jesus, Barmherzigkeit für die Völker! Wir glauben, o Herr, daß Du die Macht hast, uns zu züchtigen, zu strafen, wir glauben aber auch, daß Du ein gar guter Gott bist. Wir wollen diesen unseren Glauben bekennen, solange wir leben, und mit uns stehen doch gar viele in Verbindung. Siehe, es gibt so viele gute, treue Katholiken. O verschone dein Volk! Siehe, es werden doch kleinlauter die übrigen, die seither so groß geschrien haben, man hört nicht mehr so viel Spottreden.

O fahre fort, und es wird gewiß wieder besser, halte ein den strafenden Arm Deiner göttlichen Gerechtigkeit, führe immer mehr Kinder der katholischen Kirche zu, verbreite die Worte, die Du zu uns sprichst, recht weit in der Welt, damit das arme, gläubige Volk sich immer inniger an Dich anschließe, und habe Nachsicht und Geduld. Siehe, wie die Priester sich abmühen Tag und Nacht und nur danach sinnen, wie sie Dich verherrlichen, wie sie das arme Volk herbeiführen können zu Dir, und wie die Gläubigen ihrer Stimme folgen. O habe Erbarmen, o Herr, verschone Dein Volk, gedenke, daß Du uns nicht verwerfen kannst, ohne daß der Wert Deines kostbaren Blutes an uns verlorengehe.“

Jesus: „Komme, Meine Tochter, komme! Ich will dir zeigen, wie Mir ersetzt wird, was Mir die Menschen auf Erden versagen. Am Mittwoch konnte Ich es nicht, weil Mein Schmerz zu groß war, und du diesen Schmerz mit Mir teilen solltest, damit du dich am heiligen Fronleichnamsfest um so eifriger und inniger an Mich anschließest. Aber heute will Ich es dir zeigen.“

Barbara: „O mein Jesus! Ehre, Lob und Verherrlichung sei dem Lamme! Heilig, heilig, heilig, bist Du, unser Herr und Gott! Wer ist denn die Jungfrau, die so festlich geschmückt ist, mit einem eigenen Kranz von Jungfrauen umgeben ist?“

Jesus: „Dieses ist die Jungfrau Juliana, der Ich das Geheimnis offenbarte, daß Ich wünsche, daß das heilige Fronleichnamsfest in Meiner Kirche eingesetzt und gefeiert werde. Siehe, diesen Triumphzug feiert sie auf besondere Weise mit. Sie wird auf besondere Weise von den Himmelsbewohnern geehrt, weil sie sich dafür hergab, all die Spottreden zu ertragen, die man ihr zuwarf, als sie es offenbarte, daß Ich ihr dieses Geheimnis erschlossen habe. So werden alle diejenigen geehrt, die treu Meinen Willen vollziehen, auch wenn es der armseligste Mensch ist; wenn er aber seine Aufgabe löst, die Ich an ihn gestellt, dann wird er hochbegnadigt vor den Augen des ganzen himmlischen Hofes.

Mit Wohlgefallen ruht das Auge Meines himmlischen Vaters und aller Himmelsbewohner auf ihm; denn er bewirkt durch diesen einen Akt, daß er diese Aufgabe, den Willen seines Herrn erfüllt, viele, viele Tugendakte. Er wandelt auf dem Weg, den Meine heilige Mutter gegangen ist; denn Meine heilige Mutter war nur die Mutter Gottes durch Ihren lebendigen Glauben. Sie glaubte fest und unerschütterlich, daß bei Gott kein Ding unmöglich ist, daß, obwohl Sie Jungfrau bleiben wollte, und das Gelübde der Keuschheit abgelegt hatte, Sie doch Jungfrau bleiben könne, obwohl Sie Ehefrau wurde, Sie glaubte es. Ähnliche Tugendakte wirkt jede Seele, die glaubt, daß Ich Großes in ihr zu wirken imstande bin, obwohl sie sich noch so unvollkommen sieht, und diesen Glauben belohne Ich so sehr, daß Ich sie, auch wenn es die ganze Welt nicht ahnt, zur höchsten Stufe der Vollkommenheit emportrage. Auch Meine Dienerin Margareta Maria Alacoque war ein armes, unwissendes Mädchen, dir Mir auch nicht immer diente – wie die meisten Adamskinder.

Darum rufe Ich euch immer und immer wieder zu: Die Mutlosigkeit ist das Allerschlimmste an den Kindern der katholischen Kirche. Wenn sie sich so unvollkommen sehen, dann sind sie entmutigt. Sie geben dieser Mutlosigkeit nach, und Satan benützt die Zeit gar wohl; sie werden lau und fallen schließlich von Mir ab. Diese Mutlosigkeit der jetzigen Menschheit, nämlich der Kinder der katholischen Kirche einzudämmen, deshalb habe Ich dich erwählt, du armes, unwürdiges Werkzeug in Meiner Hand. Sie sollen doch sehen, wie armselig du bist, sie sollen sehen, wie wenig Ich verlange, daß niemand den Mut verliert. Alle Heiligen, die jetzt den Himmel füllen, waren auch nicht in einer Stunde heilig; sie alle mußten den Weg gehen, den du gehst; und nur, weil sie starkmütige Menschen waren – nicht mutlos, nicht schwachen Mutes, sondern starken Mutes – sind sie das geworden, was sie jetzt sind. So auch diese, die Ich dir hier vorführe.

Harret aus, ihr Kinder, ihr Schwestern und Brüder! Harret aus und freuet euch auf das Herz-Jesu-Fest! Dort werden wir zu euch kommen mit einer großen Schar. Denn es ist wahr – sagt es nur euren Brüdern und Schwestern, sagt es auch den Dienern der Kirche – es ist wahr, daß es eine Gemeinschaft der Heiligen gibt. Die Kirche lehrt es so, und die Erfahrung bestätigt es; wir sind immer mit euch verbunden. Wenn die Kirche Gottes ein Fest begeht, dann feiern wir es mit euch unsichtbar, und nur derjenigen Seele sichtbar, die mit gläubigem Herzen alles erfaßt, was die katholische Kirche lehrt.“

Barbara: „O lieber Heiland! Dieses siebzehnjährige Mädchen möchte so gern zu den Missionsschwestern. Weil man von den vielen Armen heutzutage so hintergangen wird, weiß ich gar nicht, ob ich ihr dazu verhelfen soll.“

Jesus: „Säume nicht. Gehe hin zu N.N. und zu einigen Reichen, die Ich mit zeitlichen Gütern beschenkt; auch Frau N. wird ihren Beitrag geben, und hilf dem Mädchen.“

Barbara: „Mein Jesus, gib doch auch N. ein Wörtchen des Trostes!“

Jesus: „Liest er ja doch die Schriften und sieht und hört die Liebe Meines Herzens. Sieht er ja doch, daß in erster Linie Ich Mich immer an die Priester wende, die ein gläubiges Herz Mir entgegenbringen, und ganz besonders Mein Auge auf demjenigen ruht und Meine Hand ihn ganz besonders beschützt, der dieses Band, das Ich da um die Menschheit schlingen will, erweitert, der es ausdehnt.

Ja, warum sollte Ich denn nicht mit ihm zufrieden sein? Ich gab ihm nur diese Antwort, weil Ich will, daß jeder mit dem, was Ich ihm sage, genug habe, genug zum Nachdenken, und daß Ich schon jedem Selbst antworte. Er soll nur die Schriften recht lesen mit Bedacht, dann hat er seine Antwort schon gefunden auf alle seine Fragen.

Deine Schwester soll sich aber nicht entmutigen lassen und auch der Priester nicht. Sie sollen arbeiten wie seither und feststehen im Glauben. Wenn sie auch nicht glauben wollen, weil sie nicht sehen, dann sollen sie doch glauben, weil Meine heilige Mutter auch glaubte, ohne zu sehen. Und nur den Glauben kann Ich belohnen, nur der Glaube macht euer Verdienst aus, und die Ewigkeit ist lang genug zum Schauen. Dort werdet ihr alles, wenn der Schleier fällt, durchdringen, schauen, was Ich hienieden mit euch gesprochen, was ihr nicht durchschauen könnt.

Darum lebt wohl! Wenn Ich wiederkomme, dann bringe Ich euch eine ganze Schar mit, die euch recht erfreuen soll. So wie Ich mit dieser Meiner Dienerin verkehre, so verkehrte Ich mit mancher Seele, und viele glaubten und teilten auch den Trost. Andere, die nicht glaubten, haben auch die Gnade nicht erfaßt, und deswegen auch den Trost nicht. Ihr aber sollt alle überfließend Trost haben, welche die Worte glauben, die Ich durch Meine Dienerin rede.“

Jetzt kam die liebe Mutter Gottes.

Maria: „Meine Kinder! Ich bin nur gekommen, um euch Meinen Dank auszusprechen, daß ihr euch so Mühe gegeben, Meinen Sohn zu ehren an Seinem Triumphfest; denn das heilige Fronleichnamsfest ist das Fest des Triumphes, wo Er siegt über alle Seine Feinde in Seiner heiligen Kirche. Seht, zähneknirschend steht der Feind euch gegenüber, wenn ihr diesen Triumphzug mitfeiert, und niemand wagt es, ihn zu verhindern, und es kann ihn auch niemand verhindern. Darum freut es Mich sehr, wenn Ich sehe, wie es Seelen gibt in der Welt, die Meine Stelle vertreten, die sich freuen an dem Werk Meines Sohnes, an der heiligen, katholischen Kirche, und Ihn zu ehren und zu verherrlichen suchen.

Darum möchte Ich all den gläubigen Christen hier in der Stadt, die sich recht Mühe geben, auch nach außen hin ihren Glauben zu bekennen, einen freundlichen Gruß senden, aber leider ist dies euch derzeit nicht möglich, weil es euch verboten wurde; aber den eurigen und all denjenigen, wohin ihr die Erlaubnis habt von eurem Bischof, überbringt einen freundlichen Gruß.

Zur jetzigen Zeit, wo es der Welt so not tut, seinen Glauben zu bekennen, kann der Christ kein besseres Werk verrichten, als wenn er diese seine Überzeugung nach außen hin an den Tag legt. Wie gut dies ist, könnt ihr sehen am allerbesten an eurem eigenen Haushalt.

Seht, es wagt niemand mehr zu spotten, seitdem die ganze Familie offen und frei auftritt, ihren Glauben vor den Gottlosen zu bekennen. Mit Scheu stehen sie von fern und bewundern im stillen des Herzens den Freimut dieses Hauses. Seht, wenn es alle Christen so tun würden, es würde bald anders aussehen, das Erdreich würde sich umgestalten, das Erdreich der Kirche.“

Barbara: „O liebe Mutter, gib doch, daß jene nicht so ängstlich sei!“

Maria: „Dies wäre auch Mein Wunsch! Gläubiger unterwerfen soll sie sich, ihren Verstand dem Glauben. Sie kann viel Gutes wirken unter Meinen Kindern. Wenn sie sich treu anschließen will, will Ich ihr beistehen, will Ich dafür sorgen, daß die Angst aus ihrem Herzen verschwindet. Dieses hängt alles zusammen mit dem Willen Meines Sohnes, weil Er sie heiligen will; und eine Prüfung muß der Mensch durchgehen, eine Prüfungszeit, um seinen Glauben zu bekräftigen in sich, durch Seinen Glauben auch den Mut zu erlangen, dessen er bedarf, um den Weg zu gehen, den der Herr ihn führen will.

Der Glaube muß Nahrung haben wie alle Pflänzchen, die im Menschenherzen zuerst gedeihen müssen, und dieses zarte Pflänzchen, obwohl es tief wurzelt, bis es dann zu einem schönen Baum emporwächst, braucht deswegen eine kräftigere Nahrung als alle übrigen Tugenden.

Darum muß der Mensch eine tiefe Demut erfassen, er muß sich befleißigen, Demut zu üben, Demütigungen geduldig zu ertragen. Dies ist ein kräftiges Nahrungsmittel für den Glauben. Er muß zweitens sich auch bemühen, manches Opfer sich aufzuerlegen. Opfergeist muß er besitzen. Dieses ist das zweite Mittel, um den Glauben zu kräftigen und emporzubringen. Und das dritte Mittel ist, daß er diesen Glauben recht tief begieße und betaue durch das Gebet, dieses Pflänzchen. Und wenn sie dieses tut, dann verspreche Ich ihr, auch das Meinige zu tun; ist es ja doch eine sittenreine Jungfrau, für was so fürchten?“

Am 15. Juni, am Tage vor der Wahl, kündigte der Herr bei der heiligen Wandlung an, daß, obwohl die Sozialisten glauben, daß ihre Partei siegen wird, Er uns ankündige, damit man erkenne, was das Gebet der treuen Seelen bewirke, daß das Zentrum siegen werde, um des Gebetes der treuen Seelen willen, und sie sollen es wissen, daß Er es sei, der alles lenke und leite.

Inhaltsverzeichnis Band 3

245 Fest des Heiligsten Herzens Jesu 1898

„Es ist die Zeit der Verwirrung und Zersplitterung in allen Schichten der Menschheit. Was der eine aufbaut, reißt der andere nieder.“

Lied: Sei im Jubelschall erhoben ...

Barbara: „Preisen will ich Dich aus meinem ganzen Herzen, alle Deine Wunder will ich erzählen, rühmt euch im Namen des Herrn. Erfreuen sollen sich von Herzen diejenigen, die den Herrn suchen. Erhöre mein Gebet, o Gott der Güte und Liebe, und tue Dich dem Verlangen meines Herzens auf, und laß mich eingehen in die Kraft des Herrn und schauen, wie lieblich Du, mein Gott und Heiland, bist. Laß mich ruhen hier wie in einer festen Burg. Hier thront der Friede Gottes, der alle Begriffe übersteigt, hier wird das Herz bis zu den ewigen Wohnungen entzückt, wo Du mit Gott, dem Vater, als gleicher Gott lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Ich sehe meinen süßen, lieben Bräutigam und an Seiner Seite eine Öffnung. Innerlich ist alles wie eine wunderschöne Wohnung. Von außen ist Er anzusehen wie immer, liebenswürdig, wie kein Mensch mit Ihm zu vergleichen ist. Unaussprechlich majestätisch leuchtet Sein Blick; Sein Mund, Sein honigsüßer Mund ist so von Liebreiz umflossen, wie wenn Er sprechen wollte. Aber wenn ich hineinschaue in diese Öffnung, sehe ich einen Raum, in dem viele, viele Menschen sich befinden.

„Mein Jesus! Wer sind denn diejenigen, die ich da in Deinem Herzen erblicke? O laß auch uns hinein! Ja, hier ist es gut sein. Hier, hier will ich bleiben, o Herr! O laß mich nicht mehr entschlüpfen, mach das Türchen zu! Ich will nicht mehr hinaus! Ich will hier bleiben. Mein Jesus! O mein Jesus!“

Jesus: „Siehe, das ist die Gesellschaft, die Ich dir versprochen habe. Es sind die Auserwählten alle, die Ich schon berufen habe, in Meine Herrlichkeit einzugehen. Sie alle gingen ein durch dieses kleine Pförtchen, durch Mein allersüßestes Herz in diese Wohnung, und auch ihr seid bestimmt, durch dieses Pförtchen hindurchzugehen in diese Wohnung.“

Barbara: „Ich grüße dich, o liebe, heilige Barbara, im Namen meines himmlischen Bräutigams Jesu Christi! Ich grüße dich, o liebe, heilige Katharina, im Namen meines himmlischen Bräutigams Jesu Christi! Ich grüße dich, o liebe, heilige Agnes, o liebe, heilige Elisabeth, o lieber, heiliger Antonius von Padua, mein vielgeliebter Bruder. Siehe, ich habe gar oft deinen Altar geziert in meiner Heimat. Ich habe mir Mühe gegeben, dich recht zu erfreuen, aber am Schluß, als ich meine Heimat bald verlassen wollte, hast du mir gezeigt, welchen Weg ich gehen müsse. Ich danke dir dafür, o lieber Heiliger. Ich bitte dich jetzt, wo ich schon weiter fortgeschritten, denn ich habe mir alle Mühe gegeben, nur allein meinem Jesus zu gefallen, und jetzt, da der Herr auf innige Weise mit mir verkehrt, – denn ich glaube fest, daß es der Herr ist, mein lieber Bruder – jetzt fühle ich eine solche Kälte und Verlassenheit um mich her, daß es mir angst und bange ist vor einem weiteren Fortschritt.

Lieber Bruder! Komm mir zu Hilfe. Ich habe nicht die Heimat verlassen, um dich zu verlassen, ich habe dich mitgenommen, du sollst mir beistehen. Siehe, ich habe allem entsagt, meinem irdischen Bräutigam, meinen Geschwistern. Der Herr hat mich in die Fremde gestellt, den Bruder hat Er mir von der Seite weggerissen und mich einer Schwägerin anvertraut. Ich habe also nichts, was mich noch an diese Erde fesseln könnte, und doch bin ich so kalt und lau und verlassen, daß ich nicht mehr weiß, wo aus und ein.“

Antonius: „Fürchte dich nicht, meine liebe Schwester, ich bin noch dein Bruder. Wenn du auch deine Heimat verließest, du bist ja einem frommen Zug gefolgt. Siehe, ich bin bei dir und werde bei dir bleiben, ich werde dich begleiten auf deinem weiteren Lebensweg. Fürchte dich also nicht!“

Barbara: „Und du, lieber heiliger Vater Franziskus, auch dich grüße ich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, und ihr alle, die ihr hier zugegen seid, euch alle grüße ich durch das allersüßeste Herz Jesu Christi. O helft uns armen Erdenpilgern, die wir noch nicht eingegangen sind in diese glückselige Wohnung.“

Und sie wünschen sich alle gegenseitig Glück zu der großen Gnade, die sie besitzen. Sie alle sind geschmückt mit golddurchwirkten Kleidern, schimmernd und glänzend. Ich habe noch keine Edelsteine gesehen. Aber wie sie uns beschrieben werden, müssen sie so sein. Wie mit Edelsteinen besetzt sind die Kleider, von so kostbaren Blumen und goldenen Fäden durchwirkt, daß nichts so gedacht, noch ausgesprochen werden kann. Verklärt sind all die Züge, alles ist himmlisch an diesem Ort.

„O wie unaussprechlich glücklich seid ihr! O ich grüße euch alle durch das allersüßeste Herz Jesu Christi, im Namen aller meiner lieben Angehörigen, meiner teuren Schwestern, die der Herr mir gegeben, der Priester, die sich im Geist mit mir vereinigen, besonders im Namen von N. und N..

Ich grüße Dich aber auch in Vereinigung mit all diesen himmlischen seligen Geistern, die Du mir heute vorführst, aller Menschen, die nicht an Dich glauben, die Dich verlassen und andere Wege gehen. O wir geben uns schon Mühe, um recht viele Seelen für Dich zu gewinnen, aber unsere Armseligkeit ist halt doch schuld, daß wir so wenig fertigbringen.

Aber siehe, alle, welche die Schriften lesen, glauben doch fest und werden befördert in der Liebe Gottes, in der Liebe zu Dir. Sie alle warten auf ein liebes Wörtchen von Dir gesprochen, um sich neu zu bestärken auf ihrem Lebensweg. Besonders sieh auf die Mitglieder meiner Familie, wie sie sich Mühe geben, Dir zu gefallen. O laß sie nicht irre werden, wenn sie hören und sehen, daß es so viele gibt, die nicht daran glauben, die darüber lachen und spotten. Laß nicht zu, daß es ihnen begegnet, von Priestern irregeleitet zu werden.

Sieh, o Herr, der Glaube knüpft sich doch nur daran, wenn die Kirche glaubt. All die guten, treuen Christen hängen mit solch fester Überzeugung an der heiligen Kirche, daß sie nur dann erst glauben, daß Du in einem Menschen wirkest und redest, wenn es die Kirche glaubt. Die Priester und auch ich bin so, auch mir kommen die Zweifel und die Ängste von Tag zu Tag mehr, wenn ich sehe und höre, daß die Priester daran zweifeln und es verwerfen; denn auch ich will nur glauben, was die heilige, katholische Kirche lehrt und zu glauben befiehlt. Darum nimm es mir nicht übel, o Herr, wenn ich lau werde, nachlasse im ersten Eifer.

Es kommt daher, wenn ich höre, daß auf der Kanzel alles so leicht gemacht wird, wenn diejenigen, die ihr Leben fast geopfert haben aus Liebe zu Dir, die nichts mehr wollen, als Dich lieben und Dir dienen, unterdrückt und hintangesetzt werden, wenn es heißt, daß viele in die Kirche gehen, das Bänkedurchdrücken sei Nebensache, sei nicht notwendig.

Sind doch alle diejenigen, die gern in die Kirche gehen, nur die besten, die gläubigsten Kinder der katholischen Kirche, an denen man sich anklammern und erbauen kann und muß. Soll man sich denn an den Lauen erbauen können, die nur sorgen für das Zeitliche? Ja, Herr, dann will ich es heute von Dir wissen und mir nicht mehr so viel Mühe geben, dieses geistige Leben zu verbinden mit dem weltlichen. Mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Meine Kinder! Diese alle, die du da siehst, die du so beglückwünschtest, mußten alle den Weg gehen wie ihr. Es ging ihnen auch nicht besser. Habe Ich dir nicht gezeigt, wie es deinem Bruder erging? Siehe, er war ein Mann nach Meinem Herzen, nach dem Herzen Gottes, und doch war er so verkannt, daß man ihn nur aufnahm, weil er keine andere Stätte gefunden hatte, weil alle ihn flohen und ihn nebenan sitzen ließen. Er war allen zu einfältig, zu tiefgläubig fromm. Und dieser, der ihn da mitnahm in sein Kloster, nahm ihn nur halbwegs aus Mitleid mit, halbwegs, weil er sich notgedrungen fühlte als Vorgesetzter; denn alle waren ja fortgegangen, und er war doch ein Ordensmann, er mußte doch einem Vorgesetzten unterstellt sein. Hast du nun gesehen, wo er seine Freude suchte? Nicht wahr, am stillen Tabernakel.

Dort, dort war seine Wohnung, sein Lieblingsplätzchen, recht nah an Meinem Herzen. Jene aber, die es nicht mit ihm halten wollten, hatten nur ihren Spott an ihm, und wenn es galt, ihn klein zu machen, ihn anzuschwärzen, da war man bei der Hand, da wußte man viel zu erzählen. Dieses alles diente aber deinem Bruder nur zum Fortschritt im Guten, immer weiter vorwärts kam er, immer tiefer hinein in Mein Herz, und er bereute es nicht. Siehst du, wie sie sich gegenseitig Glück wünschen?

Darum aufwärts die Herzen! Aufwärts! Nicht mutlos werden! Auch ihr, Meine lieben Töchter, nicht mutlos werden, aufwärts die Herzen! Nicht mehr lange und ihr seid am Ziel. Ihr steht an der Pforte, um einzugehen in dieses liebe, göttliche Herz, das euch so warm entgegenschlägt. Alles das muß euch nicht beirren, nicht irremachen. Ihr seid wohl nicht gemeint, nur diejenigen sind gemeint, die sich von jedem Windhauch hin- und hertreiben lassen, die gleich damit zufrieden sind, wenn ein Wort ihrer Lauheit, ihnen zu Gefallen gesprochen wird.

Denn derjenige Priester, der auf der Kanzel steht und das Gute tadelt, das da geübt wird unter den treuen Kindern der katholischen Kirche, der befördert nur die Lauheit und will den lauen Christen zu Gefallen reden. Dieser schadet Meinem Herzen mehr als tausend schlechte Katholiken, die schon von Mir abgewichen und dieses Mein armes Herz, das doch für alle Menschen – auch für die Gottlosen – schlägt, schon verlassen haben, da er, statt das Flämmchen der Gottesliebe anzufachen, das da noch hie und da in einem Menschen flammt, glimmt, wenn er schon halbwegs abgewichen ist vom rechten Weg, es vollends auslöscht.

Aber ihr alle werdet noch die Früchte sehen. Ihr müßt nicht mutlos werden, denn Ich verlange, den Liebesbund einzurichten in Meiner Kirche und nicht vergebens. Ich will, daß in diesem Bund das gläubige Volk mit den Priestern, und die Priester mit dem gläubigen Volk Hand in Hand gehen, sich gegenseitig erbauen und ermuntern. Denn wie das Priestertum gekränkt und getränkt ist von Schmach und Lästerung von der gottlosen Welt, das gläubige Volk dann das Priestertum wieder aufrichten, halten und stützen muß, denn nur um der gläubigen Christen willen leben sie und streben sie, Mir zu gefallen, so muß wiederum das gläubige Volk von dem Priestertum gehalten und aufgemuntert werden, wenn Tage der Mutlosigkeit hereinbrechen, über sie kommen.

Denn sie alle sind noch Menschen, Adamskinder, sie haben freilich noch ihre Fehler, wenn sie auch noch so sehr sich Mühe geben, Mir anzuhangen, sind sie immer noch Menschen und noch nicht eingegangen durch die Pforte, die Ich dir gezeigt, und sie brauchen Ermunterung und Stütze, und dafür habe Ich das Priestertum eingesetzt, um den Glauben zu beleben, die Hoffnung zu bestärken und das Vertrauen, im Vertrauen alle Menschen zu ermuntern, die Guten nämlich, die noch fest glauben an Mich und Mir dienen wollen. Meine Kinder! Wundert euch nicht, daß solche Zeiten über euch kommen, wo ihr nicht mehr wißt, woran ihr euch halten sollt, wo all das gute Streben euch verleidet wird durch einige Meiner Diener.

Es muß dies alles so kommen, um eure Verdienste zu mehren. Denn nur der Baum steht fest, der im Sturm aushält, und darum: der so geschüttelt und gerüttelt wird, daß selbst die Wurzeln gelockert sind, der dann aber doch wieder ruhig stehen bleibt und um so tiefer anschlägt in seinen Wurzeln, das ist der Baum, den Ich hinüberpflanzen will in Mein Reich, unter dessen Schatten viele Schutz suchen sollen, wenn Hagel und Stürme hereinbrechen über die Menschheit.

Solche, die auf der Kanzel das Gute so bekämpfen, das einige Kinder der katholischen Kirche mit großen Opfern und saurem Schweiß sich erworben, die packen den Baum an der Wurzel an, um das Gute zu verdächtigen in dem Menschen selbst. Jeder Mensch, auch der beste, weil er fest hängt an der Kirche und glaubt, was sie in ihren Priestern zum Glauben vorstellt, der wird dann wankelmütig in seinen guten Vorsätzen, wenn er so eine Predigt, die das Wort Gottes doch ist und sein soll, anhört.

Er wird wankelmütig, sage Ich, denn gar manches arme Weib, das in ihrer Familie steht und Tag und Nacht sich abhärmt mit ihrer Familie, und das hie und da noch einen Mann hat, der es abhalten will vom Guten, der es nur ausnutzen will zu seinen Diensten, Tag und Nacht soll es stehen unter dem Dienste dieses Mannes, wenn nun dieses arme Weib sich losreißt, um neue Kräfte zu sammeln, um hinzueilen an Mein Herz in der Kirche, um an Meinem Worte sich zu laben, wenn diese hört, daß es besser sei, seine häuslichen Arbeiten zu verrichten, dann wird der Glaube in seiner Wurzel erschüttert in diesem armen Weib, und es geht trostlos von dannen. Und wenn dann der Mann wieder hadert und zürnt ob ihrer Frömmigkeit, dann ist es geschehen. Das arme Weib, das Ich geliebt und das Mich geliebt hat, das Mir ihre Kinder zuführen will, es wird wankelmütig und läßt nach in ihrem Eifer.

Seht diesen Schmerz, diese Wunde, die Mir da geschlagen wird von solchen Priestern, die es nur darauf abgesehen haben, recht gelehrt zu sein vor der Menschheit, recht gelehrte Predigten halten zu wollen, die nicht wissen, daß sie zu einem armen, kleinen, gläubigen Volk reden, das nur das versteht, was auch seinem bedrängten und betrübten Herzen zusagt, was ihm einigen Trost bringen könnte, die Wunde, sage Ich, müßt ihr Mir wieder heilen. Ihr müßt um so fester stehen. Aufwärts die Herzen!

Seht, ob es Mir anders erging in Meinem sterblichen Leben. Ich war vom Himmel herabgestiegen, Ich hätte freilich die ganze Welt zu Meinen Füßen liegen sehen können und müssen, Ich hätte die Macht dazu und die Gewalt dazu gehabt, sie Mir alle zu unterjochen. Ich wollte es aber nicht tun, denn Ich war nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu seiner Erfüllung zu bringen. Nun waren aber diejenigen, denen Ich zur Seite stand, die Priester des Volkes Gottes, und gerade die Priester Meine erbittertsten Feinde. Ihnen stand Ich zur Seite, denn das Wort Gottes, das sie verkündeten, verkündete auch Ich, nur in vollkommenerer Weise als sie. Ich wollte es nur verständlich machen dem gläubigen Volk und seine Schönheit ihm vortragen, nicht dem Volk Lasten auflegen, die es nicht tragen kann. Die Schönheit der Kirche, die Schönheit des Dienstes Gottes sollen Meine Diener dem Volk vortragen, nicht ihm Lasten auflegen, die sie selbst nicht tragen und nicht auf sich nehmen wollen. Lasset jedem das Seinige.

Es ist ein Diebstahl zu rauben, was dir nicht gehört. Du Diener der Kirche, du bist ein Räuber, wenn du Mir raubst, was Ich mit Mühe und Sorgfalt hineingepflanzt in das arme Menschenherz. Ich habe das Vertrauen hineingesenkt in das Herz einer armen Familienmutter, daß sie noch zu Mir eilt und bei Mir Trost und Hilfe sucht, und du willst dieses Vertrauen aus dem Herzen herausreißen durch deine gelehrten Phrasen, die du vorbringst. Du meinst es ja gut für das allgemeine Volk, aber nicht für alle. Du meinst es gut, weil du damit sagen willst, es sei nicht notwendig, den schmalen Weg zu gehen, es sei schon genügend, die Gebote Gottes zu halten, die Sünde zu meiden und Buße zu tun. Ja, wer sind denn diejenigen, die dieses tun, welche die Gebote Gottes halten und Buße und Abtötung üben? Es sind diejenigen, die gern in die Kirche gehen, diejenigen, die unter eurer Kanzel stehen, nicht diejenigen, die nur im Jahre einmal aus Neugierde, um etwa etwas Neues zu sehen oder zu hören, hingehen.

O weh dem Volk, dem Menschengeschlecht! An den Früchten werdet ihr sie erkennen. Diejenigen, die da feststehen in all den Verhältnissen dieser Zeit, sind Meine Auserwählten. Laßt euch also nicht irremachen, Meine lieben Kinder. Ihr alle, ihr Priester, die ihr die Schriften leset, hütet euch vor zweideutigen Reden, vor Reden, die irgendwie ein gutes, treues Herz, das es redlich mit Mir meint, verletzen könnte; denn ihr nehmet teil an der Schuld, daß es so abwärtsgeht unter den treuen Kindern der Kirche.

Ihr aber, die ihr feststeht, die ihr euch Mühe gebt, das Wort Gottes, das Ich euch übergab, zu verkünden, die ihr es so verkündet, daß die Guten befördert, die Schwachen ermuntert, die Armen getröstet sind, freuet euch, denn ihr seid diejenigen, die das Aufblühen der Kirche miterleben werden. Jene aber werden schwach werden in einer Stunde der Versuchung und werden mit dem großen Haufen hinübergehen zu einer anderen Klasse von Menschen.

Woher kommt es denn, daß so vielen es nicht mehr gefällt in Meinem Reich? Es kommt daher, weil sie längst lau geworden sind, morsch in ihrem Herzen. Und nehmt euch in acht! Wer nicht mit Mir ist, der ist gegen Mich, und wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut. Euch habe Ich gestellt, den Weizen zu sammeln in Meine Scheune. Der Weizen sind die treuen Kinder der katholischen Kirche, und ihr sollt sie sammeln um euch und sie Mir zuführen, nicht aber den Halm knicken und vernichten, daß er zertreten wird, der gute Weizen, der da aufgespeichert werden soll in Meiner Kirche, woran sich die übrigen dann laben können.

Nochmals sage Ich euch, wundert euch nicht, daß ihr alle so wenig Freude und Trost empfindet. Ihr müßt den Schmerz mit Mir teilen, der Mein Herz bedrängt; denn die Feste Meiner Kirche sollen Freudenfeste sein für Mein liebendes Herz, Freudenfeste für die Kinder der Kirche, aber sie werden umgewandelt, sie werden getränkt mit Bitterkeit. Meiner Kirche wird nichts als Schmach bereitet von ihren Kindern. Gerade die höchsten Feste werden nur ausgenutzt, um Mich zu beleidigen. Darum diese Bitterkeit, diese Traurigkeit Meines Herzens. Werdet nicht mutlos, vertrauet auf Mich. Es kommt auf diese Zeit auch eine andere, wo ihr euch alle werdet freuen, ihr alle, die ihr ausgeharrt habt in der Trübsal.“

Barbara: „Mein Jesus! Gib doch ein einziges Wörtchen des Trostes für alle, die mit uns halten. Segne doch die Bemühung von N., diesen Herrn wieder zum Guten zurückzuführen; ich meine aber, dieser, den sie gewählt, wäre nicht der rechte Mann.“

Jesus: „Und doch ist dieser der rechte Mann. Solche Leute, die da so verweltlicht sind, müssen angeleitet werden durch solche, die Achtung genießen vor den Menschen, gerade vor solchen weltlich gesinnten Menschen, denn dieser Mann genießt Achtung. Sende ihn nur hin, Mein Kind!“

Barbara: „Mein Jesus! Ich empfehle Dir auch alle meine lieben Geschwister und auch N.N.“

Jesus: „Sage ihr nur einen freundlichen, herzlichen Gruß, daß Ich ihr zur Seite stehe. Sie soll sich nicht irremachen lassen, und all die Kämpfe mit ihrem Mann und ihren Kindern energisch ertragen, feststehen wie das starke Weib, und sie wird ihre Familie retten durch ihren starken Mut. Denn obwohl eine kleine Person, habe Ich ihr doch starke Schultern und ein großes Gottvertrauen gegeben, das sich nicht erschüttern läßt durch solche Reden von einem Prediger, der es nicht gar so böse gemeint, der es nicht besser versteht.“

Barbara: „Mein Jesus! Gib doch N. ein, ob sie dorthin gehen soll.“

Jesus: „Besser ist es schon, wenn sie hier bleibt. Sage ihr nur, es kommt noch eine Zeit, wo sie über all die Kleinigkeiten weggeht. Siehe, Ich habe ja diesem Kind alles gegeben, was es nur wünschen mag. Ich habe ihm auch ein gutes Herz gegeben, aber es war eine Zeitlang von Mir abgewichen, es hat Mich nicht geliebt. Ich will aber, daß sie Mich liebe, daß sie Mir diene; denn sie soll und wird noch Großes leisten in Meiner Kirche; sie wird noch helfen, Meine Kirche zu stützen. Die Zweifel und Ängste sind nicht von Mir, sie sind vom bösen Feind. Sie soll sich durchaus nicht erschüttern lassen, sondern mit Liebe und Ehrfurcht alles tun, nicht aber, als ob sie verderben sollte, bin Ich doch wahrlich kein Tyrann!“

Barbara: „Mein Jesus! Ich bitte Dich auch für diesen jungen Mann.“

Jesus: „Priester wird er nicht; sie müssen Geduld haben.“

Barbara: „Ich bitte Dich auch für diese.“

Jesus: „Sie hat ja Kinder, sie soll es ihren Kindern überlassen.“

Barbara: „Siehst Du denn nicht, mein lieber Jesus, wie diese für Dich arbeitet?“

Jesus: „Die ist auch ein Liebling Meines Herzens. Ihr Leben ist ein Kreuzweg, aber ihr Sterben wird glorreich und herrlich sein. Darum auf, ihr alle, euch alle grüße Ich durch Mein allersüßestes Herz. Ihr alle, die ihr zusammensteht, Mir Seelen zuzuführen, harrt aus in all den Kämpfen und Mühen, laßt euch nicht irremachen, mag da kommen, was da will.

Ihr müßt immer nur in euch selbst hineinschauen, auf die Absicht, die ihr hegt, und die euren Willen bewegt. Wenn die Absicht darauf hinzielt, Mir zu gefallen, mag die ganze Welt euch umtoben und umtosen, mag man schreiben von allen Seiten was man will, das muß euch nichts angehen.

Es ist die Zeit der Verwirrung und Zersplitterung in allen Schichten der Menschheit. Was der eine aufbaut, reißt der andere nieder, und wo der eine fortgeschritten, geht der andere zurück. So war es, als Ich auf Erden weilte, so war es dasselbe unter dem Volk. Diejenigen, die regierten, die hätten mit Mir halten sollen, waren Meine Feinde.

Darum freuet euch, daß ihr gewürdigt seid, dieses kostbare Geschenk zu empfangen von Mir, das Geschenk Meiner Liebe. Ich schenke euch zum heutigen Feste, und dir zu deinem fünfundzwanzigjährigen Jubiläum, denn heute sind es fünfundzwanzig Jahre, daß du Mir die Treue gelobt im Beichtstuhl, daß du ein Gelübde abgelegt; zu deinem Geschenk gebe Ich dir Meine Liebe und allen, die euch kennengelernt, die mit euch halten.

Sie alle werden an Meiner Liebe festhalten, nicht erschüttert werden, auch wenn die Stürme noch so sehr toben und die Zweifel und Ängste auf sie einstürmen. Sie werden feststehen, weil Ich immer und immer wieder sie ermuntern werde im Kampf gegen die Feinde ihres Heiles.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

246 Tag nach dem Herz-Jesu-Fest 1898

Barbara durfte wieder eintreten in das göttliche Herz Jesu bei der heiligen Kommunion und sich an die Pforte hinsetzen, um zu beobachten, was drinnen vorging. Es war im Innern vor dem Eingang eine große prächtige Tafel gedeckt, woran die Seligen des Himmels saßen. Um die ganze Tafel herum, und zwar hinter dem Rücken der zu Tisch sitzenden Gäste war ein Band geschlungen, das alle umfaßte. Bei jeder Person standen die Worte: „Liebe, Liebe, Liebe“. Es wurde Barbara gesagt, daß die Seligen des Himmels von dem Band umschlungen seien, weil sie es genießen in Liebe und Freude, und weil sie nicht mehr losgerissen werden können, während wir Erdenpilger uns an demselben Band festhalten und uns noch immer wieder davon losreißen können.

Der Herr zeigte Barbara auch alle die Tränen, die sie aus Reue über ihre Sünden schon geweint. Er hielt ihr ein Tüchlein vor, das ganz damit getränkt war, legte es in ein Kästchen und hing es ihr an die Brust, um ihr zu zeigen, wie wohlgefällig Ihm die Tränen seien, die man über seine Sünden weine. Die ganze Ewigkeit hindurch würde man die Tränen glänzen sehen; sie würden zu lauter Edelsteinen.

Inhaltsverzeichnis Band 3

247 Fest des heiligen Johannes des Täufers

„Abgewichen vom rechten Weg, vom wahren Christentum sind selbst die Kinder der katholischen Kirche.“

Lied: Strenger Richter aller Sünder ...

Barbara: Ich sehe einen fürchterlichen Kampf. Ein abscheuliches Ungeheuer sehe ich kämpfen mit dem Reich Jesu. Es ist das Reich der Finsternis in dem Sozialismus mit den widerstreitenden Mächten gegen das Reich Jesu Christi. O mein Gott! Stelle Du Dich zur Rechten und jene zur Linken. O mein Jesus! O Du Bräutigam meiner Seele! Noch nie habe ich Dich so erwartet wie heute, mit solcher Sehnsucht, mit solchem Verlangen, bis Du eintrittst in diese Reihe der Kämpfer.

Es ist, als ob das Reich Jesu Christi erliegen müßte, und als ob das Ungeheuer siegte gegen diejenigen, welche die Rechte der Kirche verteidigen.

„O Herr, um des vielen Gebetes willen, das aus diesen Reihen ist emporgesandt worden zu Dir, erbarme Dich unser, laß Satan nicht siegen über Dein Reich. Komme, o komme, strecke aus Deine Hand und segne, die es mit Dir halten, und stürze dieses Ungeheuer zu Boden. O mein Jesus! Ist es möglich, daß sie erliegen? Bosheit und Rachsucht sehe ich auf all den Gesichtern, die wider uns streiten, und sie stampfen mit den Füßen vor Zorn gegen die, die nur das Rechte und Wahre suchen.

Um der frommen Gebete willen, welche die ganze Zeit zu Dir emporgesandt worden sind, o laß nicht zu, daß Deine Kirche enttäuscht ist, die auf Dich hofft, auch wenn Du noch so sehr zürnst und strafen willst die gottlose Welt. Laß Deine Kinder nicht umsonst auf Dich vertrauen. O Herr, schamrot und zuschanden sollen werden alle, die uns nachstellen. Es sollen sich schämen und zurückweichen alle, die Sion hassen. Aber alle, die Dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: „Hochgelobt sei der Herr!“

„Komm, o komm, Herr, und hilf uns. Sieh, wie viele mit uns in derselben Reihe stehen. Barmherzigkeit, mein Jesus, für die Rechte Deiner Kirche. Sieh, wie unsere Priester sich abmühen. Sie haben gewiß das Rechte in der Hand, weil jene nur Dein Reich zugrunde richten wollen.

Ich vereinige mich mit all den frommen Betern für die Männer, die heute wählen, und für all die Wähler in den Stichwahlen. Barmherzigkeit für uns arme Sünder! Ich will ja nicht sagen, Du sollst einhalten, nein, strafe, züchtige uns alle, um die gottlose Welt zurückzuführen, damit sie sehen, daß Du es bist, Der da in der Menschheit lebt. Aber heute zeige, daß Du unser Gott bist, daß Du uns beistehst und nicht zuschanden werden lässest. Komme uns zu Hilfe, eile Herr!“

Und ich sehe einen Mann auftreten mit dem Kreuz in der Hand, das er der spottenden Menge zeigt, die spottend und hohnlachend ihm gegenübersteht. Aber sie knirschen, sie knirschen und schäumen vor Wut. Es ist der heilige Johannes der Täufer, der Vorläufer Jesu Christi, meines himmlischen Bräutigams, der sich zeigt unter der Menge der Gottlosen; und sie werden siegen, die Unsrigen werden siegen.

Johannes: „Ja, seht, meine Kinder, welches Leben ich dereinst führte, um das Leben Jesu Christi vorzubereiten. Seht, ihr steht in demselben Verhältnis, wie ich dereinst stand; denn das neue Heidentum ist überall ausgebreitet in der ganzen Schöpfung, in der ganzen Welt. Die Macht der Finsternis übt ihre Gewalt aus wie damals, als der Erlöser erscheinen sollte. Zusammengedrängt ist die kleine Herde, die da noch feststeht, die da noch treu hält zum Reich Jesu Christi. Überall hat der Wolf die Herde zerrissen und die Schafe erwürgt und mit sich fortgeführt in die Wildnis, in die Wüste, wo sie kein Wasser mehr fand. Darum tut es sehr not, gerade so wie damals, als ich am Jordan erschien und Buße predigte. Buße war mein ganzes Leben. Buße predigte ich allen meinen Zuhörern, allen, die sich mir nahten von nah und fern.

Und obwohl ich es nicht erlebte, daß ich meine Früchte reifen sah, habe ich doch mehr gewirkt als je ein Apostel, seitdem der Herr hinaufgestiegen ist an das Kreuz; denn ich habe das Erdreich aufgelockert, so daß der Herr dann Eingang finden konnte in die Herzen der Menschen, in die Herzen der Kleinen, der Armen, der Demütigen. So ist es jetzt wie damals; dasselbe Schauspiel steht vor euren Augen. Heidnisch ist die ganze Welt geworden.

Abgewichen vom rechten Weg, vom wahren Christentum sind selbst die Kinder der katholischen Kirche. Ein großer Abfall hat schon die meisten Glieder der Kirche hinweggerissen, der Wolf ist längst schon eingedrungen in die Herde Jesu Christi und hat viele erwürgt und mit sich hinausgeführt in die Wüste, wo er sein Spiel mit ihnen treibt. Viele stehen zwar noch in der Herde Jesu Christi, sind aber so lau und kalt geworden, daß man nichts mehr glauben will, als was man mit Augen sieht, mit Händen greifen kann.

Ja, die besten Kinder der katholischen Kirche wollen nicht mehr an Wunder glauben, wollen nur das glauben, was ihnen beliebt. Und doch ist das Reich Jesu Christi eine Wunderkette, aufgebaut auf Wunder, und diejenigen, die darin leben in diesem Reich, müssen wunderbar sein in ihrer Liebe, in ihrer Standhaftigkeit, in ihrem festen, lebendigen Glauben. Sie müssen an Wunder glauben, sonst ist alles verloren; denn da, wo Satan kämpft, so offen auftritt wie jetzt, da muß der wahre Christ die Hilfe von oben erwarten, also an Wunder glauben, nicht auf seine Macht rechnen, und nicht auf seine Kraft, sondern er muß wissen, daß von oben allein ihm Hilfe kommt, und diese Macht und diese Kraft von oben ihm gegeben ist.

Ihr aber und alle, die es mit euch halten, müssen mich zum Vorbild nehmen, sie müssen nicht geachtet sein wollen vor der Welt, sie müssen still und unbemerkt, wie ich auch, durch dieses Leben wandeln, dahinschreiten. Sie müssen wissen, daß ich in der Verborgenheit heranwuchs, einzig und allein mit dem Willen Gottes mich beschäftigend; sie müssen wissen, daß sie viele Abtötungen und Entsagungen üben müssen, wenn auch nicht in der Art, wie ich sie übte, weil sie die Leibesbeschaffenheit dazu nicht besitzen; aber dafür müssen sie um so mehr die innere Abtötung üben, von niemand gesehen sein wollen oder gelobt, aber von vielen getadelt und zurückgesetzt sein wollen.

Seht, nie hat ein Mensch so das Lamm Gottes geliebt, wie ich dereinst. Denn ich war im Mutterleib von Ihm geheiligt und Seine Nähe brachte mich außer mir; ich hüpfte auf im Mutterschoß, als ich Ihn sah, mein Geist nämlich. Und doch durfte ich Ihn nur wenig sehen. So groß war meine Abtötung; ich fürchtete, das geringste Lob von Ihm möchte meiner armen Seele Schaden bringen. Deswegen floh ich lieber Seine Nähe, aber auch, um all denjenigen ein Vorbild zu sein und ein Muster, die ihr ganzes Leben wenig Trost empfinden. Seht, ihr Kinder der katholischen Kirche, es gibt zweierlei Klassen von guten Christen, die beide dem Herrn ähnlich sind und doch sehr verschieden in den Wirkungen der göttlichen Liebe.

Die eine Klasse muß mir nachfolgen, muß mein Leben versinnbilden, der ich keinen Trost hatte, keinen anderen Trost als den, daß ich mir sagen konnte, ich habe in allem nur den göttlichen Willen gesucht. Die andere Klasse gehört zu den frommen, heiligen Frauen, die da fortwährend um Ihn sein konnten, Seine Nähe fühlen und mit himmlischen Tröstungen von Ihm konnten gesättigt werden wie Seine Jünger und Apostel.

Es gibt wenige, die aushalten auf dem Weg, den ich wandeln mußte. Überall muß der Herr einschreiten, sonst erliegen sie. Es ist, wie man sagt, nicht so, daß diejenigen, die viel beten und viel die Kirche besuchen in eurer jetzigen Zeit, zur Ketzerei und zum Abfall vom Glauben kommen, sondern das ist oft die Ursache, weil jeder Mensch in der jetzigen, verwöhnten Zeit Trost sucht und nur in äußerem Trost sich ergießen will, und wenn der Herr prüft, und äußerer und innerer Trost versagt wird, dann kommt es vor, daß der Mensch zum Abfall vom Glauben kommt.

Aber da ist es noch lange nicht wahr, daß die Übungen der heiligen Religion ihn dazu gebracht; das sind die Wirkungen ganz anderer Ursachen. Deshalb sagt der Herr immer und immer wieder, es müsse in der Kirche Gottes Gleichgewicht gehalten werden. Die Priester der heiligen katholischen Kirche müssen mit ihren Kindern ab und zu verfahren können nach der Beschaffenheit der Gewissen, der Seelen, die sie zu leiten haben. Wenn eine Seele ihre Schuldigkeit getan, wenn sie sich abgemüht und nach gutem und bestem Willen ihr möglichstes getan, dann darf der Priester, dem sie unterstellt ist, nicht auch noch zuschlagen, wenn die Seele geschlagen ist von seiten Gottes. Er muß ab- und zugeben können, ebenso der Vorgesetzte seinen Untergebenen. Dieses ist die Ursache, warum manche Seele zum Abfallen vom Glauben kommt. Ich sage das, weil es in jetziger Zeit so not tut, weil die Zahl der Christen immer kleiner wird, das kleine Häuflein immer enger zusammengeschart wird, das Häuflein immer kleiner wird.

Wißt ihr, daß wir alle, wir Bewohner des Himmels, die wir den guten Kampf gekämpft, euch zur Seite stehen, daß ihr nicht allein kämpft, ihr guten, braven Kinder der katholischen Kirche; auch wenn der Artikel des Glaubensbekenntnisses (von der Gemeinschaft der Heiligen) immer in Wirklichkeit gewesen, dann aber jetzt ganz besonders. Es ist wahr, daß wir eine Gemeinschaft zu euch bilden, und noch nie war unsere Gemeinschaft so innig mit euch verbunden wie in der jetzigen Zeit; denn je mehr Feinde euch bedrohen, desto mehr unsichtbare Hilfe müßt ihr erwarten. Ihr müßt euch uns anschließen, an eure besten und treuesten Freunde.

Ihr aber, die ihr mein Leben versinnbilden müßt, denn es gibt immer noch recht brave Christen, wie zum Beispiel die armen Familienväter und Mütter, die so sehr mit der Haushaltung zu schaffen haben, diese haben gar wenig Zeit, so daß die Tröstungen gar selten an sie kommen. Sie haben ein beständiges Karfreitagsleben, ein Johannesleben in der Wüste, gar selten kommt der Herr mit Seinen Tröstungen, Sich ihnen zu zeigen. Wenn diese nun feststehen trotz all dem Kummer und der Sorgen, die sie haben für ihre Kinder, wenn diese ausharren, werde ich ihnen am Ausgang ihres Lebens und am Eingang in die Pforte der ewigen Glückseligkeit entgegenkommen mit dem Fähnchen in der Hand, das Kreuz auf der Spitze, und sie einführen in die himmlische Seligkeit. Ich werde sie dem himmlischen Bräutigam vorführen und sie zu meiner Rechten stellen; denn ich habe viele Gewalt über das Herz Gottes, weil ich Sein Vorläufer war, der Ihm den Weg bereitete.“

Barbara: „O lieber, heiliger Johannes. Es gibt so viele Jungfrauen in der Welt, die nicht den Mut haben, nach der Vollkommenheit zu streben, weil sie sich fürchten, durch den Leichtsinn der Jugend, durch kleinere oder größere Fehler den ersten Glanz der Jungfräulichkeit eingebüßt zu haben. Wäre es denn nicht möglich, die Taufunschuld wieder zu erobern?“

Johannes: „Die Unschuld wieder gewinnen kann nur eine Seele, die beharrlich kämpft gegen ihre bösen Neigungen, die sich den Kampf nicht erspart, die bereit ist, auch Verdemütigungen auf sich zu nehmen, eine Seele, die offen und frei ihren Glauben bekennt, auch dann, wo es ihr nachteilig ist für ihren zeitlichen Vorteil, die es duldet, von allen Menschen für einen Narren verschrien zu werden, die gern ihre Ehre und ihren guten Namen einbüßt, so dass man ihr zuschleudert, sie sei eine verrückte, hysterische Person, das alles seien närrische, krankhafte Wirkungen an ihr.

Wenn sie diese Schmachreden auch von solchen, die gut zur katholischen Kirche stehen, hinnimmt im Geist der Buße und der Liebe und um der Liebe Jesu Christi willen, die kann die Taufunschuld wieder erlangen, wenigstens werden alle die Ritze, die sie sich zugefügt durch ihr leichtsinniges Leben, so verklärt und verziert, daß kein Bewohner des Himmels sie sehen kann und wird, sondern er wird nur Schönheiten und Verzierungen an dem Gewand erblicken.

Sage N., sie soll sich doch freuen über die Begünstigungen des Herrn, und alle die Beängstigungen, Zweifel und Nöten, die ihr von Satan bereitet werden, ertragen aus Liebe zu Gott, und sie und alle, die in derselben Lage sich befinden wie sie, die sich an euch anschließen, werden großen Trost empfinden, wenn sie glauben, was sie in den Schriften lesen und was sie hören. Sehet an das Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt.“

Dann entschwand der heilige Johannes und der liebe Heiland kam und sagte:

Jesus: „Meine Kinder! Den Priestern in der Stadt Mainz und allen denen, die sich so Mühe gaben, sage Ich herzlichen Dank. Sie sind wahre Diener Gottes und Kämpfer und Streiter für Meine Ehre. Sie stehen in den Reihen der Märtyrer, der Kämpfer, die ihr Gut und Blut und Leben einsetzten. Darum haltet treu zusammen, ihr guten Kinder der katholischen Kirche, schließt euch an euer Priestertum an, und das Priestertum halte mit euch, haltet euer Gebet in Ehren; denn nur um eures Gebetes willen bekam das Priestertum die Kraft, so zu kämpfen und zu streiten für Meine Ehre.

Sie werden wohl noch einen harten Kampf zu kämpfen haben. Aber seht, so wie Ich die Partei euch zu Füßen legte, die ganz eure Gegner sind, die ganz in Widerspruch zu euren Gesinnungen stehen, in krassem Widerspruch stehen ihre Gesinnungen zu den eurigen, und wie sie dennoch sich mit euch vereinigten, so wird die ganze Welt euch zu Füßen liegen, wenn auch wider ihren Willen, so muß die Kirche siegen. Die Zinnen des Kreuzes müssen auf den Zinnen der Kirche aufgerichtet werden, so hoch, daß es von der ganzen Welt gesehen wird. Das Kreuz auf den Zinnen der Kirche, es muß so glänzen und leuchten wie Gold. Dieses Gold müssen Meine Priester sein. Die Priester müssen mit solcher Liebe das Kreuz umfangen, daß das Kreuz die ganze Welt überragt. Alle eure Gegner müssen sehen, welches Unheil sie angestiftet, daß sie euch so bekämpften und Meine Kirche, Meine jungfräuliche Braut, so umherstießen in der Weltgeschichte. Sie müssen es einsehen, wenn auch zu ihrem Schaden und Nachteil.

Seht, so wie diese Partei jetzt zu euch hält, obwohl sie haßt, daß es zu ihrem Schaden ist, aber, weil sie nicht anders können, der Wahrheit Zeugnis geben müssen, so muß die ganze Welt der Wahrheit Zeugnis geben. Meine Kirche muß siegen, und sie wird siegen; sie wird zu einer Schönheit gelangen, daß sie noch nie auf dem Gipfel gestanden, auf den sie jetzt gestellt werden soll. Harret aus, Meine Kinder, im Gebet, Opfern und Sühnen, und ihr werdet noch vieles erleben, bevor dieses alles in Erfüllung gehen wird.“

Barbara: „O lieber Jesus, ich bitte Dich, daß Du diesem Jungen seine Eltern behalten wolltest, weil er so treu Dir dient, daß Du ihn vom Dienst befreiest.“

Jesus: „Er soll sich recht an Meinen Nährvater wenden, an den heiligen Josef. Überhaupt mit solchen Dingen, die da mehr in das Weltliche hineingeraten, bittet Mich nicht so viel. Alles muß seinen Gang gehen. Es müssen auch brave Soldaten sein. Bittet Mich um Dinge, die das Heil der Seele angehen, und Ich werde euch beistehen.“

Barbara: „Ach, lieber Jesus, wenn ich doch mit Deiner Gnade diese Person Dir wieder zuführen dürfte. Erbarme Dich doch ihrer! Sieh, in welch schrecklichem Wahn sie gefangen ist!“

Jesus: „Da steckt noch viel dazwischen, der Mensch muß auch wollen. Er muß wenigstens etwas tun aus lebendigem Glauben, wenn es auch ein ganz geringes Werk ist. Dann aber steht Meine heilige Mutter dazwischen, denn wo sie eintreten kann, kann Ich mit Meiner Gnade nicht ankommen, weil Meine Mutter der Kanal ist, durch welchen alle Gnaden fließen, die Gnaden hineingeleitet werden in die Seelen und die Seelen Mir zugeführt werden.“

Dann kam die liebe Mutter Gottes.

Barbara: „Liebe Mutter! Du bist heute so freudig, viel freudiger als am heiligen Fronleichnamsfest. Da warst Du so traurig, daß ich Dich nicht sehen durfte. Heute bist Du ja ganz getröstet, Mutter! Warum denn? O ich freue mich, daß ich Dich wiedersehe.“

Maria: „Ja, Meine Kinder! Ihr wißt, wie gräßlich Mein Sohn beleidigt wird. In den Tagen, wo Er Seine Liebe ausstrahlen läßt über Seine Kinder, gerade da wird Er durch die schrecklichen Ereignisse, die sich da abspielen, so schrecklich beleidigt. Das arme, verführte, verwilderte Volk, das da so herabgesunken durch die gottlosen Schulen und Werkstätten und Fabriken, lästert unaufhörlich Meinen lieben Sohn, so daß Ich Mein Angesicht verhüllen mußte. Aber heute, wo Ich sehe, wie die Guten sich zusammenscharen, und ein Teil der gottlosen Welt schon besiegt ist, daß sie der Wahrheit Zeugnis geben, strahlt neue Hoffnung Meinem Herzen entgegen. Ertraget die Leiden, die euch bereitet werden, mit Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen; denn nur so, mit Geduld und Ausdauer, werden Meine Feinde besiegt.“

Sie hat auf der Brust einen Strahl wie eine Sonne, nicht wie ein Stern, und diese Sonne strahlt nach allen Seiten hin ihre Strahlen aus, auch auf uns. (Wir baten nämlich die liebe Mutter Gottes, Sie möge uns doch die Fülle der göttlichen Liebe erbitten, und baten dann auch für alle unsere Bekannten und Verwandten und alle, die sich uns angeschlossen.)

Maria: „Jedesmal blitzt ein neuer Strahl aus auf sie alle, wo noch ein gutes Kind der katholischen Kirche steht, das kämpft für seinen Glauben, sie alle sind bestärkt. Aus diesem Mutterherzen fließt ihnen reichliche Gnade zu, besonders allen, die sich Mühe geben, die Worte aufzuschreiben, sie sind besondere Lieblinge dieser himmlischen Mutter; denn sie sind ja die Genossinnen der himmlischen Mutter, wie es die heiligen Frauen während ihres Lebens waren. Sie vertreten das Amt, das jene einstens vertraten, die sich an Sie anschlossen, und die Worte, die der Herr das Volke lehrte, weiter verbreiteten. So machen es alle diejenigen, welche die Schriften verbreiten; sie vertreten Meine Stelle und die der heiligen Frauen, die mit Mir auf Erden lebten.“

Barbara: „O liebe Mutter! Segne auch die Priester, die es nicht glauben, ganz besonders unseren Bischof, der ja doch ein so guter Herr ist, ein so treuer Oberhirte. Du weißt, wie sehr ich an ihm hänge, weil er ein so demütiger Diener Gottes ist, wie ihn mir der Herr schon oft gezeigt. Aber er ist ganz im Widerspruch mit dem, was der Herr in mir wirkt, und so bearbeite Du ihn doch, überführe ihn, überzeuge ihn!“

Maria: „Von euch wird verlangt, daß ihr still und ruhig weitergeht und ausharret in all dem, was der Herr in euch wirkt, fest steht in eurem heiligen Glauben.“

Inhaltsverzeichnis Band 3

248 Erster Freitag im Juli 1898

„Hinter den Gottlosen steht ein Engel der Finsternis und schürt und hetzt an seinem Opfer.“

Lied: Deinem Heiland, deinem Lehrer ...

Barbara: „Hochgelobt und angebetet sei Jesus im Heiligsten Sakrament des Altars von nun an bis in Ewigkeit! O mein Jesus, o Du Bräutigam meiner Seele, ich danke Dir für das unaussprechliche Glück, daß Du Dich würdigst, mich heimzusuchen in dieser Stunde. Ich bereue alle meine Sünden und Unvollkommenheiten, ich bereue allen Undank, den ich Dir entgegenbrachte durch meine Treulosigkeiten. O mein Jesus, doch bitte ich Dich, Du mögest so, wie in dieser Woche, fortfahren in mir zu wirken. Trotz meiner Armseligkeiten hast Du mich immer so getreulich belehrt und zurechtgewiesen, den Eifer neu angefacht, wenn er erschlaffen wollte. Fahre fort, mein Jesus, damit ich von Tag zu Tag mein Herz immer mehr reinige und mich bessere; reiße mein Herz los von aller Anhänglichkeit an die Geschöpfe. Gestalte es so, daß ich für alle Menschen ein Herz und einen Sinn habe, sowohl für Verwandte als auch für Fernstehende, damit ich für das Wohl aller Menschen besorgt bin wie für das meiner Angehörigen und ich mich nicht so viel verfehle und versündige, wenn sie mir kein Gehör schenken.

Siehe, wenn Du mir nicht hilfst, dann bin ich auch nicht imstande, mich herauszureißen, denn meine Armseligkeit ist zu groß. Ich bitte Dich, uns allen doch einen rechten Gebetseifer zu verleihen in dieser heiligen Woche, daß meine Freundinnen, die mehr Zeit haben als ich und sich öfter losreißen können, nicht müde werden, Dich anzubeten. Stärke ihre schwache Gesundheit, kräftige ihren Willen, daß sie recht beharrlich Dir Ersatz leisten für jene Christen, die sich nicht bemühen wollen, hinzugehen und zu beten. Gib auch mir die Gnade, daß ich mich recht oft losmachen kann von der Familie, den Arbeiten, dem Berufe, um Dich anzubeten. Wenn es Dein heiliger Wille nicht ist, tue, wie Du willst. Barmherzigkeit, mein Jesus, Barmherzigkeit!“

Jesus: „Meine Kinder! Ich freue Mich auf die kommende Woche, wo sich wieder Meine Kinder, die sich an anderen Tagen nicht so beteiligen wie ihr, auch einfinden werden vor Meinem Gnadenthron. Im ganzen Jahr, im ganzen Kirchenjahr, freue Ich Mich und mit Mir der ganze Himmel auf die Woche des Großen Gebetes hier in Mainz, weil Meine Diener alles aufbieten, um das gläubige Volk anzuziehen und weil das gläubige Volk, die guten Christen, sich dann auch recht zahlreich beteiligen und Mir Ersatz und Sühne leisten wollen für die sündigen Menschen, die sich dieser Gnade verlustig gemacht haben und noch machen. Die sich nicht kümmern um ihren Gott und Herrn, um ihren Schöpfer und Erlöser, Der Sich würdigt, unter ihnen zu sein. Ich habe dir schon einmal gezeigt, mit welcher Freigebigkeit Meine Hand bereit ist, allen zu geben, die zu Mir kommen, Mich anzubeten in diesen Tagen. Ich habe dir auch gezeigt, wie Ich die Mühe der Priester belohne, in deren Pfarrei das Große Gebet noch gehalten wird.“

Barbara: „Mein Jesus! Du hast mir aber damals eine Pfarrei gezeigt, in der es nicht so gut stand. Dort warst Du so traurig, alles war so wie verwelkt an jenem Tage.“

Jesus: „Ja, das ist wahr, Mein Kind, Ich wollte dir das zeigen, damit die Menschen sehen, besonders die Priester, wieviel daran gelegen ist, wenn ein Priester noch gläubig ist. Und wenn der Priester, der selbst nicht mehr so tiefgläubig ist, sich nicht an Mich wendet, um sich Mir anzuschließen, nicht nur für sich viele Gnaden verscherzt, sondern auch für seine ganze Gemeinde. Darum war alles welk in jener Kirche; welk war das Gebet, das Mir entgegengebracht wurde. Es hatte nicht die Frische, die Geistesfrische, die Jugendfrische, die es haben soll. Es ist nun anders geworden in jener Pfarrei, und in der ganzen Stadt blüht Jugendfrische in allen Pfarreien, denn die Priester, die an der Spitze stehen, sind alle sehr gläubige Priester, sie alle geben sich Mühe, um ihre Kinder herbeizuführen, um sie anzueifern und anzulocken, und mit Recht.“

Dann sah Barbara verschiedene Heilige.

Barbara: „Liebe heilige Petrus und Paulus, lieber heiliger Johannes, ich grüße euch durch das allersüßeste Herz Jesu Christi. O erfleht uns doch die Liebe und den Eifer, den ihr dem Herrn entgegengebracht habt in eurem sterblichen Leben und noch immer entgegenbringt.“ Ich sehe Ihn in der Höhe schweben. „Mein Jesus! So bist Du uns unerreichbar. O komm doch näher. Ja, komme doch in unsere Mitte.“ – Eben steigt Er herab. Und ich sehe Ihn auf einem herrlichen Thron sitzen, die Hände ausgebreitet, um uns zu umfangen. Seine liebe, heilige Mutter kniet auf den Stufen, um Ihn anzubeten, das Haupt geneigt, in demütiger Haltung, vor Ihm.

Maria: „Meine Kinder! So sollt ihr es tun die ganze Woche hindurch: Das Haupt geneigt, das Geistesauge erhoben, zu Meinem im Allerheiligsten Altarsakrament wahrhaft und wirklich gegenwärtigen Sohn. Ersatz und Sühne sollt ihr leisten für diejenigen Kinder der katholischen Kirche, die nicht einmal mehr kommen, um Ihn zu begrüßen, ja, die Ihn nur verspotten und lästern. Ersatz und Sühne sollt ihr leisten aber auch für alle jene Christen, die sich zwar am Großen Gebet beteiligen, die aber mit einem zerstreuten Geist kommen, daß Mein lieber Sohn anstatt geehrt, nur verunehrt wird durch sie.

Denn ihr müßt wissen, daß, wie ihr euch beteiligt, um Ihn anzubeten im Heiligsten Sakrament, auch wir uns beteiligen, auch wir uns da einfinden, wo ihr seid, um Ihn anzubeten, und daß unser Auge höchstes Ärgernis nimmt an solchen Christen, mit Unwillen auf solche hinabschaut; denn wir, die wir teilnehmen an der Allwissenheit Gottes, durchschauen die Herzen der Menschen. Jenen aber, die sich euch anschließen, die auf euer Beispiel sehen, sollt ihr vorangehen und sie alle anziehen durch eure Handlungsweise. Ihr sollt nicht müde werden. Auch wenn der Körper matt und kraftlos dahinsinkt, müßt ihr doch diese Haltung bewahren, wenn ihr euch auch bisweilen setzen wollt; dies will Ich euch erlauben. Aber eine demütige Gebetshaltung: mit erhobener Hand und gesenkten Augen und Blick so, wie du Mich hier siehst, so sollt ihr die ganze Gebetswoche es auch halten. Allen, die euch sehen, mögen sie euer auch spotten oder aber ein gutes Beispiel an euch nehmen, sollt ihr Zeugnis ablegen für die Wahrheit und für eure innere Überzeugung, daß ihr glaubt, was die heilige Kirche zu glauben befiehlt, nämlich, daß Mein Sohn Sich würdigt, unter euch zu wohnen. – Siehe, alle diese finden sich jetzt ein.“

Barbara sah eine Menge himmlischer Geister kommen.

Maria: „Bei jeder Person, die dort kniet mit lebendigem Glauben, kniet daneben ihr heiliger Schutzengel, ihr heiliger Namenspatron, der ihr in der Taufe beigestellt wurde. Ferner diejenigen Heiligen, die sie um ihre Fürbitte angefleht und zu Patronen sich erwählt hat. Der Priester, an dem die Reihe des Vorbetens ist, ist noch eigens mit einer Schar Engel umgeben, die fortwährend die Gebete der Gläubigen in Empfang nehmen und sie in Vereinigung mit dem vorbetenden Priester, der ja doch im Namen der ganzen Gemeinde kniend vorbetet, aufopfern. So ist es aber jedesmal, wenn die Kirche das Allerheiligste Sakrament aussetzt zur Anbetung, nicht nur in dieser Woche des Großen Gebetes, sondern auch an allen Tagen des ganzen Jahres, wo das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt wird. Denn diese Tage sind von der Kirche angeordnet zur Sühne und zur Abbitte für die Beleidigungen und Unbilden, die Meinem Sohn von den lauen und undankbaren Kindern der Kirche und auch von den Andersgläubigen zugefügt werden. Bedenkt doch: die heilige katholische Kirche ist geleitet vom Heiligen Geist und alles, was in ihr geschieht, hat seine weise Absicht und seine besonderen Gründe, denn sie allein ist es, um derentwillen die Welt verschont und gehalten wird, sonst wäre sie längst schon untergegangen.

Darum merkt euch, und sagt allen Gläubigen, die sich euch anschließen, daß sie diese Worte recht beherzigen sollen, in welcher Umgebung sie in diesem Augenblick knien, damit doch das Reich Jesu Christi ausgebreitet und aufgebaut werde, aufgebaut in dem gläubigen Volk; denn ein gutes Wort fällt doch immer auf guten Boden, wenn es am rechten Fleck angebracht wird. Ihr möchtet gerne wissen, Meine Kinder, ob der Liebesbund zugenommen oder abgenommen hat. Auch möchtet ihr gerne einen Überblick haben über die verflossene Zeit, um euren Eifer zu beleben.

Ja, ja, Meine Kinder, es ist recht so; denn der kluge Hausvater macht es ebenso am Jahresschluß, und da nun das Kirchenjahr die erste Hälfte bereits zurückgelegt hat und die zweite Hälfte des Kirchenjahres bereits begonnen hat, so habt ihr recht, diesen Wunsch geäußert zu haben. Ich kann euch aber nun zu eurem Trost sagen, daß Mein Sohn recht zufrieden ist. Das kleine Samenkorn, das da ausgestreut wurde durch Meine Diener und durch euch, Meine lieben Kinder, hat bereits schon überall zu keimen begonnen. Hier in der Stadt Mainz ist Mein Sohn in diesem Jahr besonders beglückt.

Es ist, obwohl die Gottlosigkeit auch überhand nimmt, und die Gottlosen alles aufbieten, um das Reich Jesu Christi zu verdrängen und einzudämmen, doch vieles, vieles gewonnen in diesem Jahr. Wer, meint ihr, ist die Ursache, daß alles so ruhig ablief in den Tagen, wo die Reichstagswahl vor sich ging? Es ist die Gnade des Allmächtigen, Der Sich würdigt, Seine Engel auszusenden und überall das zückende Schwert zu schwingen, gegen die Gottlosen. Hinter den Gottlosen steht ein Engel der Finsternis und schürt und hetzt an seinem Opfer, das im Fleische ist, im Fleische wandelt, und diesen zum Zorn reizt. Dem gottlosen Heer gegenüber steht jedoch das Reich Jesu Christi, die Friedensboten Meines Sohnes mit gezücktem Schwert, und standen jenen entgegen, so daß diese ihre Opfer fallen lassen und niederhalten mußten, und das Reich Jesu Christi siegen wird.

Seht, Meine Kinder, so wird es gehen durch die ganze Geschichte der heiligen Kirche. So wird die Kirche siegen, siegen bis zu einem Grad, wie sie noch nie gesiegt, seitdem Mein Sohn sie gestiftet hat. Um des Mutes, um des starken Mutes der Kämpfer und Streiter Meines Sohnes willen, nämlich der Priester der katholischen Kirche, zu deren Macht und Gewalt die höhere Macht und Gewalt sich gesellt, werden die Feinde zurückstehen, zurückschrecken, und es wird, nach überstandenem Kampfe, ein großer Friede herrschen unter Meinem Volk. Die Guten, die da ausgeharrt, werden mit einem Siegespreis gekrönt, nicht wissend, wie ihnen ist vor Freude, schon hienieden in diesem Leben, weil sie wissen, daß sie mitgekämpft und mitgelitten und den Lorbeer verdienen halfen, den die Kirche sich erkämpft.

Mit einem Lorbeerkranz wird das Haupt der Kirche umwunden vor der ganzen Welt dastehen. Alle irdischen Mächte werden zu diesem Sieger emporblicken, Der da vor ihnen steht in lichtvollem Gewand, strahlend wie eine Sonne, deren Strahlen über die ganze Erde sich erstrecken werden. Sie werden die milden Augen dieses Fürsten bewundern, Der da im Lorbeer vor ihnen steht und werden sich sagen, wie töricht waren wir doch, daß wir es wagten, uns Ihm entgegenzustellen, ja, Ihn gar unterjochen zu wollen. Wie töricht wir waren doch!

Jetzt, da wir mit gebrochenem Herzen vor Ihm stehen, jetzt erst sehen wir es ein, aber zu spät! Auf den Trümmern ihres Reiches wird die heilige katholische Kirche erblühen und ein neues Reich aufgebaut werden, und ihre Söhne werden im Frieden herrschen und regieren können, weil sie unter dem Szepter dieses großen Monarchen stehen, dieses Friedensfürsten. Darum, Meine Kinder, harret aus, und wie ihr in dieser Woche wieder Gelegenheit haben werdet, Meinen Sohn zu verherrlichen und nach überstandenen Mühen eure Freude groß sein wird, soll eure Seele sich ergießen in Freude mit Meinem lieben Sohn, wenn auch der Körper die Mühen und Lasten fühlt, so werdet ihr dereinst sehen das Aufblühen der Kirche, die Siege der Kirche über ihre Feinde und euch freuen. Nicht einen geringen Teil dieses Sieges habt ihr und alle, die mit euch halten, erkämpfen helfen. Sagt es Meinen Dienern, grüßet sie alle recht herzlich von ihrer allerreinsten Braut und Mutter.“

Barbara: „Liebe Mutter! Ich bitte Dich aber auch für die lieben Abgestorbenen. N. ist mir sehr böse, weil ich für ihren Mann nichts erlangen kann. O ich bitte Dich, gib doch diesem Mann wenigstens, daß er weiter vorankommt und nicht so viel zu leiden hat. O hilf ihm doch! O gib ihm doch einen höheren Grad der Gnade, bringe ihn doch weiter vor, näher zu Dir, damit unsere Gebete und die seiner Frau ihm mehr zugute kommen.“

Maria: „Ja, euer Beten und Bitten ist alles recht so und auch die Gebete seiner Frau. Sie ist wirklich auf gutem Weg, aber gar zu mißtrauisch, gar zu wenig Vertrauen, gar zu kleinlich ist diese Frau. Sie möchte, daß der Herr sie von allem befreie, was ihr unangenehm ist, und sie in eine angenehme Lage versetzen, wie sie es ja bei ihrem Mann hatte. Wo bleibt aber das Verdienst für die Ewigkeit bei solchen Christen? Sagt ihr nur, sie möge doch darauf hinarbeiten, daß ihre Tochter wenigstens alle vier Wochen beichtet und ordentlich kommuniziert. Wenn dieses Kind sich anschließt an den Wunsch der heiligen Kirche und den guten Weg betritt, dann verspreche Ich euch, Meine Kinder, daß Ich die Gebete bald erhören und diesen Mann durch Mein Zutun und Mein Flehen recht bald aus dem Fegefeuer befreien werde. Sonst aber wird er lange, noch lange, zu büßen haben, und das Gebet seiner Frau wird immer denjenigen zugute kommen, die es im Leben auch verdient haben.“

Barbara: „So bitte ich Dich, laß es doch dem Priester zugute kommen, den N. mir anbefohlen, und N.N. O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. O Jesus, durch Deinen Tod und das Blut, erlöse diese Armen Seelen doch aus der heißen Glut.“

Maria: „Für heute nicht, Meine Töchter, aber wenn ihr Mir recht folgsam seid in der großen Gebetswoche, dann will Ich euch die nächste Woche eine große Anzahl Armer Seelen schenken.“

Nach der heiligen Kommunion wurde Barbara zur innigen Vereinigung mit dem Herrn zugelassen. Sie sah die heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus sowie den heiligen Johannes den Täufer.

Petrus: „Ihr sollt euch ganz vergessen und standhaft das ausführen, was der Herr euch übertragen hat und nicht ängstlich sein. In eurer Sterbestunde werdet ihr es erkennen. Dein Leiden ist nur ein Leiden für die Kirche.“

Am Fest der heiligen Petrus und Paulus waren wir (Lieschen Feile, Luise Hannappel und Barbara Weigand) an den Wallfahrtsort N. gepilgert. Während des ganzen Hochamtes wurde Barbara zur innigen Vereinigung mit dem Herrn zugelassen. Sie sah den Herrn, voll der strahlenden Liebenswürdigkeit auf einem Throne sitzen. Die heiligen Apostel umstanden Ihn. Der heilige Petrus ging unter den Gläubigen einher und nahm ihre Gebete entgegen, um sie dem Herrn darzubringen. Auch Barbara opferte ihm unsere Wallfahrt mit allen Gebeten, welche in der ganzen Welt verrichtet werden, zum Ersatz für die Gottlosigkeit der übrigen Menschen auf, die nicht mehr glauben und für die heilige Kirche. Der heilige Petrus legte es sodann auf eine Waagschale, aber diese senkte sich nicht nach unten. Da bat Barbara, er möge doch seine eigenen Verdienste hinzufügen. Dies tat er, und alsbald ging die Waagschale nach unten.

Petrus: „Im Reich der Ewigkeit herrscht vollkommene Gerechtigkeit. Wenn ihr einmal dort angelangt seid, da gilt kein Unterschied der Person. Die arme Dienstmagd, die Gott geliebt und Ihm eifrig gedient hat, sie wird den Fürsten im Reich Gottes vorgezogen werden, wenn sie Gott nicht so eifrig gedient. Der arme Hausbursch, der von allen verachtet ward, er wird den Kaisern und Königen vorangehen, wenn er diese übertroffen hat im eifrigen Dienst an Gott. Und die arme, gedrückte Ehefrau, die gedarbt und ihr Kreuz aus Liebe zu Gott ertrug, sie wird den lauen Klosterfrauen vorgezogen werden. Siehe, ob es nicht der Mühe wert ist, für Gott alles daranzugeben? Wiewohl wir wenig verlassen, so haben wir doch alles verlassen, sieh aber, was wir dafür erlangt, ob es nicht der Mühe wert ist.“

Beim Großen Gebet in C. sah Barbara den lieben Heiland auf goldenem Throne sitzen und um Ihn eine große Schar heiliger Engel, die vor Ehrfurcht und heiligem Schauer zitterten. Sie durfte mit denselben reden und fragte sie:

Barbara: „Ihr lieben, heiligen Engel, sagt mir doch, welches ist euch die liebste Beschäftigung, Gott anzubeten oder für Seine Ehre Liebesdienste verrichten?“ Da sagte einer:

Engel: „Die entzückendste und liebste unserer Beschäftigungen ist, Gott anzubeten. Aber weil wir Ihn so sehr lieben, sind wir auch immer bereit, Ihm eine Freude zu machen. Wenn Gott uns nun zu einem Sünder schickt, der mit Satan verbunden ist, so tun wir dies auch gern, Gott zuliebe, doch mit großem Widerwillen, und es graust uns in Satans Nähe. Der schmerzlichste Dienst ist für uns, wenn Er uns zu guten Seelen schickt, die Gott treu dienen, um ihnen Leiden anzukündigen. Das liebste ist uns, wenn Er uns an das Sterbebett eines großen bekehrten Sünders schickt, um ihn abzuholen in die ewige Freude.“

Barbara sagte dann zum lieben Heiland:

Barbara: „Wenn ich doch wüßte, was Dir das Liebste ist, daß ich nach Hause gehen und den anderen helfen soll oder aber, ob ich hier bleiben soll.“

Jesus: „Gehe, aber komme schnell wieder, ja eile, denn Ich sehe dich gern in Meiner Nähe!“

Alsdann zeigte ihr der Herr, wie unsere drei Seelen durch das Große Gebet von allen Flecken gereinigt waren. Zuerst zeigte Er Barbara die Seele von Lieschen in schneeweißem, damastseidenem Gewand, das glänzte; die beiden anderen Seelen waren zwar auch schneeweiß, doch war ihr Gewand matt ohne Glanz. Der Herr sagte, wenn Lieschen in diesem Zustand beharre, da sie schon der Welt abgestorben sei, so komme sie ohne Fegefeuer in den Himmel, während Barbara und ich noch an manchem hingen. Wir sollten aber den Mut nicht verlieren, sondern im Kampfe ausharren.

Abends, beim letzten Segen, als der Priester die Monstranz niedergestellt, stand Jesus auf dem Altar mit ausgebreiteten Armen, als wolle Er alle in Sein Herz einschließen. Er war angetan mit einem weiten, weißen und herrlich verzierten Chormantel in wunderschöner Pracht. Beim Engel des Herrn stand die liebe Mutter Gottes unten an den Stufen neben den Priestern, angetan als Braut mit einem großen, faltigen, ja majestätischem Mantel. Bei jedem Ave ging es wie ein freudiges Erbeben durch Sie bei den Worten:

„Gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes.“

In einer der folgenden Nächte träumte Barbara, sie habe den Mund voll schwarzer Käfer. Als sie darüber erwachte, ängstigte sie sich sehr darüber, daß dies am Ende bedeute, ihre Seele sei voller schwarzer Käfer, und sie wollte deshalb nicht zur heiligen Kommunion gehen. Sie überwand jedoch die Furcht, und als sie kaum den lieben Heiland auf der Zunge hatte, schalt sie der Herr, warum sie so töricht sei, und sich so geängstigt habe wegen dieser Käfer. Das sei der böse Feind, der ihr die Kommunion rauben wolle.

 Inhaltsverzeichnis Band 3

 

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Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

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Rundbrief zum 72. Todestag
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Rundbrief 29.09.2014

 

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